Begrüßung
Guten Tag, sehr geehrter Herr Professor Doktor …,
ich möchte Ihnen nun den Patienten Dieter Nuhr vorstellen.
Er ist 47 Jahre alt, ein Meter einundachtzig groß und wiegt etwa 87 kg. Der Body-Mass-Index (BMI) beträgt 26,5 kg/m² und liegt damit im Bereich des leichten Übergewichts.
Aktuelle Anamnese
Der Patient stellte sich bei uns mit seit drei Monaten bestehenden Fatigue und Antriebsschwäche vor.
Der Verlauf war nach eigenen Angaben langsam progredient und hat sich insbesondere in den letzten vier Wochen verstärkt.
Es bestehen Kälteintoleranz, depressive Verstimmung, Alopezie, Onychorrhexis, Konzentrationsstörungen, Heiserkeit, Bradykinesie und proximale Muskelschwäche.
Zudem kam es in den letzten zwei Monaten trotz Inappetenz zu einer Gewichtszunahme von etwa zwei Kilogramm.
Zudem gab er an, unter einer langanhaltenden Obstipation zu leiden, die sich nicht nur in letzter Zeit verschlechtert habe, sondern auch nicht mehr auf die Gabe von Lactulose anspreche.
Er berichtete, bereits vor sechs Monaten unter Fatigue gelitten zu haben, im Rahmen eines möglichen Schlafapnoesyndroms infolge eines Nasenpolypen, das durch einen HNO-Arzt diagnostiziert worden sei.
Damals sei er vermutlich mit Mometason-Spray behandelt worden, was zu einer Besserung von etwa 30–40 % geführt habe.
Eine Operation habe er abgelehnt.
Folgende Symptome wurden verneint: negative Gedanken und Eindrücke, Selbstverletzung, Blässe, Schwindel, Hinweis auf ein Myxödem (Periorbitalöde oder peripatellares), Tachykardie, Dyspnoe, Dysphagie, Odynophagie, Struma sowie zervikale Lymphadenopathie.
Er gab an, keinen Arzt aufgesucht zu haben, da er weder Lust noch Energie gehabt habe.
Er hat keine Angaben zum Jodkonsum gemacht.
Die vegetative Anamnese
Die vegetative Anamnese ist unauffällig, abgesehen von einer Obstipation.
(Bitte beachten Sie: Patienten mit Schlafapnoesyndrom (vor allem obstruktive Schlafapnoe, OSA) haben oft keine subjektiven Beschwerden über den Nachtschlaf.)
Vorerkrankungen
An Vorerkrankungen sind bei ihm folgenden bekannt:
Seit drei Jahren leidet er an spannungsartigen Cephalgien, die durchschnittlich 1,5 Stunden andauern und etwa einmal monatlich auftreten.
Zudem bestehet ein seborrhoisches Ekzem, das sich nach Angaben des Patienten bei Stress verschlechtert.
Voroperationen
Vor drei Jahren wurde aus kosmetischen Gründen eine bilaterale Blepharoplastik zur Entfernung der Tränensäcke durchgeführt; das ästhetische Ergebnis wird als zufriedenstellend beurteilt.
Es besteht ein Zustand nach Fraktur des dritten Halswirbels infolge eines Sturzes aus etwa drei Metern Höhe beim Klettern; seither leidet er seit etwa zehn Jahren unter einer chronischen Zervikalgie.
Hinweis: Wenn eine Aussage durch eine ärztliche Untersuchung objektiv bestätigt werden kann – zum Beispiel durch sichtbare Narben – ist der Indikativ angebracht. (In der Fachsprachprüfung findet keine körperliche Untersuchung statt.)
Gynäkologie
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Medikamente
Derzeit nimmt der Patient folgende Medikamente gemäß Rezept ein:
• Aspirin 500 mg bei Bedarf
• Lactulose Sirup, bei Bedarf
• Ibuprofen 400 mg, bei Bedarf
• Fexofenadin 120 mg, bei Bedarf
Darüber hinaus wendet er ein Ketoconazol-Shampoo an.
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NASONEX Spray
Hinweis: Wenn eine Aussage durch eine ärztliche Beobachtung objektiv bestätigt werden kann – zum Beispiel anhand eines Rezepts – ist der Indikativ angebracht.
Allergien
Gegen Pferdehaare besteht eine Allergie, die sich in Form von Husten und Urtikaria äußert. Behandelt wird sie mit Fexofenadin 120 mg sowie dem Tragen einer Maske. Zudem besteht eine Allergie gegen Diclofenac mit Auftreten von Urtikaria.
Noxen
Er ist seit fünf Jahren Nichtraucher nach erfolgreicher Vareniclin-Therapie; zuvor hatte er etwa 20 Packungsjahre geraucht. Die damals bestehende Heiserkeit hat sich deutlich gebessert. Außerdem trinkt er etwa ein Glas Bier pro Woche und hat ein- bis zweimal sogenannte Zauberpilze konsumiert.
Sozialanamnese
Er ist als Steuerberater im Bayerischen Finanzministerium tätig und zum zweiten Mal verheiratet. Er wohnt mit seiner Familie in einer Wohnung. Außerdem hat er einen 9-jährigen Sohn, der seit Geburt schwer behindert ist. Zur dauerhaften Atemunterstützung wurde ein Tracheostoma angelegt. Zudem kommt es bei ihm häufig zu Pneumonien sowie zu Dekubitalulzera.
Nach seinen Angaben wird eine perinatale Hypoxie als wahrscheinliche Ursache angesehen.
Familienanamnese
Sein Vater ist 68 Jahre alt und leidet seit fünf Jahren an einem Morbus Addison, der medikamentös mit Hydrocortison behandelt wird.
Seine Mutter ist im Alter von 55 Jahren an einem plötzlichen Herztod infolge einer Asystolie verstorben; außerdem litt sie an Vitiligo.
Er hat keine Haustiere und hat in letzter Zeit keine Reise unternommen.
Verdachts- und Differentialdiagnose
Meiner Ansicht nach deuten die anamnestischen Angaben – insbesondere die Gewichtszunahme trotz Inappetenz, Kälteintoleranz und die Verschlimmerung der Obstipation – am ehesten auf eine Hypothyreose hin. Diese kann primär auftreten, etwa infolge von Hashimoto-Thyreoiditis, Jodmangel, subakuter Thyreoiditis, Strahlentherapie im Halsbereich oder Lithium-Einnahme, oder sekundär, bedingt durch Erkrankungen der Hypophyse oder des Hypothalamus.
Eine Anämie müsse durch ein Blutbild und ggf. ein Eisenpanel ausgeschlossen werden.
Beim Erstkontakt sollten zunächst organische Ursachen ausgeschlossen werden, bevor eine depressive Genese in Betracht gezogen wird. Allerdings sprechen die hier vorliegenden Symptome wie Kälteintoleranz, Alopezie, Onychorrhexis und progrediente Obstipation gegen eine Depression.
Eine Herzinsuffizienz kommt bei älteren Patienten mit Dyspnoe und Thoraxschmerzen in Betracht, insbesondere vor dem Hintergrund mehrerer Arterioskleroserisikofaktoren.
Differenzialdiagnostisch kommt auch eine Nebennierenrindeninsuffizienz in Betracht; hierbei sind Symptome wie Salzheißhunger, Gewichtsverlust, Hypotonie, Hyperpigmentierung sowie gastrointestinale Beschwerden zu erwarten.
Diagnostische Abklärung
körperliche Untersuchung
Nach Abschluss der Anamnese erfolgt eine ausführliche körperliche Untersuchung. Dabei beginnen wir mit der Erhebung der Vitalparameter (Herzfrequenz, Blutdruck, Atemfrequenz, Sauerstoffsättigung und Körpertemperatur). Im Anschluss wird eine gezielte Untersuchung durchgeführt, die mit der Inspektion startet. Bei einer Hypothyreose können sich typischerweise eine trockene, teigige Haut, dünne, brüchige Haare sowie Alopezie zeigen. Zudem können ein Myxödem, Periorbitalödeme, eine raue und heisere Stimme, depressive Verstimmung und Antriebslosigkeit auffallen.
Bei der Palpation kann die Schilddrüse leicht vergrößert oder knotig sein, während nicht eindrückbare Ödeme typisch sind.
Die Auskultation zeigt oft eine Bradykardie. Zusätzlich können verzögerte Reflexe, insbesondere eine verzögerte Muskelrelaxation, sowie ein Karpaltunnelsyndrom auftreten.
Bei Frauen sollte nach Zyklusstörungen sowie nach Dauer und Stärke der Blutungen gefragt werden.
Libidoverlust ist ein bekanntes Symptom bei Hypothyreose.
Aufgrund des Verdachts auf eine Hypothyreose bitten wir den sitzenden Patienten, den Kopf zurückzuneigen, um den Hals zu betrachten. Anschließend stellen Sie sich hinter den Patienten und tasten die Schilddrüse mit beiden Händen ab. Der Patient soll den Kopf gerade halten und das Kinn nicht anheben. Platzieren Sie die Daumen am Nacken des Patienten und tasten Sie mit den übrigen Fingern, beginnend am Isthmus, seitlich ab. Bitten Sie den Patienten, während des Abtastens zu schlucken.
(Die Schilddrüse ist etwa 4 Zentimeter lang, 2 Zentimeter breit und 1 Zentimeter dick.)
Eine Fluktuation bei der Palpation der Schilddrüse kann auf eine zystische Veränderung hinweisen. Eine Druckempfindlichkeit deutet möglicherweise auf einen akuten entzündlichen Prozess wie eine Thyreoiditis hin. Ein Schilddrüsenmalignom ist häufig durch eine besonders harte Schwellung charakterisiert. Bei der Auskultation können Strömungsgeräusche und ein Schwirren auf eine Hyperthyreose hinweisen, bei der die Durchblutung der Schilddrüse gesteigert ist.
Laboruntersuchungen
Dabei würden wir ein kleines Blutbild, Creaktives Protein (CRP), die Blutsenkungsgeschwindigkeit (BSG), TSH sowie freies T4 sowie Schilddrüsenantikörper – Thyreoperoxidase-Antikörper (TPO-Antikörper) und Thyreoglobulin-Antikörper (TG-Antikörper) – durchführen.
Weitere Diagnosen
Elektrokardiogramm
Bei Hyperthyreose macht man ein EKG, um Herzrhythmusstörungen zu erkennen.
Feinnadelbiopsie
Konkret wird Eine Feinnadelbiopsie durchgeführt, wenn in der Sonographie soliden Knoten mit malignen Echostrukturen (z. B. Mikroverkalkungen, unscharfe Ränder, hypoechogene Bereiche) identifiziert werden oder ein Knoten in der Größe zunimmt.
Zunächst wird die Stelle indesinfiziert, anschließend wird eine dünne Nadel durch die Haut bis in die verdächtige Gewebeschicht geführt. Dabei werden Gewebeproben entnommen, die im Labor auf mögliche pathologische Veränderungen untersucht werden. Dieses Verfahren wird in der Regel unter lokaler Betäubung durchgeführt.
Das Ergebnis liegt in der Regel nach einigen Tagen vor, kann sich jedoch bei zusätzlichen Analysen oder einer Einsendung an ein Referenzlabor etwas länger verzögern.
Szintigraphie:
Indikation zur Schilddrüsenszintigraphie bei Verdacht auf autonomes Adenom, multifokale Autonomie oder zur Abklärung des funktionellen Status von Schilddrüsenknoten.
Wenn Bereiche der Schilddrüse eine erhöhte Aufnahme des radioaktiven Tracers zeigen, werden diese als heiße Knoten bezeichnet. Sie können auf eine Überfunktion hinweisen, wie sie zum Beispiel bei einer funktionellen Autonomie (autonomes Adenom oder multifokale Autonomie) vorkommen kann.
Kalte Knoten hingegen nehmen weniger oder gar keinen Tracer auf und könnten ein Hinweis auf ein Malignom sein. Sie erfordern oft eine weitergehende Diagnostik.
Die Szintigraphie ist eine nuklearmedizinische Untersuchungsmethode, bei der radioaktive Substanzen (Radiopharmaka) verwendet werden, um die Funktion und den Stoffwechsel von Geweben und Organen zu beurteilen. Dabei wird ein radioaktiver Tracer intravenös verabreicht. Mit einer Gammakamera werden Bilder aufgenommen, die die Aktivität des Tracers zeigen.
Schilddrüsen-Sonographie
Zur Abklärung von Knoten, Zysten oder maligne erscheinenden Läsionen wird eine Schilddrüsen-Sonographie durchgeführt. Dabei werden Größe und Form der Schilddrüse, die Echogenität (homogen – unauffällig oder heterogen – z. B. bei Thyreoiditis, Struma oder Karzinom), die Charakterisierung von Knoten hinsichtlich Anzahl, Größe, Form, Rändern (regelmäßig oder unscharf) sowie interner Struktur (solid, zystisch oder gemischt) und das Vorhandensein von Mikroverkalkungen (Hinweis auf maligne Veränderungen) beurteilt.
Zunächst wird spezielles Gel aufgetragen, um die Schallwellenübertragung zu optimieren. Anschließend wird die Ultraschallsonde über die Schilddrüse geführt. Die Untersuchung ist schmerzfrei, dauert etwa 20 Minuten und erfordert keine spezielle Vorbereitung.
Behandlung
L-Thyroxin ist ein Schilddrüsenhormon, das bei Hypothyreose eingesetzt wird, um den Mangel an körpereigenem Thyroxin auszugleichen. Es steigert den Stoffwechsel und reguliert Wachstum sowie Energiehaushalt und unterstützt die Herz-Kreislauf-Funktionen. Zu den möglichen Nebenwirkungen gehören Herzklopfen (Palpitation), Gewichtsverlust, Schlafstörungen, erhöhte Nervosität und Muskelzuckungen. L-Thyroxin sollte am besten morgens auf nüchternen Magen eingenommen werden.
Die Dosierung von Levothyroxin wird individuell bestimmt, abhängig von der Diagnose, dem Alter, dem Körpergewicht, dem Gesundheitszustand. (beispielsweise bei jüngeren Patienten 1,5 µg/kg Körpergewicht pro Tag.
Bei älteren Menschen oder bei Vorliegen von Herzerkrankungen sollte die Dosis vorzugsweise halbiert werden.)
Die Patienten sollten zunächst alle 6 bis 8 Wochen im Rahmen von Arztbesuchen und TSH-Kontrollen überwacht werden, bis klinisch eine Euthyreose erreicht und der TSH-Wert normalisiert ist.
In der Regel handelt es sich bei Hashimoto-Thyreoiditis um eine lebenslange Therapie.
gängige Handelsnamen:
• Euthyrox®
• L-Thyroxin Henning®
• L-Thyroxin Aristo®
• L-Thyroxin HEXAL®
Chirurgie
Struma mit mechanischen Beschwerden (z. B. Dyspnoe, Dysphagie, Trachealverlagerung)
Verdacht auf Schilddrüsenkarzinom
Komplikationen
Bei Kindern und Jugendlichen äußern sich Komplikationen häufig durch verzögertes Wachstum und kognitive Beeinträchtigungen, während ältere Menschen vor allem durch kardiovaskuläre Risiken gefährdet sind.
Extra
Namen:
Valentin Peters, Alexander Bauermann, Toni Kroos, Rita Süßwuht, Johannes Schäffner, Marc Rhode, Karl May
Berufe:
Beamter, Schlösserverwaltung, Sekretärin
Einzelheiten:
Der Patient berichtete umgehend, dass er suizidale Gedanken habe. Seine Frau habe während eines telefonischen Gesprächs mit einem Pfarrer gehört, dass er keine Lust mehr auf das Leben habe und sich umbringen wolle. Deshalb habe sie ihn in das Klinikum gebracht und warte nun im Wartezimmer auf ihn. Er erwähnte, dass er gegen diese Beschwerden von seinem Bruder über dessen Kontakte Captagon (Fenetyllin) erhalten habe.
(Hinweis: Ernsthafte suizidale Gedanken stellen eine Indikation zur stationären Aufnahme dar.)
Der Patient berichtete: „Ich konnte den Hemdkragen nicht mehr schließen (aufgrund einer Struma).“ Nach der Operation nahm ich 3 Monate lang Thyroxin ein, setzte ich es jedoch aufgrund starker Nebenwirkungen selbstständig ab.
(fehlende Frage, Was meinen Sie mit Nebenwirkungen?)
Außerdem berichtete er, dass er seine Aufgaben bei der Arbeit nicht mehr bewältigen könne und seine Kollegen ihn für faul hielten.
Laut der Patientin war sie vor auch einem Vierteljahr in ärztlicher Behandlung beim Hausarzt und er hat sie nie untersucht und trotzdem wurde bei ihr eine Depression diagnostiziert.
Konzentrationsstörung (beim Einkaufen vergesse ich Dinge) + Gesichtsödem
Seine Frau beschwert sich darüber, dass er immer einschläft, wenn sie gemeinsam Serien schauen.
Vorerkrankungen:
Thyreoidektomie → Hypothyreose
Armfraktur beim Schlittschuhlaufen
Fersenbeinbruch (Calcaneusfraktur), Skaphoidfraktur (Kahnbeinfraktur)
Leukoplakie
Zervikalgie durch Arbeit
In der Kindheit erlitt Er eine Netzhautablösung und trägt heute aufgrund einer hochgradigen Myopie eine Brille.
Arterielle Hypertonie seit drei Jahren.
Sie habe sich vor zwei Jahren einer Myom-Operation und vor drei Jahren einer Ptosis-Operation unterzogen.
Endoskopie: Polypektomie
Vasektomie
Axillärer Abszess vor acht Jahren.
Gynäkologie:
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Medikamente:
Er gab mir die Telefonnummer des Hausarztes, weil er sich nicht an den Namen des Blutdruckmedikaments erinnern konnte.
L-Thyroxin
Lavendelöl (halbe Packung)
Lasea kapseln
Koffein Tabletten – 2-3 (bei der Arbeit)
Allergien:
Diclofenac : Lidödem
Midazolam allergie (mit anaphylaktishem schock)
Hausstaub mit Manifestation von Niesen und Epiphora
Paracetamol mit Manifestation der Exantheme
Drogen:
Cocaine
Familialanamnese:
Vater: Rheuma (RA!), Arcoxia 90 mg Filmtabletten
Mutter ist an Mammakazinom verstorben.
Tochter: Harninkontinenz
Sohn: Down Syndrom, kongenitale Enzephalopathie
1 Sohn (Mukoviszidose)
Vater ist an Bronchialkarzinom gestorben
Fragen
1. Muss ich operiert werden?
Das können wir im Moment noch nicht sicher sagen. Wir müssen zunächst weitere Untersuchungen durchführen, um die genaue Ursache und den Schweregrad der Schilddrüsenüberfunktion zu bestimmen. Danach besprechen wir den Befund im Team und entscheiden gemeinsam über das beste Vorgehen für Ihre Behandlung.Wenn jedoch eine vergrößerte Schilddrüse (Struma), Knoten mit Verdacht auf Bösartigkeit oder eine unzureichende Kontrolle der Überfunktion vorliegen, kann eine Operation oder eine Radiojodtherapie erforderlich sein.
2. Was bedeutet Hormonsubstitution?
Hormonsubstitution bezeichnet die medizinische Behandlung, bei der fehlende oder unzureichend produzierte Hormone durch Medikamente ersetzt werden, z. B. bei einer Hypothyreose mit Levothyroxin.
3. Warum sind die Gesamtspiegel von T4 und T3 weniger zuverlässig als freies T3 und T4?
Obwohl sich die Gesamtspiegel von T4 und T3 mit Änderungen des Thyroxin-bindenden Globulins (TBG) ändern, bleiben die freien Serumspiegel dieser Hormone konstant.
4. Warum sind Tests auf freies T3 im Serum weniger verlässlich als Tests auf freies T4?
Tests auf freies T3 im Serum sind aufgrund der niedrigen Konzentrationen an zirkulierendem freiem T3 weniger zuverlässig als Tests auf freies T4.
5. Warum war Struma früher in Bayern häufig?
Der Hauptgrund war Jodmangel in der Ernährung. Böden und Gewässer in vielen Teilen Bayerns (besonders im Alpenraum) sind jodarm.
6. Wie kann es sein, dass das Herz plötzlich aufhört zu schlagen?
Das Herz kann plötzlich aufhören zu schlagen – das nennt man plötzlichen Herztod – und das passiert meist durch eine schwere elektrische Störung im Herzen, besonders bei einer sogenannten Kammerflimmern.
7. Können Sie mir ein Rezept für Cannabis ausstellen?
Ich würde gerne zunächst wissen, warum Sie sich Cannabis wünschen. Wir können die Situation ausführlich besprechen und gemeinsam alle Möglichkeiten überprüfen. Cannabis ist nicht die einzige Lösung. Ich möchte betonen, dass die Nachteile in vielen Fällen die Vorteile überwiegen.
8. Welche Komplikationen können durch Cannabiskonsum sowohl bei älteren als auch bei jüngeren Menschen auftreten?
Cannabiskonsum kann bei jüngeren Menschen zu kognitiven Einschränkungen, psychischen Störungen (z. B. Angst, Psychosen) und Konzentrationsproblemen führen; bei älteren Menschen erhöht er unter anderem das Risiko für Stürze, Herz-Kreislauf-Komplikationen und Verwirrtheitszustände.
9. Welche Komplikationen können bei Operationen im Halsbereich auftreten?
Bei Operationen im Halsbereich können verschiedene Risiken auftreten, darunter Verletzungen von Nerven (z. B. N. recurrens mit Stimmbandlähmung), Blutgefäßen, Infektionen, Nachblutungen sowie Schluck- oder Stimmstörungen.
10. Was bedeuten Asthenie und Adynamie?
Asthenie bezeichnet Schwäche oder Kraftlosigkeit. Asthenie tritt häufig als Begleitsymptom anderer Erkrankungen wie Infektionen auf oder entsteht als Nebenwirkung bestimmter Medikamente. Sie kann jedoch auch auf einen ungesunden Lebensstil, Schlafmangel oder Bewegungsmangel zurückzuführen sein.
Unter Adynamie versteht man eine allgemeine Erschöpfung bzw. eine ausgeprägte Kraft- und Antriebslosigkeit.
11. Wie behandeln Sie eine Depression?
Nach gesicherter Diagnose erfolgt die Behandlung einer Depression in der Regel medikamentös und/oder psychotherapeutisch. In der medikamentösen Therapie kommen vorrangig selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) wie z. B. Citalopram oder Sertralin, sowie Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SNRI) wie z. B. Venlafaxin zum Einsatz.
12. Können Kinder mit Down-Syndrom eine normale Schule wie andere Kinder besuchen?
Ja, viele Kinder mit Down-Syndrom besuchen eine Regelschule, insbesondere wenn sie eine milde Form der geistigen Beeinträchtigung haben. Voraussetzung ist eine individuelle Förderung und ggf. eine Schulassistenz. In Deutschland gibt es zudem das Konzept der inklusiven Beschulung, das Kindern mit Behinderungen den Besuch allgemeiner Schulen ermöglicht. In anderen Fällen kann eine Förderschule mit dem Schwerpunkt geistige Entwicklung geeigneter sein.
13. Was ist der Unterschied zwischen einer Myomektomie und einer Hysterektomie?
Bei einer Myomektomie werden ausschließlich Myome (gutartige Muskelknoten der Gebärmutter) operativ entfernt, wobei die Gebärmutter erhalten bleibt – dies ist besonders bei bestehendem Kinderwunsch wichtig.
Bei einer Hysterektomie hingegen wird die gesamte Gebärmutter entfernt, was keine Schwangerschaft mehr ermöglicht. Diese Operation wird z. B. bei großen Myomen, starken Blutungen oder Tumoren durchgeführt, wenn andere Therapien nicht ausreichen.
14. Wie wird Blut abgenommen und wie heißen die dabei verwendeten Geräte?
Zur Blutentnahme wird in der Regel eine Vene punktiert – meist in der Armbeuge. Dafür verwendet man:
• Stauschlauch (zur Venenstauung)
• Desinfektionsmittel (zur Hautdesinfektion)
• Kanüle oder Butterfly (zur Punktion der Vene)
• Adapter/Halterung für Blutentnahmeröhrchen
• Vakuumröhrchen (z. B. EDTA-, Serum- oder Citrat-Röhrchen, je nach Untersuchung)
• Pflaster oder Tupfer (zum Abdrücken der Einstichstelle)
15. Was ist der Unterschied zwischen Strabismus und Nystagmus? Welche Typen von Strabismus kennen Sie?
Strabismus (Schielen):
Fehlstellung der Augen, bei der die Blickachsen nicht parallel ausgerichtet sind.
Typen:
• Strabismus convergens (Einwärtsschielen)
• Strabismus divergens (Auswärtsschielen)
• Strabismus verticalis (Höhenabweichung)
Nystagmus:
Unwillkürliche, rhythmische Augenbewegungen (horizontal, vertikal oder rotatorisch), die nicht willentlich unterdrückt werden können.
16. Was ist CPAP? Welche Indikationen gibt es und wie sollte es angewendet werden?
CPAP (Continuous Positive Airway Pressure) ist ein Verfahren, bei dem über eine Maske kontinuierlich ein positiver Atemwegsdruck aufrechterhalten wird, um die oberen Atemwege offen zu halten.
Indikationen:
Obstruktives Schlafapnoesyndrom (häufigste Indikation)
Anwendung:
Über eine Nasen- oder Nasen-Mund-Maske, die mit einem CPAP-Gerät verbunden ist
Der Druck wird individuell eingestellt (meist 5–15 cmH₂O)
Regelmäßige Kontrolle von Anpassung, Verträglichkeit und Therapieerfolg erforderlich
Wichtig: konsequente nächtliche Anwendung bei Schlafapnoe
Notizen
BMI
BMI — Body‑Mass‑Index
Kurzbeschreibung: Der BMI ist ein grober Indikator zur Einordnung des Körpergewichts in Relation zur Körpergröße bei Erwachsenen.
Berechnung: Er wird ermittelt, indem das Körpergewicht in Kilogramm durch das Quadrat der Körpergröße in Metern geteilt wird.
Einschränkungen: Der BMI berücksichtigt nicht Körperzusammensetzung (Muskel- vs. Fettmasse), Alter oder Verteilung des Fettgewebes und ist daher nur ein Orientierungswert.
Anwendung im vorliegenden Fall: Bei 87 kg und 1,81 m ergibt sich ein BMI von etwa 26,5 kg/m², was auf leichtes Übergewicht hinweist.
m²
m² — Quadratmeter
Definition: m² ist die SI-Einheit für Fläche und steht für die Fläche eines Quadrats mit einer Kantenlänge von einem Meter.
Fatigue
Fatigue — anhaltende Erschöpfung
Begriffsbeschreibung: Fatigue bezeichnet eine andauernde, belastende Erschöpfung mit verringerter Leistungs- und Motivationsfähigkeit, die sich nicht einfach durch Schlaf beheben lässt.
Alopezie
Alopezie — pathologischer Haarausfall
Definition: Alopezie bezeichnet den teilweisen oder vollständigen Verlust von Kopf- oder Körperhaar, der diffus oder lokalisiert auftreten kann.
Onychorrhexis
Onychorrhexis
Kurzbeschreibung: Angeborene oder erworbene Brüchigkeit der Fingernägel, oft mit Längsrillen und verstärkter Sprödigkeit.
proximale Muskelschwäche
Proximale Muskelschwäche
Beschreibung: Schwäche der Muskelgruppen nahe am Rumpf, typischerweise sichtbar beim Aufstehen aus der Hocke, beim Treppensteigen oder beim Kämmen der Haare.
Differentialdiagnostik: Häufige Ursachen sind entzündliche Myopathien (z. B. Polymyositis), endokrine Störungen (z. B. Cushing-Syndrom) sowie medikamenteninduzierte Myopathien (z. B. Statinassoziation). Langfristige Glukokortikoidtherapie kann ebenfalls zu einer proximale Schwäche führen. Hypothyreose kann in manchen Fällen ebenfalls mit Muskelschwäche einhergehen.
Inappetenz
Inappetenz
Definition: Verminderter oder fehlender Appetit mit reduziertem Nahrungsaufnahmeverlangen.
Obstipation
Obstipation
Kurzbeschreibung: Anhaltende Verstopfung mit erschwertem oder seltenem Stuhlgang.
Nasenpolypen
Kurzbeschreibung
Gutartige Schleimhautwucherungen innerhalb der Nasen- und Nebenhöhlenschleimhaut, die das Nasenlumen verengen können.
Ursachen
Meist stehen chronische Entzündungsprozesse oder allergische Reaktionen am Anfang der Polypenbildung.
Klinik
Typische Beschwerden sind Behinderung der Nasenatmung, reduzierte Geruchswahrnehmung und ggf. ein Gefühl der verstopften Nase; sehr ausgedehnte Polypen können die Nasenpassage so weit einengen, dass sie Schlafstörungen oder eine Verschlechterung bereits bestehender atembezogener Schlafprobleme begünstigen.
Therapie
Zur Erstbehandlung werden häufig topische intranasale Kortikosteroide eingesetzt, die das Volumen polypöser Veränderungen vermindern können. Bei unzureichendem Ansprechen oder stark ausgeprägter Erkrankung wird endoskopisch-chirurgisch interveniert. Eine individuelle Entscheidung zwischen konservativer Therapie und Operation erfolgt durch HNO-Fachärztinnen und -ärzte.
negative Gedanken und Eindrücke, Selbstverletzung
Kernzeichen und Bedeutung
Anhaltende negative Gedankenmuster, Gefühle von Hoffnungslosigkeit sowie selbstverletzendes Verhalten oder Suizidgedanken sind mögliche Kernsymptome einer depressiven Erkrankung.
Blässe, Schwindel
Symptombeschreibung
Blässe der Haut oder Schleimhäute und Schwindel sind unspezifische klinische Zeichen.
Mögliche Zusammenhänge
Diese Symptome können bei vermindertem Hämoglobin auftreten (Anämie), aber auch durch Kreislaufstörungen, Flüssigkeitsmangel oder kardiovaskuläre und neurologische Ursachen bedingt sein; im klinischen Kontext sind Begleitsymptome und Vitalzeichen für die Einordnung wichtig.
Myxödem
Definition und Ursache
Myxödem bezeichnet die nicht eindrückbare Gewebsschwellung, die durch Einlagerung von Glykosaminoglykanen im Interstitium entsteht und typischerweise mit eindeutigem Hormonmangel bei einer ausgeprägten Hypothyreose assoziiert ist.
Klinische Merkmale
Charakteristisch sind teigige, meist nicht eindrückbare Schwellungen, häufig im Gesicht und periorbital. Das Myxödem ist ein Hinweis auf eine lang bestehende oder schwere Funktionsminderung der Schilddrüse.
Tachykardie
Tachykardie — beschleunigte Herzfrequenz
Tachykardie bezeichnet eine Erhöhung der Herzfrequenz über den altersüblichen Bereich, wahrnehmbar als Herzrasen oder vermehrte Herzschläge. Sie kann verschiedene Ursachen haben, etwa kardiale, metabolische oder medikamentöse Faktoren, und geht gegebenenfalls mit Symptomen wie Palpitationen, Schwindel oder Belastungsintoleranz einher. Im vorliegenden Befund wurde das Vorliegen einer Tachykardie verneint.
Dyspnoe
Dyspnoe — Atemnot
Dyspnoe beschreibt das subjektive Empfinden von erschwerter Atmung oder Luftnot. Ursachen sind vielfältig und reichen von pulmonalen und kardialen Erkrankungen bis zu neuromuskulären oder psychogenen Auslösern. In der dokumentierten Anamnese wurde Dyspnoe explizit verneint.
Dysphagie
Dysphagie — Schluckstörung
Dysphagie bezeichnet Schwierigkeiten beim Schlucken, die entweder in der oropharyngealen Phase (z. B. Schluckenvon Speichel oder Nahrung) oder bei der Passage durch den Ösophagus auftreten können. Mechanische Kompression, neuromuskuläre Störungen oder Entzündungen sind mögliche Ursachen. Im vorliegenden Befund wurde Dysphagie verneint.
Odynophagie
Odynophagie — schmerzhaftes Schlucken
Odynophagie beschreibt das Auftreten von Schmerzen während des Schluckvorgangs und weist häufig auf entzündliche, infektiöse oder ulzerative Veränderungen im Rachen- oder Ösophagusbereich hin. Schmerzen können isoliert oder zusammen mit Dysphagie auftreten. In diesem Fall wurde Odynophagie in der Anamnese verneint.
Struma
Struma (Kropf)
Definition: Eine Struma ist eine krankhafte Vergrößerung der Schilddrüse, die als Schwellung im vorderen Halsbereich sichtbar oder tastbar sein kann.
Ursachen und Bedeutung: Vergrößerungen entstehen z. B. bei endemischem Jodmangel, autoimmunen Schilddrüsenerkrankungen, knotigen Umwandlungen oder entzündlichen Prozessen. Klinisch kann eine Struma mit normaler, verminderter oder gesteigerter Hormonproduktion einhergehen.
Klinische Hinweise: Eine Struma zeigt sich durch einen auffälligen Befund bei Inspektion/Palpation des Halses; größere Strumen können Schluck- oder Atembeschwerden sowie Stimmveränderungen verursachen und erfordern weitere Abklärung (Labor, Bildgebung, ggf. Szintigraphie oder Sonographie).
spannungsartigen
Spannungsartige Kopfschmerzen
Definition: Spannungsartige Kopfschmerzen sind eine primäre Kopfschmerzform, die typischerweise beidseitig auftritt und sich durch einen drückenden oder ziehenden Schmerz äußert.
Ekzem
Seborrhoisches Ekzem
Klinische Beschreibung: Das seborrhoische Ekzem ist eine chronisch-rezidivierende, entzündliche Hauterkrankung, die vor allem an talgdrüsenreichen Arealen wie der Kopfhaut, Stirn, Nasolabialfalte, Ohren und im Brustbereich auftritt.
Erscheinungsbild und Auslöser: Typisch sind fettige Schuppen, rötliche Hautstellen und Juckreiz. Die Erkrankung wird durch eine Kombination aus erhöhter Talgproduktion, einer vermehrten Besiedelung mit Hefepilzen der Gattung Malassezia und individuellen Faktoren begünstigt; psychische Belastung oder Stress können Schübe auslösen oder verstärken.
Blepharoplastik
Blepharoplastik
Ziel und Indikation: Eine Blepharoplastik ist ein operativer Eingriff an den Augenlidern, der zur Entfernung überschüssiger Haut- und Fettanteile sowie zur Straffung des Weichteilgewebes eingesetzt wird. Sie wird sowohl aus kosmetischen Gründen als auch zur Beseitigung funktioneller Beeinträchtigungen (z. B. eingeschränkter Blickfeld) durchgeführt.
Verfahren und Ergebnis: Je nach Befund werden Ober- und/oder Unterlider behandelt; überschüssige Haut und vorgefallenes Fett werden reduziert oder repositioniert, um Kontur und Funktion zu verbessern. In dem vorliegenden Kontext wurde bilateral eine kosmetische Lidkorrektur zur Entfernung von Tränensäcken vor drei Jahren durchgeführt; das kosmetische Ergebnis wird als zufriedenstellend angegeben.
Zervikalgie
Zervikalgie (Nackenschmerz)
Definition:
Schmerz im Bereich der Halswirbelsäule, häufig als lokaler oder ausstrahlender Nacken- und Schulterbereichsbeschwerde beschrieben.
Ursachen und Verlauf:
Kann nach akuten Traumata wie einer Halswirbelfraktur oder durch degenerative Veränderungen entstehen. In diesem Fall besteht eine lang andauernde (chronische) Symptomatik seit einem Frakturereignis.
Klinische Merkmale:
Typischerweise bestehen Schmerzen, Bewegungseinschränkungen und muskuläre Verspannungen; bei Beteiligung von Nervenwurzeln können Sensibilitätsstörungen oder Ausstrahlungsschmerzen auftreten.
Management:
Die Behandlung richtet sich nach Ursache und Schweregrad und umfasst konservative Maßnahmen wie physiotherapeutische Übungen, schmerzlindernde und entzündungshemmende Ansätze sowie interdisziplinäre Schmerztherapie bei chronischen Verläufen. Operative Maßnahmen können bei struktureller Instabilität oder neurologischer Beeinträchtigung notwendig sein.
Aspirin
Acetylsalicylsäure (Aspirin)
Wirkstoffgruppe:
Salicylat aus der Gruppe der nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAID/NSAR).
Wirkungsmechanismus:
Wirkung beruht auf der Hemmung der Cyclooxygenase-Enzyme; die Hemmung der Thrombozytenfunktion erfolgt durch eine irreversible Modifikation des Enzyms in den Blutplättchen.
Anwendungsgebiete:
Verwendet zur vorübergehenden Linderung von Schmerzen, zur Fiebersenkung und zur Beeinflussung entzündlicher Prozesse; in niedrigen Dosierungen wird es zur Beeinflussung der Blutplättchenaggregation eingesetzt.
Wichtige Risiken und Nebenwirkungen:
Kann Magen-Darm-Beschwerden und Blutungsneigungen verstärken; bei Empfindlichkeit bronchiale Reaktionen möglich. Weitere Risiken umfassen Nierenbelastung und spezielle Risiken bei Kindern (z. B. Risiko für das Reye-Syndrom).
Hinweis:
Die ursprüngliche Notiz enthielt eine konkret angegebene Höchstdosis; solche Dosierungsangaben wurden hier nicht übernommen.
Lactulose
Lactulose
Wirkstoffklasse und Wirkungsweise:
Lactulose ist ein nicht resorbierbarer Zucker mit osmotischer Wirkung im Darm. Durch bakterielle Fermentation entstehen osmotisch wirksame Abbauprodukte, die den Stuhl weich machen und den Darmtransport fördern.
Anwendungsbereiche:
Eingesetzt zur Behandlung von chronischer Verstopfung; darüber hinaus wird der Wirkstoff in speziellen klinischen Situationen zur Beeinflussung intestinaleer Prozesse genutzt.
Nebenwirkungen:
Häufig treten Blähungen, Bauchkrämpfe und Durchfälle auf; bei zu hoher Wirkstoffwirkung kann es zu Elektrolytverschiebungen kommen. Bei Auftreten belastender Beschwerden sollte die Anwendung ärztlich geprüft werden.
Ibuprofen
Ibuprofen
Wirkstoffgruppe:
Nichtsteroidales Antirheumatikum (NSAID).
Wirkungsmechanismus:
Wirkt durch reversible Hemmung der Cyclooxygenase-Enzyme, wodurch die Bildung proinflammatorischer Mediatoren reduziert wird.
Anwendungsgebiete:
Eingesetzt zur Linderung von Schmerzen und zur Reduktion von Entzündungszeichen sowie bei fieberhaften Zuständen. Die maximale tägliche Dosis von Ibuprofen für Erwachsene beträgt normalerweise 2400 mg, aufgeteilt in 3 Dosen.
Wichtige Risiken und Nebenwirkungen:
Zu den relevanten Risiken zählen Magen-Darm-Beschwerden bis hin zu Blutungsneigungen und Magenschleimhautschäden, mögliche Beeinträchtigungen der Nierenfunktion sowie ein erhöhtes kardiovaskuläres Risiko bei langfristiger Anwendung. Allergische Reaktionen sind möglich.
Ketoconazol
Wirkstoffgruppe
Ketoconazol gehört zur Gruppe der azolischen Antimykotika.
Anwendung
Topische Darreichungsformen wie Shampoos und Cremes werden häufig bei oberflächlichen Pilz- oder Hefepopulationen der Haut eingesetzt, zum Beispiel bei schuppenden Kopfhautveränderungen.
Wichtige Hinweise
Eine systemische orale Anwendung von Ketoconazol ist aufgrund von schweren Lebertoxizitäten und ausgeprägten Wechselwirkungen in vielen Fällen stark eingeschränkt. Bei topischer Anwendung sind lokale Reaktionen möglich; bei Unsicherheit zur Anwendung oder bei Zeichen einer systemischen Infektion sollte ärztlicher Rat eingeholt werden.
Urtikaria
Definition
Urtikaria (Nesselsucht) ist ein klinisches Syndrom aus flüchtigen, juckenden Quaddeln und gelegentlich begleitender Angioödembildung.
Klinisches Bild
Typisch sind plötzlich auftretende, gut abgrenzbare, ödematöse Hautveränderungen, die innerhalb von Stunden wieder verschwinden oder sich an anderer Stelle neu bilden. Häufig besteht starker Juckreiz.
Auslöser und Verlauf
Urtikaria kann durch Allergene, physikalische Reize oder Arzneimittel ausgelöst werden; bei manchen Patientinnen und Patienten sind nicht-allergische Mechanismen beteiligt. Man unterscheidet akute Formen von chronischer Urtikaria, wenn die Beschwerden über Wochen bis Monate persistieren.
Packungsjahre
Begriff und Berechnung
Packungsjahre sind eine einfache Maßeinheit für die kumulative Tabakexposition. Die Berechnung erfolgt mit der Formel: (Anzahl der gerauchten Zigaretten pro Tag ÷ 20) × Anzahl der Rauchjahre.
Dekubitalulzera
Dekubitalulzera
Definition
Dekubitalulzera sind lokale Schädigungen der Haut und des darunterliegenden Gewebes, die durch anhaltende Scher- und Druckkräfte entstehen und typischerweise über knöchernen Vorsprüngen auftreten.
Ursachen und Risikofaktoren
Langanhaltende Immobilität, eingeschränkte Sensibilität, Unterernährung und Feuchtigkeit begünstigen die Entstehung. Besonders gefährdet sind bettlägerige oder stark immobilisierte Personen.
Klinische Aspekte
Das Spektrum reicht von oberflächlichen Rötungen bis zu tiefen Gewebeverlusten mit Beteiligung von Muskeln und Knochen. Infektionen und verzögerte Wundheilung sind häufige Komplikationen.
Prävention und Basismanagement
Wichtig sind regelmäßige Lagewechsel, druckverteilende Hilfsmittel, Hautpflege und Ernährungsoptimierung; bestehende Läsionen werden lokal behandelt und bei Infektionsverdacht fachärztlich versorgt.
Morbus Addison
Morbus Addison (primäre Nebennierenrindeninsuffizienz)
Definition
Morbus Addison bezeichnet eine unzureichende Funktion der Nebennierenrinde mit fehlender Produktion lebenswichtiger Steroidhormone.
Ursachen
Häufige Ursachen sind autoimmune Zerstörung der Nebennierenrinde; weitere mögliche Auslöser sind infektiöse Prozesse, Infiltrationen oder seltene genetische Erkrankungen.
Klinische Zeichen
Typische Beschwerden umfassen anhaltende Erschöpfung, Muskelschwäche, Gewichtsverlust, niedrigen Blutdruck und vermehrtes Verlangen nach salzhaltiger Kost; bei manchen Patienten treten außerdem Veränderungen der Hautpigmentierung auf.
Therapieprinzip
Die Erkrankung wird durch lebenslangen Hormonersatz mit geeigneten Glukokortikoiden und gegebenenfalls Mineralkortikoiden behandelt, begleitet von Patientenschulung und Notfallplänen.
Asystolie
Asystolie
Definition
Asystolie ist das vollständige Ausbleiben sichtbarer elektrischer Herzaktivität; im EKG zeigt sich eine praktisch flache Linie ohne erkennbare Erregungswellen.
Klinische Bedeutung
Sie stellt eine Form des Herz-Kreislauf-Stillstands dar und geht mit fehlendem Puls und fehlender Kreislaufwirkung einher; sie erfordert umgehende Notfallmaßnahmen.
Diagnostik
Die Diagnose stützt sich auf das EKG-Bild zusammen mit der klinischen Untersuchung (keine Atem- und Kreislaufzeichen).
primär
TSH (erhöht) + T4 (gesenkt)
Hashimoto-Thyreoiditis
Definition und Pathophysiologie:
Bei der Hashimoto-Thyreoiditis handelt es sich um eine chronische Autoimmunerkrankung der Schilddrüse, bei der autoantikörpervermittelte Entzündungsprozesse das Parenchym zerstören und die Hormonproduktion beeinträchtigen. Häufig finden sich Antikörper gegen Thyreoperoxidase und Thyreoglobulin.
Klinische Merkmale:
Der Verlauf kann schleichend sein; häufige Folgen sind Zeichen der Hypothyreose wie Müdigkeit, Kälteintoleranz, Gewichtszunahme und Obstipation. Die Größe der Schilddrüse kann variieren (normale Größe bis Struma).
Diagnose und Therapie:
Die Diagnose stützt sich auf Klinik, Autoantikörper und labordiagnostische Befunde der Schilddrüsenfunktion. Viele Betroffene entwickeln eine manifeste Hypothyreose und benötigen eine dauerhaft angelegte Hormonersatztherapie mit Schilddrüsenhormon; der Behandlungsbedarf richtet sich nach dem Funktionsstatus und dem Verlauf.
Jodmangel
Bedeutung für die Schilddrüse:
Ein zu geringer Jodstatus reduziert die Synthese der Schilddrüsenhormone und führt häufig zu einer kompensatorischen Vergrößerung der Schilddrüse (Kropfbildung). Anhaltender Jodmangel kann zu einer Hypothyreose und weiteren endemischen Schilddrüsenerkrankungen beitragen.
Besondere Risikogruppen und Prävention:
Schwangere und Stillende haben einen erhöhten Jodbedarf, weshalb eine ausreichende Jodversorgung in diesen Phasen besonders wichtig ist. Zur Vorbeugung werden bevölkerungsweite Maßnahmen wie jodiertes Speisesalz oder jodierte Lebensmittel eingesetzt; die konkreten Referenzwerte für die tägliche Zufuhr richten sich nach nationalen bzw. internationalen Empfehlungen.
subakuter Thyreoiditis
Ursache und Pathogenese:
Die subakute (de Quervain-)Thyreoiditis ist meist nach einer viralen Infektion anzutreffen und beruht auf einer schmerzhaften, entzündlichen Reaktion des Schilddrüsengewebes.
Klinische Präsentation und Verlauf:
Typisch sind ein druckschmerzhafter oder schmerzhafter Kropf, Fieber und allgemeine Infektzeichen. Häufig kommt es initial zu einer freisetzungsbedingten Hyperthyreose, die sich im Verlauf in eine vorübergehende Hypothyreose wandeln kann, bevor sich die Funktion meist wieder normalisiert.
Therapie und Prognose:
Die Behandlung ist primär symptomorientiert; der Verlauf ist in vielen Fällen selbstlimitierend, kann aber bei ausgeprägter Symptomatik eine spezifische antiinflammatorische Therapie erforderlich machen.
Lithium-Einnahme
Indikation und Wirkungsprofil:
Lithium wird vorrangig als Stimmungsstabilisator zur Behandlung und Rückfallprophylaxe bei bipolaren affektiven Störungen eingesetzt; es beeinflusst mehrere neurochemische Signalwege.
Relevante Nebenwirkungen im Zusammenhang mit der Schilddrüse:
Ein bekanntes unerwünschtes Wirkungsbild von Lithium ist die Beeinträchtigung der Schilddrüsenfunktion, die sich als Hypothyreose oder Struma äußern kann. Daher hat Lithium eine klinische Relevanz als ursächlicher Faktor für eine medikamenteninduzierte Hypothyreose.
Weitere Hinweise:
Lithium kann nebenwirkungen an anderen Organen verursachen; bei Langzeiteinnahme sind verschiedene Kontrollen empfohlen (z. B. Nieren- und Schilddrüsenfunktion).
sekundär
sekundär
Kurzbeschreibung:
Der Begriff bezieht sich hier auf eine zentrale (sekundäre/tert iäre) Ursache einer Schilddrüsenunterfunktion, bei der das Problem in der Hypophyse oder im Hypothalamus liegt.
Laborcharakteristik:
Typischerweise finden sich erniedrigte Schilddrüsenhormonspiegel (z. B. freies T4) bei gleichzeitig niedrigem oder inadäquat normalem TSH, da die Steuerung durch die Hypophyse fehlt.
Klinische Hinweise:
Zentrale Ursachen können sich aus Hypophysenerkrankungen, -operationen, Blutungsereignissen oder infiltrativen Prozessen ergeben und erfordern weiterführende endokrinologische Abklärung der Hypophysenfunktion.
Hypophyse
Hypophyse
Funktion:
Die Hypophyse (Hirnanhangsdrüse) ist eine zentrale endokrine Drüse, die mehrere Hormonsysteme des Körpers steuert und Signale vom Hypothalamus umsetzt.
Sheehan-Syndrom:
Beim Sheehan-Syndrom kommt es nach schweren geburtshilflichen Blutverlusten zu einer Minderdurchblutung der Hypophyse mit nachfolgender Schädigung und verminderter Hormonproduktion. Dies kann zu einer partiellen oder vollständigen Hypophyseninsuffizienz führen und verschiedene endokrine Ausfälle nach sich ziehen.
Eisenpanel
Eisenpanel
Zweck:
Ein Eisenpanel dient der Beurteilung des Eisenstoffwechsels und der Abklärung von Eisenmangel oder eisenbedingten Anämien.
Typische Bestandteile:
Zu einem solchen Panel gehören üblicherweise Hämoglobin (aus dem Blutbild), Ferritin zur Einschätzung der Eisenspeicher, Serum- oder Plasmaal-Eisen, Transferrin bzw. TIBC und die Transferrinsättigung, die zusammen Aufschluss über Transport und Speicherung von Eisen geben.
Herzfrequenz
Herzfrequenz
Definition und Normbereich:
Die Herzfrequenz gibt die Zahl der Herzschläge pro Minute an. Beim erwachsenen Ruhenden liegt der typische Referenzbereich bei etwa 60 bis 100 Schlägen pro Minute.
Bedeutung in der Untersuchung:
Die Herzfrequenz ist ein wichtiger Vitalparameter und Abweichungen vom Normbereich können auf kardiale, metabolische oder medikamentenbedingte Störungen hinweisen.
Blutdruck
Blutdruckmessung
Gerätekomponenten: Ein handelsübliches Blutdruckmessgerät umfasst eine aufblasbare Manschette, eine Handpumpe zum Aufblasen und ein Druckmessgerät (Manometer). Zur auskultatorischen Messung wird zusätzlich ein Stethoskop verwendet.
Physiologisches Verständnis: Der arterielle Blutdruck beschreibt den Druck in den Gefäßen während der Herzaktion und während der Erschlaffung. Die höhere Zahl entspricht dem Druck bei der Kontraktion (systolischer Wert), die niedrigere dem Druck in der Erschlaffungsphase (diastolischer Wert).
Klinische Einordnung: Eine isolierte Erhöhung des diastolischen Drucks wird als diastolische Hypertonie bezeichnet und bedeutet, dass vor allem der Druck in der Erschlaffungsphase erhöht ist, während der systolische Wert vergleichsweise normal bleiben kann.
Atemfrequenz
Atemfrequenz
Definition: Die Atemfrequenz gibt an, wie viele Atemzüge eine Person pro Minute ausführt und zählt zu den Vitalparametern.
Ruhbereich beim Erwachsenen: Im Wachzustand liegt die normale Atemfrequenz beim Erwachsenen typischerweise bei etwa 12 bis 20 Atemzügen pro Minute. Abweichungen nach oben (Tachypnoe) oder nach unten (Bradypnoe) können auf zugrundeliegende Störungen hinweisen.
Sauerstoffsättigung
Sauerstoffsättigung (SpO2)
Begriff und Messung: Die Sauerstoffsättigung beschreibt den Anteil des oxygenierten Hämoglobins am Gesamt-Hämoglobin des arteriellen Blutes. Sie wird oft nichtinvasiv mittels Pulsoxymeter gemessen, das am Finger, Ohrläppchen oder Zeh befestigt wird.
Klinische Bedeutung: Die Messung liefert einen schnellen Überblick über die oxygenierende Funktion des Blutkreislaufs und gehört zu den routinemäßig erhobenen Vitalparametern.
Körpertemperatur
Körpertemperatur
Messstellen und Vergleich: Die Körpertemperatur kann an unterschiedlichen Stellen ermittelt werden.
Axillär: +0,5 °C dazurechnen,
Oral: also +0,3–0,5 °C dazurechnen
Rektal: gilt als Referenzwert
Blutbild
Kleines Blutbild — Zweck und Inhalte
Das kleine Blutbild ist eine grundlegende laborchemische Untersuchung zur Abklärung einer Anämie. Es erfasst Parameter wie Hämoglobin, Erythrozytenzahl, Hämatokrit sowie Indizes zur Erythrozytencharakterisierung (z. B. MCV, MCH, MCHC). Zusätzlich werden Leukozyten- und Thrombozytenzahlen bestimmt. Die Ergebnisse liefern Hinweise auf das Vorliegen und die vermutlich zugrundeliegende Typisierung einer Anämie (z. B. mikrozytär, makrozytär, normozytär) und geben Anlass zur gezielten weiteren Diagnostik.
CRP
C-reaktives Protein (CRP) — Bedeutung und Einsatz
CRP ist ein Akutphasenprotein, das in der Leber gebildet wird und bei Entzündungen, Infektionen oder Gewebeschäden rasch ansteigt. Es ist ein empfindlicher, aber unspezifischer Marker für entzündliche Prozesse und eignet sich zur Verlaufskontrolle und Abschätzung der Aktivität einer Entzündung.
Im Kontext einer Schilddrüsenentzündung kann CRP bei schmerzhafter subakuter (de-Quervain-) Thyreoiditis erhöht sein. Ein normaler CRP-Wert schließt jedoch eine autoimmune oder chronische Thyreoiditis nicht aus; daher ist die Antikörperbestimmung sowie die Schilddrüsenfunktionsdiagnostik für die Abklärung entscheidend.
BSG
Blutsenkungsgeschwindigkeit (BSG/ESR) — Aussage und Einschränkungen
Die BSG gibt an, wie schnell rote Blutkörperchen in ungerinnbar gemachtem Blut innerhalb einer Stunde absinken und dient als unspezifischer Entzündungsmarker. Sie kann bei entzündlichen Prozessen erhöht sein, ist jedoch wenig spezifisch und wird von Faktoren wie Anämie, Alter und Schwangerschaft beeinflusst.
Bei Verdacht auf eine Schilddrüsenentzündung kann die BSG insbesondere bei subakuter Thyreoiditis erhöht sein. Eine normale BSG schließt eine Thyreoiditis nicht aus; daher sollte sie stets zusammen mit CRP, klinischem Befund und spezifischen Schilddrüsenuntersuchungen betrachtet werden.
TSH
TSH (Thyreoidea-stimulierendes Hormon) — Funktion und diagnostische Bedeutung
TSH wird in der Vorderlappenhypophyse produziert und reguliert die Synthese und Freisetzung der Schilddrüsenhormone (T3, T4). Die Hypothalamus–Hypophysen–Schilddrüsen-Achse steuert die Hormonausschüttung über Rückkopplungsmechanismen: erhöhte freie Schilddrüsenhormonspiegel hemmen die TSH-Sekretion und umgekehrt.
Normalbereich
TSH: 5 and 10 mU/L
freies T4
freies T4
Definition: Freies T4 ist die ungebundene, biologisch aktive Form des Schilddrüsenhormons Thyroxin im Blut.
freies T4: 0.8 to 1.9 ng/dL
Schilddrüsenantikörper
Schilddrüsenantikörper
Definition: Schilddrüsenantikörper sind von Immunzellen produzierte Antikörper, die sich gegen Strukturen der Schilddrüse oder gegen schilddrüsenbezogene Proteine richten.
Wichtige Typen: Zu den klinisch relevanten Antikörpern zählen Thyreoperoxidase-Antikörper (TPO-Antikörper), Thyreoglobulin-Antikörper (TG-Antikörper) und TSH-Rezeptor-Antikörper; sie unterscheiden sich im Zielantigen und in ihrer diagnostischen Aussagekraft.
Klinische Relevanz: Der Nachweis von Schilddrüsenantikörpern unterstützt die Diagnose autoimmuner Schilddrüsenerkrankungen (z. B. Hashimoto-Thyreoiditis, Basedow-Erkrankung) und kann für Prognose und Therapieentscheidungen relevant sein.
Hinweise zur Befundinterpretation: Antikörperbefunde sind im Kontext von Laborwerten und klinischem Bild zu beurteilen; positive Antikörper können gelegentlich auch bei beschwerdefreien Personen auftreten und Labormethoden sowie Grenzwerte variieren.
Patient/ inAnrede: Herr/Frau Oberarzt/Oberärztin ……….., Hiermit möchte ich Ihnen den Patienten Dieter Nuhr vorstellen. |
Datum25/06/2025 |
| Alter 47 Jahre | Gewicht 87 kg | Größe 181 cm |
Allergien (Stichwörter)
Pferdehaare → Husten, Urtikaria
Diclofenac → Urtikaria
Genussmittel / Drogen (Stichwörter)
Nichtraucher seit 5 Jahren, vormals 20 Packungsjahre, Vareniclin-Therapie ein Jahr, Verbesserung der Heiserkeit
1 Glas Bier/Woche
1–2× Zauberpilze
Sozialanamnese (Stichwörter)
Steuerberater im Bayerischen Finanzministerium
verheiratet (zweite Ehe)
lebt mit Familie in Wohnung
9-jähriger Sohn, schwerbehindert mit Tracheostoma, Ursache: vermutete perinatale Hypoxie, häufig: Pneumonien und Dekubitalulzera
Familienanamnese (Stichwörter)
Vater (68): Morbus Addison seit 5 Jahren, Hydrocortison
Mutter (55): plötzlicher Herztod (Asystolie), Vitiligo
Medikamente (Stichwörter)
Aspirin 500 mg (bei Bedarf)
Lactulose Sirup (bei Bedarf)
Ibuprofen 400 mg (bei Bedarf)
Fexofenadin 120 mg (bei Bedarf)
Ketoconazol
Nasonex® Spray
Anamnese (Vollsätze)
Der Patient stellte sich mit seit drei Monaten bestehender Fatigue und Antriebsschwäche vor. Der Verlauf ist seiner Aussage nach langsam fortschreitend gewesen und insbesondere in den letzten vier Wochen zunehmend.
Als begleitende Symptome hat er Kälteintoleranz, depressive Verstimmung, Alopezie, Onychorrhexis, Konzentrationsstörungen, eine verlangsamte Sprechweise, proximale Muskelschwäche sowie eine Gewichtszunahme von 4 kg trotz Inappetenz innerhalb der letzten drei Wochen angegeben.
Zudem gab er an, unter einer langanhaltenden Obstipation zu leiden, die sich nicht nur in letzter Zeit verschlechtert habe, sondern auch nicht mehr auf die Gabe von Lactulose anspreche.
Er berichtete, vor sechs Monaten wegen eines durch den HNO diagnostizierten Schlafapnoesyndroms infolge eines Nasenpolypen unter Fatigue gelitten zu haben. Unter Mometason-Spray habe sich eine Besserung von ca. 30–40 % gezeigt; eine Operation habe er abgelehnt.
Folgende Beschwerden hat er verneint: negative Gedanken, Suizidgedanken, Blässe, Schwindel, Hinweise auf ein Myxödem, bekannte Herz-Kreislauf-Erkrankungen/ psychische Probleme.
Die vegetative Anamnese ist unauffällig, abgesehen von einer Obstipation.
Vorerkrankungen:
Spannungskopfschmerz (1×/Monat, seit 3 Jahren)
Kopfekzem (stressabhängig)
SAS (nasal bedingt, 30–40 % gebessert).
Voroperation:
Blepharoplastik vor 3 Jahren (kosmetisch)
HWS-Fraktur C3 nach Kletterunfall, seitdem chronische Zervikalgie (10 Jahre).
Verdachtsdiagnose – Differentialdiagnose (Vollsätze)
Meiner Ansicht nach deuten die anamnestischen Angaben – insbesondere Gewichtszunahme trotz Inappetenz, Kälteintoleranz und therapieresistente Obstipation – am ehesten auf eine Hypothyreose hin.
Mögliche Ursachen: primäre Hypothyreose (Hashimoto, Jodmangel, Thyreoiditis, Strahlentherapie, Lithium), seltener sekundär (Hypophysen-/Hypothalamuserkrankung).
Eine Anämie müsse durch ein Blutbild und ggf. ein Eisenpanel ausgeschlossen werden.
Zunächst sollten organische Ursachen ausgeschlossen werden; die vorliegenden Symptome (Kälteintoleranz, Alopezie, Onychorrhexis, progrediente Obstipation) sprechen gegen eine depressive Genese.
Weiteres Vorgehen – Therapie (Vollsätze)
Empfohlen wird die labordiagnostische Abklärung der Schilddrüsenfunktion (TSH, fT4, TPO-AK, TG- AK. Bei gesicherter Hypothyreose Einleitung einer L-Thyroxin-Substitutionstherapie.
TSH-Kontrolle: nach 6 bis 8 Wochen
Unterschrift
Vorname Nachname
Mit freundlichen Grüßen
1. BMI
2. Hauptbeschwerde
1. Leichtes Übergewicht
2. Seit einigen Monaten progrediente Fatigue und Antriebsschwäche in Form von Schläfrigkeit und reduzierter Aktivität, Zunehmende Symptomatik in den letzten Wochen
3. Begleitsymptome
3. Kälteintoleranz, Depressive Verstimmung, Alopezie, Onychorrhexis, Konzentrationsschwierigkeiten, Verlangsamte Sprechweise/ Heiserkeit, Proximale Muskelschwäche, Gewichtszunahme trotz Inappetenz in den letzten Wochen, Obstipation
4. Wichtige Negationen
4. Fieber, Nachtschweiß, negative Gedanken und Eindrücke, Selbstverletzung, Blässe, Schwindel, Hinweis auf ein Myxödem (Periorbitalöde oder peripatellares), Tachykardie, Dyspnoe, Dysphagie, Struma sowie zervikale Lymphadenopathie.
5. ähnliche Beschwerden
5. Ähnliche Beschwerden früher:
Partielle Thyreoidektomie, Behandlung eigenmächtig aufgrund von Nebenwirkungen abgesetzt.
Morgendliche Fatigue; Ursache: Nasale Polypen → Schlafapnoe-Syndrom (SAS)
Depressive Symptomatik
6. Körperliche Untersuchung
6. Vitalparameter
Trockene, teigige Haut, Dünne, brüchige Haare, Alopezie, Myxödem, Periorbitalödeme, Raue, verlangsamte Stimme
7. Palpation Schilddrüse
7. Palpation Schilddrüse:
Patient sitzt, Kopf leicht zurückneigen, Inspektion des Halses, Untersucher steht hinter dem Patienten, Hände seitlich an den Hals legen, Daumen am Nacken,Palpation ab Isthmus → lateral tasten, Patient währenddessen zum Schlucken auffordern
8. Differentialdiagnosen
8. Hypothyreose
Primäre Ursachen: Hashimoto-Thyreoiditis, Jodmangel, Subakute Thyreoiditis, Strahlentherapie Hals, Lithium-Einnahme
Sekundäre Ursachen: Hypophysen-Erkrankung, Hypothalamus-Erkrankung
Anämie (Blutbild), Depression (Ausschluss organischer Ursachen), Herzinsuffizienz (Alter, Risikofaktoren, Dyspnoe)
9. Labor
9. TSH > 4,5 & fT4 < 0,8 → Primäre Hypothyreose
TSH > 4,5 & 0,8 < fT4 < 1,8 → Subklinische Hypothyreose
TSH < 0,5 & fT4 < 0,8 → Sekundäre Hypothyreose
(TSH-Einheit: µIU/mL | fT4-Einheit: ng/dL)
TSH sowie freies T4 sowie Schilddrüsenantikörper – Thyreoperoxidase-Antikörper (TPO-Antikörper) und Thyreoglobulin-Antikörper (TG-Antikörper)
14. Therapie
14. Standarddosierung: 1,5 µg/kg KG/Tag (Levothyroxin)
Bei älteren Patienten und kardial Vorerkrankten: Reduktion um ca. 50 %
Laborkontrolle: nach 6–8 Wochen nach Beginn der Therapie (TSH, fT4)
15. Feinnadelbiopsie
16. Szintigraphie
15. Wenn in der Sonographie soliden Knoten mit malignen Echostrukturen (z. B. Mikroverkalkungen, unscharfe Ränder, hypoechogene Bereiche) identifiziert werden oder ein Knoten in der Größe zunimmt.
16. Verdacht auf autonomes Adenom, multifokale Autonomie oder zur Abklärung des funktionellen Status von Schilddrüsenknoten
Stellen Sie sich nun vor: Wie würden Sie typischerweise über eine Hypothyreose berichten?
I
Der Patient stellte sich mit seit drei Monaten bestehender Fatigue und Antriebsschwäche vor. Der Verlauf sei seiner Aussage nach langsam fortschreitend gewesen und insbesondere in den letzten vier Wochen zunehmend.
Stellen Sie sich nun vor: Wie würden Sie typischerweise über eine Hypothyreose berichten?
II
Als begleitende Symptome hat er Kälteintoleranz, depressive Verstimmung, Alopezie, Onychorrhexis, Konzentrationsstörungen, eine verlangsamte Sprechweise sowie eine Gewichtszunahme von 4 kg trotz Inappetenz innerhalb der letzten drei Wochen angegeben. Zudem leidet er unter einer anhaltenden Obstipation, die sich verschlechtert habe und nicht mehr auf Lactulose anspreche.
Allgemeinbegriff:
1. Erschöpfung
2. Energielosigkeit
3. Atemaussetzer
4. Schleimhautwucherung
5. Kälteempfindlichkeit
6. Haarausfall
7. Nagelbrüchigkeit
Fachbegriff:
1. Fatigue
2. Antriebsschwäche
3. Schlafapnoesyndrom (SAS)
4. Nasenpolyp
5. Kälteintoleranz
6. Alopezie
7. Onychorrhexis
Allgemeinbegriff:
8. Unaufmerksamkeit
9. Appetitlosigkeit
10. Verstopfung
11. Abführmittel
12. Gewebsschwellung
13. Augenschwellung
14. Knieschwellung
Fachbegriff:
8. Konzentrationsschwierigkeiten
9. Inappetenz
10. Obstipation
11. Lactulose
12. Myxödem
13. Periorbitalödem
14. Peripatellares Ödem
Allgemeinbegriff:
15. Herzrasen
16. Atemnot
17. Schluckstörung
18. Schluckschmerz
19. Kropf
20. Halslymphknotenschwellung
Fachbegriff:
15. Tachykardie
16. Dyspnoe
17. Dysphagie
18. Odynophagie
19. Struma
20. Zervikale Lymphadenopathie
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ARZT: Guten Tag,
Mein Name ist Doktor Weiß. Ich bin heute als Assistenzarzt auf der Station tätig. Ich würde gerne ein Anamnesegespräch mit Ihnen führen.
Falls Sie etwas nicht richtig verstanden haben oder Fragen haben, lassen Sie es mich bitte wissen. Zunächst benötige ich einige persönliche Informationen, danach können wir fortfahren.
Wie heißen Sie?
PATIENT: Mein Name ist Dieter Nuhr.
ARZT: Könnten Sie bitte Ihren Vornamen und Nachnamen langsam buchstabieren?
PATIENT: Natürlich, Dieter Nuhr
Mein Vorname: D, I, E, T, E, R
Und mein Nachname: N, U, H, R
ARZT: Zuallererst möchte ich gern in Erfahrung bringen, ob Sie die Schmerzen beziehungsweise Beschwerden als erträglich empfinden.
PATIENT: Ach, Herr Doktor, ich halte das schon seit drei Monaten aus – da machen die 20 Minuten jetzt auch keinen großen Unterschied.
ARZT: Wie alt sind Sie, Herr Nuhr?
PATIENT: Ich bin siebenundvierzig Jahre alt.
ARZT: Wann genau sind Sie geboren?
PATIENT: Ich habe heute Geburtstag.
ARZT: Ach, herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag! Heißt das, Sie sind am elften März neunzehnhundertachtundsiebzig geboren?
PATIENT: Stimmt.
ARZT: Wie groß sind Sie?
PATIENT: Ich bin eins einundachtzig Zentimeter.
ARZT: Wie viel wiegen Sie?
PATIENT: Ich wiege etwa siebenundachtzig Kilogramm.
ARZT: Wie heißt Ihr Hausarzt beziehungsweise Ihre Hausärztin?
PATIENT: Meine Hausärztin heißt Doktor Karla Scholz.
ARZT: Welche Beschwerden bestehen denn schon seit drei Monaten?
PATIENT: Ich habe überhaupt keine Lust, kann morgens kaum aufstehen und schlafe manchmal sogar auf dem Bürostuhl ein. Ein Kollege hat das bemerkt und war total genervt. Er meinte, ich soll mal zum Arzt gehen.
ARZT: Ich kann nachvollziehen, dass das belastend für Sie ist.
Begannen die Beschwerden plötzlich oder entwickelten sie sich langsam?
PATIENT: Sie kamen nicht über Nacht. Es war kein plötzlicher Beginn.
ARZT: Haben sich die Beschwerden im Zeitverlauf verbessert, verschlimmert oder sind sie unverändert geblieben?
PATIENT: Sie sind im Laufe der Zeit intensiver geworden, insbesondere in den letzten 4 Wochen.
ARZT: Hatten Sie solche Beschwerden schon einmal? Haben sie sich irgendwie verändert?
PATIENT: Vor etwa sechs Monaten war ich morgens manchmal ein bisschen erschöpft, aber nicht so stark und dauerhaft wie jetzt. Meine Familie hat mir außerdem erzählt, dass ich im Schlaf schnarche und sogar Atemaussetzer habe. Deshalb bin ich zu meiner Hausärztin gegangen, und sie hat mich dann zum HNO-Arzt überwiesen.
Nach der Untersuchung meinte er, meine Nase sei durch Polypen verstopft. Er hat mir eine Operation vorgeschlagen, aber davor hatte ich Angst – deswegen habe ich abgelehnt. Stattdessen habe ich ein Spray bekommen.
ARZT: Wie heißt denn das Spray, das Sie bekommen haben?
PATIENT: Ehrlich gesagt kann ich mich in letzter Zeit nicht so gut konzentrieren, und ich erinnere mich gerade nicht an den Namen. Aber die Kappe war blau-grün.
ARZT: Wie hat Ihnen das Spray geholfen?
PATIENT: Also, nach ungefähr drei Wochen ist es schon ein bisschen besser geworden – vielleicht so um 30 bis 40 %. Aber seit etwa drei Monaten habe ich dann wieder neue Probleme bekommen.
ARZT: Was meinen Sie genau mit Konzentrationsschwierigkeiten?
PATIENT: Ich merke, dass ich mich oft nicht richtig konzentrieren kann. Das führt dazu, dass ich beim Reden ständig den Faden verliere oder vergesse, was ich eigentlich sagen wollte.
ARZT: Haben Sie in letzter Zeit bemerkt, dass Ihre Haut oder Schleimhäute blasser sind als sonst?
PATIENT: Nein, ich habe in letzter Zeit keine Veränderungen bemerkt.
ARZT: Haben Sie Schwindel, Herzrasen, Herzklopfen oder unregelmäßige Herzschläge bemerkt?
PATIENT: Nein, das habe ich bisher nicht bemerkt.
ARZT: Haben Sie Atemnot, Husten oder Brustschmerzen?
PATIENT: Nee, alles klar – keinen Husten, keine Atemnot und keine Brustschmerzen.
ARZT: Sind bei Ihnen Herz-Kreislauf-Erkrankungen bekannt?
PATIENT: Es bestehen keine bekannten Herzerkrankungen.
ARZT: Grübeln Sie oft über negative Gedanken oder fühlen Sie sich wertlos?
PATIENT: Nee, aber ich fühle mich niedergeschlagen.
Seite 2 · 21–40 / 84
ARZT: Haben Sie schon einmal daran gedacht, sich etwas anzutun?
PATIENT: Ich habe nie daran gedacht, mir was anzutun.
ARZT: Hatten Sie schon mal psychische Probleme, zum Beispiel Angst oder Panik?
PATIENT: Nein, da hatte ich bisher keine Probleme.
ARZT: Haben Sie seit Beginn der Beschwerden ein neues Medikament eingenommen?
PATIENT: Nein, alles wie vorher.
ARZT: Frieren Sie häufiger als früher, auch wenn die Temperatur normal ist?
PATIENT: Ja, mir ist aufgefallen, dass ich häufiger friere. Deshalb trage ich selbst an warmen Tagen oft eine Jacke oder schließe das Fenster, auch wenn meine Kolleginnen und Kollegen das Wetter als angenehm empfinden.
ARZT: Ist Ihnen aufgefallen, dass Ihre Nägel brüchiger sind oder Ihre Haut trockener, brüchiger oder dünner geworden ist?
PATIENT: Ja, das ist mir aufgefallen. Meine Haut ist in letzter Zeit deutlich trockener geworden, besonders an den Händen. Und meine Fingernägel splittern schneller als früher.
ARZT: Haben Sie vermehrten Haarausfall?
PATIENT: Ja, ich habe tatsächlich gemerkt, dass mir mehr Haare ausfallen als früher. Morgens sehe ich oft viele Haare auf dem Kopfkissen oder in der Bürste.
ARZT: Wie sieht es mit Ihrem Appetit aus?
PATIENT: Ich esse schon, aber so ein richtiger Appetit ist nicht da. Hunger habe ich eigentlich kaum, selbst wenn ich stundenlang nichts esse.
ARZT: Hat sich Ihr Gewicht in letzter Zeit verändert?
PATIENT: Ja, ich habe in letzter Zeit ein paar Kilo zugenommen.
ARZT: Wie viel haben Sie zugenommen und in welchem Zeitraum?
PATIENT: In den letzten zwei Monaten habe ich etwa zwei Kilo zugenommen.
ARZT: Haben Sie Veränderungen im Stuhlgang bemerkt?
PATIENT: Seit Langem habe ich Probleme mit dem Stuhlgang. Ich sitze oft sehr lange auf der Toilette. Manchmal nehme ich dagegen Lactulose, aber in letzter Zeit ist es schlimmer geworden und das Medikament hilft nicht mehr so richtig.
ARZT: Wir kümmern uns sofort darum. Aber Sie können auch selbst etwas tun: Versuchen Sie, genügend Ballaststoffe – vor allem aus Gemüse – zu essen, ausreichend Wasser zu trinken und sich regelmäßig zu bewegen. Das hilft oft sehr gut gegen Verstopfung.
PATIENT: Vielen Dank für Ihre Hinweise. Aber was meinen Sie genau mit genügend bzw. ausreichend?
ARZT: Das heißt: ungefähr fünf Portionen Obst und Gemüse pro Tag, also z. B. ein Apfel, eine Banane, ein kleiner Salat und etwas Gemüse zum Mittag- oder Abendessen. Und beim Trinken so etwa 1,5 bis 2 Liter Wasser täglich.
Haben Sie Schwierigkeiten beim Aufstehen aus der Hocke?
PATIENT: Ja, in letzter Zeit schon. Mir fehlt oft die Energie, und beim Aufstehen aus der Hocke merke ich, dass es mir schwerfällt.
ARZT: Haben Sie eine sichtbare oder tastbare Schwellung oder Knoten am Hals bemerkt?
PATIENT: Nein, am Hals ist mir nichts Auffälliges wie ein Knoten oder eine Schwellung aufgefallen.
ARZT: Ist Ihnen aufgefallen, dass Ihr Hemdkragen enger sitzt?
PATIENT: Nein, das ist mir nicht aufgefallen.
ARZT: Haben Sie Halsschmerzen?
PATIENT: Nein, Halsschmerzen habe ich keine bemerkt.
ARZT: Haben Sie Schwierigkeiten beim Schlucken oder Atmen?
PATIENT: Nein, damit habe ich überhaupt keine Probleme. Schlucken und Atmen funktionieren ganz normal.
ARZT: Haben Sie eine heisere Stimme oder einen Kloß im Hals bemerkt?
PATIENT: Ja, genau. Meine Stimme ist rauer und heiser geworden. Außerdem habe ich gemerkt, dass ich mich langsamer bewege – also so eine Art Bewegungsverlangsamung.
ARZT: Haben Sie Schwellungen im Gesicht, besonders um die Augen oder an Beinen?
PATIENT: Nein, da ist mir nichts aufgefallen.
ARZT: Haben Sie bis jetzt einen Arzt aufgesucht?
PATIENT: Ich habe es nicht gemacht, weil mir einfach die Lust und Energie gefehlt hat.
ARZT: Kribbeln Ihre Finger manchmal? Oder werden sie taub – also ohne Gefühl? Zum Beispiel Daumen, Zeigefinger oder Mittelfinger?
PATIENT: Nein, solche Beschwerden habe ich nicht bemerkt.
ARZT: Haben Sie in letzter Zeit ausreichend Jod zu sich genommen?
PATIENT: Darüber habe ich keine Ahnung.
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ARZT: Verwenden Sie zu Hause jodiertes Speisesalz?
PATIENT: Ja, das stimmt.
ARZT: Wie sind Sie ins Krankenhaus gekommen?
PATIENT: Mein Bruder hat mich mit seinem Auto hierher gebracht.
ARZT: Haben Sie Fieber, Nachtschweiß, Schüttelfrost oder Schweißausbrüche?
PATIENT: Nein, davon habe ich nichts bemerkt.
ARZT: Haben Sie Übelkeit? Haben Sie sich erbrochen?
PATIENT: Nein, Übelkeit oder Erbrechen hatte ich nicht.
ARZT: Haben Sie Schwierigkeiten beim Wasserlassen?
PATIENT: Nee, da ist alles in Ordnung.
ARZT: Haben Sie Probleme im Analbereich, wie etwa Hämorrhoiden oder einen Riss im After?
PATIENT: Ich hatte solche Beschwerden bisher nicht.
ARZT: Wie gehen Sie mit Stress um?
PATIENT: Ich versuche, mit Stress umzugehen, indem ich eine Reise oder einen Urlaub mache.
ARZT: Wunderbar – das ist manchmal wirklich die beste Medizin.
Leiden Sie an chronischen Erkrankungen wie zum Beispiel Bluthochdruck, Zuckerkrankheit oder erhöhte Blutfettwerte?
PATIENT: Nein, solche Erkrankungen sind bei mir nicht bekannt. Aber seit 3 Jahren leide ich an Kopfschmerzen, die sich durch einen dumpfen, drückenden Schmerz äußern, der sich wie ein enges Band um meinen Kopf anfühlt und oft beidseitig auftritt.
ARZT: Wie lange dauern Kopfschmerzen in der Regel?
PATIENT: Üblicherweise dauern die Kopfschmerzen etwa eineinhalb Stunden.
ARZT: Wie oft haben Sie solche Spannungskopfschmerzen, und was tun Sie dagegen?
PATIENT: Einmal pro Monat. Ich nehme A-S-S 500 Milligramm und trinke dazu Kräutertee. Es wird dadurch ein bisschen besser.
Ich würde gern wissen, ob es möglich ist, dass kaltes Wetter solche Kopfschmerzen verursacht.
ARZT: Ja, kaltes Wetter kann Spannungskopfschmerzen begünstigen. Kälte führt oft zu Muskelverspannungen im Nacken- und Schulterbereich, was wiederum Kopfschmerzen auslösen kann. Zudem kann kalte Luft die Blutgefäße verengen und dadurch Kopfschmerzen verstärken.
PATIENT: Danke Herr Doktor, Zudem habe ich seit zehn Jahren Nackenschmerzen nach einem Unfall. Manchmal sind sie echt unerträglich. Es wurde eine Operation durchgeführt, aber die Schmerzen sind geblieben.
ARZT: Verlief die Operation komplikationsfrei?
PATIENT: Soweit ich weiß, verlief die Operation komplikationsfrei. Die Schmerzen sind aber trotzdem geblieben. Deswegen nehme ich gelegentlich Ibuprofen 400 Milligramm ein.
ARZT: Wie oft kommt es zu unerträglichen Schmerzen?
PATIENT: Ungefähr alle zwei Monate, und dann dauert es meist zwei bis drei Tage.
ARZT: Nehmen Sie zusätzlich etwas zum Magenschutz, zum Beispiel Pantoprazol?
PATIENT: Nein, das nehme ich nicht. Warum fragen Sie?
ARZT: Weil Medikamente gegen Schmerzen – wie Ibuprofen oder andere Entzündungshemmer – den Magen reizen können. Deshalb empfehlen wir manchmal zusätzlich einen Magenschutz wie Pantoprazol, um Nebenwirkungen vorzubeugen.
Haben Sie jemals Taubheitsgefühle, Kribbeln, Nackensteifigkeit, Schwäche oder Bewegungsprobleme in Armen oder Händen bemerkt?
PATIENT: Nichts Auffälliges.
ARZT: Wie ist es dazu gekommen?
PATIENT: Ich bin damals beim Klettern aus einer bestimmten Höhe gefallen – ich glaube, es waren etwa drei Meter.
ARZT: Welcher Wirbel wurde operiert?
PATIENT: Ich denke, es war der fünfte Halswirbel.
Darüber hinaus habe ich Schuppen und Juckreiz an der Kopfhaut. Ich habe einige Male, nach der Empfehlung meiner Hausärztin, ein Shampoo benutzt. Das war hilfreich, aber es kommt dann wieder zurück.
ARZT: Wie heißt das Shampoo? war es Ketoconazol?
PATIENT: Stimmt.
ARZT: Kennen Sie bestimmte Auslöser, durch die es schlimmer wird? Zum Beispiel Stress, Wetterwechsel oder bestimmte Pflegeprodukte?
PATIENT: Ja, ich glaube, es wird schlimmer, wenn ich gestresst bin.
ARZT: Sind auch andere Stellen betroffen? Haben Sie vielleicht Asthma oder Heuschnupfen?
PATIENT: Nein, das habe ich nicht.
ARZT: Haben Sie sich bereits einer anderen Operation oder einem medizinischen Eingriff unterzogen?
PATIENT: Ja, vor drei Jahren habe ich mir aus Schönheitsgründen beide Tränensäcke entfernen lassen. Bin mit dem Ergebnis zufrieden.
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ARZT: Nehmen Sie noch andere Medikamente?
PATIENT: Nein, keine weiteren.
ARZT: Haben Sie ein Rezept für Ihre Medikamente?
PATIENT: Ja, habe ich.
ARZT: Sind Sie vollständig geimpft, also haben Sie alle Impfungen seit Ihrer Kindheit erhalten?
PATIENT: Puh, das weiß ich nicht so genau – ich müsste ins gelbe Impfheft schauen. Ich kann nur sagen: Letztes Jahr habe ich mich gegen Grippe und FSME impfen lassen, und außerdem zweimal gegen Covid.
ARZT: Haben Sie bekannte Allergien, zum Beispiel gegen Lebensmittel, Medikamente, Tiere oder andere Substanzen?
PATIENT: Ja, ich reagiere allergisch auf Pferdehaare, was immer wieder zu Konflikten führt, weil meine Frau gerne reitet. Nach der Exposition bekomme ich Symptome.
ARZT: Wie äußert sich Ihre Allergie?
PATIENT: Meine Allergie äußert sich durch Husten und Nesselsucht.
ARZT: Was tun Sie dagegen?
PATIENT: Bei Kontakt mit Pferdehaaren nehme ich vorher Fexofenadin 120 mg ein und trage eine Maske. Außerdem vertrage ich Diclofenac nicht – dann bekomme ich am ganzen Körper Ausschlag und starken Juckreiz.
ARZT: Ich empfehle Ihnen, das Medikament – also Fexofenadin oder ein anderes Antihistaminikum – etwa ein bis zwei Stunden vorher einzunehmen.
Rauchen Sie? Wie viele Zigaretten rauchen Sie täglich und seit wann?
PATIENT: Seit fünf Jahren habe ich damit aufgehört. Davor habe ich 20 Jahre lang täglich eine Schachtel geraucht.
ARZT: Das ist großartig, dass Sie mit dem Rauchen aufgehört haben. Können Sie mir erzählen, was Sie dazu motiviert hat? Und wie haben Sie es geschafft?
PATIENT: Ich hatte Heiserkeit, und deshalb habe ich ein Jahr lang ein Medikament namens Vareniclin eingenommen. Das war wirklich effektiv.
ARZT: Hat sich Ihre Heiserkeit inzwischen gebessert?
PATIENT: Ja, auf jeden Fall – meine Stimme ist viel klarer als früher.
ARZT: Trinken Sie Alkohol? Welche Art? Wie viel?
PATIENT: Ein Glas Bier pro Woche
ARZT: Darf ich Sie fragen, ob Sie schon einmal Drogen konsumiert haben?
PATIENT: Ja, ich habe vor ein paar Jahren mal Pilze ausprobiert – sogenannte ‚Zauberpilze‘. Aber nur einmal oder zweimal, nicht regelmäßig.
ARZT: Treiben Sie regelmäßig Sport? Welche Art und wie häufig?
PATIENT: Leider nein.
ARZT: Was sind Sie von Beruf?
PATIENT: Ich bin Steuerberater und arbeite im Bayerischen Finanzministerium.
ARZT: Wie ist Ihr Familienstand?
PATIENT: Ich wurde vor 15 Jahren geschieden, aber vor 5 Jahren habe ich wieder geheiratet.
ARZT: Mit wem wohnen Sie zusammen?
PATIENT: Ich wohne mit meiner Familie in einer Wohnung.
ARZT: Wie viele Kinder haben Sie?
PATIENT: Ich habe einen 9-jährigen Sohn.
ARZT: Ist er gesund?
PATIENT: Nein, Christoph ist seit seiner Geburt schwer behindert. Außerdem hat er ein Loch am Hals, durch das er atmet.
ARZT: Könnten Sie das bitte etwas genauer beschreiben?
PATIENT: Damit meine ich, dass er geistig und körperlich stark eingeschränkt ist. Er kann weder sprechen noch selbstständig laufen und ist rund um die Uhr auf Hilfe angewiesen. Deshalb muss immer jemand bei ihm sein und sich kümmern – entweder ich, meine Frau oder eine Pflegekraft. Außerdem bekommt er häufig Druckgeschwüre oder auch Lungenentzündungen.
ARZT: Wissen Sie, ob es damals bei der Geburt irgendwelche Komplikationen gab?
PATIENT: Soweit ich weiß, hat er bei der Geburt nicht ausreichend Sauerstoff erhalten. Ich vermute, dass das die Ursache ist.
ARZT: Gibt es in Ihrer Familie wichtige Erkrankungen, beispielsweise bei Ihren Eltern, Geschwistern oder anderen nahen Verwandten?
PATIENT: Mein 68-jähriger Vater lebt allein und hat seit fünf Jahren eine Schwäche der Nebennieren, die sich durch ständige Müdigkeit und Schwäche äußert. Der Arzt meinte, das Abwehrsystem greife die Nebennierenrinde an. Er muss regelmäßig Medikamente einnehmen.
Meine Mutter ist im Alter von 55 Jahren an einem plötzlichen Herztod aufgrund einer Herzrhythmusstörung gestorben. Außerdem litt sie an der Weißfleckenkrankheit.
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ARZT: Herzliches Beileid.
Wissen Sie, welche Medikamente Ihr Vater einnimmt?
PATIENT: Ich glaube es heißt Hydrocortison.
ARZT: Haben Sie in letzter Zeit eine Reise gemacht?
PATIENT: Nein, ich habe in letzter Zeit keine Reise unternommen.
ARZT: Haben Sie Haustiere?
PATIENT: Ich habe keine Haustiere.
ARZT: Wir sind mit der Anamnese fertig.
Haben Sie noch Fragen?
PATIENT: Muss ich operiert werden?
ARZT: Das können wir im Moment noch nicht sicher sagen. Ihre bisherigen Symptome deuten auf eine Schilddrüsenunterfunktion hin, was wir durch Laboruntersuchungen bestätigen oder ausschließen müssen. In der Regel ist dafür keine Operation notwendig – insbesondere, da Sie mir keine Beschwerden geschildert haben, die eine Operation erforderlich machen würden. Die Behandlung erfolgt meist medikamentös. Ich gebe Ihnen Bescheid, sobald alle Ergebnisse vorliegen.



