Begrüßung
Guten Tag, sehr geehrter Herr Professor Doktor …,
ich möchte Ihnen nun den Patienten Ludwig Jäger vorstellen.
Er ist 57 Jahre alt, ein Meter sechsundsiebzig groß und wiegt etwa 85 kg. Sein Körpermassenindex (BMI) beträgt 27,4 und liegt damit im Bereich des Übergewichts.
Aktuelle Anamnese
Der Patient kommt mit seit etwa fünf Monaten bestehenden paradoxen Diarrhöen sowie abdominellen Schmerzen in Form von Tenesmen zu uns.
Die Beschwerden haben sich seinen Angaben nach in den letzten zwei Monaten progredient verschlechtert.
Er schildert einen wechselnden Stuhlgang mit alternierender Obstipation und Diarrhö, teilweise bleistiftdünne Stühle sowie das Gefühl einer unvollständigen Entleerung. Der Wechsel zwischen Durchfall- und Verstopfungsphasen erfolgt im Abstand von zwei bis vier Tagen. Während der Durchfallphasen klagt der Patient über mehrmalige, meist geringfügige, breiige Stuhlgänge.
Er gab an, vor etwa zwei Monaten erstmals Blut im Toilettenbecken gesehen zu haben.
Er beschreibt die Blutung so, dass manchmal nur ein kleiner Streifen Blut auf dem Stuhl zu sehen sei, während an anderen Tagen deutlich mehr Blut, teils mit Schleim vermischt, auftrete.
Folgende Begleitsymptome liegen vor:
Blässe, Schwindel, belastungsabhängige Dyspnoe, Fatigue sowie Hämatochezie.
Folgende klinische Zeichen wurden nicht festgestellt:
Pyrexie, nächtliche Hyperhidrose, Nausea und Emesis, Hämatemesis, Meläna, pathologische Befunde oder Beläge im oralen Mucosa-Bereich, Dysphagie, Hämorrhoiden oder Analfissuren, Lymphadenopathie, Ikterus oder Pruritus.
Es bestand zudem weder eine Auslandsreise noch eine Antibiotikaeinnahme in letzter Zeit.
Es bestehen keine urologischen Beschwerden.
Der Patient ist in Begleitung seines Nachbarn gekommen.
Der Patient hat bislang keine ärztliche Vorstellung wahrgenommen, da er auf eine spontane Besserung gehofft habe. Zudem berichtet er von erschwerter Terminvergabe im ambulanten Bereich.
Die vegetative Anamnese
Die vegetative Anamnese ist unauffällig, abgesehen von einer ungewollten Gewichtsabnahme von 2 kg infolge von Inappetenz in den letzten vier Wochen sowie einer stressbedingten Insomnie.
Bei den Einschlafstörungen spielen sowohl die berufliche Belastung durch die Digitalisierung als auch die bestehenden Beschwerden eine Rolle.
Vorerkrankungen
An Vorerkrankungen sind bei ihm die folgenden bekannt:
Der Patient berichtet über eine seit sieben Jahren bekannte arterielle Hypertonie, die im Rahmen einer Vorsorgeuntersuchung diagnostiziert wurde. Sie ist medikamentös gut eingestellt und hat bislang zu keinen Folgekomplikationen geführt.
Vor drei Monaten bestand eine akute Sinusitis frontalis. Initial erfolgte eine Therapie mit Amoxicillin, die aufgrund einer Unverträglichkeit/Allergie abgesetzt wurde; anschließend wurde eine Behandlung mit Azithromycin durchgeführt.
Seit 5 Jahren besteht eine bilaterale Coxarthrose. Der Patient berichtet über belastungsabhängige Hüftschmerzen, vor allem beim Gehen und bei längerem Stehen. Die bisherige Therapie umfasst Physiotherapie sowie eine bedarfsweise Einnahme von Ibuprofen (ca. 2× pro Woche).
Es besteht eine Klaustrophobie mit Neigung zu Panikattacken. Bei Bedarf erfolgt eine medikamentöse Einnahme von Lorazepam (Tavor).
Der Patient berichtet über eine vor etwa fünf Jahren durchgemachte Borreliose nach einem Zeckenstich am rechten Unterschenkel.
Vor einem Jahr erlitt der Patient bei einem Skiunfall eine Fraktur des linken Akromioklavikulargelenks. Die Behandlung erfolgte konservativ mittels Rucksackverband, Schonung sowie Analgesie.
Voroperationen
Im Alter von sechs Jahren bestand ein Strabismus am rechten Auge, der operativ korrigiert wurde.
Hinweis: Wenn eine Aussage durch eine ärztliche Untersuchung objektiv bestätigt werden kann – zum Beispiel durch sichtbare Narben – ist der Indikativ angebracht. (In der Fachsprachprüfung findet keine körperliche Untersuchung statt.)
Gynäkologie
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Medikamente
Valsartan 80 mg 1-0-0
Ibuprofen 400 mg bei Bedarf
Tavor 0,5 mg bei Bedarf
Baldrian -Tabletten 300 mg, Schlafinduktion, Rezeptfrei, Keine Wirkung
Hinweis: Wenn eine Aussage durch eine ärztliche Beobachtung objektiv bestätigt werden kann – zum Beispiel anhand eines Rezepts – ist der Indikativ angebracht.
Allergien
Der Patient berichtet über eine Allergie auf Amoxicillin mit Abdominalschmerzen und Diarrhö.
Außerdem besteht eine Fischallergie mit Pruritus und Exanthem.
Noxen
Der Patient raucht seit 5 Jahren ca. 5 Zigaretten pro Tag; zuvor bestand über etwa 15 Jahre ein Konsum von einer Schachtel täglich. Dies entspricht einer Nikotinexposition von etwa 17,5 Packungsjahren.
Zudem berichtet er über anamnestische Hinweise auf mögliche COPD-assoziierte Veränderungen.
Der Patient trinkt seit zwei Jahren täglich etwa zwei Gläser Bier.
Einen Drogenkonsum verneint der Patient.
Sozialanamnese
Der Patient arbeitet in einer Bibliothek. Er befindet sich derzeit im Scheidungsprozess, die Scheidung soll in etwa drei Monaten rechtskräftig werden. Er lebt in einer Wohnung gemeinsam mit seinem 25-jährigen Sohn.
Familienanamnese
Der Sohn erlitt im Alter von 13 Jahren eine Hodentorsion, die operativ versorgt wurde, und leidet aktuell an einer Multiplen Sklerose.
Der Vater ist 82 Jahre alt; bei ihm wurden im Alter von 45 Jahren multiple Kolonpolypen entdeckt und entfernt.
Die Mutter ist 80 Jahre alt, lebt in einem Altenheim und leidet an einem Diabetes mellitus. Vor zwei Jahren erfolgte eine Unterschenkelamputation links. Sie erhält eine Insulintherapie. Zudem bestehen anamnestische Hinweise auf ein mögliches Long-COVID-Syndrom.
Verdachts- und Differentialdiagnose
Meiner Ansicht nach sprechen die anamnestischen Angaben – insbesondere die paradoxen Diarrhöen sowie die Hämatochezie – für ein Kolorektalkarzinom.
Alter, eine fettreiche Ernährung mit hohem Anteil an rotem Fleisch sowie die positive Familienanamnese mit Polyposis beim Vater gelten in diesem Fall als Risikofaktoren.
Bei einer chronisch-entzündliche Darmerkrankung (CED) erwarten wir in der Regel ein jüngeres Alter. Die Beschwerden treten typischerweise schubweise und nicht progredient auf. Zudem können extraintestinale oder perianale Manifestationen auftreten.
Bei einer Divertikulitis ist in der Regel mit akuten Schmerzen im linken Unterbauch sowie mit Fieber zu rechnen.
Adhäsionen kommen insbesondere bei vorausgegangenen abdominalchirurgischen Eingriffen als Differenzialdiagnose in Betracht.
Symptome wie Hämatochezie, Gewichtsverlust und progrediente Beschwerden sprechen gegen ein Reizdarmsyndrom.
Eine infektiöse Enterokolitis ist weniger wahrscheinlich, da bei dieser typischerweise akute Diarrhöen mit Fieber im Vordergrund stehen.
Diagnostische Abklärung
Da der Patient aufgrund seines Alters und der bestehenden Hypertonie als Hochrisikopatient einzustufen ist, sollte eine stationäre Aufnahme zur Einleitung der initialen diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen erfolgen. Gleichzeitig wird eine Konsultation der Gastroenterologie, Onko-Hämatologie sowie der Chirurgie empfohlen. Abgesehen von der Sicherstellung der Kreislaufstabilität sind derzeit keine weiteren akutmedizinischen Maßnahmen erforderlich.
körperliche Untersuchung
Nach der Anamnese folgt eine umfassende körperliche Untersuchung, die mit der Erhebung der Vitalparameter beginnt, darunter Herzfrequenz, Blutdruck, Atemfrequenz, Sauerstoffsättigung und Temperatur.
Bei der Inspektion können Zeichen einer Dehydratation, wie trockene Schleimhäute, Zeichen einer Anämie in Form von Blässe sowie Hinweise auf eine Kachexie auffallen.
Bei der Palpation können ein abgeschwächter Puls sowie eine Abwehrspannung als Hinweis auf eine Peritonitis infolge einer Perforation auffallen.
Die Perkussion ergibt in der Regel unauffällige Befunde, außer bei Vorliegen einer Hepatosplenomegalie.
Die Auskultation kann eine Tachykardie oder bei Patientinnen und Patienten mit partieller Obstruktion hyperaktive Darmgeräusche ergeben.
Abschließend wird eine digitale rektale Untersuchung durchgeführt, insbesondere zum Nachweis von okkultem Blut. In diesem Fall zeigte sich jedoch sichtbares Blut, dennoch ist die Untersuchung zur Beurteilung des distalen Rektums und des Analkanals erforderlich.
Im Rahmen der körperlichen Untersuchung können sich extraintestinale Manifestationen zeigen, wie sie typischerweise beim Peutz-Jeghers– oder Gardner-Syndrom vorkommen.
Extraintestinale Manifestationen chronisch-entzündlicher Darmerkrankungen umfassen unter anderem Erythema nodosum, Iritis, Uveitis (insbesondere bei Morbus Crohn), Episkleritis, Arthritis sowie Trommelschlegelfinger (Clubbing).
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Lokalisation |
Typische klinische Präsentation |
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Proximales Kolon |
Eisenmangelanämie infolge okkulten Blutverlusts |
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Distales Kolon |
Veränderung der Stuhlgewohnheiten (Obstipation/Diarrhö), Hämatochezie |
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Rektum |
Veränderung des Stuhlkalibers, rektale Blutungen, rektale Schmerzen |
Laboruntersuchungen
Dabei würden wir folgende Laboruntersuchungen veranlassen: kleines Blutbild, Nierenfunktionsparameter, Elektrolyte, Leberwerte (ALT, AST, GGT, AP, Bilirubin), Pankreasenzyme sowie C-reaktives Protein.
Die Tumormarker CEA und CA 19-9 können zwar im peripheren Blut erhöht sein, sind jedoch relativ unsensitiv und können auch bei anderen soliden Tumoren ansteigen. Sie werden daher hauptsächlich zur Verlaufs- und Therapiekontrolle von Krebserkrankungen eingesetzt.
Elektrokardiogramm
Ein EKG ist indiziert, da beim Patienten eine arterielle Hypertonie vorliegt; zudem können Elektrolytstörungen detektiert werden.
Anatomische Diagnose
Eine Koloskopie ist die Methode der Wahl bei Patienten mit okkultem Blut im Stuhl, unklarer Eisenmangelanämie oder klinischen Hinweisen auf ein Kolorektalkarzinom.
Koloskopie
Bei der Koloskopie handelt es sich um eine endoskopische Untersuchung des gesamten Dickdarms – und bei Bedarf auch des terminalen Ileums – mittels eines flexiblen Schlauchs mit integrierter Kamera, der über den Anus eingeführt wird. Der Patient muss hierfür eine gründliche Darmreinigung (Abführlösung) durchführen und am Untersuchungstag nüchtern sein. Die Untersuchung dauert in der Regel 20 bis 45 Minuten und erfolgt meist in Sedierung. Dabei können die Darmschleimhaut beurteilt, Gewebeproben (Biopsien) entnommen und – falls erforderlich – therapeutische Maßnahmen wie Polypabtragungen oder Blutstillungen durchgeführt werden. Mögliche, wenn auch seltene Komplikationen sind Blutungen, Schleimhautverletzungen oder in sehr seltenen Fällen eine Perforation.
Die Koloskopie erfolgt in der Regel zeitnah nach Stabilisierung des Patienten und adäquater Vorbereitung, jedoch nicht zwingend sofort in der Akutphase.
Für die Koloskopie müssen Sie den Darm vollständig entleeren. Am Tag davor dürfen Sie nur klare Flüssigkeiten trinken und keine feste Nahrung mehr essen. Außerdem nehmen Sie eine Abführlösung ein, die den Darm vollständig reinigt. Am Untersuchungstag bleiben Sie nüchtern. Falls Sie bestimmte Medikamente einnehmen, zum Beispiel Blutverdünner, besprechen wir gemeinsam, ob und wann Sie diese pausieren sollten.
Bildgebende Verfahren
Computertomographie (CT) des Thorax, Abdomens und Beckens (Pelvis)
Die Computertomographie (CT) ist ein bildgebendes Verfahren, das mithilfe von Röntgenstrahlen detaillierte Schnittbilder der inneren Organe erstellt. Dabei wird der Patient in einen röhrenförmigen Scanner geschoben und muss während der Untersuchung still liegen. Manchmal wird ein Kontrastmittel verabreicht, um eine genauere Darstellung zu ermöglichen. Die Untersuchung ist schmerzfrei und dauert nur wenige Minuten. Vor der Untersuchung mit Kontrastmittel ist es wichtig, dass Sie ausreichend Flüssigkeit trinken. Bestimmte Medikamente wie Metformin sollten vorher pausiert werden. In seltenen Fällen kann es zu einer allergischen Reaktion auf das Kontrastmittel kommen, (aber keine Sorge: Wir sind darauf vorbereitet und haben alle notwendigen Medikamente und Maßnahmen vor Ort.)
Ein CT wird bei Kolonkarzinom durchgeführt, um die Ausbreitung der Erkrankung zu beurteilen, vergrößerte Lymphknoten und Organbeteiligungen sichtbar zu machen und das Stadium exakt zu bestimmen.
virtuelle Koloskopie
Die Computertomographie-Koloskopie (CTC), auch virtuelle Koloskopie (VC) genannt, nutzt eine Spiral-CT-Aufnahme zur Erzeugung eines zwei- oder dreidimensionalen virtuellen Kolonbildes. Eine Sedierung ist bei der CTC nicht erforderlich. Ähnlich wie bei der optischen Koloskopie ist jedoch eine Darmvorbereitung notwendig, zum Beispiel mittels Abführmitteln oder durch Einnahme eines jodhaltigen Kontrastmittels zu den Mahlzeiten innerhalb der 48 Stunden vor der Untersuchung.
Sonographie
Die Sonographie wird beim Kolonkarzinom in der Regel zur Beurteilung von Lebermetastasen sowie zur Abklärung anderer abdomineller Organbefunde eingesetzt.
Konsile
Gastroenterologie, Onko-Hämatologie sowie der Chirurgie
Behandlung:
Chirurgie: Die primäre Therapie bei frühen, lokal begrenzten Kolonkarzinomen ist die operative Resektion. Beim Rektumkarzinom steht die Erhaltung der Schließmuskelfunktion im Vordergrund.
Obstruierende Tumoren: sollten umgehend reseziert und anschließend eine Darmreanastomose durchgeführt werden.
Hemikolektomie rechts/links → Resektion des betroffenen Kolonabschnitts mit zugehörigem Mesokolon und Lymphabflussgebiet
Transversumresektion → bei Befall des Colon transversum
Sigmaresektion → bei Karzinomen im Sigma
Totale/subtotale Kolektomie → bei multiplen Läsionen oder hereditären Syndromen (z. B. FAP)
Chemotherapie
Prognose
Die Prognose beim kolorektalen Karzinom hängt maßgeblich vom Tumorstadium ab. Die 5-Jahres-Überlebensrate beträgt im Stadium I etwa 90–95 %, sinkt im Stadium IV mit Fernmetastasen jedoch auf unter 10 %. Die Stadien II und III liegen prognostisch dazwischen.
Risikofaktoren für das kolorektale Karzinom
Familiäre Anamnese
• Kolorektales Karzinom (CRC)
• Hereditäre Syndrome (z. B. familiäre adenomatöse Polyposis [FAP])
Eigenanamnese
• Höheres Lebensalter
• Männliches Geschlecht
• Vorbestehende kolorektale Polypen oder CRC
• Anamnese einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung
• Diabetes mellitus
Lebensstil
• Adipositas
• Hoher Alkoholkonsum
• Ernährung reich an rotem Fleisch und Fett, arm an Ballaststoffen
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Screening-Methoden für das kolorektale Karzinom |
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Test |
Intervall |
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Fäkaler okkulter Bluttest |
guajakbasierter fäkaler okkulter Bluttest |
Jährlich |
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Fäkaler immunchemischer Test |
Jährlich |
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Koloskopie |
Alle 10 Jahre |
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Flexible Sigmoidoskopie |
Alle 5 Jahre |
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CT-Kolographie |
Alle 5 Jahre |
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Doppelkontrast-Barium-Einlauf |
Alle 5 Jahre |
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Das Screening beginnt ab dem 50. Lebensjahr bei Personen mit durchschnittlichem Risiko. Bei Hochrisikopatienten sollte es bereits ab dem 40. Lebensjahr erfolgen – oder 10 Jahre vor dem Erkrankungsalter des jüngsten betroffenen Verwandten mit kolorektalem Karzinom. |
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Stadium |
Lokalisation / Ausbreitung |
Kategorie |
Beschreibung |
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I |
Befall auf Mukosa / Submukosa beschränkt |
N (Lymphknoten) |
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II |
Infiltration der Muscularis propria |
N0 |
Kein Lymphknotenbefall |
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III |
Befall lokaler Lymphknoten |
N1 |
1–3 befallene Lymphknoten oder Satellitenherde im perikolischen/perirektalen Fettgewebe |
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IV |
Fernmetastasen nachweisbar |
N2 |
≥ 4 befallene Lymphknoten |
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M (Fernmetastasen) |
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M0 |
Keine Fernmetastasen |
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M1 |
Fernmetastasen vorhanden |
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Prognose
Die Prognose des Kolonkarzinoms hängt maßgeblich vom Tumorstadium zum Zeitpunkt der Diagnose ab. Wird der Tumor früh entdeckt (Stadium I–II), sind die Heilungschancen hoch, und die 5-Jahres-Überlebensrate liegt häufig über 80–90 %. Bei regionalen Lymphknotenmetastasen (Stadium III) sinkt sie deutlich, verbessert sich jedoch durch adjuvante Chemotherapie. Im metastasierten Stadium IV ist die Erkrankung nicht mehr heilbar, aber moderne systemische Therapien können das Überleben verlängern und die Lebensqualität stabilisieren. Entscheidend für die Prognose sind zudem die vollständige Resektion, der Differenzierungsgrad, molekulare Marker (z. B. RAS, BRAF) und der Allgemeinzustand der Patientin bzw. des Patienten.
Extra
Namen:
Thomas Wachinger, Emma Hölzner, Erna Sommer, Berthold Kröger, Melissa Schwaiger, Robert Habeck, Mia Krena
Berufe:
Der Patient arbeitet in einem Kurzwarenladen. (Nähartikel)
Seit einem halben Jahr ist der Patient arbeitslos. Zuvor war er bei Rossmann beschäftigt; die betreffende Filiale wurde inzwischen geschlossen.
Der Patient war zuvor als Ingenieur bei BMW tätig.
Der Patient arbeitet als Koch. (in seinem eigenen)
Die Patientin ist seit einem Jahr arbeitslos; zuvor war sie in einer Drogerie tätig.
Der Patient ist seit 3 Jahren arbeitslos; zuvor war er in einem Fahrradladen beschäftigt.
Vorerkrankungen:
Der Patient hatte eine Steifigkeit bzw. Bewegungseinschränkung im vierten und fünften Finger; es erfolgte eine operative Narbenentfernung bei Morbus Dupuytren.
Der Patient berichtet über bekannte Extrasystolen, eine Psoriasis sowie über Warzen an der Hand.
Hämorrhoiden
Operation am rechten Schlüsselbein mit Osteosynthese mittels Metallplatte, die später wieder entfernt wurde.
subtotale Thyreoidektomie > Hyperthyreose: L-Thyroxin
Der Patient berichtet über seit 5 Jahren bestehendes Sodbrennen. Eine vor 2 Jahren durchgeführte Ösophagogastroduodenoskopie war unauffällig.
Vor 2 Jahren erlitt der Patient infolge eines Fahrradunfalls eine Fraktur des rechten Schultergelenks (Articulatio humeri).
Familial:
Mutter leidet an Demenz
Sein Vater war vor fünf Jahren an Darmkrebs verstorben
Sein jüngster Sohn leidet an Mukoviszidose.
Die ältere Tochter hat kürzlich ein Kind entbunden, die jüngere Tochter erlitt eine Fehlgeburt.
Sein Vater litt an Ösophagusvarizen infolge einer alkoholischen Leberzirrhose.
Der Sohn wurde vor 8 Jahren aufgrund eines Hodentumors operiert.
Allergie:
Novalginallergie mit Exanthem und Pruritus, zusätzlich Fruktoseintoleranz.
Fragen
1. Welche Erkrankungen können durch Zecken übertragen werden?
Borreliose, FSME, seltener Ehrlichiose oder Babesiose.
2. Was versteht man unter Karzinophobie?
Eine krankhafte Angst, an Krebs zu erkranken.
3. Wie nennt man die Angst vor dem Sprechen vor Menschen bzw. vor Spinnen?
Angst vor dem Sprechen vor Menschen = Glossophobie; Angst vor Spinnen = Arachnophobie.
4. Kann man Tavor (Lorazepam) während der Arbeit oder beim Autofahren einnehmen?
Nein, wegen sedierender Wirkung und Beeinträchtigung der Reaktionsfähigkeit ist das kontraindiziert.
5. Mit welchem Risiko ist Übergewicht normalerweise assoziiert?
Metabolisches Syndrom, Diabetes mellitus Typ 2, arterielle Hypertonie, Dyslipidämie, Arthrosen, kardiovaskuläre Erkrankungen.
6. Welche Pollenallergien sind bekannt?
Am häufigsten Birke, Erle, Hasel (Frühblüher), Gräser und Roggen, Beifuß.
7. Wie wird ein Hodenkarzinom behandelt?
Standardtherapie ist die operative Orchiektomie, ggf. ergänzt durch Chemotherapie oder Bestrahlung je nach Stadium.
8. Was benötigt man für die Untersuchung der Mundhöhle, und womit hält man die Zunge nach unten?
Für die Untersuchung der Mundhöhle benötigt man in der Regel eine Lichtquelle (z. B. Stirnlampe oder Taschenlampe) und einen Holzspatel, mit dem die Zunge nach unten gedrückt wird.
9. Was ist ein Gesundheitscheck und welche Krankheiten können dabei festgestellt werden?
Ein Gesundheitscheck ist eine Vorsorgeuntersuchung zur frühzeitigen Erkennung von Krankheiten. Dabei können u. a. Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes mellitus, Nieren- oder Leberfunktionsstörungen sowie bestimmte Krebserkrankungen festgestellt werden.
10. Welche Ursache ist für die Entstehung von Ösophagusvarizen verantwortlich?
Ösophagusvarizen entstehen in der Regel durch einen erhöhten Druck im Pfortadersystem, also eine portale Hypertension. Die häufigste Ursache dafür ist eine Leberzirrhose, meist infolge von chronischem Alkoholmissbrauch oder Hepatitis.
Notizen
BMI
Body‑Mass‑Index (BMI)
Der Body‑Mass‑Index ist ein einfaches Maß zur Einordnung des Körpergewichts. Er wird berechnet als Körpergewicht in Kilogramm geteilt durch das Quadrat der Körpergröße in Metern (kg/m²). Der BMI dient zur groben Abschätzung von Unter- oder Übergewicht, berücksichtigt jedoch nicht die Körperzusammensetzung (Muskel‑ vs. Fettmasse) oder die Fettdistribution.
paradoxen
Bei einer Kolonstenose staut sich der Stuhl vor der Engstelle. Durch bakterielle Zersetzung wird er teilweise verflüssigt und kann die Stenose als dünnflüssiger Stuhl passieren. Zusätzlich fördert die Schleimhautreizung die Flüssigkeitssekretion. Da trotz der Abflussbehinderung Durchfall auftritt, spricht man von einer paradoxen Diarrhö.
Tenesmen
Tenesmen
Tenesmen sind quälende, oft schmerzhafte und meist erfolglose Drangempfindungen zur Darmentleerung. Typisch ist das Gefühl einer unvollständigen Entleerung und wiederholte, erfolglose Versuchshandlungen. Häufig liegen entzündliche oder rektale Erkrankungen zugrunde, die zu dieser Symptomatik führen können.
Obstipation
Obstipation
Obstipation bezeichnet eine erschwerte oder zu seltene Darmentleerung mit hartem oder nur unvollständig ausgeschiedenem Stuhl. Begleiterscheinungen können starkes Pressen, das Gefühl unvollständiger Entleerung und mechanische Probleme beim Stuhlgang sein. Ursachen sind vielfältig und reichen von Ernährungs‑ und Lebensstilfaktoren über Medikationen bis zu funktionellen oder strukturellen Darmstörungen.
Diarrhö
Diarrhö
Diarrhö beschreibt eine Zunahme der Stuhlhäufigkeit und/oder der Stuhlkonsistenz (verflüssigter Stuhl) im Vergleich zum individuellen Normalzustand. Man unterscheidet akute von chronischer Diarrhö; potenzielle Konsequenzen sind Flüssigkeits‑ und Elektrolytverluste. Ursachen können infektiöse, entzündliche, sekretorische oder malabsorptive Prozesse sein.
Blässe
Blässe
Blässe (Pallor) beschreibt eine auffällige Aufhellung von Haut oder Schleimhäuten. Sie kann durch einen reduzierten Hämoglobingehalt im Blut (z. B. bei Anämie) oder durch verminderte Durchblutung entstehen und ist kein spezifisches Zeichen, weshalb weiterführende Abklärung erforderlich ist.
Schwindel
Schwindel
Schwindel bezeichnet das subjektive Empfinden von Gleichgewichtsstörungen oder das Gefühl von Drehung, Schwanken oder Benommenheit. Man unterscheidet vestibuläre Drehschwindelphänomene, Unsicherheitsgefühle beim Gehen und präsynkopeartige Benommenheit.
Ursachen sind vielfältig und reichen von Störungen des Innenohrs über neurologische Erkrankungen bis zu Kreislaufproblemen; ein Blutdruckabfall beim Aufstehen (orthostatische Hypotonie) ist eine mögliche und häufige Ursache für Schwindel beim Lagewechsel.
Dyspnoe
Dyspnoe
Dyspnoe ist die subjektive Wahrnehmung von Atemnot oder erschwerter Atmung. Sie kann sich bei körperlicher Belastung oder in Ruhe zeigen und in Intensität sowie Charakter variieren.
Fatigue
Fatigue
Fatigue bezeichnet anhaltende, oft belastungs- und beeinträchtigungsrelevante Erschöpfung oder Müdigkeit, die sich nicht allein durch Ruhe beheben lässt. Sie unterscheidet sich von normaler Schläfrigkeit oder vorübergehender Erschöpfung.
Häufige Zusammenhänge sind chronische Erkrankungen, psychische Belastungen und systemische Ursachen wie eine Blutarmut, die zu generalisierter Müdigkeit beitragen kann.
Hämatochezie
Hämatochezie
Hämatochezie bezeichnet das sichtbare, frische Blut im Stuhl. Sie weist in der Regel auf eine Blutungsquelle im unteren Verdauungstrakt hin, etwa im Kolon oder Rektum.
In Ausnahmefällen kann sehr starker Blutverlust aus dem oberen Verdauungstrakt ebenfalls frisch rötliches Blut im Stuhl verursachen, üblicherweise deutet Hämatochezie jedoch auf eine distale Blutungsquelle.
Pyrexie
Pyrexie
Pyrexie ist die medizinische Bezeichnung für Fieber, also eine Erhöhung der körpereigenen Temperatur infolge einer Neuregulierung des Sollwertes durch pyrogene Einflüsse. Fieber ist ein häufiges Zeichen bei Infektionen, Entzündungen, bestimmten Tumorerkrankungen oder als Reaktion auf Medikamente.
nächtliche Hyperhidrose
Nächtliche Hyperhidrose
Nächtliche Hyperhidrose bezeichnet übermäßiges Schwitzen während des Schlafs, das zu durchnässter Kleidung oder Bettwäsche führt. Sie ist von normalem nächtlichem Schwitzen zu unterscheiden, das durch Umgebungstemperatur oder Schlafrhythmen bedingt sein kann.
Nausea
Nausea (Übelkeit)
Nausea bezeichnet das subjektive Gefühl von Unwohlsein im Oberbauch oder Rachen mit ausgeprägtem Drang, sich zu übergeben. Sie ist ein Symptom, kein Befund, und kann vielen Ursachen zugrunde liegen, etwa gastrointestinalen Erkrankungen, vestibulären Störungen, Medikamentenwirkungen, Stoffwechselstörungen oder Schwangerschaft. Nausea geht häufig einer tatsächlichen Emesis voraus und kann Appetitminderung und bei anhaltender Symptomatik sekundäre Probleme wie Flüssigkeitsverlust begünstigen.
Hämatemesis
Hämatemesis (Bluterbrechen)
Hämatemesis bezeichnet das Erbrechen von Blut oder bluthaltigem Material und ist ein Hinweis auf eine Blutungsquelle im oberen Gastrointestinaltrakt. Der erscheinende Erbrochene kann frisch blutig oder dunkel verfärbt/„kaffeeartig“ sein, je nach Verweildauer und Zersetzung des Blutes im Magen. Hämatemesis erfordert in der Regel eine zügige diagnostische Abklärung, da sie Zeichen einer relevanten gastrointestinalen Blutung sein kann.
pathologische Befunde oder Beläge
Pathologische Schleimhautveränderungen oder Beläge können auf eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung (CED) wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa hinweisen, sind jedoch nicht spezifisch dafür.
Meläna
Meläna (Teerstuhl)
Meläna bezeichnet schwarzes, teerartiges Stuhlmaterial, das durch den Abbau und die Oxidation von Blut im oberen Verdauungstrakt entsteht. Die dunkle Farbe resultiert aus chemischen Veränderungen des Blutes während der Passage durch Magen und Dünndarm. Meläna deutet häufig auf eine Blutungsquelle proximal des Dickdarms hin und ist ein klinisch relevantes Signal, das einer weiteren Abklärung bedarf.
Hämorrhoiden oder Analfissuren
Hämorrhoiden und Analfissuren
Hämorrhoiden sind erweiterte Gefäßpolster im Analbereich, die zu Blutungen, Juckreiz oder geringem Fremdkörpergefühl führen können. Analfissuren sind schmerzhafte Einrisse der Analhaut, typischerweise mit hellrotem Blut am Stuhl oder beim Toilettengang. Häufige ursächliche Faktoren sind mechanische Belastung durch starkes Pressen bei Obstipation oder wiederholter Durchfall; weitere Auslöser können Schwangerschaft, venöse Drucksteigerung oder entzündliche Erkrankungen sein.
Ikterus oder Pruritus
Ikterus und Pruritus
Ikterus (Gelbsucht) bezeichnet die Gelbfärbung von Haut und Sklera infolge erhöhter Bilirubinwerte. Pruritus ist generalisierter oder lokalisierter Juckreiz. Beide Symptome sind unspezifische, aber wichtige klinische Zeichen, die auf Störungen der Leberfunktion, gestörten Gallefluss (cholestatische Prozesse), biliäre Obstruktion oder seltener auf gesteigerten Bilirubinbildungszustände (z. B. hämolytisch) hinweisen können. Auftreten von Ikterus oder ausgeprägtem Pruritus rechtfertigt eine weitere diagnostische Abklärung zur Differenzierung hepatocellulärer, cholestatischer oder extrahepatischer Ursachen.
Antibiotikaeinnahme
Antibiotikaeinnahme
Mit Antibiotikaeinnahme ist die Anwendung antimikrobieller Arzneimittel gemeint. Eine kürzliche oder wiederholte Einnahme kann die Darmflora verändern und damit das Risiko für antibiotikaassoziierte Komplikationen erhöhen. Klinisch relevant ist insbesondere das erhöhte Risiko für eine Clostridioides-difficile-assoziierte Durchfallerkrankung bzw. pseudomembranöse Colitis nach systemischer Antibiotikatherapie.
Insomnie
Insomnie
Insomnie bezeichnet anhaltende Schwierigkeiten beim Einschlafen, Durchschlafen oder eine nicht-erholsame Schlafqualität mit daraus resultierender Beeinträchtigung am Tag. Häufige Auslöser sind psychischer Stress, belastende Lebensumstände, psychische Erkrankungen, medizinische Probleme oder Störungen des Schlaf-Wach-Rhythmus. Chronische Schlafstörungen haben oft negative Auswirkungen auf Stimmung, Leistungsfähigkeit und somatische Gesundheit und sollten entsprechend diagnostisch und therapeutisch abgeklärt werden.
Sinusitis frontalis
Sinusitis frontalis
Die Sinusitis frontalis ist eine Entzündung der Stirnhöhlen (Frontalsinus), einer der Nasennebenhöhlen. Ursache können virale oder bakterielle Infektionen, allergische Reaktionen oder anatomische Hindernisse sein. Typische Beschwerden sind Druck- oder Schmerzgefühl im Stirnbereich, vermehrter Nasensekretfluss oder nasale Obstruktion und gelegentlich Fieber. Bei bakterieller Beteiligung können zusätzlich eitrige Sekrete auftreten; selten treten Komplikationen mit Ausbreitung in benachbarte Regionen auf. Therapieprinzipien umfassen Maßnahmen zur Sekretableitung und Abschwellung sowie symptomatische Behandlung; bei nachgewiesener bakterieller Infektion kann eine antibiotische Therapie erforderlich sein.
Coxarthrose
Coxarthrose
Coxarthrose bezeichnet die degenerative Veränderung des Hüftgelenks mit schrittweisem Knorpelverlust und Gelenkfunktionsstörung. Risikofaktoren sind höheres Lebensalter, Übergewicht, Fehlstellungen, wiederholte Überbelastung und vorherige Verletzungen. Klinische Zeichen sind belastungsabhängige Schmerzen in Leiste, Gesäß oder Oberschenkel, morgendliche Steifigkeit und eine eingeschränkte Beweglichkeit. Die Behandlung zielt in frühen Stadien auf konservative Maßnahmen wie Physiotherapie, Gewichtsreduktion, Hilfsmittel und schmerzorientierte medikamentöse Linderung; bei fortgeschrittener Zerstörung des Gelenks kann ein endoprothetischer Ersatz notwendig werden.
Klaustrophobie
Klaustrophobie
Klaustrophobie ist die spezifische Angst vor engen oder geschlossenen Räumen, die zu Vermeidungsverhalten und in der Folge zu deutlicher Belastung oder Panikattacken führen kann. Auslöser sind Situationen mit eingeschränkter Bewegungsfreiheit oder erwarteter Schwierigkeit zum Verlassen des Raums. Wirksame Behandlungsansätze umfassen psychotherapeutische Verfahren mit Exposition und kognitiver Umstrukturierung; ergänzend können verhaltenstherapeutische Techniken zur Angstbewältigung eingesetzt werden, bei Bedarf auch kurzfristige medikamentöse Unterstützung zur Symptomlinderung.
Panikattacken
Definition:
Eine Panikattacke ist eine plötzlich auftretende Phase sehr intensiver Angst oder großer Unruhe, begleitet von körperlichen Symptomen wie Herzklopfen, Atembeschwerden, Schwindel, Zittern oder dem Gefühl, die Kontrolle zu verlieren oder zu sterben.
Panikstörung:
Als Panikstörung gelten wiederholt auftretende, unerwartete Panikattacken; zur weitergehenden Diagnosestellung gehört typischerweise, dass in der Folge anhaltende Besorgnis über weitere Attacken oder deutliche Verhaltensänderungen bestehen (z. B. Vermeidungsverhalten). Eine feste Vorgabe von sechs Monaten als Voraussetzung ist nicht korrekt.
Ursachen:
Die Entstehung ist meist multifaktoriell mit genetischer Veranlagung, belastenden Lebensereignissen oder traumatischen Erfahrungen sowie neurobiologischen Faktoren.
Behandlung:
Psychotherapeutische Verfahren, besonders kognitive Verhaltenstherapie mit Expositionskomponenten, gelten als erste Wahl. Für die pharmakologische Langzeitbehandlung werden selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRIs) eingesetzt. Kurzfristig können Benzodiazepine zur akuten Symptomlinderung genutzt werden, sind aber wegen Abhängigkeits- und Sedierungsrisiken nicht als Dauertherapie empfohlen. Betablocker können einzelne körperliche Symptome mildern, stellen aber keine primäre Langzeitbehandlung für Panikstörungen dar. Ergänzend können Entspannungs- und Atemtechniken hilfreich sein.
Borreliose
Erreger und Übertragung:
Die Lyme-Borreliose wird durch Borrelia-Bakterien übertragen, die beim Stich bestimmter Zeckenarten auf den Menschen gelangen.
Klinik:
Typisch ist im Frühstadium eine seitliche, sich ausbreitende Rötung an der Stichstelle (Erythema migrans). Begleitend können grippeähnliche Symptome wie Fieber, Abgeschlagenheit und Gelenkschmerzen auftreten. In späteren Stadien sind neurologische Befunde, Herzbeteiligung oder wiederkehrende Gelenkentzündungen möglich.
Diagnostik:
Bei typischem Erythema-migrans-Bild ist die Diagnose oft klinisch; serologische Tests (zum Beispiel ELISA als Screening mit Bestätigungstests) werden zur weiteren Abklärung eingesetzt, können aber im sehr frühen Stadium negativ sein.
Therapie:
Die Behandlung erfolgt mit geeigneten Antibiotika, die Auswahl richtet sich nach Stadium und Manifestation der Erkrankung.
Skiunfall
Begriffserklärung:
Ein Skiunfall bezeichnet eine beim Skifahren oder Snowboarden entstandene Verletzung durch Sturz oder Kollision.
Typische Verletzungen und Folgen:
Häufig betroffen sind Knie (z. B. Kreuzbandverletzungen), Schulter und Schlüsselbein, Kopfverletzungen sowie Frakturen an oberen und unteren Extremitäten.
Akutmaßnahmen und Versorgung:
Notfallversorgung umfasst Sicherung, Schmerzlinderung, Ruhigstellung und gegebenenfalls bildgebende Diagnostik. Die weitere Behandlung kann konservativ mit Ruhigstellung und Physiotherapie oder operativ je nach Art und Schwere der Verletzung erfolgen.
Akromioklavikulargelenks
Anatomie und Funktion:
Das Akromioklavikulargelenk ist die Verbindung zwischen dem lateralen Ende des Schlüsselbeins (Clavicula) und dem Akromion des Schulterblatts (Scapula). Es trägt zur Bewegung und Stabilität des Schultergürtels bei.
Klinische Relevanz:
Das Gelenk kann durch direkte Stürze auf die Schulter oder Gewalteinwirkungen verletzt werden; typische Befunde sind Schmerz über dem Gelenk und eine sichtbare Fehlstellung bei schweren Bandverletzungen.
Behandlung:
Bei geringfügigen Verletzungen erfolgt meist konservative Therapie mit Ruhigstellung, Analgesie und Physiotherapie; bei ausgeprägten Bandruhen oder anhaltenden Beschwerden sind operative Maßnahmen möglich.
Strabismus
Definition:
Strabismus bezeichnet eine Fehlstellung der Augenachsen, bei der die Blickrichtungen der beiden Augen nicht parallel sind.
Ursachen und Bedeutung:
Ursächlich können angeborene Muskeldysbalancen, unterschiedliche Brechwerte (Refraktionsfehler), neurologische Störungen oder erworbene Erkrankungen sein. Bei Kindern kann unbehandelter Strabismus zur Sehstörung Amblyopie führen; bei Erwachsenen sind Doppelbilder möglich.
Diagnostik und Therapie:
Die Abklärung umfasst orthoptische Untersuchung und ggf. Brillenkontrolle. Behandlungsoptionen sind Korrektionsbrillen, Okklusionstherapie (Abdecken des dominanten Auges), prismatische Gläser und gegebenenfalls operative Eingriffe zur Korrektur der Augenmuskeln. Eine frühzeitige Behandlung ist wichtig, um bleibende Sehstörungen zu vermeiden.
Valsartan
Gruppe: Angiotensin‑II‑Rezeptorblocker (ARB).
Wirkmechanismus: Blockiert die AT1‑Rezeptoren für Angiotensin II und hemmt dadurch die vasokonstriktive und aldosteronvermittelnde Wirkung dieses Hormons, was zu Blutdrucksenkung und Entlastung des Herzens führt. Angiotensin II entsteht im RAAS durch Umwandlung von Angiotensinogen (Leber) unter Beteiligung von Renin (Niere) und ACE; es wird nicht primär in der Niere „produziert“.
Indikationen: Hauptsächlich arterielle Hypertonie und Herzinsuffizienz; auch nach Myokardinfarkt und bei bestimmten Nierenerkrankungen in Abhängigkeit von klinischer Einschätzung.
Wichtige Risiken und Nebenwirkungen: Blutdruckabfall mit Schwindel, Verschlechterung der Nierenfunktion, erhöhtes Kalium (Hyperkaliämie), seltenes Angioödem. Husten ist bei ARB deutlich seltener als bei ACE‑Hemmern. Bei gleichzeitiger Einnahme mit kaliumsparenden Substanzen oder bei eingeschränkter Nierenfunktion ist Vorsicht geboten.
Baldrian
Bezeichnung und Verwendung: Baldrian (Valeriana officinalis) ist ein pflanzliches Präparat, das traditionell zur Behandlung leichter Schlafstörungen und nervöser Unruhezustände verwendet wird.
Wirkung und Evidenzlage: Klinische Studien zeigen heterogene Ergebnisse; einige Untersuchungen berichten leichte Effekte auf Einschlafdauer oder Schlafqualität, die Daten sind jedoch nicht durchweg eindeutíg und die Wirksamkeit gilt als begrenzt.
Sicherheit und Wechselwirkungen: Häufige Nebenwirkungen sind Magen‑Darm‑Beschwerden, Kopfschmerzen oder Tagesmüdigkeit. Kombination mit anderen zentral dämpfenden Mitteln (z. B. Benzodiazepinen, Alkohol) kann zu verstärkter Sedierung führen. Baldrianpräparate sind in vielen Ländern rezeptfrei erhältlich.
Packungsjahren
Definition und Berechnung: Packungsjahre beschreiben die kumulative Tabakexposition. Formel: (Anzahl der täglich gerauchten Zigaretten ÷ 20) × Anzahl der Raucherjahre.
Rechenbeispiel zur Kontextangabe: Für die angegebenen Verbrauchsmuster ergibt sich eine kumulative Exposition von 16,25 Packungsjahren.
Hodentorsion
Definition: Akute Drehung des Hodens um den Samenstrang mit folgender Störung der venösen und gegebenenfalls arteriellen Durchblutung.
Klinik: Typisch ist ein plötzlich auftretender, sehr starker einseitiger Skrotalschmerz, oft begleitet von Schwellung und einem hochstehenden Hoden; Übelkeit und Erbrechen können auftreten. Auftreten Häufig im Adoleszentenalter.
Diagnostik: Die Verdachtsdiagnose stellt man primär klinisch. Farbdoppler-Sonographie kann die Durchblutung beurteilen und die Diagnose unterstützen.
Therapie: Bei Verdacht ist eine schnelle chirurgische Versorgung erforderlich; Ziel ist die Entdrehung des Hodens und die Befestigung beider Hoden (Orchidopexie). Bei nicht mehr rekapablen Gewebsveränderungen ist eine Entfernung des betroffenen Hodens notwendig.
Multiplen Sklerose
Definition: Entzündlich- demyelinisierende Erkrankung des zentralen Nervensystems mit variabler Schub- und/oder progredienter Verlaufsform.
Klinische Merkmale: Häufige Symptome sind visuelle Störungen (z. B. Optikusneuritis), sensible Ausfälle, paresen, Koordinationsstörungen und Blasen- oder Sexualfunktionsstörungen.
Diagnostik: Entscheidende Befunde stammen aus der Kernspintomographie des Gehirns und Rückenmarks sowie dem Liquor; klinische Verlaufsbeobachtung und etablierte diagnostische Kriterien werden zur Sicherung der Diagnose herangezogen.
Therapie: Akut werden Schubtherapien eingesetzt; langfristig kommen verlaufsmodifizierende Immuntherapien in Frage; ergänzend werden symptomatische und rehabilitative Maßnahmen angewendet.
Kolonpolypen
Begriffserklärung: Kolonpolypen sind lokalisierte Vorwölbungen der Schleimhaut im Dickdarm, die verschiedene histologische Typen aufweisen können.
Klinische Aspekte: Viele Polypen verursachen keine Beschwerden; mögliche Beschwerden sind rektale Blutung, veränderte Stuhlgewohnheiten oder unspezifische Bauchbeschwerden.
Risiko und Verlauf: Einige Polypen können im Laufe der Zeit entarten; das Risiko hängt von histologischem Typ, Größe und Anzahl ab.
Therapie und Vorsorge: Die übliche Maßnahme ist die endoskopische Entfernung während einer Koloskopie mit histologischer Aufarbeitung zur Risikoeinschätzung; frühzeitige Entfernung reduziert das Risiko einer bösartigen Entartung.
Kolorektalkarzinom
Definition: Kolorektalkarzinom bezeichnet bösartige Tumoren des Dick- und Enddarms, die überwiegend glandulären Ursprungs sind.
Histologie: Die Mehrheit der kolorektalen Tumoren sind Adenokarzinome, die aus dem drüsigen Epithel der Mukosa entstehen.
Klinische und prognostische Subtypen: Es gibt verschiedene histologische Subtypen mit unterschiedlichem Verhalten; einige, wie das medulläre Karzinom mit dichter lymphozytärer Infiltration, können eine vergleichsweise günstigere Prognose zeigen, während etwa Siegelringzellkarzinome oft aggressiver verlaufen.
Risikofaktoren: Zu den bekannten Risikofaktoren zählen höheres Lebensalter, bestimmte Ernährungsgewohnheiten, genetische Prädispositionen einschließlich familiärer Polyposis-Syndrome und weitere erworbene Einflüsse.
Prävention/Management: Früherkennung mittels Screening und endoskopischer Abklärung sowie histologische Beurteilung von Polypen sind zentrale Maßnahmen zur Reduktion von Erkrankungsrisiko und Mortalität.
Adhäsionen
Definition: Adhäsionen sind faserige Verwachsungen aus Narbengewebe, die verschiedene innerliche Oberflächen und Organe unphysiologisch miteinander verbinden.
Ursachen und Bedeutung: Sie entstehen häufig nach operativen Eingriffen, aber auch als Folge von Entzündungen oder Traumata. Adhäsionen können zu chronischen Schmerzen, mechanischem Darmverschluss oder bei Frauen zu Fertilitätsstörungen beitragen.
Klinische Relevanz: In der Diagnostik bei abdominellen Symptomen sind früher durchgeführte Bauchoperationen ein wichtiger Hinweis auf mögliche Verwachsungen als Differenzialdiagnose.
Reizdarmsyndrom
Definition und Einordnung
Das Reizdarmsyndrom ist eine funktionelle Störung des Darms, bei der keine strukturelle oder entzündliche Ursache gefunden wird. Klinisch stehen wiederkehrende Bauchschmerzen im Vordergrund, die mit Veränderungen des Stuhlmusters einhergehen können (vorwiegend Durchfall, Verstopfung oder wechselnde Stuhlbeschaffenheit).
Wesentliches Merkmal und Abgrenzung
Typisch ist das Fehlen «alarmierender» Befunde wie anhaltende Gewichtsabnahme, blutige Stühle (Hämatochezie) oder ein progredienter Verlauf; das Auftreten solcher Zeichen erhöht die Wahrscheinlichkeit einer organischen Erkrankung und rechtfertigt weitergehende Diagnostik.
Behandlungsschwerpunkte
Therapeutisch stehen Lebensstilmaßnahmen im Vordergrund, dazu gehören gezielte Ernährungsanpassungen und Maßnahmen zur Stressbewältigung. Medikamentöse oder weitere interventionsbezogene Maßnahmen richten sich nach den dominierenden Beschwerden und dem klinischen Verlauf.
Herzfrequenz
Begriff und Bedeutung
Die Herzfrequenz bezeichnet die Anzahl der Herzschläge pro Minute und ist ein grundlegender Vitalparameter.
Messung und Einflussfaktoren
Sie wird in Ruhe oder unter Belastung erfasst; Alter, körperliche Aktivität, Medikamente, Temperatur und Stress beeinflussen die Frequenz. Abweichungen von der erwarteten Ruhefrequenz können auf kardiovaskuläre oder systemische Störungen hinweisen und erfordern gegebenenfalls weitere Abklärung.
Blutdruck
Begriff und Messprinzip
Der Blutdruck gibt den Druck an, den das zirkulierende Blut auf die Gefäßwände ausübt und wird durch systolischen und diastolischen Wert beschrieben.
Durchführung der Messung
Zur Messung verwendet man üblicherweise eine aufblasbare Manschette und ein Messgerät; die Manschette erzeugt einen Druck, mit dem die arteriellen Druckwerte bestimmt werden. Die korrekte Anlagetechnik und die Auswahl der Manschettengröße sind wichtig für aussagekräftige Ergebnisse.
Atemfrequenz
Begriff und klinische Bedeutung
Die Atemfrequenz ist die Anzahl der Atemzüge pro Minute und ein grundlegender Vitalparameter zur Beurteilung der Atmungsfunktion.
Messung und Einflussgrößen
Sie wird in Ruhe gezählt und kann durch Schmerzen, Fieber, pulmonale oder metabolische Störungen sowie emotionale Belastung verändert werden. Abweichungen von der erwarteten Atemfrequenz sind ein Hinweis auf respiratorische oder systemische Probleme und sollten im klinischen Kontext bewertet werden.
Sauerstoffsättigung
Begriff und Messverfahren
Die Sauerstoffsättigung beschreibt den Anteil des mit Sauerstoff beladenen Hämoglobins am gesamten Hämoglobin im Blut und wird häufig nicht invasiv mittels Pulsoxymetrie bestimmt.
Bedeutung und klinische Relevanz
Die Messung liefert eine schnelle Einschätzung der oxygenären Versorgung des Körpers; verringerte Werte können auf eine gestörte pulmonale Gasaustauschsituation oder Kreislaufprobleme hinweisen und erfordern gegebenenfalls weitergehende Untersuchungen.
Temperatur
Begriff und Messorte
Die Körpertemperatur ist ein Vitalparameter, der die Wärmebilanz des Körpers widerspiegelt. Messbar ist sie an verschiedenen Orten wie rektal, oral oder in der Achselhöhle, wobei die Messstelle die gemessenen Werte beeinflusst.
digitale rektale Untersuchung
Digitale rektale Untersuchung
Zweck: Klinische Tastuntersuchung des distalen Rektums und des Analkanals zur Beurteilung von Tastbefunden, Blutungen oder lokal begrenzten Veränderungen.
Durchführung: Ein behandschuhter und geschmierter Finger wird vorsichtig in das Rektum eingeführt. Die Untersuchung ist kurz und dient der Palpation von Schleimhaut, Rektumwand und bei Männern zusätzlich der Prostata.
Befunde und Hinweise: Erhobene Befunde können Tumoren, Verhärtungen, Blutungsquellen oder tastbare Sphinkterveränderungen umfassen. Die Untersuchung kann unangenehm sein und bei entzündlichen oder schmerzhaften Läsionen Beschwerden hervorrufen; gelegentlich sind minimale Blutungen möglich.
Peutz-Jeghers
Peutz-Jeghers-Syndrom
Definition: Erbliches Syndrom, das durch multiple hamartomatöse Polypen im Gastrointestinaltrakt und charakteristische pigmentierte Makeln an Lippen und Gesicht gekennzeichnet ist.
Klinik: Typisch sind pigmente Flecken an perioralen Haut- und Schleimhautpartien sowie gastrointestinal auftretende Polypen, die zu Blutungen oder Invagination führen können.
Genetik und Risiko: Meist autosomal-dominant vererbt (häufige Ursache: STK11/LKB1-Mutation). Betroffene haben ein erhöhtes Risiko für verschiedene Tumoren im Magen-Darm-Trakt und anderen Organen.
Gardner-Syndrom
Gardner-Syndrom
Definition: Form der familiären adenomatösen Polyposis, die neben zahlreichen kolorektalen Adenomen ausgeprägte extraintestinale Manifestationen zeigt.
Klinische Merkmale: Multiple kolorektale Polypen mit hohem karzinogenem Potenzial, knöcherne Osteome (häufig Schädel, Kiefer), epidermale Zysten und Weichteiltumoren wie Desmoide.
Genetik und Prognose: Meist autosomal-dominant durch Mutationen im APC-Gen bedingt. Ohne präventive Interventionen besteht ein sehr hohes Risiko für die Entwicklung eines kolorektalen Karzinoms.
kleines Blutbild
Zum Ausschluss einer Anämie wird ein Blutbild bestimmt. Bei einem Hämoglobinwert unter 7 g/dl sollte eine Transfusion von Erythrozytenkonzentraten erwogen werden. Die Entscheidung richtet sich zusätzlich nach Beschwerden, Kreislaufsituation und Begleiterkrankungen. Zuvor werden die AB0-Blutgruppe und der Rhesusfaktor bestimmt sowie ein Antikörpersuchtest und eine Kreuzprobe durchgeführt. Unmittelbar vor der Transfusion erfolgt der Bedside-Test am Patienten.
Nierenfunktionsparameter
Nierenfunktionsparameter
Definition und Zweck: Laborchemische Messgrößen zur Beurteilung der Nierenleistung und der renalen Ausscheidungsfunktion.
Typische Parameter: Häufige Messgrößen sind das Serumkreatinin und der Harnstoff (Urea); aus dem Kreatininwert wird üblicherweise die geschätzte glomeruläre Filtrationsrate (eGFR) berechnet. Ergänzende Untersuchungen können Elektrolytwerte und Urinanalysen umfassen.
Bedeutung: Veränderungen dieser Werte liefern Hinweise auf akute oder chronische Nierenfunktionsstörungen und dienen der Verlaufsbeurteilung.
Elektrolyte
Elektrolyte
Bedeutung: Elektrolyte sind zentrale Ionen (z. B. Natrium, Kalium, Chlorid), die für Wasserhaushalt, Säure-Basen-Haushalt und Zellfunktionen wichtig sind.
Typische Störungen bei Flüssigkeitsverlusten:
– Erbrechen: kann zu Kaliumverlusten und einer hypochlorämischen metabolischen Alkalose mit begleitender Hypokaliämie führen.
– Diarrhö: kann zu Volumenverlust, Hyponatriämie und Hypokaliämie sowie häufig zu einer metabolischen Azidose führen.
Klinischer Relevanzhinweis: Bei erheblichen Darm- oder Magenverlusten sind Elektrolytmessungen zur Bewertung und Überwachung angezeigt.
ALT
Alanin-Aminotransferase (ALT)
Definition und Funktion: ALT ist ein Enzym, das am Aminosäurestoffwechsel beteiligt ist und in Reaktionen zur Übertragung einer Aminogruppe wirkt.
Vorkommen und klinische Bedeutung: Es kommt hauptsächlich in Leberzellen vor und wird im Blut vermehrt nach Freisetzung bei Schädigung von Hepatozyten nachweisbar. Messwerte dienen zur Beurteilung von Leberzellschäden, sind aber allein nicht ausreichend für die Differenzialdiagnose.
AST
Aspartat-Aminotransferase (AST)
Definition und Funktion: AST ist ein Enzym der Aminosäureumwandlung, das an Transaminierungsreaktionen beteiligt ist.
Vorkommen und klinische Bedeutung: Es ist in der Leber vertreten, kommt jedoch auch in Herzmuskel, Skelettmuskulatur und weiteren Geweben vor. Erhöhte Serumwerte zeigen Zelltod oder Gewebsschädigung an, wobei AST nicht leberspezifisch ist und bei Schädigungen anderer Organe ansteigen kann.
GGT
Gamma-Glutamyltransferase (GGT)
Definition und Funktion: GGT ist ein Enzym, das am Stoffwechsel von Glutathion beteiligt ist und an der Aminosäuretransportfunktion der Zellmembran mitwirkt.
Vorkommen und klinische Bedeutung: Es kommt in Leberzellen und in den Epithelzellen der Gallenwege vor. Laborerhöhungen treten häufig bei cholestatischen Lebererkrankungen oder bei Enzyminduktion (z. B. durch Alkohol oder bestimmte Medikamente) auf und unterstützen die Beurteilung von Leber- und Gallenerkrankungen.
Pankreasenzyme
Pankreasenzyme
Übersicht und Funktionen: Zu den exokrinen Enzymen des Pankreas gehören Amylase, Lipase sowie proteolytische Enzyme wie Trypsin und Chymotrypsin.
Wirkung: Amylase katalysiert den Abbau von Stärke und verwandten Kohlenhydraten; Lipase fördert die Spaltung von Nahrungsfetten; Trypsin und Chymotrypsin sind Proteasen, die Peptidbindungen in Eiweißmolekülen auflösen.
C-reaktives Protein
C-reaktives Protein (CRP)
Definition und Funktion: CRP ist ein akutes-Phase-Protein, das in der Leber als Reaktion auf entzündliche Reize und Gewebeschädigung gebildet wird.
Klinische Bedeutung: Die Messung im Serum wird genutzt, um das Vorhandensein und den Verlauf entzündlicher Prozesse zu überwachen. CRP gibt Hinweise auf Aktivität und Dynamik einer Entzündung, ist jedoch kein spezifischer Nachweis für die Ursache.
CEA
CEA (karzinoembryonales Antigen)
Definition: CEA ist ein Tumormarker, der ursprünglich bei fetaler Entwicklung eine Rolle spielt und im Erwachsenenalter bei bestimmten Tumorerkrankungen wieder vermehrt auftreten kann.
Klinische Bedeutung: Erhöhte Blutwerte finden sich bei einigen soliden Tumoren (insbesondere kolorektale Neoplasien), sind aber nicht ausreichend sensitiv oder spezifisch für Screeningzwecke. Der Marker wird hauptsächlich zur Verlaufsbeurteilung und Nachsorge eingesetzt, nicht als alleiniges Diagnostikum.
CA 19-9
Definition
CA 19‑9 ist ein Kohlenhydrat‑Antigen, das im Blut messbar ist und mit bestimmten epithelialen Tumoren assoziiert sein kann.
Klinische Verwendung
Der Marker wird überwiegend zur Verlaufs- und Therapiekontrolle von Tumorerkrankungen eingesetzt, insbesondere bei Erkrankungen des Pankreas und der Gallenwege. Er eignet sich nicht als stand-alone-Screeningtest.
Einschränkungen
Die Sensitivität und Spezifität sind begrenzt. Erhöhte CA‑19‑9‑Werte können auch bei anderen soliden Tumoren sowie bei verschiedenen gutartigen Erkrankungen (z. B. cholestatischen Zuständen, Pankreatitis, Lebererkrankungen) auftreten. Laborwerte müssen deshalb immer im klinischen Kontext und zusammen mit bildgebenden Befunden interpretiert werden.
Patient/ inAnrede: Herr/Frau Oberarzt/Oberärztin ……….., Hiermit möchte ich Ihnen den Patienten Ludwig Jäger vorstellen. |
Datum31/08/2025 |
| Alter57 Jahre | Gewicht85 kg | Größe176 cm |
Allergien (Stichwörter)
Amoxicillin → Abdominalschmerzen, Diarrhö
Fisch → Pruritus, Exanthem
Genussmittel / Drogen (Stichwörter)
Raucher seit 5 Jahren, aktuell ca. 5 Zigaretten/Tag (insgesamt ~17,5 Packungsjahre)
Ehemals 15 Jahre 1 Schachtel/Tag
Alkohol: seit 2 Jahren ca. 2 Gläser Bier täglich
Keine Drogen
Sozialanamnese (Stichwörter)
Beruf: Bibliothekar
Derzeit im Scheidungsprozess (Rechtskraft in ca. 3 Monaten)
Lebt mit seinem 25-jährigen Sohn in einer Wohnung
Familienanamnese (Stichwörter)
Vater (82 J.): multiple Kolonpolypen (diagnostiziert im Alter von 45 Jahren)
Mutter (80 J.): Diabetes mellitus, Insulintherapie, linksseitige Unterschenkelamputation, Long-COVID-Verdacht
Sohn (25 J.): Hodentorsion (operativ versorgt), Multiple Sklerose
Medikamente (Stichwörter)
Valsartan 80 mg 1-0-0
Ibuprofen 400 mg bei Bedarf
Lorazepam (Tavor) 0,5 mg bei Bedarf
Baldrian 300 mg (rezeptfrei, keine Wirkung)
Anamnese (Vollsätze)
Der Patient kommt mit seit etwa fünf Monaten bestehenden paradoxen Diarrhöen sowie abdominellen Schmerzen in Form von Tenesmen zu uns.
Die Beschwerden haben sich seinen Angaben nach in den letzten zwei Monaten progredient verschlechtert.
Er schildert einen wechselnden Stuhlgang mit alternierender Obstipation und Diarrhö, teilweise bleistiftdünne Stühle sowie das Gefühl einer unvollständigen Entleerung. Der Wechsel zwischen Durchfall- und Verstopfungsphasen erfolgt im Abstand von zwei bis vier Tagen. Während der Durchfallphasen klagt der Patient über mehrmalige, meist geringfügige, breiige Stuhlgänge.
Er gab an, vor etwa zwei Monaten erstmals Blut im Toilettenbecken gesehen zu haben.
Er beschreibt die Blutung so, dass manchmal nur ein kleiner Streifen Blut auf dem Stuhl zu sehen sei, während an anderen Tagen deutlich mehr Blut, teils mit Schleim vermischt, auftrete.
Folgende Begleitsymptome liegen vor:
Blässe, Schwindel, belastungsabhängige Dyspnoe, Fatigue sowie Hämatochezie.
Keine Pyrexie, Nachtschweiß, Nausea, Emesis, Hämatemesis, Meläna, Dysphagie, Ikterus, Pruritus, Hämorrhoiden oder Analfissuren.
Kein Auslandsaufenthalt oder Antibiotikaeinnahme in letzter Zeit.
In der vegetativen Anamnese zeigte sich eine ungewollte Gewichtsabnahme von 2 kg innerhalb der letzten vier Wochen sowie eine stressbedingte Insomnie mit Einschlafstörungen.
Vorerkrankungen: arterielle Hypertonie (seit 7 Jahren, gut eingestellt), bilaterale Coxarthrose (Physiotherapie, Ibuprofen bei Bedarf), Klaustrophobie mit Panikattacken, Borreliose (vor 5 Jahren), konservativ behandelte Fraktur des linken Akromioklavikulargelenks (vor 1 Jahr), Sinusitis frontalis (vor 3 Monaten).
Voroperation: Strabismus rechts (Im Alter von 6 Jahren).
Verdachtsdiagnose – Differentialdiagnose (Vollsätze)
Aufgrund der progredienten paradoxen Diarrhöen, der Hämatochezie sowie der Risikokonstellation besteht der Verdacht auf ein kolorektales Karzinom. Differenzialdiagnostisch kommen eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung sowie eine Divertikulitis in Betracht.
Weiteres Vorgehen – Therapie (Vollsätze)
Stationäre Aufnahme
Flüssigkeitshaushalt
digitale rektale Untersuchung
Koloskopie mit Biopsieentnahme zur histologischen Sicherung
Labor
Sonografie Abdomen
CT-Abdomen
Symptomatische Therapie der Beschwerden
Vorstellung in einer gastroenterologischen Spezialambulanz
Unterschrift
Vorname Nachname
Mit freundlichen Grüßen
1. Alter
2. BMI
3. Hauptbeschwerde
1. Über 50 Jahre alt.
2. In der Regel übergewichtig.
3. Seit mehreren Monaten bestehende progrediente, paradoxe Diarrhöen in Begleitung von Tenesmen.
4. Begleitsymptome
Wechselnder Stuhlgang mit alternierender Obstipation und Diarrhö, Teilweise, bleistiftdünne Stühle, Gefühl unvollständiger Entleerung, Stuhlfrequenz: schwankend
Blässe, Schwindel, Hämatochezie, Belastungsabhängige Dyspnoe, Fatigue, Gewichtsabnahme in den letzten Wochen
5. Wichtige Negationen
6. Risikofaktoren
5. Pyrexie, Nachtschweiß, Nausea, Emesis, Hämatemesis, Meläna, Ikterus, Pruritus, Hämorrhoiden, Analfissuren, Auslandsaufenthalt/ Antibiotikaeinnahme in letzter Zeit
6. Alter, fettreiche Ernährung und hoher Konsum von rotem Fleisch, Hereditäre Polyposis-Syndrome, Familiäre adenomatöse Polyposis, Gardner-Syndrom, Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen
7. Körperliche Untersuchung
7. Vitalparameter
Zeichen einer Dehydratation / Anämie (Blässe) oder Kachexie
Hinweis auf Perforation → Peritonitis → Abwehrspannung
Hinweis auf Obstruktion → hyperaktive Darmgeräusche
Digitale rektale Untersuchung
8. Differentialdiagnosen
8. Kolorektalkarzinom
Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (CED): schubweise, ggf. mit extraintestinalen oder perianalen Manifestationen
Adhäsionen: nach vorausgegangenen abdominalchirurgischen Eingriffen
Reizdarmsyndrom: ohne Hämatochezie oder Gewichtsabnahme
9. Lokalisation
9. Lokalisation:
Proximales Kolon: Eisenmangelanämie infolge okkulten Blutverlusts
Distales Kolon: Veränderung der Stuhlgewohnheiten (Obstipation/Diarrhö), Hämatochezie
Rektum: Veränderung des Stuhlkalibers, rektale Blutungen, rektale Schmerzen
10. Labor
10. kleines Blutbild, Eisenstatus, Nierenfunktionsparameter, Elektrolyte, Leberwerte (ALT, AST, GGT, AP, Bilirubin), Pankreasenzyme sowie C-reaktives Protein
CEA und CA 19-9, unsensitiv/ bei anderen soliden Tumoren, zur Verlaufs- und Therapiekontrolle
11. Weiteres Vorgehen
11. Methode der Wahl: Koloskopie
Koloskopie: Darmreinigung vor der Untersuchung, Inspektion der Darmschleimhaut, Biopsien und z. B. Polypektomie oder Stillung von Blutungen
Computertomographie (CT) von Thorax, Abdomen und Becken (Pelvis): Beurteilung der Ausbreitung der Erkrankung (Staging)
Sonographie: Nachweis von Lebermetastasen
12. Pathobiologie
12.
Etwa drei Viertel der Dickdarmkarzinome entstehen im proximalen Kolon. Adenokarzinome machen mehr als 90 % der kolorektalen Karzinome aus. Kolorektale Adenokarzinome entstehen aus dem prismatischen Drüsenepithel der Mukosa.
Der Subtyp des medullären Karzinoms: günstige Prognose.
Das Siegelringzellkarzinom: ungünstige Prognose
13. Therapie
13. Chirurgie:
operative Resektion + die Erhaltung der Schließmuskelfunktion
Hemikolektomie
Transversumresektion
Sigmaresektion
Totale/subtotale Kolektomie
Chemotherapie
14. Prognose
14. Die Prognose beim kolorektalen Karzinom hängt maßgeblich vom Tumorstadium ab. Die 5-Jahres-Überlebensrate beträgt im Stadium I etwa 90–95 %, sinkt im Stadium IV mit Fernmetastasen jedoch auf unter 10 %. Die Stadien II und III liegen prognostisch dazwischen.
15. Stellen Sie sich nun vor: Wie würden Sie typischerweise über ein Kolonkarzinom berichten?
15. Der Patient stellte sich mit seit etwa fünf Monaten bestehenden paradoxen Diarrhöen vor, die sich zuletzt progredient verschlechtert haben. Begleitend bestehen Tenesmen, wechselnder Stuhlgang mit Obstipation und Diarrhö, teils bleistiftdünne Stühle sowie unvollständige Entleerung. Zudem berichtet er über Gewichtsabnahme, Blässe, Schwindel, Hämatochezie, belastungsabhängige Dyspnoe und Fatigue.
Allgemeinbegriff:
1. Bauchschmerzen
2. schmerzhafter Stuhldrang
3. Verstopfung
4. Stuhlgang
5. frisches Blut im Stuhl
6. Atemnot, Kurzatmigkeit
7. Müdigkeit, Erschöpfung
8. Fieber
Fachbegriff:
1. Abdominelle Schmerzen
2. Tenesmen
3. Obstipation
4. Defäkation
5. Hämatochezie
6. Dyspnoe
7. Fatigue
8. Pyrexie
Allgemeinbegriff:
9. Nachtschweiß
10. Übelkeit
11. Erbrechen
12. Bluterbrechen
13. schwarzer, teerartiger Stuhl
14. Schleimhaut
15. Schluckbeschwerden
16. vergrößerte Gefäßpolster am After
Fachbegriff:
9. Nächtliche Hyperhidrose
10. Nausea
11. Emesis
12. Hämatemesis
13. Meläna
14. Mucosa
15. Dysphagie
16. Hämorrhoiden
Allgemeinbegriff:
17. kleine Risse in der Afterhaut
18. Gelbsucht (gelbe Haut und Augen)
19. Juckreiz
20. Darmspiegelung
21. operative Eingriff zur partiellen oder vollständigen Entfernung des Dickdarms
Fachbegriff:
17. Analfissuren
18. Ikterus
19. Pruritus
20. Koloskopie
21. Kolektomie
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ARZT: Guten Tag,
Mein Name ist Doktor Habeck.
Ich bin heute als Assistenzarzt auf der Station tätig.
Ich würde gerne ein Anamnesegespräch mit Ihnen führen.
Falls Sie etwas nicht richtig verstanden haben oder Fragen haben, lassen Sie es mich bitte wissen.
Zunächst benötige ich einige persönliche Informationen, danach können wir fortfahren.
Wie heißen Sie?
PATIENT: Ich heiße Ludwig Jäger.
ARZT: Könnten Sie bitte Ihren Vornamen und Nachnamen langsam buchstabieren?
PATIENT: Natürlich,
mein Vorname: L, U, D, W, I, G
mein Nachname: J, Ä, G, E, R
ARZT: Wie alt sind Sie, Herr Jäger?
PATIENT: Ich bin siebenundfünfzig Jahre alt.
ARZT: Wann genau sind Sie geboren?
PATIENT: Ich hatte vorgestern Geburtstag.
ARZT: Ach so, nachträglich alles Gute zum Geburtstag!
dann haben Sie also am siebzehnten Januar 1968 Geburtstag.
PATIENT: Stimmt Herr Doktor
ARZT: Wie groß sind Sie?
PATIENT: Ich bin eins sechsundsiebzig groß.
ARZT: Wie viel wiegen Sie?
PATIENT: Ich wiege ungefähr fünfundachtzig Kilo.
ARZT: Wie heißt Ihr Hausarzt beziehungsweise Ihre Hausärztin?
PATIENT: Meine Hausärztin heißt Doktor Karla Scholz.
ARZT: Was bringt Sie heute zu uns?
PATIENT: Mein Nachbar meinte, ich sehe blass aus.
Deswegen bin ich mit ihm hierhergekommen.
Aber das ist eigentlich gar nicht mein Hauptproblem.
Mein wirkliches Problem ist, dass ich seit ein paar Monaten Verstopfung habe – und komischerweise wechselt das manchmal mit Durchfällen.
ARZT: Seit wann haben Sie Darmprobleme?
PATIENT: Seit ungefähr fünf Monaten.
Damals haben die Beschwerden langsam angefangen – aber in den letzten zwei Monaten sind sie deutlich schlimmer geworden.
ARZT: Könnten Sie Ihre Beschwerden bitte genauer beschreiben?
Was meinen Sie genau mit Verstopfung und Durchfall?
PATIENT: Ja, mein Stuhlgang hat sich verändert.
Manchmal ist er dünner als früher, manchmal sogar so dünn wie ein Bleistift.
Außerdem habe ich im Wechsel Durchfall und Verstopfung.
Ich habe oft das Gefühl, dass der Darm nicht richtig leer wird.
Und manchmal sehe ich auch Blut oder Schleim im Stuhl Und der Stuhl ist eher breiig.
ARZT: Wann haben Sie zum ersten Mal Blut im Stuhl bemerkt?
PATIENT: Das erste Mal habe ich es im Toilettenbecken gesehen – es war schleimig-blutig, und das ist ungefähr vor vier Monaten gewesen.
ARZT: Ist der Stuhl manchmal schwarz oder teerartig gewesen?
PATIENT: Nein, schwarz oder teerig war der Stuhl eigentlich nie.
Meistens ist er eher normal braun, aber manchmal sehe ich hellrotes Blut oder etwas Schleim dabei.
ARZT: Wie häufig leiden Sie unter Verstopfung oder Durchfall?
PATIENT: Das ist ganz unterschiedlich. Meistens wechselt es alle paar Tage. Manchmal gehe ich nur alle zwei bis vier Tage auf die Toilette, und dazwischen bekomme ich dann immer wieder Durchfall – manchmal sogar drei- bis viermal am Tag, oft nur in kleinen Mengen.
ARZT: Wie viel Blut ist dabei?
PATIENT: Das ist unterschiedlich. Manchmal ist es nur ein ganz kleiner Streifen auf dem Stuhl, und manchmal ist deutlich mehr Blut dabei, gemischt mit Schleim.
ARZT: Wie sieht das Blut im Stuhl aus?
PATIENT: Es ist hellrot.
ARZT: Haben Sie auch Schmerzen?
PATIENT: Ja, die Schmerzen sind im Unterbauch, also unterhalb des Nabels.
Sie kommen wellenförmig, gehen wieder weg und treten dann erneut auf.
ARZT: Wie lange dauern die Schmerzen normalerweise an?
PATIENT: Die Schmerzen halten meistens einige Minuten an und kommen dann immer wieder in Schüben.
ARZT: Strahlen die Schmerzen Irgendwohin aus?
PATIENT: Nein, das nicht.
ARZT: Wie stark würden Sie Ihre Schmerzen auf einer Skala von 1 bis 10 einschätzen – einmal in Ruhe und einmal beim Stuhlgang, wobei 1 leichte und 10 unerträgliche Schmerzen sind?
PATIENT: In Ruhe etwa bei 2, aber beim Stuhlgang steigt es auf ungefähr 7 oder 8.
ARZT: Gibt es etwas, das die Schmerzen beeinflusst, also besser oder schlimmer macht?
Zum Beispiel den Stuhlgang, das Essen oder eine bestimmte Körperhaltung?
PATIENT: Ja, vor dem Stuhlgang sind die Schmerzen am stärksten.
Danach werden sie meistens etwas besser.
Aber mit dem Essen haben die Schmerzen nichts zu tun.
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ARZT: Hatten Sie bereits solche Beschwerden?
PATIENT: Nein, das ist neu für mich.
Aber wissen Sie, Herr Doktor, mein Vater hatte mehrere Polypen.
Die wurden entfernt, weil der Arzt meinte, die könnten bösartig werden.
Damals hatte er auch öfter Blut im Stuhl und manchmal Bauchschmerzen.
Und jetzt habe ich Angst, dass es bei mir vielleicht genauso ist.
ARZT: Ich verstehe Ihre Sorge.
Bei der Entstehung einer Erkrankung spielen oft viele Faktoren eine Rolle – zum Beispiel die Gene, die Ernährung, der Lebensstil und anderes mehr.
Gleichzeitig sollten wir das Gespräch gründlich fortsetzen, um alle wichtigen Informationen zu erhalten.
Anschließend führen wir die notwendigen Untersuchungen durch, und danach können wir eine genauere Diagnose stellen.
ARZT: Haben Sie etwas dagegen ausprobiert?
PATIENT: Ich habe es mit Kräutertee versucht, aber das hat leider nichts gebracht.
ARZT: Haben Sie jemals an der Darmkrebsvorsorge teilgenommen, zum Beispiel einen Stuhltest auf verborgenes Blut oder eine Darmspiegelung?
PATIENT: Nein, noch nicht.
ARZT: Haben Sie wegen der Beschwerden bis jetzt schon einen Arzt aufgesucht?
PATIENT: Nein, ehrlich gesagt habe ich gehofft, dass es von selbst wieder besser wird.
Und Sie wissen ja, wie das momentan mit Terminen ist – man bekommt nur schwer einen Termin.
ARZT: Haben Sie Schwierigkeiten oder Schmerzen beim Schlucken oder Kauen bemerkt?
PATIENT: Nein, damit habe ich keine Probleme.
ARZT: Ist Ihnen am Körper etwas Ungewöhnliches aufgefallen, zum Beispiel Schwellungen, Knoten oder veränderte Empfindungen – etwa in der Leiste?
Nein, mir ist nichts Ungewöhnliches aufgefallen
ARZT: Haben Sie Atemnot, Husten, Schwindel oder Herzrasen?
PATIENT: Nur bei körperlicher Anstrengung bekomme ich schlecht Luft.
Und wenn ich plötzlich aufstehe, wird mir schwarz vor Augen.
ARZT: Sind bei Ihnen bestimmte Herzprobleme oder eine Blutarmut bekannt?
PATIENT: Soweit ich weiß, nein.
ARZT: Haben Sie Übelkeit?
PATIENT: Nein.
ARZT: Haben Sie sich übergeben?
PATIENT: Bisher habe ich nichts erbrochen.
ARZT: Haben Sie Sodbrennen oder einen sauren Geschmack im Mund bemerkt?
PATIENT: Nein, das habe ich nicht.
ARZT: Haben Sie Schmerzen oder Juckreiz im Analbereich?
PATIENT: Nein, das habe ich nicht.
ARZT: Haben Sie eine gelbliche Färbung der Haut oder des Augenweißes bemerkt, oder ist Ihr Urin dunkler als üblich?
PATIENT: Nein, ich habe nichts bemerkt.
ARZT: Haben Sie Juckreiz am ganzen Körper?
PATIENT: Nein, ich habe keinen Juckreiz
ARZT: Ist Ihr Bauchumfang in letzter Zeit größer geworden – zum Beispiel, weil Ihre Hosen enger sitzen als früher?
PATIENT: Nein, das ist mir nicht aufgefallen.
ARZT: Wie fühlen Sie sich?
PATIENT: Seit drei Wochen fühle ich mich echt schlapp und müde.
ARZT: Welche Lebensmittel haben Sie kürzlich konsumiert?
PATIENT: ich habe nichts Besonderes gegessen – einfach mein übliches Essen.
ARZT: Haben Sie Fieber, Nachtschweiß, Schüttelfrost oder Schweißausbrüche?
PATIENT: Nichts
ARZT: Wie ist Ihr Appetit?
PATIENT: Ich muss mich zum Essen zwingen.
ARZT: Wie ernähren Sie sich?
Veganer, Vegetarier oder Allesfresser?
PATIENT: Ich habe mich jahrelang eher ungesund ernährt, viel rotes Fleisch, wenig Obst und Gemüse.
ARZT: Danke, dass Sie das so offen ansprechen.
Ernährung spielt tatsächlich eine wichtige Rolle für die Gesundheit.
Es ist schon gut, dass Sie sich dessen bewusst sind – wir können gemeinsam überlegen, wie Sie Ihre Essgewohnheiten Schritt für Schritt verbessern können.
PATIENT: Danke für Ihre Unterstützung.
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ARZT: Haben Sie in letzter Zeit ungewollt abgenommen oder zugenommen?
Wie viel und in welchem Zeitraum?
PATIENT: Ja, ich habe in den letzten vier Wochen ungewollt etwa zwei Kilogramm abgenommen.
ARZT: Haben Sie Schlafprobleme?
PATIENT: Ja, ich brauche ungefähr zwei Stunden, bis ich einschlafen kann.
Ich arbeite in einer Bibliothek, und momentan wird dort alles digitalisiert.
Damit habe ich keine gute Beziehung – das macht mir viel Stress.
Ich bin einfach kein digitaler Typ.
Außerdem stören manchmal auch Durchfall und Bauchschmerzen meinen Schlaf.
ARZT: Das klingt nach einer beruflichen Belastung.
Solche Situationen kommen häufig vor.
Wichtig ist, dass Sie Ruhe bewahren und sich nicht zu viele Sorgen machen.
Jeder macht einmal Fehler – das ist ganz normal.
Was haben Sie dagegen gemacht?
PATIENT: Ich bin von allein in die Apotheke gegangen und habe Baldrian-Tabletten 300 zum Schlafen genommen.
ARZT: Hat das geholfen?
PATIENT: Ehrlich gesagt, Bonbons hätten mehr Wirkung – die Tabletten haben gar nichts gebracht.
ARZT: Verstehe, am Ende des Gesprächs können wir das ausführlicher besprechen.
PATIENT: In Ordnung, Herr Doktor.
ARZT: Haben Sie Schwierigkeiten beim Wasserlassen?
PATIENT: Beim letzten Besuch beim Urologen, das war vor etwa zwei Jahren, war alles unauffällig.
Die Untersuchungen wegen einer möglichen Vergrößerung der Prostata waren normal.
ARZT: Leiden Sie an chronischen Erkrankungen wie zum Beispiel Bluthochdruck, Zuckerkrankheit oder erhöhte Blutfettwerte?
PATIENT: Seit 7 Jahren habe ich Bluthochdruck.
ARZT: Wie wurde die Diagnose gestellt?
PATIENT: Während der Vorsorgeuntersuchung bei meiner Hausärztin musste ich ein ambulantes 24-Stunden-Blutdruckmonitoring machen.
Sie hat mir auch empfohlen, einen Stuhltest auf sogenanntes verborgenes Blut zu machen, aber den habe ich nie gemacht.
ARZT: Verstehe, das ist eine wichtige Untersuchung – gut, dass Sie es jetzt ansprechen.
Messen Sie Ihren Blutdruck zu Hause? Wie hoch sind die Werte?
PATIENT: Ja, ich messe meinen Blutdruck regelmäßig zu Hause.
Die Werte liegen meistens bei 130 zu 80.
ARZT: Liegen Komplikationen wie Nierenprobleme, Sehstörungen oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen vor?
PATIENT: Nein, da habe ich nichts.
ARZT: Waren Sie schon einmal aufgrund zu hoher oder zu niedriger Blutzuckerwerte im Krankenhaus?
PATIENT: Nein, noch nie.
ARZT: Wann haben Sie zuletzt einen Augenarzt aufgesucht?
PATIENT: Ich war noch nie beim Augenarzt.
Warum sind Augenuntersuchungen wichtig?
ARZT: Regelmäßige Kontrollen beim Augenarzt sind wichtig, um mögliche Folgen von Bluthochdruck an den Augen rechtzeitig zu entdecken.
Welche Medikamente nehmen Sie dagegen ein?
PATIENT: Dankeschön Herr Doktor, Ich nehme Valsartan 80 Milligramm, einmal täglich.
Außerdem hatte ich vor drei Monaten eine Stirnhöhlenentzündung.
ARZT: Welche Behandlung haben Sie dafür bekommen?
PATIENT: Ich habe zuerst Amoxicillin bekommen, aber schon nach der ersten Tablette habe ich es nicht vertragen.
Ich bekam Bauchschmerzen und Durchfall, deshalb habe ich es wieder abgesetzt.
ARZT: Was haben Sie anschließend verschrieben bekommen?
PATIENT: Daran kann ich mich nicht so gut erinnern.
Ich weiß nur noch, dass die Packung 6 Tabletten enthalten hat.
ARZT: Haben Sie noch andere Erkrankungen?
PATIENT: Ja, ich habe also seit 5 Jahren Verschleiß im Hüftgelenk.
Die Hüfte macht schon länger Probleme, vor allem beim Laufen oder wenn ich länger stehe.
ARZT: Ist eine oder sind beide Seiten betroffen?
PATIENT: Ich habe auf beiden Seiten Schmerzen, aber manchmal tut eine Seite mehr weh als die andere.
ARZT: Welche Behandlungen wurden durchgeführt?
Und wie wirkungsvoll waren sie?
PATIENT: Ich habe schon Physiotherapie gemacht, das hat ein bisschen geholfen – zumindest für die Beweglichkeit.
Schmerzsalben wie Voltaren habe ich auch ausprobiert, aber die helfen nur kurzfristig.
Ibuprofen 400 lindert die Schmerzen dagegen ganz gut.
ARZT: Wie oft nehmen Sie Ibuprofen – wöchentlich oder monatlich?
PATIENT: Nicht so oft, ungefähr zwei Mal pro Woche, wenn die Schmerzen stark sind.
ARZT: Wenn Sie in Zukunft häufiger Ibuprofen einnehmen möchten, ziehen Sie bitte auch einen Magenschutz wie Pantoprazol in Betracht, damit Ihr Magen nicht unnötig belastet wird und um mögliche Schäden an der Magenschleimhaut zu vermeiden.
PATIENT: In Ordnung.
Außerdem fühle ich mich in engen Räumen sehr unwohl, da bekomme ich schnell Panik.
ARZT: Wurde Ihnen etwas gegen die Panikattacken verschrieben?
PATIENT: Ja, ich nehme Tavor bei Bedarf.
ARZT: In welcher Dosierung nehmen Sie Tavor?
PATIENT: 1 Milligramm, aber ich nehme immer nur eine halbe Tablette.
Und ich hatte auch schon mal Borreliose – das war vor etwa fünf Jahren, da hat mich im Zerzabelshofer Forst eine Zecke am rechten Unterschenkel gestochen.
Ich hatte damals eine kurze Hose an.
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ARZT: Welche Behandlungen wurden damals durchgeführt?
PATIENT: Damals habe ich Doxy-Denk 100 verschrieben bekommen, das musste ich zwei Wochen lang nehmen.
Außerdem wurde der Blutwert auf Borreliose kontrolliert.
ARZT: Haben Sie sich schon einmal einer Operation oder einem medizinischen Eingriff unterzogen?
PATIENT: Ja, als Kind. Ich hatte ein Schielen am rechten Auge und wurde deswegen operiert.
Der Augenarzt hat meiner Mutter damals gesagt, dass eine Brille nicht ausreichen würde.
ARZT: Was meinen Sie genau mit als Kind?
In welchem Alter war das ungefähr?
PATIENT: Das war mit ungefähr sechs Jahren.
ARZT: Hatten Sie schon einmal einen Unfall?
PATIENT: Ja, vor einem Jahr hatte ich einen Skiunfall.
Dabei bin ich gestürzt und habe mir das linke Schultereckgelenk gebrochen.
ARZT: Wie wurde das behandelt? Mit Operation?
PATIENT: Nein, keine Operation.
Ich musste das schonen, hatte einen Rucksackverband und habe Schmerzmittel bekommen.
ARZT: Haben Sie derzeit Schmerzen oder Bewegungseinschränkungen?
PATIENT: Nein, gar nichts mehr – das ist gut verheilt.
ARZT: Nehmen Sie noch andere Medikamente?
PATIENT: Nein, keine weiteren.
ARZT: Nehmen Sie blutverdünnende Medikamente wie Aspirin, Marcumar oder ähnliche Präparate?
PATIENT: Nein, solche Medikamente nehme ich nicht. Ich nehme nur mein Blutdruckmedikament Valsartan einmal täglich.
Schmerzmittel wie Ibuprofen nehme ich nur gelegentlich, wenn meine Hüfte weh tut.
ARZT: Haben Sie ein Rezept für Ihre Medikamente?
PATIENT: Ja, habe ich.
ARZT: Sind Sie vollständig geimpft, also haben Sie alle Impfungen seit Ihrer Kindheit erhalten?
PATIENT: Nein, ehrlich gesagt bin ich kein Befürworter von Impfungen.
Ich habe den Eindruck, dass es oft mehr um Geld und Vermarktung geht als um Gesundheit.
ARZT: Ich verstehe Ihre Bedenken und nehme sie ernst.
Wenn Sie möchten, kann ich Ihnen gern erklären, warum bestimmte Impfungen aus medizinischer Sicht sinnvoll sind – gerade zum Schutz vor schweren Erkrankungen.
Sie entscheiden natürlich selbst, ob und welche Impfungen für Sie infrage kommen.
Haben Sie bekannte Allergien oder Unverträglichkeiten, zum Beispiel gegen Lebensmittel, Medikamente, Tiere oder andere Dinge?
PATIENT: Ja, außer Amoxicillin vertrage ich auch keinen Fisch.
Da bekomme ich Juckreiz und Hautausschlag.
Das habe ich zum ersten Mal mit sieben oder acht Jahren bemerkt.
ARZT: Rauchen Sie?
Wie viele Zigaretten rauchen Sie täglich und seit wann?
PATIENT: Ich rauche seit 5 Jahren ungefähr 5 Zigaretten am Tag. Davor habe ich etwa 15 Jahre lang eine ganze Schachtel täglich geraucht.
ARZT: Es ist großartig, dass Sie sich entschieden haben, weniger zu rauchen.
Da Sie es schon geschafft haben zu reduzieren, bin ich sicher, dass Sie auch ganz aufhören können.
Können Sie mir erzählen, was Sie dazu motiviert hat?
PATIENT: Ich habe gemerkt, dass ich nachts öfter husten muss.
Das hat mich ziemlich genervt, und ich dachte mir, es wäre besser, weniger zu rauchen.
ARZT: Hat es sich verbessert?
PATIENT: richtig.
ARZT: Trinken Sie Alkohol?
Welche Art?
PATIENT: Ich trinke meistens zwei Gläser Bier am Tag.
das mach ich seit 2 Jahren.
ARZT: Danke, dass Sie das so offen sagen.
Zwei Bier am Tag über 2 Jahre ist schon eine Belastung für den Körper.
Wenn Sie interessiert sind, können wir gemeinsam überlegen, wie Sie den Konsum reduzieren können
PATIENT: Natürlich Herr Doktor.
ARZT: Kam es schon einmal vor, dass Sie aufgrund übermäßigen Alkoholkonsums Symptome einer Vergiftung hatten?
PATIENT: Niemals.
ARZT: Darf ich Sie fragen, ob Sie schon einmal Drogen konsumiert haben?
PATIENT: Niemals
ARZT: Treiben Sie regelmäßig Sport?
Welche Art und wie häufig?
PATIENT: Ich betreibe nicht allzu viel Sport – ich gehe etwa einmal pro Woche schwimmen.
ARZT: Wie ist Ihr Familienstand?
PATIENT: Ich bin gerade im Scheidungsprozess.
Wir werden uns in drei Monaten offiziell scheiden lassen.
ARZT: Wo wohnen Sie?
Mit wem leben Sie zusammen?
PATIENT: Ich wohne in einer Wohnung mit meinem Sohn.
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ARZT: Ist er gesund?
PATIENT: Er ist jetzt 25. Mit 13 Jahren hatte er eine Verdrehung am Hoden, das wurde damals operiert.
Außerdem hat er Multiple Sklerose, die er mit Tabletten behandelt. Bei der Diagnose hatte er Symptome wie Sehstörungen, Taubheitsgefühle im rechten Bein und Gangunsicherheit. Danach wurden Untersuchungen wie ein MRT des Gehirns und Rückenmarks durchgeführt.
ARZT: Gibt es in Ihrer Familie wichtige Erkrankungen, beispielsweise bei Ihren Eltern, Geschwistern oder anderen nahen Verwandten?
PATIENT: Mein Vater ist 82 Jahre alt.
Wie ich schon gesagt habe, wurden bei ihm mit 45 Jahren zufällig mehrere Polypen entdeckt und entfernt.
Meine Mutter ist 80, sie wohnt im Altenheim und hat Diabetes.
Vor zwei Jahren wurde ihr der linke Fuß bis zum Unterschenkel amputiert.
Sie bekommt Insulin.
Vor etwa einer Woche hat ein Pfleger etwas von Long Covid gesagt – aber ich habe keine Ahnung, was das genau ist.
ARZT: Long Covid bedeutet, dass nach einer Corona-Infektion Beschwerden länger anhalten, zum Beispiel Müdigkeit, Atemnot oder Konzentrationsprobleme.
Wir können das bei Ihrer Mutter genauer abklären.
Haben Sie in letzter Zeit eine Reise gemacht?
PATIENT: Nein, gar nicht.
ARZT: Haben Sie Haustiere?
PATIENT: Ich habe einen Hund.
ARZT: Wir sind mit der Anamnese fertig.
Haben Sie noch Fragen?
PATIENT: Muss ich operiert werden?
ARZT: Das kann ich ohne weitere Untersuchungen nicht sicher sagen.
Ihre bisherigen Beschwerden deuten aber auf eine Veränderung im Dickdarm hin, die wir genauer abklären sollten.
Die Behandlung hängt dann von der genauen Diagnose ab – das kann mit Medikamenten geschehen oder, wenn nötig, auch mit einer Operation.


