Begrüßung
Guten Tag, sehr geehrter Herr Professor Doktor …,
ich möchte Ihnen nun die Patientin Susanne Holst vorstellen.
Sie ist 37 Jahre alt, ein Meter sechsundsiebzig groß und wiegt etwa 71 kg. Der Body-Mass-Index (BMI) beträgt 22,9 und liegt damit im Normbereich.
Aktuelle Anamnese
Die Patientin stellte sich bei uns vor wegen seit gestern bestehender, langsam aufgetretener, pulsierender linksseitiger Cephalgien. Die Schmerzen sind nach eigenen Angaben in der Regio temporalis und retroorbital lokalisiert und haben sich verstärkt.
Die Schmerzintensität hat sie mit 7 von 10 angegeben.
Sie gab an, die Einnahme von 1000 mg Paracetamol sowie 400 mg Ibuprofen habe keine Besserung gebracht.
Außerdem sind der Patientin folgende Begleitsymptome aufgefallen: Photophobie, Phonophobie, Nausea sowie zwei Episoden von Emesis mit Nahrungsresten, Tachykardie, Schwindel und Parästhesien an den Fingerspitzen der linken Hand (vor und während der Attacke).
Als Aura hat sie über Lichtblitze im linken Gesichtsfeld berichtet, die etwa 20 Minuten vor Beginn der Cephalgie aufgetreten seien.
Folgende klinische Zeichen sind nicht festgestellt worden: Pyrexie, Bewusstseinsstörungen, Sprachstörungen, Paresen, epileptische Anfälle, Thoraxschmerzen, Dyspnoe, Schädel-Hirn-Trauma, Unruhe, Palpitationen, Lakrimation, Rhinorrhoe, Hyperhidrosis im Gesicht, Druckgefühl oder Schmerzen beim Drücken über der Kieferhöhle bzw. Stirnhöhle.
Sie gab an, seit 10 Jahren ähnliche, jedoch mildere Kopfschmerzen ohne Erbrechen zu haben.
Sie erzählte, die Kopfschmerzen hätten nach längerer Gartenarbeit in gebückter Haltung beim Einpflanzen von Blumenzwiebeln und gleichzeitigem warmem, trockenem Föhnwetter begonnen.
Die vegetative Anamnese
In der vegetativen Anamnese zeigten sich eine Insomnie in Form von Einschlafstörungen aufgrund der Kopfschmerzen sowie gelegentliche Schlafstörungen infolge nächtlicher Hustenepisoden bei bekanntem Asthma bronchiale.
Vorerkrankungen
An Vorerkrankungen sind bei ihr die folgenden bekannt:
Ein Asthma bronchiale, an dem sie seit der Schulzeit leide. Zu den auslösenden Faktoren zählten Gräserpollen, insbesondere in den Frühjahrs- und Sommermonaten.
Gelegentlich leide sie an Herpes labialis an der Unterlippe, der typischerweise in Phasen von Stress oder bei Fieber auftrete.
Die Patientin erleidet seit etwa vier Jahren einen zervikalen Diskusprolaps auf Höhe zwischen dem fünften und sechsten Halswirbel. Gelegentlich habe sie seither Zervikalgien, die in die rechte Schulter ausstrahlen.
Außerdem hatte sie vor etwa fünf Jahren infolge eines Autounfalls eine Rippenkontusion rechts, welche konservativ behandelt worden ist. (Sie berichtete, sie habe als Beifahrerin im Fahrzeug ihrer Mutter gesessen, welche aufgrund einer plötzlich auftauchenden Radfahrerin stark habe bremsen müssen.)
Voroperationen
In der Anamnese der Patientin finden sich folgende Voroperationen:
Vor etwa 20 Jahren wurde bei ihr aufgrund einer perforierten Appendizitis mit nachfolgender Peritonitis eine Appendektomie durchgeführt.
Zudem hat sie sich vor 10 Jahren aufgrund einer Ovarialzyste einer Ovarektomie rechts unterzogen.
Beide Eingriffe erfolgten laparoskopisch.
Gynäkologie
Die Patientin gab an, einen regelmäßigen Zyklus (alle 30 Tage) zu haben; die letzte Menstruation sei vor einer Woche aufgetreten.
Aktuell hat sie keine gynäkologischen Beschwerden.
Die letzte Vorsorgeuntersuchung sei vor einem Jahr erfolgt und unauffällig gewesen.
Medikamente
Derzeit nimmt die Patientin laut eigenen Angaben folgende Medikamente ein:
Ibuprofen 400 mg bei Bedarf
Außerdem verwendet sie bei Bedarf:
• Aciclovir-Salbe
• Salbutamol
• ein Pflaster gegen Zervikalgien
Allergien
Die Patientin hat folgende Allergien und Unverträglichkeiten angegeben:
Haselnüsse und Walnüsse mit Meteorismus
Fruktoseintoleranz gegenüber Weintrauben und reifen Birnen, mit abdominellen Schmerzen und Diarrhö
Nickelallergie mit Erythem und Pruritus
Noxen
In der Noxenanamnese gab die Patientin an, seit 10 Jahren Nichtraucherin zu sein, zuvor jedoch über einen Zeitraum von drei Jahren täglich etwa 10 Zigaretten geraucht zu haben, entsprechend 1,5 Packungsjahren.
Außerdem trinke sie gelegentlich Wein, einen Drogenkonsum hat sie verneint.
Sozialanamnese
In der Sozialanamnese teilte die Patientin mit, sie sei als Moderatorin beim ZDF tätig. Sie sei verheiratet und lebe mit ihrem Ehemann zusammen; Sie habe keine Kinder.
Familienanamnese
Bei ihrem Vater im Alter von 70 Jahren wurde ein Hirntumor diagnostiziert, an dem er neun Monate später verstorben sei.
Ihre Mutter hat im Alter von 60 Jahren aufgrund einer fortgeschrittenen Arthrose eine Hüft-Totalendoprothese rechts erhalten.
Zudem leide eine Tante der Patientin an Migräne.
Verdachts- und Differentialdiagnose
Die anamnestischen Angaben – einschließlich Aura, Charakter, Dauer und Lokalisation der Schmerzen – sprechen am ehesten für eine Migräne mit Aura.
Bei Clusterkopfschmerz sind autonome Begleitsymptome (Horner-Syndrom, Tränenfluss, Rhinorrhö) zu erwarten.
Das Fehlen von Fieber und Nackensteifigkeit spricht gegen eine Meningitis.
Das Fehlen von Fieber sowie von Schmerzen im Bereich der Nasennebenhöhlen spricht gegen eine Sinusitis.
Bei einer Subarachnoidalblutung erwarten wir einen akut einsetzenden, innerhalb kürzester Zeit maximalen Kopfschmerz („thunderclap headache“).
Tumoren zeigen typischerweise einen chronisch progredienten Verlauf, wobei sich die Kopfschmerzen bei Valsalva-Manöver verschlechtern können und ggf. von neurologischen Ausfällen begleitet werden.
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Spannungskopfschmerz |
Migräne |
Cluster |
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Lokalisation |
bilateral: frontal/ okzipital |
unilateral: temporofrontal |
unilateral: retroorbitalem Punctum |
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Charakter |
drückend/ dumpf |
pochend/ pulsierend |
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Intensität |
leicht bis mittel |
schwer |
extrem stark |
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Begleitsymptome |
Aura, Übelkeit, Emesis, Photophobie, Phonophobie |
Ptosis, Miosis, Rhinorrhoe, Lidödem, Lakrimation |
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Dauer |
Stunden bis Tage |
Stunden bis Tage |
Minuten bis Stunden |
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Verbesserung durch Aktivität |
+ |
– |
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Epidemiologie |
Männer = Frauen |
Männer < Frauen |
Männer > Frauen |
Diagnostische Abklärung
körperliche Untersuchung
Da unter Selbstmedikation keine Besserung eintrat und zudem Übelkeit sowie zwei Episoden von Erbrechen bestanden, bei denen eine orale Medikamentenaufnahme nicht möglich ist, wurde die Patientin stationär aufgenommen.
(Eine unklare Ursache (Beispielsweise bei pathologischen neurologischen Befunden) spricht klar für eine stationäre Abklärung – insbesondere zum Ausschluss sekundärer Kopfschmerzursachen.)
Nach der Anamnese erfolgt eine ausführliche körperliche Untersuchung. Diese beginnt mit der Erhebung der Vitalparameter, einschließlich Herzfrequenz, Blutdruck, Atemfrequenz, Sauerstoffsättigung und Körpertemperatur.
Im Anschluss erfolgt eine gezielte körperliche Untersuchung, beginnend mit der Inspektion. Der Patient kann müde, blass oder gestresst erscheinen. Die Palpation des Kopfes und der Halsregion ist in der Regel unauffällig – mit Ausnahme bei Verdacht auf eine Riesenzellarteriitis, bei der eine Druckdolenz der Schläfenarterien vorliegen kann. Die Perkussion hat in diesem Zusammenhang keinen unmittelbaren diagnostischen Wert. Eine Auskultation ist zur Diagnostik der Migräne nicht erforderlich, kann jedoch ergänzend zur Beurteilung des Herz-Kreislauf-Status erfolgen.
Beurteilen Sie neurologische Auffälligkeiten: Ein fokal neurologisches Defizit könnte auf einen Schlaganfall oder eine ZNS-Läsion hinweisen.
Es sollte sich eine neurologische Untersuchung anschließen, insbesondere zur Beurteilung der Hirnnervenfunktion (Pupillenreaktion, Augenbewegungen, Fazialismotorik), Sensibilität (z. B. durch Berührungs- oder Druckreize) sowie der Motorik (Kraft, Muskeltonus, aktive und passive Beweglichkeit, Koordination, Reflexe). Eine Fundoskopie ist essenziell, um ein mögliches Papillenödem auszuschließen.
Hirnnervenfunktion Im Einzelnen:
N. olfactorius (I): Riechnerv
N. opticus (II): Sehnerv
N. oculomotorius (III), N. trochlearis (IV), N. abducens (VI): Augenbewegungsnerven
N. trigeminus (V): Gesichtssensibilität und Kaumuskulatur
N. facialis (VII): Gesichtsmuskulatur, Geschmack
N. vestibulocochlearis (VIII): Hören und Gleichgewicht
N. glossopharyngeus (IX): Geschmack, Schluckreflex
N. vagus (X): Parasympathische Innervation der Eingeweide
N. accessorius (XI): Schulter- und Nackenmuskulatur
N. hypoglossus (XII): Zungenbewegung
Auch eine ZNS-Infektion (z. B. Meningitis/Enzephalitis) kann Krampfanfälle auslösen und muss bei Fieber, Meningismus oder Bewusstseinseintrübung in Betracht gezogen werden.
Laboruntersuchungen
Wenn der Kopfschmerz klinisch typisch für eine Migräne ist und der neurologische Befund unauffällig bleibt, sind keine weiteren diagnostischen Maßnahmen erforderlich.
Bei Verdacht auf eine Meningitis sollte zusätzlich eine Liquoruntersuchung durchgeführt werden, um die diagnose zu bestätigen.
Weitere Untersuchungen
Bildgebende Verfahren sind insbesondere dann erforderlich, wenn bestimmte Warnzeichen vorliegen – zum Beispiel ein plötzlich und abrupt einsetzender Kopfschmerz („Donnerschlagkopfschmerz“) innerhalb von Sekunden, neu aufgetretener Kopfschmerz bei Patienten über 50 Jahren, ein Papillenödem oder Kopfschmerzen, die durch Husten, Niesen oder das Valsalva-Manöver verstärkt werden.
Computertomografie
Die Computertomographie (CT) ist ein bildgebendes Verfahren, das mithilfe von Röntgenstrahlen detaillierte Schnittbilder der inneren Organe erstellt. Dabei wird der Patient in einen röhrenförmigen Scanner geschoben und muss während der Untersuchung still liegen. Manchmal wird ein Kontrastmittel verabreicht, um eine genauere Darstellung zu ermöglichen. Die Untersuchung ist schmerzfrei und dauert nur wenige Minuten. Vor der Untersuchung mit Kontrastmittel ist es wichtig, dass Sie ausreichend Flüssigkeit trinken. Zudem sollten wir die Nierenfunktion bestimmen lassen. Bestimmte Medikamente wie Metformin sollten vorher pausiert werden – das klären wir mit Ihnen. In seltenen Fällen kann es zu einer allergischen Reaktion auf das Kontrastmittel kommen, aber keine Sorge: Wir sind darauf vorbereitet und haben alle notwendigen Medikamente und Maßnahmen vor Ort.
Intrazerebrale Hämorrhagien stellen sich im kranialen CT als hyperdense Areale dar, also als helle (weiße) Flecken. Im Gegensatz dazu erscheinen ischämische Infarkte bei einem Apoplex im CT in der Regel hypodens, also als dunkle (graue bis schwarze) Areale.
MRT (Magnetresonanztomographie)
Ein MRT ist ein bildgebendes Verfahren, das mithilfe von Magnetfeldern und Radiowellen detaillierte Bilder von Organen, Geweben und Strukturen im Körper erstellt. Der Patient muss zunächst Schmuck und andere metallische Gegenstände entfernen und wird dann in einen röhrenförmigen Scanner geschoben. Zudem muss der Patient vor der Untersuchung über eventuelle Implantate oder einen Herzschrittmacher informieren. Während der Untersuchung, die etwa 20–60 Minuten dauert, muss er still liegen. In einigen Fällen kann Kontrastmittel verabreicht werden, um bestimmte Strukturen besser darzustellen. Bei der Gabe von Kontrastmittel besteht das Risiko allergischer Reaktionen oder einer Kontrastmittel-induzierten Niereninsuffizienz.
Im MRT lassen sich intrakranielle Raumforderungen, wie zum Beispiel Tumoren oder Metastasen, detailliert darstellen.
Das MRT ist in akuten Notfallsituationen nicht unbedingt die erste Wahl, da es zeitaufwändiger und nicht überall sofort verfügbar ist; in der Regel wird zunächst ein kraniales CT durchgeführt.
Konsile
Neurologie
Behandlung
Akutmanagement eines epileptischen Anfalls in der Notaufnahme
1. Triggervermeidung (z. B. Stress, Schlafmangel, Alkohol usw.)
2. Bei leichten bis mittelschweren Anfälle:
• Acetaminophen 500 mg
• Ibuprofen 200 mg
• Naproxen 250 mg
3. Bei schweren Attacken:
• Sumatriptan (subkutan 4mg, Filmtabletten 50mg, Nasenspray 20 mg)
• Ergotamin-Derivaten
(Analgetika sollten nicht übermäßig eingenommen werden, da dies Häufigkeit, Intensität und Dauer der Attacken verstärken kann).
4. Behandlung von Übelkeit:
• Ondansetron (Zofran®)
• Tabletten (4 mg, 8 mg), Schmelztabletten, Injektionslösung (i. v. oder i. m.)
• Metoclopramid (Paspertin®)
Anfallsprophylaxe
Patienten, die an 6 oder mehr Kopfschmerztagen pro Monat leiden, werden als Kandidaten für eine prophylaktische Behandlung angesehen.
(Die absolute Anzahl der Kopfschmerztage pro Monat ist nur ein Parameter zur Beurteilung. Ebenso wichtig ist es, den Einfluss auf die Alltagsfunktion der Patientin bzw. des Patienten zu erfassen.)
1. Antiepileptika:
• Convulex (Valproinsäure)
• Initialdosis: 300–600 mg/Tag
• Zieldosis: 1000–2000 mg/Tag
• Dosissteigerung: schrittweise Titration je nach Verträglichkeit und Wirkung
• Nebenwirkungen: Gewichtszunahme, Tremor, Müdigkeit, Übelkeit, Haarausfall, Leberfunktionsstörungen, Thrombozytopenie
• Schwangerschaft: kontraindiziert wegen hohem teratogenem Risiko (u. a. Neuralrohrdefekte, Entwicklungsstörungen)
• Topamax (Topiramate)
• Initialdosis: 25 mg 1× täglich
• Zieldosis: 100–200 mg/Tag
• Dosissteigerung: wöchentliche Titration (25 mg)
• Nebenwirkungen: Parästhesien, Müdigkeit, Gewichtsverlust, Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen, Kognitive Beeinträchtigungen
• Schwangerschaft: FDA-Kategorie D → kontraindiziert wegen teratogenem Risiko
2. Antidepressiva
• Amitriptylin
• Initialdosis: 10–25 mg abends
• Zieldosis: 50–150 mg/Tag
• Dosissteigerung: langsame Titration je nach Verträglichkeit
• Nebenwirkungen: Müdigkeit, Mundtrockenheit, Gewichtszunahme, Obstipation, Schwindel, QT-Zeit-Verlängerung
• Schwangerschaft: Anwendung nur nach strenger Nutzen-Risiko-Abwägung
3. β-Blocker
• Propranolol (Inderal)
• Initialdosis: 20 mg p.o. 2–3× täglich
• Dosissteigerung: wöchentliche Titration (20 mg)
• Zieldosis: 80–160 mg/Tag, aufgeteilt in 2–4 Einzeldosen
• Indikation: Auch geeignet bei Patient:innen mit arterieller Hypertonie
• Nebenwirkungen: Lethargie (Müdigkeit, Antriebslosigkeit)
• Kontraindikationen / Vorsicht: Asthma bronchiale, Arterielle Hypotonie
• Timolol
CGRP-(Calcitonin Gene-Related Peptide)-Antikörper (Monoklonal)
• Erenumab
• Dosis: 70–140 mg s.c. 1× monatlich
• Wirkmechanismus: Blockade des CGRP-Rezeptors
• Nebenwirkungen: Obstipation, Reaktionen an der Injektionsstelle, Muskelkrämpfe, selten Hypertonie
• Schwangerschaft: Anwendung nicht empfohlen wegen unzureichender Datenlage
• Fremanezumab
• Dosis: 225 mg s.c. 1× monatlich oder 675 mg alle 3 Monate
• Wirkmechanismus: Bindung an CGRP-Liganden
• Nebenwirkungen: Reaktionen an der Injektionsstelle, Müdigkeit, selten allergische Reaktionen
• Schwangerschaft: Anwendung nicht empfohlen wegen unzureichender Datenlage
• Galcanezumab
• Initialdosis: 240 mg s.c. einmalig
• Erhaltungsdosis: 120 mg s.c. 1× monatlich
• Wirkmechanismus: Bindung an CGRP-Liganden
• Nebenwirkungen: Reaktionen an der Injektionsstelle, Schwindel, Müdigkeit
• Schwangerschaft: Anwendung nicht empfohlen wegen unzureichender Datenlage
Komplikationen
Wenn Kopfschmerzen trotz Behandlung länger als 72 Stunden anhalten, spricht man von einem Status migraenosus.
Behandlung:
• Sumatriptan (subkutan/ Nasal)
• Ketorolac (Toradol) 30 mg i.v.
• Prednison 50–100 mg peroral (p.o.) oder Dexamethason 4–8 mg intravenös (i.v.)
• Ondansetron 4–8 mg (bei Übelkeit/Erbrechen)
Migräne kann chronisch werden, wenn sie an mehr als 15 Tagen pro Monat auftritt.
Extra
Namen:
Frau Schuster, Konstanz Richter, Lisa Flitz, Wally Geier
Alter:
64, 53 und 25 Jahre alt
Berufe:
Fotografin, freie Redakteurin
Einzelheiten:
Ich hatte immer Kopfschmerzen mit meiner Periode.
Der Name und die Telefonnummer des Hausarztes.
Ich war gerade dabei, den Gehsteig vor meinem Haus mit einem Besen von Steinen und Schnee zu befreien, als ich plötzlich Kopfschmerzen bekam.
Vorerkrankungen:
COPD seit 4 Jahren
seit 10 Jahren an Nackenverspannungen und Schulterschmerzen (Ihr Hausarzt, Dr. Koch, hat ihr erklärt, dass diese Beschwerden auch Kopfschmerzen verursachen können.)
Bauchhöhlenschwangerschaft (unklar, was genau gemeint ist – Patientin konnte es nicht erklären)
Myomektomie
Unguis Incarnatus (er hatte eine Überweisung zur chirurgischen Ambulanz, konnte aber bis jetzt nicht gehen)
Medikamente:
Acic-Crème
Lefax Kautabletten b. B
Allergien:
Glutenintoleranz
Gräserpollenallergie
Familialanamnese:
Vater: Hirntumor nach epileptischem Anfall diagnostiziert
Tochter: leidet an Depressionen, Magersucht
Die Mutter leidet an Skoliose
Fragen
1. Muss ich hier übernachten? Meine Tochter ist jetzt in der Schule und in einer Stunde wird die Schule geschlossen.
Das hängt von den Untersuchungsergebnissen ab. Aber wenn eine stationäre Aufnahme erforderlich ist, können wir gerne gemeinsam mit dem Sozialdienst oder Angehörigen eine Lösung organisieren.
2. Was halten Sie davon, wenn die Patientin nicht zum Hausarzt geht, sondern sich direkt bei uns vorstellt?
In diesem Fall halte ich das für eine sinnvolle Entscheidung, da die Beschwerden akut waren und die Patientin sich große Sorgen gemacht hat. Bei uns konnten notwendige Untersuchungen wie Bildgebung sofort veranlasst werden, um ernsthafte Ursachen – etwa eine Blutung oder einen Tumor – zeitnah auszuschließen
3. Verursachen CT und MRT eine zu hohe Strahlenbelastung?
Die Ein MRT verursacht keine Strahlenbelastung, da es mit Magnetfeldern arbeitet. Ein CT hingegen verwendet Röntgenstrahlung und geht mit einer gewissen Strahlenexposition einher – diese ist jedoch in der Regel gut vertretbar, wenn es medizinisch gerechtfertigt ist. Ein Schädel-CT hat etwa 20-mal so viel Strahlung wie ein normales Röntgenbild.
4. Was braucht man bei der neurologischen Untersuchung?
• eine Stimmgabel (für Vibrationsempfinden)
• ein Reflexhammer (zur Prüfung der Muskeleigenreflexe)
• eine Taschenlampe (für Pupillenreaktion)
• ein Wattestäbchen oder Pinsel (für Berührungsempfinden)
• ein Ophthalmoskop
5. Wenn ein MRT nicht verfügbar ist, was würden Sie tun?
Wenn das MRT aktuell nicht verfügbar ist, lässt sich die Untersuchung problemlos verschieben, da sie nicht unmittelbar erforderlich ist.
6. Was sagen wir bei Kopfschmerzen mit Schulter- und Nackenverspannungen?
Spannungskopfschmerzen
7. Leiden Frauen oder Männer häufiger an Cephalgie – und warum?
Migräne betrifft Frauen etwa dreimal so häufig wie Männer. Mögliche Ursachen dafür sind hormonelle Einflüsse, eine erhöhte Schmerzempfindlichkeit sowie psychosoziale Faktoren. Spannungskopfschmerzen treten bei beiden Geschlechtern ähnlich häufig auf, allerdings berichten Frauen insgesamt tendenziell häufiger über Kopfschmerzen.
8. Was ist das Zerebellum und was sind seine Funktionen?
Das Zerebellum (Kleinhirn) ist ein Teil des Gehirns, der sich im hinteren Schädelbereich unterhalb der Großhirnhemisphären befindet. Es ist hauptsächlich für die Koordination von Bewegungen, die Feinabstimmung der Motorik, das Gleichgewicht und die Körperhaltung verantwortlich. Außerdem spielt es eine Rolle beim motorischen Lernen – etwa beim Erlernen von Bewegungsabläufen wie Schreiben oder Fahrradfahren. Schäden im Zerebellum führen typischerweise zu Koordinationsstörungen (Ataxie), Zittern und unsicherem Gang.
9. Gibt es eine Impfung gegen das Varizella-Zoster-Virus?
Das Varizellen-Impfung (gegen Windpocken) wird im Kindesalter empfohlen.
(Teil des Standard-Impfplans der STIKO in Deutschland)
Herpes-zoster-Impfung (gegen Gürtelrose) wird für Personen ab 60 Jahren (ab 50 bei bestimmten Vorerkrankungen) empfohlen.
10. Wie ist das Wort Migräne entstanden?
Das Wort Migräne geht auf das griechische Wort „hemikrania“ zurück, was „halber Schädel“ bedeutet (hemi = halb, kranion = Schädel).
11. Könnten Sie dem Patienten die Anwendung des Sprays Schritt für Schritt erklären?
• Schütteln Sie das Spray gut.
• Entfernen Sie die Schutzkappe
• Atmen Sie einmal tief aus.
• Setzen Sie das Mundstück an die Lippen und schließen Sie sie darum.
• Atmen Sie langsam und tief ein – und drücken Sie dabei einmal auf das Spray.
• Halten Sie die Luft für etwa 10 Sekunden an.
• Dann langsam ausatmen.
12. Was ist Laub?
Laub bezeichnet die Gesamtheit der Blätter von Bäumen und Sträuchern, insbesondere wenn sie im Herbst abfallen.
13. Was versteht man unter dem Lasègue-Zeichen?
Das Lasègue-Zeichen ist ein klinischer Test zur Prüfung auf eine Ischiasreizung. Dabei wird das gestreckte Bein des liegenden Patienten passiv angehoben. Treten dabei Schmerzen entlang des Ischiasnervs auf, gilt das Zeichen als positiv und spricht für eine lumbosakrale Nervenwurzelreizung, z. B. bei Bandscheibenvorfall.
14. Fragen nach COPD
Notizen
BMI
Definition und Berechnung
Der Body-Mass-Index (BMI) ist ein Maß zur Einordnung des Körpergewichts in Relation zur Körpergröße. Er ergibt sich, wenn das Gewicht in Kilogramm durch das Quadrat der Körpergröße in Metern gesetzt wird. In der im Kontext genannten Konstellation entspricht der angegebenen Zahl einem unauffälligen Bereich.
pulsierender
Pochend, so wie ein Herzschlag
Regio temporalis
Lokalisation: Regio temporalis
Die Regio temporalis bezeichnet den seitlichen Bereich des Kopfes in Höhe der Schläfe, ungefähr über dem Jochbein und vor dem Ohr. Diese Angabe beschreibt die lokalisierten Kopfschmerzen in der Schläfenregion.
retroorbital
Lokalisation: retroorbital
Retroorbital beschreibt eine Lage hinter dem Augapfel innerhalb oder unmittelbar hinter der Augenhöhle. Der Begriff wird verwendet, um Schmerzen oder Beschwerden hinter dem Auge zu kennzeichnen.
Photophobie
Photophobie
Definition: Übermäßige Empfindlichkeit gegenüber Helligkeit, die bereits bei normalem oder erhöhtem Lichteinfall Unbehagen oder Schmerzen auslösen kann.
die Lichtscheu/ Lichtempfindlichkeit
Klinische Relevanz: Tritt häufig bei ophthalmologischen Problemen (z. B. Hornhautschädigung) und neurologischen Erkrankungen (z. B. Migräne, Meningitis) auf und führt oft zu Lidverschluss oder Vermeidung von Lichtquellen.
Phonophobie
Phonophobie
Definition: Überempfindlichkeit gegenüber Geräuschen, bei der alltägliche Schallereignisse als besonders störend oder schmerzhaft empfunden werden.
Klinische Relevanz: Kann bei neurologischen und psychischen Erkrankungen auftreten (beispielsweise Migräne oder Angststörungen) und dazu führen, dass Betroffene laute Umgebungen meiden.
Nausea
Die Übelkeit
Definition: Ein unangenehmes, oft drückendes Gefühl im Oberbauch oder hinter dem Brustbein, das mit dem Verlangen einhergehen kann, sich zu übergeben.
Emesis
Das Erbrechen
Definition: Der aktive Vorgang des Erbrechens, bei dem Mageninhalt kraftvoll nach oral aus dem Magen-Darm-Trakt befördert wird.
Tachykardie
Tachykardie (Herzrasen)
Kurzbeschreibung: Erhöhte Herzfrequenz, die subjektiv als Herzrasen wahrgenommen werden kann. Pathophysiologisch entsteht sie meist durch gesteigerte sympathische Aktivität oder verminderte vagale Gegenregulation.
Ursachen: Schmerz kann eine sympathikussynaptische Tachykardie auslösen; weitere häufige Ursachen sind Angst, Fieber, Volumenmangel, Anämie, Stoffwechselstörungen, Medikamente oder kardiale Rhythmusstörungen.
Klinische Bedeutung: Eine kurzzeitige, symptomatische Beschleunigung des Pulses ist häufig reaktiv und selbstlimitierend. Treten jedoch zusätzliche Warnzeichen wie Schwindel, Synkopen, Brustschmerz oder schwere Dyspnoe auf, erhöht das die Wahrscheinlichkeit einer relevanten kardialen oder systemischen Ursache.
Parästhesien
Parästhesien (Missempfindungen)
Kurzbeschreibung: Empfindungsstörungen, die sich als Kribbeln, Ameisenlaufen, Taubheit oder Brennen äußern können.
Lokalisation und Verlauf: Sie können lokalisiert (z. B. an Fingerspitzen) oder diffus auftreten und vorübergehend oder dauerhaft sein. Bei einigen neurologischen Ereignissen treten Parästhesien typischerweise vor oder während der Attacke auf.
Mögliche Ursachen: Ursachen reichen von peripherer Nervenkompression über metabolische Störungen bis zu zentralen Phänomenen wie Migräneaura oder transitorischer ischämischer Störung; die genaue Einordnung hängt vom klinischen Kontext ab.
Aura
Aura
Definition: Eine Aura ist ein vorübergehendes, reversibles fokales neurologisches Symptom, das häufig vor Migräneattacken oder seltener vor epileptischen Anfällen auftritt.
Charakteristik: Auren beginnen meist schleichend und bestehen typischerweise aus visuellen Störungen (z. B. Flimmern, Gesichtsfeldausfälle), sensiblen Symptomen (Kribbeln, Taubheit), Sprachstörungen oder anderen sinnlichen Phänomenen. Die übliche Dauer einer Migräneaura liegt im Bereich von Minuten bis zu etwa einer Stunde.
Klinische Relevanz: Das Auftreten einer Aura kann zeitlich dem nachfolgenden Kopfschmerz vorausgehen und liefert Hinweise auf die Ursache der Attacke; die genaue Ausprägung variiert individuell.
Pyrexie
Pyrexie (Fieber)
Kurzbeschreibung: Erhöhte Körpertemperatur als unspezifisches Zeichen systemischer oder lokalisierter Entzündung bzw. Infektion.
Bewusstseinsstörungen, Sprachstörungen, Paresen
Bewusstseinsstörungen, Sprachstörungen, Paresen
Bedeutung: Plötzliche Beeinträchtigungen des Bewusstseins, Ausfälle der Sprache oder motorische Schwächen (Paresen) sind klassische Alarmzeichen für ein akutes zerebrovaskuläres Ereignis wie ischämischen Schlaganfall oder intrazerebrale Blutung.
Thoraxschmerzen
Thoraxschmerzen
Bedeutung: Schmerzen im Brustkorb können auf verschiedene akute und potenziell lebensbedrohliche Ursachen hinweisen, etwa akutes Koronarsyndrom, Aortendissektion, Lungenembolie oder einen hypertensiven Notfall mit Organbeteiligung. Die Symptomatik ist unspezifisch und erfordert eine ursachenorientierte Abklärung.
Palpitationen
Palpitationen (Das Herzklopfen)
Bedeutung: Palpitationen beschreiben das subjektive Gefühl wahrnehmbaren Herzklopfens, das durch Tachykardien, Herzrhythmusstörungen, erhöhte adrenerge Aktivität, Stoffwechselstörungen oder psychische Ursachen entstehen kann. Die Symptomatik erfordert ggf. kardiologische Abklärung, wenn sie neu, anhaltend oder mit Begleitsymptomen verbunden ist.
Lakrimation
Lakrimation
Bedeutung: Vermehrter Tränenfluss (Lakrimation) kann Folge von Augenreizung, Entzündungen oder als autonomes Begleitsymptom bei trigeminalen autonomen Cephalalgien wie dem Clusterkopfschmerz auftreten. Besonders einseitige, paroxysmale Lakrimation spricht für eine trigeminal-autonome Ursache.
Rhinorrhoe
Rhinorrhoe (laufende Nase)
Definition: Absonderung von vermehrtem Nasensekret aus der Nase, sichtbar als laufende Nase oder vermehrter Nasenausfluss.
Klinische Bedeutung: Rhinorrhoe ist ein häufiges Symptom bei infektiösen oder allergischen Erkrankungen der oberen Atemwege. Außerdem kann sie als einseitiges, autonomes Begleitsymptom bei trigeminalen autonomen Kopfschmerzsyndromen wie Clusterkopfschmerz auftreten und dort diagnostisch relevant sein.
Hyperhidrosis
Hyperhidrosis (übermäßiges Schwitzen)
Definition: Übermäßige oder vermehrte Schweißproduktion, die lokalisiert oder generalisiert auftreten kann.
Klinische Bedeutung: Lokal begrenzte Hyperhidrosis im Gesicht kann verschiedene Ursachen haben, unter anderem autonome Fehlregulationen oder als begleitendes autonomes Symptom bei bestimmten Kopfschmerzerkrankungen (z. B. trigeminale autonome Kopfschmerzformen). Differentialdiagnostisch sind auch endokrine, neurologische oder medikamentenbedingte Ursachen zu bedenken.
ähnliche
Neu aufgetretener Kopfschmerz bei Patienten über 50 Jahren ist auffällig.
Föhnwetter
Föhnwetter
Definition: Als Föhn bezeichnet man einen warmen, trockenen Fallwind, der beim Abwärtsströmen von Luftmassen auf der Lee‑Seite eines Gebirges entsteht und oft mit böigen Verhältnissen einhergeht.
Klinische Relevanz: Wetterlagen mit raschen Änderungen von Temperatur und Luftdruck, wie sie beim Föhn auftreten können, werden von manchen Patienten als Auslöser oder Verstärker von Kopfschmerzen genannt. Solche Zusammenhänge sind individuell unterschiedlich und nicht allgemeingültig zu werten; sie sind aber klinisch zu erfragen, wenn Patienten über wetterabhängige Beschwerden berichten.
Insomnie
Insomnie (die Schlafstörung)
Insomnie bezeichnet anhaltende Schwierigkeiten beim Ein- oder Durchschlafen oder eine nicht erholsame Schlafqualität. Bei der Patientin äußert sich dies vor allem als Probleme beim Einschlafen, die durch wiederkehrende Kopfschmerzen verstärkt werden. Zusätzlich kommt es zu gelegentlichen Schlafunterbrechungen durch nächtliche Hustenanfälle im Rahmen ihres bekannten Asthma bronchiale.
Asthma bronchiale
Asthma bronchiale
Asthma bronchiale ist eine chronisch entzündliche Erkrankung der Atemwege, die sich durch wiederkehrende Episoden von Atemnot, Husten, Brustenge und pfeifenden Atemgeräuschen auszeichnet. Verursachende Faktoren können genetische Prädisposition, allergische Sensibilisierungen, Infektionen, Umweltfaktoren oder körperliche Belastung sein. Zur Diagnosestellung dienen die Erhebung der Anamnese, die körperliche Untersuchung sowie Lungenfunktionsprüfungen (zum Beispiel Spirometrie) und gegebenenfalls Allergietests. Therapieprinzipien sind das Meiden bekannter Auslöser (bei dieser Patientin insbesondere Gräserpollen in der Vegetationsperiode), die symptombezogene Anwendung bronchienerweiternder Präparate (kurz- und langwirksame Beta-2-Agonisten) sowie die entzündungshemmende Therapie mit inhalativen Kortikosteroiden und strukturiertes Schulungs- und Selbstmanagement.
Herpes labialis
Herpes labialis
Herpes labialis ist eine lokale Infektion der Lippenregion, die meist durch das Herpes-simplex-Virus Typ 1 verursacht wird. Klinisch treten oft zunächst ein brennendes oder juckendes Gefühl auf, gefolgt von flüssigkeitsgefüllten Bläschen, die nach dem Aufplatzen verkrusten. Die Infektion ist leicht übertragbar, etwa durch direkten Kontakt. Reaktivierungen werden häufig durch Stress, Sonnenlicht, fiebrige Erkrankungen oder eine geschwächte Immunabwehr ausgelöst. Lokal- oder systemisch wirksame antivirale Wirkstoffe (zum Beispiel Aciclovir) kommen zur Behandlung zum Einsatz. Bei der Patientin treten die Episoden gelegentlich an der Unterlippe vor dem Hintergrund von Stress oder Fieber auf.
Diskusprolaps
Diskusprolaps
Ein Diskusprolaps (Bandscheibenvorfall) entsteht, wenn der innere Gallertkern einer Bandscheibe durch den äußeren Faserring tritt und dabei auf benachbarte Nervenstrukturen drückt. Dies kann zu lokal begrenzten Nackenschmerzen, ausstrahlenden Beschwerden, Missempfindungen oder neurologischen Ausfällen führen. Ursachen sind unter anderem degenerative Veränderungen, wiederholte mechanische Belastung, Unfälle, Übergewicht und Bewegungsmangel. Bei der Patientin liegt seit etwa vier Jahren ein zervikaler Vorfall auf Höhe zwischen dem fünften und sechsten Halswirbel vor; seither treten wiederkehrende Zervikalgien mit Ausstrahlung in die rechte Schulter auf.
Rippenkontusion
Rippenkontusion
Eine Rippenkontusion entsteht durch stumpfe Einwirkung auf den Brustkorb und betrifft die Rippen sowie die umgebenden Weichteile. Typische Symptome sind lokalisierte Schmerzen, Druckempfindlichkeit und gelegentlich ein sichtbares Hämatom. Im vorliegenden Fall bestand die Verletzung rechts nach einem Autounfall vor etwa fünf Jahren und wurde ohne operativen Eingriff behandelt. Differentialdiagnostisch sind Rippenfrakturen oder thorakale Begleitverletzungen zu bedenken, die gegebenenfalls bildgebend abgeklärt werden sollten.
perforierten
Perforation (Durchbruch eines Hohlorgans)
Bei einer Perforation liegt eine Durchtrittsöffnung in der Wand eines Hohlorgans vor, durch die Organinhalt und Mikroorganismen in die Körperhöhle gelangen können. Klinisch äußert sich dies häufig mit plötzlichen, starken Bauchschmerzen, Abwehrspannung, Fieber und allgemeiner Verschlechterung des Zustands. Häufige Ursachen sind entzündliche Erkrankungen wie eine Appendizitis oder Divertikulitis sowie Ulzera. Eine Perforation führt in der Regel zu einer sekundären Entzündung der Bauchhöhle und erfordert eine zeitnahe medizinische Abklärung.
Peritonitis
Peritonitis
Peritonitis bezeichnet die Entzündung des Bauchfells, die durch bakterielle Kontamination bei einer Organperforation oder durch andere entzündliche Prozesse ausgelöst werden kann. Kennzeichen sind anhaltende, oft diffuse Bauchschmerzen, Abwehrspannung, Fieber und ein deutlicher Allgemeinzustandsverlust. Im hier geschilderten Fall trat die Peritonitis als Folge einer perforierten Appendizitis auf, woraufhin eine Appendektomie durchgeführt wurde.
Ovarialzyste
Ovarialzyste
Eine Ovarialzyste ist ein flüssigkeitsgefüllter Hohlraum am oder im Eierstock. Viele Zysten sind funktionell bedingt und bilden sich spontan zurück; andere stehen im Zusammenhang mit Erkrankungen wie Endometriose oder dem polyzystischen Ovarialsyndrom. Größere oder symptomatische Zysten können Unterbauchschmerzen, Druckgefühl oder Zyklusstörungen verursachen. Mögliche Komplikationen umfassen das Platzen der Zyste, eine Drehung des Eierstocks (Torsion) oder Blutungen. In diesem Fall führte vor etwa zehn Jahren eine rechtsseitige Zyste zur Entfernung des betroffenen Eierstocks (Ovarektomie rechts).
laparoskopisch
Kurzbeschreibung:
Laparoskopisch bezeichnet eine minimalinvasive Operationsmethode, bei der über wenige kleine Hautschnitte Instrumente und eine Kamera in den Bauchraum eingeführt werden.
Vorgehen:
Unter leichter Aufrichtung der Bauchdecke durch Gaszufuhr wird das Operationsfeld mittels Laparoskop dargestellt und mit speziell geformten Instrumenten operiert.
Wirkung und Vorteile:
Diese Technik vermeidet einen großen Bauchschnitt, schont das Gewebe, führt in der Regel zu weniger postoperativen Schmerzen und erlaubt oft eine kürzere Erholungszeit im Vergleich zur offenen Operation.
Aciclovir
Gruppe:
Aciclovir ist ein antivirales Arzneimittel aus der Gruppe der Nukleosid-Analoga.
Wirkmechanismus:
Das Mittel hemmt die Vermehrung von Herpesviren durch Einbau in die virale DNA und Störung der DNA-Synthese.
Anwendungsgebiete:
Eingesetzt wird Aciclovir bei Infektionen mit Herpes-simplex- und Varizella-zoster-Viren; es ist in verschiedenen Darreichungsformen verfügbar und kann lokal, systemisch oder als Augensalbe angewendet werden.
Nebenwirkungen:
Mögliche unerwünschte Wirkungen umfassen Übelkeit, Kopfschmerzen und Hautausschläge; Art und Häufigkeit hängen von der Verabreichungsform ab.
Salbutamol
Wirkmechanismus und Gruppe:
Salbutamol ist ein beta-2-adrenerger Agonist, der die glatte Muskulatur der Bronchien entspannt und so die Atemwege erweitert.
Anwendungsgebiet:
Es wird zur Behandlung von Atemwegsverengungen bei Erkrankungen wie Asthma und COPD eingesetzt, üblicherweise inhalativ verabreicht.
Wichtige Hinweise:
Häufige Nebenwirkungen sind Zittern und beschleunigter Herzschlag; bei anhaltenden Beschwerden sollte ärztlicher Rat eingeholt werden.
Meteorismus
Meteorismus
Beschreibung: Meteorismus bezeichnet das sicht- und spürbare Aufblähen des Bauches infolge vermehrter Gasansammlung im Magen-Darm-Trakt. Betroffene klagen häufig über Völlegefühl, Flatulenz und sichtbare Bauchwölbung.
Ursachen und Hinweis im Kontext: Als Auslöser kommen verschiedene Mechanismen infrage, etwa veränderte Darmflora, gesteigerte Gasproduktion durch bestimmte Nahrungsbestandteile oder Resorptionsstörungen. Nahrungsmittel können bei empfindlichen Personen Blähungen begünstigen; im vorliegenden Kontext wird ein Zusammenhang mit dem Verzehr bestimmter Nüsse genannt.
Klinische Relevanz: Meteorismus ist ein unspezifisches Symptom, das zusätzlich anhand anderer Begleitsymptome und gegebenenfalls diagnostischer Schritte eingeordnet werden sollte.
Erythem
Erythem
Definition: Ein Erythem ist eine erkennbare Rötung der Haut, die durch eine verstärkte Durchblutung der oberflächlichen Hautgefäße entsteht.
Pruritus
Pruritus
Begriffserklärung: Pruritus bezeichnet den empfundenen Juckreiz der Haut, der häufig zum Kratzen führt und die Hautintegrität beeinträchtigen kann.
Packungsjahren
Packungsjahre
Definition: Ein Packungsjahr ist eine Maßeinheit zur Quantifizierung der kumulativen Tabakexposition über die Zeit.
Berechnung: Zur Ermittlung der Packungsjahre wird die durchschnittliche Anzahl täglich gerauchter Zigaretten durch 20 (Anzahl Zigaretten pro Standardpackung) geteilt und das Ergebnis mit der Anzahl der Raucherjahre multipliziert.
Anwendungsbeispiel im Kontext: Bei einem früheren Konsum von täglich etwa 10 Zigaretten über drei Jahre ergibt sich damit ein Wert von (10 ÷ 20) × 3 = 1,5 Packungsjahren, wie im Fallbericht angegeben.
Moderatorin
Rolle und Aufgaben
Eine Moderatorin leitet eine Sendung, Veranstaltung oder Diskussionsrunde, begrüßt das Publikum, stellt Themen und Gäste vor, steuert den Gesprächsverlauf und achtet auf Verständlichkeit sowie den zeitlichen Ablauf.
Sozialanamnese (kontextbezogen)
Die Patientin gibt an, als Moderatorin beim ZDF tätig zu sein. Sie ist verheiratet, lebt mit ihrem Ehemann zusammen und hat keine Kinder.
Hirntumor
Begriff und Einteilung
Ein Hirntumor ist eine Neubildung von Gewebe im Schädel, die gutartig oder bösartig sein kann; Beispiele sind Meningeome (häufig gutartig) und Glioblastome (aggressiv und bösartig).
Klinische Zeichen
Symptome variieren mit Lokalisation und Größe und können Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Sehstörungen, motorische Ausfälle, epileptische Anfälle oder psychische/Verhaltensänderungen umfassen. Eine frühzeitige Abklärung ist für Therapie und Prognose wichtig.
Familienanamnese
In der Familienanamnese berichtet die Patientin, dass ihr Vater im Alter von 70 Jahren einen Hirntumor hatte und neun Monate später verstorben ist.
Hüft-Totalendoprothese
Beschreibung des Eingriffs
Bei einer Hüft-Totalendoprothese wird das betroffene Hüftgelenk vollständig durch eine künstliche Prothese ersetzt, um schmerzhafte Gelenkzerstörung zu beheben und die Funktion wiederherzustellen.
Indikation (kontextbezogen)
Als Ursache für einen solchen Eingriff kommt typischerweise fortgeschrittene Arthrose in Frage; im vorliegenden Fall erhielt die Mutter der Patientin im Alter von 60 Jahren aus diesem Grund eine rechtsseitige Hüft-TEP.
Arthrose
Definition und Lokalisation
Arthrose ist eine degenerative Gelenkerkrankung; an der Hüfte bezeichnet man sie als Koxarthrose. Sie entsteht durch fortschreitenden Knorpelverschleiß im Gelenk.
Ursachen, Symptome und Therapie
Ursachen können Alter, Überlastung, Fehlstellungen, Übergewicht oder vorangegangene Verletzungen sein. Typisch sind belastungsabhängige Schmerzen, Bewegungseinschränkung und morgendliche Steifigkeit. Die Behandlung reicht von konservativen Maßnahmen (z. B. Physiotherapie, Gewichtsreduktion, schmerzlindernde Maßnahmen) bis hin zum Gelenkersatz bei fortgeschrittener Zerstörung.
Familienanamnese (kontextbezogen)
Die Mutter der Patientin erhielt im Alter von 60 Jahren aufgrund einer fortgeschrittenen Arthrose eine Hüft-Totalendoprothese rechts.
Ptosis
Definition:
Ptosis bezeichnet das Absenken des Lids, in der Regel des Oberlids, wodurch das Gesichtsfeld eingeschränkt sein kann.
Miosis
Definition:
Miosis beschreibt die Verkleinerung des Pupillendurchmessers mit kleiner erscheinender Pupille.
Kontext und Ursachen:
Sie entsteht typischerweise bei gesteigerter parasympathischer Aktivität oder durch bestimmte Substanzen und kann ein Zeichen neurologischer oder toxikologischer Prozesse sein.
Blutdruck
Begriff und Bedeutung:
Der Blutdruck ist der Druck in den arteriellen Gefäßen und ein zentraler Vitalparameter zur Beurteilung der Kreislaufsituation.
Messung:
Zur Erfassung des Blutdrucks werden häufig manuelle Blutdruckmessgeräte verwendet, die aus einer aufblasbaren Manschette, einem Auffüllball (Pumpe) und einem Manometer bestehen; bei der auskultatorischen Messung wird zusätzlich ein Stethoskop eingesetzt.
Sauerstoffsättigung
Definition:
Die Sauerstoffsättigung gibt an, wie hoch der Anteil des mit Sauerstoff beladenen Hämoglobins am gesamten Hämoglobin ist und ist ein häufiger Parameter zur Beurteilung der Oxygenierung.
Messverfahren:
Die periphere Sauerstoffsättigung wird nichtinvasiv mit einem Pulsoxymeter bestimmt, das über lichtoptische Messung am Finger, Ohrläppchen oder ähnlichen Stellen arbeitet.
Körpertemperatur
Körpertemperatur — Messstellen und Umrechnung
Rektale Messungen gelten als Referenz für die Körperkerntemperatur. Axilläre Werte liegen typischerweise niedriger; zur Abschätzung der zentralen Temperatur kann man den axillären Messwert grob um etwa 0,5 °C erhöhen. Orale Messungen liegen meist zwischen etwa 0,3 und 0,5 °C unter dem rektalen Referenzwert.
Riesenzellarteriitis
Riesenzellarteriitis
Die Riesenzellarteriitis ist eine entzündliche Gefäßerkrankung großer und mittelgroßer Arterien, häufig der Schläfenarterien. Betroffen sind überwiegend Personen über 50 Jahren. Typische Symptome sind einseitige, starke Kopfschmerzen und Druckschmerzhaftigkeit über der A. temporalis; zusätzlich können Sehstörungen und allgemeines Krankheitsgefühl auftreten. Zur Vermeidung schwerer Komplikationen wie dauerhafter Erblindung ist eine rasche Behandlung mit Glukokortikoiden angezeigt.
Berührungs-
Mit einem Wattestäbchen
Reflexe
Reflexe — Durchführung
Die Prüfung der Muskeleigenreflexe erfolgt mit einem Reflexhammer. Der Patient sollte entspannt sitzen oder liegen; durch einen gezielten Schlag auf die Sehnen werden die Reflexe ausgelöst und hinsichtlich Symmetrie und Ausprägung beurteilt. Abweichungen (vermehrte, abgeschwächte oder pathologische Reflexe) liefern Hinweise auf Läsionen des peripheren oder zentralen Nervensystems.
Fundoskopie
Fundoskopie
Die Fundoskopie (Ophthalmoskopie) dient der direkten Beurteilung des Augenhintergrundes. Dabei werden Netzhaut, Sehnervenkopf (Papille) und die retinalen Gefäße visuell beurteilt, um beispielsweise Blutungen, Gefäßveränderungen oder Schwellungen der Papille zu erkennen. Die Untersuchung ergänzt neurologische Befunde, wenn ein erhöhter Hirndruck oder vaskuläre Veränderungen vermutet werden.
Papillenödem
Papillenödem
Ein Papillenödem ist die Schwellung des Sehnervenkopfes und stellt ein Alarmzeichen für erhöhten intrakraniellen Druck dar. Mögliche Ursachen sind raumfordernde Prozesse, intrakranielle Blutungen oder eine gestörte Liquorzirkulation (z. B. Hydrozephalus). Das Vorliegen eines Papillenödems hat diagnostische Bedeutung für die weitere neurologische Abklärung und Bildgebung.
Meningismus
Meningismus
Der Meningismus beschreibt ein klinisches Bild meningealer Reizung. Typische Befunde sind Nackensteifigkeit, Kopfschmerz und Lichtempfindlichkeit; häufig treten zusätzlich Übelkeit und Erbrechen auf. Der Meningismus ist ein wichtiges Zeichen bei der Abklärung einer möglichen Meningitis, kann aber auch bei anderen Erkrankungen auftreten.
Liquoruntersuchung
Liquoruntersuchung
Die Liquoruntersuchung umfasst die Gewinnung von Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit durch eine Lumbalpunktion in der unteren Lendenwirbelsäule (z. B. in der Region L3/L4 oder L4/L5) unter örtlicher Betäubung. Der Patient nimmt dafür meist eine gebeugte Position ein. Die entnommene Probe wird laborchemisch und mikrobiologisch untersucht (z. B. Zellzahl, Eiweiß, Glukose, Laktat, Erregerdiagnostik und ggf. Zytologie). Indikationen sind unter anderem Verdacht auf Meningitis, Enzephalitis, bestimmte entzündliche Erkrankungen des ZNS oder das Auffinden von Blutungen im Subarachnoidalraum.
Valsalva-Manöver
Valsalva-Manöver
Das Valsalva-Manöver bezeichnet das forcierte Ausatmen gegen einen verschlossenen oberen Atemweg (z. B. Pressen beim Stuhlgang oder Luftanhalten mit starkem Bauchdruck). Dadurch steigen intrathorakaler und venöser Druck kurzfristig an, was die venöse Rückkehr zum Herzen sowie den intrakraniellen Druck beeinflussen kann. Klinisch ist das Manöver bekannt dafür, bestehende Kopfschmerzen oder durch Drucksteigerung ausgelöste Beschwerden verstärken zu können.
Naproxen
Naproxen
Gruppe und Wirkweise: Naproxen gehört zu den nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAIDs). Es hemmt die Cyclooxygenase-Enzyme und vermindert damit die Bildung prostaglandinvermittelter Entzündungs- und Schmerzmediatoren.
Anwendung: Einsatz bei entzündungsbedingten Schmerzen und bei akuten Schmerzepisoden.
Wichtige Risiken und Warnhinweise: Häufige unerwünschte Wirkungen betreffen den Magen-Darm-Trakt (z. B. Dyspepsie, Ulzera und gastrointestinale Blutungen). NSAIDs können außerdem die Nierenfunktion verschlechtern und bei längerer Anwendung das kardiovaskuläre Risiko erhöhen. Allergische Reaktionen und bronchiale Überempfindlichkeitsreaktionen sind möglich.
Sumatriptan
Sumatriptan
Wirkmechanismus und Gruppe: Sumatriptan ist ein Serotonin-Agonist, der hauptsächlich an 5‑HT1B/1D‑Rezeptoren wirkt und dadurch vasokonstriktive sowie hemmende Effekte auf trigeminale Schmerzbahnen erzielt.
Indikation: Primär zur akuten Behandlung von Migräneanfällen mit oder ohne Aura.
Nebenwirkungen und Kontraindikationen: Häufige Nebenwirkungen umfassen Missempfindungen, Schwindel, Hitzegefühle und Müdigkeit; gelegentlich treten Druck- oder Engegefühle im Brust- oder Halsbereich auf. Sumatriptan darf nicht bei bestimmten kardiovaskulären Erkrankungen oder bei unkontrolliertem Bluthochdruck angewendet werden; die gleichzeitige Gabe von Ergotaminen oder anderen Triptanen ist kontraindiziert. Während der Schwangerschaft sollte die Anwendung nur nach sorgfältiger Nutzen‑Risiko-Abwägung erfolgen.
Valproinsäure
Valproinsäure — Wirkungscharakter und Einsatz
Valproinsäure gehört zur Gruppe der Antikonvulsiva und wird zudem als stimmungsstabilisierender Wirkstoff eingesetzt. Pharmakologisch wirkt sie antiepileptisch und beeinflusst neuronale Erregbarkeit.
Häufige Nebenwirkungen
Zu den regelmäßig beobachteten unerwünschten Wirkungen zählen gastrointestinale Beschwerden, Gewichtszunahme, Tremor und reversibler Haarausfall.
Wichtige Risiken und Kontraindikationen
Schwerwiegende Risiken umfassen hepatotoxische Schädigungen und Pankreatitis. Valproinsäure ist in der Schwangerschaft kontraindiziert wegen eines hohen teratogenen Risikos.
Amitriptylin
Amitriptylin — Wirkstoffklasse und Indikationen
Amitriptylin gehört zu den trizyklischen Antidepressiva (TCA) und wird neben der Behandlung depressiver Erkrankungen auch bei chronischen Schmerzsyndromen und zur Prophylaxe von Migräne eingesetzt.
Typische Nebenwirkungen
Häufige unerwünschte Wirkungen sind Mundtrockenheit, ausgeprägte Schläfrigkeit, Obstipation, Gewichtszunahme sowie orthostatische Blutdruckabfälle. Viele Effekte beruhen auf anticholinergen und sedierenden Eigenschaften.
Wesentliche Risiken
Bei Vorerkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems sind spezielle Risiken für kardiale Nebenwirkungen zu beachten.
Geier
Geier — Beschreibung und Lebensweise
Geier sind große Greifvögel, die überwiegend Aas verwerten. Sie zeichnen sich durch einen kräftigen Körperbau und eine Anpassung an das Aasfressen aus.
Ökologische Rolle und Verbreitung
Als Aasfresser übernehmen Geier eine wichtige Rolle im Ökosystem bei der Beseitigung von Kadavern. Verschiedene Arten sind in unterschiedlichen Regionen der Welt verbreitet.
Patient/ inAnrede: Herr/Frau Oberarzt/Oberärztin ……….., Hiermit möchte ich Ihnen die Patientin Susanne Holst vorstellen. |
Datum13/06/2025 |
| Alter 37 Jahre | Gewicht 71 kg | Größe 176 cm |
Allergien (Stichwörter)
Haselnüsse, Walnüsse → Meteorismus
Fruktoseintoleranz (Weintrauben, reife Birnen) → abdominelle Schmerzen, Diarrhö
Nickel → Erythem, Pruritus
Genussmittel / Drogen (Stichwörter)
Nichtraucherin seit 10 Jahren (zuvor 3 Jahre, ca. 1,5 Packungsjahre)
gelegentlich Wein
kein Drogenkonsum
Sozialanamnese (Stichwörter)
Moderatorin beim ZDF
verheiratet
keine Kinder
Familienanamnese (Stichwörter)
Vater: Hirntumor (verstorben mit 71 Jahren, zuvor ebenfalls Kopfschmerzen)
Mutter: Hüft-TEP rechts bei fortgeschrittener Arthrose (mit 60 Jahren)
Tante: Migräne
Medikamente (Stichwörter)
Ibuprofen 400 mg bei Bedarf,
Pantoprazol 20 mg bei Bedarf,
Hylo-Augentropfen bei Bedarf,
Baldrian-Dragees bei Bedarf,
Simvastatin
Anamnese (Vollsätze)
Die Patientin hat sich bei uns vorgestellt wegen seit gestern bestehender, langsam aufgetretener, pulsierender linksseitiger Cephalgie. Die Schmerzen sind nach eigenen Angaben in der Regio temporalis und retroorbital lokalisiert und haben sich verstärkt.
Die Schmerzintensität hat sie mit 7 von 10 angegeben.
Sie gab an, die Einnahme von 1000 mg Paracetamol sowie 400 mg Ibuprofen habe keine Besserung gebracht.
Außerdem sind der Patientin folgende Begleitsymptome aufgefallen: Photophobie, Phonophobie, Nausea sowie zwei Episoden von Emesis mit Nahrungsresten, Tachykardie, Schwindel und Parästhesien an den Fingerspitzen der linken Hand (vor und während der Attacke).
Als Aura hat sie über Lichtblitze im linken Gesichtsfeld berichtet, die etwa 20 Minuten vor Beginn der Cephalgie aufgetreten seien.
Fieber, Bewusstseinsstörungen, neurologische Ausfälle, thorakale Beschwerden, Dyspnoe, Schädel-Hirn-Trauma, Unruhe, Lakrimation, Rhinorrhoe oder Hyperhidrosis im Gesicht hat sie verneint.
Seit 10 Jahren episodische, mildere Kopfschmerzen ohne Erbrechen.
Aktueller Auslöser: Gartenarbeit in gebückter Haltung bei warmem, trockenem Föhnwetter.
Vegetative Anamnese
Einschlafstörungen infolge der Cephalgie, gelegentliche nächtliche Hustenepisoden bei bekanntem Asthma bronchiale.
Vorerkrankungen
Asthma bronchiale seit der Schulzeit (getriggert durch Gräserpollen)
Rezidivierender Herpes labialis bei Stress/Fieber
Rippenkontusion rechts nach Autounfall (konservativ behandelt)
zervikaler Diskusprolaps C5/C6 (mit gelegentlichen Zervikalgien, Ausstrahlung rechte Schulter)
Voroperationen:
Z. n. Appendektomie bei perforierter Appendizitis mit Peritonitis vor 20 Jahren (laparoskopisch)
Z. n. Ovarektomie rechts bei Ovarialzyste vor 10 Jahren (laparoskopisch)
Gynäkologische Anamnese:
Regelmäßiger Zyklus (alle 30 Tage)
Letzte Menstruation: vor einer Woche
Keine aktuellen Beschwerden
Vorsorgeuntersuchung vor einem Jahr, unauffällig
Verdachtsdiagnose – Differentialdiagnose (Vollsätze)
Die Konstellation aus pulsierendem, halbseitigem Kopfschmerz, neurologischer Aura, Nausea und Phonophobie spricht klinisch am ehesten für eine Migräne mit Aura. Differenzialdiagnostisch sind jedoch auch andere primäre Cephalalgien wie Spannungskopfschmerz oder Clusterkopfschmerz sowie sekundäre Ursachen, wie intrakranielle Raumforderungen (z. B. Tumoren), Meningitis oder intrazerebrale Blutungen, zu erwägen.
Weiteres Vorgehen – Therapie (Vollsätze)
Wir empfehlen eine stationäre Aufnahme zur weiteren Abklärung. Geplant ist eine ausführliche neurologische körperliche Untersuchung. Therapeutisch erfolgen eine Analgesie sowie eine Antiemese. Darüber hinaus wurde die Patientin über mögliche Triggerfaktoren aufgeklärt.
1. Alter
2. Geschlecht
3. Hauptbeschwerde
1. in der Regel 25–55 Jahre
2. Frauen häufiger betroffen als Männer
3. Seit gestern bestehender, langsam beginnender, zunehmender, einseitiger (seltener beidseitiger), pulsierender Kopfschmerz
4. Begleitsymptome
3. Photophobie, Phonophobie, Nausea sowie zwei Episoden von Emesis mit Nahrungsresten. Zudem Tachykardie und Parästhesien/ Hypästhesie (an den Fingerspitzen). Weniger ausgeprägt: Nackenschmerzen, gelegentlich Schwindel, Osmophobie (Geruchsempfindlichkeit) sowie Konzentrations- bzw. Denkstörungen.
5. Aura
1. Ein fokales neurologisches Symptom, das visuell, sensibel oder motorisch sein kann.
2. Meist visuelle Phänomene, sowohl positiv (Photopsien: Lichtblitze oder Funken) als auch negativ (Skotome). Seltener treten sensible Symptome oder Sprachstörungen (Aphasie) sowie Vertigo auf.
6. Weitere Merkmale
• Ähnliche Episoden in der Vergangenheit
• Schmerzintensität: mittel bis hoch
• Kein Ansprechen auf gängige Analgetika
• Verstärkung durch gewöhnliche körperliche Aktivität
• Bei Frauen: Zusammenhang mit Menstruation möglich
7. Wichtige Negationen/ Differenzialdiagnosen
6. Kein Hinweis auf Clusterkopfschmerz (keine Lakrimation, Rhinorrhoe oder Hyperhidrosis im Gesicht)
• Sinusitis: Druck- oder Völlegefühl im Gesicht + Pyrexie + Druckdolenz
• Keine Pyrexie, kein Meningismus → keine Hinweise für Meningitis
• Kein neu aufgetretener neurologischer Ausfall → keine Hinweise auf intrazerebrale Hämorrhagie
• Kein Trauma in der Anamnese
8. Körperliche Untersuchung
7.
• Vitalparameter
• Inspektion/Palpation: Ausschluss Riesenzellarteriitis → keine Druckdolenz der A. temporalis
• Neurologischer Status:
• Hirnnervenfunktion
• Sensibilität + Motorik
• Fundoskopie: Papillenödem? Blutungen?
9. Hirnnervenfunktion I – VIII
• N. olfactorius (I): Riechnerv
• N. opticus (II): Sehnerv
• N. oculomotorius (III), N. trochlearis (IV), N. abducens (VI): Augenbewegungsnerven
• N. trigeminus (V): Gesichtssensibilität und Kaumuskulatur
• N. facialis (VII): Gesichtsmuskulatur, Geschmack
• N. vestibulocochlearis (VIII): Hören und Gleichgewicht
9. Hirnnervenfunktion IX – XII
• N. glossopharyngeus (IX): Geschmack, Schluckreflex
• N. vagus (X): Parasympathische Innervation der Eingeweide
• N. accessorius (XI): Schulter- und Nackenmuskulatur
• N. hypoglossus (XII): Zungenbewegung
9. Sensibilität
10. Motorik
11. Koordination
9. Inhalte: Berührung, Druck, Schmerz, Temperatur, Vibration, Lagesinn
Tools: Wattestäbchen, Neuro-Pin/Zahnstocher, Metall/Eis, Stimmgabel (128 Hz)
10. Inhalte: Muskelkraft, Muskeltonus, aktive/passive Beweglichkeit, Reflexe, Koordination, Gang
Reflexhammer, Platz zum Gehen
11. Finger-Nase-Versuch, Knie-Hacke-Versuch, Romberg, Knie-Hacke-Versuch
Labor
Weiteres Vorgehen
12. Sofern die körperliche Untersuchung mit neurologischem Schwerpunkt unauffällig bleibt und keine Warnzeichen wie höheres Alter oder chronisch progredienter Verlauf vorliegen, kann eine weiterführende Diagnostik zunächst zurückgestellt werden.
Meningitis → Blutbild, CRP, Liquoruntersuchung
Raumforderungen (z. B. Tumoren) → MRT
Intrazerebrale Hämorrhagie → CT
12. Therapie
• Triggervermeidung: Stress, Schlafmangel, Alkohol u. a.
• Leichte bis mittelschwere Migräne: Paracetamol (Acetaminophen) 500 mg, Naproxen 250 mg
• Schwere Migräne: Sumatriptan (subkutan: 4 mg, Filmtabletten: 50 mg, Nasenspray: 20 mg)
• Übelkeit/Erbrechen: Ondansetron (Zofran®)
13. Stellen Sie sich vor: Wie würden Sie typischerweise eine Migräne beschreiben?
I
14. Sie stellte sich aufgrund seit gestern bestehender, langsam aufgetretener, pulsierender, linksseitiger Cephalgie vor. Die Schmerzen sind in der Regio temporalis und retroorbital lokalisiert und haben sich verstärkt. Die Schmerzintensität hat sie mit 7/10 beschrieben. Eine Einnahme von 1000 mg Paracetamol sowie 400 mg Ibuprofen ist ohne Besserung geblieben.
14. Stellen Sie sich vor: Wie würden Sie typischerweise eine Migräne beschreiben?
II
14. Begleitend hat sie über Photophobie, Phonophobie, Nausea und zwei Episoden von Emesis mit Nahrungsresten geklagt. Zudem sind eine Tachykardie, Schwindel sowie Parästhesien an den Fingerspitzen aufgetreten. Als Aura hat sie Lichtblitze im linken Gesichtsfeld etwa 20 Minuten vor Schmerzbeginn beschrieben.
Allgemeinbegriff:
1. der Kopfschmerz (Plural: Kopfschmerzen)
2. die Schläfenregion
3. der Bereich hinter dem Auge
4. die Lichtempfindlichkeit
5. die Geräuschempfindlichkeit
6. die Übelkeit
7. das Erbrechen
8. das Herzrasen
Fachbegriff:
1. die Cephalgie
2. die Regio temporalis
3. retroorbital
4. die Photophobie
5. die Phonophobie
6. die Nausea
7. die Emesis
8. die Tachykardie
Allgemeinbegriff:
9. das Kribbeln / die Missempfindung
10. das Vorbotensymptom
11. das Fieber
12. die Muskelschwäche / die Lähmung
13. der Krampfanfall
14. die Atemnot
15. die Kopfverletzung
16. das Herzklopfen / das Herzstolpern
Fachbegriff:
9. die Parästhesie (Plural: Parästhesien)
10. die Aura
11. die Pyrexie
12. die Paresen (Singular: die Parese)
13. der epileptische Anfall
14. die Dyspnoe
15. das Schädel-Hirn-Trauma
16. die Palpitation (Plural: Palpitationen)
Allgemeinbegriff:
17. der Tränenfluss
18. das Nasenlaufen
19. das übermäßige Schwitzen
20. die Blutung im Gehirn
21. die Nasennebenhöhlenentzündung
22. die Hirnhautentzündung
23. die Schläfenarterienentzündung
Fachbegriff
17. die Lakrimation
18. die Rhinorrhoe
19. die Hyperhidrosis
20. die intrazerebrale Hämorrhagie
21. die Sinusitis
22. die Meningitis
23. die Riesenzellarteriitis
14. Migräne (ohne Aura)
13. Migräne (ohne Aura)
• Vorkommen: mindestens fünf Episoden
• Dauer: 4–72 Stunden
• GI-Symptome: ja (z. B. Übelkeit, Erbrechen)
• Licht- und/oder Geräuschempfindlichkeit: ja
• Aura: nicht vorhanden
• Aurasymptome: keine
15. Migräne mit Aura
15. Migräne mit Aura
• Vorkommen: mindestens zwei Episoden
• Dauer: 4–72 Stunden
• GI-Symptome: ja
• Licht- und/oder Geräuschempfindlichkeit: ja
• Aura: vorhanden
• Aurasymptome: meist visuelle und/oder sensible Effekte; seltener motorische oder sprachliche Störungen
16. Status migraenosus
16. Kopfschmerzen dauern trotz Behandlung länger als 72 Stunden an.
Therapieoptionen:
• Flüssigkeitszufuhr
• Sumatriptan (subkutan)
• Ketorolac (Toradol) 30 mg i.v.
• Prednison 50–100 mg peroral (p.o.) oder Dexamethason 4–8 mg intravenös (i.v.)
• Ondansetron 4–8 mg (bei Übelkeit/Erbrechen)
17. Retinale Migräne
18. Vestibuläre Migräne
19. Basilarismigräne (Migräne mit Hirnstammaura)
17. Seltene Migräneform mit vorübergehenden, einseitigen Sehstörungen oder kompletter Erblindung eines Auges, gefolgt von Kopfschmerzen.
18. Migräneform, bei der Schwindel (Vertigo) im Vordergrund steht, oft begleitet von Kopfschmerzen und typischen Migränesymptomen.
19. Migräne mit Aura-Symptomen, die aus dem Hirnstamm stammen, z. B. Doppelbilder, Dysarthrie, Ataxie, Schwindel, Hörstörungen.
20. Triptans
20. Erste Generation: Sumatriptan
Zweite Generation: Zolmitriptan, Rizatriptan
Subkutane Injektion: Wirkung nach ca. 10 Min
Nasenspray: Wirkung nach ca. 15 Min
Abstand zwischen zwei Anwendungen: In der Regel mindestens 1 Stunde
Kontraindikationen: Koronare Herzkrankheit (KHK), Zerebrovaskuläre Erkrankungen (z. B. Schlaganfall, TIA), Unkontrollierte arterielle Hypertonie, Schwere Leber- oder Nierenfunktionsstörung
21. Prophylaxe
21. Empfehlungen zur Prophylaxe bei Migräne:
• Indikation: ≥ 6 Kopfschmerztage pro Monat
• Auch berücksichtigen: Einschränkungen im Alltag / Lebensqualität, Schmerzintensität
22. Propranolol
Migräneprophylaxe
Dociton®, Inderal®
Initialdosis: 20 mg p.o. 2–3× täglich
Dosissteigerung: wöchentliche Titration (20 mg)
Zieldosis: 80–160 mg/Tag, aufgeteilt in 2–4 Einzeldosen
Indikation: Auch geeignet bei Patient:innen mit arterieller Hypertonie
Nebenwirkungen: Lethargie (Müdigkeit, Antriebslosigkeit)
Kontraindikationen / Vorsicht: Asthma bronchiale, Arterielle Hypotonie
23. Topiramat
Migräneprophylaxe
Topamax®
fachleiterinfo@gmail.com
instagram.com/fachleiterinfo
Initialdosis: 25 mg 1× täglich
Zieldosis: 100–200 mg/Tag
Dosissteigerung: wöchentliche Titration (25 mg)
Nebenwirkungen: Parästhesien, Müdigkeit, Gewichtsverlust, Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen, Kognitive Beeinträchtigungen
Schwangerschaft: FDA-Kategorie D → kontraindiziert wegen teratogenem Risiko
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ARZT: Guten Tag,
Mein Name ist Doktor Schuster. Ich bin heute als Assistenzarzt auf der Station tätig. Ich würde gerne ein Anamnesegespräch
mit Ihnen führen.
Falls Sie etwas nicht richtig verstanden haben oder Fragen haben, lassen Sie es mich bitte wissen. Zunächst benötige ich einige persönliche Informationen, danach können wir fortfahren.
Wie heißen Sie?
PATIENTIN: Mein Name ist Susanne Holst.
ARZT: Könnten Sie bitte Ihren Vornamen langsam buchstabieren?
PATIENTIN: Natürlich,
mein Vorname: S, U, S, A, N, N, E
ARZT: Zuallererst möchte ich gern in Erfahrung bringen, ob Sie die
Schmerzen beziehungsweise Beschwerden als erträglich empfinden.
PATIENTIN: Obwohl ich Paracetamol genommen habe, sind die Schmerzen schlimmer geworden. Ich fühl mich echt mies.
ARZT: Keine Sorge, wir gehen das jetzt Schritt für Schritt durch und finden heraus, was los ist. Dann können wir besser entscheiden, welche Therapie sinnvoll ist.
Wie alt sind Sie, Frau Holst?
PATIENTIN: Ich bin 37 Jahre alt.
ARZT: Wann genau sind Sie geboren?
PATIENTIN: Ich bin am einundzwanzigsten März 1988 geboren.
ARZT: Wie groß sind Sie?
PATIENTIN: Ich bin eins sechsundsiebzig groß.
ARZT: Wie viel wiegen Sie?
PATIENTIN: Ich wiege etwa einundsiebzig Kilogramm.
ARZT: Wie heißt Ihr Hausarzt beziehungsweise Ihre Hausärztin?
PATIENTIN: Meine Hausärztin heißt Doktor Karla Scholz.
ARZT: Könnten Sie die Schmerzen etwas genauer lokalisieren?
PATIENTIN: Ich habe richtig starke Kopfschmerzen, vor allem auf der linken Schädelhälfte – besonders hinter dem Auge und im Schläfenbereich.
ARZT: Seit wann bestehen die Schmerzen?
PATIENTIN: Seit gestern haben die Schmerzen langsam angefangen.
ARZT: Sind die Schmerzen dauerhaft oder treten sie phasenweise auf?
PATIENTIN: Dauerhaft. Sie hören gar nicht richtig auf.
ARZT: Wie würden Sie die Schmerzen beschreiben? Sind sie eher dumpf, ziehend, stechend, drückend oder pochend?
PATIENTIN: Pochend, so wie ein Herzschlag. Manchmal spüre ich richtig, wie es im Kopf klopft.
ARZT: Gibt es Faktoren, die die Schmerzen beeinflussen – zum Beispiel Husten, Licht, Stress oder etwas anderes?
PATIENTIN: Wie Sie sehen, muss ich die Augen meistens geschlossen halten – das Licht macht alles schlimmer. Außerdem bevorzuge ich ruhige Räume. Geräusche sind für mich im Moment richtig unangenehm und machen mich nervös.
ARZT: Dann können wir den Raum ein bisschen dunkler machen.
PATIENTIN: Dankeschön.
ARZT: Wie verändern sich die Schmerzen bei Kopfbewegungen?
PATIENTIN: Ehrlich gesagt, bevorzuge ich es, keinen Körperteil zu bewegen. Ich fühle mich wirklich krank.
ARZT: Ich verstehe. Strahlen die Schmerzen irgendwohin aus?
PATIENTIN: Nein, sie bleiben an derselben Stelle.
ARZT: Verändern sich die Schmerzen beim Husten?
PATIENTIN: Nein, da merke ich keinen Unterschied.
ARZT: Wie würden Sie die Intensität ihrer Schmerzen auf einer Skala von 1 bis 10 einschätzen, wobei 1 leichte und 10 unerträgliche Schmerzen sind?
PATIENTIN: Etwa bei 7. Es ist ziemlich stark.
ARZT: Traten vor den Kopfschmerzen Sehstörungen auf – zum Beispiel Flimmern, Lichtblitze, verschwommenes Sehen oder Gesichtsfeldausfälle?
PATIENTIN: Ja, etwa 20 Minuten vor den Kopfschmerzen sehe ich Lichtblitze. Das war im linken Gesichtsfeld.
ARZT: Hatten Sie eine Wahrnehmung von einem ungewöhnlichen Geruch oder Geschmack?
PATIENTIN: Nein, ich habe nichts Ungewöhnliches gerochen oder geschmeckt.
ARZT: Hatten Sie ein Kribbeln, Taubheitsgefühl oder eine Schwäche in Armen oder Beinen?
PATIENTIN: Ich würde sagen, es fühlt sich ganz komisch an – so, als ob tausend Ameisen über die Haut an meinen linken Fingerspitzen laufen. Das hatte ich schon vor den Kopfschmerzen, und es ist jetzt immer noch da.
ARZT: Haben Sie Übelkeit?
PATIENTIN: Ja, mir ist seit gestern ziemlich übel.
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ARZT: Haben Sie sich übergeben?
PATIENTIN: Ja, zweimal – einmal gestern und heute noch einmal.
ARZT: Was genau haben Sie erbrochen? Ist Ihnen etwas Ungewöhnliches aufgefallen – zum Beispiel Blut?
PATIENTIN: Nein, nichts Besonderes. Es waren einfach Essensreste, eher breiig – so wie Apfelmus. Kein Blut, keine dunkle Farbe.
ARZT: Haben Sie Fieber?
PATIENTIN: Nein, ich habe kein Fieber.
ARZT: Ist Ihr Nacken steif?
PATIENTIN: Nein, es ist nicht mir aufgefallen.
ARZT: Haben Sie ein Druckgefühl im Gesicht oder tut es weh, wenn Sie auf die Stirn oder Wangen drücken?
PATIENTIN: Nein, das habe ich eigentlich nicht.
ARZT: Hatten Sie Bewusstseinsstörungen, Sprachprobleme oder Lähmungserscheinungen?
PATIENTIN: Nein, ich war die ganze Zeit klar im Kopf, keine Lähmungen oder Sprachprobleme.
ARZT: Gab es kürzlich einen Unfall oder einen Sturz auf den Kopf?
PATIENTIN: Nein, nichts dergleichen.
ARZT: Hatten Sie schon einmal einen Krampfanfall?
PATIENTIN: Nein, noch nie. So etwas ist bei mir noch nie vorgekommen.
ARZT: Haben Sie Brustschmerzen oder Atemnot?
PATIENTIN: Nein, habe ich nicht.
ARZT: Ist Ihnen Unruhe, Herzrasen oder Herzklopfen aufgefallen?
PATIENTIN: Ich habe das Gefühl, dass mein Herz schneller als sonst schlägt.
ARZT: Haben Sie gleichzeitig Tränenfluss, eine verstopfte Nase oder gerötete Augen auf derselben Seite?
PATIENTIN: Nein, solche Symptome hatte ich nicht.
ARZT: Haben Sie das Gefühl, im Gesicht übermäßig zu schwitzen?
PATIENTIN: Nein, eigentlich nicht.
ARZT: Erleben Sie Gleichgewichtsstörungen, Schwindel oder ein Gefühl der Unsicherheit beim Gehen?
PATIENTIN: Ja, mir ist schwindelig. Ich fühle mich dann etwas wackelig auf den Beinen.
ARZT: Hatten Sie diese Art von Schmerzen bereits früher?
PATIENTIN: Seit ungefähr zehn Jahren habe ich auch manchmal Kopfschmerzen, aber die waren immer eher leicht, haben ein paar Stunden angehalten und waren nie so stark wie heute – auch ohne Erbrechen. Solche Kopfschmerzen hatte ich vielleicht alle fünf bis sechs Monate, und die sind von allein wieder weggegangen. Vor zwei Monaten hatte ich auch so einen, aber da bin ich nicht zum Arzt gegangen. Wissen Sie, mein Vater ist nämlich an einem Hirntumor gestorben – und deswegen habe ich jetzt echt Angst. Können Sie mir bitte sagen, was mit mir los ist?
ARZT: Frau Holst, das tut mir leid zu hören. Ich verstehe Ihre Sorge. Aber ohne weitere Fragen und Untersuchungen können wir noch nicht genau sagen, worum es geht.
Kopfschmerzen können viele Ursachen haben – und dahinter steckt zum Glück nicht immer etwas Schlimmes.
Bitte machen Sie sich erst mal keine großen Sorgen. Wir gehen das gemeinsam Schritt für Schritt durch.
Was haben Sie gemacht, als die Schmerzen begannen?
PATIENTIN: Die Kopfschmerzen haben nach der Gartenarbeit angefangen – genauer gesagt, nachdem ich zwei Blumenzwiebeln eingepflanzt hatte. Ich habe mich lange Zeit gebückt. Außerdem könnte es am Föhnwetter gelegen haben – es war ziemlich warm, und dieser trockene Wind war echt unangenehm.
ARZT: Wie viele Tabletten haben Sie eingenommen?
PATIENTIN: Ich habe zweimal Paracetamol ausprobiert – aber es hat nichts gebracht.
ARZT: In welcher Dosierung haben Sie die Medikamente eingenommen?
PATIENTIN: Ich habe jeweils 500 Milligramm Paracetamol genommen. Zudem habe ich auch einmal gestern Ibuprofen 400 Milligramm eingenommen.
ARZT: Bitte beachten Sie, dass Schmerzmittel nicht unkontrolliert eingenommen werden sollten. Ein übermäßiger Gebrauch kann zur Zunahme von Häufigkeit, Dauer oder Intensität der Anfälle führen.
Haben Sie bekannte Allergien gegen bestimmte Medikamente?
PATIENTIN: Nein, nichts Besonderes.
ARZT: Könnte es sein, dass Sie schwanger sind?
PATIENTIN: Ich denke eher nicht. Meine letzte Blutung war vor einer Woche, und ich habe keinen ungeschützten Geschlechtsverkehr gehabt.
ARZT: Sind bei Ihnen Herzprobleme, Bluthochdruck oder Nierenprobleme bekannt?
PATIENTIN: Nein, soweit ich weiß.
ARZT: Alles klar. Dann überprüfe ich jetzt Ihre Vitalparameter. Anschließend können wir Ihnen ein schnell wirksames Schmerzmittel als Nasenspray geben, zum Beispiel Triptan-Nasenspray.
PATIENTIN: Danke.
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ARZT: Haben die Schmerzen Sie schlafen lassen?
PATIENTIN: Nein, die Schmerzen haben mich die ganze Nacht wach gehalten, deshalb bin ich jetzt richtig müde.
ARZT: Wie sind Sie ins Krankenhaus gekommen?
PATIENTIN: Meine Schwester hat mich mit dem Auto hergebracht.
ARZT: Haben Sie Nachtschweiß, Schüttelfrost oder Schweißausbrüche?
PATIENTIN: Nichts.
ARZT: Wie würden Sie Ihren Appetit in letzter Zeit beschreiben?
PATIENTIN: Mein Appetit ist in der Regel gut, aber bei Schmerzen oder Übelkeit nimmt er deutlich ab.
ARZT: Könnten Sie mir bitte sagen, wie Sie sich ernähren? Leben Sie vegetarisch, vegan oder folgen Sie einer Mischkost?
PATIENTIN: Ich esse eigentlich alles ganz gern – außer Nüssen, die machen mir Blähungen. Auch Obst, vor allem süßes, vertrage ich nicht so gut – davon bekomme ich Bauchschmerzen und manchmal auch Durchfall.
ARZT: Könnten Sie bitte genauer sagen, welche Nüsse Sie meinen und welche Sorten von süßem Obst Ihnen Beschwerden machen?
PATIENTIN: Vor allem Haselnüsse und Walnüsse vertrage ich nicht. Bei süßem Obst sind es besonders Weintrauben und reife Birnen – davon bekomme ich meistens die Beschwerden.
ARZT: Haben Sie in letzter Zeit ungewollt abgenommen oder zugenommen?
PATIENTIN: Nein, nichts Auffälliges.
ARZT: Haben Sie insgesamt Schwierigkeiten beim Ein- oder Durchschlafen?
PATIENTIN: Eigentlich schlafe ich ganz gut.
Aber ab und zu kriege ich einen Asthmaanfall mit Husten – dann wache ich plötzlich auf.
ARZT: Seit wann leiden Sie an Asthma?
PATIENTIN: Schon seit der Schulzeit.
ARZT: Wie oft bekommen Sie einen Anfall? Gibt es bestimmte Auslöser dafür?
PATIENTIN: Ich würde sagen, etwa dreimal bis viermal im Jahr – vor allem in der Jahreszeit, in der Gräserpollen unterwegs sind, Hauptsächlich im Frühling und Sommer.
ARZT: Was unternehmen Sie dagegen?
PATIENTIN: Ich schütze mich, indem ich draußen eine Maske trage. Außerdem benutze ich bei Bedarf den blauen Spray.
ARZT: Hilft das Spray gut?
PATIENTIN: Ja, auf jeden Fall.
ARZT: Waren Sie schon einmal wegen starker Atemnot durch Ihr Asthma im Krankenhaus?
PATIENTIN: Nein, zum Glück noch nie.
ARZT: Haben Sie möglicherweise auch Heuschnupfen oder ein Ekzem?
PATIENTIN: Nein, das habe ich nicht.
ARZT: Haben Sie Schwierigkeiten beim Stuhlgang oder Wasserlassen?
PATIENTIN: Nichts Besonderes.
ARZT: Gibt es noch etwas, das Sie erwähnen möchten?
PATIENTIN: Ja, vor etwa zehn Jahren haben die Nackenschmerzen angefangen, die bis in die rechte Schulter ausstrahlen. Damals war ich bei meiner Hausärztin, und sie meinte, dass das ständige Sitzen und die einseitige Belastung die Ursache sein könnten.
ARZT: Könnten Sie mir bitte die genaue Diagnose nennen?
PATIENTIN: Ja, ich habe seit ungefähr zehn Jahren einen Bandscheibenvorfall im Nacken – ich glaube im Bereich zwischen dem fünften und sechsten Halswirbel. Normalerweise bekomme ich alle zwei bis drei Monate Schmerzen, vor allem nach falscher Haltung oder stärkerer Belastung.
ARZT: Haben Sie schon mal ein MRT gemacht bekommen?
PATIENTIN: Ja, das war vor neun Jahren.
ARZT: Was unternehmen Sie gegen die Nackenschmerzen?
PATIENTIN: Ich nehme bei Bedarf Ibuprofen und benutze ein spezielles Pflaster für den Nacken. An den Namen kann ich mich leider nicht erinnern.
ARZT: Kein Problem, Gibt es sonst noch irgendwelche Erkrankungen bei Ihnen, von denen ich wissen sollte?
PATIENTIN: Ich bekomme immer wieder einen Bläschenausschlag an der Unterlippe.
Am Anfang brennt es, dann kommen die Bläschen. Das passiert meistens, wenn ich gestresst bin oder Fieber habe.
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ARZT: Welche Behandlungen wurden dagegen durchgeführt?
PATIENTIN: Mir wurde mal eine Salbe verschrieben, aber ich habe den Namen vergessen.
ARZT: War es vielleicht Zovirax oder Aciclovir?
PATIENTIN: Ah, ja – Aciclovir, genau das war es!
Außerdem hatte ich vor etwa fünf Jahren eine Rippenprellung auf der rechten Seite – nach einem Autounfall. Ich saß als Beifahrerin neben meiner Mutter, und sie musste wegen einer Radfahrerin plötzlich bremsen. Dabei bin ich mit dem Oberkörper gegen das Armaturenbrett gestoßen.
ARZT: Wie haben Sie sich damals behandeln lassen?
PATIENTIN: Ich habe Schmerzmittel genommen und sollte mich körperlich schonen.
ARZT: Wurden Sie schon mal operiert oder hatten Sie einen medizinischen Eingriff?
PATIENTIN: Ja, vor etwa 20 Jahren wurde ich wegen einer geplatzten Blinddarmentzündung operiert. Leider bin ich zu spät ins Krankenhaus gegangen – deshalb hatte ich eine starke Entzündung, und mein Bauch war ganz hart, wie ein Brett. Außerdem wurde mir vor 10 Jahren der rechte Eierstock entfernt, wegen einer Zyste – wenn ich mich richtig erinnere.
ARZT: Wissen Sie noch, welche Betäubung Sie damals bekommen haben?
PATIENTIN: Ja, bei der Blinddarm-OP war ich komplett weg, das war eine Vollnarkose. Und bei der Operation am Eierstock – ich glaube, das war auch eine Vollnarkose. Ganz genau weiß ich es aber nicht mehr.
ARZT: Sind die Operationen komplikationslos verlaufen?
PATIENTIN: Ja, alles problemlos.
ARZT: Wurden die Operationen offen durchgeführt oder laparoskopisch?
PATIENTIN: Laparoskopisch – beide.
ARZT: Hatten Sie schon einmal eine Schwangerschaft?
PATIENTIN: Nein, noch nie.
ARZT: Bekommen Sie Ihre Tage regelmäßig? Wie oft?
PATIENTIN: Ja, etwa alle 30 Tage.
ARZT: Gibt es bei Ihnen noch irgendwelche Probleme in Bezug auf die Frauengesundheit?
PATIENTIN: Nein, nichts weiter.
ARZT: Wann haben Sie zuletzt einen Frauenarzt konsultiert?
PATIENTIN: Ich habe zuletzt vor einem Jahr einen Frauenarzt aufgesucht, bei dem kein auffälliger Befund festgestellt wurde.
ARZT: Nehmen Sie noch andere Medikamente – zum Beispiel pflanzliche, chemische oder die Antibabypille?
PATIENTIN: Nein, ich nehme aktuell keine weiteren Medikamente
ARZT: Haben Sie ein Rezept für Ihre Medikamente?
PATIENTIN: Ja, habe ich.
ARZT: Sind Sie vollständig geimpft, also haben Sie alle Impfungen seit Ihrer Kindheit erhalten?
PATIENTIN: Da müsste ich meine Mutter fragen, ich war damals ja noch ein Kind. Aber ich habe dieses Jahr eine Impfung gegen die Hirnhautentzündung durch Zeckenstiche bekommen.
ARZT: Haben Sie bekannte Allergien oder Unverträglichkeiten, zum Beispiel gegen Lebensmittel, Medikamente, Tiere oder andere Substanzen?
PATIENTIN: Ja, ich habe eine Allergie gegen Schmuck.
ARZT: Gegen welchen Schmuck sind Sie allergisch – Gold, Silber oder Nickel?
PATIENTIN: Ich reagiere auf Nickel. Immer wenn ich nickelhältigen Schmuck oder eine Gürtelschnalle mit Nickel trage, bekomme ich an derselben Stelle eine allergische Reaktion.
ARZT: Wie äußert sich Ihre Reaktion auf Nickel?
PATIENTIN: Sie äußert sich durch Rötung und Juckreiz an der Stelle, die mit Nickel in Kontakt kommt.
ARZT: Was tun Sie dagegen?
PATIENTIN: Ich versuche, den Kontakt zu vermeiden.
ARZT: Rauchen Sie? Wie viele Zigaretten rauchen Sie täglich und seit wann?
PATIENTIN: Ich bin seit 10 Jahren Nichtraucherin. Davor habe ich 3 Jahre lang täglich eine halbe Schachtel geraucht.
ARZT: Es ist großartig, dass Sie sich entschieden haben, mit dem Rauchen aufzuhören. Können Sie mir erzählen, was Sie dazu motiviert hat?
PATIENTIN: Meine Hausärztin hat mir geraten, mit dem Rauchen aufzuhören, weil ich Asthma habe und das die Anfälle verschlimmern könnte. Deshalb habe ich aufgehört – und ich fühle mich jetzt deutlich besser.
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ARZT: Trinken Sie Alkohol? Welche Art? Wie viel?
PATIENTIN: Gelegentlich ein Glas Wein am Abend – aber nicht regelmäßig.
ARZT: Kam es schon einmal vor, dass Sie aufgrund übermäßigen Alkoholkonsums Symptome einer Vergiftung hatten?
PATIENTIN: Nein, so etwas ist bei mir noch nie passiert.
ARZT: Darf ich Sie fragen, ob Sie schon einmal Drogen konsumiert haben?
PATIENTIN: Niemals.
ARZT: Was machen Sie beruflich?
PATIENTIN: Ich bin Moderatorin.
ARZT: Wo genau arbeiten Sie – im Radio oder im Fernsehen?
PATIENTIN: Ich bin beim ZDF angestellt, im Bereich Kultur.
ARZT: Wie ist Ihr Familienstand?
PATIENTIN: Ich bin verheiratet.
ARZT: Mit wem wohnen Sie zusammen?
PATIENTIN: Ich wohne mit meinem Mann.
ARZT: Wie viele Kinder haben Sie?
PATIENTIN: Ich habe keine Kinder.
ARZT: Gibt es in Ihrer Familie wichtige Erkrankungen, beispielsweise bei Ihren Eltern, Geschwistern oder anderen nahen Verwandten?
PATIENTIN: Bei meinem Vater wurde im Alter von 70 Jahren ein Tumor im Gehirn diagnostiziert. Er ist neun Monate später daran verstorben. Er hatte auch Kopfschmerzen.
Mit 60 hat meine Mutter rechts ein künstliches Hüftgelenk bekommen – wegen Verschleiß. Sie wohnt in einem Altenheim, das ziemlich weit weg von uns ist. Deshalb besuche ich sie nicht so oft.
ARZT: Gibt es in Ihrer Familie Fälle von Migräne?
PATIENTIN: Ja, eine meiner Tanten leidet seit vielen Jahren unter Migräne.
ARZT: Haben Sie in letzter Zeit eine Reise gemacht?
PATIENTIN: Nein, ich habe in letzter Zeit keine Reise unternommen.
ARZT: Haben Sie Haustiere?
PATIENTIN: Ich habe keine Haustiere.
ARZT: Wie fühlen Sie sich jetzt?
PATIENTIN: Schon etwas besser, der Schmerz ist nicht mehr so stark.
ARZT: Gut zu hören. Wir sind mit der Anamnese fertig. Haben Sie noch Fragen?
PATIENTIN: Können Sie mir sagen, was mit mir los ist?
ARZT: Ohne weitere Untersuchungen kann ich das im Moment noch nicht genau sagen. Aber Ihre bisherigen Beschwerden sprechen für eine bestimmte Form von Kopfschmerzen – vermutlich eine Migräne.
Um sicher zu sein, müssen wir noch ein paar Untersuchungen machen.
PATIENTIN: Alles klar.
Ich würde gern wissen, ob es einen Zusammenhang zwischen den Kopfschmerzen und meiner Periode geben könnte.
ARZT: Ja, das ist gut möglich. Viele Frauen haben eine sogenannte menstruelle Migräne.
Durch die hormonellen Schwankungen kurz vor oder während der Periode – vor allem durch den Abfall des Östrogenspiegels – kann es bei empfindlichen Personen verstärkt zu Migräneattacken kommen.
Aber machen Sie sich bitte keine Sorgen.
Das ist ein häufiges und gut behandelbares Muster.
