Begrüßung
Guten Tag, sehr geehrter Herr Professor Doktor …,
ich möchte Ihnen nun die Patientin Karin Weber vorstellen.
Sie ist 43 Jahre alt, ein Meter achtundsechzig groß und wiegt etwa 80 kg. Der Body-Mass-Index (BMI) beträgt 28,3 kg/m² und liegt damit im Bereich des Übergewichts.
Aktuelle Anamnese
Die 43-jährige Patientin, Frau Weber, stellte sich mit seit etwa drei Stunden zunehmenden, kolikartigen, akuten Schmerzen in der rechten Flankevor.
Die Schmerzen strahlen in die Vaginasowie in die rechte Inguinalregion aus.
Die Schmerzintensität wurde laut ihren Angaben mit etwa 7 von 10 eingeschätzt.
Solche Schmerzen hatte sie früher nicht.
Folgendes wurde berichtet: Eine Hämaturie, Dysuriesowie Algurie in Form von Brennen. Zudem bestehen Nausea, eine einmalige Emesismit Nahrungsresten, Pollakisurie (mit subjektiv geringer Urinmenge; fünf Miktionen seit dem Morgen), ein allgemeines Schwächegefühl sowie Hyperhidrose.
Folgende Fragen wurden verneint: Fieber, Urgenz, Inkontinenz, Harnstrahlabschwächung oder Harnstrahlunterbrechung, neu aufgetretene Veränderung des Stuhlgangs, Pathologische vaginale Blutung, Fluor genitalis, Dyspnoe, Tachykardie, Schwindel, Hautveränderungen, Ödem.
Die vegetative Anamnese
Die vegetative Anamnese ist unauffällig, abgesehen von einer stressbedingten Insomniein Form von sowohl Einschlafstörung als auch Durchschlafstörungen im Zusammenhang mit familiären Belastungen im Rahmen einer Scheidung.
Vorerkrankungen
Anamnestisch besteht seit zwei Jahren ein bekannter Diabetes mellitus Typ 2, der von der Patientin regelmäßig selbst kontrolliert wird.
Die nüchternen Blutzuckerwerte liegen bei etwa 110 mg/dl, die postprandialen Werte steigen auf ca. 155 mg/dl.
Diabetesassoziierte Folgekomplikationen sind bislang nicht bekannt.
Eine regelmäßige augenärztliche Kontrolle wurde bislang nicht durchgeführt.
Des Weiteren besteht seit etwa zwei Jahren eine arterielle Hypertonie, die unter laufender Therapie derzeit gut eingestellt ist. Die Blutdruckwerte liegen bei ungefähr 125/85 mmHg.
Die Patientin berichtet über eine seit drei Jahren bestehende, rezidivierende Tendovaginitisdes rechten Handgelenks, welche berufsbedingt ist.
Die Beschwerden wurden bisher mit einer Orthese sowie intermittierendem Einsatz von Metamizol symptomatisch behandelt.
Vor etwa sechs Monaten kam es zu einer Herpes-zoster-Erkrankung im Bereich der rechten Thoraxseite, die erfolgreich mit Aciclovir behandelt wurde.
Nach Angaben der Patientin erfolgten in der Kindheit keine Schutzimpfungen, was im Alter von acht Jahren zu einer ausgeprägten Maserninfektion (Morbilli) mit begleitender Pneumonie führte. Aufgrund des Krankheitsverlaufs war eine zweitägige stationäre Aufnahme erforderlich.
Voroperationen
Vor 15 Jahren erlitt die Patientin im Rahmen eines Handballspiels eine Trümmerfraktur des rechten Olekranons. Es erfolgte eine operative Versorgung mit osteosynthetischer Stabilisierung durch Platten und Schrauben. Postoperativ war eine Immobilisation mittels Schiene für mehrere Wochen erforderlich, gefolgt von physiotherapeutischer Nachbehandlung. Die Metallentfernung erfolgte etwa ein Jahr später. Der Verlauf war komplikationslos und derzeit bestehen keine Beschwerden mehr.
Vor fünf Jahren wurde bei der Patientin aufgrund von atypischen uterinen Blutungen und Schmerzen eine Hysterektomie durchgeführt.
Ursächlich waren Uterusmyome.
Es erfolgte eine Hysterektomie (subtotale bzw. totale), wobei die Adnexe belassen wurden.
Gynäkologie
Vor acht bzw. siebzehn Jahren erfolgte jeweils eine spontane vaginale Entbindung. Aktuell bestehen keine gynäkologischen Beschwerden.
Medikamente
Derzeit nimmt die Patientin folgende Medikamente ein:
Zentrum® Multivitamin, 1 Tablette täglich
Atacand® 4 mg, 1 × täglich
Metformin 500 mg, 2 × täglich
Metamizol 500 mg, bei Bedarf
und appliziert bei Bedarf den EpiPen®
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Aciclovir (400 mg, 1 Tablette 5× täglich)
Allergien
Die Patientin gab folgende Allergien an:
Bekannte Wespengiftallergie mit Urtikaria und Dyspnoe im Sinne einer anaphylaktischen Reaktion.
Noxen
Die Patientin hat etwa zehn Jahre lang täglich rund fünf Zigaretten geraucht (entspricht etwa 2,5 Packungsjahren). Seit drei Jahren raucht sie nicht mehr.
Sie trinkt jeden Abend ein bis zwei Flaschen Bier, um besser schlafen zu können. Einen Drogenkonsum gibt sie nicht an.
Sozialanamnese
Die Patientin ist als selbstständige Konditorin tätig und Inhaberin eines eigenen Geschäfts. Zurzeit lebt sie allein und befindet sich in der Trennungsphase; eine Scheidung von ihrem Ehemann ist geplant.
Die Patientin ist Mutter zweier Kinder: Ihre 17-jährige Tochter leidet an Anorexia nervosa, ihr 8-jähriger Sohn an einer Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS).
Familienanamnese
Der Vater der Patientin war starker Raucher und musste infolge einer fortgeschrittenen peripheren arteriellen Verschlusskrankheit eine Vorfußamputation mit Entfernung der drei vorderen Zehen am rechten Fuß erhalten.
Die 70-jährige Mutter der Patientin leidet an einer altersbedingten Skoliose, die konservativ mittels Korsettversorgung und Physiotherapie behandelt wurde. Sie lebt derzeit in einem Pflegeheim. Zudem besteht eine beidseitig operativ versorgte Katarakt.
Der 51-jährige Bruder der Patientin erlitt im Alter von 49 Jahren eine Karotisdissektion, die operativ behandelt wurde.
Sie hat keine Haustiere.
Vor drei Monaten reiste sie nach Italien
Verdachts- und Differentialdiagnose
Meiner Ansicht nach deuten die anamnestischen Angaben – insbesondere der Schmerzcharakter, die Lokalisation sowie das Vorliegen von Dysurie und Hämaturie – am wahrscheinlichsten auf eine Urolithiasis hin.
Als Differenzialdiagnosen kommen eine Pyelonephritis (z. B. bei zusätzlichem Fieber), eine Lumbalgie (bei ausstrahlenden Schmerzen und anamnestisch berichteter körperlicher Überlastung) in Betracht.
In diesem Fall kommt eine extrauterine Schwangerschaft (z. B. tubar = Eileiterschwangerschaft) aufgrund der durchgeführten Hysterektomie nicht in Frage.
Bei Schmerzen im Hypogastrium sind differenzialdiagnostisch auch eine Divertikulitis (linksseitig) bzw. eine Appendizitis (rechtsseitig) zu erwägen.
Diagnostische Abklärung
Nach der Gabe eines Analgetikums sollte überprüft werden, ob ein Harnabflusshindernis (Obstruktion) vorliegt. Besteht eine solche Obstruktion, sollte die Patientin stationär aufgenommen und entsprechend weiter diagnostiziert und behandelt werden. Liegt keine Obstruktion vor, hängt das weitere Vorgehen von der Größe und Lokalisation der Steine ab.
körperliche Untersuchung
Nach der Anamnese sollte eine ausführliche körperliche Untersuchung erfolgen. Zunächst werden die Vitalparameter erfasst, einschließlich Herzfrequenz, Blutdruck, Atemfrequenz, Sauerstoffsättigung und Körpertemperatur.
Anschließend erfolgt die körperliche Untersuchung mit besonderem Fokus auf die geschilderten Beschwerden. Diese beginnt mit der Inspektion, bei der auf mögliche Auffälligkeiten wie Hautveränderungen oder Schwellungen (z. B. Blasenhochstand) geachtet wird.
Es folgt die Palpation der Flanken und des Abdomens zur Beurteilung von Druckschmerzhaftigkeit oder anderen pathologischen Befunden. Zur Palpation der Harnblase legen Sie die gestreckten Finger einer Hand kranial der Symphyse auf den Unterbauch und üben kurz Druck auf die Harnblasenregion aus.
Zur Beurteilung der Nieren kann ein Klopfschmerztest durchgeführt werden: Dabei beklopft man mit der Faust oder der Handkante beide Flanken – zunächst vorsichtig und orientierend, bei negativer Reaktion nochmals etwas kräftiger. Normalerweise verspürt der Patient dabei nur eine Erschütterung, aber keinen Schmerz.
Zur Größenbestimmung der Harnblase eignet sich am besten die Perkussion.
Abschließend erfolgt die Auskultation. Bei Nierenarterienstenosen, Aneurysmen der Nierenarterien oder arteriovenösen Shunts kann gelegentlich ein Strömungsgeräusch rechts oder links am Rippenbogen auskultierbar sein.
Da bei der Patientin sowohl eine arterielle Hypertonie als auch ein Diabetes mellitus vorliegen, sollten im Rahmen der Basisdiagnostik auch erste Hinweise auf Folgeerkrankungen wie Retinopathie, Neuropathie oder eine periphere arterielle Verschlusskrankheit überprüft werden.
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Zusatzwissen |
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Die Nieren und die oberen Harnwege liegen retroperitoneal, während die Harnblase und die inneren weiblichen Geschlechtsorgane extraperitoneal gelegen sind. Die linke Niere befindet sich anatomisch etwas tiefer als die rechte. Bei maximaler Füllung der Harnblase (ca. 500 ml) steigt diese bis in die Bauchhöhle auf. |
Laboruntersuchungen
Dabei würden ein kleines Blutbild, der Blutzucker, die Elektrolyte (Natrium, Kalium), die Nierenretentionsparameter (Kreatinin, Harnstoff), das C-reaktive Protein (CRP) sowie die Blutsenkungsgeschwindigkeit (BSG) bestimmt.
Zudem sollten der Urinstatus sowie eine Urinkultur durchgeführt werden. Im Urinstatus können Leukozyturie, Hämaturie oder Proteinurie auffallen. Die Urinkultur dient dem Nachweis einer Harnwegsinfektion.
Für zuverlässige Resultate müssen bei der Urinabnahme bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein: Nach Möglichkeit sollte der Urin als Morgenurin gewonnen und innerhalb von 45 Minuten untersucht werden. Urin aus Sammelbeuteln oder Dauerkathetern ist nicht geeignet. Die erste Portion wird verworfen, die mittlere Urinportion wird aufgefangen (Mittelstrahlurin). In bestimmten Fällen kann eine gezielte Uringewinnung mittels Zwei-Gläser-Probe, Katheterisierung oder Blasenpunktion erforderlich sein.
Der Urinstatus wird mittels Teststreifen bestimmt.
Für die Urinkultur wird der Urin unter sterilen Bedingungen gewonnen und mikrobiologisch mithilfe einer kulturellen Anzüchtung/ eines Kulturverfahrens untersucht.
Bildgebende Verfahren
Abdomensonografie (erste Wahl)
Eine Ultraschalluntersuchung ist ein bildgebendes Verfahren, bei dem mithilfe von Schallwellen innere Organe untersucht werden. Dabei sollten Sie flach liegen und möglichst still bleiben. Zunächst wird ein spezielles Gel auf die Haut aufgetragen. Anschließend bewege ich den Schallkopf über die Haut, um die gewünschten Bereiche zu untersuchen. Die Untersuchung erfordert in der Regel keine spezielle Vorbereitung, ist schmerzfrei und dauert etwa 20 Minuten.
Bei Nephrolithiasis können Nierensteine als helle Reflexe nachgewiesen werden. Zudem lassen sich erweiterte Nierenkelche (Calix renalis) oder ein dilatiertes Nierenbecken (Pelvis renalis) (Hydronephrose) als Hinweis auf eine Harnabflussstörung erkennen.
CT des Abdomens – Standardverfahren zur Detektion von Urolithiasis
Die Computertomographie (CT) ist ein bildgebendes Verfahren, bei dem die inneren Organe mithilfe von Röntgenstrahlen dargestellt werden. Dabei entstehen Schnittbilder des Körpers. Der Patient sollte flach liegen, während er in einen röhrenförmigen Scanner geschoben wird. Während der Untersuchung, die nur wenige Minuten dauert, muss der Patient ruhig bleiben. Die CT ist schmerzfrei, jedoch kann in einigen Fällen eine spezielle Vorbereitung erforderlich sein. Manchmal wird zur besseren Darstellung der Strukturen ein Kontrastmittel verwendet. Bei der Gabe von Kontrastmittel sollten bestehende Allergien, eine mögliche Dehydratation, eine Obstruktion im Harnweg, eine vorliegende Niereninsuffizienz sowie die Einnahme nephrotoxischer Medikamente wie Metformin berücksichtigt werden.
Bei Nephrolithiasis sind typischerweise Harnsteine als hyperdense (helle) Strukturen innerhalb des Nierenbeckens, der Ureteren oder der Blase sichtbar. Zusätzlich können sekundäre Zeichen wie eine Dilatation des Nierenbeckenkelchsystems (Hydronephrose) oder eine Uretererweiterung festgestellt werden.
Da die Sonografie bei Schwangeren keine Strahlenbelastung mit sich bringt, wird sie bevorzugt anstelle einer CT-Untersuchung durchgeführt.
Röntgen
Konventionelle Röntgenuntersuchungen wie die Nierenleeraufnahme und die intravenöse Urografie mit Kontrastmittel gelten heute als diagnostisch weniger aussagekräftig und werden aufgrund ihrer begrenzten Sensitivität zunehmend als veraltet betrachtet.
Dabei sind nur röntgendichte Steine – wie z. B. Kalziumhaltige – sichtbar
Behandlung
NSAR (z. B. Ketorolac, Ibuprofen) sind hervorragend zur Behandlung der Nierenkolik geeignet und gelten als Therapie der ersten Wahl.
• Ketorolac i. m. 15–30 mg
• Morphin 2–5 mg i. v. langsam titriert (alternativ 5–10 mg i. m., falls kein i. v.-Zugang vorhanden ist)
• Ondansetron 4 mg langsam i. v. → 4 mg i. m.
• Intravenöse Flüssigkeitszufuhr
Bei Verdacht auf eine Harnwegsinfektion in Kombination mit einem obstruierenden Stein ist eine dringliche Nierenentlastung erforderlich – entweder durch die Einlage eines Harnleiterschienenkatheters (Double-J-Stent) durch einen Urologen oder eine perkutane Nephrostomie – in Kombination mit einer antibiotischen Therapie.
Bei Patienten mit einem kleinen Stein (insbesondere im distalen Ureter) und hoher Spontanpassagewahrscheinlichkeit kann eine medikamentöse Steinabgangstherapie mit α-Blockern (z. B. Tamsulosin) hilfreich sein.
Therapieübersicht nach Lokalisation und Größe:
Proximale Uretersteine < 1 cm Durchmesser:
• Stoßwellenlithotripsie (SWL) oder Ureterorenoskopie (URS)
Proximale Uretersteine > 1 cm Durchmesser:
• SWL oder URS
Distale Uretersteine:
• URS
akute Pyelonephritis
Ambulant
Ciprofloxacin 500 mg 2× täglich für 7 Tage
(oder Levofloxacin 750 mg 1× täglich für 5 Tage)
Stationär
Ceftriaxon 1–2 g i.v. 1× täglich
Nach Besserung des Allgemeinzustands Umstellung auf eine orale Therapie mit Ciprofloxacin, in der Regel nach 48–72 Stunden.
Komplikationen
Harnabflussstörung / Harnstau (Hydronephrose)
Pyelonephritis / Urosepsis
Chronische Niereninsuffizienz
Konsile
Urologie
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Bereich |
Bezeichnung |
Hauptsymptome |
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Untere Harnwege |
Lower UTI (Zystitis, Urethritis) |
Dysurie, Pollakisurie, Algurie, suprapubische Schmerzen, trüber Urin, kein Fieber |
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Obere Harnwege |
Upper UTI (Pyelonephritis) |
Fieber, Flankenschmerz, Schüttelfrost, Nausea, Erbrechen |
Extra
Namen:
Katherine Weiss, Frau Eiermann, Hubert Winkelmann, Friedrich Stein, Ulli Stockmann, Toni Teurek
Berufe:
Sie besitzt ihren eigenen Käseladen
Inhaber einer Kneipe
Einzelheiten:
Sie kommt zu uns, weil ihr Hausarzt im Urlaub ist.
Er weiß nicht, ob er Zugenommen hat, er isst viel, weil er einen Food Truck hat.
Er wohnt mit seinem Poodle.
Z. n. Sectio caesarea vor 40, 38 und 36 Jahren, anschließend Sterilisationsoperation (die Patientin kann sich nicht genau an die Art des Eingriffs erinnern).
Vorerkrankungen:
Tendovaginitis durch die Arbeit in einer Metzgerei
Hyperurikämie
Kontusionen (berufsbedingt als Automechaniker)
Er hat sich gestern den Arm mit heißem Wasser verbrannt, und legte nur einen Verband darüber.
Migräne
COPD
benignen Prostatahyperplasie (BPH): Transurethrale Resektion der Prostata
Appendektomie
Medikamente
Melatonin
Diclofenac-Salbe b.B.
Hormonpflaster
Allopurinol 300 mg 1-0-0
Sumatriptan
Symbicort
Allergien
Gräserpollenallergie mit Rhinokonjunktivitis
Kontrastmittel Allergie (Erythem und Ödem)
Drogenanamnese
Mit 17–18 Jahren auf Drogenpartys ausprobiert, danach keine weiteren Konsumversuche
Familienanamnese:
Vater: KHK, Stentimplantation, arterielle Hypertonie
Mutter: pAVK, Depression
Bruder: Bypass-Operation
Fragen
1. Was bedeuten die folgenden Fachbegriffe?
Polyurie → vermehrte Urinausscheidung (> 2–3 Liter/24 h) (z. B. bei Diabetes mellitus, Diabetes insipidus)
Oligurie → verminderte Urinausscheidung (< 500 ml/24 h) (z. B. bei Exsikkose, Niereninsuffizienz)
Anurie → stark eingeschränkte oder fehlende Urinausscheidung (< 100 ml/24 h) (z. B. bei akutem Nierenversagen, Obstruktion)
Nykturie → vermehrtes nächtliches Wasserlassen (z. B. bei Herzinsuffizienz)
2. Welche Spasmolytika kennen Sie?
Spasmolytika sind Medikamente, die die glatte Muskulatur entspannen und krampfartige Schmerzen (v. a. im Gastrointestinal- und Urogenitaltrakt) lindern. Zu den bekannten Wirkstoffen zählen:
Butylscopolamin (z. B. Buscopan®)
Mebeverin
Trospiumchlorid (v. a. bei Reizblase)
3. Kann man Morbilli im Erwachsenenalter bekommen?
Ja, Morbilli (Masern) kann man auch im Erwachsenenalter bekommen – insbesondere dann, wenn kein ausreichender Impfschutz besteht.
Masern sind keine reine Kinderkrankheit.
Erwachsene ohne Impfschutz oder ohne durchgemachte Infektion können sich jederzeit anstecken.
Komplikationen wie: Pneumonie, Otitis media, Hepatitis
4. Wie lauten die Fachbezeichnungen der folgenden Fachärztinnen und -ärzte?
Frauenarzt → Gynäkologe
Kinderarzt → Pädiater
Hautarzt → Dermatologe
Nervenarzt → Neurologe
Augenarzt → Ophthalmologe
5. Erklären Sie kurz, was Gicht ist.
Arthritis urica, auch bekannt als Gichtarthritis, ist eine entzündliche Gelenkerkrankung, die durch die Ablagerung von Harnsäurekristallen (Natriumurat) in den Gelenken und umliegenden Geweben verursacht wird. Sie entsteht, wenn der Harnsäurespiegel im Blut (Hyperurikämie) ansteigt und Kristalle ausfällt
Therapie: Vermeiden von rotem Fleisch, Meeresfrüchte, Alkohol, Zuckerreiche Getränke, Gewichtskontrolle
Harnsäuresenkende Medikamente: Allopurinol, Febuxostat
6. Wie wendet man einen EpiPen richtig an?
Der EpiPen wird bei schweren allergischen Reaktionen (Anaphylaxie) verwendet. Er wird mit der orangefarbenen Spitze senkrecht auf den äußeren Oberschenkel gesetzt – auch durch Kleidung hindurch – und fest hineingedrückt, bis ein Klick zu hören ist. Danach muss er etwa 10 Sekunden in dieser Position gehalten werden, damit das Adrenalin vollständig injiziert wird. Anschließend sollte umgehend der Notarzt verständigt werden.
7. Die Flüssigkeitsgleichgewicht/ Die Flüssigkeitsbilanz ist die Gegenüberstellung der Flüssigkeitsaufnahme und -ausscheidung innerhalb eines bestimmten Zeitraums.
8. Welche klinischen Befunde bei der Palpation können auf eine Appendizitis hinweisen? Erklären Sie kurz.
McBurney-Punkt → Druckschmerz zwischen rechtem vorderem oberen Darmbeinstachel und Nabel (typische Lokalisation des Appendix)
Rovsing-Zeichen → Schmerz im rechten Unterbauch bei Palpation des linken Unterbauchs (indirektes Zeichen für Peritonealreizung)
Psoas-Zeichen → Schmerzen im rechten Unterbauch bei Streckung des rechten Beins gegen Widerstand (Hinweis auf retrozökale Lage des Appendix)
Obturator-Zeichen → Schmerzen bei Innenrotation des rechten gebeugten Beins (Hinweis auf Lage des Appendix in der Nähe des M. obturatorius internus)
Notizen
BMI
Berechnung des Body‑Mass‑Index
Der Body‑Mass‑Index (BMI) ist ein einfacher, dimensionsloser Kennwert zur Einordnung des Körpergewichts in Relation zur Körpergröße. Er ergibt sich aus dem Körpergewicht in Kilogramm geteilt durch das Quadrat der Körpergröße in Metern. Der BMI dient als grober Anhalt für das Verhältnis von Masse zu Körpergröße, berücksichtigt jedoch nicht Körperzusammensetzung oder Fettverteilung.
kolikartigen
Kolikartige Schmerzqualität
Als kolikartig werden Schmerzen beschrieben, die wellenförmig auftreten: Phasen mit starker Intensität wechseln mit Phasen relativer Besserung. Typisch sind plötzlich beginnende, krampfartige Schmerzepisoden, die in ihrer Stärke deutlich schwanken und oft eine hohe, aber nicht konstant anhaltende Intensität zeigen.
Flanke
Flanke
Die Flanke bezeichnet die seitliche Region des Abdomens zwischen dem unteren Rand des Thorax (Rippenbereich) und dem Bereich der Beckenkammlinie. In dieser Region liegen unter anderem die Nieren und retroperitoneale Strukturen sowie Weichteile der Bauchwand. Klinisch ist Flankenschmerz ein wichtiges lokalisiertes Symptom, das auf renale, retroperitoneale oder muskulär‑skelettale Ursachen hinweisen kann.
Vagina
Vagina (Scheide)
Die Vagina ist ein muskulärer und elastischer Schlauch, der vom äußeren Genitale (Vestibulum) bis zum Gebärmutterhals (Zervix) reicht. Sie dient als Verbindung zwischen äußerer Körperoberfläche und Gebärmutter und erfüllt u. a. Funktionen beim Geschlechtsverkehr, bei der Menstruation und als Geburtskanal.
Inguinalregion
Inguinalregion
Die Inguinalregion (Leistenregion) liegt beidseits am Übergang zwischen Unterbauch und Oberschenkel. Wichtige Strukturen sind das Leistenband, der darüber verlaufende Leistenkanal mit dem Samenstrang beim Mann beziehungsweise dem runden Mutterband bei der Frau sowie Nerven und Leistenlymphknoten. Unterhalb des Leistenbandes verlaufen unter anderem A. und V. femoralis sowie der N. femoralis. Klinisch ist die Region besonders bei Leisten- und Schenkelhernien, vergrößerten Lymphknoten sowie zur Tastung des Femoralispulses und für Gefäßzugänge bedeutsam.
Hämaturie
Hämaturie
Bezeichnet das Vorhandensein von Blut im Urin. Man unterscheidet makroskopische Hämaturie, bei der das Blut mit bloßem Auge sichtbar ist, von mikroskopischer Hämaturie, die nur im Labor nachweisbar ist.
Dysurie
Dysurie
Beschreibt eine erschwerte oder schmerzhafte Blasenentleerung. Betroffene berichten häufig von Brennen, Druckgefühl oder einem gesteigerten Miktionsdrang bei der Miktion.
Algurie
Algurie
Bezeichnet Schmerzen, die mit dem Wasserlassen verbunden sind. Die Beschwerden können als brennend, stechend oder drückend empfunden werden und treten häufig gemeinsam mit Dysurie oder Hämaturie auf.
Nausea
Nausea
Subjektives Empfinden von Übelkeit und Brechreiz ohne zwingende Entleerung des Mageninhalts. Häufig geht es mit Unwohlsein im Oberbauch und Appetitverlust einher und kann als Vorzeichen eines bevorstehenden Erbrechens bestehen.
Emesis
Emesis
Akuter Vorgang der Ausstoßung von Mageninhalt durch Mund und Ösophagus, medizinisch als Erbrechen bezeichnet. Klinisch kann dies einmalig oder wiederholt auftreten; im vorliegenden Bericht wurde eine einmalige Episode mit Nahrungsresten angegeben.
Pollakisurie
Pollakisurie
Erhöhte Häufigkeit von Blasenentleerungen, meist verbunden mit jeweils nur kleinen Urinvolumina. Typischerweise fühlen Betroffene häufiger Harndrang; im vorliegenden Fall wurde zudem subjektiv eine geringe Urinmenge und fünf Miktionen seit dem Morgen angegeben.
Hyperhidrose
Hyperhidrose
Übermäßige Schweißabsonderung, die über die zur Temperaturregulation erwartete Menge hinausgeht. Sie kann lokal begrenzt oder generalisiert auftreten und wurde im Bericht als verstärktes allgemeines Schwitzen beschrieben.
Urgenz
Urgenz (starker Harndrang)
Kurzbeschreibung: Plötzliches, kaum unterdrückbares Bedürfnis zu urinieren.
Inkontinenz
Inkontinenz
Definition: Unwillkürlicher Verlust von Harn in unterschiedlichen Ausprägungen.
Ursachen und Differenzialdiagnosen: Ursachen umfassen drangbedingte Inkontinenz bei Reizblase oder Harnwegsinfektionen, sphinkterbedingte Störungen, neurogene Ursachen sowie funktionelle oder anatomische Probleme. Die konkrete Einordnung (Stress-, Drang-, Überlauf- oder funktionelle Inkontinenz) richtet sich nach Anamnese und Befund.
Harnstrahlabschwächung oder Harnstrahlunterbrechung
Harnstrahlabschwächung oder Harnstrahlunterbrechung
Beschreibung: Verminderte Stärke oder intermittierender Harnstrahl beim Miktionsvorgang.
Wesentliche Ursachen: Solche Symptome deuten häufig auf eine Harnabflussbehinderung hin; eine benigne Prostatahyperplasie ist eine häufige Ursache bei älteren Männern, ebenso können Harnröhrenstrikturen oder Blasenentleerungsstörungen zugrunde liegen.
neu aufgetretene Veränderung des Stuhlgangs
Neu aufgetretene Veränderung des Stuhlgangs
Definition: Jede kürzlich eingetretene Änderung von Häufigkeit, Konsistenz, Farbe oder Begleitsymptomen des Stuhlgangs.
Mögliche Ursachen und Bedeutung: Solche Neuerungen können auf unterschiedliche Erkrankungen hinweisen, darunter kolorektale Neoplasien, chronisch-entzündliche Darmerkrankungen, funktionelle Störungen wie das Reizdarmsyndrom oder infektiöse Enteritiden; die Priorisierung der Differenzialdiagnosen hängt von Begleitsymptomen und Risikofaktoren ab.
Vorgehen: Bei relevanter Veränderung gezielte Anamnese, körperliche Untersuchung und gegebenenfalls weiterführende Diagnostik veranlassen.
Pathologische vaginale Blutung
Pathologische vaginale Blutung
Abnorme Blutungen aus der Scheide, die außerhalb der normalen Menstruation oder in ungewöhnlicher Stärke oder Dauer auftreten. Solche Blutungen können verschiedene gynäkologische Ursachen haben. Zu den häufig relevanten Differenzialdiagnosen gehören gutartige Muskelgeschwulste der Gebärmutter (Uterusmyome), das Vorhandensein von Gebärmutterschleimhaut außerhalb des Uterus (Endometriose) sowie eine Schwangerschaft außerhalb der Gebärmutter, typischerweise eine extrauterine/ektopische Schwangerschaft. Bei Auftreten muss die Klinik nach diesen und weiteren Ursachen abgeklärt werden.
Fluor genitalis
Fluor genitalis
Bezeichnet abnormen Scheidenausfluss, der in Farbe, Geruch oder Menge von der normalen Vaginalsekretion abweicht. Häufige Ursachen sind entzündliche Erkrankungen der Scheide (Vaginitis), Entzündungen des Gebärmutterhalses (Zervizitis) sowie entzündliche Prozesse der adnexalen Strukturen (Adnexitis). Charakteristika des Ausflusses können Hinweise auf die zugrunde liegende Erkrankung geben und sollten in der klinischen Beurteilung berücksichtigt werden.
Dyspnoe
Dyspnoe
Beschreibt das subjektive Erleben von Atemnot oder erschwerter Atmung. Dyspnoe kann auf Probleme der Lunge, des Herzens, des Kreislaufs oder stoffwechselbedingte Störungen hinweisen und ist ein wichtiger Hinweisparameter zur Einschätzung des allgemeinen Zustands. Bei Auftreten sollte auf Schweregrade, Begleitsymptome und mögliche systemische Komplikationen geachtet werden.
Tachykardie
Tachykardie
Bezeichnet eine erhöhtet Herzfrequenz oberhalb des erwarteten Ruhewertes. Tachykardie kann Ausdruck eines gestörten Kreislaufzustandes, einer kompensatorischen Reaktion oder einer systemischen Erkrankung sein und liefert Hinweise auf die hämodynamische Situation. Die klinische Bewertung sollte Herzfrequenz im Zusammenhang mit Symptomen und möglichen systemischen Komplikationen beurteilen.
Ödem
Ödem — Definition und klinische Merkmale
Ein Ödem entsteht durch eine krankhafte Ansammlung von Flüssigkeit im Interstitium beziehungsweise im extrazellulären Raum des Gewebes, nicht innerhalb der Blutgefäße. Ursachen können ein erhöhter hydrostatischer Druck, verminderter kolloidosmotischer Druck, Lymphabflussstörungen oder erhöhte Gefäßpermeabilität sein. Klinisch zeigt sich ein Ödem als sicht- und tastbare Schwellung, gegebenenfalls mit Eindrückbarkeit (pitting) und einer typischen Verteilung (z. B. peripher, generalisiert, sakral). Im vorliegenden Kontext wurde ein Ödem verneint.
Insomnie
Insomnie — Merkmale und Kontext
Insomnie beschreibt anhaltende Probleme beim Einschlafen, Durchschlafen oder ein frühzeitiges Erwachen mit Beeinträchtigung des Tagesbefindens. Ursachen sind vielfältig und schließen psychischen Stress ein. In der vorliegenden Anamnese liegen stressbedingte Schlafstörungen vor, die sowohl Einschlaf- als auch Durchschlafprobleme betreffen und im Zusammenhang mit familiären Belastungen durch eine Scheidung beschrieben werden. Die vegetative Anamnese sonst: unauffällig.
Folgekomplikationen
Folgekomplikationen bei Diabetes — Übersicht
Bei Diabetes mellitus werden typischerweise mikro- und makrovaskuläre Folgekomplikationen unterschieden. Zu den mikroangiopathischen Komplikationen zählen diabetische Retinopathie, diabetische Nephropathie und diabetische Polyneuropathie. Makrovaskuläre Folgen umfassen beispielsweise koronare Herzkrankheit, zerebrovaskuläre Erkrankungen und periphere arterielle Verschlusskrankheit.
mmHg
mmHg — Bedeutung der Einheit
Die Abkürzung mmHg steht für “Millimeter Quecksilbersäule”.
Tendovaginitis
Tendovaginitis
Definition und Ursache: Eine Tendovaginitis bezeichnet die Entzündung der Sehnenscheide, die die Sehne umhüllt und deren Gleitfähigkeit gewährleistet. Häufige Auslöser sind wiederholte Belastungen, monotone Bewegungsabläufe oder lokale Überlastung.
Therapie und Verlauf: Die Behandlung richtet sich in erster Linie nach Schonung der betroffenen Strukturen, gezielter Physiotherapie zur Normalisierung der Sehnenfunktion und lokalen Maßnahmen zur Schmerzlinderung. Bei Bedarf kommen orthopädische Schienen oder Orthesen zur Entlastung zum Einsatz. In ausgewählten Fällen können weitere interventionsmedizinische Maßnahmen wie lokale Kortikosteroid-Injektionen erwogen werden. Bei rein symptomatischer Analgesie ist zu beachten, dass Metamizol primär schmerzlindernd und fiebersenkend wirkt, jedoch keine ausgeprägte entzündungshemmende Wirkung wie NSAR besitzt.
Herpes-zoster
Herpes-zoster (Gürtelrose)
Ursache und Entstehung:
Reaktivierung des Varizella-zoster-Virus, das nach einer früheren Windpockeninfektion in Ganglien der Spinal- oder Hirnnerven ruhend verblieben ist. Bei Reaktivierung breitet sich das Virus entlang eines Nervs auf die überlagernde Haut aus.
Klinisches Bild:
Typisch sind einseitig auftretende, dermatomgebundene Schmerzen und Missempfindungen, gefolgt von gruppierten Bläschen auf gerötetem Grund. Thorakale Dermatomien gehören zu den häufigsten Lokalisationen. Vor oder gleichzeitig mit dem Hautausschlag können brennende oder stechende Schmerzen auftreten.
Akutbehandlung:
Die Therapie umfasst eine frühzeitige antivirale Behandlung, schmerzlindernde Maßnahmen und lokale Hautpflege. Bei Augenbeteiligung oder schweren Verläufen sollte umgehend fachärztliche Versorgung erfolgen.
Komplikationen und Verlauf:
Wesentliche Komplikationen sind anhaltende neuropathische Schmerzen (Post-Zoster-Neuralgie) sowie sekundäre Hautinfektionen oder, je nach Sitz, neurologische Manifestationen. Das Risiko und die Schwere können mit zunehmendem Alter oder Immunsuppression steigen.
Prävention:
Für Risikogruppen steht eine Impfung zur Verfügung, die das Auftreten eines Zoster und schwere Verläufe verringern kann.
Anmerkung zum Kontext:
Die Angabe, dass vor etwa sechs Monaten ein thorakaler Zoster mit Aciclovir behandelt wurde, passt zur üblichen akuten antiviralen Therapie; das weitere Vorgehen richtet sich nach aktuellem Beschwerdebild.
Maserninfektion
Maserninfektion (Morbilli)
Erreger und Übertragung: Masern werden durch ein hochansteckendes RNA-Virus übertragen, hauptsächlich durch Tröpfcheninfektion beim Husten oder Niesen.
Klinisches Bild: Die Erkrankung beginnt häufig mit Fieber, Husten, Schnupfen und Bindehautreizungen; charakteristisch ist anschließend ein generalisierter, meist zuerst im Gesicht auftretender Exanthem. Bei schweren Verläufen können Atemwegsbeteiligungen wie eine Pneumonie auftreten.
Komplikationen und Prävention: Mögliche Komplikationen sind Mittelohrentzündungen, Lungenentzündungen und in seltenen Fällen Hirnhaut- oder Gehirnentzündungen. Die wirksamste Prävention ist eine Impfung gegen Masern (Teil des MMR-Impfstoffs). Vor dem Hintergrund der Anamnese mit fehlenden Kinderimpfungen und einer schweren Maserninfektion mit Pneumonie ist ein ausgeprägter früher Verlauf plausibel.
Trümmerfraktur
Trümmerfraktur
Begriffserklärung: Eine Trümmerfraktur liegt vor, wenn ein Knochen an der Bruchstelle in mehrere Fragmente zersplittert ist.
Olekranons
Anatomie:
Das Olekranon ist der hintere knöcherne Vorsprung der Ulna am Ellenbogengelenk und dient als Ansatzpunkt für die Trizepssehne.
Verletzungen und Behandlung:
Bei einer Trümmerfraktur des Olekranons ist häufig eine offene Reposition und interne Fixation erforderlich, beispielsweise mit Platten- und Schraubenosteosynthese, um Gelenkflächen und Streckfunktion zu rekonstruieren. Anschließend wird in der Regel eine zeitlich begrenzte Ruhigstellung durchgeführt, gefolgt von physiotherapeutischer Mobilisation und Funktionstraining.
Langzeitverlauf:
Nach komplikationsloser Heilung können Schmerzfreiheit und Wiedererlangung der Ellenbogenfunktion erwartet werden. In Einzelfällen wird das Implantat nach abgeschlossener Knochenheilung entfernt.
Atacand
Gruppe und Wirkmechanismus:
Atacand enthält Candesartan, einen Angiotensin-II-Rezeptorantagonisten, der die Wirkung von Angiotensin II an AT1-Rezeptoren blockiert und dadurch Gefäßtonus und Blutdruck senkt.
Indikationen:
Eingesetzt wird Candesartan vor allem zur Behandlung der arteriellen Hypertonie und in bestimmten Situationen der Herzinsuffizienz, um hämodynamische Belastung zu reduzieren.
Wichtige Risiken und Gegenanzeigen:
Mögliche Nebenwirkungen sind Schwindel, Kopfschmerzen und Blutdruckabfall; eine Erhöhung des Kaliumspiegels sowie eine Beeinträchtigung der Nierenfunktion können auftreten. Die Anwendung ist in der Schwangerschaft kontraindiziert. Vorsicht ist bei schwerer Lebererkrankung, biliärer Obstruktion, bekannter Unverträglichkeit gegenüber dem Wirkstoff sowie bei bilateraler Nierenarterienstenose geboten.
Wespengiftallergie
Definition
IgE-vermittelte Überempfindlichkeit gegenüber dem Gift von Wespen (Eine Wespe ist ein fliegendes Insekt, das durch seine schwarz-gelbe Färbung auffällt. Sie kann stechen).
Klinische Erscheinungen
Die Bandbreite reicht von lokal begrenzten Reaktionen bis zu generalisierter Urtikaria und systemischen Symptomen wie Atemnot, Bronchospasmus, Kreislaufinkompensation und potenziell lebensbedrohlicher Anaphylaxie.
Versorgungsaspekte
Systemische Reaktionen erfordern sofortige notfallmedizinische Behandlung; Betroffene mit systemischer Vorgeschichte sollten über ein Notfallkonzept verfügen und einen Adrenalin‑Autoinjektor bereithalten. Eine spezifische Immuntherapie gegen Wespenstichallergie kann zur langfristigen Risikoreduktion erwogen werden.
Packungsjahren
Definition
Packungsjahre = (Anzahl der täglich gerauchten Zigaretten ÷ 20) × Anzahl der Jahre mit regelmäßigem Rauch.
Erläuterung
Ein Packungsjahr entspricht dem täglichen Konsum einer Schachtel (20 Zigaretten) über ein Jahr. Beispiel: 5 Zigaretten pro Tag über 10 Jahre ergeben (5/20) × 10 = 2,5 Packungsjahre.
Anorexia
Anorexia nervosa (Magersucht) ist eine Essstörung, die durch eine stark eingeschränkte Nahrungsaufnahme, ausgeprägte Angst vor einer Gewichtszunahme und eine gestörte Wahrnehmung des eigenen Körpers gekennzeichnet ist. Manche Betroffene versuchen zusätzlich, ihr Gewicht durch übermäßige Bewegung, selbst herbeigeführtes Erbrechen oder den Missbrauch von Abführmitteln zu kontrollieren.
Die Behandlung umfasst Psychotherapie, Ernährungstherapie und ärztliche Betreuung. Bei Erwachsenen gehört die kognitive Verhaltenstherapie zu den geeigneten psychotherapeutischen Verfahren; bei Kindern und Jugendlichen spielen familienbasierte Ansätze eine wichtige Rolle.
ADHS
Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS)
Kernmerkmal: Anhaltende Unaufmerksamkeit, gesteigerte Aktivität und/oder impulsives Verhalten, die die Alltagsfunktionen beeinträchtigen und typischerweise in der Kindheit beginnen.
Diagnostik: Die Beurteilung stützt sich auf die klinische Gesamteinschätzung, inklusive Anamnese, Fremdanamnese und ggf. standardisierter Instrumente; andere Ursachen müssen ausgeschlossen werden.
Behandlungsansatz: Multimodale Therapie mit verhaltenstherapeutischen Maßnahmen, Psychoedukation und schulischen Interventionen; ergotherapeutische Unterstützung kann Alltagsfertigkeiten fördern. Bei Bedarf wird eine medikamentöse Behandlung mit zentralen Stimulanzien (z. B. Methylphenidat) oder anderen zugelassenen Substanzen erwogen, wobei Nutzen und mögliche Nebenwirkungen ärztlich überwacht werden müssen.
Skoliose
Skoliose
Definition: Seitliche Verkrümmung der Wirbelsäule oft verbunden mit einer Rotation der Wirbelkörper.
Ursachen und Verlauf: Formen reichen von idiopathischen Varianten (häufig bei Jugendlichen) bis zu degenerativen oder neuromuskulären Ursachen im höheren Lebensalter; Verlauf und Symptome variieren je nach Ausmaß und Ursache.
Klinische Folgen und Behandlung: Kleinere Fehlstellungen können beobachtet und physiotherapeutisch behandelt werden. Bei wachstumsbedingter Progression werden Orthesen erwogen; bei ausgeprägten oder symptomatischen Deformitäten kann eine operative Korrektur indiziert sein. Schmerzmanagement und funktionelle Rehabilitation sind wichtige Bestandteile der Versorgung.
Katarakt
Katarakt (Grauer Star)
Beschreibung: Eine Trübung der Augenlinse, die zu unscharfem Sehen, erhöhter Blendempfindlichkeit und einer gedämpften Farbwahrnehmung führen kann; in Einzelfällen treten auch Doppelbilder auf.
Ursachen und Diagnose: Am häufigsten altersbedingte Veränderungen der Linse; weitere begünstigende Faktoren sind Augenverletzungen, intensive UV-Exposition, bestimmte Medikamente wie Kortikosteroide sowie Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes. Die Beurteilung erfolgt durch die augenärztliche Untersuchung, typischerweise einschließlich Spaltlampenbefund.
Therapie: Definitive Behandlung ist die operative Entfernung der getrübten Linse mit Implantation einer künstlichen Intraokularlinse; die Entscheidung zur Operation richtet sich nach Funktionseinschränkung und subjektiver Beeinträchtigung.
Karotisdissektion
Definition/Pathologie
Eine Karotisdissektion entsteht, wenn die Gefäßwand der Halsschlagader (A. carotis) einreißt oder sich ein Spalt innerhalb der Wand bildet, sodass Blut zwischen den Schichten akkumuliert und ein intramurales Hämatom oder ein falsches Lumen entsteht. Dies kann den normalen Blutfluss beeinträchtigen und thromboembolische Ereignisse auslösen.
Ursachen
Sie kann nach einem Trauma auftreten oder ohne vorangegangene Verletzung spontan entstehen; prädisponierende Faktoren können Bindegewebserkrankungen oder vaskuläre Veränderungen sein.
Klinik
Typische Beschwerden sind plötzlich auftretende, meist einseitige Kopfschmerzen oder Halsschmerzen; darüber hinaus können fokale neurologische Ausfälle und ein Horner-Syndrom beobachtet werden.
Therapiehinweis
Zur Verringerung des Schlaganfallrisikos wird häufig eine antithrombotische Behandlung eingesetzt; in ausgewählten Fällen werden endovaskuläre oder operative Verfahren erwogen.
Urolithiasis
Einordnung und Typen
Urolithiasis bezeichnet das Bilden von Harnsteinen in Niere oder Harntrakt. Häufig unterscheidet man vier typische Steintypen mit unterschiedlichen Entstehungsmechanismen:
Kalziumsteine
Die häufigste Gruppe umfasst überwiegend Calciumoxalat- und Calciumphosphatsteine. Risikofaktoren sind erhöhte Kalziumausscheidung (z. B. bei Hyperparathyreoidismus) und erhöhte Oxalatausscheidung; diätetische Oxalatquellen können die Ausscheidung begünstigen.
Harnsäuresteine
Diese Steine entstehen bevorzugt bei saurem Harnmilieu; begünstigende Faktoren sind gesteigerte Purinbildung oder -aufnahme und Stoffwechselerkrankungen, die zu Hyperurikämie führen.
Struvitsteine
Struvitsteine entwickeln sich typischerweise im Zusammenhang mit Harnwegsinfektionen durch ureasebildende Erreger (z. B. Proteus spp., gelegentlich auch andere bakterielle Keime).
Zystinsteine
Diese seltene Form beruht auf einer genetischen Stoffwechselstörung (Zystinurie), bei der vermehrt Zystin über die Niere ausgeschieden wird und sich daraus Kristalle und Steine bilden können.
Pyelonephritis
Definition
Als Pyelonephritis wird eine bakterielle Entzündung des Nierenbeckens und des Nierenparenchyms bezeichnet.
Klinische Abgrenzung
Klinisch kann eine Pyelonephritis Flankenschmerzen verursachen und damit eine Nephrolithiasis imitieren. Charakteristisch sind jedoch häufiger systemische Zeichen wie Fieber, Schüttelfrost und allgemeine Krankheitsgefühle, die bei unkomplizierten Harnsteinen seltener ausgeprägt sind.
Diagnosehinweis
Hinweise liefert der Urinbefund; eine definitive mikrobiologische Sicherung erfolgt durch Urinkultur.
Lumbalgie
Begriff und typische Präsentation
Lumbalgie bezeichnet unspezifische Schmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule, die oft belastungsabhängig sind und mit einer belastenden Tätigkeit oder Überlastung einhergehen.
Begleiterscheinungen
Manche Betroffenen berichten über ausstrahlende Schmerzen sowie sensible Auffälligkeiten wie Parästhesien oder Hypästhesien, insbesondere wenn Nervenwurzelbeteiligungen vorliegen.
Diagnostik
Die Einschätzung erfolgt primär anhand der Anamnese und der klinischen Untersuchung; bildgebende Verfahren werden gezielt bei Verdacht auf spezifische Ursachen oder bei Warnzeichen eingesetzt.
extrauterine Schwangerschaft
Bei einer Extrauteringravidität treten häufig vaginale Blutungen auf. Zudem berichten die Patientinnen über eine ausgebliebene Menstruation (Amenorrhö). Die diagnostische Abklärung erfolgt durch die Bestimmung des β-hCG im Serum und eine transvaginale Sonografie.
Die Therapie einer Extrauteringravidität richtet sich nach den Beschwerden, dem Kreislaufzustand, dem β-hCG-Verlauf und dem sonografischen Befund. e nach Befund kommen engmaschige Kontrollen, Methotrexat oder eine meist laparoskopische Operation infrage. Bei Rupturverdacht, relevanter innerer Blutung oder Kreislaufinstabilität ist eine sofortige Notfalloperation erforderlich.
Divertikulitis
Klinische Merkmale:
Typische Beschwerden sind Schmerzen im linken Unterbauch, oft begleitet von Fieber sowie Veränderungen des Stuhlgangs, etwa Verstopfung oder Durchfall.
Diagnostik:
Die Verdachtsdiagnose basiert auf Anamnese und körperlicher Untersuchung. Bildgebende Verfahren wie Abdomensonografie oder eine Computertomografie des Abdomens werden zur Bestätigung und zur Beurteilung möglicher Komplikationen eingesetzt.
Appendizitis
Klinische Merkmale:
Charakteristisch beginnt die Schmerzsymptomatik periombilical mit späterer Verlagerung in den rechten Unterbauch (McBurny-Region). Begleitbeschwerden können Übelkeit, Erbrechen und Appetitverlust sein; beim Abtasten finden sich oft Druck- und Loslassschmerz.
Diagnostik:
Die Verdachtsdiagnose ergibt sich aus Anamnese und klinischer Untersuchung. Sonografie oder CT dienen der Bestätigung und zur Abklärung möglicher Komplikationen.
Herzfrequenz
Normbereich:
Bei erwachsenen Personen im Ruhezustand wird eine Herzfrequenz von etwa 60 bis 100 Schlägen pro Minute als üblich angesehen.
Blutdruck
Blutdruckmessung
Zur Blutdruckbestimmung wird eine aufblasbare Manschette verwendet, die über eine Handpumpe oder ein integriertes Pumpensystem aufgeblasen wird. Das Manometer zeigt den Druck an; bei der manuellen Auskultation werden mit einem Stethoskop die Korotkow-Geräusche zur Bestimmung systolischer und diastolischer Werte gehört. Es gibt zudem automatische Messgeräte, die die Werte elektronisch erfassen.
Atemfrequenz
Atemfrequenz
Die Atemfrequenz bezeichnet die Anzahl der Atemzüge pro Minute in Ruhe; bei Erwachsenen liegt der normale Bereich typischerweise bei etwa 12 bis 20 Atemzügen pro Minute. Zur Messung beobachtet man die Thorax- oder Abdomenbewegungen idealerweise eine volle Minute lang.
Sauerstoffsättigung
Sauerstoffsättigung
Die Sauerstoffsättigung wird noninvasiv mit einem Pulsoxymeter am Finger, Ohrläppchen oder Zeh gemessen und gibt den Anteil des mit Sauerstoff beladenen Hämoglobins als Prozentsatz an. Messergebnisse können durch schlechten peripheren Blutfluss, Bewegung, Nagellack oder bestimmte Hämoglobinvarianten beeinflusst werden, deshalb ist die Interpretation im klinischen Kontext wichtig.
Körpertemperatur
Körpertemperatur
Die gemessene Körpertemperatur hängt vom Messort ab. Rektale Messungen gelten als annähernder Referenzwert für die Körperkerntemperatur.
Axillär: +0,5 °C dazurechnen,
Oral: also +0,3–0,5 °C dazurechnen
Rektal: gilt als Referenzwert
Stoßwellenlithotripsie
Verfahren:
Die extrakorporale Stoßwellenlithotripsie (ESWL) ist ein von außen wirkendes, nicht-invasives Verfahren zur Zertrümmerung von Nieren- und oberen Harnleitersteinen mithilfe fokussierter Stoßwellen.
Indikation und Wirkung:
Eingesetzt wird die Methode bei geeigneter Steinlokalisation und -größe, wobei die hochenergetischen Wellen die Konkremente in kleinere Fragmente aufbrechen, die danach über den Harntrakt ausgeschieden werden können.
Ablauf:
Der Patient liegt während der Behandlung auf einem Spezialtisch; die eigentliche Behandlungssitzung dauert üblicherweise im Bereich von ungefähr einer halben bis einer Stunde, kann aber variieren. Schmerzmanagement oder Sedierung erfolgen je nach Befinden und Befund.
Vorbereitung und Nachsorge:
Vorab sind nüchternes Verhalten für die Zeitspanne, die der behandelnde Arzt empfiehlt, sowie das Abwägen des Absetzens gerinnungshemmender Medikamente üblich. Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr nach dem Eingriff unterstützt die Passage der Fragmente. Weitere, individuell abgestimmte Maßnahmen entscheidet das behandelnde Team.
Ureterorenoskopie
Verfahren:
Die Ureterorenoskopie (URS) ist ein endoskopisches, minimalinvasives Verfahren zur Diagnostik und Behandlung von Erkrankungen des oberen Harntrakts, häufig zur gezielten Entfernung von Harnsteinen.
Vorgehen:
Dabei wird ein dünnes Optikinstrument über die Harnröhre und die Blase in den Harnleiter vorgeschoben, sodass Steine direkt dargestellt und gegebenenfalls fragmentiert oder geborgen werden können.
Anästhesie und Dauer:
Die Untersuchung wird in der Regel unter Regionalanästhesie oder Allgemeinanästhesie durchgeführt; die Dauer liegt typischerweise im Bereich von etwa einer halben bis anderthalb Stunden, abhängig vom Befund und dem Eingriffsspektrum.
Vorbereitung:
Vor dem Eingriff sind nüchternes Verhalten entsprechend der ärztlichen Vorgabe sowie gegebenenfalls das vorübergehende Aussetzen gerinnungshemmender Medikamente zu berücksichtigen. Konkrete Empfehlungen stellt das behandelnde Team individuell.
Patient/ inAnrede: Herr/Frau Oberarzt/Oberärztin ……….., Hiermit möchte ich Ihnen die Patientin Karin Weber vorstellen. |
Datum30/06/2025 |
| Alter 43 Jahre | Gewicht 80 kg | Größe 168 cm |
Allergien (Stichwörter)
Wespengift: Urtikaria, Dyspnoe (Anaphylaxie)
Genussmittel / Drogen (Stichwörter)
Nikotinabusus für 10 Jahre (5 Zigaretten/Tag, ca. 2,5 Packungsjahre), seit 3 Jahren rauchfrei
Alkohol: 1–2 Flaschen Bier täglich zur Schlafhilfe
Drogen: keine
Sozialanamnese (Stichwörter)
Selbstständige Konditorin, Inhaberin eines eigenen Betriebs
Lebt allein, Scheidung geplant
Zwei Kinder: Tochter (17) mit Anorexia nervosa, Sohn (8) mit ADHS
Familienanamnese (Stichwörter)
Vater: starker Raucher, pAVK → Vorfußamputation rechts (3 Zehen)
Mutter (70): altersbedingte Skoliose, konservativ behandelt, lebt im Pflegeheim; beidseitige Katarakt-OP
Bruder (51): Karotisdissektion mit 49, operativ behandelt
Medikamente (Stichwörter)
Zentrum-Multivitamin-Tabletten, 1×/Tag
Metformin 500 mg, 1×/Tag
Metamizol 500 mg bei Bedarf
Atacand® 4 mg
EpiPen
Anamnese (Vollsätze)
Die 43-jährige Patientin, Frau Weber, stellte sich mit seit etwa drei Stunden zunehmenden, kolikartigen, akuten Schmerzen in der rechten Flanke vor.
Die Schmerzen strahlen in die Vagina sowie in die rechte Inguinalregion aus.
Die Schmerzintensität wurde laut ihren Angaben mit etwa 7 von 10 eingeschätzt.
Sie hatte früher keine ähnlichen Schmerzen.
Folgendes wurde berichtet: Eine Hämaturie, Dysurie sowie Algurie in Form von Brennen. Zudem bestehen Nausea, eine einmalige Emesis mit Nahrungsresten, Pollakisurie (mit subjektiv geringer Urinmenge; fünf Miktionen seit dem Morgen), ein allgemeines Schwächegefühl sowie Hyperhidrose.
Folgende Fragen wurden verneint: Fieber, Urgenz, Inkontinenz, Tachykardie, Schwindel, Ödem
Die vegetative Anamnese ist unauffällig, mit Ausnahme einer stressbedingten Insomnie (Einschlaf- und Durchschlafstörungen) im Rahmen familiärer Belastungen durch eine bevorstehende Scheidung.
Vorerkrankungen
• Diabetes mellitus Typ 2 seit 2 Jahren, Blutzucker selbst kontrolliert (nüchtern ca. 110 mg/dl, postprandial ca. 155 mg/dl), keine bekannten Folgekomplikationen
• Arterielle Hypertonie seit 2 Jahren, unter Therapie gut eingestellt (ca. 125/85 mmHg)
• Rezidivierende Tendovaginitis rechts seit 3 Jahren (berufsbedingt, symptomatische Behandlung mit Orthese und Metamizol)
• Herpes zoster am rechten Thorax vor 6 Monaten
• Maserninfektion mit begleitender Pneumonie im Alter von 8 Jahren (2-tägige stationäre Behandlung)
Voroperationen
• Trümmerfraktur des rechten Olekranons (vor 15 Jahren, osteosynthetisch versorgt, komplikationsloser Verlauf)
• Hysterektomie wegen Uterusmyomen vor 5 Jahren (nur Uterus entfernt, Adnexe erhalten)
Gynäkologie
• Zwei spontane vaginale Geburten (vor 8 und 17 Jahren)
• Keine aktuellen gynäkologischen Beschwerden
Verdachtsdiagnose – Differentialdiagnose (Vollsätze)
Am wahrscheinlichsten liegt eine Urolithiasis vor, basierend auf dem Schmerzcharakter, der Lokalisation sowie den Begleitsymptomen. Differenzialdiagnostisch kommen eine Pyelonephritis, eine Lumbalgie in Betracht.
Weiteres Vorgehen – Therapie (Vollsätze)
Zur weiteren Abklärung sollten eine körperliche Untersuchung, laborchemische Diagnostik – insbesondere Urinstatus und Urinkultur – sowie eine Sonographie durchgeführt werden. Gleichzeitig erhält die Patientin ein Analgetikum, beispielsweise Ketorolac.
Unterschrift
Vorname Nachname
Mit freundlichen Grüßen
1. Hauptbeschwerde
1. Plötzlich aufgetretene, kolikartige Flanken-/ Rückenschmerzen mit Ausstrahlung in die Labien bei Frauen, in das Skrotum bei Männern sowie in die Inguinalregion.
2. Begleitsymptome
2. Hämaturie, Dysurie, Algurie, Nausea, Emesis, Pollakisurie, Harndrang (Urgenz), Harnstrahlabschwächung, Harnstrahlunterbrechung, Harnverhaltung
3. Wichtige Negationen
3. Fieber, neu aufgetretene Veränderung des Stuhlgangs, Pathologische vaginale Blutung, Fluor genitalis, Menstruationsstörung, Dyspnoe, Tachykardie, Schwindel, Hautveränderungen, Ödem
4. Risikofaktoren
4. Natriumreiche und eiweißreiche Kost (tierisches Protein), niedriger oder hoher Urin-pH (Diabetes mellitus, Fasten), Hyperkalziurie (z. B. bei Hyperparathyreoidismus), Hypozitraturie, Hyperoxalurie (auffallend hoher Oxalatkonsum, z. B. Rhabarber), Hyperurikosurie (Gicht), metabolisches Syndrom (z. B. Diabetes mellitus, Übergewicht).
5. Körperliche Untersuchung
5. Vitalparameter
Unfähigkeit, eine bequeme Position einzunehmen (häufig nach vorne gekrümmt), Blasenhochstand, Klopfschmerz über der Nierenloge.
Auskultation: Strömungsgeräusche bei Nierenarterienstenosen, Aneurysmen der Nierenarterien oder arteriovenösen Shunts.
6. Differentialdiagnosen
6. Urolithiasis
Pyelonephritis (bei zusätzlichem Fieber)
eine Lumbalgie (bei ausstrahlenden Schmerzen und nach körperlicher Überlastung)
extrauterine Schwangerschaft, Beckenentzündung
Schmerzen im Hypogastrium: Divertikulitis (linksseitig) bzw. eine Appendizitis (rechtsseitig)
7. Labor
Blutbild, die Elektrolyte (Natrium, Kalium), die Nierenretentionsparameter (Kreatinin, Harnstoff), das C-reaktive Protein (CRP)
Urinstatus (Leukozyturie, Hämaturie usw.)
Urinkultur
Urinabnahme: Morgenurin, Mittelstrahlurin
8. Weiteres Vorgehen
Abdomensonografie (erste Wahl): Nierensteine als helle Reflexe, erweiterte Nierenkelche (Calix renalis) oder ein dilatiertes Nierenbecken (Pelvis renalis) (Hydronephrose)
CT des Abdomens (Standardverfahren zur Detektion von Urolithiasis): hyperdense (helle) Strukturen
9. Pathobiologie
9. Kalziumsteine:
häufigste Form
Ursachen: Hyperkalziurie (z. B. Hyperparathyreoidismus), oxalatreiche Ernährung (Spinat, Rhabarber), niedriger Harn-pH (metabolische Azidose)
Harnsäuresteine (Gicht), Struvitsteine (Harnwegsinfekte; Proteus), Zystinsteine
10. Therapie
10. Analgesie: NSAR (z. B. Ketorolac, Ibuprofen)
ggf. Opioide
Obstruierender Stein: Harnleiterschienenkatheter (Double-J-Stent) oder perkutane Nephrostomie
Kleine Steine (distaler Ureter): Tamsulosin (medikamentöse Expulsionstherapie)
Interventionelle Verfahren: SWL/ URS Stoßwellenlithotripsie oder Ureterorenoskopie
11. Stellen Sie sich nun vor: Wie würden Sie typischerweise über eine Urolithiasis berichten?
11. Die Patientin stellte sich mit seit drei Stunden bestehenden, plötzlich aufgetretenen, kolikartigen Schmerzen in der rechten Flanke vor, die in die rechte Inguinalregion und in die Vagina ausstrahlen. Zudem berichtete sie über terminale Hämaturie, Dysurie/Algurie, Pollakisurie mit geringer Urinmenge, Nausea, eine Emesis, Schwächegefühl und Hyperhidrose.
Allgemeinbegriff:
1. Fieber
2. Übelkeit
3. Erbrechen
4. erschwertes / schmerzhaftes Wasserlassen
5. häufiges Wasserlassen kleiner Mengen
nächtliches Wasserlassen
Fachbegriff:
1. Pyrexie
2. Nausea
3. Emesis
4. Dysurie
5. Algurie
Allgemeinbegriff:
6. häufiges Wasserlassen kleiner Mengen
7. Unfähigkeit, die Blase zu entleeren
8. unwillkürlicher Urinverlust
9. plötzlicher, starker Harndrang mit Urinverlust
10. Urinverlust bei Belastung (z. B. Husten, Niesen, Lachen)
Fachbegriff:
6. Pollakisurie
7. Harnverhalt
8. Harninkontinenz
9. Dranginkontinenz
10. Stressinkontinenz
Allgemeinbegriff:
11. nächtliches Wasserlassen
12. unwillkürliches Einnässen im Schlaf (häufig bei Kindern)
13. schmerzhaftes, krampfartiges Wasserlassen in kleinen Portionen
Fachbegriff:
11. Nykturie
12. Enuresis nocturna
13. Strangurie
Pyelonephritis
fachleiterinfo@gmail.com
instagram.com/fachleiterinfo
Therapie
• Ambulant: z. B. Ciprofloxacin 500 mg 2× täglich für 7 Tage
• Stationär
fachleiterinfo@gmail.com
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Pyelonephritis
Aufsteigende bakterielle Infektion der Niere
Häufiger bei Frauen
Häufigster Erreger: E. coli
Symptome: Flankenschmerzen, Fieber, Dysurie, Übelkeit
Urinkultur + Antibiogramm
Nierenstein + Fieber/Schüttelfrost → komplizierte Pyelonephritis / Harnstau ausschließen
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ARZT: Guten Tag,
Mein Name ist Doktor Winkelmann.
Ich bin heute als Assistenzarzt auf der Station tätig.
Ich würde gerne ein Anamnesegespräch mit Ihnen führen.
Falls Sie etwas nicht richtig verstanden haben oder Fragen haben, lassen Sie es mich bitte wissen.
Zunächst benötige ich einige persönliche Informationen, danach können wir fortfahren.
Wie heißen Sie?
PATIENTIN: Ich heiße Karin Weber.
ARZT: Könnten Sie bitte Ihren Vornamen und Nachnamen langsam buchstabieren?
PATIENTIN: Natürlich,
mein Vorname: K, A, R, I, N
und mein Nachname: W, E, B, E, R
ARZT: Zuallererst möchte ich gern in Erfahrung bringen, ob Sie die Schmerzen beziehungsweise Beschwerden als erträglich empfinden.
PATIENTIN: Die Schmerzen sind echt heftig.
ARZT: Wir kümmern uns sofort darum und ich stelle Ihnen noch ein paar Fragen, dann können wir Ihnen was gegen die Schmerzen verschreiben.
Wie alt sind Sie, Frau Weber?
PATIENTIN: Ich bin dreiundvierzig Jahre alt.
ARZT: Wann genau sind Sie geboren?
PATIENTIN: Ich habe am fünfundzwanzigsten Juni 1978 Geburtstag.
ARZT: Wie groß sind Sie?
PATIENTIN: Ich bin eins achtundsechzig groß.
ARZT: Wie viel wiegen Sie?
PATIENTIN: Ich wiege ungefähr achtzig Kilo.
ARZT: Wie heißt Ihr Hausarzt beziehungsweise Ihre Hausärztin?
PATIENTIN: Meine Hausärztin heißt Doktor Karla Scholz.
ARZT: Wo genau tut es weh?
PATIENTIN: Ich habe Rückenschmerzen, genauer gesagt rechts unten im Rücken.
ARZT: Seit wann genau haben Sie die Schmerzen?
PATIENTIN: Schon seit ungefähr drei Stunden.
ARZT: Sind die Schmerzen dauerhaft oder treten sie phasenweise auf?
PATIENTIN: Der Schmerz ist eigentlich durchgehend da, aber er kommt in richtig starken Wellen. Es fühlt sich fast an wie Wehen… wird kurz besser und dann wieder ganz heftig.
ARZT: Begannen die Schmerzen abrupt oder entwickelten sie sich langsam?
PATIENTIN: Die Schmerzen haben plötzlich begonnen.
ARZT: Haben sich die Schmerzen im Zeitverlauf verbessert, verschlimmert oder sind sie unverändert geblieben?
PATIENTIN: Sie haben sich verschlimmert.
ARZT: Wie würden Sie die Schmerzen beschreiben?
Sind sie eher dumpf, ziehend, brennend oder krampfartig?
PATIENTIN: Der Schmerz ist dumpf und kommt in Wellen, fast wie Wehen.
ARZT: Strahlen die Schmerzen Irgendwohin aus?
PATIENTIN: Ja, die Schmerzen ziehen bis in die Schamlippen und in die rechte Leiste.
ARZT: Wie würden Sie die Intensität Ihrer Schmerzen auf einer Skala von 1 bis 10 bewerten, wobei 1 für leichte und 10 für unerträgliche Schmerzen steht?
PATIENTIN: Ich würde sagen, so 7 von 10. Ich kann mich kaum bewegen.
ARZT: Gibt es etwas, das Ihre Schmerzen lindert oder verstärkt – zum Beispiel bestimmte Bewegungen oder Haltungen, Husten, Stuhlgang oder Wasserlassen?
PATIENTIN: Ja, die Schmerzen werden stärker, wenn ich mich bewege.
In Ruhe wird es manchmal etwas besser, aber ganz weg gehen sie nicht. ich muss mich die ganze Zeit nach vorne krümmen, sonst tut es zu weh.
Beim Wasserlassen habe ich auch ein Brennen.
ARZT: Was haben Sie gemacht, als die Schmerzen zum ersten Mal auftraten?
PATIENTIN: Ich war zu Hause auf dem Sofa.
ARZT: Hatten Sie bereits solche Schmerzen?
Haben sich die Schmerzen in Dauer, Häufigkeit oder Intensität verändert?
PATIENTIN: Nein, das ist neu für mich.
Ich hatte solche Schmerzen vorher noch nie.
ARZT: Haben Sie etwas dagegen ausprobiert?
PATIENTIN: Nein, ich habe noch nichts ausprobiert.
ARZT: Haben Sie Blut oder Blutgerinnsel im Urin bemerkt?
Tritt dies zu Beginn, in der Mitte oder am Ende des Wasserlassens auf?
PATIENTIN: Ja, vor etwa zwei Stunden, als ich pinkeln war, war es am Anfang dunkel, dann wurde es wieder heller und am Ende ganz normal.
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ARZT: Hat sich Ihr Urinverhalten verändert?
Müssen Sie häufiger oder seltener zur Toilette?
Und kommt dabei mehr oder weniger als gewöhnlich?
PATIENTIN: Ja, ich muss öfter aufs Klo als sonst, aber es kommt meistens nur ein bisschen.
ARZT: Was meinen Sie mit ‚öfter‘?
PATIENTIN: Seit heute Morgen war ich schon fünfmal auf der Toilette.
ARZT: Haben Sie plötzlichen, starken Harndrang?
PATIENTIN: Nein, ich habe keinen plötzlichen oder starken Harndrang.
ARZT: Haben Sie manchmal ungewollt Urin verloren – also zum Beispiel beim Husten oder ganz plötzlich?
PATIENTIN: Nein, das ist bisher nicht passiert.
Ich verliere keinen Urin – auch nicht beim Husten oder so.
ARZT: Haben Sie Schwierigkeiten, mit dem Wasserlassen zu beginnen?
PATIENTIN: Das Wasserlassen beginnt ganz normal.
ARZT: Ist der Harnstrahl schwach oder unterbrochen?
PATIENTIN: Der Harnstrahl ist weder schwach noch unterbrochen.
ARZT: Ist Ihnen irgendwas aufgefallen – zum Beispiel ein ungewöhnlicher Geruch?
PATIENTIN: Nein, gar nichts.
ARZT: Haben Sie Veränderungen im Stuhl bemerkt? zum Beispiel Durchfall, Verstopfung, blutiger oder schleimiger Stuhl?
PATIENTIN: Nein, da ist alles normal.
ARZT: Haben Sie Übelkeit?
PATIENTIN: Ja, mir ist übel.
Meine Nachbarin hat mir zwar empfohlen, viel Wasser zu trinken, aber ich schaffe das nicht.
ARZT: Haben Sie sich erbrochen?
Wie oft?
PATIENTIN: Ja, ich habe mich einmal erbrochen.
ARZT: Was haben Sie erbrochen – zum Beispiel Essensreste?
PATIENTIN: es waren überwiegend Essensreste und etwas Magensäure.
ARZT: Wann genau haben Sie sich übergeben?
PATIENTIN: Vor ungefähr einer Stunde.
ARZT: Ist Ihnen irgendwas Ungewöhnliches aufgefallen – zum Beispiel Blutungen oder Ausfluss aus dem Intimbereich?
PATIENTIN: Nein, das war nicht der Fall.
Ich habe keine Blutungen außerhalb der Regel und auch keinen ungewöhnlichen Ausfluss bemerkt.
ARZT: Wann hatten Sie das letzte Mal Ihre Tage?
PATIENTIN: Ich hatte vor etwa fünf Jahren ungewöhnliche Blutungen und Schmerzen im Beckenbereich. Es stellte sich heraus, dass die Ursache gutartige Muskelknoten, sogenannte Myome, waren. Deshalb wurde mir die Gebärmutter entfernt.
ARZT: Haben Sie irgendwelche bekannten Allergien, zum Beispiel gegen Schmerzmittel?
PATIENTIN: Nein, gar keine.
ARZT: Haben Sie Herzprobleme, Nierenprobleme oder andere Erkrankungen?
PATIENTIN: Nein, soweit ich weiß, habe ich da keine Probleme.
ARZT: Alles klar, dann bekommen Sie jetzt eine Spritze mit einem Schmerzmittel namens Ketorolac. Damit sollten die Schmerzen bald nachlassen.
PATIENTIN: Danke, das wäre gut.
ARZT: Wie fühlen Sie sich?
PATIENTIN: Ich fühle mich etwas schwach, aber ansonsten geht es mir gut.
ARZT: Haben Sie Durst?
PATIENTIN: Ein bisschen, aber ich kann wegen der Übelkeit kaum noch etwas trinken oder essen.
ARZT: Haben Sie Schwindel, Herzrasen, Herzklopfen oder Atemnot?
PATIENTIN: Nein, solche Beschwerden habe ich nicht.
ARZT: Wurde Ihnen schwarz vor Augen?
PATIENTIN: Nein, das ist nicht vorgekommen.
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ARZT: Schwitzen Sie mehr als gewöhnlich?
PATIENTIN: Ja, vor allem in Ruhe oder ohne körperliche Anstrengung schwitze ich mehr.
ARZT: Haben Sie eine Schwellung bemerkt?
PATIENTIN: Nichts Besonderes.
ARZT: Wie sind Sie ins Krankenhaus gekommen?
PATIENTIN: Mein Bruder hat mich hergebracht.
ARZT: Haben Sie Fieber, Schüttelfrost oder Schweißausbrüche?
PATIENTIN: Nein, gar nichts davon.
ARZT: Wie ist Ihr Appetit?
PATIENTIN: Ich esse gerne alles.
ARZT: Haben Sie in letzter Zeit ungewollt abgenommen oder zugenommen?
PATIENTIN: Nein, nicht wirklich. Aber ehrlich gesagt überlege ich, ein paar Kilo abzunehmen. Wie kann ich das schaffen?
ARZT: Am wichtigsten ist der Lebensstil – also Ernährung und Bewegung.
Bei der Ernährung sollten Sie möglichst frisch kochen, viel Gemüse, Obst und Vollkornprodukte essen und stark verarbeitete Lebensmittel, Zucker und fettiges Essen vermeiden.
Und Bewegung ist genauso wichtig – am besten mindestens dreimal pro Woche etwa 30 Minuten aktiv sein, zum Beispiel spazieren, Rad fahren oder schwimmen.
Haben Sie Schwierigkeiten beim Einschlafen oder Durchschlafen?
PATIENTIN: Ja, ich habe sowohl beim Einschlafen als auch beim Durchschlafen Probleme.
ARZT: Aus welchem Grund leiden Sie darunter?
Seit wann?
PATIENTIN: Ich habe viel Stress.
Ich lebe seit sechs Monaten allein und getrennt von meiner Familie.
Wir planen, uns in den nächsten Monaten offiziell scheiden zu lassen.
Ich mache mir viele Gedanken.
ARZT: Das klingt wirklich belastend. Kein Wunder, dass Sie schlecht schlafen.
Was haben Sie dagegen unternommen?
PATIENTIN: Ich trinke abends ein bis zwei Gläser Bier, damit ich besser schlafen kann.
ARZT: Zwar wirkt Alkohol zunächst beruhigend, stellt jedoch keine geeignete Option dar, da er sowohl gesundheitsschädlich ist als auch ein hohes Abhängigkeitspotenzial birgt.
Gerne können wir in einem Gespräch näher darauf eingehen – ich stehe Ihnen jederzeit zur Verfügung.
PATIENTIN: Vielen Dank Herr Doktor.
ARZT: Wie oft wachen Sie nachts auf?
Wie lange dauert es, einzuschlafen?
PATIENTIN: In der Regel wache ich zwei- bis dreimal pro Nacht auf.
Unter der Woche kommt es manchmal vor, dass ich nur einmal bis zweimal aufwache.
Das Einschlafen dauert oft zwei bis drei Stunden – deshalb fühle ich mich morgens auch müde und nicht erholt.
ARZT: Leiden Sie an chronischen Erkrankungen wie zum Beispiel Bluthochdruck, Zuckerkrankheit oder erhöhte Blutfettwerte?
PATIENTIN: Seit 2 Jahren leide ich an Bluthochdruck sowie Zuckerkrankheit.
ARZT: Wie wurde die Diagnose gestellt?
PATIENTIN: Die Diagnose wurde bei einer Vorsorgeuntersuchung bei meiner Hausärztin gestellt. Nach drei Messungen in der Praxis hat sie gesagt, dass ich Bluthochdruck habe. Die Werte waren damals etwa 140 zu 90.
ARZT: Messen Sie Ihren Blutdruck und Blutzucker auch zu Hause?
Wie hoch sind die Werte?
PATIENTIN: Ja, ich messe meinen Blutdruck und Blutzucker regelmäßig zu Hause.
Mein Blutdruck liegt meistens so bei 125 zu 85 Millimeter Quecksilbersäule.
Beim Blutzucker ist er nüchtern ungefähr bei 110, und nach dem Essen so um die 155.
ARZT: Liegen bei Ihnen Komplikationen wie Nierenschäden, Sehstörungen oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen – zum Beispiel ein Schlaganfall oder die sogenannte Schaufensterkrankheit – vor?
PATIENTIN: Nein, bisher nicht.
ARZT: Waren Sie schon einmal aufgrund zu hoher oder zu niedriger Blutzuckerwerte oder Blutdruckwerte im Krankenhaus?
PATIENTIN: Nein, deswegen war ich noch nicht im Krankenhaus.
ARZT: Nehmen Sie dagegen regelmäßig Medikamente?
PATIENTIN: Ja, ich nehme Atacand für den Blutdruck und Metformin wegen meines Blutzuckers.
ARZT: In welcher Dosierung und wie oft nehmen Sie das?
PATIENTIN: Auf der Packung steht Atacand 4 und Metformin 500. Ich nehme Atacand einmal täglich morgens und Metformin zweimal am Tag.
ARZT: Wann haben Sie zuletzt einen Augenarzt aufgesucht?
PATIENTIN: Noch nie.
Warum ist das eigentlich wichtig?
ARZT: Das ist eine wichtige Frage – zum Beispiel können hoher Blutdruck oder Diabetes die Augen schädigen, oft ohne dass man es gleich merkt.
Ein Augenarzt kann frühzeitig Veränderungen an der Netzhaut erkennen, bevor es zu bleibenden Schäden kommt.
Deshalb empfehlen wir regelmäßige Kontrollen, auch wenn Sie keine Beschwerden haben.
Gibt es sonst noch etwas, das ich wissen sollte?
PATIENTIN: Ich habe regelmäßig seit 3 Jahren Probleme mit meinem rechten Handgelenk – da kommt die Sehnenscheidenentzündung immer wieder.
ARZT: Wie häufig tritt die Sehnenscheidenentzündung auf?
Gibt es einen bestimmten Auslöser?
PATIENTIN: Die Beschwerden treten ungefähr alle drei Monate auf.
Ich arbeite als Konditorin und vermute, dass das viele Heben von schweren Blechen das Ganze immer wieder auslöst.
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ARZT: Welche Behandlungen wurden bisher durchgeführt?
PATIENTIN: Ich habe bisher Schmerzmittel beziehungsweise Novalgin genommen und eine Schiene getragen.
ARZT: In welcher Dosierung nehmen Sie das Novalgin?
Und wie oft am Tag?
PATIENTIN: Ich nehme 500, meistens einmal bis dreimal am Tag – je nachdem, wie stark die Schmerzen sind.
ARZT: Hatten Sie bisher unangenehme oder schwere Nebenwirkungen?
PATIENTIN: Nichts Auffälliges.
ARZT: Haben Sie weitere Erkrankungen oder Vorerkrankungen?
PATIENTIN: Vor etwa sechs Monaten hatte ich eine Gürtelrose – damit fing alles an.
Schon davor hatte ich Stress wegen familiärer Angelegenheiten.
Zunächst verspürte ich ein brennendes, pilzartiges Gefühl auf der Haut, und kurz darauf traten die Ausschläge auf.
ARZT: Wo genau befindet sie sich?
PATIENTIN: An der rechten Seite vom Brustkorb.
ARZT: Wie wurde die Gürtelrose behandelt?
PATIENTIN: Ich habe ein Medikament dagegen bekommen, aber ich erinnere mich nicht mehr an den Namen.
ARZT: War es wahrscheinlich Aciclovir oder Valaciclovir?
PATIENTIN: Ja, ich glaube, es war Aciclovir.
ARZT: Hatten Sie schon einmal einen Unfall?
PATIENTIN: Ja, vor etwa 15 Jahren hatte ich einen Unfall – ich hatte mir den Ellenbogen so schlimm gebrochen, dass es eine Trümmerfraktur war.
ARZT: Wie ist der Unfall damals passiert?
PATIENTIN: Beim Handballspielen – ich bin unglücklich gestürzt und habe mir dabei den Ellenbogen schwer verletzt.
ARZT: Welche Behandlungen haben Sie damals bekommen?
PATIENTIN: Ich wurde damals operiert – der Ellenbogen musste mit Platten und Schrauben stabilisiert werden.
Danach hatte ich für mehrere Wochen eine Schiene und musste zur Physiotherapie.
ARZT: Wann wurden die Schrauben entfernt?
PATIENTIN: Die Schrauben wurden etwa ein Jahr nach der Operation entfernt, als der Knochen gut verheilt war.
ARZT: Ist die operation komplikationslos verlaufen?
Haben sie jetzt Probleme damit?
PATIENTIN: Ja, die Operation ist gut verlaufen.
Und nein, ich habe jetzt keine Probleme mehr damit.
ARZT: Nehmen Sie sonst noch irgendwelche Medikamente ein?
PATIENTIN: Ja, ich nehme täglich eine Multivitamin-Tablette – sie heißt Zentrum.
ARZT: Haben Sie ein Rezept für Ihre Medikamente?
PATIENTIN: Ja, habe ich.
ARZT: Hatten Sie Schwangerschaften? Waren die Geburten natürlich oder per Kaiserschnitt?
PATIENTIN: Ja, zwei. Alle Geburten waren natürlich.
ARZT: Hatten Sie Probleme während Ihrer Schwangerschaft?
PATIENTIN: Nein, ich hatte keine Probleme.
ARZT: Wann haben Sie zuletzt einen Frauenarzt konsultiert?
PATIENTIN: Ich habe zuletzt vor zwei Jahren einen Frauenarzt aufgesucht, bei dem kein auffälliger Befund festgestellt wurde.
ARZT: Sind Sie vollständig geimpft, also haben Sie alle Impfungen seit Ihrer Kindheit erhalten?
PATIENTIN: Leider nicht – ich weiß es auch nicht ganz genau.
Meine Eltern waren damals gegen Impfungen.
Ich habe zum Beispiel keine Masern-Impfung bekommen und hatte dann eine schwere Masernerkrankung mit Lungenentzündung.
Aber gegen COVID bin ich vollständig geimpft.
ARZT: Wie wurde das damals behandelt?
PATIENTIN: Das war schon lange her – ich kann mich nicht mehr genau daran erinnern.
Ich weiß nur, dass ich zwei Tage im Krankenhaus war.
ARZT: Wann genau war das?
PATIENTIN: Das war, als ich 4 oder 5 Jahre alt war.
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ARZT: Haben Sie bekannte Allergien, zum Beispiel gegen Lebensmittel, Medikamente, Tiere oder andere Substanzen?
PATIENTIN: Ich hatte einmal eine starke allergische Reaktion nach einem Wespenstich. Das war das erste Mal, im Englischen Garten – dort hat alles angefangen.
ARZT: Was meinen Sie mit ‚stark‘?
PATIENTIN: Ich bekomme dann einen juckenden Ausschlag am ganzen Körper und Atemnot.
Deshalb trage ich immer einen Epipen bei mir – für den Fall, dass es wieder passiert.
ARZT: Rauchen Sie?
Wie viele Zigaretten rauchen Sie täglich und seit wann?
PATIENTIN: Ich habe vor 3 Jahren aufgehört.
Davor habe ich etwa 10 Jahre lang geraucht – ungefähr 5 Zigaretten pro Tag.
ARZT: Es ist großartig, dass Sie sich entschieden haben, mit dem Rauchen aufzuhören.
Könnten Sie mir erzählen, was Sie dazu motiviert hat?
PATIENTIN: Ich habe damals mit dem Rauchen aufgehört, weil mein Vater deswegen eine Amputation am Vorderfuß hatte.
Er hat fast 2 Schachtel täglich geraucht.
ARZT: Welche Zehen wurden amputiert?
PATIENTIN: Die drei vorderen Zehen am rechten Fuß.
ARZT: Haben Sie Heiserkeit oder besonders nachts Husten?
PATIENTIN: Nein
ARZT: Kam es schon einmal vor, dass Sie aufgrund übermäßigen Alkoholkonsums Symptome einer Vergiftung hatten?
PATIENTIN: Nein, das ist bisher nie vorgekommen.
ARZT: Darf ich Sie fragen, ob Sie schon einmal Drogen konsumiert haben?
PATIENTIN: Niemals
ARZT: Treiben Sie regelmäßig Sport?
Welche Art und wie häufig?
PATIENTIN: Ich mache regelmäßig Sport, hauptsächlich gehe ich joggen.
ARZT: Arbeiten Sie als Selbstständiger oder sind Sie angestellt?
PATIENTIN: Der Laden gehört mir.
ARZT: Wie viele Kinder haben Sie?
PATIENTIN: Ich habe 2 Kinder.
ARZT: Sind sie Mädchen oder Jungen?
Wie alt sind sie?
PATIENTIN: Ich habe eine Tochter – 17 Jahre alt – und einen Sohn, der ist 8.
ARZT: Sind Ihre Kinder gesund?
PATIENTIN: Mein Sohn hatte laut seinem Lehrer Probleme in der Schule – er konnte sich nicht richtig konzentrieren und war ständig in Bewegung.
Deshalb hat der Kinderarzt ihm ein Medikament verschrieben.
Meine Tochter isst kaum noch etwas – sie sagt ständig, sie sei zu dick, obwohl sie schon total dünn ist.
ARZT: Wie heißt das Medikament, das Ihr Sohn bekommen hat?
PATIENTIN: Es heißt Methylphenidat.
ARZT: Zeigt Ihr Sohn denn schon eine Besserung?
PATIENTIN: Ja, er hat sich sichtbar verbessert.
ARZT: War Ihre Tochter deswegen schon einmal beim Arzt?
PATIENTIN: Ja, aber sie bleibt trotzdem bei ihrer Meinung.
ARZT: Verstehe. In der Regel sind Jugendliche sensibler, daher sollte man besonders vorsichtig mit dem Thema umgehen.
Wir können am Ende gern noch ausführlicher darüber sprechen.
PATIENTIN: Vielen Dank Herr Doktor.
ARZT: Gibt es in Ihrer Familie wichtige Erkrankungen, beispielsweise bei Ihren Eltern, Geschwistern oder anderen nahen Verwandten?
PATIENTIN: Meine Mutter ist 70 Jahre alt.
Sie hat einen krummen Rücken – laut Arzt ist das altersbedingt.
Die Behandlung erfolgte mit einem Korsett und Krankengymnastik.
Inzwischen lebt sie in einem Pflegeheim.
Außerdem litt sie an beidseitigem grauen Star und wurde an beiden Augen operiert.
sie sah alles wie durch einen Schleier.
Mein Bruder ist 51. Vor zwei Jahren – also mit 49 – wurde er operiert.
ARZT: Warum wurde er operiert?
PATIENTIN: Er hatte einen Riss in einer Halsarterie auf der rechten Seite. Die Schmerzen waren stechend und ziehend und zogen vom Hals bis in den Kopf.
ARZT: Haben Sie in letzter Zeit eine Reise gemacht?
PATIENTIN: Ich bin vor drei Monaten nach Italien gereist.
ARZT: Haben Sie Haustiere?
PATIENTIN: Ich habe keine Haustiere.
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ARZT: Wir sind mit der Anamnese fertig.
Zuerst würde ich gern wissen: Wie gut hat das Schmerzmittel gewirkt?
PATIENTIN: Jetzt geht’s mir deutlich besser. Der Schmerz ist nicht ganz weg, aber viel erträglicher.
ARZT: Haben Sie noch Fragen?
PATIENTIN: Könnten Sie mir bitte erklären, was mit mir los ist?
Und muss ich im Krankenhaus bleiben?
ARZT: Um eine genaue Diagnose stellen zu können, müssen wir noch weitere Untersuchungen durchführen – darunter eine körperliche Untersuchung und Laboruntersuchungen.
Ihre bisherigen Beschwerden deuten allerdings auf Nierensteine hin.
Sobald die Ergebnisse vorliegen, können wir genauer sagen, ob ein stationärer Aufenthalt notwendig ist.
Bis dahin ist es am besten, wenn Sie zunächst im Krankenhaus bleiben, damit wir Sie engmaschig überwachen können.
Anschließend besprechen wir gemeinsam das weitere Vorgehen und mögliche Behandlungsschritte.




