Begrüßung
Guten Tag, sehr geehrter Herr Professor Doktor …,
ich möchte Ihnen nun die Patientin Monika Zenker vorstellen.
Sie ist 35 Jahre alt, 169 cm groß und wiegt etwa 64 kg. Der Körpermassindex (BMI) beträgt 22,4 (Normalbereich).
Aktuelle Anamnese
Die Patientin wird aufgrund abdomineller Schmerzen in der Notaufnahme vorgestellt. Die Schmerzen bestehen seit etwa 7 Stunden, begannen zunächst periumbilikal und diffus und sind inzwischen in den rechten Unterbauch gewandert. Der Schmerzcharakter wird als stechend und zunehmend beschrieben.
Die Patientin gab an, die Schmerzen momentan mit etwa 7 einzuschätzen.
Begleitend bestehen Nausea, eine einmalige wässrige Defäkation, eine Druckdolenz im rechten Unterbauch sowie seit gestern Abend ein allgemeines Krankheitsgefühl.
Die Patientin gab an, eine axillär gemessene Körpertemperatur von 37,7 °C zu haben.
Folgende klinische Zeichen seien nicht festgestellt worden:
Hinweise auf eine Hypovolämie, Emesis, Hämatemesis, Meläna, Hämatochezie, Tenesmen, anamnestische Hinweise auf den Konsum potenziell kontaminierter Lebensmittel sowie Ähnliche Beschwerden bei Bekannten, neu aufgetretene gynäkologische oder urologische Beschwerden, Infekte der oberen Atemwege in letzter Zeit.
Die Patientin hat in letzter Zeit keine Reisen unternommen und stellte sich in Begleitung ihres Ehemannes vor.
Die vegetative Anamnese
Die vegetative Anamnese ist bis auf eine seit gestern bestehende Inappetenz unauffällig.
Vorerkrankungen
An Vorerkrankungen sind bei ihr die folgenden bekannt:
Die Patientin leidet seit längerer Zeit an gastroösophagealem Reflux, insbesondere mit Pyrosis.
Nach der zweiten Entbindung vor 7 Jahren bestand eine Stressinkontinenz, die mit Beckenbodenübungen behandelt wurde. Aktuell berichtet die Patientin über keine Beschwerden.
Seit etwa zehn Jahren besteht eine Hypothyreose, genauer gesagt eine Hashimoto-Thyreoiditis.
Im Alter von 12 Jahren erfolgte eine Tonsillektomie aufgrund rezidivierender Tonsillitiden mit persistierenden Halsschmerzen.
Voroperationen
Vor einem Jahr erfolgte eine Cholezystektomie aufgrund von Cholelithiasis. Zuvor bestanden starke Schmerzen im rechten Oberbauch. Der Eingriff wurde laparoskopisch und komplikationslos durchgeführt.
Vor drei Jahren bestand in der 7. Schwangerschaftswoche eine Extrauteringravidität im rechten Tuba uterina. Aufgrund starker Schmerzen und Blutungen erfolgte eine offene Operation mit Salpingektomie rechts.
Hinweis: Wenn eine Aussage durch eine ärztliche Untersuchung objektiv bestätigt werden kann – zum Beispiel durch sichtbare Narben – ist der Indikativ angebracht. (In der Fachsprachprüfung findet keine körperliche Untersuchung statt.)
Gynäkologie
Seit einem Jahr nimmt die Patientin regelmäßig das orale Kontrazeptivum Jaz ein. Die letzte Menstruation trat vor etwa zweieinhalb Wochen auf.
Vor sieben und vor neun Jahren erfolgten zwei Spontangeburten.
Vor etwa sechs Monaten wurde der Patientin vorsorglich eine Mammographie empfohlen. Die Untersuchung verlief unauffällig.
Medikamente
Derzeit nimmt die Patientin folgende Medikamente ein:
Euthyrox® 50 µg einmal täglich
Baldrian-Dragees bei Stress, nach Bedarf
Jaz® (orales Kontrazeptivum), regelmäßig
Pantoprazol 20 mg 1
Hinweis: Wenn eine Aussage durch eine ärztliche Beobachtung objektiv bestätigt werden kann – zum Beispiel anhand eines Rezepts – ist der Indikativ angebracht.
Allergien
Die Patientin gibt folgende Allergien bzw. Intoleranzen an:
Es besteht eine bekannte Hausstauballergie. Anamnestisch kam es früher zu häufigem Niesen und juckenden Exanthemen. Im Rahmen einer Hyposensibilisierung besserten sich die Symptome deutlich; aktuell zeigt sich lediglich gelegentlich mildes Niesen.
Noxen
Die Patientin raucht seit 15 Jahren etwa 15 Zigaretten täglich, entsprechend ca. 11–12 Packungsjahren.
Die Patientin konsumiert Alkohol lediglich gelegentlich, zum Beispiel auf Feiern in Form eines Glases Bier.
Die Patientin gibt an, nie Drogen konsumiert zu haben.
Sozialanamnese
Die Patientin ist Hausfrau, lebt mit ihrer Familie zusammen und hat zwei gesunde Kinder.
Familienanamnese
Der Vater ist 65 Jahre alt und gesund. Die Mutter erlitt vor einem Jahr einen Apoplex mit rechtsseitiger Hemiparese. Seitdem besteht eine Hemiparese rechts, weshalb der Vater die Pflege übernimmt.
Sie habe einen Hund.
Verdachts- und Differentialdiagnose
Meiner Ansicht nach sprechen die anamnestischen Angaben, insbesondere die Schmerzverlagerung vom periumbilikalen Bereich in den rechten Unterbauch, am ehesten für eine Appendizitis.
Differenzialdiagnostisch ist auch an eine mesenteriale Lymphadenitis zu denken. Diese beginnt häufig mit Schmerzen im Oberbauch oder im rechten Unterbauch und lokalisiert sich im Verlauf zwar auf die rechte Seite, jedoch nicht so präzise wie bei einer Appendizitis.
Bei einer Hernie erwarten wir obstruktive Symptome wie kolikartige Schmerzen sowie das klinische Erscheinungsbild einer Geschwulst, zum Beispiel in der Inguinalregion oder im Unterbauch.
Die Meckel-Divertikulitis stellt eine wichtige Differenzialdiagnose der Appendizitis dar, da sie ein sehr ähnliches klinisches Bild verursachen kann. Eine sichere Unterscheidung ist klinisch oft nicht möglich und erfolgt meist durch Bildgebung oder intraoperativ. Hinweise auf ein Meckel-Divertikel können insbesondere gastrointestinale Blutungen liefern, die für eine Appendizitis untypisch sind.
Aufgrund der Einnahme oraler Kontrazeptiva ist eine Extrauteringravidität weniger wahrscheinlich. Dennoch ist eine Bestimmung des β-hCG erforderlich. Zum Ausschluss anderer Differenzialdiagnosen wie Ovarialzyste oder Ovarialzysten-Torsion sollte eine Sonographie durchgeführt werden.
Es finden sich keine Hinweise auf einen Harnwegsinfekt oder eine Nephrolithiasis.
Morbus Crohn, Colitis ulcerosa sowie eine Ileitis terminalis kommen differenzialdiagnostisch infrage, sind in diesem Fall jedoch weniger wahrscheinlich, da typischerweise ein chronischer Verlauf mit rezidivierenden Beschwerden, Diarrhö (häufig blutig bei Colitis ulcerosa), Gewichtsverlust und systemischen Symptomen zu erwarten wäre, was hier nicht vorliegt.
Eine mesenteriale Ischämie ist in diesem Fall unwahrscheinlich, da diese typischerweise mit plötzlich einsetzenden, sehr starken Schmerzen („pain out of proportion“), häufig bei älteren Patienten mit kardiovaskulären Risikofaktoren einhergeht, während hier ein langsamer, wandernder Schmerzverlauf bei einer jungen Patientin vorliegt.
Eine Sigmadivertikulitis kommt differenzialdiagnostisch in Betracht, ist in diesem Fall jedoch aufgrund der rechtsseitigen Schmerzlokalisation, des jungen Alters der Patientin sowie des typischen Schmerzverlaufs mit initial periumbilikalen und anschließend in den rechten Unterbauch wandernden Schmerzen eher unwahrscheinlich.
Diagnostische Abklärung
Aufgrund des akuten Abdomens sollte die Patientin stationär aufgenommen werden, es ist eine Nahrungskarenz einzuhalten und zwingend ein chirurgisches Konsil einzuleiten.
körperliche Untersuchung
Nach der Anamnese folgt eine umfassende körperliche Untersuchung, die mit der Erhebung der Vitalparameter beginnt, darunter Herzfrequenz, Blutdruck, Atemfrequenz, Sauerstoffsättigung und Temperatur.
Die Inspektion ist meist unauffällig.
Bei der Palpation zeigt sich eine Druckdolenz am McBurney-Punkt. Falls eine Peritonitis vorliegt, finden sich zusätzlich Abwehrspannung und Loslassschmerz.
Die Perkussion zeigt in der Regel keine Auffälligkeiten.
In der Auskultation finden sich normalerweise normoaktive Darmgeräusche. Bei einer Obstruktion treten zunächst hochgestellte, klingende Geräusche auf; im weiteren Verlauf können die Darmgeräusche vollständig ausbleiben. Begleitend ist oft eine Tachykardie nachweisbar.
Nicht am McBurney-Punkt beginnen – also immer entfernt vom Schmerz beginnen!
Der McBurney-Punkt, der sich ein Drittel der Strecke zwischen der Spina iliaca anterior superior und dem Umbilicus befindet, ist bei Patient:innen mit anatomisch normal gelegener Appendix häufig der Punkt maximaler Druckschmerzhaftigkeit.
Der Lanz-Punkt liegt auf der Verbindungslinie zwischen beiden Spinae iliacae anteriores superiores im rechten Drittel; ein dort auslösbarer Druckschmerz spricht für eine Appendizitis und stellt eine alternative Lokalisation der Appendix dar.
Es gibt mehrere klinische Zeichen, die Hinweise auf die Lage der Appendix geben können:
• Rovsing-Zeichen: Schmerzen im rechten Unterbauch nach Druck auf den linken Unterbauch (normale Lage).
• Dunphy-Zeichen: Schmerzen beim Husten (retrozökale Lage).
• Obturator-Zeichen: Schmerzen bei Innenrotation der Hüfte (Becken-Appendix).
• Iliopsoas-Zeichen: Schmerzen bei Anheben/Flexion der Hüfte (retrozökale Lage).
Die digitale rektale Untersuchung kann bei Verdacht auf Appendizitis durchgeführt werden!, insbesondere bei unklarer Symptomatik oder Verdacht auf pelvine Lage der Appendix, ist jedoch nicht obligat.
Das Blumberg-Zeichen wird geprüft, indem der Untersucher langsam Druck auf die Bauchdecke ausübt und diesen anschließend plötzlich löst; treten dabei Schmerzen beim Loslassen – auch kontralateral – auf, spricht dies für eine Peritonitis.
Der Douglas-Schmerz wird im Rahmen der rektalen Untersuchung durch Palpation des Douglas-Raums geprüft; ein dabei auslösbarer Schmerz spricht für eine tiefliegende beziehungsweise pelvine Reizung, wie sie bei einer Appendizitis vorkommen kann.
Das Sherren-Dreieck beschreibt ein gedachtes Dreieck zwischen rechter Spina iliaca anterior superior, Nabel und Symphyse; ein Druckschmerz in diesem Bereich weist auf mehrere typische Appendizitisdruckpunkte hin.
Anatomische Diagnose
Laboruntersuchungen
Dabei würden wir folgende Laboruntersuchungen veranlassen: kleines Blutbild, Nierenfunktionsparameter, Leberwerte (ALT, AST, GGT, AP, Bilirubin), C-reaktives Protein , β-hCG, TSH und freies T4 , eine Urinanalyse, Elektrolyte, Gerinnung (INR, PTT), Blutgruppe und Kreuzblut.
Elektrokardiogramm
Ein Elektrokardiogramm wird in der Regel präoperativ zur kardiologischen Abklärung bzw. Operationsfreigabe durchgeführt.
Bildgebende Verfahren
Abdomensonografie (erste Wahl)
Die Sonographie ist ein bildgebendes Verfahren, das mithilfe hochfrequenter Schallwellen innere Strukturen darstellt. Sie erfolgt ohne Strahlenbelastung, erfordert in der Regel keine spezielle Vorbereitung und dauert nur wenige Minuten. Der Patient liegt dabei auf der Untersuchungsliege, ein Gel wird aufgetragen, und der Schallkopf wird über die Haut geführt. Bei Verdacht auf Appendizitis können typische Befunde erhoben werden, darunter ein verdickter, nicht komprimierbarer Appendix mit einem Durchmesser > 6 mm, eine Wandverdickung, eine Kokardenstruktur (Zielscheibe) im Querschnitt, fehlende Peristaltik sowie eine erhöhte Echogenität des umgebenden Fettgewebes. Zusätzlich können freie Flüssigkeit oder ein Appendikolith nachweisbar sein.
Die Sonographie weist eine Sensitivität von 85 % und eine Spezifität von 90 % auf. Sie ist kostengünstiger und leichter verfügbar als die CT und verursacht keine Strahlenbelastung. Allerdings ist sie untersucherabhängig und bei adipösen Patientinnen und Patienten oder bei atypischer Lage der Appendix nur eingeschränkt aussagekräftig.
Computertomographie (CT)
Die CT mit Kontrastmittel weist bei der akuten Appendizitis eine Sensitivität und Spezifität von über 95 % auf.
Die Computertomographie (CT) ist ein bildgebendes Verfahren, das mithilfe von Röntgenstrahlen detaillierte Schnittbilder der inneren Organe erstellt. Dabei wird der Patient in einen röhrenförmigen Scanner geschoben und muss während der Untersuchung still liegen. Manchmal wird ein Kontrastmittel verabreicht, um eine genauere Darstellung zu ermöglichen. Die Untersuchung ist schmerzfrei und dauert nur wenige Minuten. Vor der Untersuchung mit Kontrastmittel ist es wichtig, dass Sie ausreichend Flüssigkeit trinken. Bestimmte Medikamente wie Metformin sollten vorher pausiert werden. In seltenen Fällen kann es zu einer allergischen Reaktion auf das Kontrastmittel kommen, (aber keine Sorge: Wir sind darauf vorbereitet und haben alle notwendigen Medikamente und Maßnahmen vor Ort.)
CT-Merkmale, die auf eine Appendizitis hinweisen, sind ein erweitertes Lumen mit doppelter Wandschichtung (> 6 mm), eine Wandverdickung (> 2 mm), periappendikuläres Fettgewebsstranding, eine Verdickung der Appendixwand sowie das Vorliegen eines Appendikolithen.
Konsile
Chirurgie
Behandlung:
Der bevorzugte Ansatz zur Behandlung von Patient:innen mit unkomplizierter Appendizitis ist die Appendektomie.
Häufig erfolgt diese als Notfalleingriff.
Die laparoskopische Appendektomie führt zu einer kürzeren Krankenhausverweildauer, einer schnelleren Rückkehr in den Alltag sowie zu niedrigeren Raten oberflächlicher Wundinfektionen, insbesondere bei adipösen Patient:innen.
Das Legen eines transurethralen Katheters (Foley-Katheter) ist optional, jedoch für eine Appendektomie nicht zwingend erforderlich.
Präoperativ müssen Antibiotika mindestens 30 bis 60 Minuten vor dem Hautschnitt verabreicht werden. Bei unkomplizierter Appendizitis stehen hierfür Cefoxitin oder Cefazolin in Kombination mit Metronidazol zur Verfügung. Bei β-Laktam-Allergie kann Clindamycin in Kombination mit einem Fluorchinolon gegeben werden.
Patient:innen, die einer laparoskopischen Appendektomie unterzogen werden, werden in Rückenlage gelagert, wobei der linke Arm zur besseren Zugänglichkeit am Körper fixiert wird.
Eine Laparotomie erfolgt in der Regel nur bei komplizierten Verläufen wie diffuser Peritonitis, perforierter Appendizitis mit ausgedehnter intraabdomineller Kontamination oder großen Abszessen bzw. einer ausgeprägten Phlegmone sowie bei intraoperativer Konversion aufgrund unzureichender Übersicht oder technischer Schwierigkeiten.
Komplikationen:
Eine perforierte oder gangränöse Appendizitis sowie eine Appendizitis mit Abszess- oder Phlegmonenbildung gelten als komplizierte Verlaufsformen. Diese äußern sich typischerweise durch hohes Fieber, stark erhöhte Entzündungswerte, Abwehrspannung, einen tastbaren Resistenzbefund im Abdomen und Anzeichen einer Sepsis. Postoperativ können insbesondere Wundinfektionen sowie intraabdominelle Abszesse als Komplikationen auftreten.
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Zusatzwissen |
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• Der Appendix ist ein echtes Divertikel des Zökums, da er alle histologischen Schichten des Kolons enthält. Die durchschnittliche Länge beträgt 6–9 cm. Meist liegt er intraperitoneal und retrozökal, kann jedoch auch pelvin (etwa ein Drittel der Fälle) oder retroperitoneal (knapp 10 %) lokalisiert sein. • Eine Appendizitis tritt bei etwa 10 % der Bevölkerung auf, am häufigsten im Alter zwischen 10 und 30 Jahren. Das mittlere Erkrankungsalter liegt bei 22 Jahren. Das Verhältnis von Männern zu Frauen beträgt bis Mitte 20 etwa 3:2 und gleicht sich nach dem 30. Lebensjahr an. • Es ist wichtig, eine genaue Anamnese von der Patientin bzw. Dem Patienten und – im Falle pädiatrischer Patient:innen – von den Angehörigen zu erheben. • Eine regionale Entzündung kann sich auch mit Ileus, Diarrhoe, Dünndarmobstruktion und Hämaturie manifestieren. Zudem ist eine gezielte Erhebung negativer anamnestischer Angaben (einschließlich der Menstruationsanamnese) erforderlich, um andere Ursachen abdomineller Schmerzen auszuschließen. |
Pathophysiologie
Die Appendizitis entsteht in der Regel durch eine Lumeneinengung oder -obstruktion der Appendix, beispielsweise durch einen Fäkolithen, eine lymphatische Hyperplasie oder seltener durch Fremdkörper oder Tumoren.
Infolge der Obstruktion kommt es zu einer Sekretstauung und Druckerhöhung im Lumen der Appendix. Dies führt zu einer Minderdurchblutung der Wand, wodurch die Schleimhaut geschädigt wird.
Anschließend kommt es zu einer bakteriellen Überwucherung, die eine Entzündungsreaktion auslöst. Im weiteren Verlauf kann die Entzündung die gesamte Wand betreffen, was zu einer Ischämie, Nekrose und schließlich Perforation führen kann.
Appendixkarzinom
Das Appendixkarzinom ist eine seltene Malignität des Wurmfortsatzes. In vielen Fällen handelt es sich um einen postoperativen Zufallsbefund nach einer Appendektomie, da die Erkrankung häufig asymptomatisch verläuft oder erst nach mehreren ärztlichen Abklärungen diagnostiziert wird.
Der häufigste histologische Typ ist der neuroendokrine Tumor, der eher bei jüngeren Patientinnen und Patienten auftritt. Demgegenüber betrifft das Adenokarzinom des Appendix typischerweise eher ältere Patientinnen und Patienten.
Darüber hinaus gibt es muzinöse Neoplasien des Appendix, bei denen ein besonderes Risiko für die Entwicklung eines Pseudomyxoma peritonei besteht.
Extra
Namen:
Frau Becker, Martina Walser
Berufe:
Kauffrau
Vorerkrankungen:
Arterielle Hypertonie seit 10 Jahren – Enalapril 5 mg
Fragen
1. Was habe ich?
Das kann ich Ihnen jetzt noch nicht mit Sicherheit sagen. Dafür benötigen wir weitere Untersuchungen. Ihre bisherigen Beschwerden sprechen jedoch für eine mögliche Wurmfortsatzentzündung. Deshalb empfehle ich dringend eine stationäre Aufnahme.
2. Muss ich wirklich operiert werden?
Wenn sich die Diagnose bestätigt, empfehlen wir die Operation, da sehr wahrscheinlich eine Blinddarmentzündung vorliegt. Ohne den Eingriff könnte sich die Entzündung verschlimmern und im schlimmsten Fall zu einem Durchbruch führen.
3. Wie läuft die Operation ab?
Wir entfernen den entzündeten Blinddarm meistens minimal-invasiv, also mittels Bauchspiegelung. Dabei machen wir kleine Schnitte in die Bauchdecke. In seltenen Fällen muss offen operiert werden.
4. Welche Risiken gibt es?
Wie bei jeder Operation bestehen Risiken wie Blutungen, Infektionen oder Verletzungen benachbarter Organe. Diese Komplikationen sind aber selten. Insgesamt ist die Appendektomie ein Routineeingriff.
5. Wie lange bleibe ich im Krankenhaus?
In der Regel bleiben Sie nach der Operation zwei bis fünf Tage stationär, je nach Verlauf. Danach können Sie schrittweise wieder in den Alltag zurückkehren.
6. Welche Untersuchungen machen Sie jetzt bei mir? (Pyelonephritis)
Ich werde Ihren Bauch abtasten und besonders die Nierenlager prüfen. Dabei kann ein Druckschmerz in der Flanke oder ein Klopfschmerz über der Niere auftreten, was typisch für eine Nierenbeckenentzündung ist. Zusätzlich messe ich Fieber und überprüfe Herz und Lunge.
7. Könnten Sie bitte erklären, was unter dem Begriff “Adhäsion” verstanden wird?
Adhäsionen sind Bänder aus Narbengewebe, die sich nach einer Operation oder einer Entzündung bilden können. Sie verkleben Teile im Körper, die normalerweise nicht zusammenkleben sollten, wie zum Beispiel verschiedene Organe oder Gewebe im Bauch. Diese Verklebungen können Probleme wie Schmerzen, Bewegungseinschränkungen oder sogar Blockaden in den Organen verursachen, beispielsweise im Darm.
8. Nennen Sie zwei intraperitoneale und zwei extraperitoneale Organe.
Intraperitoneal: Magen, Milz
Extraperitoneal: Nieren, Rektum (unterer Abschnitt)
9. Wie entstehen Gallensteine, was begünstigt ihre Entstehung und woraus bestehen sie?
Gallensteine entstehen durch ein Ungleichgewicht in der Zusammensetzung der Galle, z. B. bei Übersättigung mit Cholesterin oder Bilirubin sowie bei Störungen der Gallenblasenentleerung. Risikofaktoren sind u. a. fettreiche Ernährung, Übergewicht, weibliches Geschlecht, höheres Alter und bestimmte Grunderkrankungen. Gallensteine bestehen meist aus Cholesterin, Bilirubin (Pigmentsteine) oder einer Mischung aus beiden Komponenten.
10. Wie viele Quadranten gibt es und wie ist das Abdomen unterteilt?
Das Abdomen kann in vier Quadranten unterteilt werden:
• Rechter oberer Quadrant (RUQ)
• Linker oberer Quadrant (LUQ)
• Rechter unterer Quadrant (RLQ)
• Linker unterer Quadrant (LLQ)
11. Wie klassifizieren Sie die Appendizitis?
Die Appendizitis lässt sich grundsätzlich in unkomplizierte und komplizierte Verlaufsformen einteilen.
Zu den unkomplizierten Formen zählen die katarrhalische und die seropurulente Appendizitis.
Die komplizierten Formen umfassen die ulzerophlegmonöse, gangränöse sowie die perforierte Appendizitis.
12. Was versteht man unter der katarrhalischen und der seropurulenten Appendizitis?
Die katarrhalische Appendizitis beschreibt ein frühes Stadium der Entzündung, bei dem vor allem die Schleimhaut betroffen ist und eine leichte entzündliche Reaktion vorliegt.
Die seropurulente Appendizitis stellt ein fortgeschritteneres Stadium dar, bei dem die Entzündung bereits die gesamte Wand der Appendix erfasst hat und es zu einer eitrigen Exsudation kommt.
Ärztliche Anordnung – V. a. akute Appendizitis
Patientin: Monika Zenker, 35 Jahre
Datum/Uhrzeit: sofort bei Aufnahme
Allgemeinmaßnahmen
• Stationäre Aufnahme auf chirurgische Station
• Nahrungskarenz (NPO)
• Bettruhe empfohlen
Monitoring
• Vitalparameter (RR, Puls, Temp., SpO₂) alle 6 Stunden
• Schmerzskala (NRS) dokumentieren
• Verlaufskontrolle Abdomen (Zunahme, Abwehrspannung, Peritonismus)
Venöser Zugang / Flüssigkeit
• i.v.-Zugang (peripher, großlumig, z. B. 16–18G, vorzugsweise an der V. basilica am Unterarm)
• Ringer-Lösung 500–1000 ml i.v. initial, dann nach Bedarf
Labor
• Blutbild (inkl. Leukozyten, Hämoglobin, Thrombozyten)
• CRP
• β-hCG
• Natrium, Kalium, Chlorid
• Kreatinin, Harnstoff
• Glukose
• AST, ALT, γ-GT, AP, Bilirubin
• Lipase
• INR, aPTT
• Blutgruppe (AB0, Rhesus)
• Antikörpersuchtest (AKS)
• Laktat (bei kompliziertem Verlauf / Sepsisverdacht)
Urin
Urinstatus
Bildgebung
Sonographie Abdomen + kleines Becken
Medikation
Metamizol 1 g i.v. bei Bedarf (oder …, je nach Klinikstandard)
Ondansetron 4 mg i.v. langsam bei Bedarf (Übelkeit)
Konsil
Chirurgisches Konsil: zeitnah! → OP-Indikation prüfen
Weiteres
• Aufklärung vorbereiten (Appendektomie möglich)
• bei Verschlechterung sofort Arzt informieren
Notizen
Körpermassindex
Körpermassindex (BMI)
Definition: Der Körpermassindex ist eine einfache Kennzahl, mit der das Körpergewicht in Relation zur Körpergröße beurteilt wird. Er wird berechnet, indem das Gewicht in Kilogramm durch das Quadrat der Körpergröße in Metern gesetzt wird.
periumbilikal
Periumbilikal
Bedeutung: Periumbilikal bezeichnet die Region unmittelbar um den Bauchnabel herum.
Nausea
Nausea (Übelkeit)
Definition: Nausea ist das subjektive Empfinden eines Unwohlseins mit dem Drang, sich übergeben zu müssen.
Defäkation
Defäkation
Definition: Defäkation bezeichnet den Vorgang des Ausscheidens von Stuhl aus dem Darm über den Anus.
axillär
Axillär
Bedeutung: Axillär bezieht sich auf die Achselregion (Unterseite der Schultergelenkszone) und wird häufig als Messort für die Körpertemperatur verwendet.
°C
Grad Celsius (°C)
Definition: °C ist die Einheit zur Messung von Temperaturen auf der Celsius-Skala und wird in medizinischen Befunden zur Angabe von Körper- oder Umgebungswärme verwendet.
Hypovolämie
Hypovolämie
Definition und Ursachen: Verminderung des zirkulierenden Blut- bzw. Plasmavolumens, zum Beispiel durch akuten Blutverlust, ausgeprägte Flüssigkeitsverluste (Erbrechen, Durchfall) oder unzureichende Zufuhr.
Klinische Bedeutung: Durch den Volumenmangel kommt es zu kompensatorischen Reaktionen des Herz-Kreislauf-Systems; eine beschleunigte Herzfrequenz (Tachykardie) kann als frühes Zeichen auftreten. Bei stärkerer Ausprägung drohen Minderdurchblutung und Kreislaufversagen.
Hämatemesis
Hämatemesis
Begriffserklärung: Hämatemesis bezeichnet das Erbrechen von Blut oder blutig verfärbtem Material.
Hinweiswirkung der Bluterscheinung: „Kaffeesatzerbrechen“ beschreibt dunkelbraunes, geronnenes oder teilweise zersetztes Blut und deutet typischerweise auf eine Blutungsquelle im oberen Gastrointestinaltrakt hin, ist aber nicht absolut spezifisch für die genaue Lokalisation.
Meläna
Meläna
Begriffserklärung: Meläna ist das Auftreten schwarzer, teerartiger Stühle durch den Abbau von Blutbestandteilen im Darm.
Klinische Einordnung: Schwarzer, glänzender Stuhl weist in der Regel auf eine Blutungsquelle im oberen Gastrointestinaltrakt oder proximalen Dünndarm hin, kann aber in Ausnahmefällen auch bei langsamer Passage aus weiter distal gelegenen Blutungsquellen entstehen.
Hämatochezie
Hämatochezie
Begriffserklärung: Hämatochezie ist die Ausscheidung von hellem, frischem Blut mit dem Stuhl.
Klinische Einordnung: Helle Blutbeimengungen deuten meist auf eine Blutungsquelle im unteren Gastrointestinaltrakt (Kolon, Rektum), wobei bei sehr starker Blutung auch eine obere GI-Quelle zu rotem Blut im Stuhl führen kann.
Tenesmen
Tenesmen
Begriffserklärung: Tenesmen sind quälende, oft schmerzhafte und drängende Stuhldesiderate, die häufig von dem Gefühl unvollständiger Entleerung begleitet werden.
Klinischer Zusammenhang: Tenesmen treten typischerweise bei rektalen oder kolorektalen Erkrankungen auf, etwa entzündlichen Prozessen oder Raumforderungen, und sind ein Ausdruck lokalisierten Reizgeschehens im Enddarmbereich.
Konsum potenziell kontaminierter
Der Konsum potenziell kontaminierter Lebensmittel oder Getränke kann zu einer Enterokolitis führen.
Ähnliche Beschwerden
Ähnliche Magen-Darm-Beschwerden bei Personen im Umfeld können auf eine gemeinsame Lebensmittelvergiftung hindeuten.
gynäkologische
Gynäkologische Beschwerden
Bezieht sich auf Symptome des weiblichen Genitaltrakts. Typische Beispiele sind Zwischenblutungen (Metrorrhagie) und krankhafter Scheidenausfluss (Fluor vaginalis). Metrorrhagie bedeutet Blutungen außerhalb der normalen Menstruation; Fluor bezeichnet veränderten vaginalen Ausfluss in Menge, Konsistenz, Farbe oder Geruch. Solche Zeichen können auf Infektionen, hormonelle Störungen oder andere gynäkologische Erkrankungen hinweisen und erfordern gezielte Abklärung.
urologische
Urologische Beschwerden
Bezeichnet Symptome des Harntrakts. Dysurie beschreibt Schmerzen oder Brennen beim Wasserlassen. Hämaturie bezeichnet das Vorhandensein von Blut im Urin, sichtbar oder nur im Labor nachweisbar. Diese Symptome können auf Infektionen, Steinleiden, Tumoren oder andere urologische Erkrankungen hinweisen und rechtfertigen weitere diagnostische Schritte.
Reflux
Reflux
Bezeichnet das Zurückfließen von Mageninhalt in die Speiseröhre, meist bedingt durch eine Funktionsstörung des unteren Ösophagussphinkters. Typische Beschwerden sind saures Aufstoßen und gelegentlich Sodbrennen. Wiederholter oder anhaltender Reflux kann zu Schleimhautschädigung der Speiseröhre führen und verlangt gegebenenfalls weiterführende diagnostische Abklärung.
Pyrosis
Pyrosis
Bezeichnet das subjektive Empfinden von Sodbrennen, typischerweise als brennendes Gefühl hinter dem Brustbein. Pyrosis wird häufig durch säurebedingten Reflux ausgelöst und ist ein typisches Symptom bei gastroösophagealer Refluxkrankheit, kann aber auch andere Ursachen haben.
Stressinkontinenz
Stressinkontinenz
Definition: Unwillkürlicher Harnverlust, der bei erhöhter Bauchpresse auftritt, etwa beim Husten, Niesen, Lachen oder bei körperlicher Anstrengung. Typisch ist das Fehlen eines vorausgehenden intensiven Harndrangs.
Ursachen: Häufige Auslöser sind eine Schwäche des Beckenbodens oder eine Insuffizienz des urethralen Verschlussapparates, zum Beispiel nach Geburten, gynäkologischen Eingriffen oder bei alters- und hormonbedingter Gewebeerschlaffung.
Therapie: Zunächst konservative Maßnahmen wie gezieltes Beckenbodentraining und physiotherapeutische Maßnahmen; Hilfsmittel oder Verhaltensänderungen können ergänzend sinnvoll sein. In ausgewählten Fällen sind medikamentöse Therapien möglich. Bei persistierenden oder schweren Beschwerden kommen operative Verfahren wie suburethrale Schlingen (z. B. TVT) in Betracht.
Tonsillektomie
Tonsillektomie
Definition: Operative Entfernung der Gaumenmandeln.
Indikationen: Hauptsächlich wiederkehrende Mandelentzündungen, Abszessbildung im Peritonsillarraum, ausgeprägte Mandelvergrößerung mit obstruktiver Schlafapnoe oder der begründete Verdacht auf eine bösartige Veränderung.
Komplikationen: Zu den wichtigsten Risiken gehören postoperative Nachblutungen, Schmerzen und Wundheilungsstörungen; seltener können Infektionen oder Verletzungen benachbarter Strukturen auftreten.
Hashimoto-
Die Hashimoto-Thyreoiditis ist eine chronische Autoimmunerkrankung der Schilddrüse, bei der das Immunsystem das Schilddrüsengewebe angreift. Dies führt häufig zu einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose). Typische Beschwerden einer Unterfunktion sind Müdigkeit, Gewichtszunahme, Kälteempfindlichkeit, Haarausfall, depressive Verstimmung und Verstopfung. Die Diagnose erfolgt anhand von Blutuntersuchungen, insbesondere TSH, fT4 und TPO-Antikörpern, sowie gegebenenfalls einer Ultraschalluntersuchung. Bei einer manifesten Unterfunktion wird der Hormonmangel durch die Einnahme von Levothyroxin ausgeglichen; die Behandlung ist meist lebenslang erforderlich.
Cholezystektomie
Cholezystektomie
Definition: Operative Entfernung der Gallenblase, häufig minimalinvasiv (laparoskopisch) durchgeführt.
Indikationen: Gezeigt bei symptomatischen Gallensteinleiden, akuter oder chronischer Entzündung der Gallenblase sowie bei größeren Gallenblasenpolypen oder begründetem Malignitätsverdacht.
Komplikationen: Mögliche unerwünschte Ereignisse sind Nachblutungen, Austritt von Gallenflüssigkeit, Verletzungen der Gallenwege oder angrenzender Organe sowie postoperative Infektionen.
Extrauteringravidität
Extrauteringravidität (Eileiterschwangerschaft)
Definition: Eine Schwangerschaft, die außerhalb der Gebärmutterhöhle liegt; am häufigsten findet sich die Einnistung in einer Eileiterabschnitt.
Lokalisation und Häufigkeit: Die überwiegende Mehrzahl dieser Schwangerschaften ist tubar; seltener sind ovarielle, abdominale oder zervikale Lokalisationen.
Therapeutische Ansätze: Je nach klinischem Befund kommen konservative medikamentöse Behandlung oder operative Eingriffe in Frage, etwa organerhaltende (Salpingotomie) oder entfernbare (Salpingektomie) Verfahren.
Komplikationen: Wichtige Gefahren sind ein Einriss des Eileiters mit innerer Blutung, daraus resultierender hämorrhagischer Schock und mögliche Beeinträchtigung der späteren Fertilität.
Tuba uterina
Tuba uterina
Die Tuba uterina, im allgemeinen Sprachgebrauch Eileiter genannt, verbindet das Ovar mit der Gebärmutterhöhle. Sie dient dem Transport der Eizelle und ist der übliche Ort der Befruchtung. Klinisch sind die Eileiter bedeutsam bei Entzündungen, Verwachsungen und als häufiger Ort einer extrauterinen Schwangerschaft.
Salpingektomie
Salpingektomie
Als Salpingektomie bezeichnet man die operative Entfernung eines Eileiters oder beider Eileiter. Die Operation wird beispielsweise bei komplizierter extrauteriner Schwangerschaft, schweren Entzündungen oder bei prophylaktischen Indikationen durchgeführt. Die Entfernung beeinflusst die Fertilität abhängig davon, ob ein oder beide Tuben betroffen sind.
Mammographie
Mammographie
Die Mammographie ist eine röntgenologische Untersuchungsmethode der Brust zur Erkennung von Raumforderungen, Verkalkungen und anderen strukturellen Veränderungen. Sie wird sowohl zur Früherkennung als auch zur Abklärung auffälliger Befunde eingesetzt. Die Untersuchung nutzt geringe Strahlendosen, liefert aber nicht in allen Fällen eindeutige Ergebnisse, insbesondere bei sehr dichtem Brustgewebe können zusätzliche Bildgebungstechniken erforderlich sein.
Euthyrox
Euthyrox
Euthyrox ist ein Präparat mit dem Wirkstoff Levothyroxin, einem synthetischen Schilddrüsenhormon (T4). Es dient der Substitution bei Schilddrüsenunterfunktion und zur Ergänzung nach Thyreoidektomie oder zur Behandlung bestimmter Formen von Struma. Wichtige Aspekte sind die Notwendigkeit der Laborüberwachung (z. B. TSH), mögliche kardiale Nebenwirkungen bei Überdosierung sowie Interaktionen mit anderen Arzneimitteln, die die Aufnahme oder Wirkung beeinträchtigen können.
Baldrian
Baldrian
Baldrian ist eine Heilpflanze, deren Auszüge traditionell zur kurzzeitigen Linderung leichter Schlafstörungen und zur Beruhigung bei nervöser Unruhe verwendet werden. Die wissenschaftliche Datenlage zeigt gemischte Effekte; Präparate können in unterschiedlicher Darreichungsform erhältlich sein. Bei gleichzeitiger Einnahme von anderen zentral dämpfenden Substanzen oder Alkohol ist Vorsicht geboten; Nebenwirkungen können Magen-Darm-Beschwerden oder Kopfschmerzen sein.
Jaz®
Jaz®
Jaz® ist ein Kombinationsoralpräparat zur hormonellen Empfängnisverhütung, das ein Östrogen und ein Gestagen enthält. Die Verhinderung der Ovulation, die Beeinflussung des Zervixschleims und Veränderungen der Gebärmutterschleimhaut tragen zur Kontrazeption bei. Mögliche unerwünschte Wirkungen reichen von leichten Beschwerden wie Kopfschmerzen oder Übelkeit bis zu ernsteren Risiken wie einer erhöhten Thromboseneigung; Kontraindikationen bestehen unter anderem bei aktiven thromboembolischen Erkrankungen, bestimmten Lebererkrankungen und bekanntem Brustkrebs. Wechselwirkungen mit enzyminduzierenden Substanzen können die Wirksamkeit vermindern.
Pantoprazol
Pantoprazol — Gruppe und Wirkung
Pantoprazol zählt zu den Protonenpumpenhemmern (PPI). Es vermindert die Magensäuresekretion, indem es die Salzsäureproduktion der Belegzellen im Magen hemmt.
Anwendungsgebiete
Eingesetzt wird es bei säurebedingten Erkrankungen des oberen Gastrointestinaltrakts, etwa bei Magengeschwüren oder Refluxbeschwerden.
Wichtige Risiken und Nebenwirkungen
Mögliche unerwünschte Wirkungen sind Verdauungsbeschwerden, Kopfschmerzen und allergische Reaktionen. Bei längerer Einnahme können weitere Risiken bestehen, die individuell abzuwägen sind. Empfehlungen zur Einnahme variieren; üblicherweise wird die Einnahme im Zusammenhang mit den Mahlzeiten geplant, genaue Instruktionen richten sich nach dem Präparat und der ärztlichen Anweisung.
Hyposensibilisierung
Hyposensibilisierung (Allergen-Immuntherapie)
Begriff und Ziel
Die Hyposensibilisierung, auch Allergen-Immuntherapie genannt, ist eine gezielte Behandlung von IgE-vermittelten Allergien. Ziel ist es, die Immunantwort gegenüber einem spezifischen Allergen zu modulieren und dadurch die Allergiesymptome dauerhaft zu verringern.
Wirkungsweise und Verlauf
Durch wiederholte Verabreichung des auslösenden Allergens in steigender Dosis soll eine Toleranzentwicklung des Immunsystems erreicht werden. Die Therapie ist in der Regel langfristig angelegt.
Packungsjahren
Packungsjahre — Definition und Berechnung
Begriffserklärung
Ein Packungsjahr ist eine Maßeinheit zur Erfassung kumulativer Tabakexposition.
Formel und Beispiel
Berechnet wird es als (Anzahl der täglich gerauchten Zigaretten ÷ 20) × Anzahl der Rauchjahre. Bei 15 Zigaretten pro Tag über 15 Jahre ergibt das 15/20 × 15 = 11,25 Packungsjahre (gerundet etwa 11–12 Packungsjahre).
Apoplex
Apoplex (Schlaganfall)
Begriff und Ursachen
Ein Apoplex, allgemein als Schlaganfall bezeichnet, ist eine akute Störung der zerebralen Durchblutung. Ursachen sind typischerweise ein Verschluss eines Hirngefäßes (ischämischer Schlaganfall) oder eine Blutung ins Hirngewebe (hämorrhagischer Schlaganfall).
Klinische Bedeutung
Ein Schlaganfall führt zu fokalen neurologischen Ausfällen wie Halbseitenlähmungen, Sprachstörungen oder Bewusstseinsveränderungen und erfordert umgehende medizinische Abklärung und Behandlung.
Appendizitis
Appendizitis (Entzündung des Wurmfortsatzes)
Begriff und kurze Beschreibung
Appendizitis bezeichnet die Entzündung des Wurmfortsatzes (Appendix vermiformis). Umgangssprachlich wird dieser Zustand oft als Blinddarmentzündung bezeichnet.
Klinische Hinweise
Typischerweise tritt zunächst unspezifischer periumbilikaler Schmerz auf, der im Verlauf in den rechten Unterbauch verlagern kann; begleitet wird die Erkrankung häufig von weiteren Symptomen wie Übelkeit oder Abwehrspannung im Bereich des rechten Unterbauchs.
Torsion
Torsion
Definition: Unter einer Torsion versteht man das akute Verdrehen eines Organs um dessen Aufhängung samt Gefäßstiel, was zu Durchblutungsstörungen bis hin zur Ischämie führen kann.
Gynäkologischer Bezug: In der Gynäkologie betrifft dies häufig das Ovar oder ein ovarielles Adnextumor, etwa eine Zyste, die das Risiko für eine Stieldrehung erhöht.
Klinik und Management: Typisch sind plötzlich einsetzende, starke einseitige Unterbauchschmerzen mit Übelkeit oder Erbrechen. Die Diagnose stützt sich auf die klinische Präsentation und bildgebende Verfahren (z. B. Sonographie mit Doppler), wobei fehlender Dopplerfluss die Torsion unterstützen kann, aber nicht zwingend ausschließt. Bei Verdacht ist eine rasche operative Abklärung erforderlich.
Herzfrequenz
Herzfrequenz
Begriffserklärung: Die Herzfrequenz gibt die Anzahl der Herzschläge pro Minute an und ist ein zentraler Vitalparameter.
Normbereich und Bedeutung: Bei Erwachsenen liegt die Ruheherzfrequenz üblicherweise im Bereich um 60–100 Schläge pro Minute. Abweichungen können auf körperliche Belastung, Fieber, Schmerzen, medikamentöse Einflüsse oder kardiologische bzw. systemische Erkrankungen hinweisen.
Blutdruck
Blutdruck
Definition: Der Blutdruck beschreibt die Kraft, mit der das zirkulierende Blut gegen die Gefäßwände drückt. Er wird durch zwei Werte dargestellt: systolischer (Druck bei Herzauswurf) und diastolischer Wert (Druck in der Entspannungsphase).
Messung und Einheit: Zur Messung werden nichtinvasive Verfahren wie die Blutdruckmanschette mit Messgerät (manuell oder automatisiert) verwendet; die Werte werden in Millimeter Quecksilbersäule (mmHg) angegeben.
Klinische Relevanz: Der Blutdruck ist ein wichtiger Indikator für kardiovaskuläre Gesundheit; Abweichungen nach oben oder unten können Therapiebedarf oder akute Zustände anzeigen und sollten im klinischen Kontext beurteilt werden.
Atemfrequenz
Atemfrequenz
Begriff: Die Atemfrequenz ist die Zahl der Atemzüge pro Minute und zählt zu den grundlegenden Vitalparametern.
Normbereich und Bedeutung: Bei Erwachsenen liegt die normale Atemfrequenz in Ruhe typischerweise zwischen etwa 12 und 20 Atemzügen pro Minute. Veränderungen können frühe Hinweise auf respiratorische oder metabolische Störungen, Schmerzen, Fieber oder Intoxikationen sein und sollten klinisch bewertet werden.
Sauerstoffsättigung
Sauerstoffsättigung
Definition: Die Sauerstoffsättigung gibt den prozentualen Anteil des mit Sauerstoff beladenen Hämoglobins am gesamten Hämoglobin im arteriellen Blut an.
Messung und normale Werte: Die nichtinvasive Messung erfolgt meist mittels Pulsoxymetrie an Finger oder Ohrläppchen. Bei gesunden Erwachsenen an Raumluft liegen die Werte typischerweise im hohen Bereich (üblicherweise etwa 95–100 %).
Klinische Bedeutung: Abfallende Sättigungswerte deuten auf eine beeinträchtigte oxygenierung hin und erfordern eine weitere Abklärung und gegebenenfalls therapeutische Maßnahmen.
digitale rektale Untersuchung
Digitale rektale Untersuchung (DRU)
Die digitale rektale Untersuchung ist eine klinische Untersuchung, bei der ein geschmierter und behandschuhter Finger in das Rektum eingeführt wird, um Lage, Konsistenz und Schmerzhaftigkeit des Enddarms sowie benachbarter Strukturen zu beurteilen. Indikationen sind beispielsweise Abklärungen bei rektalen Blutungen, Tastbefunde im Bereich des Rektums oder Hinweise auf Erkrankungen der Prostata; sie kann bei unklaren Unterbauchbeschwerden ergänzend erfolgen. Die Untersuchung ist kurz und kann unangenehm sein; Befunde müssen stets im klinischen Gesamtkontext bewertet werden.
Blutbild
Leukozytose (im Blutbild)
Leukozytose bezeichnet eine erhöhte Anzahl weißer Blutkörperchen im Blutbild. Sie ist ein unspezifischer Hinweis auf entzündliche oder infektiöse Prozesse, kann aber auch durch Stressreaktionen, bestimmte Medikamente oder hämatologische Erkrankungen verursacht werden. Die Bedeutung einer Leukozytose muss zusammen mit Differentialblutbild, weiteren Laborparametern und der klinischen Situation bewertet werden.
Nierenfunktionsparameter
Nierenfunktionsparameter
Zu den gängigen Routinemarkern der Nierenfunktion gehören Kreatinin und Harnstoff (Urea). Kreatinin wird häufig zur Abschätzung der glomerulären Filtrationsleistung genutzt, seine Konzentration hängt jedoch auch von Muskelmasse und anderen Faktoren ab. Harnstoff spiegelt neben der Nierenfunktion auch Proteinstoffwechsel und Hydratationsstatus wider und kann durch Ernährung oder Katabolismus beeinflusst werden. Beide Werte sollten gemeinsam und im Gesamtkontext interpretiert werden.
ALT
ALT (Alanin-Aminotransferase)
ALT ist ein Enzym, das vorwiegend in Leberzellen vorkommt und bei Schädigung von Hepatozyten vermehrt ins Blut gelangt. Erhöhte ALT-Werte deuten überwiegend auf eine hepatocelluläre Schädigung hin und müssen zusammen mit Anamnese, anderen Leberwerten und bildgebenden Befunden interpretiert werden. ALT gilt als relativ leberspezifischer Marker im Vergleich zu einigen anderen Transaminasen.
AST
AST (Aspartat-Aminotransferase)
AST ist ein Enzym, das in der Leber, aber auch in Herzmuskel, Skelettmuskulatur und anderen Geweben vorkommt. Erhöhte AST-Werte können daher auf Lebererkrankungen hinweisen, sind aber weniger leberspezifisch als ALT, da auch Muskelschäden oder myokardiale Schädigungen zu Anstiegen führen können. Die Ursache einer AST-Erhöhung sollte anhand weiterer Befunde abgeklärt werden.
GGT
GGT (Gamma-Glutamyltransferase)
GGT ist ein Enzym, das vor allem in Leberzellen und in den Epithelzellen der Gallengänge vorkommt. Im Serum gemessene erhöhte Werte deuten auf eine Schädigung oder Beeinträchtigung des hepatobiliären Systems hin, etwa bei cholestatischen Prozessen oder biliären Abflusstörungen. GGT ist weniger organspezifisch als manche Transaminasen, kann aber auch durch Alkohol- oder Medikamenteneinfluss erhöht sein und wird deshalb im Laborprofil zur Abklärung von Leber- und Gallenwegserkrankungen herangezogen.
C-reaktives Protein
C‑reaktives Protein (CRP)
CRP ist ein akute‑Phase‑Protein, das überwiegend in der Leber gebildet wird. Die Serumkonzentration steigt bei systemischen Entzündungsreaktionen, Infektionen und Gewebsschäden an und kann daher als unspezifischer Laborparameter zur Erfassung von Entzündungsaktivität und zur Verlaufskontrolle genutzt werden. CRP liefert keine spezifische Ätiologie, sondern zeigt allgemein das Vorhandensein und die Dynamik einer entzündlichen Reaktion an.
Gerinnung (INR, PTT), Blutgruppe und Kreuzblut
Präoperative Gerinnungsprüfung sowie Blutgruppenermittlung und Kreuzprobe
Die Gerinnungsuntersuchungen (z. B. INR und PTT) geben Auskunft über die Funktion der extrinsischen beziehungsweise intrinsischen und gemeinsamen Gerinnungswege und werden vor elektiven Eingriffen genutzt, um ein erhöhtes Blutungsrisiko zu erkennen. Die Bestimmung der Blutgruppe (inklusive Rhesusfaktor) und eine Kreuzprobe dienen dazu, kompatibles Spenderblut sicherzustellen und sind vor operative Eingriffe relevant, bei denen eine Bluttransfusion wahrscheinlich oder möglich ist.
Patient/ inAnrede: Herr/Frau Oberarzt/Oberärztin ……….., Hiermit möchte ich Ihnen die Patientin Monika Zenker vorstellen. |
Datum24/08/2025 |
| Alter25 Jahre | Gewicht64 kg | Größe169 cm |
Allergien (Stichwörter)
Hausstauballergie (bessert nach Hyposensibilisierung, aktuell nur mildes Niesen)
Genussmittel / Drogen (Stichwörter)
Nichtraucherin
Alkohol: selten, gelegentlich 1 Glas Bier auf Feiern
Keine Drogen
Sozialanamnese (Stichwörter)
Ledig, lebt mit Freund
Haustier: Hund
Familienanamnese (Stichwörter)
Vater: 65 Jahre, gesund
Mutter: Apoplex vor 1 Jahr, rechtsseitige Hemiparese
Medikamente (Stichwörter)
Euthyrox® 50 µg 1-0-0
Pantoprazol 20 mg 1-0-0
Jaz® 1-0-0
Baldrian-Dragees bei Bedarf
Anamnese (Vollsätze)
Die Patientin stellt sich mit seit ca. 7 Stunden bestehenden abdominellen Schmerzen in der Notaufnahme vor.
Sie gab an, die Schmerzen seien zunächst diffus und periumbilikal gewesen und inzwischen in den rechten Unterbauch gewandert.
Sie beschreibt die Schmerzen als stechend, zunehmend, mit einer Schmerzintensität von 7/10.
Begleitend bestehen Nausea, eine einmalige wässrige Defäkation, Druckdolenz im rechten Oberbauch sowie seit dem Vortag ein allgemeines Krankheitsgefühl.
Die Körpertemperatur beträgt axillär 37,7 °C.
Keine Hinweise auf Hypovolämie, Nachtschweiß, Emesis, Hämatemesis, Meläna, Hämatochezie, Tenesmen, Hämorrhoiden, Analfissuren, Ikterus, Pruritus, Nahrungsmittelintoxikation, Kontaktinfektionen, rezente Atemwegsinfekte, gynäkologische oder urologische Beschwerden.
Keine Auslandsreisen.
Die vegetative Anamnese ist unauffällig.
Vorerkrankungen
Gastroösophagealer Reflux (Pyrosis)
Hashimoto-Thyreoiditis (seit ca. 10 Jahren, unter Substitution)
Stressinkontinenz nach 2. Entbindung (Beckenbodentraining, aktuell beschwerdefrei)
Rezidivierende Tonsillitiden → Tonsillektomie im Alter von 12 J.
Voroperationen
Salpingektomie rechts bei Extrauteringravidität (7. SSW, vor 3 Jahren, offene OP)
Tonsillektomie im Kindesalter
Gynäkologische Anamnese
Einnahme orales Kontrazeptivum Jaz® seit 1 Jahr
Regelmäßiger Zyklus, letzte Menstruation vor ca. 2,5 Wochen
Vorsorgliche Mammographie vor 6 Monaten, unauffällig
Verdachtsdiagnose – Differentialdiagnose (Vollsätze)
Am wahrscheinlichsten handelt es sich um eine akute Appendizitis.
Differenzialdiagnostisch kommt eine mesenteriale Lymphadenitis infrage.
Ebenfalls möglich ist eine Ovarialzyste oder Ovarialtorsion.
Auch eine Extrauteringravidität sollte ausgeschlossen werden.
Weiteres Vorgehen – Therapie (Vollsätze)
Stationäre Aufnahme mit Nahrungskarenz
Körperliche Untersuchung
Sonographie des Abdomens und des kleinen Beckens (Ausschluss gynäkologischer DD, freie Flüssigkeit, Appendixdarstellung)
β-hCG-Bestimmung
Entzündungsparameter (CRP, Leukozyten)
Chirurgisches Konsil zum Ausschluss einer Appendizitis
Analgesie nach Bedarf
Flüssigkeitssubstitution i.v. bei Bedarf
1. Alter
2. Hauptbeschwerde
1. Peak: meist im Teenager- und jungen Erwachsenenalter (ca. 15–25 Jahre)
Kinder <5 Jahre: selten, aber oft schwerer Verlauf
Ältere >50 Jahre: ebenfalls seltener, aber oft atypische Symptome → höhere Perforationsrate, oder Tumor-bedingtes Lumenhindernis
2. Bauchschmerzen + Übelkeit/Erbrechen + erhöhte Temperatur
3. Verlauf/ Charakter
4. Verstärkung
5. Begleitsymptome
3. Zunächst oberhalb des Nabels bzw. im Mittelbauch, später im rechten Unterbauch
Seit etwa 12–24 Stunden
Mittelstark
Dumpf, ziehend
4. Husten, Tiefes Einatmen / Atmen, Lageveränderung
5. Inappetenz, Nausea, wässrige Defäkation,allgemeines Krankheitsgefühl
6. Wichtige Negationen
6. Hyperhidrose, Hinweise auf gastrointestinale Blutungen, Ikterus/ dunkler Urin, Pruritus
gegebenenfalls gynäkologische Beschwerden
Hinweise auf eine gastrointestinale Virusinfektion
7. verlagerte Appendix
7. Retrozkökale / retroperitoneale Appendix: rechte Flanke oder Rücken
Tiefe Beckenlage der Appendix: tief im Unterbauch
8. Differentialdiagnose
fachleiterinfo@gmail.com
instagram.com/fachleiterinfo
Mesenteriale Lymphadenitis: Beginn: Oberbauch oder rechter Unterbauch, Verlauf: Schmerzverlagerung nach rechts, weniger klar lokalisierbar als bei Appendizitis
Divertikulitis: Schmerzen im linken Unterbauch, oft Besserung nach Defäkation, Fieber
Extrauteringravidität (EUG): β-hCG bestimmen obligat, Kontrazeptiva?/ Ovarialzysten-Torsion
Harnwegsinfekt / Nephrolithiasis: aktuell keine Hinweise
9. Körperliche
Untersuchung
9. Vitalparameter, Fieber?
Abwehrspannung: Perforation → Peritonitis (Loslassschmerz)
Druckdolenz am McBurney-Punkt
Auskultation: Tachykardie, normoaktive Darmgeräusche
10. McBurney-Punkt
11. Rovsing-Zeichen
12. Dunphy-Zeichen
10. Lokalisation:
1/3 Strecke zwischen
Spina iliaca anterior superior ↔ Umbilicus
maximale Druckschmerzhaftigkeit
typisch bei normal gelegener Appendix
11. Druck: linker Unterbauch
Schmerz: rechter Unterbauch
Hinweis: normale Appendixlage
12. Schmerz bei Husten
Hinweis: retrozökale Lage
13. Obturator-Zeichen
14. Iliopsoas-Zeichen
15. Laboruntersuchungen
13. Schmerz bei Innenrotation der Hüfte
Hinweis: Beckenlage der Appendix
14. Schmerz bei Hüftflexion / Anheben des Beins
Hinweis: retrozökale Lage
15. Blutbild, Nierenfunktionsparameter, Leberwerte (ALT, AST, GGT, AP, Bilirubin), C-reaktives Protein , β-hCG, eine Urinanalyse, Elektrolyte, Gerinnung (INR, PTT), Blutgruppe und Kreuzblut
16. Abdomensonografie
16. verdickter, nicht komprimierbarer Appendix mit einem Durchmesser > 6 mm, eine Wandverdickung, eine Kokardenstruktur im Querschnitt, fehlende Peristaltik sowie eine erhöhte Echogenität des umgebenden Fettgewebes ± freie Flüssigkeit
Aufklärung?
17. Computertomographie (CT)
17. erweitertes Lumen mit doppelter Wandschichtung (> 6 mm), eine Wandverdickung (> 2 mm), periappendikuläres Fettgewebsstranding, eine Verdickung der Appendixwand sowie das Vorliegen eines Appendikolithen
Aufklärung?
18. Behandlung
fachleiterinfo@gmail.com
instagram.com/fachleiterinfo
18. Appendektomie, bevorzugter Ansatz bei unkomplizierter Appendizitis, häufig Notfalleingriff
Antibiotikaprophylaxe: Gabe: 30–60 Minuten vor Hautschnitt, Cefoxitin/ Cefazolin + Metronidazol
19. Komplikationen
19. perforierte Appendizitis
gangränöse Appendizitis
Appendizitis mit Abszessbildung
Appendizitis mit Phlegmone
hohes Fieber, stark erhöhte Entzündungswerte, Abwehrspannung, tastbare Resistenz im Abdomen, Sepsiszeichen
20. Anatomie
20.
echtes Divertikel des Zökums
enthält alle histologischen Wandschichten
Länge: ca. 6–9 cm
Lage:
meist intraperitoneal, retrozökal
pelvin (~1/3 der Fälle)
retroperitoneal (~10 %)
21. Appendixkarzinom
seltene Malignität des Appendix
oft (postoperativer) Zufallsbefund nach Appendektomie, häufig asymptomatisch
neuroendokriner Tumor (NET): häufigster Typ, eher jüngere Patient:innen
Adenokarzinom: eher ältere Patient:innen
muzinöse Neoplasien, Risiko: Pseudomyxoma peritonei
22. Stellen Sie sich nun vor: Wie würden Sie typischerweise über eine Appendizitis berichten?
I
Die Patientin stellt sich mit seit ca. 7 Stunden bestehenden abdominellen Schmerzen in der Notaufnahme vor.
Sie gab an, die Schmerzen seien zunächst diffus und periumbilikal gewesen und inzwischen in den rechten Unterbauch gewandert.
Sie beschreibt die Schmerzen als stechend, zunehmend, mit einer Schmerzintensität von 7/10.
23. Stellen Sie sich nun vor: Wie würden Sie typischerweise über eine Appendizitis berichten?
II
Begleitend bestehen Nausea, eine einmalige wässrige Defäkation, Druckdolenz im rechten Oberbauch sowie seit dem Vortag ein allgemeines Krankheitsgefühl.
Die Körpertemperatur beträgt axillär 37,7 °C.
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ARZT: Guten Tag,
Mein Name ist Doktor Becker.
Ich bin heute als Assistenzarzt auf der Station tätig.
Ich würde gerne ein Anamnesegespräch mit Ihnen führen.
Falls Sie etwas nicht richtig verstanden haben oder Fragen haben, lassen Sie es mich bitte wissen.
Zunächst benötige ich einige persönliche Informationen, danach können wir fortfahren.
Wie heißen Sie?
PATIENTIN: Ich heiße Monika Zenker.
ARZT: Könnten Sie bitte Ihren Vornamen und Nachnamen langsam buchstabieren?
PATIENTIN: Natürlich,
mein Vorname: M, O, N, I, K, A
Und mein Nachname: Z, E, N, K, E, R
ARZT: Zuallererst möchte ich gern in Erfahrung bringen, ob Sie die Schmerzen beziehungsweise Beschwerden als erträglich empfinden.
PATIENTIN: Es tut richtig weh, seit ein paar Stunden ist es noch schlimmer geworden.
ARZT: Ich sehe, dass Sie starke Schmerzen haben.
Wir kümmern uns sofort darum.
In ein paar Minuten bekommen Sie etwas zur Linderung.
Vorher muss ich Ihnen aber noch ein paar kurze Fragen stellen und dann können wir in Ruhe weitermachen.
Wie alt sind Sie, Frau Zenker?
PATIENTIN: Ich bin 25 Jahre alt.
ARZT: Wann genau sind Sie geboren?
PATIENTIN: Ich bin am neunten Juli 2001 geboren.
ARZT: Wie groß sind Sie?
PATIENTIN: Ich bin Ein Meter neunundsechzig.
ARZT: Wie viel wiegen Sie?
PATIENTIN: Ich wiege ungefähr vierundsechzig Kilogramm.
ARZT: Wie heißt Ihr Hausarzt beziehungsweise Ihre Hausärztin?
PATIENTIN: Meine Hausärztin heißt Doktor Karla Scholz.
ARZT: Was führt Sie heute zu uns?
PATIENTIN: Also, die Bauchschmerzen haben vor ungefähr sieben Stunden plötzlich angefangen.
Zuerst waren sie rund um den Bauchnabel, aber nach und nach sind sie in den rechten Unterbauch gewandert.
ARZT: Könnte es sein, dass Sie schwanger sind?
PATIENTIN: Nein, das glaube ich nicht.
Ich nehme seit etwa einem halben Jahr regelmäßig die Pille namens Jaz.
Meine letzte Periode hatte ich vor ungefähr zweieinhalb Wochen.
Seit Beginn der Pilleneinnahme sind die Blutungen jedoch kürzer und schwächer geworden.
ARZT: Haben Sie eine Abwehrspannung bemerkt, also dass der Bauch bei Berührung richtig hart wird?
PATIENTIN: Nein, das ist mir nicht aufgefallen.
ARZT: Haben Sie Blutungen bemerkt?
Also zum Beispiel Blut im Erbrochenen, im Urin, beim Stuhlgang oder ungewöhnliche Blutungen im Genitalbereich?
PATIENTIN: Nein, das nicht.
ARZT: Hatten Sie eine Bauchverletzung?
PATIENTIN: Nein, keine.
ARZT: Hatten Sie starkes Durstgefühl, Herzrasen, Herzklopfen oder Schwindel?
PATIENTIN: Seit gestern Abend fühle ich mich insgesamt ziemlich unwohl und habe keinen Appetit.
Deswegen habe ich heute auch nicht gefrühstückt.
Seit heute Morgen ist mir übel, aber erbrochen habe ich bisher nicht.
ARZT: Wie würden Sie die Schmerzen beschreiben?
Sind sie eher dumpf, ziehend, brennend oder krampfartig?
PATIENTIN: Am Anfang war der Schmerz eher dumpf und schwer einzuordnen.
Mit der Zeit ist er immer stärker geworden.
Jetzt fühlt er sich stechend an, fast wie ein Messerstich, und besonders beim Bewegen, Husten oder wenn man auf den Bauch drückt, wird es schlimmer.
ARZT: Strahlen die Schmerzen Irgendwohin aus?
PATIENTIN: Nein, die Schmerzen strahlen nicht aus.
Sie bleiben im rechten Unterbauch.
ARZT: Gibt es etwas, das die Schmerzen verbessert oder verschlechtert – zum Beispiel der Stuhlgang oder eine bestimmte Körperlage?
PATIENTIN: Heute hatte ich einmal wässrigen Stuhlgang, aber es war nur eine kleine Menge.
Eine Besserung der Schmerzen habe ich dadurch nicht bemerkt.
Auch durch die Körperlage wird es nicht wirklich besser – egal, ob ich sitze, liege oder mich bewege, der Schmerz bleibt und wird eher stärker.
ARZT: Wie würden Sie die Intensität Ihrer Schmerzen einschätzen – auf einer Skala von 1 bis 10, wobei 1 für sehr leichte und 10 für unerträgliche Schmerzen steht?
PATIENTIN: Momentan würde ich die Schmerzen ungefähr bei 7 einschätzen.
ARZT: Haben Sie etwas dagegen ausprobiert?
PATIENTIN: Nein, ich habe bisher nichts dagegen unternommen.
ARZT: Hatten Sie schon einmal solche Schmerzen?
Waren diese vielleicht abhängig vom Essen?
PATIENTIN: Nein, diese Schmerzen jetzt sind ganz neu.
Aber ich habe schon seit längerer Zeit Sodbrennen.
Vor allem nach dem Essen, wenn ich mich hinlege, wird es schlimmer.
Dann spüre ich so ein Brennen hinter dem Brustbein und manchmal habe ich auch einen sauren Geschmack im Mund.
Meine Hausärztin hat mir dagegen Pantoprazol verschrieben – und das hilft mir sehr gut.
ARZT: Haben Sie eine starke Druckempfindlichkeit im rechten Unterbauch?
PATIENTIN: Ja, ich habe aus Neugier mal selbst draufgedrückt – und dabei hat es so wehgetan.
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ARZT: Haben Sie das Gefühl, dringend zur Toilette zu müssen, während krampfartige Schmerzen im Enddarm auftreten?
PATIENTIN: Nein, ich muss nicht sofort aufs Klo.
ARZT: Ist Ihnen in letzter Zeit aufgefallen, dass sich Ihr Stuhl oder Ihr Stuhlverhalten verändert hat?
PATIENTIN: Nein, da habe ich keine Veränderungen bemerkt.
ARZT: Haben Sie Schmerzen oder Juckreiz im Analbereich?
PATIENTIN: Nein, ich habe da weder Schmerzen noch Juckreiz.
ARZT: Haben Sie eine gelbliche Färbung der Haut oder des Augenweißes bemerkt, oder ist Ihr Urin dunkler als üblich?
PATIENTIN: Nein, ich habe nichts bemerkt.
ARZT: Haben Sie Juckreiz oder Ausschlag am ganzen Körper?
PATIENTIN: Nein, ich habe weder Juckreiz noch Ausschlag.
ARZT: Ist Ihr Bauchumfang in letzter Zeit größer geworden?
PATIENTIN: Nein
ARZT: Haben Sie bemerkt, ob irgendwo am Bauch oder in der Leistengegend eine Schwellung aufgetreten ist?
PATIENTIN: Nein, so etwas habe ich nicht bemerkt.
ARZT: Sind Sie schon einmal am Bauch operiert worden?
PATIENTIN: Ja, ich war bereits einmal schwanger. Dabei handelte es sich um eine Eileiterschwangerschaft, die operiert werden musste. Kinder habe ich keine.
ARZT: Hatten Sie schon einmal ähnliche Schmerzen im Zusammenhang mit Ihrer Periode?
PATIENTIN: Meine Regelschmerzen sind nicht ungewöhnlich, eher normal.
ARZT: Kennen Sie den sogenannten Mittelschmerz?
Also Schmerzen ungefähr in der Mitte vom Zyklus, wenn der Eisprung stattfindet – hatten Sie so etwas schon einmal?
PATIENTIN: Nein, so etwas habe ich bisher nie bemerkt.
ARZT: Hatten Sie in letzter Zeit eine Entzündung im Unterleib oder ist Ihnen Ausfluss aufgefallen?
PATIENTIN: Nein, so etwas hatte ich nicht.
ARZT: Hatten Sie Probleme beim Wasserlassen, zum Beispiel Brennen?
PATIENTIN: Nein, Wasserlassen war normal.
ARZT: Hatten Sie in letzter Zeit eine Erkältung oder Grippe?
PATIENTIN: Nein, in letzter Zeit war ich nicht erkältet und hatte auch keine Grippe.
ARZT: Haben Sie in letzter Zeit eine Reise gemacht?
PATIENTIN: Nein, ich war in letzter Zeit nicht verreist.
ARZT: Haben andere Personen, die das gleiche gegessen haben, ähnliche Symptome?
PATIENTIN: Nein, die anderen, die dasselbe gegessen haben, hatten nichts dergleichen.
ARZT: Haben Sie kürzlich in Restaurants oder an Imbissständen gegessen, bei denen die Hygiene vielleicht nicht ganz einwandfrei war?
PATIENTIN: Nein, da ist mir nichts Auffälliges aufgefallen.
ARZT: Wie sind Sie ins Krankenhaus gekommen?
PATIENTIN: Mein Freund hat mich mit dem Auto hergebracht.
ARZT: Haben Sie Fieber, Nachtschweiß, Schüttelfrost oder Schweißausbrüche?
PATIENTIN: Ich fühle mich wärmer als sonst, aber richtiges Fieber hatte ich nicht.
Zu Hause habe ich einmal unter der Achsel gemessen, da waren es 37,7 Grad.
ARZT: Wie ist Ihr Appetit in der Regel?
PATIENTIN: Normalerweise habe ich einen guten Appetit.
Ich esse eigentlich fast alles gern und habe keine Probleme mit dem Essen.
ARZT: Haben Sie Schwierigkeiten beim Einschlafen oder Durchschlafen?
PATIENTIN: Nein, überhaupt nicht – ich schlafe wie ein Baby.
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ARZT: Wie gehen Sie mit Stress um?
PATIENTIN: Ich nehme manchmal Baldrian-Dragees – das hilft einigermaßen, es beruhigt mich ein bisschen.
ARZT: Haben Sie Schwierigkeiten beim Wasserlassen oder beim Stuhlgang?
PATIENTIN: nix besonderes.
ARZT: Haben Sie relevante Vorerkrankungen, von denen ich wissen sollte?
PATIENTIN: Ja, als ich 12 war, wurden mir die Mandeln rausgenommen.
Ich hatte damals ständig Halsschmerzen und Mandelentzündungen, deswegen wurde die Operation gemacht.
Seitdem habe ich damit keine Probleme mehr.
ARZT: Können Sie sich erinnern, wie lange Sie nach der Mandeloperation im Krankenhaus waren?
PATIENTIN: Etwa zwei bis drei Tage.
ARZT: Gibt es sonst noch etwas Wichtiges in Ihrer Vorgeschichte?
PATIENTIN: Ja. Im Alter von etwa zehn Jahren hatte ich plötzlich juckende Hautausschläge am ganzen Körper und Fieber.
Der Arzt meinte damals, es seien Windpocken.
Andere Mitschüler waren ebenfalls betroffen.
Die Erkrankung verlief komplikationslos, und danach war alles wieder gut.
ARZT: Hatten Sie schon einmal einen Unfall?
PATIENTIN: Vor etwa drei Jahren habe ich mir einmal den Finger in der Tür eingeklemmt.
ARZT: Welche Hand und welcher Finger waren betroffen?
PATIENTIN: Die rechte Hand, der Zeigefinger.
ARZT: Wie wurde das damals behandelt?
PATIENTIN: Das wurde konservativ behandelt, ich hatte eine Schiene und habe Schmerzmittel bekommen. Eine Operation war nicht notwendig.
ARZT: Hatten Sie früher schon Schwangerschaften?
PATIENTIN: Nein, bisher nicht.
ARZT: Nehmen Sie regelmäßig oder bei Bedarf weitere Medikamente ein – entweder chemische oder pflanzliche?
PATIENTIN: Nein, keine weitere Medikamente. Manchmal trinke ich einen Kräutertee, zum Beispiel Borretschtee.
ARZT: Haben Sie ein Rezept für Ihre Medikamente?
PATIENTIN: Ja, habe ich.
ARZT: Sind Sie vollständig geimpft, also haben Sie alle Impfungen seit Ihrer Kindheit erhalten?
PATIENTIN: In der Corona-Zeit habe ich drei Impfungen bekommen.
An die anderen Impfungen kann ich mich ehrlich gesagt nicht mehr genau erinnern – das ist schon lange her und da war ich noch ein Kind.
ARZT: Sie haben recht, am besten fragen wir Ihre Hausärztin danach.
Haben Sie bekannte Allergien und Unverträglichkeiten, zum Beispiel gegen Lebensmittel, Medikamente, Tiere oder andere Substanzen?
PATIENTIN: Ja, ich habe eine Hausstauballergie.
Damals musste ich oft niesen und hatte juckende Hautausschläge,
vor allem, wenn ich ins Bett gegangen bin.
Ich habe eine Behandlung bekommen, bei der mein Körper langsam daran gewöhnt wurde.
Jetzt habe ich nur noch ab und zu leichtes Niesen.
und wenn ich Hülsenfrüchte wie Bohnen esse, bekomme ich Blähungen.
ARZT: Rauchen Sie?
Wie viele Zigaretten rauchen Sie täglich und seit wann?
PATIENTIN: Nein, ich rauche nicht regelmäßig. Ab und zu vielleicht mal eine Zigarette.
ARZT: Wie sieht es mit Alkohol aus?
PATIENTIN: Nur gelegentlich, zum Beispiel auf Partys mal ein Glas Bier.
ARZT: Kam es schon einmal vor, dass Sie aufgrund übermäßigen Alkoholkonsums Symptome einer Vergiftung hatten?
PATIENTIN: Nein, das ist bisher nie vorgekommen.
ARZT: Darf ich Sie fragen, ob Sie schon einmal Drogen konsumiert haben?
PATIENTIN: Ich habe ein paar Mal Gras geraucht.
ARZT: was machen Sie beruflich?
PATIENTIN: Ich habe vor Kurzem mein Abitur gemacht.
Das war ehrlich gesagt eine sehr stressige Zeit.
Im Moment habe ich mir erst einmal eine kurze Auszeit genommen, um mich zu erholen.
Danach möchte ich wahrscheinlich ein Studium beginnen,
ich überlege aber noch, in welche Richtung es genau gehen soll.
ARZT: Wie ist Ihr Familienstand?
PATIENTIN: Ich habe einen Freund.
ARZT: Mit wem wohnen Sie zusammen?
PATIENTIN: Mit meiner Familie.
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ARZT: Treiben Sie regelmäßig Sport?
Welche Art und wie häufig?
PATIENTIN: Ja, regelmäßig. Ich gehe zwei- bis dreimal pro Woche ins Fitnessstudio.
ARZT: Gibt es in Ihrer Familie wichtige Erkrankungen, zum Beispiel bei Ihren Eltern, Geschwistern oder anderen nahen Verwandten?
PATIENTIN: Mein Vater ist 61 und gesund für sein Alter.
Meine Mutter ist 57 und hatte vor einem Jahr einen Schlaganfall.
Seitdem kümmert sich mein Vater um sie, weil sie auf der rechten Körperhälfte gelähmt ist.
Meine 25-jährige Schwester leidet an Migräne.
ARZT: Haben Sie Haustiere?
PATIENTIN: Ich habe einen Hund.
ARZT: Wir sind mit der Anamnese fertig.
Haben Sie noch Fragen?
PATIENTIN: Können Sie mir sagen, was ich genau habe?
Muss ich operiert werden?
ARZT: Im Moment kann ich Ihnen noch nicht genau sagen, was Sie haben.
Um eine sichere Diagnose zu stellen, sollten wir Sie stationär aufnehmen und weitere Untersuchungen durchführen.
Je nach Ergebnis entscheiden wir dann über die Behandlung – das kann entweder medikamentös erfolgen oder, falls nötig, auch operativ.
Darüber informieren wir Sie natürlich rechtzeitig.
PATIENTIN: alles klar, Ich hätte noch eine Frage: Was soll ich machen, wenn ich mal eine Pille vergesse?
ARZT: Wenn Sie nur eine Pille vergessen, nehmen Sie sie sofort ein, sobald Sie es merken – auch wenn Sie an diesem Tag dann zwei Pillen nehmen müssen.
Danach machen Sie ganz normal weiter.
PATIENTIN: Und wenn ich zwei Pillen hintereinander vergesse?
ARZT: Das hängt davon ab, welche Tablette und an welchem Einnahmetag Sie sie vergessen haben. Bei Yaz gelten je nach Einnahmetag unterschiedliche Empfehlungen. Schauen Sie bitte in die Packungsbeilage oder wenden Sie sich zeitnah an Ihre Frauenarztpraxis oder eine Apotheke. Wenn Sie mehrere wirkstoffhaltige Tabletten vergessen oder ungeschützten Geschlechtsverkehr hatten, sollten Sie sich umgehend beraten lassen.
PATIENTIN: Danke schön, Herr Doktor.





