Begrüßung
Guten Tag, sehr geehrter Herr Professor Doktor …,
ich möchte Ihnen nun die Patientin Beate Bauer vorstellen.
Sie ist 37 Jahre alt, ein Meter einundsiebzig groß und wiegt etwa 73 kg.
Der Body-Mass-Index (BMI) beträgt 22,9 kg/m² und liegt damit im Normalbereich.
Aktuelle Anamnese
Die Patientin stellte sich bei uns vor, da vor etwa drei Stunden plötzlich ein generalisierter tonisch-klonischer Anfall aufgetreten war.
Laut Angaben ihres Ehemannes dauerte der Anfall knapp zwei Minuten.
Ihr Mann gab an, dass sie während des Anfalls nicht ansprechbar gewesen sei.
Ihr Mann berichtete, er habe während des Anfalls eine Blickdeviation der Augen nach oben beobachtet.
(Der Ehemann schilderte, die Patientin habe zunächst eine tonische Phase mit ausgeprägten Kontraktionen und durchgestreckten Extremitäten gezeigt, was als tonische Phase gilt. Anschließend seien unwillkürliche, rhythmische Muskelzuckungen aufgetreten, die als klonische Phase bezeichnet werden.)
Folgende klinische Zeichen wurden nicht festgestellt: Harninkontinenz oder Stuhlinkontinenz, Kieferpressen, Zungenbiss, Zyanose, Sturz/ Traumata, Fieber, Nausea, Emesis, Tachykardie, Schwindel, Palpitation, Hinweise auf orthostatische Hypotonie.
Als Aura wurden nach Angaben der Patientin eine Cephalgie und ein Gefühl innerer Unruhe beschrieben, die etwa 1 Minute vor dem Anfall aufgetreten sind.
Sie berichtete postiktal über Fatigue und Nervosität.
Sie teilte mit, dass sie gestern Abend auf einer Hochzeitsfeier viel Bier und Wodka getrunken habe. Außerdem habe sie nur etwa vier Stunden geschlafen.
Die vegetative Anamnese
Die vegetative Anamnese ist unauffällig, abgesehen von einer stressbedingten Insomnie in Form von Einschlafstörungen infolge von Sorgen um ihren Sohn sowie einem Wechsel zwischen Obstipation und Diarrhö bei bekanntem Colon irritabile, bestehend seit fünf Jahren.
Vorerkrankungen
An Vorerkrankungen sind bei ihr die folgenden bekannt:
Sie äußerte, seit etwa fünf Jahren an einem Colon irritabile mit wechselnden Stuhlgewohnheiten zwischen Diarrhö und Obstipation zu leiden. Eine Koloskopie sowie weitere Untersuchungen seien unauffällig gewesen.
Sie gab an, vor acht Jahren einen Abort in der zehnten Schwangerschaftswoche erlitten zu haben, wobei eine genaue Ursache nicht festgestellt worden sei.
Nach eigenen Angaben hatte die Patientin im Alter von ein bis zwei Jahren einen fieberbedingten Krampfanfall, der mit einem Suppositorium behandelt wurde.
Seit der Kindheit besteht eine seborrhoische Dermatitis hinter den Ohren und an den Augenbrauen, insbesondere im Winter, die bei Bedarf mit Cortisonsalbe behandelt werde. (Ich habe die Schuppen während der Anamnese gesehen! )
Sie gab an, vor sechs Jahren einen Kletterunfall aus etwa drei Metern Höhe erlitten zu haben, bei dem sie sich eine linksseitige Acetabulumfraktur zugezogen habe.
Diese wurde konservativ durch Schonung und Physiotherapie behandelt.
Sie fügte hinzu, dass sie im Alter von 20 Jahren aufgrund einer Alkoholintoxikation für einen Tag stationär behandelt worden sei.
Voroperationen
Die Patientin berichtete, dass sie sich bei einem Gleitschirmunfall vor zehn Jahren eine Fraktur der rechten Patella zugezogen habe. Eine damals empfohlene operative Versorgung habe sie aufgrund von Ängsten abgelehnt.
Seitdem bestehen belastungsabhängige Schmerzen im rechten Knie.
Gynäkologie
In der gynäkologischen Anamnese gab die Patientin an, dass die letzte Menstruation vor zehn Tagen stattgefunden habe.
Vor vier Jahren sei eine Spontangeburt erfolgt.
Gynäkologische Beschwerden bestehen derzeit nicht.
Medikamente
Derzeit nimmt die Patientin gemäß Rezept folgende Medikamente ein:
Imodium®-Schmelztabletten
Voltaren® Dispers 46,5 mg.
Zudem wendet sie bei Exazerbationen einer seborrhoischen Dermatitis eine Cortisonsalbe an.
Allergien
Sie reagiere auf Meeresfrüchte mit Lidödem, Zungenödem und einem Exanthem am Bauch.
(Diese Reaktion ist nach eigenen Angaben vor drei Jahren während eines Aufenthalts in Frankreich aufgetreten, weshalb damals eine Behandlung in einer Praxis erforderlich war.)
Zudem besteht eine Allergie gegen Hundehaare mit Auftreten eines Exanthems und Pruritus.
Noxen
Bei den Genussmitteln berichtete die Patientin, seit fünf Jahren Nichtraucherin zu sein. Zuvor habe sie über mehrere Jahre etwa zehn Zigaretten pro Tag geraucht, entsprechend etwa 4,5 Packungsjahren.
Gelegentlich trinke sie Wodka und Bier, teils in übermäßiger Menge.
Früher habe sie gelegentlich Joints konsumiert.
Sozialanamnese
Sie betreibt eine eigene Webdesign-Firma und wohnt mit ihrer Familie in einer Wohnung.
Sie hat einen vierjährigen Sohn, der an einem Atriumseptumdefekt leidet.
Familienanamnese
Bei ihrem Vater wurde vor fünf Jahren eine periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) infolge langjährigen Rauchens diagnostiziert. Zudem hat dieser vor zehn Jahren eine linksseitige Keratitis erlitten, die mittels Keratoplastik behandelt wurde.
Ihre Mutter leidet an einem Morbus Sudeck (CRPS) nach einer distalen Radiusfraktur vor eineinhalb Jahren.
Verdachts- und Differentialdiagnose
Die anamnestischen Angaben, einschließlich der Aura, der Bewusstlosigkeit, der Dauer, der generalisierten Myoklonien sowie der postiktalen Phase, sprechen am ehesten für einen epileptischen Anfall. Es sollte unterschieden werden, ob es sich um einen primären (unprovozierten) oder sekundären Anfall handelt.
Als Auslöser für den Anfall kommen in diesem Fall Alkoholkonsum sowie Schlafmangel infrage.
Als sekundäre Ursachen kommen eine Hypoglykämie, Elektrolytstörungen, Infektionen (z. B. Meningitis), Tumoren, Vergiftungen sowie Drogenkonsum in Betracht.
Differenzialdiagnostisch sollte auch eine Synkope berücksichtigt werden, die meist mit einer raschen Erholung und ohne postiktalen Zustand einhergeht.
Zudem sind bei psychogenen, nicht-epileptischen Anfällen (PNES) wechselhafte Bewegungsmuster typisch.
Diagnostische Abklärung
Da die Gefahr eines weiteren Anfalls besteht, sollte die Patientin stationär aufgenommen und mit zwei großlumigen venösen Zugängen versorgt werden. Zudem ist der Blutzuckerspiegel zu bestimmen, um eine Hypoglykämie auszuschließen.
körperliche Untersuchung
Nach der Anamnese erfolgt eine ausführliche körperliche Untersuchung. Diese beginnt mit der Erhebung der Vitalparameter, einschließlich Herzfrequenz, Blutdruck, Atemfrequenz, Sauerstoffsättigung und Körpertemperatur.
Im Anschluss erfolgt eine gezielte Untersuchung, beginnend mit der Inspektion. Postiktal kann der Patient müde und verwirrt erscheinen. Sichtbare Verletzungen durch einen Sturz sowie ein seitlicher Zungenbiss sind möglich.
Die Palpation kann Hinweise auf eine hintere Schulterluxation — beispielsweise infolge eines tonisch-klonischen Anfalls — sowie auf eine Tachykardie ergeben.
Die Perkussion besitzt im Rahmen der Epilepsiediagnostik keinen unmittelbaren diagnostischen Nutzen.
Die Auskultation kann jedoch helfen, eine Synkope als Differenzialdiagnose auszuschließen, insbesondere durch Nachweis von Herzrhythmusstörungen oder einer Tachykardie.
Beurteilen Sie neurologische Auffälligkeiten: Ein fokal neurologisches Defizit nach Anfall könnte ein postiktaler Todd-Lähmung sein, aber auch auf einen Schlaganfall oder eine ZNS-Läsion hinweisen.
Es sollte sich eine neurologische Untersuchung anschließen, insbesondere zur Beurteilung der Hirnnervenfunktion (Pupillenreaktion, Augenbewegungen, Fazialismotorik), Sensibilität (z. B. durch Berührungs- oder Druckreize) sowie der Motorik (Muskeltonus, aktive und passive Beweglichkeit, Koordination, Reflexe). Eine Fundoskopie ist essenziell, um ein mögliches Papillenödem auszuschließen.
Hirnnervenfunktion Im Einzelnen:
• N. olfactorius (I): Riechnerv
• N. opticus (II): Sehnerv
• N. oculomotorius (III), N. trochlearis (IV), N. abducens (VI): Augenbewegungsnerven
• N. trigeminus (V): Gesichtssensibilität und Kaumuskulatur
• N. facialis (VII): Gesichtsmuskulatur, Geschmack
• N. vestibulocochlearis (VIII): Hören und Gleichgewicht
• N. glossopharyngeus (IX): Geschmack, Schluckreflex
• N. vagus (X): Parasympathische Innervation der Eingeweide
• N. accessorius (XI): Schulter- und Nackenmuskulatur
• N. hypoglossus (XII): Zungenbewegung
Auch eine ZNS-Infektion (z. B. Meningitis/Enzephalitis) kann Krampfanfälle auslösen und muss bei Fieber, Meningismus oder Bewusstseinseintrübung in Betracht gezogen werden.
Laboruntersuchungen
Dabei würden wir ein kleines Blutbild, den Blutzucker, den Elektrolythaushalt (Natrium, Kalium), die Nierenfunktion (Kreatinin, BUN), die Leberwerte (ALT, AST, alkalische Phosphatase), den Säure-Basen-Status sowie bei entsprechendem Verdacht einen Urin-Drogentest bestimmen.
Bei Verdacht auf eine Meningitis sollte zusätzlich eine Liquoruntersuchung durchgeführt werden, um die diagnose zu bestätigen.
EEG (Elektroenzephalogramm)
Ein EEG ist eine Untersuchung, die die elektrische Aktivität des Gehirns misst. Elektroden werden auf der Kopfhaut befestigt, um die elektrischen Signale des Gehirns zu erfassen. Der Patient sitzt oder liegt entspannt, während die Aufzeichnung erfolgt. Die Untersuchung ist schmerzfrei und dauert meist 20-60 Minuten.
Während eines epileptischen Anfalls zeigt das EEG bei fokalem Anfall rhythmische Entladungen (z. B. Spikes oder Sharp Waves) in einer umschriebenen Hirnregion, die sich eventuell ausbreiten können. Bei einem generalisierten Anfall treten symmetrische, synchrone Entladungen auf beiden Hemisphären auf, meist in Form von generalisierten Spike-Wave- oder Polyspike-Wave-Komplexen.
Nicht zu vergessen, zwischen den Anfällen (interiktal) kann das EEG in der Regel unauffällig sein.
EKG
EKG zum Ausschluss kardialer Ursachen, insbesondere Arrhythmien oder Synkopen mit passagerer Bewusstlosigkeit, die einen epileptischen Anfall imitieren können.
MRT (Magnetresonanztomographie)
Ein MRT ist ein bildgebendes Verfahren, das mithilfe von Magnetfeldern und Radiowellen detaillierte Bilder von Organen, Geweben und Strukturen im Körper erstellt. Der Patient muss zunächst Schmuck und andere metallische Gegenstände entfernen und wird dann in einen röhrenförmigen Scanner geschoben. Zudem muss der Patient vor der Untersuchung über eventuelle Implantate oder einen Herzschrittmacher informieren. Während der Untersuchung, die etwa 20–60 Minuten dauert, muss er still liegen. In einigen Fällen kann Kontrastmittel verabreicht werden, um bestimmte Strukturen besser darzustellen. Bei der Gabe von Kontrastmittel besteht das Risiko allergischer Reaktionen oder einer Kontrastmittel-induzierten Niereninsuffizienz.
Nach einem ersten unprovozierten Anfall oder bei fokalen Anfällen sollte vorrangig ein MRT des Schädels durchgeführt werden.
kraniales CT
Ein sofortiges kraniales CT (cCT) ist nur erforderlich, wenn Red Flags vorliegen, die auf eine akut behandlungsbedürftige Ursache hinweisen. Dazu zählen ein Sturz oder Kopftrauma infolge des Anfalls, eine prolongierte Bewusstseinsstörung oder ein neu aufgetretenes fokal-neurologisches Defizit sowie Risikofaktoren für eine intrakranielle Blutung oder Traumafolgen, etwa bei Antikoagulation.
Konsile
Neurologie
Behandlung
Akutmanagement eines epileptischen Anfalls in der Notaufnahme
Ärztliche Anordnung
• Nüchtern (NPO) ab sofort.
• Lagerung: stabile Seitenlage, Atemwege freihalten, Verletzungsquellen entfernen, kein Zwangsfixieren.
• Monitoring: kontinuierlich EKG, SpO₂, RR; Vigilanzkontrolle. Vitalzeichen alle 15 min bis stabil, dann stündlich.
• O₂ per Nasensonde 2–4 L/min (Ziel SpO₂ ≥ 94 %; bei COPD gemäß Basiswert).
• 2 großlumige i.v. Zugänge (mind. 16G).
• BZ sofort bestimmen, Hypoglykämie ausschließen.
• Labor: kleines BB, Elektrolyte (Na, K), Kreatinin/eGFR, Harnstoff, Leberwerte (AST/ALT, AP, Bilirubin, GGT), BGA (art./ven.) inkl. Laktat, ggf. β-hCG (bei Frauen im gebärfähigen Alter), Urin-Drogentest (nur bei Verdacht).
• 12-Kanal-EKG.
• Bildgebung: kraniales CT (nach Stabilisierung, bei erstem Anfall, Trauma, fokalem Defizit, Antikoagulation etc.).
• Stufe – Anfallsabbruch:
• Lorazepam 4 mg i.v. langsam
(Wenn der Anfall nach 5 bis 10 Minuten weiterhin anhält (also nicht aufgehört hat), darf die gleiche Dosis des Medikaments ein einziges Mal wiederholt werden).
• Alternativ: Midazolam 10 mg i.m./bukkal/nasal oder Diazepam 10 mg i.v.
• Stufe – BZD-refraktär:
• Sofortiger neurologischer Konsil.
Anfallsprophylaxe
Zunächst sollte der Patient mögliche Triggerfaktoren vermeiden. Falls eine organische Ursache vorliegt, muss diese gezielt behandelt werden. Die Diagnose einer Epilepsie wird gestellt, wenn mindestens zwei unprovozierte Anfälle im Abstand von mehr als 24 Stunden auftreten. Dabei können Antikonvulsiva wie Levetiracetam, Lamotrigin, Valproat oder Carbamazepin verschrieben werden.
Bei fokalen Anfällen werden Carbamazepin, Lamotrigin oder Levetiracetam eingesetzt.
Bei generalisierten Anfällen gilt Valproat als Mittel der ersten Wahl, alternativ kommen Lamotrigin oder Levetiracetam infrage.
Bei Absencen ist Ethosuximid das Therapeutikum der ersten Wahl, gefolgt von Valproat oder Lamotrigin.
Komplikationen
Status epilepticus: Anfall dauert länger als 5 Minuten oder mehrere Anfälle ohne vollständige Erholung dazwischen (Gefahr: Hirnschädigung, Hypoxie)
Verletzungen
Kognitive Beeinträchtigungen: Konzentrationsstörungen, Gedächtnisprobleme
Extra
Namen:
Fritz Sauermann, Egon Schiele, Alfons Börk, Frau Heinimann, Peter Rosenhagen, Peter Nagelsmann
Berufe:
Rechtsanwalt, Selbständiges Fotogeschäft, Bibliothekarin
Einzelheiten:
Die Patientin war gegen Impfungen.
Der Patient berichtete über einen unwillkürlichen Harnabgang (Urininkontinenz) während des Anfalls.
10-jähriges Firmenjubiläum, der 10 Jubiläumsfeier seines Kanzleibüros.
Der Hausarzt hat ihm aufgrund des übermäßigen Konsums bei Feiern eine Psychotherapie empfohlen.
Als Aura nannte sie visuelle Unschärfe (verschwommenes Sehen).
Z. n. 2 × Sectio caesarea (komplikationslos verlaufen).
Akutelle Anamnese:
Ein epileptischer Patient befand sich in einem Berghaus, trank Alkohol und feierte mit Freunden. Dabei erlitt er einen Krampfanfall und verletzte sich am Kopf. Seine Freunde brachten ihn ins Krankenhaus. Der Patient kam mit starken Kopfschmerzen (9 von 10) nach der Verletzung an. Vor diesem Anfall hatte er keine Symptome, jedoch trat im letzten Jahr ein ähnlicher Vorfall auf.
Nach dem Anfall bemerkte er Benommenheit, ein komisches Gefühl und Abgeschlagenheit. „Was meinen Sie mit komischem Gefühl?“ Patient: „Ich weiß nicht, was das ist, es ist kein Schwindel, keine Schmerzen.“
Vorerkrankungen:
Vertigo seit langem
Eileiterschwangerschaft vor zwei Jahren, Zustand nach Operation mit Salpingo-Ovarektomie (Entfernung von Eileiter und Eierstock).
Zöliakie
Patellafraktur vor 5 Jahren nach einem Kletterunfall, operativ behandelt. (belastungsabhängige Schmerzen im Knie).
Gonalgie mit Kreuzbandruptur
Neurodermitis an den Ellenbogen und Kniekehlen
Dysphonie (wegen trockener und kalter Luft im Copyshop), Behandlung: Neoangin plus – Lutschtabletten
Psoriasis
Refluxkrankheit, Pantoprazole
Z. n. endoskopischer Hernioplastik links infolge einer Hernia inguinalis vor 3 Jahren, komplikationslos verlaufen.
Z. n. Lymphknotenextirpation in der linken Axilla vor 8 Jahren. Postoperativ wurde als Komplikation ein Ödem am linken Arm festgestellt.
Arterielle Hypertonie – Valsartan 80 mg + Amlodipin 5 mg
Allergien:
Symptome traten auf, als sein Sohn einen Hund hatte; deshalb müssen sie den Hund abgeben.
Hausstaubmilben: Rhinokonjunktivitis
Insektengiftallergie (Bienen- und Wespenstich) mit anamnestisch anaphylaktischem Schock. Der Patient führt ein Notfallset mit sich (EpiPen®).
Familialanamnese:
Zwillingschwester-leide an Adipositas
Vater: Katarakt (Grauer Star), Behandlung: Linsenimplantation
Beim Vater wurde die Aortenklappe ersetzt. Der Eingriff erfolgte über die Leiste. Diese Operationsmethode wird als Transkatheter-Aortenklappenimplantation (TAVI) bezeichnet.
Das jüngste Kind vom Patienten leidet aber an Mukoviszidose.
Der Vater erlitt im Alter von 67 Jahren eine Gehirnblutung aufgrund eines Aneurysmas, das operativ mittels Clipping versorgt wurde. Er befindet sich derzeit in einem Hospiz und leidet an einer Hemiparese.
Fragen
1. Was versteht man unter einem epileptischen Anfall?
Ein epileptischer Anfall ist eine plötzliche, vorübergehende Funktionsstörung des Gehirns, die durch unkontrollierte elektrische Entladungen von Nervenzellen entsteht. Er äußert sich z. B. durch Zuckungen, Bewusstseinsverlust, Sinnesstörungen oder Verhaltensänderungen.
2. Was versteht man unter Triggerfaktoren bei Epilepsie, und welche kennen Sie?
Triggerfaktoren sind auslösende Reize oder Bedingungen, die epileptische Anfälle begünstigen oder auslösen können. Bekannte Triggerfaktoren bei Epilepsie sind: Schlafmangel, Stress, flackerndes Licht (z. B. bei Bildschirmarbeit), Alkohol, fieberhafte Infekte, hormonelle Veränderungen sowie bestimmte Medikamente wie trizyklische Antidepressiva und Neuroleptika.
3. Was bedeutet es, wenn die Patientin erstarrt ist?
„Die Patientin ist erstarrt“ bedeutet, dass sie plötzlich bewegungslos und starr wurde – oft als Zeichen eines tonischen Anfalls oder einer psychogenen Reaktion.
4. Was braucht man bei der neurologischen Untersuchung?
• eine Stimmgabel (für Vibrationsempfinden)
• ein Reflexhammer (zur Prüfung der Muskeleigenreflexe)
• eine Taschenlampe (für Pupillenreaktion)
• ein Wattestäbchen oder Pinsel (für Berührungsempfinden)
• ein Ophthalmoskop
5. Wie kann man die Empfindlichkeit zwischen zwei Punkten überprüfen?
Mit einem sogenannten Weber-Tastzirkel (Zweipunktzirkel) prüft der Arzt, ob der Patient zwei eng benachbarte Reize noch als getrennt wahrnimmt – das nennt man Zweipunktdiskrimination. Die Untersuchung erfolgt, indem der Arzt beide Spitzen des Zirkels gleichzeitig auf die Haut aufsetzt und den Abstand schrittweise verringert, bis der Patient nur noch einen Punkt spürt.
6. In welchen Fällen ist bei Epilepsie eine CT-Untersuchung indiziert?
• MRT ist nicht sofort verfügbar.
• ein akuter wird Notfall vermutet (z. B. Blutung, Tumor, Hirnödem).
• ein fokal neurologischer Befund vorliegt.
7. Würden Sie die Blutglukose bei einem epileptischen Anfall bestimmen lassen, auch wenn der Patient kein Diabetiker ist? Warum?
Ja, denn eine Hypoglykämie kann einen Anfall auslösen – unabhängig davon, ob ein Diabetes bekannt ist oder nicht. Sie kann grundsätzlich bei jedem Menschen auftreten, insbesondere bei dieser Patientin, da sie einerseits gestern übermäßig Alkohol konsumiert hat und andererseits nicht gefrühstückt hatte. Beide Faktoren begünstigen das Auftreten einer Hypoglykämie.
8. Was muss vor einer Liquoruntersuchung beachtet werden?
Vor einer Liquoruntersuchung muss der Hirndruck – z. B. mittels kranialem CT oder Funduskopie – ausgeschlossen und der Gerinnungsstatus geprüft werden.
9. Was ist CED und welche Typen gibt es?
CED steht für chronisch-entzündliche Darmerkrankungen. Die zwei Hauptformen sind:
• Morbus Crohn – betrifft den gesamten Verdauungstrakt in diskontinuierlichen Abschnitten
• Colitis ulcerosa – betrifft ausschließlich den Dickdarm, meist beginnend im Rektum, in kontinuierlichem Verlauf
Beide Erkrankungen verlaufen schubweise und äußern sich typischerweise durch Durchfall, Bauchschmerzen und teilweise Gewichtsverlust.
Die Diagnose erfolgt in der Regel durch eine Endoskopie bzw. Koloskopie mit Biopsie.
10. Ist Mukoviszidose vererbbar, wie ist die Prognose und Lebenserwartung, worin besteht das Hauptproblem dieser Erkrankung, wo genau bildet sich das zähe Sekret in der Lunge, und welche Entzündungen treten häufig auf?
Ja, Mukoviszidose ist eine autosomal-rezessiv vererbte Stoffwechselerkrankung.
Das Hauptproblem ist die Bildung von zähem Schleim, besonders in der Lunge und im Verdauungstrakt.
Der Schleim sammelt sich vor allem in den Bronchien.
Häufige Komplikationen sind rezidivierende bakterielle Bronchitiden und Pneumonien.
Die Prognose hat sich durch moderne Therapien deutlich verbessert; die Lebenserwartung liegt heute bei über 40 Jahren.
11. Bei welchen Erkrankungen können ähnliche Symptome wie beim Colon irritabile auftreten?
Ähnliche Symptome können bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (z. B. Morbus Crohn, Colitis ulcerosa), Nahrungsmittelunverträglichkeiten (z. B. Laktoseintoleranz), Zöliakie, bakterieller Fehlbesiedlung, Schilddrüsenerkrankungen oder Tumoren im Gastrointestinaltrakt auftreten. Eine genaue Abklärung ist daher wichtig.
Die Schüttellähmung ist ein veralteter, umgangssprachlicher Begriff für den Morbus Parkinson.
Notizen
BMI
Body-Mass-Index (BMI)
Der BMI ist ein einfaches Verhältnismaß zur Einstufung des Körpergewichts. Er ergibt sich aus dem Körpergewicht in Kilogramm geteilt durch das Quadrat der Körpergröße in Metern. Der so berechnete Wert dient zur groben Zuordnung zu Kategorien wie Untergewicht, Normalgewicht oder Übergewicht.
/m²
Einheit /m²
Die Schreibweise “/m²” bedeutet “pro Quadratmeter” und kennzeichnet eine Bezugsgröße auf die Fläche eines Quadratmeters.
generalisierter tonisch-klonischer
Generalisierter tonisch-klonischer Anfall
Bei diesem Anfallstyp sind beide Hirnhemisphären beteiligt und die Symptome treten meist generalisiert auf. Die tonische Phase ist durch eine kurz andauernde Muskelversteifung gekennzeichnet, die anschließende klonische Phase zeigt rhythmische Zuckungen der Muskulatur. Klinisch können Bewusstseinsverlust während des Anfalls und typische motorische Muster auftreten.
nicht ansprechbar
Nicht ansprechbar
“Nicht ansprechbar” beschreibt das Ausbleiben einer Reaktion auf verbale oder taktile Reize. Bei epileptischen Anfällen kann dies von vorübergehender unklarer Reaktionslage bis zu fehlendem Bewusstsein reichen; es ist nicht zwangsläufig identisch mit dauerhaftem Bewusstseinsverlust. Die Beobachtung der Angehörigen (keine Ansprechbarkeit, Blickabweichung) ist mit einer Anfallsphase vereinbar.
Harninkontinenz
Harninkontinenz
Definition: Unfreiwilliges Abgeben von Harn infolge einer gestörten Blasenfunktion oder einer insuffizienten Schließmuskelkontrolle.
Stuhlinkontinenz
Stuhlinkontinenz
Definition: Unkontrollierter Verlust von Darminhalt aufgrund von Schwäche oder Schädigung des Schließmuskels, gestörter Sensibilität oder Stuhlinkontinenz verursachender Erkrankungen.
Kieferpressen
Kieferpressen
Definition: Anhaltendes, oft unbewusstes Zusammenpressen der Zähne durch erhöhte Anspannung der Kaumuskulatur.
Konsequenzen: Kann zu Zahnschäden, Muskelverspannungen und Problemen des Kiefergelenks führen.
Nausea
Nausea
Definition: Subjektives, unangenehmes Empfinden im Oberbauch mit dem Wunsch oder Drang, sich zu übergeben; ein Symptom, das vielfältige Ursachen haben kann.
Emesis
Emesis (Erbrechen)
Bezeichnung für den aktiven Ausstoß von Mageninhalt über Mund oder Nase. Erbrechen ist ein unspezifisches Symptom, das bei gastrointestinalen Störungen, Intoxikationen, vestibulären Problemen oder zentralnervösen Erkrankungen auftreten kann. Klinisch wichtig sind Begleitsymptome wie Übelkeit, Flüssigkeitsverlust und das Risiko der Aspiration.
Tachykardie
Tachykardie (Herzrasen)
Bezeichnet eine pathologisch erhöhte Herzfrequenz. Sie kann akut oder chronisch auftreten und verschiedene Ursachen haben, etwa physiologische Reaktionen (Stress, körperliche Belastung), metabolische Störungen, Fieber oder kardiale Arrhythmien. Bei Tachykardien sind Differenzierung nach Ursprung und Abschätzung von Hämodynamik und Begleitsymptomen wichtig.
Palpitation
Palpitation (Herzklopfen)
Subjektive Wahrnehmung von auffälligen Herzschlägen, zum Beispiel als starkes Pochen, Aussetzen oder unregelmäßiges Schlagen. Palpitationen sind ein Symptom und können durch erhöhte Herzfrequenz, Extrasystolen, Arrhythmien, Stoffwechselstörungen oder psychische Belastung ausgelöst werden. Sie sind von der objektiv messbaren Tachykardie zu unterscheiden.
orthostatische Hypotonie
orthostatische Hypotonie
Symptomkomplex, bei dem beim Aufrichten aus liegender oder sitzender Position vorübergehend Kreislaufstörungen auftreten, typischerweise mit Schwindel oder dem Gefühl, es werde “schwarz vor den Augen”. Ursache ist eine unzureichende Anpassung des Blutdrucks an die Lageänderung; mögliche Auslöser sind Flüssigkeitsmangel, medikamente oder autonome Funktionsstörungen.
Aura
Kurzbeschreibung: Frühwarnzeichen vor neurologischen Ereignissen.
Was es ist: Eine Aura bezeichnet wahrnehmbare Symptome, die einem neurologischen Ereignis unmittelbar vorausgehen und meist nur kurz andauern.
Dauer und Verlauf: Typischerweise treten die Beschwerden nur für Sekunden bis wenige Minuten auf und bilden sich wieder zurück.
Typische Merkmale: Visuelle Störungen (z. B. Lichtphänomene, Flimmern), sensible Veränderungen (Kribbeln, Gefühlsstörungen), vorübergehende Sprach- oder Geruchseindrücke sowie emotionale Empfindungen wie plötzliche Angst oder Déjà-vu-Erlebnisse können dazugehören.
Cephalgie
Kurzbeschreibung: Symptom „Kopfschmerz“.
Definition: Cephalgie ist der allgemeine Begriff für Schmerzen im Kopfbereich; Intensität, Lokalisation und Begleitsymptome können stark variieren.
Klinische Einordnung: Kopfschmerz kann akut oder chronisch auftreten und unterschiedliche Ursachen haben (z. B. primäre Kopfschmerzsyndrome, Sekundärursachen). Bei Migräne steht der Schmerz häufig nach einer Aura, bei epileptischen Anfällen ist anhaltender Kopfschmerz eher als Begleit- oder Folgeerscheinung zu sehen.
Fatigue
Kurzbeschreibung: Anhaltende Erschöpfungssymptomatik.
Definition: Fatigue beschreibt eine ausgeprägte, oft lang anhaltende und belastende Erschöpfung, die sich durch verminderte Leistungsfähigkeit und erhöhte Erholungsbedürftigkeit auszeichnet.
Klinische Relevanz: Fatigue kann nach neurologischen Ereignissen, einschließlich nach einem Anfall (postiktal), auftreten und das subjektive Befinden sowie die Alltagsbewältigung beeinträchtigen.
Hochzeitsfeier
Kurzbeschreibung: Gesellschaftliche Feier im Anlass einer Eheschließung.
Was es ist: Eine Hochzeitsfeier ist eine kulturell gestaltete Veranstaltung zur Feier einer Heirat; Ausgestaltung und Bräuche variieren regional und individuell.
Bier und Wodka
Alkoholkonsum (Bier und Wodka) — möglicher Trigger
vier
Triggerfaktor: Schlafentzug
Insomnie
Insomnie (Einschlafstörung)
Obstipation
Obstipation (Verstopfung)
Im Rahmen eines seit fünf Jahren bekannten Reizdarms (Colon irritabile) schildert die Patientin wechselnde Stuhlgewohnheiten mit Phasen von Obstipation und Diarrhö. Die Verstopfungsphasen sind Bestandteil dieses langjährigen Musters.
Diarrhö
Diarrhö
Definition: Vermehrte Häufigkeit und erhöhte Flüssigkeit des Stuhls im Vergleich zum gewohnten Stuhlverhalten. Diarrhö kann sowohl kurzzeitig als auch über längere Zeiträume bestehen.
Colon irritabile
Colon irritabile (Reizdarmsyndrom)
Definition: Eine funktionelle Störung des Darms, die sich durch wiederkehrende Bauchschmerzen sowie veränderte Stuhlgewohnheiten (z. B. Durchfall, Verstopfung oder beides im Wechsel) ohne nachweisbare organische Ursache auszeichnet.
Diagnose: Die Feststellung erfolgt klinisch anhand typischer Symptome; vorausgehende Untersuchungen dienen dem Ausschluss organischer Erkrankungen. Häufig finden sich keine pathologischen Befunde in bildgebenden oder endoskopischen Untersuchungen.
Therapieprinzipien: Die Behandlung orientiert sich an den vorherrschenden Beschwerden und ist symptomatisch. Maßnahmen können Ernährungsanpassungen, verhaltenstherapeutische oder psychosoziale Ansätze und je nach dominierendem Symptom gezielte medikamentöse Optionen umfassen (z. B. Antidiarrhoika bei vorwiegendem Durchfall).
Koloskopie
Koloskopie
Definition und Zweck: Die Koloskopie ist eine endoskopische Untersuchung des Dickdarms zur direkten Beurteilung der Schleimhaut. Sie dient der Diagnostik von entzündlichen Erkrankungen, Polypen und Tumoren sowie dem Ausschluss organischer Ursachen bei unklaren Darmbeschwerden.
Indikationsbezug: Bei Verdacht auf chronisch-entzündliche Erkrankungen, bei alarmierenden Symptomen oder zur Abklärung unklarer endoskopischer beziehungsweise bildgebender Befunde wird eine Koloskopie eingesetzt. Bei funktionellen Erkrankungen wie dem Reizdarmsyndrom bleibt die Untersuchung häufig ohne spezifischen Befund.
Abort
Abort (Fehlgeburt)
Definition: Ein Abort bezeichnet den vorzeitigen Verlust einer Schwangerschaft vor dem Eintritt der fetalen Lebensfähigkeit; viele Definitionen verwenden hierfür die Grenze vor der 24. Schwangerschaftswoche.
Ursachen und Formen: Ursachen sind vielfältig und können chromosomale Auffälligkeiten des Embryos, Infektionen, hormonelle Störungen, anatomische Besonderheiten der Gebärmutter oder immunologische Faktoren umfassen. Es werden verschiedene Formen unterschieden, etwa der spontane Abort und der verhaltene (missed) Abort.
Klinische Hinweise: Typische Begleiterscheinungen sind vaginale Blutungen, Unterbauchschmerzen und gegebenenfalls der Abgang von Gewebe. Die exakte Ursache lässt sich nicht immer klären.
fieberbedingten Krampfanfall
Kurzdefinition:
Ein fieberbedingter Krampfanfall ist ein plötzlicher, durch Fieber ausgelöster epileptiformer Anfall bei Kleinkindern.
Klinische Merkmale:
Meist treten die Anfälle im Säuglings- und Kleinkindalter auf und sind häufig generalisiert tonisch‑klonisch. Die Episoden dauern in der Regel nur wenige Minuten. Viele Kinder erholen sich ohne bleibende Schäden.
Bedeutung und Verlauf:
Fieberkrämpfe sind für Eltern beängstigend, gelten jedoch meist als gutartig und erfordern in den meisten Fällen keine dauerhafte antiepileptische Therapie. Länger dauernde, fokale oder wiederholte Anfälle sollten ärztlich abgeklärt werden.
seborrhoische Dermatitis
Kurzbeschreibung:
Die seborrhoische Dermatitis ist eine chronisch-rezidivierende Entzündung der haut mit Bevorzugung talgreicher Regionen.
Klinisches Bild:
Typisch sind gerötete, schuppende Hautareale, häufig mit fettig erscheinenden Belägen. Betroffen sind insbesondere Kopfhaut, Bereiche im Gesicht (z. B. Augenbrauen, Nasenfalten) sowie Brustkorb und hinter den Ohren. Beschwerden können saisonal schwanken und durch Stress oder andere Faktoren verschlechtert werden.
Ursachen und Therapieansätze:
Eine Beteiligung von hautbewohnenden Hefepilzen und individuelle Dispositionen werden diskutiert. Zur Behandlung werden lokal anzuwendende antimykotische Produkte sowie bei entzündlichen Schüben kurzzeitig niedrigpotente topische Kortikosteroide eingesetzt; auch milde Pflegepräparate unterstützen die Hautbarriere.
Acetabulumfraktur
Kurzdefinition:
Eine Acetabulumfraktur bezeichnet einen Knochenbruch der Hüftpfanne, also des knöchernen Pfannenanteils des Hüftgelenks.
Ursachen und Klinik:
Solche Frakturen entstehen meist durch direkte oder indirekte Gewaltspiele bei Unfällen mit hoher Energie. Beschwerden sind Schmerzen in der Hüftregion und eingeschränkte Belastbarkeit.
Behandlung und Bedeutung:
Die Therapie richtet sich nach Frakturtyp und Verschiebung; gering verschobene Verletzungen können konservativ mit Schonung und anschließender Physiotherapie versorgt werden, bei stark verschobenen Frakturen ist häufig eine operative Versorgung erforderlich. Langzeitprobleme können Gelenkbeschwerden oder eine frühzeitige Arthrose sein.
Alkoholintoxikation
Kurzdefinition:
Eine Alkoholintoxikation entsteht durch zu hohe Aufnahme von Ethanol und kann das zentrale Nervensystem, die Atmung und den Kreislauf beeinträchtigen.
Klinisches Spektrum:
Je nach aufgenommener Menge und individueller Toleranz reichen die Symptome von Gangunsicherheit, Sprechstörungen und Enthemmung bis zu Bewusstseinsstörungen, Atemdepression und lebensbedrohlichen Zuständen.
Akutversorgung:
Die Behandlung umfasst Überwachung von Vitalfunktionen, Sicherung der Atemwege und des Schutzes vor Aspiration, gegebenenfalls Volumen- und Elektrolytausgleich sowie Untersuchung auf Begleiterkrankungen; schwere Fälle bedürfen intensivmedizinischer Betreuung.
Imodium
Wirkstoff und Gruppe: Loperamid, ein Antidiarrhoikum.
Wirkung: Loperamid reduziert die Darmmotilität durch Wirkung an peripheren Opioidrezeptoren im Gastrointestinaltrakt und verlängert so die Verweildauer des Darminhalts.
Anwendung: Einsatz bei akuten, nicht infektiösen Durchfällen zur kurzzeitigen Symptomkontrolle.
Wichtiges zu Risiken: Häufige unerwünschte Wirkungen sind Obstipation und Bauchkrämpfe; bei Warnzeichen wie hohem Fieber oder blutigen Durchfällen sollte die Anwendung ärztlich abgeklärt werden.
Voltaren
Wirkstoff und Gruppe: Diclofenac, ein nichtsteroidales Antirheumatikum (NSAID).
Wirkung: Diclofenac hemmt Cyclooxygenase-Enzyme und reduziert dadurch die Bildung von Prostaglandinen, was schmerzlindernd und entzündungshemmend wirkt.
Anwendung: Zur symptomatischen Behandlung von Schmerzen und entzündlichen Beschwerden.
Wichtiges zu Risiken: Mögliche Nebenwirkungen sind gastrointestinale Beschwerden (z. B. Bauchschmerzen, Übelkeit), Kopfschmerzen und allergische Reaktionen; bei längerer oder hoch dosierter Anwendung können Magenulzera und Beeinträchtigungen der Nierenfunktion auftreten.
Cortisonsalbe
Wirkstoffgruppe: Topische Glukokortikoide (häufig verwendete Substanzen z. B. Hydrocortison, Betamethason, Mometason).
Indikation: Zur Behandlung entzündlicher Hauterkrankungen wie Ekzemen, atopischer Dermatitis oder seborrhoischer Dermatitis bei Schüben.
Wirkung: Lokal angewendet mildern sie Entzündungsreaktionen, lindern Juckreiz und reduzieren Schwellungen.
Wichtiges zu Risiken: Bei längerer oder großflächiger Anwendung können Hautatrophie, Pigmentveränderungen und eine Verzögerung der Wundheilung auftreten; Anwendungsempfehlungen und Behandlungsdauer sollten ärztlich oder fachlich abgestimmt werden.
Meeresfrüchte
Begriffsklärung: Meeresfrüchte umfassen verschiedene essbare Tiere aus dem Meer, typischerweise Muscheln und andere Weichtiere, Krebstiere wie Garnelen und Krabben sowie Kopffüßer wie Tintenfisch.
Beispiele: Muscheln, Garnelen, Krabben, Tintenfisch.
Klinischer Hinweis: Meeresfrüchte zählen zu den Lebensmitteln, die allergische Reaktionen auslösen können; solche Reaktionen reichen von Hautsymptomen über Schwellungen der Schleimhäute bis zu systemischen Manifestationen.
Lidödem, Zungenödem
Lidödem und Zungenödem
Kurzbeschreibung: Schwellungen der Augenlider und der Zunge, wie sie bei einem Angioödem auftreten können.
Klinischer Zusammenhang: In der Anamnese wurde berichtet, dass nach dem Verzehr von Meeresfrüchten vor etwa drei Jahren eine Reaktion mit Schwellungen der Lider und der Zunge sowie einem gleichzeitig auftretenden Hautausschlag am Bauch aufgetreten ist. Diese Reaktion führte damals zu einer Behandlung in einer ambulanten Praxis.
Exanthems
Exanthem
Definition: Ein Exanthem bezeichnet einen Hautausschlag, oft diffus oder lokalisierbar, der bei allergischen Reaktionen oder Infektionen auftreten kann.
Klinischer Kontext: In der angegebenen Anamnese trat ein Exanthem am Bauch gleichzeitig mit Schwellungen nach dem Verzehr von Meeresfrüchten auf. Außerdem wird bei Allergie gegen Hundehaare ein Hautausschlag mit Juckreiz beschrieben.
Pruritus
Pruritus (Juckreiz)
Begriffserklärung: Pruritus bezeichnet das subjektive Empfinden von Juckreiz an der Haut.
Klinischer Zusammenhang: In der Anamnese wird berichtet, dass bei einer Allergie gegen Hundehaare Juckreiz zusammen mit einem Hautausschlag auftritt.
Packungsjahren
Packungsjahre
Erklärung: Die Größe »Packungsjahre« quantifiziert die kumulative Belastung durch Zigaretten und wird berechnet als (Anzahl der täglich gerauchten Zigaretten ÷ 20) × Anzahl der Rauchjahre.
Anamnestische Einordnung: Die Patientin gab an, früher etwa zehn Zigaretten pro Tag geraucht zu haben und seit fünf Jahren Nichtraucherin zu sein. In der Anamnese wird ein Belastungswert von etwa 4,5 Packungsjahren genannt.
Joints
Kurze Beschreibung
Joints sind handgerollte Rauchwaren, bei denen getrocknete Cannabisprodukte wie Marihuana oder Haschisch in Papier eingedreht werden. Häufig wird dem Material Tabak beigemischt.
Konsum und Wirkung
Beim Inhalieren gelangen die in Cannabis enthaltenen Wirkstoffe schnell in den Blutkreislauf und können psychische sowie sensorische Veränderungen hervorrufen.
Wichtige Risiken
Der Mischkonsum mit Tabak erhöht die belastende Wirkung auf Atemwege und das Abhängigkeitspotenzial. Akute Effekte können etwa Angstzustände oder Wahrnehmungsstörungen umfassen; langfristig bestehen Risiken für Atemwege und psychische Gesundheit.
Atriumseptumdefekt
Definition
Ein Atriumseptumdefekt (ASD) ist ein angeborener Defekt der Vorhofscheidewand mit einer offenen Verbindung zwischen linkem und rechtem Vorhof.
Pathophysiologie
Durch den Defekt kommt es in der Regel zu einem Links‑nach‑Rechts-Shunt, der das rechte Herz und die Lungenstrombahn volumenseitig belastet.
Klinik
Kleine ASD bleiben häufig ohne Beschwerden. Größere Defekte können belastungsabhängige Luftnot, wiederkehrende pulmonale Probleme oder Herzrhythmusstörungen verursachen.
Diagnose und Therapie
Die Abklärung erfolgt überwiegend mittels Echokardiografie. Je nach Größe und klinischer Relevanz ist ein kathetergestützter Verschluss oder eine operative Korrektur möglich.
pAVK
Definition
Die periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) bezeichnet Einengungen oder Verschlüsse der arteriellen Gefäße, meist der Beine, mit eingeschränkter Durchblutung.
Ursachen und Risikofaktoren
Hauptursache ist arteriosklerotische Gefäßveränderung. Begünstigende Faktoren sind Rauchen, Bluthochdruck, Diabetes mellitus, Fettstoffwechselstörungen und Bewegungsmangel.
Klinik
Typisches Symptom sind belastungsabhängige Beinschmerzen (Claudicatio), oft begleitet von Hautveränderungen oder Wundheilungsstörungen im fortgeschrittenen Stadium.
Therapie
Ziel ist die Reduktion von Risikofaktoren und abhängig vom Schweregrad gegebenenfalls interventionelle oder chirurgische Wiederherstellung des Gefäßdurchsatzes.
Keratitis
Definition
Keratitis ist eine Entzündung der Hornhaut (Kornea) des Auges.
Ursachen
Auslöser können Infektionen, mechanische Verletzungen, Kontaktlinsengebrauch oder andere irritative/entzündliche Prozesse sein.
Klinische Zeichen
Typische Symptome sind Augenschmerzen, Rötung, Lichtempfindlichkeit, Tränenfluss und Beeinträchtigung der Sehschärfe.
Behandlung und Prognose
Die Therapie richtet sich nach der Ursache; unbehandelt kann eine Hornhautentzündung zu Narbenbildung und Sehminderung führen, mit rechtzeitiger und geeigneter Behandlung ist die Prognose jedoch deutlich besser.
Keratoplastik
Keratoplastik
Begriff und Ziel: Die Keratoplastik ist ein operatives Verfahren zur Wiederherstellung oder zum Ersatz der Hornhaut des Auges. Ziel ist es, klarheits- und/oder strukturelle Defekte der Hornhaut zu beseitigen, die das Sehen beeinträchtigen oder das Auge gefährden.
Verfahren: Man unterscheidet vollständig durchgreifende Transplantationen, bei denen die gesamte Hornhautschicht ersetzt wird, von teilweisen Eingriffen, bei denen nur bestimmte Schichten ausgetauscht werden. Die Wahl des Verfahrens richtet sich nach dem Ausmaß und der Tiefe der Hornhautschädigung.
Indikationen und Komplikationen: Mögliche Gründe für eine Keratoplastik sind entzündliche Veränderungen, Narbenbildungen nach Verletzungen oder Infektionen sowie degenerative Erkrankungen. Nachsorge und mögliche Komplikationen reichen von Abstoßungsreaktionen bis zu Wundheilungsstörungen, weshalb regelmäßige augenärztliche Kontrollen wichtig sind.
Morbus Sudeck (CRPS)
Morbus Sudeck (CRPS)
Definition: Das komplexe regionale Schmerzsyndrom ist eine chronische Schmerzerkrankung, die typischerweise nach einem Trauma oder einer Operation auftritt und über das zu erwartende Ausmaß der ursprünglichen Verletzung hinausgehende Beschwerden verursacht.
Klinische Merkmale: Das Krankheitsbild umfasst anhaltende, oft brennende Schmerzen, Schwellungen, Veränderungen der Hautfarbe und -temperatur sowie Einschränkungen der Beweglichkeit und Muskelkraft in der betroffenen Region.
Behandlung und Verlauf: Die Therapie ist multimodal und beinhaltet schmerzspezifische Maßnahmen, aktive Rehabilitation und physikalische Therapie; in vielen Fällen ist eine frühzeitige und umfassende Behandlung für die Besserung entscheidend, da chronische Verläufe möglich sind.
Auslöser
Manuelle Prüfung erforderlich: Die Notiz enthält nur den Begriff “Fieberkrampf”, während der markierte Begriff “Auslöser” allgemein auf auslösende Faktoren abzielt. Im Kontext werden als mögliche Auslöser Alkohol und Schlafmangel genannt. Die vorliegende Einstufung ist deshalb unklar bzw. nicht stimmig; daher kann keine sichere inhaltliche Neufassung erfolgen.
Vergiftungen
Vergiftungen (Intoxikationen)
Begriff und Bedeutung: Unter Vergiftungen versteht man schädliche Wirkungen durch Aufnahme, Einatmen oder Hautkontakt mit toxischen Substanzen. Im klinischen Kontext können Intoxikationen vielfältige Organsysteme betreffen und akut lebensbedrohlich sein.
Relevanz für das neurologische Bild: Vergiftungen können neurologische Symptome einschließlich Krampfanfällen auslösen, entweder durch direkte neurotoxische Effekte oder durch sekundäre Stoffwechselstörungen.
Vorgehen: Bei Verdacht auf Intoxikation stehen Stabilisierung der Vitalfunktionen, gezielte diagnostische Abklärung und gegebenenfalls spezialisierte Gegenmaßnahmen sowie die Konsultation einer Giftnotrufstelle oder Toxikologie im Vordergrund.
Synkope
Synkope — Definition:
Eine Synkope ist ein vorübergehender Bewusstseinsverlust infolge einer akuten, globalen Minderdurchblutung des Gehirns, begleitet von spontaner und vollständiger Erholung.
Klassifikation:
Man unterscheidet vor allem neurokardiogene (z. B. vasovagale) Synkopen, orthostatische Synkopen bei Lagewechseln und kardiale Synkopen, die durch Herzrhythmusstörungen oder strukturelle Herzerkrankungen bedingt sein können.
Klinische Hinweise:
Prodromale Symptome können Schwindel, eine Einengung des Gesichtsfeldes oder kalter Schweiß sein. Synkopen treten häufig beim Aufstehen oder spontanen Belastungsänderungen auf. Hinweise auf eine kardiale Ursache sind bekannte Herzerkrankungen, Palpitationen oder plötzlicher Beginn; typischerweise fehlt bei einer Synkope ein längeres postiktales Delir.
PNES
Psychogene nicht‑epileptische Anfälle (PNES) — Merkmale:
PNES sind Anfälle mit psychischer Genese, die klinisch von epileptischen Anfällen differenziert werden müssen.
Typische Befunde:
Die Bewegungsmuster sind oft wechselhaft, unregelmäßig und können dramatisch wirken; einzelne Anfälle unterscheiden sich häufig voneinander. Die Augen sind bei PNES häufig geschlossen, und Betroffene können aktiv gegen das Öffnen der Augen Widerstand leisten. Das Bewusstsein kann erhalten oder verändert sein, jedoch fehlt typischerweise ein klares, tiefes epileptisches Bewusstseinsversinken.
Verlauf:
Ein länger andauernder, variabler Ablauf und das Ausbleiben einer ausgeprägten postiktalen Verwirrtheit sprechen eher für PNES als für einen epileptischen Anfall.
Blutdruck
Blutdruckmessung — Geräteteile:
Die klassische manuelle Blutdruckmessung benötigt eine Manschette, ein Handballon oder einen anderen Inflator zur Aufpumpfunktion sowie ein Manometer zur Druckablesung. Bei der auskultatorischen Methode wird zusätzlich ein Stethoskop zur Erfassung der Korotkow‑Geräusche eingesetzt.
Atemfrequenz
Atemfrequenz — Definition und Grenzwerte:
Die Atemfrequenz gibt die Anzahl der Atemzüge pro Minute an und ist ein grundlegender Vitalparameter.
Einteilung (Erwachsene):
Normalwerte liegen typischerweise im Bereich von etwa 12 bis 20 Atemzügen pro Minute. Werte über 20/min werden als Tachypnoe bezeichnet, Werte unter 12/min als Bradypnoe.
Sauerstoffsättigung
Sauerstoffsättigung
Definition und Aussage: Die Sauerstoffsättigung gibt den Anteil des mit Sauerstoff beladenen Hämoglobins im arteriellen Blut an und ist ein wichtiger Vitalparameter zur Beurteilung der Oxygenierung.
Messung: Bestimmt wird sie nichtinvasiv mittels Pulsoxymetrie, typischerweise durch eine Klemmsonde an Finger, Ohrläppchen oder Zehe. Die Messung liefert einen prozentualen Wert sowie die Pulsfrequenz.
Einschränkungen: Die Messergebnisse können durch schlechte periphere Durchblutung, Bewegungen, Nagellack, helles Umgebungslicht oder Kohlenmonoxidvergiftung verfälscht werden. Bei unklaren Befunden sind arterielle Blutgasanalysen zur weiteren Abklärung sinnvoll.
Körpertemperatur
Körpertemperatur
Messorte und Vergleich: Die erfasste Körpertemperatur hängt vom Messort ab. Rektale Messungen gelten als am besten angenäherter Zentralwert. Oral gemessene Temperaturen liegen üblicherweise etwas unter dem rektalen Wert; axilläre Messungen sind in der Regel noch niedriger.
Axillär: +0,5 °C dazurechnen,
Oral: also +0,3–0,5 °C dazurechnen
Rektal: gilt als Referenzwert
Todd-Lähmung
Todd-Lähmung
Definition: Eine Todd-Lähmung ist eine vorübergehende einseitige Schwäche oder Parese, die nach einem fokalen (lokalisierten) krampfanfälligen Ereignis mit motorischer Beteiligung auftreten kann.
Klinischer Verlauf und Differenzialdiagnose: Die Lähmung entwickelt sich typischerweise unmittelbar nach dem Anfall und bessert sich meist innerhalb von Minuten bis Stunden spontan. Hält die Defizitsymptomatik an oder ist der Verlauf untypisch, muss an andere Ursachen wie ischämischen Schlaganfall oder strukturelle Läsionen gedacht und weitere Diagnostik veranlasst werden.
Berührungs-
Mit einem Wattestäbchen
Papillenödem
Papillenödem — Hinweis auf erhöhten Hirndruck
Ein Papillenödem beschreibt die Schwellung der Sehnervenpapille am Augenhintergrund und ist ein wichtiges Zeichen für erhöhten intrakraniellen Druck. Häufige Ursachen sind raumfordernde Prozesse, intrakranielle Blutungen, Hydrozephalus oder Störungen des venösen Abflusses. Zum Nachweis dient die Fundoskopie; das Vorliegen eines Papillenödems erfordert in der Regel weitere neurologische Abklärung.
Reflexe
Reflexe — Untersuchungsbefund und Bedeutung
Reflexe werden in der neurologischen Untersuchung typischerweise mit einem Reflexhammer geprüft. Dabei unterscheidet man tiefe Sehnenreflexe von oberflächlichen Reflexen und beurteilt Stärke, Symmetrie und Auslösbarkeit. Auffälligkeiten liefern Hinweise auf die Lokalisation einer Schädigung: Verstärkte Reflexe oder pathologische Ausfallerscheinungen deuten eher auf zentrale motorische Störungen, abgeschwächte oder fehlende Reflexe sprechen für periphere Nerven- oder Muskelbeteiligung.
Meningismus
Meningismus — Klinische Zeichen meningealer Reizung
Unter Meningismus versteht man klinische Symptome, die auf eine Reizung der Meningen hinweisen. Typische Befunde sind Nackensteifigkeit, Kopfschmerzen sowie Lichtempfindlichkeit; häufig treten zudem Übelkeit und Erbrechen auf. Spezifische Untersuchungsschritte können darin bestehen, nach typischen Reizzeichen wie Kernig- oder Brudzinski-Phänomen zu suchen. Ein Meningismus erfordert Abklärung hinsichtlich möglicher Ursachen, etwa einer Meningitis.
Liquoruntersuchung
Liquoruntersuchung — Zweck und Vorgehen
Die Liquoruntersuchung erfolgt durch eine Lumbalpunktion zur Gewinnung von Liquor cerebrospinalis. Die Punktion wird in der Regel im lumbalen Bereich (beispielsweise zwischen den Wirbelkörpern L3/L4 oder L4/L5) unter sterilen Bedingungen und lokaler Betäubung durchgeführt; der Patient nimmt dabei meist eine gebeugte Position ein. Die entnommene Probe wird im Labor auf Zellzahl, Eiweißgehalt, Glukose, Laktat sowie auf Erregernachweise und ggf. Tumorzellen untersucht. Indikationen sind unter anderem der Verdacht auf Meningitis oder Enzephalitis, demyelinisierende Erkrankungen oder der Nachweis von Blut im Liquor.
Lorazepam
Lorazepam
Wirkstoffgruppe: Benzodiazepin.
Wirkung und Wirkmechanismus: Verstärkt die hemmende Wirkung des Neurotransmitters GABA am zentralen Nervensystem über GABA-A-Rezeptoren, wodurch es sedierend, angstlösend, antikonvulsiv und muskelrelaxierend wirkt.
Anwendungsgebiete: Kurzfristige Behandlung von ausgeprägter Angst, akuten Erregungszuständen, Schlafstörungen und als Erstlinientherapie bei akuten epileptischen Anfällen bzw. Status epilepticus in der Notfallbehandlung.
Wichtige Risiken und Hinweise: Gefahr von Abhängigkeit, Toleranz und Entzugssymptomen bei längerem Gebrauch; ausgeprägte Sedierung bis hin zu Atemdepression möglich, insbesondere in Kombination mit anderen zentral dämpfenden Substanzen; bei älteren Menschen erhöhte Sturz- und Verwirrungsgefahr. Vorsicht bei Leberinsuffizienz und bei Schwangerschaft/Stillzeit.
Valproat
Valproat (Valproinsäure)
Wirkstoffgruppe: Antikonvulsivum mit breitem Wirkspektrum.
Wirkung: Mehrere antikonvulsive Effekte, die insgesamt die Erregbarkeit neuronaler Netzwerke verringern und damit Anfälle unterdrücken.
Anwendungsgebiete: Einsatz bei verschiedenen Epilepsieformen, insbesondere generalisierter Anfälle; auch in der Psychiatrie als Stimmungsstabilisierer verwendet.
Wichtige Risiken und Hinweise: Nebenwirkungen können Gewichtszunahme, Tremor, Müdigkeit und gastrointestinale Beschwerden umfassen; relevante Risiken sind hepatotoxizität, Thrombozytopenie und Hyperammonämie. Valproat trägt ein hohes teratogenes Risiko und kann schwere Fehlbildungen sowie Beeinträchtigungen der neurologischen Entwicklung beim Kind verursachen; eine Anwendung in der Schwangerschaft sollte nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung und fachlicher Beratung erfolgen.
Levetiracetam
Levetiracetam
Wirkstoffgruppe: Antikonvulsivum (Pyrrolidon-Derivat).
Wirkmechanismus: Beeinflusst synaptische Vesikelproteine und moduliert dadurch die Freisetzung von Neurotransmittern, was die neuronale Erregbarkeit reduziert.
Anwendungsgebiete: Behandlung unterschiedlicher Anfallstypen als Mono- oder Zusatztherapie bei Epilepsie; wird häufig wegen guter Verträglichkeit eingesetzt.
Wichtige Risiken und Hinweise: Häufige unerwünschte Wirkungen sind Müdigkeit, Schwindel und Konzentrationsstörungen; bei manchen Patientinnen und Patienten können Verhaltensänderungen oder Reizbarkeit auftreten. Bei Schwangerschaft ist das Sicherheitsprofil günstiger als bei einigen älteren Antikonvulsiva, dennoch ist eine individuelle Nutzen-Risiko-Bewertung und engmaschige Betreuung erforderlich.
Patient/ inAnrede: Herr/Frau Oberarzt/Oberärztin ……….., Hiermit möchte ich Ihnen die Patientin Beate Bauer vorstellen. |
Datum27/06/2025 |
| Alter 37 Jahre | Gewicht 73 kg | Größe 171 cm |
Allergien (Stichwörter)
Meeresfrüchte: Lidödem, Zungenödem, Exanthem am Bauch
Hundehaare: Exanthem, Pruritus
Genussmittel / Drogen (Stichwörter)
Nichtraucher seit 5 Jahren (zuvor ca. 4,5 Packungsjahre)
Gelegentlich Wodka und Bier (übermäßiger Konsum auf Feier)
Gelegentlich Joints (vor 15 Jahren, einige Male)
Sozialanamnese (Stichwörter)
Eigene Webdesign-Firma
Lebt mit Familie in einer Wohnung
Sohn (4 Jahre) mit Atriumseptumdefekt
Familienanamnese (Stichwörter)
Vater: pAVK (vor 5 Jahren), linkseitige Keratitis → Keratoplastik (vor 10 Jahren)
Mutter: Morbus Sudeck (CRPS) nach distaler Radiusfraktur (vor 1,5 Jahren)
Medikamente (Stichwörter)
Imodium-Schmelztabletten
Cortisonsalbe
Voltaren Dispers 46,5 mg
Anamnese (Vollsätze)
Die Patientin stellte sich bei uns vor, da vor etwa drei Stunden plötzlich ein generalisierter tonisch-klonischer Anfall aufgetreten war.
Laut Angaben ihres Ehemannes dauerte der Anfall knapp zwei Minuten.
Ihr Mann gab an, dass sie während des Anfalls nicht ansprechbar gewesen sei.
Ihr Mann berichtete, er habe während des Anfalls eine Blickdeviation der Augen nach oben beobachtet.
Es sind keine Harn- oder Stuhlinkontinenz, kein Zungenbiss, keine Zyanose, kein Sturz oder Fieber aufgetreten.
Als Aura wurden nach Angaben der Patientin eine Cephalgie und ein Gefühl innerer Unruhe beschrieben, die etwa 1 Minute vor dem Anfall aufgetreten sind.
Sie berichtete postiktal über Fatigue und Nervosität.
Sie teilte mit, dass sie gestern Abend auf einer Hochzeitsfeier viel Bier und Wodka getrunken habe. Außerdem habe sie nur etwa vier Stunden geschlafen.
Die vegetative Anamnese ist bis auf Einschlafstörungen wegen familiärer Sorgen unauffällig. Seit fünf Jahren besteht ein Colon irritabile mit wechselnder Diarrhö und Obstipation.
Vorerkrankungen umfassen ein Colon irritabile (Eine Koloskopie sowie weitere Untersuchungen waren unauffällig), seborrhoische Dermatitis seit der Kindheit, einen fieberbedingten Krampfanfall im frühen Kindesalter, eine linksseitige Acetabulumfraktur nach Kletterunfall (konservativ behandelt), eine Alkoholintoxikation mit stationärer Aufnahme im Alter von 20 Jahren, sowie eine Fraktur der rechten Patella nach Gleitschirmunfall (nicht operiert, anhaltende Knieschmerzen).
Gynäkologisch: letzte Periode vor 10 Tagen, eine Spontangeburt vor 4 Jahren, keine aktuellen Beschwerden.
Verdachtsdiagnose – Differentialdiagnose (Vollsätze)
Die klinischen Angaben sprechen für einen epileptischen Anfall, vermutlich getriggert durch Alkoholkonsum und Schlafmangel. Differenzialdiagnostisch kommen eine Synkope oder psychogene, nicht-epileptische Anfälle (PNES) infrage. Sekundäre Ursachen wie Hypoglykämie, Elektrolytstörungen, Infektionen oder Tumoren sollten ausgeschlossen werden.
Weiteres Vorgehen – Therapie (Vollsätze)
Die Patientin wird zur weiteren Überwachung und Diagnostik stationär aufgenommen. Es erfolgen die Anlage von zwei intravenösen Zugängen, eine kontinuierliche Überwachung der Vitalparameter sowie eine Blutzuckerkontrolle. Zusätzlich werden Laboruntersuchungen mit Blutbild, Elektrolyten, Nieren- und Leberwerten, ein EEG, ein EKG sowie gegebenenfalls eine kraniale Bildgebung durchgeführt. Bei erneutem Anfall wird Lorazepam 4 mg intravenös verabreicht.
Unterschrift
Vorname Nachname
Mit freundlichen Grüßen
1. Hauptbeschwerde/ Formen epileptischer Anfälle
• Tonic: Versteifung des Körpers (steif geworden)
• Klonisch: Rhythmische Zuckungen
• Atonisch: Plötzliches Erschlaffen der Muskulatur (völlig schlaff)
• Myoklonisch: Stoßartige, kurze Einzelzuckungen
Fokale Anfälle:
• Einseitige Zuckungen, Kopfwendung, Sensible Missempfindungen, Sprachstörungen, Psychische Symptome
2. Weitere Symptome
3. Postiktaler Zustand
2. Bewusstseinsverlust, Blickdeviation (z. B. nach oben), Harninkontinenz, Stuhlinkontinenz, Tachykardie, Zyanose, Kieferpressen, Zungenbiss, Sturz, Traumata, Fieber, Übelkeit (Nausea), Erbrechen (Emesis), Schwindel
nicht zu lang (etwa 1–2 Minuten)
3. Fatigue, Verwirrtheit, Kopfschmerzen
4. Aura
4. Ein fokales neurologisches Symptom, das visuell, sensibel oder motorisch sein kann.
Visuelle Phänomene: Flimmern, Lichtblitze, Gesichtsfeldausfälle ** Sensorische Störungen: Parästhesie, Taubheitsgefühle ** Sprachstörungen: z. B. Wortfindungsstörungen, Sprachlosigkeit ** ungewöhnliche Geruchs- oder Geschmacksempfindungen ** Emotionale Veränderungen: plötzliche Angst, Unruhe ** Cephalgie, Ziehen oder Druckgefühl im Bauch
5. Risikofaktoren für Epilepsie
Im Kindesalter (ohne erbliche Epilepsien) : Fieberkrämpfe, Schädel-Hirn-Trauma, Hirninfektionen, Geistige Behinderung
Im Erwachsenenalter: complex partial seizures
Bei ca. einem Drittel identifizierbar, Schädel-Hirn-Trauma, Hirninfektionen, Schlaganfall, Demenz
6. Auslöser
7. Differenzialdiagnosen
6.Metabolisch: Hypoglykämie (z. B. bei Insulintherapie)
Substanzen: Alkoholentzug, Benzodiazepinentzug
Psychisch/physiologisch: Stress, Schlafmangel
7. Es sollte unterschieden werden, ob es sich um einen primären (unprovozierten) oder sekundären (symptomatischen) Anfall handelt.
Synkope: rasche Erholung, meist ohne postiktalen Zustand
Psychogene nicht-epileptische Anfälle (PNES): wechselhafte Bewegungen
8. Körperliche Untersuchung
• Vitalparameter + Blutzuckermessung
• Verletzungen, Schulterluxation
• Auskultation: kardiale Ursachen einer Synkope
• Neurologischer Status:
• Hirnnervenfunktion
• Sensibilität + Motorik
• Fundoskopie: Papillenödem? Blutungen?
9. Hirnnervenfunktion
I – VIII
• N. olfactorius (I): Riechnerv
• N. opticus (II): Sehnerv
• N. oculomotorius (III), N. trochlearis (IV), N. abducens (VI): Augenbewegungsnerven
• N. trigeminus (V): Gesichtssensibilität und Kaumuskulatur
• N. facialis (VII): Gesichtsmuskulatur, Geschmack
• N. vestibulocochlearis (VIII): Hören und Gleichgewicht
9. Hirnnervenfunktion
IX – XII
• N. glossopharyngeus (IX): Geschmack, Schluckreflex
• N. vagus (X): Parasympathische Innervation der Eingeweide
• N. accessorius (XI): Schulter- und Nackenmuskulatur
• N. hypoglossus (XII): Zungenbewegung
10. Sensibilität
11. Motorik
12. Koordination
10. Inhalte: Berührung, Druck, Schmerz, Temperatur, Vibration, Lagesinn
Tools: Wattestäbchen, Neuro-Pin/Zahnstocher, Metall/Eis, Stimmgabel (128 Hz)
11. Inhalte: Muskelkraft, Muskeltonus, aktive/passive Beweglichkeit, Reflexe, Koordination, Gang
Reflexhammer, Platz zum Gehen
12. Finger-Nase-Versuch, Knie-Hacke-Versuch, Romberg, Knie-Hacke-Versuch
Labor
Weiteres Vorgehen
Kleines Blutbild, Blutzucker, Elektrolyte (Natrium, Kalium), Nierenfunktion (Kreatinin, BUN), Leberwerte (ALT, AST, alkalische Phosphatase), Säure-Basen-Status, Urin-Drogentest!! ± β-hCG
EEG (Elektroenzephalogramm)
Meningitis → Liquoruntersuchung
Raumforderungen (z. B. Tumoren) → MRT
Intrazerebrale Hämorrhagie → CT
13. Akutmanagement
• Sicherung der Vitalfunktionen nach dem ABCDE-Schema (Airway, Breathing, Circulation, Disability, Exposure)
• Sauerstoffgabe bei Hypoxie
• Schutz vor Verletzungen
• Medikamentengabe zur Anfallsdurchbrechung:
• Lorazepam oder Diazepam intravenös , Midazolam intranasal, Diazepam Suppositorium
14. Stellen Sie sich vor: Wie würden Sie typischerweise einen epileptischen Anfall beschreiben?
15. Die Patientin stellte sich vor, nachdem vor etwa drei Stunden plötzlich ein generalisierter epileptischer Anfall aufgetreten war. Laut ihrem Ehemann dauerte der Anfall knapp zwei Minuten. Währenddessen war die Patientin nicht ansprechbar und zeigte eine Blickdeviation nach oben. Der Anfall begann mit einer tonischen Phase, gekennzeichnet durch Kontraktionen und Streckung der Extremitäten, gefolgt von einer klonischen Phase mit rhythmischen Muskelzuckungen.
15. Stellen Sie sich vor: Wie würden Sie typischerweise eine Migräne beschreiben?
II
15. Begleitende Symptome wie Harn- oder Stuhlinkontinenz, Zungenbiss, Zyanose, Sturz oder Fieber traten nicht auf.
Etwa 15 Minuten vor dem Ereignis verspürte die Patientin eine Aura mit Cephalgie und innerer Unruhe. Im postiktalen Zustand klagte sie über ausgeprägte Fatigue und Nervosität.
Allgemeinbegriff:
1. das Steifwerden
2. das Zucken
3. das plötzliche Schlappwerden
4. das kurze Rucken / Zucken
5. die Ohnmacht
6. das Augenverdrehen / das Starren nach oben
7. der unwillkürliche Urinabgang
8. der unwillkürliche Stuhlabgang
Fachbegriff:
1. Tonic
2. Klonisch
3. Atonisch
4. Myoklonisch
5. Der Bewusstseinsverlust
6. Die Blickdeviation
7. Die Harninkontinenz
8. Die Stuhlinkontinenz
Allgemeinbegriff:
9. das Herzrasen
10. die Blaufärbung der Lippen / Haut
11. die Übelkeit
12. das Erbrechen
13. die Müdigkeit / die Erschöpfung
14. die Orientierungslosigkeit
15. die Kopfschmerzen
16. das Vorzeichen
Fachbegriff:
9. Tachykardie
10. Zyanose
11. Nausea
12. Emesis
13. Fatigue
14. Cephalgie
15. Aura
16. Definition
Ein Krampfanfall ist gekennzeichnet durch
vorübergehende fokale oder generalisierte Symptome, die durch abnorme, übermäßige oder synchrone neuronale Aktivität im Gehirn verursacht werden.
➝ Krampfanfall ist nicht gleichbedeutend mit Epilepsie.
16. Diagnose
17. Epidemiologie
16. Die Diagnose Epilepsie wird gestellt, wenn mindestens eines der folgenden Kriterien erfüllt ist: Zwei oder mehr nicht provozierte oder reflexartige Anfälle im Abstand von mehr als 24 Stunden.
17. Epidemiologie:
Häufigkeitsgipfel der Epilepsie bei Kindern unter 5 Jahren.
18. EEG (Elektroenzephalogramm)
Misst elektrische Aktivität des Gehirns
Elektroden auf der Kopfhaut
Patient sitzt/liegt entspannt
Schmerzfrei, Dauer: 20–60 Min
Epileptischer Anfall:
Fokal: rhythmische Entladungen (Spikes, Sharp Waves) in begrenzter Region
Generalisiert: symmetrische, synchrone Entladungen → Spike-Wave-/Polyspike-Wave-Komplexe
Interiktal: EEG oft unauffällig
19. Anfallsprophylaxe
Nach neurologischem Konsil
Abhängig von Patientensituation und Anfallsform
Antikonvulsiva:
Fokal: Carbamazepin, Lamotrigin, Levetiracetam
Generalisiert: Valproat (1. Wahl), Lamotrigin, Levetiracetam
Absencen: Ethosuximid (1. Wahl), Valproat, Lamotrigin
20. Status epilepticus
Anfall dauert länger als 5 Minuten oder mehrere Anfälle ohne vollständige Erholung dazwischen (Gefahr: Hirnschädigung, Hypoxie)
Sicherung der Atemwege → Ventilation gewährleisten
Vitalzeichen stabilisieren
Keine Gegenstände (z. B. Löffel, Spatel) in den Mund einführen
Medikamentöse Ersttherapie:
Midazolam 0,2 mg/kgKG i.v./i.m. (max. 10 mg)
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ARZT: Guten Tag,
Mein Name ist Doktor Sauermann.
Ich bin heute als Assistenzarzt auf der Station tätig.
Ich würde gerne ein Anamnesegespräch mit Ihnen.
Falls Sie etwas nicht richtig verstanden haben oder Fragen haben, lassen Sie es mich bitte wissen.
Zunächst benötige ich einige persönliche Informationen, danach können wir fortfahren.
Wie heißen Sie?
PATIENTIN: Mein Name ist Beate Bauer.
ARZT: Könnten Sie bitte Ihren Vornamen und Nachnamen langsam buchstabieren?
PATIENTIN: selbstverständlich,
mein Vorname: B, E, A, T, E
und mein Nachname: B, A, U, E, R
ARZT: Zuallererst möchte ich gern in Erfahrung bringen, ob Sie die Schmerzen beziehungsweise Beschwerden als erträglich empfinden.
PATIENTIN: Im Moment habe ich keine Beschwerden, aber vor ungefähr drei Stunden hatte ich einen Anfall.
ARZT: Wie alt sind Sie, Frau Bauer?
PATIENTIN: Ich bin siebenunddreißig Jahre alt.
ARZT: Wann genau sind Sie geboren?
PATIENTIN: Ich bin am achten Juni 1988 geboren.
ARZT: Wie groß sind Sie?
PATIENTIN: Ich bin eins einundsiebzig groß.
ARZT: Wie viel wiegen Sie?
PATIENTIN: Ich wiege etwa dreiundsiebzig Kilo.
ARZT: Wie heißt Ihr Hausarzt beziehungsweise Ihre Hausärztin?
PATIENTIN: Meine Hausärztin heißt Doktor Karla Scholz.
ARZT: Könnten Sie bitte genauer erklären, was Sie mit Anfall meinen? Handelt es sich um einen Krampfanfall?
PATIENTIN: Ja, genau. Vor ungefähr drei Stunden, noch bevor ich gefrühstückt habe, bin ich ganz steif geworden, und dann haben mein Arm und mein Fuß heftig gezuckt. Es hat nicht lange gedauert.
ARZT: Waren Zeugen anwesend, die den Anfall beschreiben können?
PATIENTIN: also, mein Mann war dabei und hat mir alles beschrieben.
Er hat mich festgehalten, sonst wäre ich auf den Boden gefallen.
ARZT: Wie lange hat der Anfall gedauert?
PATIENTIN: Laut meinem Mann knapp zwei Minuten.
ARZT: Hat der Anfall plötzlich oder langsam angefangen?
PATIENTIN: Der Anfall hat ganz plötzlich begonnen.
Mein Mann hat berichtet, dass ich dabei plötzlich ins Leere geschaut habe.
ARZT: Waren Sie während des gesamten Anfalls bewusstlos oder können Sie sich an etwas erinnern?
PATIENTIN: Ich war nicht ansprechbar.
ARZT: Hatten Sie während des Anfalls unkontrollierten Urin- oder Stuhlverlust?
PATIENTIN: Nein, es gab keinen Urinverlust oder Stuhlverlust.
ARZT: Wurde Ihnen gesagt, dass Sie während des Anfalls die Zähne fest zusammengebissen haben?
PATIENTIN: Nein, gar nichts.
ARZT: Haben Sie sich die Zunge gebissen?
PATIENTIN: Nein, habe ich nicht.
ARZT: Haben Sie während des Anfalls nach oben geschaut?
PATIENTIN: Mein Mann meinte, meine Augen seien ganz nach oben verdreht gewesen.
Man hat fast nur das Weiße gesehen.
ARZT: Hat sich die Haut während des Anfalls bläulich oder blass verfärbt (zum Beispiel an den Lippen oder Fingern)?
PATIENTIN: Nein, da war nichts.
ARZT: Was meinten Sie mit steif? In welcher Position waren Sie?
PATIENTIN: Mein Mann hat den Anfall so beschrieben: Zuerst war ich völlig verkrampft, wie eingefroren, mit durchgestreckten Beinen. Danach hätte ich angefangen, unkontrolliert am ganzen Körper zu zucken.
ARZT: Frau Bauer, Hatten Sie vor dem Anfall ein ungewöhnliches Gefühl, wie zum Beispiel ein Ziehen oder Flattern im Magen, plötzliche Angst oder Kopfschmerzen?
PATIENTIN: Ich war vor dem Frühstück auf der Toilette, als ich plötzlich innere Unruhe und Kopfschmerzen bemerkt habe.
ARZT: Wie lange traten diese Symptome vor dem Anfall auf?
PATIENTIN: Die Beschwerden sind ungefähr 15 Minuten vor dem Anfall aufgetreten.
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ARZT: Hatten Sie vor dem Anfall Sehstörungen, wie Flimmern, Blitze oder einen Gesichtsfeldausfall?
PATIENTIN: Nein, solche Sehstörungen hatte ich nicht.
ARZT: Hatten Sie eine Wahrnehmung von einem ungewöhnlichen Geruch oder Geschmack?
PATIENTIN: Nein, ich habe nichts Ungewöhnliches gerochen oder geschmeckt.
ARZT: Hatten Sie ein Kribbeln oder Taubheitsgefühl?
PATIENTIN: Nein, das habe ich nicht gespürt.
ARZT: Hatten Sie vor dem Anfall das Gefühl von Schwäche oder dass Ihnen plötzlich die Kraft gefehlt hat – zum Beispiel in einem Arm oder Bein?
PATIENTIN: Nein, ich habe vorher keine Schwäche gespürt.
ARZT: Hatten Sie kurz vor dem Ereignis sowas wie Schwindel, Schwarzwerden vor den Augen oder kalten Schweiß?
PATIENTIN: Nein, gar nichts.
ARZT: Sind Sie beim Stehen oder Sitzen ohnmächtig geworden?
PATIENTIN: Nein, ich war nicht umgekippt.
ARZT: Haben Sie kurz vor dem Anfall Herzrasen, Herzklopfen oder ungewöhnliche Herzschläge bemerkt?
PATIENTIN: Nein, nichts.
ARZT: Gibt es bei Ihnen bekannte Herzprobleme, Herzrhythmusstörungen oder haben Sie vielleicht einen Herzschrittmacher?
PATIENTIN: Nein, da ist nichts Auffälliges.
ARZT: Hatten Sie in der Vergangenheit psychische Probleme – zum Beispiel Angst oder Panikattacken?
PATIENTIN: Nein, so etwas hatte ich bisher nicht.
ARZT: Könnten Sie an einen bestimmten Auslöser denken, zum Beispiel Medikamente, Erkrankungen oder etwas Bestimmtes?
PATIENTIN: Wissen Sie, Herr Doktor, ich habe gestern Abend auf einer Hochzeitsfeier verschiedene alkoholische Getränke konsumiert.
Könnte es vielleicht daran liegen?
ARZT: Es könnte sein, jedoch ist das nicht die einzige mögliche Ursache.
Wir sollten am besten unser Gespräch fortsetzen, um alle Möglichkeiten zu berücksichtigen und sie entweder auszuschließen oder zu bestätigen.
Welche Arten von Alkohol haben Sie getrunken?
Bier, Wein, Wodka oder Sekt?
PATIENTIN: Bier und Wodka.
ARZT: Wie viel haben Sie getrunken?
PATIENTIN: Genau kann ich es nicht sagen, aber ich war völlig verkatert.
ARZT: Wie haben Sie sich nach dem Anfall gefühlt?
PATIENTIN: Einerseits bin ich müde, andererseits habe ich Angst, dass es noch einmal passiert.
ARZT: Ich verstehe Ihre Sorgen, deshalb kümmern wir uns sofort darum.
Hatten Sie einen solchen Anfall schon einmal, oder ist das zum ersten Mal passiert?
PATIENTIN: Meine Eltern haben mir erzählt, dass ich im Alter von ein bis zwei Jahren einen Fieberkrampf hatte, der damals mit einem Zäpfchen behandelt wurde.
Seitdem habe ich keine weiteren Anfälle gehabt.
ARZT: Haben Sie Fieber, Nachtschweiß, Schüttelfrost oder Schweißausbrüche?
PATIENTIN: Nichts.
ARZT: Haben Sie Übelkeit?
Haben Sie sich erbrochen?
PATIENTIN: Nichts.
ARZT: Wie ist Ihr Appetit?
PATIENTIN: Im Moment habe ich keinen Appetit, aber grundsätzlich esse ich eigentlich alles gern.
ARZT: Haben Sie in letzter Zeit ungewollt abgenommen oder zugenommen?
PATIENTIN: Nein, nichts Auffälliges. Aber wissen Sie, Herr Doktor, ich möchte auch ein paar Kilo abnehmen.
Wie kann ich das schaffen?
ARZT: Zuerst möchte ich sagen, dass Ihr Body-Mass-Index im Normalbereich liegt – das heißt, Sie haben bisher alles gut gemacht.
Wenn Sie trotzdem etwas abnehmen möchten, wäre es am besten, zuerst mit einer passenden Ernährung zu beginnen.
Wir können später gerne ausführlicher darüber sprechen.
PATIENTIN: Vielen Dank für Ihren Hinweis.
ARZT: Haben Sie Schwierigkeiten beim Einschlafen oder Durchschlafen?
PATIENTIN: Manchmal mache ich mir viele Gedanken, und dann kann ich nicht so leicht einschlafen. Aber gestern sind wir einfach zu spät nach Hause gekommen. Ich glaube, ich habe nur etwa vier Stunden geschlafen.
Wenn ich Kräutertee trinke, hilft das einigermaßen.
ARZT: Worüber machen Sie sich viele Gedanken?
PATIENTIN: Wissen Sie, Herr Doktor, mein Sohn Stefan wurde mit einem Loch im Herzen geboren. Er kann nicht so leicht mit anderen Kindern spielen, und das macht mir Sorgen. Außerdem habe ich letzte Nacht nur etwa vier Stunden geschlafen.
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ARZT: Verstehe, Wie alt ist Ihr Sohn?
PATIENTIN: Er ist vier Jahre alt.
ARZT: Wo befindet sich das Loch – zwischen den Kammern oder zwischen den Vorhöfen?
PATIENTIN: Das Loch befindet sich zwischen den Vorhöfen.
ARZT: Können Sie sich erinnern, wie und wann genau die Diagnose gestellt wurde?
PATIENTIN: Die Diagnose wurde gestellt, als mein Sohn etwa ein Jahr alt war, weil er oft energielos war und schlecht zugenommen hat.
ARZT: Welche Behandlungen wurden bisher durchgeführt?
PATIENTIN: Bisher wurden regelmäßige Kontrollen beim Kinderkardiologen durchgeführt.
Eine Operation war bisher nicht notwendig.
ARZT: Haben Sie Schwierigkeiten beim Stuhlgang oder Wasserlassen?
PATIENTIN: Ich habe seit ungefähr fünf Jahren Reizdarm. Manchmal habe ich Durchfall, manchmal Verstopfung.
ARZT: Wie lange dauert jede Phase?
PATIENTIN: Das ist unterschiedlich.
Manchmal dauert eine Phase nur ein oder zwei Tage, manchmal aber auch eine Woche.
Ich habe vor fünf Jahren eine Darmspiegelung und einige Laboruntersuchungen machen lassen, jedoch waren die Befunde unauffällig.
ARZT: Haben Sie auch Bauchschmerzen oder Blähungen?
PATIENTIN: Ja, oft habe ich Schmerzen im Unterbauch – meistens wird es nach dem Stuhlgang besser.
ARZT: Wie würden Sie die Schmerzen beschreiben?
PATIENTIN: So krampfartig, wie wenn sich der Bauch zusammenzieht.
ARZT: Welche Behandlungen wurden bisher durchgeführt?
PATIENTIN: Bei Bedarf nehme ich Imodium-Schmelztabletten.
ARZT: Leiden Sie an chronischen Erkrankungen wie zum Beispiel Bluthochdruck, Zuckerkrankheit oder erhöhte Blutfettwerte?
PATIENTIN: Ich habe seit meiner Kindheit immer wieder Hautprobleme hinter den Ohren und an den Augenbrauen, besonders im Winter.
Ich kriege trockene und schuppige Haut.
ARZT: Sind andere Körperstellen auch betroffen?
PATIENTIN: Nur die genannten Stellen.
ARZT: Haben Sie vielleicht auch Asthma oder Heuschnupfen?
PATIENTIN: Nein, so etwas habe ich nicht.
ARZT: Welche Behandlung verwenden Sie dagegen?
PATIENTIN: Dagegen benutze ich bei Bedarf eine Cortisonsalbe.
Außerdem hatte ich vor acht Jahren eine Fehlgeburt.
ARZT: Erinnern Sie sich daran, in welcher Schwangerschaftswoche es passiert ist und ob es einen bekannten Grund dafür gab?
PATIENTIN: Ja, es ist in der zehnten Schwangerschaftswoche passiert.
Eine genaue Ursache wurde allerdings nicht gefunden.
ARZT: Wie war Ihre Entbindung – natürlich oder per Kaiserschnitt?
PATIENTIN: Natürlich.
ARZT: Gab es während Ihrer Schwangerschaft Komplikationen?
PATIENTIN: Nein, keine Komplikationen.
ARZT: Gibt es noch weitere Erkrankungen?
PATIENTIN: Vor zehn Jahren hatte ich einen Gleitschirmunfall und habe mir dabei die rechte Kniescheibe gebrochen.
Ich sollte operiert werden, aber ich habe damals abgelehnt – ich hatte einfach Angst davor.
ARZT: Ich verstehe Ihre Sorgen gut.
Trotzdem sollten Sie wissen, dass ein solcher Bruch ohne angemessene Behandlung langfristige und möglicherweise irreversible Folgen haben kann.
Natürlich liegt die Entscheidung letztlich bei Ihnen – aber eine vollständige Aufklärung ist wichtig, damit Sie gut informiert entscheiden können.
Ich unterstütze Sie dabei.
PATIENTIN: Vielen Dank, Herr Doktor.
Was ich noch sagen wollte: Seit dem Unfall habe ich Knieschmerzen – vor allem nach Belastung, zum Beispiel beim Radfahren.
Deshalb nehme ich bei Bedarf Voltaren Dispers.
ARZT: In welcher Dosierung nehmen Sie es?
PATIENTIN: Auf der Verpackung steht 46,5.
ARZT: Es ist wichtig zu wissen, Frau Bauer: Falls Sie einmal schwanger sein sollten, sollten solche Schmerzmittel nicht eingenommen werden.
Außerdem wäre es sinnvoll, dass Sie zusätzlich ein Magenschutzmedikament, zum Beispiel Omeprazol, einnehmen.
Haben Sie auch Bewegungseinschränkungen?
PATIENTIN: Vielen Dank, Herr Doktor, für den Hinweis.
Im Großen und Ganzen nein, aber ich kann mein rechtes Knie nicht mehr so belasten wie früher.
ARZT: Warum nehmen Sie diese Darreichungsform?
PATIENTIN: Die Einnahme als Trinklösung ist für mich angenehmer, und ich habe das Gefühl, dass sie schneller wirkt.
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ARZT: Gibt es noch etwas, das Sie erwähnen möchten?
PATIENTIN: Vor sechs Jahren hatte ich einen Kletterunfall.
Dabei habe ich mir die linke Hüftgelenkspfanne gebrochen, aber es wurde ohne Operation behandelt.
ARZT: Aus welcher Höhe sind Sie gestürzt?
PATIENTIN: Aus etwa drei Metern Höhe.
ARZT: Könnten Sie die durchgeführten Behandlungen etwas genauer erklären?
Haben Sie derzeit Probleme wie Schmerzen?
PATIENTIN: Damals wurde das Hüftgelenk mit Schonung und Physiotherapie behandelt, eine Operation war nicht nötig.
Zurzeit habe ich manchmal noch leichte Schmerzen bei stärkerer Belastung, aber im Alltag komme ich gut zurecht.
ARZT: Nehmen Sie noch weitere Medikamente, entweder pflanzliche oder chemische?
PATIENTIN: Das war alles.
ARZT: Haben Sie ein Rezept für Ihre Medikamente?
PATIENTIN: Ja, habe ich.
ARZT: Können Sie sich erinnern, wann Ihre letzte Periode war?
PATIENTIN: Ja, das war vor etwa zehn Tagen.
ARZT: Verlaufen Ihre Zyklen normalerweise regelmäßig?
PATIENTIN: Es läuft meist ganz normal ab.
ARZT: Haben Sie Beschwerden dabei, wie stärkere Blutungen oder Schmerzen?
PATIENTIN: Nein, eigentlich nichts Besonderes.
ARZT: Sind Sie vollständig geimpft, also haben Sie alle Impfungen seit Ihrer Kindheit erhalten?
PATIENTIN: Ich denke, die Kinderimpfungen habe ich alle bekommen. Ganz sicher weiß ich, dass ich dreimal gegen Covid geimpft wurde und letztes Jahr auch die Grippeimpfung bekommen habe.
ARZT: Haben Sie bekannte Allergien oder Unverträglichkeiten, zum Beispiel gegen Lebensmittel, Medikamente, Tiere oder andere Substanzen?
PATIENTIN: Vor drei Jahren habe ich in Frankreich Meeresfrüchte gegessen, unter anderem Garnelen und Krabben.
Danach habe ich plötzlich ein geschwollenes Augenlid, eine geschwollene Zunge und einen Hautausschlag am Bauch bekommen.
Deshalb musste ich in einer Arztpraxis mit Spritzen in den Muskel behandelt werden.
Ich reagiere auch auf Hundehaare allergisch.
ARZT: Wie äußert sich Ihre Allergie?
PATIENTIN: Bei mir zeigt sich die Allergie durch juckende Haut und Ausschlag an den Händen.
ARZT: Was tun Sie dagegen?
PATIENTIN: Ein persisches Sprichwort sagt: Abstand schafft Freundschaft.
Ich halte immer Abstand.
ARZT: Rauchen Sie?
Wie viele Zigaretten rauchen Sie täglich und seit wann?
PATIENTIN: Ich bin seit fünf Jahren Nichtraucherin.
Davor habe ich 9 Jahre lang täglich eine halbe Schachtel geraucht.
ARZT: Es ist großartig, dass Sie sich entschieden haben, mit dem Rauchen aufzuhören.
Können Sie mir erzählen, was Sie dazu motiviert hat?
PATIENTIN: Vor fünf Jahren wurden bei meinem Vater eine Durchblutungsstörung in den Beinen festgestellt.
Der Arzt meinte, dass sie durch das Rauchen verursacht wurden.
Wenn er schnell geht oder eine längere Strecke zu Fuß zurücklegt, bekommt er Schmerzen in den Beinen und muss eine Pause einlegen.
Vor diesem Hintergrund habe ich mit dem Rauchen aufgehört.
ARZT: Trinken Sie Alkohol?
Welche Art?
Wie viel?
PATIENTIN: Nur bei Gelegenheiten wie Festen oder Partys, verschiedene Sorten – meistens leider etwas zu viel.
ARZT: Kam es schon einmal vor, dass Sie aufgrund übermäßigen Alkoholkonsums Symptome einer Vergiftung hatten?
PATIENTIN: Mit 20 war ich deswegen einmal einen Tag im Krankenhaus.
Ich kann mich aber nicht mehr genau daran erinnern.
ARZT: Darf ich Sie fragen, ob Sie schon einmal Drogen konsumiert haben?
PATIENTIN: Ja, ich habe ein paar Mal Joints geraucht.
ARZT: Wann war das und wie oft ungefähr?
PATIENTIN: Das war vor etwa 15 Jahren, ungefähr fünfmal bis zehnmal.
ARZT: Treiben Sie regelmäßig Sport?
Welche Art und wie häufig?
PATIENTIN: Vor allem gehe ich schwimmen, weil mein Knie dabei nicht so belastet wird. Das mache ich ungefähr zweimal pro Woche.
ARZT: Was sind Sie von Beruf?
PATIENTIN: Ich bin Inhaber einer Webdesign-Firma.
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ARZT: Wie ist Ihr Familienstand?
PATIENTIN: Ich bin verheiratet.
ARZT: Mit wem wohnen Sie zusammen?
PATIENTIN: Ich wohne mit meiner Familie in einer Wohnung.
ARZT: Wie viele Kinder haben Sie?
Ich habe einen Sohn.
ARZT: Gibt es in Ihrer Familie wichtige Erkrankungen, beispielsweise bei Ihren Eltern, Geschwistern oder anderen nahen Verwandten?
PATIENTIN: Mein Vater hatte vor ungefähr zehn Jahren eine schwere Entzündung im linken Auge.
Dadurch hatte er Probleme wie verschwommenes Sehen sowie Schmerzen oder Rötung.
Deshalb hat er später eine neue Hornhaut bekommen.
Außerdem hat er, wie die Ärzte gesagt haben, die sogenannte Schaufensterkrankheit.
Meine Mutter hatte vor anderthalb Jahren einen Bruch am linken Handgelenk, also einen Speichenbruch.
Danach hat sie so eine komplizierte Schmerzerkrankung entwickelt.
Es tut dauernd weh, auch wenn eigentlich nichts sein sollte.
ARZT: Haben Sie in letzter Zeit eine Reise gemacht?
PATIENTIN: Nein, ich habe in letzter Zeit keine Reise unternommen.
ARZT: Haben Sie Haustiere?
PATIENTIN: Ich habe keine Haustiere.
ARZT: Wir sind mit der Anamnese fertig.
Haben Sie noch Fragen?
PATIENTIN: Was genau ist das Problem?
ARZT: Um eine genaue Diagnose stellen zu können, sind weitere Untersuchungen notwendig – insbesondere eine körperliche Untersuchung sowie Laboruntersuchungen. Ein Krampfanfall kann viele verschiedene Ursachen haben.
Wir werden die erforderlichen Maßnahmen so früh wie möglich einleiten.
Sobald uns die Ergebnisse vorliegen, können wir Ihnen genau erklären, worum es sich handelt und wie wir weiter vorgehen.
Bis dahin nehmen wir Sie stationär auf.
Jetzt werde ich eine körperliche Untersuchung durchführen, um Ihren aktuellen Gesundheitszustand genauer zu beurteilen.
Falls nötig, werden wir weitere diagnostische Maßnahmen wie Blutuntersuchungen oder bildgebende Verfahren veranlassen.
