Begrüßung
Guten Tag, sehr geehrter Herr Professor Doktor …,
ich möchte Ihnen nun die Patientin Rosemarie Stein vorstellen.
Sie ist 57 Jahre alt, ein Meter siebenundsechzig groß und wiegt etwa 72 kg. Der Body-Mass-Index (BMI) beträgt 25,9 kg/m² und liegt damit im Bereich des leichten Übergewichts.
Aktuelle Anamnese
Die 57-jährige Patientin stellte sich bei uns vor aufgrund seit etwa vier Monaten bestehender, langsam progredienter Unruhe, Nervosität, Konzentrationsstörungen sowie feinschlägigen Tremors der Hände.
Nach ihren Angaben kam es zudem in den letzten zwei Monaten zu einer ungewollten Gewichtsabnahme von 4 kg trotz guten Appetits.
Sie berichtete, weder eine Diät eingehalten noch Sport getrieben zu haben.
Begleitend bestehen Palpitationen, gelegentliche weiche Stühle, Exophthalmus, Wärmeintoleranz mit erhöhter Schweißneigung, Alopezie, brüchige Nägel sowie ein prätibiales nicht eindrückbares Ödem.
Darüber hinaus gab die Patientin an, dass ihr Hemdkragen nicht mehr passe. Früher habe Größe 40 ausgereicht, inzwischen benötige sie Größe 42, was klinisch auf eine mögliche Struma hinweist.
Folgende Symptome wurden verneint:
Fieber, Halsschmerzen, Dysphagie, Dysphonie, Nausea/ Emesis, kürzliche Infekte der oberen Atemwege, Cephalgien, Dyspnoe, Thoraxschmerzen, plötzlich auftretende Angstzustände sowie ein kürzlicher Drogen- oder Medikamentenkonsum.
(Auch anamnestische Hinweise auf eine Lymphadenopathie oder entsprechende Veränderungen verneinte die Patientin.)
Die vegetative Anamnese
In der vegetativen Anamnese zeigte sich eine Insomnie mit sowohl Ein- als auch Durchschlafstörungen aufgrund von Unruhe. Zudem besteht seit etwa 10 Jahren eine Obstipation, die sich in den letzten vier Monaten etwas gebessert hat.
Vorerkrankungen
An Vorerkrankungen sind bei ihr die folgenden bekannt:
Die Patientin leidet seit 15 Jahren an einer chronischen Lumbalgie infolge eines durch MRT diagnostizierten Diskusprolapses, wahrscheinlich auf Höhe L4/L5, die bislang konservativ behandelt wurde.
Bei der Patientin besteht seit 7 Jahren eine Hypercholesterinämie, die im Rahmen einer Vorsorgeuntersuchung diagnostiziert wurde.
Mit 50 Jahren zeigte sich in der Sonographie zufällig eine asymptomatische Cholezystolithiasis; nach Vorstellung in der Chirurgie wurde keine operative Therapie empfohlen.
Sie äußerte, vor 5 Jahren habe sie sich bei der Gartenarbeit eine distale Radiusfraktur links zugezogen, die mit sechswöchiger Immobilisation im Gipsverband und Analgetikagabe behandelt worden sei.
Bei der Patientin besteht seit 2 Jahren ein Glaukom am linken Auge.
Voroperationen
Bei den Voroperationen führte die Patientin an, vor 10 Jahren eine etwa 2 cm lange Lazeration erlitten zu haben, die mittels Naht versorgt wurde.
Hinweis: Wenn eine Aussage durch eine ärztliche Untersuchung objektiv bestätigt werden kann – zum Beispiel durch sichtbare Narben – ist der Indikativ angebracht. (In der Fachsprachprüfung findet keine körperliche Untersuchung statt.)
Gynäkologie
Gynäkologisch befindet sich die Patientin nach eigenen Angaben seit etwa 8 Jahren in der Menopause und ist aktuell beschwerdefrei. In der Anamnese bestehen drei Spontangeburten.
Medikamente
Derzeit nimmt die Patientin laut Rezept folgende Medikation ein:
Diclofenac 50 mg bei Bedarf
Simvastatin 20 mg abends
Baldrian 300 mg
Fexofenadin 120 mg bei bedarf
Die Patientin verwendet seit 2 Jahren Latanoprost-Augentropfen (Xalatan®).
Hinweis: Wenn eine Aussage durch eine ärztliche Beobachtung objektiv bestätigt werden kann – zum Beispiel anhand eines Rezepts – ist der Indikativ angebracht.
Allergien
Sie gab an, auf Birkenpollen und Mandeln allergisch zu sein; hierbei kommt es zu einer allergischen Rhinitis mit verstopfter Nase und Niesen.
Noxen
In Bezug auf Noxen gab die Patientin an, seit 2 Jahren Nichtraucherin zu sein. Zuvor habe sie 10 Jahre lang etwa 10 Zigaretten täglich geraucht, was etwa 5 Packungsjahren entspricht.
In letzter Zeit trinke sie regelmäßig abends 1–2 Gläser Wein zur Beruhigung.
Einen Drogenkonsum verneinte sie.
Sozialanamnese
Die Patientin teilte mit, sie sei Kauffrau im Einzelhandel und arbeite in einem Geschäft, das hauptsächlich Trachten und Dirndl verkaufe.
Ihr Mann sei vor einem Jahr an einem Pankreaskarzinom verstorben, seither sei sie verwitwet.
Sie habe drei Kinder im Alter von 22, 18 und 15 Jahren. Ihre 18-jährige Tochter leide an einer Anorexia nervosa, bisher ohne Behandlung.
Familienanamnese
Die Patientin sagte, ihre Mutter sei im Alter von 70 Jahren an einer Peritonitis infolge einer Kolonperforation verstorben.
Ihr Vater sei 80 Jahre alt und lebe in einem Pflegeheim. Er mache seit fünf Jahren eine Dialysebehandlung aufgrund von arterieller Hypertonie und Diabetes mellitus.
Verdachts- und Differentialdiagnose
Meiner Meinung nach deuten die anamnestischen Angaben – insbesondere Gewichtsabnahme trotz Appetit, Hitzeintoleranz, Unruhe sowie Symptome wie Palpitationen und Schwitzen – am ehesten auf eine Thyreotoxikose hin, die entweder durch eine Hyperthyreose oder durch eine nicht-hyperthyreote Ursache bedingt sein kann.
Zu den Ursachen einer Hyperthyreose gehören Morbus Basedow, ein knotiger Kropf und selten ein TSH-bildender Tumor der Hirnanhangsdrüse. Eine Thyreotoxikose ohne Hyperthyreose entsteht meist durch die Einnahme von zu vielen Schilddrüsenhormonen. Manchmal liegt auch eine subakute Schilddrüsenentzündung (de-Quervain-Thyreoiditis) zugrunde.
Bei einem Phäochromozytom erwarten wir typischerweise Kopfschmerzen und arterielle Hypertonie, die in der Regel anfallsartig auftreten.
Bei einer Panikstörung ist mit plötzlich auftretender, ausgeprägter Angst, Unruhe und Dyspnoe zu rechnen. Typischerweise fehlen jedoch Symptome wie Gewichtsabnahme trotz guten Appetits oder Hitzeintoleranz.
(Humanes Choriongonadotropin (hCG), ein Glykoprotein mit hoher struktureller Homologie zum TSH, kann bei exzessiv erhöhten hCG-Spiegeln – wie sie bei einer Hyperemesis gravidarum oder einem Chorionkarzinom auftreten – eine vorübergehende Schwangerschaftshyperthyreose verursachen.)
Diagnostische Abklärung
In der Regel können Patientinnen und Patienten mit einer Hyperthyreose ambulant behandelt werden.
Bei älteren Menschen, bei denen jedoch eine neu aufgetretene Vorhofflimmerepisode oder eine Exazerbation einer Herzinsuffizienz als Symptome einer Hyperthyreose auftreten, ist eine stationäre Aufnahme erforderlich.
körperliche Untersuchung
Nach der Anamnese erfolgt eine ausführliche körperliche Untersuchung. Diese beginnt mit der Erhebung der Vitalparameter, einschließlich Herzfrequenz, Blutdruck (bei Hyperthyreose häufig eine systolische Hypertonie), Atemfrequenz, Sauerstoffsättigung und Körpertemperatur.
Im Anschluss erfolgt eine gezielte körperliche Untersuchung, beginnend mit der Inspektion. Dabei können unter anderem ein Tremor, Unruhe, Reizbarkeit, Hitzeintoleranz (z. B. durch Kleidung), vermehrtes Schwitzen, ein Exophthalmus, Proptosis sowie eine Onycholyse festgestellt werden.
Bei der Palpation kann die Schilddrüse diffus vergrößert sein (Morbus Basedow) oder knotige Veränderungen aufweisen. Eine druckschmerzhafte Schilddrüse findet sich hingegen bei einer subakuten Thyreoiditis (de Quervain).
Nicht eindrückbare Ödeme sind typisch für ein prätibiales Myxödem.
Der Puls kann eine Tachykardie aufweisen.
Die Perkussion spielt bei der Untersuchung keine besondere Rolle.
Bei der Auskultation können eine Tachykardie sowie bei Morbus Basedow ein palpabler Thrill oder ein auskultierbares Strömungsgeräusch über der Schilddrüse festgestellt werden. Häufig ist zudem ein systolisches Auswurfgeräusch hörbar, und der Spitzenstoß kann verstärkt sein.
Bei Frauen sollte nach Problemen mit der Periode gefragt werden, insbesondere nach Zyklusdauer und Blutungsstärke.
Aufgrund des Verdachts auf eine Hyperthyreose bitten wir den sitzenden Patienten, den Kopf zurückzuneigen, um den Hals zu betrachten. Anschließend stellen Sie sich hinter den Patienten und tasten die Schilddrüse mit beiden Händen ab. Der Patient soll den Kopf gerade halten und das Kinn nicht anheben. Platzieren Sie die Daumen am Nacken des Patienten und tasten Sie mit den übrigen Fingern, beginnend am Isthmus, seitlich ab. Bitten Sie den Patienten, während des Abtastens zu schlucken.
(Die Schilddrüse ist etwa 4 Zentimeter lang, 2 Zentimeter breit und 1 Zentimeter dick.)
Eine Fluktuation bei der Palpation der Schilddrüse kann auf eine zystische Veränderung hinweisen. Eine Druckempfindlichkeit deutet möglicherweise auf einen akuten entzündlichen Prozess wie eine Thyreoiditis hin. Ein Schilddrüsenmalignom ist häufig durch eine besonders harte Schwellung charakterisiert.
Laboruntersuchungen
Die Diagnose wird durch einen erhöhten fT4-Wert (über ca. 1,8 ng/dl) in Kombination mit einem erniedrigten TSH-Wert (weniger als 0,5 mU/l) gestellt.
Beim Morbus Basedow finden sich positive TSH-Rezeptor-Autoantikörper (TRAK); zusätzlich können auch Thyreoglobulin-Antikörper (Anti-Tg) und/oder Thyreoperoxidase-Antikörper (Anti-TPO) nachweisbar sein, insbesondere bei einer Basedow-Hashimoto-Kombination.
(Bei thyreotoxischen Patientinnen und Patienten können zudem eine Hyperkalzämie oder Hyperkalziurie, erhöhte Werte der alkalischen Phosphatase, mäßig erhöhte Aminotransferasen sowie erniedrigte bzw. abfallende Gesamt- und LDL-Cholesterinwerte auftreten.)
Weitere Untersuchungen
Elektrokardiogramm
Im EKG zeigt sich typischerweise eine Sinustachykardie in Ruhe oder eine atriale Tachyarrhythmie, insbesondere ein Vorhofflimmern. Zudem können hohe R-Amplituden auftreten.
Sonographie
Die Sonographie kann Größe, Struktur, Vaskularisation, Symmetrie und strukturelle Veränderungen der Schilddrüse beurteilen, einschließlich einfacher Zysten, solider Knoten und zystischer Knoten. Durch die Bildgebung der umgebenden Strukturen lassen sich zudem zervikale Lymphadenopathien erfassen, die bei der körperlichen Untersuchung nicht nachweisbar sind.
Szintigraphie:
Indikation zur Schilddrüsenszintigraphie (mittels Radiojod-123) bei Verdacht auf autonomes Adenom, multifokale Autonomie oder zur Abklärung des funktionellen Status von Schilddrüsenknoten.
Wenn Bereiche der Schilddrüse eine erhöhte Aufnahme des radioaktiven Tracers zeigen, werden diese als heiße (hyperfunktionell) Knoten bezeichnet. Zudem lässt sich damit ektopes Schilddrüsengewebe nachweisen.
Beim Morbus Basedow zeigt sich eine gesteigerte, homogene Radiojodaufnahme.
Kalte (hypofunktionell) Knoten hingegen nehmen weniger oder gar keinen Tracer auf und könnten ein Hinweis auf ein Malignom sein. Sie erfordern oft eine weitergehende Diagnostik.
Die Szintigraphie ist eine nuklearmedizinische Untersuchungsmethode, bei der radioaktive Substanzen (Radiopharmaka) verwendet werden, um die Funktion und den Stoffwechsel von Geweben und Organen zu beurteilen. Dabei wird ein radioaktiver Tracer intravenös verabreicht. Mit einer Gammakamera werden Bilder aufgenommen, die die Aktivität des Tracers zeigen.
Bei der geplanten Schilddrüsenszintigrafie erhalten Sie eine kleine Menge einer schwach radioaktiven Substanz, die sich in der Schilddrüse anreichert. So können wir die Funktion und Struktur der Schilddrüse beurteilen. Sie müssen dafür nicht nüchtern sein. Wichtig ist, dass Sie in den letzten Wochen keine jodhaltigen Medikamente oder Kontrastmittel eingenommen haben. Während Schwangerschaft und Stillzeit darf die Untersuchung nicht durchgeführt werden.
Konsile
Endokrinologie, Innere Medizin
Behandlung
Thyreostatika
Methimazol, Carbimazol und Propylthiouracil hemmen die Bildung von Schilddrüsenhormonen. Nur Propylthiouracil blockiert zusätzlich die Umwandlung von T4 in T3.
Da die Medikamente nur die Neuproduktion hemmen, dauert es 3–8 Wochen, bis die Wirkung eintritt, weil zuerst die Hormonspeicher verbraucht werden müssen.
Methimazol ist das am häufigsten verwendete Thyreostatikum.
Propylthiouracil wird wegen möglicher Leberschäden nur als Mittel der zweiten Wahl eingesetzt, aber im 1. Schwangerschaftsdrittel und bei thyreotoxischer Krise bevorzugt.
Unter Therapie sollte die Schilddrüsenfunktion alle 3–12 Wochen kontrolliert werden.
Radiojodtherapie
Operation (Thyreoidektomie)
Die Behandlung der Wahl bei einem toxischen multinodulären Kropf mit kosmetisch störender Struma oder Kompressionssymptomen ist die Operation. Eine operative Therapie ist zudem angezeigt, wenn bei einem Schilddrüsenknoten der Verdacht auf Malignität besteht.
Vor dem Eingriff sollte mit Methimazol ein euthyreoter Zustand hergestellt werden.
Komplikationen
Thyreotoxische Krise (Thyroid Storm):
Eine seltene, aber potenziell lebensbedrohliche Komplikation einer schweren, anhaltenden Thyreotoxikose.
Klinik: Fieber, atriale Tachyarrhythmien (z. B. Vorhofflimmern), Herzinsuffizienz, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Krampfanfälle; zusätzlich Agitation, Psychosen, Delirium bis hin zum Koma.
Therapie: Paracetamol und externe Kühlung zur Fiebersenkung, β-Blocker, Thionamide (z. B. Methimazol oder Propylthiouracil), Kaliumiodid und Glukokortikoide. Gleichzeitig rasche Abklärung und Behandlung der zugrunde liegenden Auslöser (z. B. Infektion, OP, Trauma).
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Zusatzwissen |
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• Ein toxisches Adenom ist in fast allen Fällen ein benignes Schilddrüsenneoplasma, das autonom, d. h. unabhängig von einer TSH-Stimulation, übermäßig Schilddrüsenhormone synthetisiert und sezerniert. • Ein toxischer multinodulärer Kropf besteht hingegen aus mehreren Knoten, die ebenfalls autonom Schilddrüsenhormone produzieren und freisetzen. Klinisch lässt sich bei einem Kropf typischerweise eine vergrößerte Schilddrüse mit multiplen palpablen Knoten tasten. |
Extra
Namen:
Ursula Glas, Tanja Seitz, Reinhold Stein
Berufe:
Schneider
Einzelheiten:
ein Vierteljahrhundert = 25 Jahren
Erwähnenswert ist, dass die Patientin vor einem Monat ihren Hausarzt aufgesucht hat, der ihr Tavor verordnet hat.
Vorerkrankungen:
Die Hyperlipidämie konnte in den ersten 5 Jahren durch eine Diät kontrolliert werden; anschließend wurde die Behandlung mit Simvastatin fortgesetzt.
Z. n. Handgelenksfraktur rechts vor 10 Jahren mit osteosynthetischer Versorgung mittels Schrauben und Platten; die Implantate wurden später wieder entfernt.
Z. n. Hüft-TEP links vor 3 Monaten
Z. n. Cholezystektomie vor 3 Jahren, komplikationslos
Noxen:
Seit 2 Jahren raucht die Patientin 2–3 Zigarillos täglich.
Medikamente:
Omeprazol 20 mg
Allergien:
Die Patientin ist allergisch gegen Erdnüsse. Die Allergie äußert sich in Form eines Angioödems; sie führt daher stets einen Adrenalin-Autoinjektor mit sich.
Familialanamnese:
Der Vater der Patientin ist vor 2 Jahren infolge eines hepatozellulären Karzinoms verstorben (bei anamnestisch bekanntem übermäßigem Alkoholkonsum).
Die Mutter erlitt vor 6 Monaten einen Apoplex mit der Folge einer Hemiparese.
Sozialanamnese:
verheiratet
Fragen
1. Was bedeutet Noncompliance?
Noncompliance bedeutet, dass sich ein Patient nicht an die gemeinsam vereinbarte Therapie oder ärztliche Empfehlungen hält – zum Beispiel Medikamente unregelmäßig oder gar nicht einnimmt, Kontrolltermine versäumt oder Lebensstilmaßnahmen nicht umsetzt.
2. Was ist eine Feinnadelbiopsie?
Die Feinnadelbiopsie ist ein minimal-invasives diagnostisches Verfahren, bei dem mit einer dünnen Nadel unter sonographischer Kontrolle Zellen aus einem Knoten, z. B. der Schilddrüse, entnommen werden. Sie dient vor allem der Abklärung unklarer Schilddrüsenknoten oder des Verdachts auf Malignität. Vor der Untersuchung sollten Gerinnungswerte geprüft und gerinnungshemmende Medikamente, wenn möglich, pausiert werden. Das Verfahren ist in der Regel schmerzarm, eine Lokalanästhesie ist meist nicht erforderlich. Mögliche Komplikationen sind Blutungen, Hämatome, Infektionen oder selten Verletzungen benachbarter Strukturen.
3. Was braucht man für eine Feinnadelbiopsie?
Für eine Feinnadelbiopsie benötigt man:
• eine dünne Punktionsnadel (meist 22–27G) und eine Spritze zur Aspiration,
• ein Ultraschallgerät zur genauen Lokalisation (v. a. bei Schilddrüsen- oder Lymphknotenpunktionen)
• steriles Material (Handschuhe, Tupfer, Hautdesinfektionsmittel)
• ggf. Objektträger oder Röhrchen zur Probenaufbewahrung und Weitergabe an die Zytologie
• Verbandsmaterial zum Abdecken der Punktionsstelle.
4. Welche Arten von Tremor gibt es?
• Ruhetremor → tritt in Ruhe auf, bessert sich bei Bewegung (z. B. Parkinson-Syndrom).
• Haltetremor (posturaler Tremor) → zeigt sich beim Halten einer Position gegen die Schwerkraft (z. B. essenzieller Tremor, Hyperthyreose, Angst).
• Intentionstremor (Zieltremor) → nimmt bei zielgerichteten Bewegungen zu, typisch bei Kleinhirnläsionen.
5. Was ist der Unterschied zwischen einer Allergie und einer Unverträglichkeit?
• Allergie = immunologische Reaktion
• Unverträglichkeit = nicht-immunologische Reaktion, oft durch einen Enzymmangel oder eine Stoffwechselstörug
6. Wo kann man eine Radiojodtherapie einleiten und warum?
Die Radiojodtherapie kann nur in spezialisierten nuklearmedizinischen Zentren durchgeführt werden, da es sich um ein strahlenrechtlich streng überwachtes Verfahren handelt. Patientinnen und Patienten müssen dabei in der Regel einige Tage stationär isoliert werden, bis die Strahlenbelastung unter den gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwert fällt. Zudem erfordert die Therapie eine präzise Dosimetrie sowie eine individuelle Indikationsstellung durch erfahrene Nuklearmediziner.
7. Wenn ein Patient aktuell eine schwere allergische Reaktion auf Erdnüsse hat, sollte man dann Adrenalin spritzen?
Ja.
Bei einer akuten schweren allergischen Reaktion (Anaphylaxie) – z. B. mit Atemnot, Angioödem, Blutdruckabfall oder Kreislaufreaktion – ist Adrenalin i.m. (intramuskulär) das Mittel der ersten Wahl. Meist wird ein Adrenalin-Autoinjektor (z. B. in den Oberschenkelmuskel) verabreicht.
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Aspekt |
Anorexia nervosa (Magersucht) |
Bulimia nervosa (Ess-Brech-Sucht) |
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Dauer |
≥ 6 Monate |
≥ 6 Monate |
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Kernsymptom |
Angst vor Gewichtszunahme, ständige Beschäftigung mit Körpergewicht |
Wiederkehrende Heißhungerattacken |
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Typische Verhaltensweisen |
Nahrungsverweigerung trotz Appetit |
Erbrechen |
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Auftreten |
Meist 10–30 Jahre, überwiegend Frauen |
Meist 10–30 Jahre, überwiegend Frauen |
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Begleiterkrankungen |
Häufig Depressionen, affektive Störungen |
Häufig Depressionen & affektive Störungen |
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Therapie |
Psychotherapie (v. a. Familientherapie) + Fluoxetin |
Kognitive Verhaltenstherapie (CBT) + SSRI (z. B. Fluoxetin) |
Notizen
BMI
Body‑Mass‑Index (BMI)
Der BMI ist ein einfaches Verhältnismaß zur Einordnung des Körpergewichts. Er wird berechnet, indem das Gewicht in Kilogramm durch das Quadrat der Körpergröße in Metern geteilt wird. Bei Erwachsenen dient er zur groben Einstufung von Untergewicht, Normalgewicht und Übergewicht; ein Wert um 25 wird meist als leichter Übergewichtseindruck gewertet.
m²
m² (Quadratmeter)
Die Einheit m² bezeichnet eine Fläche; ein Quadrat mit der Seitenlänge 1 Meter hat die Fläche 1 m². In der BMI‑Formel steht m² für das Quadrat der Körpergröße in Metern (Höhe in m zum Quadrat).
Tremors
Tremors (Tremor, Zittern)
Tremor bezeichnet unwillkürliche, meist rhythmische Muskelkontraktionen, die als sichtbares oder fühlbares Zittern erscheinen. Tremoren können in Ruhe, bei Haltungen (postural) oder bei zielgerichteten Bewegungen (intentionell) auftreten; ein feinschlägiger Handtremor beschreibt kleine, schnelle Schwingungen der Hände.
Palpitationen
Palpitationen
Palpitationen sind subjektiv wahrnehmbare Herzschläge, die als Herzrasen, Herzpochen oder Aussetzer empfunden werden. Sie können von harmlosen Extrasystolen bis zu relevanten Herzrhythmusstörungen oder systemischen Ursachen herrühren; Begleitsymptome und Untersuchungsergebnisse sind für die Bewertung wichtig.
Exophthalmus
Definition: Hervortreten eines oder beider Augäpfel aus der Orbita.
Ursache: Häufig durch autoimmune Prozesse bei der Basedow-Erkrankung bedingt; entzündliche und fibroblastäre Veränderungen des retroorbitalen Gewebes führen zur Einlagerung von Glykosaminoglykanen und zu Gewebevermehrung hinter dem Auge.
prätibiales nicht eindrückbares Ödem
Definition: Lokalisierte, nicht eindrückbare Schwellung über den Schienbeinen, bezeichnet als prätibiales Myxödem.
Ursache: Immunvermittelte Prozesse bei der Basedow-Erkrankung führen zu Einlagerung von Glykosaminoglykanen in das kutane Gewebe und damit zur charakteristischen Druckresistenz.
Dysphagie
Definition: Dysphagie bezeichnet eine Störung des Schluckvorgangs mit Schwierigkeiten beim Transport von Speisen oder Flüssigkeiten.
Differenzierung: Man unterscheidet oropharyngeale von ösophagealen Formen (Probleme beim Beginn des Schluckens vs. beim Transport durch die Speiseröhre).
Klinische Relevanz: Auftreten von Dysphagie kann auf mechanische Hindernisse, neuromuskuläre Erkrankungen oder entzündliche Prozesse hinweisen und sollte entsprechend abgeklärt werden.
Dysphonie
Dysphonie
Begriff und Charakteristik: Dysphonie beschreibt eine gestörte Stimmproduktion mit Veränderung von Lautstärke, Klangfarbe oder Stimmqualität. Betroffene klagen oft über Heiserkeit, angestrengtes Sprechen oder rasche Ermüdbarkeit der Stimme.
Ursachen: Ursache können funktionelle Stimmstörungen (z. B. Überbeanspruchung), organische Veränderungen der Stimmlippen (Polypen, Noduli, Entzündungen) oder neurologische Erkrankungen des Kehlkopfes und der Stimmbandnerven sein.
Wichtige Hinweise für die Diagnostik: Neu aufgetretene oder rasch progrediente Stimmveränderungen, vollständiger Stimmverlust, Schluckbeschwerden, Atemnot oder blutige Auswurfsekrete erfordern zügige fachärztliche Abklärung (HNO-/Phoniatrie).
Nausea
Nausea
Begriff und Charakteristik: Nausea bezeichnet das unangenehme Gefühl des Übelkeits- oder Brechreizes ohne zwangsläufiges Erbrechen. Patienten beschreiben oft ein drückendes oder wellenförmiges Unwohlsein im Oberbauch oder hinter dem Brustbein.
Ursachen und Begleitsymptome: Ursachen sind vielfältig und reichen von gastrointestinalen Erkrankungen über Stoffwechselstörungen, medikamentöse Nebenwirkungen, vestibuläre Störungen bis hin zu zerebralen Ursachen. Begleiterscheinungen können Blässe, vermehrter Speichelfluss und vegetative Symptome sein.
Emesis
Emesis
Begriff und Charakteristik: Emesis bezeichnet das aktive Auswerfen von Magen‑ oder Darminhalt durch Kraftkontraktionen des Abdomens und des Zwerchfells. Erbrechen ist eine sichtbare, objektive Handlung im Gegensatz zur subjektiven Nausea.
Ursachen und Differenzialdiagnosen: Erbrechen kann durch gastrointestinale Infekte, obstruktive Prozesse, metabolische Störungen, zentrale (z. B. vestibuläre oder zerebrale) Ursachen oder medikamentöse Wirkungen ausgelöst werden.
Warnzeichen: Blutiges oder gallenhaltiges (grünlich) Erbrechen, projektile Emesis, Anzeichen von Dehydratation oder Kreislaufinstabilität sowie neurologische Symptome erfordern dringende medizinische Abklärung.
kürzliche Infekte der oberen Atemwege
kürzliche Infekte der oberen Atemwege
Begriff und Charakteristik: Hiermit sind akute Infektionen der Nasen‑, Nasennebenhöhlen, Rachen‑ und Kehlkopfregion gemeint, typischerweise verursacht durch respiratorische Viren oder seltener bakterielle Erreger.
Typische Symptome: Zu den häufigen Beschwerden gehören Schnupfen, Halsschmerzen, Heiserkeit, Husten, Niesen und gegebenenfalls leichtes Fieber. Der Verlauf ist meist selbstlimitierend.
Klinische Relevanz: Eine vorausgegangene Infektion der oberen Atemwege kann Folgeerscheinungen begünstigen oder als Auslöser für bestimmte Folgeerkrankungen gelten (z. B. als möglicher Trigger für eine subakute thyroidale Entzündung). In der vorliegenden Anamnese wurden solche kürzlichen Infekte von der Patientin verneint.
Cephalgien
Cephalgien
Dyspnoe
Dyspnoe
Atemnot
Drogen-
Kokain / Amphetamine
Insomnie
Insomnie
Die Schlaflosigkeit
Obstipation
Obstipation
Die Verstopfung
Diskusprolapses
Diskusprolaps
Ein Diskusprolaps beschreibt das Vorfallen des gallertigen Kerns (Nucleus pulposus) durch den äußeren Faserring (Anulus fibrosus) einer Bandscheibe mit möglicher Kompression von Nervenwurzeln. Typische Folgeerscheinungen sind lokale Rückenschmerzen und radikuläre Symptome wie ausstrahlender Schmerz, Missempfindungen oder motorische Einschränkungen. Ursachen können degenerative Veränderungen, mechanische Überlastung oder Trauma sein. Bei der Patientin liegt laut MRT seit 15 Jahren eine chronische Lumbalgie durch einen wahrscheinlich auf Höhe L4/L5 lokalisierten Diskusprolaps vor; bisher erfolgten konservative Behandlungen.
Hypercholesterinämie
Hypercholesterinämie
Erhöhung der Cholesterinkonzentration im Blut, wobei insbesondere erhöhte LDL‑Werte klinisch relevant sind. Bei der Patientin wurde die Hypercholesterinämie vor etwa sieben Jahren im Rahmen einer Vorsorgeuntersuchung diagnostiziert.
Cholezystolithiasis
Definition: Cholezystolithiasis beschreibt das Vorliegen von Gallensteinen innerhalb der Gallenblase.
Risikofaktoren: Häufig sind weibliches Geschlecht, höheres Lebensalter, Adipositas, Schwangerschaft, positive Familienanamnese und eine fettreiche Ernährungsweise assoziiert.
Klinik: Viele Betroffene bleiben ohne Beschwerden. Bei symptomatischem Verlauf treten typischerweise kolikartige Schmerzen im rechten Oberbauch auf, oft begleitet von Übelkeit und gelegentlichem Erbrechen.
Therapie und Verlauf: Symptomatische Steinleiden werden häufig operativ behandelt, meist minimalinvasiv durch laparoskopische Cholezystektomie; bei asymptomatischen Zufallsbefunden wird konservatives Vorgehen oft bevorzugt.
Komplikationen: Mögliche Folgeerscheinungen sind eine akute Entzündung der Gallenblase, das Abwandern von Steinen in den Gallengang mit daraus resultierender Gallengangsobstruktion und eine sekundäre Pankreatitis.
Glaukom
Begriff: Glaukom bezeichnet eine chronische Erkrankung des Sehnervs, die häufig mit einem erhöhten Augeninnendruck einhergeht und zu irreversiblen Gesichtsfeldausfällen führen kann.
Risikofaktoren: Höheres Alter, positive Familienanamnese, Diabetes mellitus, arterielle Hypertonie, hohe Myopie und eine langfristige Kortisontherapie erhöhen das Glaukomrisiko.
Klinik: Im Frühstadium sind Veränderungen oft unbemerkt; progrediente Schädigungen zeigen sich durch zunehmende Einschränkungen im Gesichtsfeld. Beim akuten Glaukomanfall treten hingegen heftige Augenschmerzen, Kopfschmerz, Übelkeit und Sehstörungen auf.
Behandlung: Ziel ist die Senkung des Augeninnendrucks mittels lokal wirksamer Medikamente, gegebenenfalls ergänzend durch laser- oder operative Verfahren.
Lazeration
Begriff und Beschreibung: Eine Lazeration ist eine durch ein Trauma entstandene, meist unregelmäßige Haut- und Weichteilschädigung (Schnitt- bzw. Risswunde).
Diclofenac
Einordnung: Diclofenac ist ein nichtsteroidales Antirheumatikum (NSAID) mit schmerzstillender, fiebersenkender und entzündungshemmender Wirkung.
Wirkmechanismus: Es wirkt maßgeblich durch Hemmung der Cyclooxygenase-Enzyme und reduziert dadurch die Bildung von Prostaglandinen.
Anwendungsbereich: Es wird zur symptomatischen Behandlung von Schmerzen und entzündlichen Beschwerden eingesetzt.
Wichtige Risiken: Bei Anwendung können Magen-Darm-Beschwerden bis hin zu Ulzera, Nierenfunktionsstörungen sowie allergische Reaktionen auftreten; bei längerer oder hochdosierter Anwendung bestehen erhöhte kardiale und vaskuläre Risiken. Die Einnahme auf leeren Magen kann das gastrointestinale Nebenwirkungsrisiko erhöhen.
Simvastatin
Gruppe: Lipidsenker (Statine)
Wirkmechanismus: Hemmt das Enzym HMG‑CoA‑Reduktase in der Leber, wodurch die körpereigene Cholesterinsynthese reduziert und insbesondere LDL‑Cholesterin gesenkt wird.
Anwendung: Zur Behandlung von erhöhten Cholesterinwerten und zur Reduktion kardiovaskulärer Ereignisse bei Patienten mit erhöhtem Risiko.
Wichtige Risiken: Magen‑Darm‑Beschwerden und Kopfschmerzen können auftreten; relevant sind auch Leberwertveränderungen und muskelspezifische Nebenwirkungen bis hin zu Myopathie oder Rhabdomyolyse. Wechselwirkungen mit Wirkstoffen, die den CYP3A4‑Stoffwechsel hemmen, erhöhen das Nebenwirkungsrisiko.
Baldrian
Gruppe: Pflanzliches Beruhigungs- und Schlafmittel (Baldrianwurzelpräparat)
Wirkweise und Einsatz: Baldrian wird traditionell zur Linderung leichter Einschlafstörungen und nervöser Unruhezustände eingesetzt; seine beruhigende Wirkung beruht auf Effekten im zentralen Nervensystem.
Nebenwirkungen und Hinweise: Gelegentlich treten Schwindelgefühle, Kopfschmerzen oder Magenbeschwerden auf. Bei gleichzeitiger Einnahme anderer sedierender Substanzen kann sich die beruhigende Wirkung verstärken.
Fexofenadin
Gruppe: Antihistaminikum der 2. Generation
Wirkung: Blockiert peripheral reservierter H1‑Rezeptoren und hat im Vergleich zu älteren Antihistaminika nur eine geringe zentralnervöse dämpfende Wirkung.
Anwendungsgebiete: Behandlung allergischer Rhinitis und chronischer spontaner Urtikaria.
Nebenwirkungen und Wechselwirkungen: Häufig können Kopfschmerzen oder Übelkeit auftreten; Sedierung ist im Allgemeinen gering. Die gleichzeitige Einnahme bestimmter Fruchtsäfte kann die Resorption vermindern.
Latanoprost
Gruppe: Prostaglandin‑F2α‑Analogon (topisches Glaukomtherapeutikum)
Wirkmechanismus: Fördert den uveoskleralen Abfluss von Kammerwasser und senkt dadurch den Augeninnendruck.
Indikation und Anwendung: Eingesetzt bei Offenwinkelglaukom und okulärer Hypertension; verabreicht als lokale Augentropfen, üblicherweise einmal täglich.
Nebenwirkungen: Lokal können vermehrte Iris‑Pigmentierung, Verdickung oder Verlängerung der Wimpern, Bindehautrötung und Reizungen auftreten; systemische Nebenwirkungen sind selten.
Pankreaskarzinom
Kurzüberblick
Das Pankreaskarzinom ist eine bösartige Neubildung der Bauchspeicheldrüse. Am häufigsten entsteht der Tumor im Kopfbereich der Drüse.
Klinik
Klinische Hinweise treten oft spät auf. Typische Symptome sind schmerzloser Ikterus, Schmerzen im Oberbauch, ungewollter Gewichtsverlust und das erstmalige Auftreten eines Diabetes mellitus im Erwachsenenalter.
Prognose
Die Erkrankung hat insgesamt eine ungünstige Prognose, da sie häufig erst in fortgeschrittenem Stadium erkannt wird.
Packungsjahren
Definition und Berechnung
Packungsjahre sind eine gebräuchliche Maßeinheit zur Erfassung der kumulativen Tabakexposition. Berechnet wird sie, indem die täglich gerauchte Zigarettenanzahl durch 20 geteilt und das Ergebnis mit den Raucherjahren multipliziert wird.
Beispiel
Jemand, der 10 Jahre lang täglich 10 Zigaretten rauchte, hat demnach 5 Packungsjahre angesammelt.
Peritonitis
Was ist eine Peritonitis?
Eine Peritonitis bezeichnet eine Entzündung des Bauchfells (Peritoneum), das die Bauchhöhle auskleidet und die meisten Bauchorgane umgibt.
Ursachen
Häufige Auslöser sind bakterielle Infektionen nach Perforationen des Magen‑Darm‑Trakts, Verletzungen oder postoperative Komplikationen; auch chemische Reizungen können eine Peritonitis hervorrufen.
Klinische Zeichen und Therapie
Typische Befunde sind ausgeprägte Bauchschmerzen mit Druckempfindlichkeit, Verschlechterung bei Bewegung, Fieber, Übelkeit und Beschleunigung der Herzfrequenz. Die Behandlung zielt in der Regel auf die ursächliche Ursache ab und umfasst oft eine chirurgische Intervention sowie eine antimikrobielle Therapie.
Dialysebehandlung
Grundprinzip der Dialyse
Dialyse ist ein medizinisches Verfahren zur Unterstützung oder Übernahme der Nierenfunktion, bei dem überschüssige Flüssigkeit und harnpflichtige Substanzen aus dem Blut entfernt werden.
Zweck und Einsatz
Die Maßnahme kommt zum Einsatz, wenn die Nieren ihre Reinigungsfunktion nicht mehr ausreichend erfüllen. Ziel ist die Stabilisierung des inneren Milieus und die Reduktion von Giftstoffen und Volumenüberschuss.
Morbus Basedow
Kurzbeschreibung
Morbus Basedow ist eine autoimmun vermittelte Erkrankung der Schilddrüse, bei der Autoantikörper gegen den TSH-Rezeptor die Schilddrüse dauerhaft stimulieren und dadurch eine Überfunktion auslösen.
Klinische Merkmale
Typisch sind Merkmale einer Hyperthyreose wie Gewichtsverlust, Nervosität, Herzrasen und Wärmeintoleranz; häufig treten auch schilddrüsenspezifische Begleitbefunde wie eine vergrößerte Schilddrüse und ggf. orbitale Veränderungen (endokrine Orbitopathie) auf.
Pathophysiologie und Bedeutung
Die krankheitsauslösenden Antikörper aktivieren den TSH-Rezeptor, was zu vermehrter Hormonproduktion und -freisetzung führt. Morbus Basedow ist eine der häufigsten Ursachen für eine manifeste Hyperthyreose im Erwachsenenalter.
de-Quervain-Thyreoiditis
Definition und Ursache
Die de-Quervain-Thyreoiditis ist eine meist virale, subakut verlaufende Entzündung der Schilddrüse, die nicht autoimmun bedingt ist.
Klinik und Befunde
Patienten klagen oft über Schmerzen im Hals- und Schilddrüsenbereich sowie Druckempfindlichkeit, dazu können Fieber und allgemeine Schwächesymptome gehören. Zu Beginn tritt häufig eine vorübergehende Schilddrüsenüberfunktion auf. Labordiagnostisch finden sich erhöhte Entzündungsparameter (z. B. BSG, CRP) und sonografisch typische Veränderungen.
Therapie und Prognose
Die Behandlung richtet sich nach der Schwere der Beschwerden: symptomatische Maßnahmen mit nichtsteroidalen Antirheumatika stehen meist am Anfang; bei ausgeprägtem Verlauf werden Glukokortikoide eingesetzt. In der Regel kommt es zur vollständigen Ausheilung ohne dauerhafte Funktionseinbußen.
Blutdruck
Was ist Blutdruck?
Der Blutdruck beschreibt den Druck des zirkulierenden Blutes auf die Gefäßwände und ist ein wichtiger Vitalparameter.
Messung und Geräte
Zur nichtinvasiven Messung mit dem aufblasbaren Manschettenverband gehören die Blutdruckmanschette, eine Pumpvorrichtung zum Aufblasen und ein Druckanzeigegerät (Manometer). Bei der auskultatorischen Technik wird zusätzlich ein Stethoskop verwendet, um die Korotkow-Geräusche zu hören und systolische sowie diastolische Werte zu bestimmen.
Atemfrequenz
Definition und Einteilung
Die Atemfrequenz gibt die Anzahl der Atemzüge pro Minute an. Bei Erwachsenen gilt eine Atemfrequenz von etwa 12–20/min als normal.
Abweichungen
Eine Beschleunigung der Atmung wird als Tachypnoe bezeichnet (üblicherweise >20 Atemzüge pro Minute), eine verlangsamte Atmung als Bradypnoe (in der Regel <12 Atemzüge pro Minute).
Sauerstoffsättigung
Sauerstoffsättung
Die Sauerstoffsättigung (SpO2) ist ein nichtinvasiv ermittelter Schätzwert für den arteriellen Sauerstoffgehalt des Blutes. Üblich ist die Messung mit einem Pulsoxymeter, das über Lichtabsorption am Finger, Ohrläppchen oder Zeh die arterielle Sättigung bestimmt. Messwerte können durch schlechte Perfusion, Bewegung, Nagellack oder bestimmte Hämoglobinvarianten (z. B. Kohlenmonoxid- oder Met-Hämoglobin) verfälscht werden. In der körperlichen Untersuchung gehört die SpO2-Messung zu den Vitalparametern und liefert zusätzliche Information zur respiratorischen Funktion.
Körpertemperatur
Körpertemperatur
Die Körpertemperatur wird an verschiedenen Messstellen erfasst; die rektale Messung nähert sich am ehesten der Kerntemperatur an und wird häufig als Referenz angesehen. Messwerte im Mund (oral) oder in der Achselhöhle liegen in der Regel unterhalb der rektalen Temperatur.
Axillär: +0,5 °C dazurechnen,
Oral: also +0,3–0,5 °C dazurechnen
Rektal: gilt als Referenzwert
Proptosis
Proptosis
Proptosis bezeichnet das hervortreten eines Augapfels aus der Orbita. Zur objektiven Bestimmung des Ausmaßes kann ein Exophthalmometer eingesetzt werden, mit dem die Vorwölbung relativ zur Orbitarandlage quantifiziert wird. Wichtig ist die Beurteilung der Seitenunterschiede sowie Begleitsymptome (z. B. Bewegungs‑ oder Sehstörungen); bei unklaren Befunden kann bildgebende Diagnostik erforderlich sein.
Patient/ inAnrede: Herr/Frau Oberarzt/Oberärztin ……….., Hiermit möchte ich Ihnen die Patienten Frau Rosemarie Stein vorstellen. |
Datum22/09/2025 |
| Alter 57 Jahre | Gewicht 72 kg | Größe 167 cm |
Allergien (Stichwörter)
Birkenpollen/ Mandeln → allergische Rhinitis (verstopfte Nase, Niesen)
Genussmittel / Drogen (Stichwörter)
Rauchen: 10 Zigaretten/Tag für 10 Jahre (≈ 5 Packungsjahre), seit 2 Jahren Nichtraucherin
Alkohol: regelmäßig 1–2 Gläser Wein abends
Drogen: verneint
Sozialanamnese (Stichwörter)
Beruf: Kauffrau im Einzelhandel (Trachten, Dirndl)
Familienstand: verwitwet (Ehemann verstorben vor 1 Jahr an Pankreaskarzinom)
Kinder: 3 (22, 18, 15 Jahre), Tochter (18 J.) mit Anorexia nervosa, unbehandelt
Familienanamnese (Stichwörter)
Mutter: verstorben mit 70 Jahren an Peritonitis (Kolonperforation)
Vater: 80 Jahre, lebt im Pflegeheim, seit 5 Jahren Dialyse wegen arterieller Hypertonie und Diabetes mellitus
Medikamente (Stichwörter)
Diclofenac 50 mg bei Bedarf
Simvastatin 20 mg abends
Baldrian 300 mg
Fexofenadin 120 mg bei Bedarf
Latanoprost-Augentropfen (Xalatan®) seit 2 Jahren
Anamnese (Vollsätze)
Die 57-jährige Patientin stellte sich aufgrund seit etwa vier Monaten bestehender, langsam progredienter Unruhe, Nervosität, Konzentrationsstörungen sowie eines feinschlägigen Tremors der Hände vor.
In den letzten zwei Monaten kam es laut eigenen Angaben zu einer ungewollten Gewichtsabnahme von 4 kg trotz guten Appetits.
Begleitend bestehen Palpitationen, gelegentliche weiche Stühle, Exophthalmus, Wärmeintoleranz mit erhöhter Schweißneigung, Alopezie, brüchige Nägel sowie ein prätibiales nicht eindrückbares Ödem.
Zudem berichtete sie, dass ihr Hemdkragen nicht mehr passe (von Größe 40 auf 42), was klinisch auf eine Struma hinweist.
Verneint wurden Fieber, Halsschmerzen, Dysphagie, Dysphonie, Cephalgien, Dyspnoe, Thoraxschmerzen, Nausea/Emesis, Angstzustände, kürzliche Infekte, Drogen- oder Medikamentenkonsum.
Vegetativ besteht eine Insomnie mit Ein- und Durchschlafstörungen aufgrund von Unruhe. Sie berichtete außerdem, eine seit 10 Jahren bestehende Obstipation habe sich in den letzten Monaten etwas gebessert.
An Vorerkrankungen sind eine chronische Lumbalgie bei Diskusprolaps (L4/5, konservativ behandelt), eine Hypercholesterinämie seit 7 Jahren, eine asymptomatische Cholezystolithiasis (sonographisch, keine OP-Indikation), eine distale Radiusfraktur links vor 5 Jahren (konservativ), sowie ein Glaukom links seit 2 Jahren bekannt.
Voroperation: vor 10 Jahren Naht einer 2 cm langen Lazeration.
Gynäkologisch befindet sich die Patientin seit 8 Jahren in der Menopause, drei Spontangeburten in der Anamnese.
Verdachtsdiagnose – Differentialdiagnose (Vollsätze)
Die Symptomatik mit Gewichtsabnahme trotz Appetit, Hitzeintoleranz, Unruhe, Palpitationen und Schwitzen spricht am ehesten für eine Thyreotoxikose, ursächlich z. B. bei Morbus Basedow, knotigem Kropf, seltener Hypophysentumor oder durch exogene Hormonzufuhr bzw. eine Thyreoiditis de Quervain.
Differenzialdiagnostisch wäre auch an ein Phäochromozytom zu denken (typisch: Kopfschmerzen, anfallsartige arterielle Hypertonie).
Weiteres Vorgehen – Therapie (Vollsätze)
Es wird eine ambulante Abklärung empfohlen (Labor: TSH, fT3, fT4, TRAK; Sonographie, ggf. Szintigraphie). Symptomatisch kann zunächst eine Therapie mit Betablockern zur Reduktion von Tremor und Palpitationen erfolgen. Zudem empfehlen wir ein endokrinologisches Konsil zur weiteren Diagnostik und Therapieplanung.
Therapeutisch gilt Thiamazol (Metimazol) als Mittel der ersten Wahl.
1. Alter
2. Geschlecht
3. Risikofaktoren
1. in jedem Alter möglich, am häufigsten zwischen 30 und 60 Jahren
2. 3–4-mal häufiger bei Frauen als bei Männern (Grave’s disease)
3. Zigarettenrauchen, Hohe Jodaufnahme (diätetisch), Stressreiche Lebensereignisse
4. Hauptbeschwerde
1. Seit einigen Monaten bestehende, langsam progrediente Unruhe, Nervosität, Konzentrationsstörungen sowie ein feinschlägiger Tremor der Hände.
2. Ungewollte Gewichtsabnahme von 4 kg trotz guten Appetits in letzter Zeit.
5. Begleitsymptome
Palpitationen, gelegentliche weiche Stühle, Exophthalmus, Wärmeintoleranz mit erhöhter Schweißneigung, Alopezie, brüchige Nägel sowie ein prätibiales, nicht eindrückbares Ödem, Zyklusstörung, proximale Muskelschwäche
Veränderung der Hemdkragengröße/ Struma
Bei älteren Menschen: neu aufgetretene Vorhofflimmerepisoden oder Exazerbationen einer Herzinsuffizienz.
6. Körperliche Untersuchung
Vitalparameter: systolische Hypertonie, erhöhte Temperaturen
Inspektion: Tremor, Unruhe, Reizbarkeit, Hitzeintoleranz (z. B. durch Kleidung), vermehrtes Schwitzen, Exophthalmus, Onycholyse
Palpation: Schilddrüse, nicht eindrückbare Ödeme, Puls
Auskultation: Tachykardie; bei Morbus Basedow palpabler Thrill oder auskultierbares Strömungsgeräusch über der Schilddrüse
(gesteigerte Muskeleigenreflexe)
7. Schilddrüsenuntersuchung
1. Patient sitzt, Kopf leicht zurückneigen → Hals betrachten
2. Untersucher stellt sich hinter den Patienten
3. Palpation mit beiden Händen:
Kopf des Patienten gerade halten, Kinn nicht anheben
Daumen am Nacken platzieren
übrige Finger seitlich abtasten, beginnend am Isthmus
4. Während Palpation → Patient soll schlucken
8. Befunde
Diffuse Vergrößerung → typisch bei Morbus Basedow
Knotige Veränderungen → Hinweis auf Struma nodosa
Fluktuation → Hinweis auf zystische Veränderung
Druckempfindlichkeit → möglich bei akuter Thyreoiditis
Besonders harte Schwellung → Verdacht auf Malignom
9. Differenzialdiagnosen
Thyreotoxikose
Durch Hyperthyreose: Morbus Basedow, Knotiger/multinodulärer Kropf, Seltener: TSH-produzierender Hypophysentumor
Durch nicht-hyperthyreote Ursachen: Exogene Hormonzufuhr, Thyreoiditis de Quervain
Phäochromozytom: Kopfschmerzen, arterielle Hypertonie (anfallsartig)
Panikstörung: Keine anhaltende Gewichtsabnahme trotz guten Appetits, Keine Hitzeintoleranz
10. Labordiagnostik
11. Apparative Diagnostik
Labordiagnostik:
TSH, fT4 (erhöht), TRAK, ggf. ß-hCG
± Anti-Tg (Thyreoglobulin-Antikörper), Anti-TPO (Thyreoperoxidase-Antikörper)
Apparative Diagnostik:
EKG
ggf. Sonographie der Schilddrüse
12. Szintigraphie
Indikation: Verdacht auf autonomes Adenom, Multifokale Autonomie, Abklärung des funktionellen Status von Schilddrüsenknoten, ektope Schilddrüsengewebe
Befunde:
Heiße Knoten → hyperfunktionell, erhöhte Tracer-Aufnahme
Morbus Basedow → gesteigerte, homogene Radiojodaufnahme
Kalte Knoten → hypofunktionell, wenig/keine Tracer-Aufnahme → Malignom-Verdacht (Feinnadel)
12. Szintigraphie Verfahren
Verfahren:
Nuklearmedizinische Methode mit Radiopharmaka (Radiojod-123)
Intravenöse Gabe eines schwach radioaktiven Tracers
Aufnahme mit Gammakamera → Darstellung von Funktion & Stoffwechsel
13. medikamentöse Behandlung
Methimazol (Thiamazol) → Mittel der Wahl
Therapiedauer: i. d. R. 12-18 Monate
Wirkungseintritt: nach 3–8 Wochen → bis dahin ggf. Symptomtherapie (z. B. Betablocker)
Propylthiouracil (PTU): Einsatz im 1. Schwangerschaftsdrittel, Einsatz bei thyreotoxischer Krise
Kontrollen
Laborcheck alle 3–12 Wochen (TSH, fT4, ggf. fT3)
14. nicht medikamentöse
Behandlung
fachleiterinfo@gmail.com
instagram.com/fachleiterinfo
Radiojodtherapie: Besonders geeignet bei Rezidiv nach Thyreostatika, Alternative zur Operation (wenn keine Kontraindikationen), Kontraindiziert in Schwangerschaft und Stillzeit
Operation (Thyreoidektomie): Kosmetisch störender Struma, Kompressionssymptome (z. B. Dysphagie, Dyspnoe, Stridor), Verdacht auf Malignität
15. Stellen Sie sich vor: Wie würden Sie typischerweise einen Patienten mit Hyperthyreose vorstellen?
Die 57-jährige Patientin stellte sich aufgrund seit etwa vier Monaten bestehender, langsam progredienter Unruhe, Nervosität, Konzentrationsstörungen sowie eines feinschlägigen Tremors der Hände vor.
In den letzten zwei Monaten kam es laut eigenen Angaben zu einer ungewollten Gewichtsabnahme von 4 kg trotz guten Appetits.
15. Stellen Sie sich nun vor: Wie würden Sie typischerweise einen Patienten mit Hodgkin-Lymphom vorstellen?
II
Begleitend bestehen Palpitationen, gelegentliche weiche Stühle, Exophthalmus, Wärmeintoleranz mit erhöhter Schweißneigung, Alopezie, brüchige Nägel sowie ein prätibiales nicht eindrückbares Ödem.
Zudem berichtete sie, dass ihr Hemdkragen nicht mehr passe (von Größe 40 auf 42), was klinisch auf eine Struma hinweist.
1. die Hyperthyreose
2. die Thyreotoxikose
3. der Morbus Basedow
4. der Kropf / der knotige Kropf
5. der Hypophysentumor
6. die exogene Hormonzufuhr
7. die Thyreoiditis de Quervain
8. das Phäochromozytom
9. die Palpitation
1. die Schilddrüsenüberfunktion
2. die Überfunktion der Schilddrüsenhormone
3. die Autoimmunerkrankung der Schilddrüse
4. die Schilddrüsenvergrößerung / knotige Schilddrüse
5. der Tumor der Hirnanhangsdrüse
6. die Einnahme von Hormonen von außen
7. die Schilddrüsenentzündung
8. der Tumor des Nebennierenmarks
9. das Herzrasen
10. der Tremor (feinschlägig)
11. der Exophthalmus
12. die Wärmeintoleranz
13. die Alopezie
14. das prätibiale Ödem
15. die Struma
16. die Dysphagie
17. die Dysphonie
18. die Cephalgie
10. das Zittern
11. das Hervortreten der Augen
12. die Überempfindlichkeit gegen Wärme
13. der Haarausfall
14. die Schwellung am Schienbein
15. der Kropf / die Schilddrüsenvergrößerung
16. die Schluckstörung
17. die Stimmstörung / Heiserkeit
18. der Kopfschmerz
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ARZT: Guten Tag,
Mein Name ist Doktor Kroos. Ich bin heute als Assistenzarzt auf der Station tätig. Ich würde gerne ein Anamnesegespräch mit Ihnen führen.
Falls Sie etwas nicht richtig verstanden haben oder Fragen haben, lassen Sie es mich bitte wissen. Zunächst benötige ich einige persönliche Informationen, danach können wir fortfahren.
Wie heißen Sie?
PATIENTIN: Mein Name ist Rosemarie Stein.
ARZT: Könnten Sie bitte Ihren Vornamen und Nachnamen langsam buchstabieren?
PATIENTIN: Natürlich,
mein Vorname: R, O, S, E, M, A, R, I, E
mein Nachname: S, T, E, I, N
ARZT: Zuallererst möchte ich gern in Erfahrung bringen, ob Sie die Schmerzen beziehungsweise Beschwerden als erträglich empfinden.
PATIENTIN: Insgesamt kann ich weitgehend gut damit umgehen.
ARZT: Wie alt sind Sie, Frau Stein?
PATIENTIN: Ich werde in zehn Tagen 57 Jahre alt.
ARZT: Alles klar, dann heißt das, dass Sie am vierzehnten November 1968 geboren wurden.
PATIENTIN: Stimmt.
ARZT: Wie groß sind Sie?
PATIENTIN: Ich bin eins siebenundsechzig groß.
ARZT: Wie viel wiegen Sie?
PATIENTIN: Ich wiege etwa zweiundsiebzig Kilogramm.
ARZT: Wie heißt Ihr Hausarzt beziehungsweise Ihre Hausärztin?
PATIENTIN: Meine Hausärztin war Frau Doktor Karla Scholz. Sie ist vor drei Monaten in Rente gegangen, und ich traue mich noch nicht so richtig zu der neuen Ärztin im Ärztezentrum.
ARZT: Ich verstehe das gut. Sie waren lange Zeit bei einer Kollegin und waren zufrieden. Vertrauen entsteht aber Schritt für Schritt, mit der Zeit – so wie Sie es auch früher erlebt haben. Und wissen Sie, alle Kolleginnen und Kollegen hier sind approbiert.
Was führt Sie heute zu uns?
PATIENTIN: Seit Weihnachten fühle ich mich irgendwie ständig unruhig. Meine Hände wackeln oft ein bisschen, ich kann mich schwer länger auf etwas konzentrieren und komme innerlich gar nicht so richtig zur Ruhe. Irgendwie bin ich auch schnell gereizt oder nervös. Das geht jetzt schon seit Wochen so und es wird einfach nicht besser, deshalb wollte ich das mal überprüfen lassen.
ARZT: Das heißt, die Beschwerden bestehen seit etwa vier Monaten?
PATIENTIN: Stimmt, seit ungefähr 4 Monaten habe ich das.
ARZT: Begannen die Beschwerden plötzlich oder entwickelten sie sich langsam?
PATIENTIN: Das hat sich so langsam eingeschlichen und ist mit der Zeit immer schlimmer geworden, insbesondere in den letzten 4 Wochen
ARZT: Sind sie dauerhaft oder treten sie in bestimmten Situationen auf?
PATIENTIN: Die Beschwerden sind eigentlich immer da, also durchgehend.
ARZT: Was meinen Sie mit Konzentrationsproblemen?
PATIENTIN: Also, ich merke einfach, dass ich mich nicht lange auf eine Sache fokussieren kann. Beim Lesen schweifen meine Gedanken gleich ab, und bei Gesprächen verliere ich schnell den Faden.
ARZT: Wo tritt das Zittern auf? Wann vor allem?
PATIENTIN: Am meisten merke ich das Zittern, wenn ich etwas in der Hand halte oder wenn ich die Arme ruhig nach vorne strecke. Außerdem ist es mir richtig unangenehm, jemandem die Hand zu geben, weil man das Zittern da sofort sieht. Wenn ich gar nichts mache, ist es deutlich weniger.
ARZT: Hatten Sie bereits solche Probleme?
PATIENTIN: Das ist neu für mich.
ARZT: Gab es einen bestimmten Auslöser oder eine Veränderung im Leben, die damit zusammenhängen könnte?
PATIENTIN: Nein, nicht dass ich wüsste. Es gab keinen bestimmten Auslöser.
ARZT: Gibt es noch etwas, das Ihnen aufgefallen ist?
PATIENTIN: Ja, das ist für mich selbst ein bisschen merkwürdig. Alle fragen mich, was ich gemacht habe, weil ich so abgenommen habe. Aber ich habe weder eine Diät gemacht noch Sport. Im Gegenteil – ich esse sogar mehr als früher und habe richtig guten Appetit.
ARZT: Wie viel haben Sie abgenommen und in welchem Zeitraum?
PATIENTIN: In den letzten zwei Monaten ungefähr vier Kilo
ARZT: Haben Sie Schwindel, Herzrasen, Herzklopfen oder unregelmäßige Herzschläge bemerkt?
PATIENTIN: Ich habe ab und zu das Gefühl, dass mein Herz schneller schlägt.
ARZT: Haben Sie Atemnot oder Brustschmerzen?
PATIENTIN: Nein, das habe ich nicht.
ARZT: Haben Sie Halsschmerzen?
PATIENTIN: Nein, Halsschmerzen habe ich keine.
ARZT: Hatten Sie kürzlich eine Grippe oder Erkältung?
PATIENTIN: Nein, zum Glück nicht.
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ARZT: Haben Sie eine sichtbare oder tastbare Schwellung oder Knoten am Hals bemerkt?
PATIENTIN: Also, einen richtigen Knoten habe ich nicht gespürt. Aber mir ist aufgefallen, dass meine Hemdkragen nicht mehr passen. Früher hat Größe 40 gereicht, jetzt brauche ich 42. Vorne am Hals wirkt es einfach irgendwie dicker als früher.
ARZT: Haben Sie Schwierigkeiten beim Schlucken oder Atmen?
PATIENTIN: Nein, ich habe keine Probleme beim Schlucken oder Atmen.
ARZT: Haben Sie eine heisere Stimme oder einen Kloß im Hals bemerkt?
PATIENTIN: Nein, meine Stimme ist normal, und ich habe auch keinen Kloß im Hals.
ARZT: Haben Sie das Gefühl, dass Ihre Augen hervortreten?
PATIENTIN: Ja, ein paar Freunde haben mich darauf angesprochen, dass meine Augen größer aussehen und dass ich so einen starren Blick habe. Im Spiegel fällt mir das inzwischen auch selbst auf.
ARZT: Haben Sie Sehstörungen, wie zum Beispiel verschwommenes Sehen, Lichtempfindlichkeit oder vermehrten Tränenfluss?
PATIENTIN: Nein, ich habe diesbezüglich keine Beschwerden.
ARZT: Schwitzen Sie vermehrt, auch ohne körperliche Anstrengung?
PATIENTIN: Ja, genau – ich schwitze einfach so, auch wenn ich gar nichts mache, also in Ruhe.
ARZT: Haben Sie eine verstärkte Hitzeempfindlichkeit?
PATIENTIN: Ja, mir ist oft wärmer als den anderen. Wenn alle noch eine Jacke anhaben, reicht mir schon ein T-Shirt. Und in der Wohnung mache ich sofort das Fenster auf, weil es mir schnell zu warm wird.
ARZT: Ist Ihnen aufgefallen, dass Ihre Haut wärmer oder feuchter als gewöhnlich ist?
PATIENTIN: Ja, das stimmt. Meine Haut ist oft wärmer und feuchter als sonst.
ARZT: Ist Ihnen Haarausfall aufgefallen?
PATIENTIN: Ja, meine Haare fallen viel mehr aus als früher, die Bürste ist immer voll. Und an den Nägeln habe ich gemerkt, dass sie weicher geworden sind und schneller einreißen.
ARZT: Haben Sie eine Schwellung bemerkt?
PATIENTIN: Ja, vorne an den Schienbeinen ist es geschwollen. Es fühlt sich irgendwie hart oder fest an und bleibt so, auch wenn ich draufdrücke
ARZT: Haben Sie Veränderungen im Stuhlgang bemerkt?
PATIENTIN: Ja, manchmal muss ich zwei- bis dreimal am Tag zur Toilette, und der Stuhl ist weicher als sonst.
ARZT: Haben Sie dabei möglicherweise auch Kopfschmerzen?
PATIENTIN: Nein, ich hatte dabei keine Kopfschmerzen.
ARZT: Haben Sie in letzter Zeit ausreichend Jod zu sich genommen?
PATIENTIN: Darüber habe ich keine Ahnung.
ARZT: Wie sind Sie ins Krankenhaus gekommen?
PATIENTIN: Mein Bruder hat mich mit seinem Auto hierher gebracht.
ARZT: Haben Sie Fieber, Nachtschweiß oder Schüttelfrost?
PATIENTIN: Nichts.
ARZT: Haben Sie Übelkeit? Haben Sie sich erbrochen?
PATIENTIN: Nein, gar nichts davon.
ARZT: Haben Sie Schwierigkeiten beim Stuhlgang oder Wasserlassen?
PATIENTIN: Seit etwa 10 Jahren leide ich unter Verstopfung und habe gelegentlich Lactulose-Sirup eingenommen. Allerdings brauche ich ihn seit 4 Monaten nicht mehr.
ARZT: Haben Sie Probleme im Analbereich, wie etwa Hämorrhoiden oder einen Riss im After?
PATIENTIN: Vor ungefähr sechs Monaten hatte ich beim Stuhlgang starke Schmerzen, und manchmal war auch ein bisschen Blut dabei. Ich bin dann zu einem Internisten gegangen, der meinte, da sei ein kleiner Riss am After. Er hat mir eine Salbe verschrieben, und damit ist es besser geworden.
ARZT: Wie gehen Sie mit Stress um?
PATIENTIN: Ich nehme Baldrian 300 bei Bedarf ein. Ich habe das Gefühl, dass die aktuelle Dosierung nicht mehr wirkt. Können Sie mir sagen, ob ich die Dosis erhöhen darf?
ARZT: In der Regel kann man die Dosis bei Bedarf anpassen, aber bevor wir das machen, brauche ich genauere Informationen von Ihnen. Außerdem bedeutet es nicht immer, dass die Dosierung zu niedrig ist – manchmal ist ein anderes Mittel besser geeignet.
Haben Sie Schlafprobleme?
PATIENTIN: Abends kann ich gar nicht richtig runterfahren und liege lange wach. Und wenn ich dann mal eingeschlafen bin, wache ich nach ein paar Stunden wieder auf und fühle mich innerlich unruhig. Deshalb trinke ich abends manchmal ein bis zwei Gläser Wein, damit ich besser zur Ruhe komme.
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ARZT: Alkohol kann zwar anfangs beruhigend wirken, ist aber keine gute Lösung. Er schadet der Gesundheit und birgt ein hohes Risiko, abhängig zu machen. Wir schauen uns das genauer an und suchen gemeinsam nach einer besseren Möglichkeit, Ihnen zu helfen.
Haben Sie Schwierigkeiten beim Wasserlassen?
PATIENTIN: Nein, ich habe keine Schwierigkeiten beim Wasserlassen.
ARZT: Leiden Sie an chronischen Erkrankungen wie zum Beispiel Bluthochdruck, Zuckerkrankheit oder erhöhte Blutfettwerte?
PATIENTIN: Seit 15 Jahren leide ich unter Rückenschmerzen im unteren Bereich. Außerdem habe ich erhöhte Blutfettwerte und Gallensteine.
ARZT: Welche Diagnose wurde bei Ihren Rückenschmerzen gestellt?
PATIENTIN: Weil die Schmerzen nicht aufgehört haben, hat meine Hausärztin mir ein MRT empfohlen. Dabei hat man einen Bandscheibenvorfall in der Lendenwirbelsäule festgestellt.
ARZT: Gibt es etwas, das die Schmerzen verbessert oder verschlechtert?
PATIENTIN: Ja, die Schmerzen werden schlimmer, wenn ich mich anstrenge oder länger stehe. Dann ziehen sie bis in den Fußrücken, besonders in die große Zehe.
ARZT: Wie oft haben Sie unerträgliche Schmerzen, und was tun Sie dagegen?
PATIENTIN: Alle drei Monate habe ich für zwei bis drei Tage richtig unerträgliche Schmerzen. In dieser Zeit kann ich mich kaum bewegen und auch nicht richtig schlafen. Zur Linderung nehme ich dann Diclofenac. Das hilft zwar etwas, aber die Schmerzen gehen damit nicht ganz weg.
ARZT: In welcher Dosierung nehmen Sie das Medikament?
PATIENTIN: Ich nehme Diclofenac 50 mg.
ARZT: Haben Sie noch andere Erkrankungen?
PATIENTIN: Bei einer Vorsorgeuntersuchung mit 50 hat man erhöhte Blutfettwerte festgestellt. Ich habe damals auch eine Ultraschalluntersuchung gemacht, dabei wurden kleine Gallensteine gesehen. Da ich im Moment keine Beschwerden habe, meinte der Chirurg, dass man nicht operieren muss.
ARZT: Was nehmen Sie gegen Ihre Fettstoffwechselstörung ein?
PATIENTIN: Der Arzt hat mir damals wegen meiner Fettstoffwechselstörung Simvastatin verschrieben. Davon habe ich aber Muskelschmerzen bekommen. Im Internet habe ich gelesen, dass das auch eine ernste Nebenwirkung sein kann. Deshalb bin ich zum Arzt gegangen, und nach den Untersuchungen meinte er, es handle sich bei mir um eine häufige Nebenwirkung. Das hat mich beruhigt.
ARZT: In welcher Dosierung nehmen Sie es?
PATIENTIN: Ich nehme abends eine Tablette mit 20 Milligramm.
ARZT: Haben Sie sich schon einmal einer Operation oder einem medizinischen Eingriff unterzogen?
PATIENTIN: Vor ungefähr zehn Jahren hatte ich mir mit einer Schere am rechten Daumenballen eine Schnittwunde zugezogen. Die war so zwei Zentimeter groß und wurde damals mit drei Stichen genäht.
Und vor fünf Jahren hatte ich bei der Gartenarbeit einen Bruch am linken Handgelenk.
ARZT: Wissen Sie, welcher Knochen betroffen war? Und wie wurde das behandelt?
PATIENTIN: Die Speiche war gebrochen. Sie wurde sechs Wochen lang mit einem Gipsverband ruhiggestellt, und ich habe Schmerzmittel bekommen.
ARZT: Haben Sie jetzt noch Probleme, wie Schmerzen oder Bewegungseinschränkungen?
PATIENTIN: Nein, alles in Ordnung.
ARZT: Sind Sie in den Wechseljahren? Seit wann ungefähr?
PATIENTIN: Ja, seit etwa acht Jahren.
ARZT: Haben Sie Beschwerden wie Hitzewallungen oder Stimmungsschwankungen?
PATIENTIN: Nein
ARZT: Wann waren Sie zuletzt beim Frauenarzt?
PATIENTIN: Vor ungefähr drei Jahren, da war aber alles in Ordnung.
ARZT: Waren Ihre Entbindungen natürliche Geburten oder Kaiserschnitt?
PATIENTIN: Alle waren natürliche Geburten.
ARZT: Hatten Sie während Ihrer Schwangerschaften irgendwelche Probleme?
PATIENTIN: Nein, eigentlich nicht.
ARZT: Nehmen Sie noch andere Medikamente?
PATIENTIN: Ja, am linken Auge habe ich seit einigen Jahren ein Problem. Der Augenarzt meinte, der Druck sei zu hoch. Ich bekomme dafür Tropfen, die ich regelmäßig nehmen muss.
ARZT: Wann wurde die Diagnose gestellt?
PATIENTIN: Das wurde vor zwei Jahren festgestellt.
ARZT: Wissen Sie noch, wie die Augentropfen heißen? Zum Beispiel Xalatan, Timoptic oder Trusopt?
PATIENTIN: Der Name sagt mir jetzt nichts. Leider weiß ich es gerade nicht mehr
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ARZT: Haben Sie ein Rezept für Ihre Medikamente?
PATIENTIN: Ja, habe ich.
ARZT: Sind Sie vollständig geimpft, also haben Sie alle Impfungen seit Ihrer Kindheit erhalten?
PATIENTIN: Puh, das ist schwer zu sagen … ehrlich gesagt, keine Ahnung.
ARZT: Alles klar, das können wir später noch genauer prüfen. Im Moment ist das nicht unbedingt dringend.
Haben Sie bekannte Allergien oder Unverträglichkeiten, zum Beispiel gegen Lebensmittel, Medikamente, Tiere oder andere Substanzen?
PATIENTIN: Ja, ich reagiere allergisch auf Birkenpollen und auf Mandeln.
ARZT: Wie äußert sich Ihre Allergie?
PATIENTIN: Sobald ich mit dem jeweiligen Allergen in Kontakt komme, kriege ich eine verstopfte Nase und muss ständig niesen.
ARZT: Was tun Sie dagegen?
PATIENTIN: Bei Pollen nehme ich vorsorglich Fexofenadin 120 und trage immer eine Maske. Auf Mandeln verzichte ich einfach.
ARZT: Rauchen Sie? Wie viele Zigaretten rauchen Sie täglich und seit wann?
PATIENTIN: Seit zwei Jahren rauche ich 2 bis 3 Zigarillos am Tag. Davor habe ich zehn Jahre lang etwa 10 Zigaretten täglich geraucht.
ARZT: Danke für die Information. Darf ich Sie fragen, ob Sie schon einmal Drogen konsumiert haben?
PATIENTIN: Niemals
ARZT: Treiben Sie regelmäßig Sport? Welche Art und wie häufig?
PATIENTIN: Leider nein.
ARZT: Was sind Sie von Beruf?
PATIENTIN: Ich bin Kauffrau im Einzelhandel. Wir verkaufen hauptsächlich Trachten und Dirndl.
ARZT: Wie ist Ihr Familienstand?
PATIENTIN: Mein Mann ist vor einem Jahr an einer Form von Bauchspeicheldrüsenkrebs verstorben. Deshalb bin ich jetzt verwitwet.
ARZT: Mit wem wohnen Sie zusammen?
PATIENTIN: Ich wohne mit meinen Kindern in einer Wohnung.
ARZT: Wie viele Kinder haben Sie?
PATIENTIN: Ich habe drei Kinder.
ARZT: Sind es Jungen oder Mädchen? Wie alt sind sie?
PATIENTIN: Ich habe zwei Söhne – einer ist 22, der andere 15 Jahre alt – und eine Tochter, sie ist 18.
ARZT: Sind sie gesund?
PATIENTIN: Meine Tochter hat seit etwa zwei Jahren Probleme mit dem Essen. Sie hat ständig Angst zuzunehmen, obwohl sie eigentlich schlank ist. Deshalb macht sie manchmal extrem viel Sport – zum Beispiel ist sie schon zu Fuß von Nürnberg nach Erlangen gelaufen und danach direkt wieder zurück. Dann gibt es Phasen, in denen sie fast gar nichts isst.
ARZT: Welche Behandlungen hat Ihre Tochter bislang erhalten?
PATIENTIN: Sie hat bislang jede Behandlung abgelehnt.
ARZT: Gibt es in Ihrer Familie wichtige Erkrankungen, beispielsweise bei Ihren Eltern, Geschwistern oder anderen nahen Verwandten?
PATIENTIN: Meine Mutter ist im Alter von 70 Jahren an einer Bauchfellentzündung infolge eines Dickdarmdurchbruchs verstorben.
ARZT: Das tut mir leid zu hören.
PATIENTIN: Mein Vater ist 80 und lebt im Pflegeheim. Er macht seit fünf Jahren Dialyse – wegen Bluthochdruck und Diabetes.
ARZT: Haben Sie in letzter Zeit eine Reise gemacht?
PATIENTIN: Nein, ich habe in letzter Zeit keine Reise unternommen.
ARZT: Haben Sie Haustiere?
PATIENTIN: Ich habe keine Haustiere.
ARZT: Wir sind mit der Anamnese fertig.
Haben Sie noch Fragen?
PATIENTIN: Was ist mit mir genau los? Muss ich operiert werden?
ARZT: Frau Stein, im Moment kann ich noch nicht genau sagen, was los ist. Bevor wir eine sichere Diagnose stellen, brauchen wir weitere Untersuchungen. Ihre Beschwerden deuten aber auf eine Überfunktion der Schilddrüse hin. In den meisten Fällen ist dafür keine Operation nötig. Sobald wir die Ergebnisse haben, besprechen wir alles ganz genau mit Ihnen.




