Begrüßung
Guten Tag, sehr geehrter Herr Professor Doktor …,
ich möchte Ihnen nun den Patienten Detlef Schon vorstellen.
Er ist 48 Jahre alt, ein Meter neunundachtzig groß und wiegt etwa 75 kg. Der Body-Mass-Index (BMI) beträgt 21,0 kg/m² und liegt damit im Normalbereich.
Aktuelle Anamnese
Der Patient stellte sich in unserer Praxis aufgrund einer seit gestern bestehenden linksseitigen peripheren Fazialisparese vor.
Der Patient berichtete seit vorgestern über eine Visusminderung und Dyschromatopsie. Bei Monokularabdeckung besteht kein Diplopiephänomen. Zusätzlich beschreibt er kurze, helle Photopsien am Rand des Blickfeldes, die jeweils nur wenige Sekunden andauern und mehrfach täglich auftreten.
Zudem berichtete der Patient über seit fünf Tagen bestehende, langsam aufgetretene Kopfschmerzen, die vor allem im Nackenbereich lokalisiert sind.
Es bestand eine leichte Nackensteifigkeit, genauer gesagt eine Meningismus-Symptomatik.
Begleitend bestehen Hypästhesien, Parästhesien sowie Paresen der oberen Extremitäten.
Er gab an, beim Rasieren den Rasierer und beim Essen den Löffel kaum richtig halten zu können.
Zusätzlich gab er nachts auftretende, ziehende Rückenschmerzen an.
Außerdem klagte der Patient über Konzentrationsprobleme, insbesondere über eine Vergesslichkeit.
Es zeigte sich ein leichtes Fieber von 38,3 Grad sowie allgemeine Abgeschlagenheit.
Folgende Beschwerden wurden verneint:
Schmerzen oder Sensibilitätsstörungen im Gesicht, Tränen- oder Speichelfluss, Hörstörungen oder Tinnitus, Hinweise auf einen epileptischen Anfall, Atemprobleme, gastrointestinale Beschwerden, Schwindel oder Gangunsicherheit, kardiale Beschwerden, Gelenk- oder Urogenitalbeschwerden, Nachtschweiß, Schüttelfrost, Lymphadenopathie, Inappetenz sowie ungewollter Gewichtsverlust.
Der Patient berichtete, vor etwa drei Monaten während eines Wanderurlaubs in Garmisch-Partenkirchen einen Zeckenstich am rechten Oberschenkel erlitten zu haben.
Einige Tage später bemerkte der Patient laut seiner Angaben an dieser Stelle einen rötlichen, ringförmigen Hautausschlag von etwa 10 cm Durchmesser. In der Mitte befand sich eine kleine Punktstelle, entsprechend der Einstichstelle. Nach etwa drei Wochen bildete sich die Rötung spontan zurück. Die Zecke entfernte er selbst.
(Die oben genannten Befunde deuten auf ein Erythema migrans hin.)
Im Anschluss hatte er eine leichte Erkältung.
Er erklärte, seine Krankenversicherung sei zu diesem Zeitpunkt noch nicht aktiv gewesen, weshalb er keinen Arzt habe konsultieren können.
Er hat in letzter Zeit keine Auslandsreisen unternommen.
Er hat keine Haustiere.
Die vegetative Anamnese
Die vegetative Anamnese ist unauffällig, abgesehen von einer Insomnie infolge der Beschwerden sowie einer seit über zehn Jahren bestehenden Obstipation.
Vorerkrankungen
Anamnestisch sind folgende Vorerkrankungen bekannt:
Es besteht seit fünf Jahren eine bekannte arterielle Hypertonie , die sich derzeit unter guter Kontrolle befindet. Bisher sind keine Folgekomplikationen aufgetreten. Die letzte augenärztliche Untersuchung erfolgte vor zwei Jahren.
Der Patient leidet seit der Kindheit an einem Asthma bronchiale und einer allergischen Rhinitis, vor allem im Frühjahr bei Pollenexposition. Weitere Auslöser sind nicht bekannt, ein Ekzem liegt nicht vor.
Seit über zehn Jahren klagt der Patient über Nackenschmerzen, vermutlich degenerativ bedingt zwischen C fünf und C sechs.
Vor zwei Jahren hatte der Patient einen Fahrradunfall mit einem Jochbeinbruch links, der konservativ behandelt und komplikationslos verheilt ist.
Voroperationen
——————————
Gynäkologie
——————————
Medikamente
Derzeit nimmt die Patientin gemäß Rezept folgende Medikamente ein:
Metoprolol 50 mg 1-0-0
Ibuprofen 400 mg bei Bedarf
Movicol bei Bedarf
Er verwendet Foster®-Spray im Frühjahr bei Pollenexposition.
Sie teilte mit, dass sie gegen COVID-19 und FSME geimpft sei.
Hinweis: Wenn eine Aussage durch eine ärztliche Beobachtung objektiv bestätigt werden kann – zum Beispiel anhand eines Rezepts – ist der Indikativ angebracht.
Allergien
Pollenallergie: Rhinitis
Noxen
Er ist Nichtraucher, trinkt am Wochenende ein bis zwei Gläser Bier gab keinen Drogenkonsum an.
Sozialanamnese
Er ist Beamter im Rathaus, verheiratet und hat einen zehnjährigen Sohn sowie eine dreizehnjährige Tochter, beide gesund.
Familienanamnese
Er berichtete, sein Vater sei 75 Jahre alt, leide an einer arteriellen Hypertonie und habe vor drei Jahren einen Schlaganfall erlitten. Seitdem sei er pflegebedürftig und leide an einer rechtsseitigen Hemiparese.
Seine Mutter ist 70 Jahre alt, hatte vor einigen Jahren Brustkrebs, wurde operiert und erhielt eine Chemotherapie. Aktuell ist sie geheilt.
Verdachts- und Differentialdiagnose
Meines Erachtens sprechen die anamnestischen Angaben für eine Lyme-Borreliose.
Zunächst zeigte sich nach einer Inkubationsphase ein Erythema migrans mit anschließend unspezifischen, grippeähnlichen Symptomen.
Danach entwickelte der Patient im Rahmen des früh disseminierten Stadiums neurologische Beschwerden.
Eine Bell-Parese, eine virale Meningitis oder eine mechanische Radikulopathie können klinisch ebenfalls mit einer früh neurologischen Lyme-Borreliose verwechselt werden.
Eine Babesiose kommt differenzialdiagnostisch in Betracht, jedoch fehlen Fieberschübe, Hämolysezeichen und Anämie.
Bei der rheumatoiden Arthritis erwartet man einen symmetrischen Befall kleiner Gelenke, was sich jedoch deutlich von dem typischerweise bei der Lyme-Arthritis beobachteten Muster unterscheidet.
Wenn ein Patient mit einem Erythema migrans kommt, kommen Lyme-Borreliose, Erythema anulare (nicht infektiös) und Tinea corporis als Differenzialdiagnosen in Betracht.
Eine bakterielle Zellulitis kann im Stadium I, also bei Erythema migrans, differenzialdiagnostisch in Frage kommen, da beide Krankheitsbilder mit einer lokalen Rötung, Schwellung und Überwärmung einhergehen können.
Diagnostische Abklärung
Bei Neuroborreliose
Da bei dem Patienten der Verdacht auf eine Neuroborreliose mit ZNS-Beteiligung besteht, ist eine stationäre Aufnahme zur weiteren Diagnostik und Therapie indiziert.
Bei Erythema migrans
Da lediglich ein Erythema migrans ohne neurologische Symptome vorliegt, kann die Behandlung ambulant erfolgen.
Bei einem klassischen Erythema migrans (EM) genügt die klinische Diagnose, sodass keine Serologie erforderlich ist. Da die Serologie in der Frühphase häufig noch negativ ist, würde sie die Therapie unnötig verzögern.
Lyme-Karditis
Bei Verdacht auf eine Lyme-Karditis, insbesondere bei Symptomen wie Schwindel, Synkopen oder wechselnden AV-Blockgraden, sollte umgehend ein EKG-Monitoring erfolgen. In Abhängigkeit vom Befund ist eine stationäre Aufnahme zur Überwachung und weiteren Diagnostik angezeigt.
körperliche Untersuchung
Zu Beginn erfolgt die Erhebung der Vitalparameter, einschließlich Herzfrequenz, Blutdruck, Atemfrequenz, Sauerstoffsättigung und Körpertemperatur.
Anschließend erfolgt eine gezielte körperliche Untersuchung, beginnend mit der Inspektion.
|
Stadium |
Haupt |
Wichtige körperliche Untersuchung |
Typische Befunde |
|
I |
Erythema migrans |
Hautinspektion, Lymphknoten |
Ringförmige Rötung, regional Lymphadenopathie, grippeähnliche Symptome |
|
II |
Neuroborreliose, Karditis |
Neurostatus, Herzuntersuchung |
Fazialisparese, Meningismus, AV-Block |
|
III |
Lyme-Arthritis, periphere Neuropathie, Acrodermatitis |
Neurostatus, Gelenkuntersuchung, Haut |
Enzephalomyelitis, periphere Neuropathie, Kniegelenkserguss, Hautatrophie |
Stadium I – Frühe lokalisierte Infektion (Erythema migrans)
Bei der körperlichen Untersuchung fällt zunächst die Hautveränderung auf.
Bei der Inspektion zeigt sich am rechten Oberschenkel ein über 5 cm großer, rundlicher, flach erhabener, rötlicher Hautfleck mit zentraler Aufhellung und einem kleinen Punkt in der Mitte, der dem ehemaligen Zeckenstich entspricht.
(Gelegentlich kann ein leichter Pruritus bestehen.)
Die Ränder sind scharf begrenzt und die Haut erscheint leicht überwärmt.
Bei der Palpation ist die betroffene Hautstelle geringfügig überwärmt, aber nicht druckschmerzhaft. In der rechten Leistenregion lassen sich leicht vergrößerte, verschiebliche und druckschmerzhafte Lymphknoten tasten.
Die Perkussion ergibt keine pathologischen Befunde.
Bei der Auskultation von Herz und Lunge zeigen sich keine Auffälligkeiten.
Die Körpertemperatur ist leicht erhöht (etwa 37,8 °C).
Bei grippeähnlichen Symptomen sollte die Körpertemperatur gemessen und auf das Vorliegen von Myalgien oder Arthralgien geachtet werden.
Weitere Zeichen einer systemischen Infektion sind nicht vorhanden.
„Bull’s-eye“- oder Zielscheiben-förmige Läsion, Quelle: CDC – Public Domain
Stadium II – Früh disseminierte Infektion (Neuroborreliose, Karditis, multiple EM)
Bei der Inspektion des Gesichts fällt eine Asymmetrie mit hängendem linken Mundwinkel und inkomplettem Lidschluss links auf, was auf eine periphere Fazialisparese hinweist. (Diese kann bei Borreliose einseitig oder beidseitig vorkommen.)
Die Zunge wird gerade herausgestreckt.
Weitere Erythemata migrantes sind am Rumpf sichtbar, jeweils etwa 3–4 cm groß, rundlich und leicht rötlich.
Bei der Palpation zeigt sich eine deutliche Nackensteifigkeit als Ausdruck eines Meningismus.
Paravertebral besteht eine Druckempfindlichkeit im Bereich der Halswirbelsäule.
Der Puls ist regelmäßig, aber bradykard mit einer Frequenz von etwa 50/min.
Bei der Auskultation des Herzens ist ein unregelmäßiger Rhythmus mit gelegentlichen Pausen zu hören, was auf eine atrioventrikuläre Überleitungsstörung hinweist.
Die Lungenauskultation zeigt keine pathologischen Nebengeräusche.
Im neurologischen Status können eine Hypästhesie der oberen Extremitäten und eine reduzierte Muskelkraft auffallen.
Im Stadium II kann es zu einer Neuroborreliose mit radikulitischen Schmerzen kommen. Diese radikulären Schmerzen entstehen durch die Entzündung der Spinalnervenwurzeln
Das Ergebnis der neurologischen Untersuchung hängt von der Beteiligung der jeweiligen Strukturen oder Hirnnerven ab, wie zum Beispiel des Nervus abducens (mit Doppelbildern durch Blickparese), des Nervus oculomotorius (mit Ptosis und Pupillenstörung) oder des Nervus vestibulocochlearis (mit Schwindel oder Hörminderung).
Der neurologische Status sollte vollständig erhoben werden, einschließlich der Prüfung der Hirnnerven, Ophthalmoskopie, der Reflexe, der Sensibilität und der Koordination.
Seltener können sich eine Mononeuritis multiplex mit Beteiligung mehrerer, anatomisch nicht zusammenhängender Nerven, Plexopathien des Arm- oder Lendenkreuzgeflechtes sowie ein Stauungspapille (Papillenödem) entwickeln.
Stadium III – Spätmanifestation (Lyme-Arthritis, chronische Neuroborreliose, Acrodermatitis chronica atrophicans)
Bei der Inspektion fällt am rechten/ linken Kniegelenk eine deutliche Schwellung mit leichter Rötung und eingeschränkter Beweglichkeit auf. Die Haut ist gespannt, jedoch nur mäßig überwärmt. Der Befund spricht für eine monoartikuläre Arthritis des Kniegelenks, wie sie typischerweise im Spätstadium einer Lyme-Borreliose vorkommt.
An der Streckseite des Unterschenkels fallen bläulich-rötliche, atrophische Hautveränderungen im Sinne einer Acrodermatitis chronica atrophicans auf.
(Die Acrodermatitis chronica atrophicans (ACA) tritt meist bei Frauen auf und betrifft typischerweise die Streckseiten der Hände und Füße.)
Bei der Palpation lässt sich ein deutlicher Kniegelenkserguss tasten. Das Gelenk ist leicht überwärmt, aber nur mäßig druckschmerzhaft.
In der Kniekehle kann eine prall elastische Resistenz tastbar sein, die einer Baker-Zyste entspricht.
Im Spätstadium der Borreliose können neurologische Manifestationen auftreten. Dazu gehören eine Enzephalomyelitis, eine periphere Neuropathie sowie eine Enzephalopathie mit Gedächtnis- oder anderen kognitiven Störungen.
Die Sensibilitätsprüfung ergibt distal symmetrische Missempfindungen und eine herabgesetzte Vibrationswahrnehmung an den Zehen („stocking-glove pattern“).
Das Gangbild ist leicht hinkend.
Die Perkussion ist unauffällig.
Bei der Auskultation von Herz und Lunge finden sich keine pathologischen Befunde.
Der Reflexstatus sollte überprüft und die Sensibilität, unter anderem mittels Vibrationstest mit der Stimmgabel an den Zehen, beurteilt werden.
Zur Beurteilung der Koordination werden der Finger-Nase-Versuch und der Romberg-Test durchgeführt.
Bei Gelenkerguss sollte gegebenenfalls eine Gelenkpunktion erfolgen.
Laboruntersuchungen
Das Blutbild (BB, kleines oder großes Blutbild) ist bei der Lyme-Borreliose in der Regel unauffällig.
Die Leberwerte (Transaminasen) können im Stadium I leicht erhöht sein.
Die Blutsenkungsgeschwindigkeit (BSG) kann in allen Stadien der Erkrankung mäßig erhöht sein.
Die Liquoruntersuchung (Neuroborreliose-Verdacht) zeigt bei einer lymebedingten Meningitis typischerweise eine lymphozytäre Pleozytose, eine erhöhte Gesamtproteinmenge und eine intrathekale Antikörperproduktion gegen Borrelien.
Labordiagnostik
Schritt 1:
Zunächst wird ein ELISA oder EIA-Test als Suchtest (Screening) durchgeführt, um festzustellen, ob Antikörper gegen Borrelien im Blut vorhanden sind.
Dieser Test ist empfindlich (sensitiv), aber nicht sehr spezifisch, das heißt, er kann auch bei anderen Infektionen oder unspezifischen Reaktionen positiv ausfallen.
Schritt 2:
Wenn der ELISA-Test positiv oder grenzwertig („equivocal“) ausfällt, wird er durch einen Bestätigungstest überprüft.
Traditionell ist das der Western Blot für IgM- und IgG-Antikörper, bei dem genau analysiert wird, gegen welche Borrelien-Proteine Antikörper gerichtet sind.
• IgM-Blot: zeigt eine frische oder frühe Infektion, gilt aber nur in den ersten 4 Wochen nach Symptombeginn als aussagekräftig.
• IgG-Blot: weist auf eine spätere oder zurückliegende Infektion hin.
Bei sehr früher Infektion kann der Test negativ sein → Wiederholung nach 7–14 Tagen.
|
Zusatzwissen |
|
Das modifizierte Two-Tier-Testing (EIA + EIA) wird in den USA (CDC) zunehmend eingesetzt, in Deutschland aber noch nicht flächendeckend etabliert. Einige Labore verwenden es ergänzend, jedoch nicht als alleinigen Standard. |
Eine Kultur zum Nachweis von Borrelia burgdorferi wird nicht routinemäßig durchgeführt, da sie aufwendig, zeitintensiv und wenig sensitiv ist.
Ein negatives PCR-Ergebnis in Blut, Liquor oder Gelenkflüssigkeit schließt eine Lyme-Borreliose nicht aus, da die Sensitivität der PCR gering ist und der Erregernachweis insbesondere in späteren Krankheitsstadien häufig nicht mehr gelingt.
EKG
Bei kardialen Symptomen sollte zusätzlich ein EKG durchgeführt und bei auffälligen Befunden gegebenenfalls eine Echokardiografie veranlasst werden.
Ein hochgradiger AV-Block ersten Grades mit einem PR-Intervall von ≥ 300 ms sowie ein AV-Block zweiten oder dritten Grades gelten als schwere kardiale Manifestationen der Lyme-Borreliose.
MRT
Eine MRT-Untersuchung wird nicht routinemäßig bei jeder Borreliose durchgeführt, sondern nur bei neurologischen Symptomen, unklarer Befundlage, atypischem Verlauf oder zum Ausschluss anderer Ursachen (z. B. Tumor, Multiple Sklerose, vaskuläre Läsion).
Auch bei persistierenden neurologischen Symptomen trotz Therapie kann eine MRT sinnvoll sein.
Typische Befunde sind:
• Leptomeningeale oder radikuläre Kontrastmittelaufnahme
• Signalveränderungen im Hirnstamm oder Rückenmark
• Verdickung des N. facialis im Felsenbeinbereich
• Unspezifische T2-Hyperintensitäten der weißen Substanz
CT
Eine CT-Untersuchung wird nur durchgeführt, wenn eine MRT nicht verfügbar oder kontraindiziert ist (z. B. bei Patienten mit Herzschrittmacher).
In der Regel zeigt die CT unspezifische oder unauffällige Befunde und ist daher bei Verdacht auf eine Neuroborreliose weniger aussagekräftig.
Konsile
Infektiologisches Konsil, Neurologisches Konsil, Ophthalmologisches Konsil, Orthopädisches oder Rheumatologisches Konsil, Kardiologisches Konsil,
Behandlung
Therapie des Erythema migrans
Das Erythema migrans wird in der Regel über einen Zeitraum von 10 bis 14 Tagen antibiotisch behandelt.
Als Mittel der ersten Wahl gelten:
• Doxycyclin 100 mg p.o. zweimal täglich
oder
• Amoxicillin 500 mg p.o. dreimal täglich
oder
• Cefuroxim-Axetil 500 mg p.o. zweimal täglich
Doxycyclin kann eine Photosensibilität (Lichtempfindlichkeit) verursachen, was insbesondere im Sommer berücksichtigt werden sollte, da die Lyme-Borreliose häufig in dieser Jahreszeit auftritt.
Während der Therapie sollte eine direkte Sonnenexposition vermieden und gegebenenfalls Sonnenschutzkleidung oder eine Sonnenbrille getragen werden.
Außerdem ist Doxycyclin relativ kontraindiziert bei Kindern unter 8 Jahren sowie bei Schwangeren und Stillenden.
Punkte
Innerhalb von 24 Stunden nach Beginn der antibiotischen Therapie kann bei einigen Patienten mit Erythema migrans eine Jarisch-Herxheimer-ähnliche Reaktion auftreten. Diese äußert sich in einer vorübergehenden Zunahme der Rötung oder Intensität der Hautveränderung sowie in grippeähnlichen Allgemeinsymptomen wie Fieber, Myalgien und Abgeschlagenheit.
Tritt Fieber auf, klingt es in der Regel innerhalb von 48 Stunden ab, und die Hautläsion heilt meist innerhalb von 7 bis 14 Tagen ab.
Wenn das Erythema migrans klinisch nicht sicher von einer bakteriellen Zellulitis zu unterscheiden ist, sind Cefuroxim-Axetil oder Amoxicillin/Clavulansäure (z. B. Augmentin) zu bevorzugen, da diese Präparate gegen beide Infektionen wirksam sind.
Nach abgeschlossener antibiotischer Therapie ist eine routinemäßige serologische Kontrolle (ELISA oder Western Blot) nicht erforderlich.
Post-Lyme-Disease-Syndrom (Post-Borreliose-Syndrom)
Beim Post-Lyme-Disease-Syndrom treten anhaltende oder wiederkehrende Beschwerden auf, obwohl die Infektion bereits antibiotisch adäquat behandelt wurde.
Typische Symptome sind Fatigue, Abgeschlagenheit, diffuse Muskel- und Gelenkschmerzen sowie Konzentrations- und Gedächtnisstörungen.
Man geht davon aus, dass diese Beschwerden auf eine überschießende Immun- oder Entzündungsreaktion des Wirtsorganismus zurückzuführen sind und nicht auf eine persistierende Infektion.
Grundkenntnisse zur Lyme-Borreliose
Die Lyme-Borreliose (Lyme disease) ist eine zoonotische Infektion, die durch bestimmte Zeckenarten der Gattung Ixodes übertragen wird.
Erreger ist eine Gruppe verwandter Spirochäten, die unter dem Begriff Borrelia burgdorferi sensu lato zusammengefasst werden.
Die Erkrankung wurde nach den Ortschaften Lyme und Old Lyme im US-Bundesstaat Connecticut benannt, wo sie erstmals durch ihre arthritisähnlichen Symptome beschrieben wurde.
Erreger und Übertragung
Borrelia burgdorferi sensu lato umfasst mehrere humanpathogene Arten, von denen in Europa vor allem
B. afzelii, B. garinii, B. burgdorferi sensu stricto, B. spielmanii, B. bavariensis und B. bissettii vorkommen.
Diese Vielfalt erschwert die serologische Diagnostik und erklärt die größere klinische Variabilität der Erkrankung in Europa.
In Europa wird die Infektion hauptsächlich durch die Zecke Ixodes ricinus übertragen, die besonders in Skandinavien, Österreich, Slowenien und Deutschland verbreitet ist.
Die Zecken müssen in der Regel mindestens 24–72 Stunden saugen, damit die Übertragung erfolgt.
Der Erreger wird beim Saugakt über Speichel oder Regurgitation in die Haut eingebracht, nicht direkt in die Blutbahn.
Eigenschaften der Erreger
Spirochäten sind dünne, spiralig gewundene, bewegliche Bakterien.
Zu den medizinisch wichtigen Gattungen zählen:
• Leptospira → Leptospirose
• Borrelia → Lyme-Borreliose
• Treponema → Syphilis
Borrelia sind zu dünn für den Grampräparat, können aber im Dunkelfeld- oder Phasenkontrastmikroskop sichtbar gemacht werden.
Toxine werden von Lyme-Borrelien nicht produziert; die Symptome entstehen überwiegend durch immunvermittelte Entzündungsreaktionen.
Pathophysiologie
Nach dem Zeckenstich vermehren sich die Spirochäten lokal in der Haut und können sich anschließend hämatogen ausbreiten.
Extra
Namen:
Nina Müller, Georg Rauter
Einzelheiten:
Er hat erzählt, dass er im vergangenen Sommer mehr als zweimal von Zecken gestochen worden sei und dass er diese selbst entfernt habe.
Danach berichtete er, dass er im Herbst einen Zeckenbiss gehabt habe. Er sei daraufhin zu seinem Hausarzt gegangen, der die Zecke entfernt, aber keine Antibiotika verschrieben habe. Anschließend fragte der Patient:
„Ist das die Schuld meines Hausarztes?“
Die Reiseanamnese ergab, dass der Patient vor sechs Monaten einen zweiwöchigen Urlaub auf Mallorca verbracht habe.
Seit drei Tagen besteht eine Abgeschlagenheit, Gelenkschmerzen und leichtes Fieber (37,9 °C).
Zudem zeigt sich seit etwa zwölf Tagen eine ringförmige, etwa 5 cm große Hautrötung am linken Oberschenkel.
Die Läsion ist in der Mitte heller, dehnt sich langsam aus und war initial schmerzhaft.
Der Patient war vor zwei Wochen zum Wandern im Schwarzwald; seitdem besteht die Hautrötung.
Er wohnt in der Stadt und hält keine Haustiere.
Ingenieur in Stadtkanalisation
Arbeitet im Bürgeramt
eigene Büroreinigungsfirma
Verwaltungsangestellte
Vorerkrankungen:
Hypothyreose seit 13-14 Jahren
Heiserkeit nach einem Streit am Arbeitsplatz vor zehn Jahren.
Vor zwei Jahren Herzrhythmusstörungen, stationär zur Durchführung eines Langzeit-EKGs.
Z. n. Masern im Kindesalter.
Z. n. Zeckenbiss vor drei Jahren (Behandlung mit Doxycyclin). Kein regelmäßiger Hausarztkontakt.
Z. n. Appendektomie vor 20 Jahren.
Z. n. Arthroskopie bei Meniskusruptur vor drei Jahren.
Familialanamnese:
Der Vater ist 85 Jahre alt und hat eine Z. n. Harnvergiftung (Urämie) in der Anamnese.
Medikamente:
Candesartan
Salbutamol Spray
L-Thyroxin 100 mg 1-0-0
Baldriankapseln
Allergie:
Unverträglichkeit gegenüber Aspirin, Allergie gegen Gummihandschuhe sowie Allergie gegen Apfelessig (Apple Cider Vinegar).
Sonnenallergie seit drei Jahren.
Fragen
1. Was habe ich?
Ihren Beschwerden und den bisherigen Untersuchungsergebnissen nach besteht der Verdacht auf eine Neuroborreliose, also eine Entzündung des Nervensystems infolge einer Borrelieninfektion, die durch einen Zeckenstich übertragen wird.
2. Soll ich hierbleiben?
Ja, wir möchten Sie stationär aufnehmen, um die Diagnose durch eine Liquorpunktion (Untersuchung des Nervenwassers) abzusichern und die antibiotische Behandlung intravenös zu beginnen.
3. Was machen wir weiter?
Wir werden nun weitere Blut- und Liquoruntersuchungen durchführen und anschließend mit einer gezielten Antibiotikatherapie beginnen.
Zusätzlich erfolgt eine neurologische Überwachung, bis sich Ihre Beschwerden bessern.
4. Was ist ein Opisthotonus? Was passiert dabei und wer kann davon betroffen sein?
Der Opisthotonus ist eine pathologische Körperhaltung, bei der sich der Körper aufgrund einer starken Muskelanspannung (Spasmus), insbesondere der Rücken- und Nackenmuskulatur, bogenförmig nach hinten überstreckt.
Er tritt vor allem bei zentralnervösen Störungen auf, zum Beispiel bei Tetanus, Meningitis, schweren Enzephalitiden oder hypoxischen Hirnschäden.
Betroffen sein können Neugeborene, Kinder oder Erwachsene, je nach zugrunde liegender Erkrankung.
5. Fragen zum Thema Apoplex (Diagnostik, Klinik und Behandlung).
Lesen Sie dazu das Heft „Apoplex“.
6. Detaillierte neurologische Untersuchung – siehe Hefte zu Apoplex, Migräne und Epilepsie.
Notizen
BMI
Definition und Berechnung
Der Body-Mass-Index (BMI) ist ein einfaches Maß zur groben Bewertung des Körpergewichts. Er wird berechnet, indem das Körpergewicht in Kilogramm durch das Quadrat der Körpergröße in Metern geteilt wird (kg/m²).
peripheren Fazialisparese
Definition
Eine periphere Fazialisparese ergibt sich durch eine Schädigung des Nervus facialis auf peripherer Ebene und führt zu einer Lähmung der gesamten betroffenen Gesichtshälfte.
Klinisches Bild
Typisch ist die Beeinträchtigung von Stirn- und Augenmuskulatur sowie der Mundmuskulatur auf der betroffenen Seite, wodurch z. B. Stirnrunzeln, Augenlidverschluss und Mundwinkelbewegung eingeschränkt sind.
Ursachen und Abgrenzung
Mögliche Ursachen sind idiopathische Fazialisparese (Bell), infektiöse Auslöser wie Borreliose oder entzündliche Prozesse des Mittelohrs. Im Gegensatz dazu betrifft eine zentrale Fazialisparese meist nur die unteren Gesichtsmuskeln kontralateral, weil die Stirn oft erhalten bleibt.
Visusminderung
Begriffsbestimmung
Visusminderung bezeichnet eine Verringerung der Sehschärfe bzw. eine eingeschränkte visuelle Leistungsfähigkeit.
Klinische Relevanz
Eine gleichzeitige Störung der Farbwahrnehmung (Dyschromatopsie) sowie subjektive Phänomene wie Photopsien können auf eine Beteiligung des Sehnervs oder der Netzhaut hinweisen. Bei bestimmten Infektionen oder entzündlichen Erkrankungen, etwa im Rahmen einer Neuroborreliose, kann eine Optikusneuritis zu Visusminderung und gestörter Farbwahrnehmung führen.
Dyschromatopsie
Definition
Dyschromatopsie bezeichnet eine Störung der Farbwahrnehmung, bei der Farben falsch erkannt oder nicht unterschieden werden können.
Ursachen und Bedeutung
Solche Auffälligkeiten entstehen häufig bei Erkrankungen des Sehnervs oder der Netzhaut; eine Dyschromatopsie ist daher ein Hinweis auf eine mögliche Optikus- oder retinale Beteiligung und sollte in Zusammenhang mit anderen Symptomen (z. B. Visusminderung, Photopsien) bewertet werden.
Photopsien
Photopsien
Kurze Lichtwahrnehmungen, die als Blitze, Funken oder Flimmern beschrieben werden. Ursachen reichen von vitreoretinalen Problemen (z. B. posteriorer Glaskörperzug, Netzhautläsionen) über Migränephänomene bis hin zu entzündlichen Prozessen der Sehbahn.
Klinische Bedeutung
Photopsien können zusammen mit Visusminderung, Störungen der Farbwahrnehmung oder Skotomen auftreten. Bei entzündlicher Beteiligung des Sehnervs oder der Sehbahn sind zusätzlich Schmerz bei Augenbewegung und Visusverschlechterung typisch, allerdings sind vitreoretinale Ursachen für kurz dauernde, periphere Lichtblitze besonders wahrscheinlich.
Meningismus-
Meningismus
Begriff
Meningismus bezeichnet die klinischen Zeichen einer Reizung der Hirn- und Rückenmarkshäute, typischerweise Nackensteifigkeit, Kopfschmerzen und Lichtscheu.
Assoziation mit Neuroborreliose
Bei einer durch Borrelia verursachten zentralen Entzündung kann eine aseptische Meningitis auftreten. Liquordiagnostisch findet man üblicherweise eine lymphozytäre Pleozytose und eine Proteinvermehrung; zudem kann ein intrathekaler Antikörpernachweis gegen Borrelien vorliegen.
Abgrenzung
Im Unterschied zur bakteriellen (eitrigen) Meningitis fehlen bei der aseptischen Form häufig die typische Eiterbildung, sehr hohe Temperaturen und eine vorherrschende neutrophile Zellreaktion im Liquor.
Begleitend
Begleitende Symptome
Begriffliche Einordnung
„Begleitend“ bezieht sich hier auf zusätzliche neurologische Beschwerden, die neben meningealen Symptomen auftreten.
Klinische Aussage
Sensibilitätsstörungen wie Hypästhesien, Missempfindungen (Parästhesien) und motorische Schwächen in den oberen Extremitäten deuten auf eine Beteiligung von Nervenwurzeln oder peripheren Nerven hin. In der Neuroborreliose manifestiert sich diese Kombination häufig als meningoradikuläres Syndrom (Bannwarth-ähnliche Symptomatik).
Hypästhesien
Hypästhesien
Definition
Hypästhesien beschreiben eine herabgesetzte Empfindung gegenüber Berührung, Temperatur oder Schmerz in einem Hautareal.
Ursachen und klinische Relevanz
Solche Sensibilitätsminderungen können bei Erkrankungen der peripheren Nerven, bei Radikulopathien oder bei entzündlichen Prozessen der Nervenwurzeln auftreten. Im Rahmen einer Neuroborreliose sind radikuläre oder periphere Nervenbeteiligungen eine mögliche Ursache von Hypästhesien.
Parästhesien
Kurztitel: Parästhesien
Parästhesien sind abnorme Empfindungen wie Kribbeln, Ameisenlaufen oder brennende Missempfindungen, die ohne äußerlichen Reiz auftreten. Sie entstehen durch Irritation oder Fehlfunktion sensibler Nervenbahnen und treten sowohl bei peripheren (z. B. radikulären) als auch zentralen Läsionen auf. Im vorliegenden klinischen Bild mit Nackensteifigkeit und begleitenden Sensibilitätsstörungen passen Parästhesien zu einer neurogenen Ursache, insbesondere bei Beteiligung von Nervenwurzeln oder Rückenmark.
Paresen
Kurztitel: Paresen
Paresen bezeichnen eine teilweise Lähmung beziehungsweise eine abgeschwächte Muskelkraft im Gegensatz zur vollständigen Parese. Klinisch äußern sie sich durch verminderte Kraft, häufig mit Einschränkungen feiner motorischer Tätigkeiten (z. B. Probleme beim Rasieren oder Halten von Besteck). Ursache können sowohl periphere (z. B. radikuläre) als auch zentrale Schädigungen des motorischen Systems sein; das Begleitsymptomkomplex in diesem Fall spricht für eine neurogene Ursache der oberen Extremitäten.
Rückenschmerzen
Kurztitel: Rückenschmerzen
Nächtlich auftretende, ziehende Rückenschmerzen sind charakteristisch für radikuläre Schmerzen und können bei neuroborreliöser Beteiligung der Wurzeln vorkommen. Diese Symptomatik wird in der Literatur im Zusammenhang mit der sogenannten Bannwarth-Meningoradikulitis beschrieben, bei der schmerzhafte, oft einseitige Radikulitiden im Vordergrund stehen.
Konzentrationsprobleme
Kurztitel: Konzentrationsprobleme
Konzentrationsstörungen umfassen Aufmerksamkeits‑ und Gedächtniseinbußen und können Ausdruck einer zentralen Nervensystembeteiligung sein. Bei Patienten mit Verdacht auf Neuroborreliose können solche kognitive Beschwerden auf eine diffuse oder fokale zerebrale Beteiligung hinweisen, sind aber unspezifisch und im klinischen Kontext zu bewerten.
Tränen- oder Speichelfluss
Kurze Beschreibung
Veränderungen der Tränen- oder Speichelproduktion können bei einer neurogenen Schädigung des Gesichtsnervs auftreten.
Klinische Einordnung
Der Nervus facialis beeinflusst über parasympathische Fasern die Tränenbildung und die Sekretion der submandibulären/sublingualen Speicheldrüsen; eine funktionsgestörte Fazialisbahn kann deshalb zu reduzierter oder gesteigerter Tränen- bzw. Speichelabsonderung führen. Das Symptom ist in Kombination mit weiteren Fazialiszeichen relevant für die Einschätzung einer möglichen Beteiligung dieses Hirnnervs bei Neuroborreliose.
Hörstörungen
Kurze Beschreibung
Hörminderung oder Ohrensausen (Tinnitus) können auf eine Störung des Hör- und Gleichgewichtsnervs hinweisen.
Schwindel oder Gangunsicherheit
Kurze Beschreibung
Schwindelgefühle und Unsicherheit beim Gehen können auf eine vestibuläre oder zerebelläre Störung hinweisen.
Gelenk-
Kurze Beschreibung
Gelenkbeschwerden bei Lyme-Borreliose treten meist erst im Spätstadium auf und betreffen bevorzugt große Gelenke.
Schüttelfrost
Schüttelfrost
Schüttelfrost ist ein plötzliches, intensives Kältegefühl, das mit unwillkürlichen, rhythmischen Muskelkontraktionen einhergeht. Diese Muskelzuckungen dienen dem Körper dazu, Wärme zu produzieren und die Körpertemperatur zu erhöhen. Klinisch tritt Schüttelfrost häufig im Rahmen von fieberhaften Infekten oder bei systemischen Entzündungsreaktionen auf und kann ein Hinweis auf eine akute Infektion sein. Bei starkem oder anhaltendem Schüttelfrost sollte eine ärztliche Abklärung erfolgen, um eine zugrunde liegende Ursache zu identifizieren.
Zeckenstich
Zeckenstich
Ein Zeckenstich entsteht durch das Festbeißen einer Zecke in die Haut; Zecken gehören zu den Spinnentieren und saugen Blut von Mensch und Tier. Beim längeren Verweilen im Hautgewebe können sie Krankheitserreger übertragen. Relevante übertragbare Erreger sind unter anderem Borrelien (Verursacher der Lyme-Borreliose) und FSME-Viren (Erreger der Frühsommer-Meningoenzephalitis), wobei das Übertragungsrisiko von Erreger zu Erreger und von der Dauer des Saugakts abhängt. Nach einem Stich können lokale Hautveränderungen oder später systemische Symptome auftreten; deshalb sind Beobachtung und gegebenenfalls ärztliche Nachbeurteilung wichtig.
Oberschenkel
Oberschenkel
Der Oberschenkel ist der proximalste Abschnitt des Beins zwischen Hüfte und Knie und enthält kräftige Muskelgruppen sowie Fett- und Bindegewebe. Hautveränderungen, Verletzungen oder Insekten- und Zeckenstiche treten an dieser Körperregion relativ häufig auf, weil Oberschenkel bei Aktivitäten im Freien oft exponiert sind.
Insomnie
Insomnie
Insomnie bezeichnet anhaltende Schwierigkeiten beim Ein- oder Durchschlafen oder eine nicht erholsame Schlafdauer trotz Gelegenheit zum Schlafen. Ursachen können primär Schlafstörungen sein oder sekundär im Zusammenhang mit körperlichen Beschwerden, Schmerzen, psychischem Stress oder gastrointestinalen Problemen auftreten.
Obstipation
Obstipation
Bei Obstipation handelt es sich um eine anhaltende Stuhlentleerungsstörung mit selteneren oder erschwerten Defäkationen. Chronischer Verlauf kann zu Begleitsymptomen wie Bauchschmerzen, Völlegefühl, harter Stuhl und Analbeschwerden führen. Die Ursachen sind vielfältig und reichen von Ernährungs- und Lebensstilfaktoren über Nebenwirkungen von Medikamenten bis zu neurologischen oder metabolischen Erkrankungen.
arterielle Hypertonie
Arterielle Hypertonie
Die arterielle Hypertonie bezeichnet eine dauerhaft erhöhte Blutdruckbelastung der Arterien. Häufige pathophysiologische Mechanismen sind ein erhöhter peripherer Gefäßwiderstand und eine reduzierte Elastizität der Gefäßwände. Die Erkrankung erhöht das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse und andere Organschäden.
Folgekomplikationen
Mögliche Folgekomplikationen bei Hypertonie
Herz: linksventrikuläre Hypertrophie, Herzschwäche, koronare Herzkrankheit bis hin zum Myokardinfarkt.
Gehirn: ischämischer oder hämorrhagischer Schlaganfall, transitorische ischämische Attacken, hypertensive Enzephalopathie.
Nieren: arterielle Nephrosklerose mit fortschreitender Nierenfunktionseinschränkung.
Gefäße: beschleunigte arteriosklerotische Veränderungen, Bildung von Aneurysmen und periphere arterielle Verschlusskrankheit.
Augen: hypertensive Retinopathie mit möglichen Sehstörungen bis hin zur Erblindung.
Asthma bronchiale
Asthma bronchiale
Definition und Symptome: Chronisch entzündliche Erkrankung der Atemwege, die sich durch wiederkehrende Episoden von Luftnot, Husten, Brustenge und pfeifenden Atemgeräuschen äußert.
Ursachen: genetische Prädisposition, allergische Sensibilisierungen, respiratorische Infektionen, Umweltfaktoren und körperliche Anstrengung können auslösend sein.
Diagnose: basiert auf Anamnese, körperlicher Untersuchung und lungenspezifischen Funktionsprüfungen; ergänzend können Allergietests erfolgen.
Therapieprinzipien: Ausschluss bzw. Minimierung von Auslösern sowie medikamentöse Behandlung zur Symptombehandlung und Entzündungshemmung.
Medikamentengruppen und wichtige Hinweise:
– Kurz- und langwirksame Beta-2-Agonisten (z. B. Salbutamol kurz wirksam, Salmeterol lang wirksam): relaxieren die Bronchialmuskulatur und werden zur schnellen Symptomkontrolle bzw. zur längerfristigen Bronchodilatation eingesetzt. Nebenwirkungen können Tachykardie, Tremor und Elektrolytverschiebungen sein.
– Inhalative Kortikosteroide: wirken entzündungshemmend in den Atemwegen und sind zentrale Dauertherapie zur Kontrolle der Entzündung. Wichtige unerwünschte Wirkungen sind lokale Pilzinfektionen der Mundhöhle (Candidose) und Heiserkeit; systemische Effekte sind dosisabhängig möglich.
Zusätzlich sind patientenbezogene Schulungsmaßnahmen Teil der Versorgung, um Selbstmanagement und Symptomkontrolle zu verbessern.
Rhinitis
Rhinitis (Schnupfen)
Definition und Symptome: Entzündung der Nasenschleimhaut mit vermehrter Sekretion, Niesen, nasaler Verstopfung und meist wässrigem Nasenausfluss. Bei allergischer Rhinitis treten zusätzlich Juckreiz und häufig Augensymptome auf.
Ursachen und Auslöser: Kann allergisch (z. B. Pollen, Hausstaubmilben, Tierhaare) oder nicht-allergisch bedingt sein. Saisonale Pollenexposition ist eine typische Ursache für wiederkehrende Symptome im Frühjahr.
Management: Behandlung richtet sich nach Ursache; Maßnahmen reichen von Triggervermeidung über symptomatische medikamentöse Therapie bis zu spezifischer Immuntherapie bei geeigneten Patienten.
Ekzem
Ekzem (Atopische Dermatitis)
Kernaussage: Chronisch-entzündliche Hauterkrankung mit Juckreiz, trockener Haut und schubweisem Verlauf.
Epidemiologie und Lokalisation: Bei Säuglingen sind Gesicht und Beugeseiten an Armen und Beinen häufig betroffen; bei älteren Kindern und Erwachsenen treten Läsionen vermehrt an Ellenbogenbeugen, Kniebeugen, Händen und Gesicht auf.
Ursachen und Auslöser: Die Erkrankung beruht auf einer Kombination aus genetischer Prädisposition, gestörter Hautbarriere, immunologischen Mechanismen und externen Faktoren (z. B. Irritanzien, Allergene, Stress).
Therapeutische Prinzipien: Basis ist Hautpflege mit rückfettenden Präparaten und das Meiden bekannter Auslöser; bei Bedarf kommen zusätzlich entzündungshemmende Therapien zum Einsatz.
Nackenschmerzen
Nackenschmerzen (Zervikalgie)
Definition und Beschwerden: Schmerzen im Bereich der Halswirbelsäule, häufig mit Bewegungseinschränkungen; Schmerzen können in Schultern oder Arme ausstrahlen.
Ursachen: Häufig muskulär bedingt durch Fehlhaltungen oder Überlastung; außerdem möglich sind degenerative Veränderungen der Halswirbelsäule, Bandscheibenprobleme, Verletzungen oder entzündliche Erkrankungen.
Warnzeichen: Begleitendes Fieber, unerklärlicher Gewichtsverlust, Nachtschweiß oder neurologische Ausfälle wie Kraftverlust, Gefühlsstörungen oder eingeschränkte Reflexe deuten auf eine dringlichere Abklärung hin.
Metoprolol
Metoprolol
Gruppe: Selektiver Beta-1-Adrenozeptorblocker.
Wirkung: Dämpft die Wirkung des sympathischen Nervensystems am Herzen, führt zu verlangsamter Herzfrequenz und reduzierter Kontraktilität; senkt dadurch den Blutdruck und vermindert Myokardarbeit.
Anwendungsgebiete: Wird unter anderem bei arterieller Hypertonie, bestimmten Herzrhythmusstörungen, koronarer Herzkrankheit/Angina pectoris und zur Sekundärprophylaxe nach Herzereignissen eingesetzt; es kann auch zur Migräneprophylaxe verwendet werden.
Wichtige Risiken und Hinweise: Häufige unerwünschte Wirkungen sind Müdigkeit, Schwindel und Bradykardie; gastrointestinale Beschwerden sowie kalte Extremitäten können auftreten. Bei Patienten mit bronchialer Hyperreagibilität ist Vorsicht geboten, da auch kardioselektive Betablocker bronchiale Effekte auslösen können. Ein abruptes Absetzen sollte vermieden werden, da sich kardiale Symptome verstärken können.
Ibuprofen
Ibuprofen
Gruppe: Nichtsteroidales Antirheumatikum (NSAR).
Wirkung: Hemmt die Cyclooxygenase-Enzyme, dadurch wird die Bildung von bestimmten Prostaglandinen reduziert, was schmerzlindernd und entzündungshemmend wirkt.
Anwendung: Zur kurzzeitigen Behandlung von Schmerzen, Fieber und entzündlichen Beschwerden.
Darreichungsformen: Erhältlich unter anderem als Tabletten, Kapseln, orale Suspensionen und Zäpfchen.
Wichtige Risiken: Kann Magen-Darm-Beschwerden bis hin zu Schleimhautschäden verursachen, das Blutungsrisiko erhöhen und bei längerer Anwendung oder Volumenmangel die Nierenfunktion beeinträchtigen. Allergische Reaktionen sind möglich. Bei bestimmten Vorerkrankungen und Kombinationsbehandlungen ist besondere Vorsicht geboten.
Movicol
Movicol
Gruppe: Osmotisches Laxans (Polyethylenglykol/Macrogol).
Wirkung: Erhöht das Wasser im Darmlumen und erleichtert so den Transport des Stuhls durch Aufweichung und Volumenvergrößerung.
Indikation: Symptomatische Behandlung von Verstopfung.
Wichtige Risiken: Kann zu Blähungen, Bauchschmerzen und Durchfall führen; bei Verdacht auf Darmverschluss oder bei ausgeprägter Dehydratation nicht anwenden. Bei langfristiger oder sehr umfangreicher Anwendung sind Elektrolytverschiebungen möglich.
Foster
Foster
Zusammensetzung: Kombinationsinhalator mit einem inhalativen Kortikosteroid und einem langwirksamen Beta-2-Agonisten.
Wirkmechanismus: Das Kortikosteroid verringert die Entzündung in den Atemwegen; der langwirksame Beta-2-Agonist bewirkt langfristige Bronchodilatation über Stimulation der Beta‑2‑Rezeptoren.
Indikation: Zur regelmäßigen Erhaltungstherapie bei Asthma und in bestimmten Fällen zur Symptomkontrolle bei COPD. Nicht zur Behandlung akuter Atemnot geeignet.
Anwendungshinweis: Nach Inhalation empfiehlt sich Mundspülen, um das Risiko lokaler Pilzinfektionen der Mundhöhle zu reduzieren.
Nebenwirkungen und Vorsichtsmaßnahmen: Mögliche unerwünschte Wirkungen umfassen Zittern, Herzklopfen, Heiserkeit und lokale Pilzinfektionen. Bei kardiovaskulären Erkrankungen oder ungewöhnlichen Beschwerden ist Vorsicht geboten.
Beamter
Beamter im Rathaus
Aufgabenbereich: Bearbeitung von Verwaltungsangelegenheiten der Kommune, zum Beispiel Melderegister, Ausstellung von Ausweisdokumenten, Bearbeitung von Bauanträgen sowie Verwaltung sozialer und finanzieller Angelegenheiten.
Ziel der Tätigkeit: Sicherstellung der rechtskonformen Umsetzung kommunaler Vorschriften und Unterstützung von Bürgerinnen und Bürgern in Verwaltungsfragen.
Schlaganfall
Schlaganfall
Definition: Ein Schlaganfall entsteht durch einen akuten Ausfall der Blutversorgung eines Hirnareals, sodass betroffene Nervenzellen nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt werden.
Klinisches Bild: Typische Folgen sind plötzliche, fokale neurologische Störungen wie halbseitige Schwäche oder Lähmung, Störungen der Sprache, visuelle Ausfälle oder Bewusstseinsveränderungen.
Ursachen: Meist liegt ein Gefäßverschluss zugrunde (ischämischer Schlaganfall); seltener ist eine Einblutung ins Hirngewebe (hämorrhagischer Schlaganfall) die Ursache.
Dringlichkeit: Ein Schlaganfall erfordert umgehende diagnostische Abklärung und rasches Therapiehandeln, da der Behandlungserfolg zeitabhängig ist.
Brustkrebs
Brustkrebs (Mammakarzinom)
Definition: Brustkrebs ist eine bösartige Neubildung des Drüsengewebes in der Brust.
Ausbreitung: Tumorzellen können lokal in umliegendes Gewebe einwachsen und über Lymph- oder Blutwege Fernmetastasen bilden, häufig in Lymphknoten, Knochen, Lunge oder Leber.
Klinische Hinweise: Auffälligkeiten können tastbare Knoten, Hautveränderungen an der Brust, Einziehungen der Brustwarze oder Ausfluss aus der Brustwarze sein.
Therapieprinzipien: Die Behandlung ist individuell und kann Operation, Bestrahlung sowie systemische Therapien wie Hormon- oder Chemotherapie umfassen. Eine frühzeitige Erkennung verbessert die Prognose.
Bell-Parese
Bell-Parese (idiopathische periphere Fazialisparese)
Definition: Die Bell-Parese ist eine plötzlich auftretende, einseitige Lähmung des Fazialisnervs ohne eindeutig identifizierbare Ursache.
Pathophysiologie: Vermutet wird eine entzündliche Reaktion mit Schwellung des Nervs im knöchernen Verlauf, was zu Funktionseinschränkungen führt.
Klinische Merkmale: Auffällig sind ein abgesenkter Mundwinkel, Probleme beim vollständigen Lidschluss und eine verminderte Mimik einschließlich fehlender Stirnrunzelung auf der betroffenen Seite.
Therapieansatz: Die Behandlung umfasst in der Regel entzündungshemmende Medikation (z. B. Kortikosteroide), Maßnahmen zum Schutz des Auges und unterstützende physiotherapeutische Übungen.
Radikulopathie
Radikulopathie
Definition: Eine Radikulopathie bezeichnet die Schädigung oder Reizung einer spinalen Nervenwurzel mit entsprechender Segmentalwirkung.
Ursachen: Häufige Auslöser sind Bandscheibenprolaps, degenerative Einengungen der Wirbelforamina, selten Tumoren oder entzündliche Prozesse.
Klinik: Typisch sind stechende, in ein Dermatom ausstrahlende Schmerzen, Sensibilitätsstörungen, Missempfindungen und gegebenenfalls segmentale Muskelkraftminderungen oder Reflexveränderungen.
Diagnostik und Therapie: Die Abklärung stützt sich auf klinische Tests und bildgebende Verfahren; die Therapie reicht von konservativen Maßnahmen wie Schmerztherapie und Physiotherapie bis zu interventionellen oder operativen Optionen bei anhaltender Schmerzbelastung oder fortschreitenden neurologischen Ausfällen.
Babesiose
Überblick
Babesiose ist eine von Zecken übertragene Infektion, verursacht durch intraerythrozytäre Protozoen der Gattung Babesia.
Erregerwirkung und Klinik
Die Parasiten befallen rote Blutkörperchen und können daher eine hämolytische Erkrankung hervorrufen, was zu Fieber, Schüttelfrost, Leistungsabfall, Muskelschmerzen und gegebenenfalls Ikterus und Anämie führt. Klinisch erinnert das Bild an Malaria durch den zellschädigenden Effekt auf Erythrozyten.
Besondere Risikogruppen
Bei Patienten mit geschwächtem Immunsystem oder fehlender Milz verlaufen Infektionen häufiger schwer.
Diagnostik und Therapie
Die Diagnose stützt sich auf mikroskopische Befunde bzw. molekulare Nachweise. Übliche medikamentöse Therapiekonzepte verwenden Kombinationen von Antiprotozoika; bei schwerem Verlauf kommen alternative Kombinationen mit etablierter Antiinfektiva zum Einsatz. Dosierungsangaben sind vom Schweregrad und der individuellen Situation abhängig und müssen ärztlich entschieden werden.
Tinea corporis
Definition und Erreger
Tinea corporis ist eine oberflächliche Dermatophytose der Körperhaut, verursacht durch Dermatophyten wie Trichophyton- und Microsporum-Arten.
Klinisches Bild
Typisch sind oval bis ringförmige, schuppende und oft juckende Erytheme mit zentraler Abblassung; bevorzugt betroffen sind Rumpf, Arme und Beine.
Therapie
Bei begrenzten Befunden werden lokal wirksame Antimykotika eingesetzt; bei ausgedehnteren oder rezidivierenden Infektionen kann eine systemische Behandlung erforderlich sein. Hygienemaßnahmen und Kontaktvermeidung sind ergänzend wichtig.
Blutdruck
Was ist Blutdruck und wie wird er gemessen
Der Blutdruck beschreibt den Druck des zirkulierenden Blutes in den arteriellen Gefäßen und wird durch systolischen und diastolischen Druck angegeben.
Messgeräte und Vorgehen
Für die Blutdruckmessung wird typischerweise eine aufblasbare Manschette zusammen mit einem Manometer verwendet; bei manueller Messung wird ein Stethoskop zur Auskultation der Korotkow-Geräusche eingesetzt. Wichtig sind korrekte Manschettengröße und Lagerung des Arms auf Herzhöhe.
Bedeutung
Die Blutdruckmessung gehört zu den grundlegenden Vitalparametern und liefert wichtige Informationen zum kardiovaskulären Status.
Atemfrequenz
Definition und Bedeutung
Die Atemfrequenz gibt die Anzahl der Atemzüge pro Minute an und ist ein zentraler Vitalparameter.
Normwerte und Auffälligkeiten
Bei erwachsenen Personen liegt die normale Atemfrequenz typischerweise im mittleren Bereich um 12–20 Atemzüge pro Minute; Werte darüber werden als Tachypnoe und Werte darunter als Bradypnoe bezeichnet.
Messung
Die Atemfrequenz wird am zuverlässigsten durch direkte Beobachtung der Brust- oder Bauchbewegungen über 30–60 Sekunden erfasst; bewusste Beeinflussung durch den Patienten sollte vermieden werden.
Sauerstoffsättigung
Sauerstoffsättigung — Messprinzip und praktische Hinweise
Die Sauerstoffsättigung beschreibt den Anteil des oxygenierten Hämoglobins am Gesamthämoglobin im Blut und wird routinemäßig nichtinvasiv mit einem Pulsoxymeter erfasst. Das Gerät wird typischerweise am Finger, an der Zehe oder am Ohrläppchen platziert und misst durch Lichtabsorption die relative Oxygenierung.
Bei der Interpretation sind gestörte periphere Durchblutung, Bewegung, Nagellack oder Fremdstoffe sowie bestimmte Hämoglobinformen (z. B. Carboxy‑/Methemoglobin) zu beachten, da diese die Messwerte verfälschen können.
Körpertemperatur
Körpertemperatur — Messorte und Vergleichswerte
Die Körpertemperatur kann an verschiedenen Lokalisationen bestimmt werden; rektale Messungen gelten als am nächsten am Kernkörpertemperaturwert gelegen und werden daher oft als Referenz angesehen.
Axillär: +0,5 °C dazurechnen,
Oral: also +0,3–0,5 °C dazurechnen
Rektal: gilt als Referenzwert
Patient/ inAnrede: Herr/Frau Oberarzt/Oberärztin ……….., Hiermit möchte ich Ihnen den Patienten Detlef Schon vorstellen. |
Datum16/10/2025 |
| Alter48 Jahre | Gewicht75 kg | Größe189 cm |
Allergien (Stichwörter)
Pollenallergie → Rhinitis
Genussmittel / Drogen (Stichwörter)
Nichtraucher
gelegentlicher Alkoholkonsum (1–2 Gläser Bier am Wochenende)
kein Drogenkonsum
Sozialanamnese (Stichwörter)
Beamter im Rathaus
verheiratet
zwei Kinder (10 und 13 Jahre), beide gesund
Familienanamnese (Stichwörter)
Vater: 75 Jahre, arterielle Hypertonie, Schlaganfall vor 3 Jahren, rechtsseitige Hemiparese
Mutter: 70 Jahre, Brustkrebs (operiert + Chemotherapie), aktuell geheilt
Medikamente (Stichwörter)
Metoprolol 50 mg 1-0-0
Ibuprofen 400 mg bei Bedarf
Movicol bei Bedarf
Foster®-Spray bei Pollenexposition
Anamnese (Vollsätze)
Der Patient stellte sich aufgrund einer seit gestern bestehenden linksseitigen peripheren Fazialisparese vor.
Seit vorgestern klagt er über eine Visusminderung und Dyschromatopsie ohne Diplopie. Zudem beschreibt er kurz andauernde Photopsien.
Seit fünf Tagen bestehen langsam zunehmende Kopfschmerzen, insbesondere im Nackenbereich, begleitet von leichter Nackensteifigkeit im Sinne einer Meningismus-Symptomatik.
Begleitend treten Hypästhesien, Parästhesien und Paresen der oberen Extremitäten auf.
Der Patient berichtet, beim Rasieren oder Essen Gegenstände kaum richtig halten zu können.
Außerdem bestehen nächtliche, ziehende Rückenschmerzen, Konzentrationsprobleme und Vergesslichkeit sowie leichtes Fieber (38,3 °C) und allgemeine Abgeschlagenheit.
Folgende Beschwerden wurden verneint:
Gesichts-Schmerzen, Hörstörungen, epileptische Anfälle, Atem-, gastrointestinale oder kardiale Beschwerden, Schwindel, Gangunsicherheit, Gelenk- oder Urogenitalbeschwerden, Nachtschweiß, Schüttelfrost, Inappetenz, Gewichtsverlust.
Er teilte mit, er habe vor etwa drei Monaten während eines Wanderurlaubs in Garmisch-Partenkirchen einen Zeckenstich am rechten Oberschenkel erlitten. Wenige Tage später sei dort ein rötlicher, ringförmiger Hautausschlag von etwa 10 cm Durchmesser mit zentralem Punkt aufgetreten, der sich nach etwa drei Wochen spontan zurückgebildet habe. Die Zecke hat er selbst entfernt. Im Anschluss seien leichte Erkältungssymptome aufgetreten.
Keine Auslandsreisen, keine Haustiere.
Die vegetative Anamnese ist unauffällig, abgesehen von einer Insomnie infolge der Beschwerden und einer chronischen Obstipation seit über zehn Jahren.
Vorerkrankungen:
Arterielle Hypertonie seit 5 Jahren (gut eingestellt), Asthma bronchiale und allergische Rhinitis seit Kindheit, degenerative Nackenschmerzen (C5–C6), Jochbeinfraktur links nach Fahrradunfall (konservativ, komplikationslos verheilt).
Verdachtsdiagnose – Differentialdiagnose (Vollsätze)
Es besteht der dringende Verdacht auf eine Lyme-Borreliose mit neurologischer Beteiligung (Neuroborreliose).
Die Anamnese mit vorangegangenem Erythema migrans und den aktuellen neurologischen Symptomen spricht für eine früh disseminierte Infektion.
Differentialdiagnostisch kommen infrage:
Idiopathische Fazialisparese (Bell-Parese)
Virale Meningitis
Babesiose (jedoch ohne Fieberschübe oder Hämolysezeichen)
Weiteres Vorgehen – Therapie (Vollsätze)
Da der Verdacht auf eine Neuroborreliose mit ZNS-Beteiligung besteht, wird eine stationäre Aufnahme zur weiteren diagnostischen Abklärung empfohlen. Geplant sind eine körperliche Untersuchung mit neurologischem Schwerpunkt, eine Lumbalpunktion, die Bestimmung des Liquor-Serum-Antikörper-Index, eine Borrelien-Serologie sowie ein MRT des Kopfes.
Nach Sicherung der Diagnose solle eine antibiotische Therapie eingeleitet werden. (Zusätzlich werde eine symptomatische Behandlung mit Analgetika empfohlen.)
Unterschrift
Vorname Nachname
Mit freundlichen Grüßen
Um eine Simulation mit KI durchzuführen, laden Sie die PDF-Datei mit Prompt herunter und laden Sie sie anschließend in eine KI-Anwendung wie ChatGPT hoch.
Seite 1 · 1–20 / 80
ARZT: Guten Tag,
Mein Name ist Doktor Rauter.
Ich bin heute als Assistenzärztin auf der Station tätig.
Ich würde gerne ein Anamnesegespräch mit Ihnen führen.
Falls Sie etwas nicht richtig verstanden haben oder Fragen haben, lassen Sie es mich bitte wissen.
Zunächst benötige ich einige persönliche Informationen, danach können wir fortfahren.
Wie heißen Sie?
PATIENT: Mein Name ist Detlef Schon.
ARZT: Habe ich es richtig verstanden – Schön mit Ö?
PATIENT: Nein, ohne Umlaut.
ARZT: Alles klar, Wie alt sind Sie, Herr Schon?
PATIENT: Ich bin 42 Jahre alt.
ARZT: Wann genau sind Sie geboren?
PATIENT: Ich habe am dreiundzwanzigsten Februar 1987 Geburtstag.
ARZT: Wie groß sind Sie?
PATIENT: Ich bin eins neunundachtzig groß.
ARZT: Wie viel wiegen Sie?
PATIENT: Ich wiege ungefähr zweiundachtzig Kilo.
ARZT: Wie heißt Ihr Hausarzt beziehungsweise Ihre Hausärztin?
PATIENT: Meine Hausärztin heißt Doktor Karla Scholz.
ARZT: Was kann ich heute für Sie tun?
PATIENT: Seit ein paar Tagen tut mir abends der ganze Kopf weh, besonders hinten im Nackenbereich.
Seit gestern merke ich außerdem, dass sich eine Gesichtshälfte nicht richtig bewegt – ich kann den Mundwinkel und das Auge nicht gut kontrollieren.
Auch das Sprechen ist ein bisschen beeinträchtigt.
Ich mache mir Sorgen, könnte das ein Schlaganfall sein?
ARZT: Ich verstehe, dass Sie sich Sorgen machen.
Ihre Symptome nehmen wir natürlich ernst.
Es muss nicht unbedingt ein Schlaganfall sein, aber wir sollten das dringend abklären.
Wir kümmern uns sofort um alles.
Haben Sie auch eine Lähmung oder Schwäche in Armen oder Beinen bemerkt?
PATIENT: Ja, seit etwa fünf Tagen habe ich ein Taubheitsgefühl und Kribbeln in den Armen, und mir fehlt die Kraft.
Beim Rasieren kann ich den Rasierer und beim Essen den Löffel kaum richtig halten.
ARZT: Haben sich die genannten Beschwerden in dieser Zeit auch verschlimmert?
PATIENT: Ja, die Schwäche in den Armen hat in dieser Zeit zugenommen.
ARZT: Wenn 1 ganz leicht und 10 unerträglich ist – wie stark sind die Schmerzen ungefähr?
PATIENT: Ich würde die Schmerzen mit 7 von 10 Punkten bewerten.
Besonders abends nehmen sie deutlich zu.
ARZT: Haben die Schmerzen plötzlich oder langsam angefangen?
PATIENT: Langsam. Es hat vor fünf Tagen leicht angefangen und ist dann stärker geworden.
ARZT: Strahlen die Schmerzen irgendwohin aus?
PATIENT: Nein, eigentlich nicht.
ARZT: Gibt es etwas, das die Schmerzen verbessert oder verschlechtert?
PATIENT: Bewegung und Licht machen es schlimmer, Ruhe hilft ein bisschen.
ARZT: Haben Sie Probleme mit der Aufmerksamkeit oder Konzentration bemerkt?
PATIENT: Ja, in den letzten Tagen fällt es mir schwer, mich länger zu konzentrieren.
Ich vergesse manchmal, was ich gerade machen wollte.
ARZT: Haben Sie noch etwas anderes bemerkt?
PATIENT: Ja, ich sehe erst seit vorgestern manchmal doppelt und verschwommen.
Außerdem wirken die Farben irgendwie anders als sonst.
ARZT: Wenn Sie ein Auge zuhalten – sehen Sie dann immer noch doppelt?
PATIENT: Nein, wenn ich ein Auge schließe, sehe ich normal.
Das Doppeltsehen ist nur da, wenn ich mit beiden Augen schaue.
ARZT: Könnten Sie das bitte etwas genauer beschreiben?
Wie sehen diese Lichtblitze aus, und wie lange dauern sie?
PATIENT: Das sind kurze, helle Blitze, meistens am Rand des Blickfeldes.
Sie dauern nur ein paar Sekunden und kommen mehrmals am Tag.
ARZT: Haben Sie Schmerzen oder ein Taubheitsgefühl im Gesicht bemerkt? Oder haben sich Geschmack, Tränenfluss oder Speichel verändert?
PATIENT: Nein, das habe ich nicht bemerkt.
ARZT: Haben Sie Hörprobleme oder Ohrgeräusche bemerkt?
PATIENT: Nein, gar nicht.
Seite 2 · 21–40 / 80
ARZT: Haben Sie eine Nackensteifigkeit bemerkt?
PATIENT: Ja, ein bisschen.
Ich kann den Kopf nicht so gut nach vorne beugen, es zieht im Nacken.
ARZT: Haben Sie auch Muskelzuckungen bemerkt?
PATIENT: Nein, sowas habe ich nicht bemerkt.
ARZT: Haben Sie Fieber gehabt?
PATIENT: Nur leicht, so um die 37,8 °C, aber kein richtig hohes Fieber.
ARZT: Hatten Sie in letzter Zeit einen Schlag auf den Kopf oder eine Kopfverletzung?
PATIENT: Nein, gar nicht.
ARZT: Wo haben Sie das Fieber gemessen – im Mund oder unter der Achsel?
PATIENT: Unter der Achsel.
ARZT: Ist Ihnen übel?
Haben Sie sich erbrochen?
PATIENT: Nein, mir war nicht übel, und ich habe mich auch nicht erbrochen.
ARZT: Wird Ihnen manchmal schwindlig oder unsicher beim Gehen?
PATIENT: Manchmal, wenn ich plötzlich aufstehe, wird mir ein bisschen schwindlig, aber das ist nichts Neues.
ARZT: Haben Sie Herzrasen, Herzklopfen oder Schmerzen in der Brust bemerkt?
PATIENT: Nein, das habe ich nicht bemerkt.
ARZT: Haben Sie Rücken- oder Gelenkschmerzen bemerkt?
PATIENT: Ja, ich habe seit ein paar Tagen ziehende Schmerzen im unteren Rücken.
Die Gelenke tun aber nicht weh.
ARZT: Verändern sich die Schmerzen bei bestimmten Haltungen, Bewegungen oder wenn Sie husten oder niesen?
PATIENT: Nein, die Schmerzen sind eigentlich unabhängig von der Bewegung, manchmal werden sie nachts stärker.
ARZT: Haben Sie Nachtschweiß oder Schüttelfrost bemerkt?
PATIENT: Nein, das habe ich nicht.
ARZT: Haben Sie in letzter Zeit ungewollt abgenommen?
PATIENT: Nein, mein Gewicht ist gleich geblieben.
ARZT: Ist Ihnen irgendeine Hautveränderung aufgefallen?
PATIENT: Im Moment nicht, aber vor etwa drei Monaten hatte ich während eines Wanderurlaubs in Garmisch-Partenkirchen einen Zeckenbiss am rechten Oberschenkel.
Einige Tage später habe ich dort einen roten, ringförmigen Fleck bemerkt, der langsam größer wurde.
Nach ein paar Wochen ist die Rötung dann von selbst verschwunden.
Die Zecke habe ich selbst herausgezogen.
ARZT: Ein sehr wichtiger Punkt – hatten Sie damals auch eine leichte Erkältung?
PATIENT: Stimmt, ja.
Ich hatte damals ein bisschen Schnupfen und leichtes Fieber, aber ich habe mir nichts dabei gedacht.
ARZT: Wie groß war denn der Ausschlag ungefähr?
PATIENT: also ungefähr so groß wie eine Handfläche.
In der Mitte war so ein kleiner Punkt, da, wo die Zecke gesessen hat.
ARZT: Wo genau wurden Sie gestochen?
PATIENT: Ich hatte damals eine kurze Hose an – der Stich war am rechten Unterschenkel, auf der Außenseite.
ARZT: Wie viele Wochen nach der Rötung haben die Kopfschmerzen, die Lähmung oder die Beschwerden in den Armen angefangen?
PATIENT: Etwa zwei Monate später. Erst kamen die Kopfschmerzen, und kurz danach hat sich die linke Gesichtshälfte schwach angefühlt.
ARZT: Ist Ihnen eine Schwellung am Hals oder an anderen Körperstellen aufgefallen?
PATIENT: Nein, nichts Auffälliges.
ARZT: Haben Sie Magen-Darm-Probleme, zum Beispiel Durchfall oder Bauchschmerzen?
PATIENT: Nichts Neues.
Ich habe seit etwa 15 Jahren Verstopfung und muss beim Stuhlgang oft stark pressen.
Manchmal nehme ich Movicol.
ARZT: Haben Sie Atemprobleme, zum Beispiel Atemnot?
PATIENT: Nein, keine Atemprobleme.
Seite 3 · 41–60 / 80
ARZT: Ist Ihnen beim Wasserlassen etwas aufgefallen – zum Beispiel die Menge, die Farbe oder Blut im Urin?
PATIENT: Nein, alles normal.
ARZT: Ist Ihnen aufgefallen, dass Ihr Bauch größer geworden ist oder dass Sie unter dem rechten Rippenbogen oder links oben eine Schwellung tasten können?
PATIENT: Nein, so etwas habe ich nicht bemerkt.
ARZT: Wie fühlen Sie sich im Moment?
PATIENT: Ehrlich gesagt ziemlich schlapp und müde.
Ich habe das Gefühl, mein Körper ist irgendwie erschöpft.
Die Kopfschmerzen und die Schwäche machen mich richtig fertig.
ARZT: Ich verstehe.
Was haben Sie denn bisher gegen die Beschwerden unternommen?
PATIENT: Ich habe Ibuprofen 400, aber das hat leider überhaupt nicht geholfen.
ARZT: Haben Sie wegen der Beschwerden bisher einen Arzt aufgesucht?
PATIENT: Leider nein.
Meine Versicherung war noch nicht aktiv, deshalb konnte ich nicht zum Arzt gehen.
ARZT: Wie sind Sie denn heute hierhergekommen?
PATIENT: Mit dem Auto, zusammen mit meiner Frau.
ARZT: Wie ist Ihr Appetit?
PATIENT: Ganz gut, ich esse eigentlich gerne alles.
ARZT: Ein kleiner Punkt noch zur Verstopfung: Medikamente wie Movicol kann man kurzfristig nehmen, aber das Wichtigste ist wirklich der Lebensstil – also viel trinken, sich regelmäßig bewegen und ballaststoffreich essen.
Haben Sie Probleme beim Schlafen?
PATIENT: Ja, seitdem ich diese Beschwerden habe, kann ich nicht richtig schlafen.
Ich wache oft in der Nacht auf und finde schwer wieder in den Schlaf.
ARZT: Wie gehen Sie mit Stress um?
PATIENT: Ich habe eigentlich nicht so viel Stress.
Wenn ich mich mal gestresst fühle, trinke ich manchmal einen Kräutertee, um ein bisschen zu entspannen.
ARZT: Leiden Sie an irgendwelchen Vorerkrankungen, zum Beispiel an Bluthochdruck, Zuckerkrankheit oder Herzproblemen?
PATIENT: Ja, ich habe seit fünf Jahren Bluthochdruck.
Außerdem leide ich schon seit längerer Zeit an Nackenschmerzen.
ARZT: Wie wurde damals die Diagnose gestellt?
PATIENT: Der Blutdruck wurde bei einer Routineuntersuchung beim Hausarzt gemessen, und da war er deutlich zu hoch.
ARZT: Messen Sie den Blutdruck auch regelmäßig zu Hause?
Wie sind Ihre Werte?
PATIENT: Ja, ich messe oft zu Hause – meistens so um die 120 zu 80.
ARZT: Sehr gut.
Gab es bei Ihnen Folgekomplikationen, zum Beispiel an den Nieren oder an den Augen?
PATIENT: Nein, soweit ich weiß, nicht.
ARZT: Wann waren Sie zuletzt beim Augenarzt?
PATIENT: Vor ungefähr zwei Jahren.
ARZT: Was nehmen Sie gegen den Bluthochdruck?
PATIENT: Ich nehme jeden Morgen Metoprolol.
Auf der Packung steht 50.
ARZT: Seit wann genau haben Sie Nackenschmerzen?
PATIENT: Schon seit über zehn Jahren.
Ich arbeite als Beamter im Rathaus, und durch die viele Büroarbeit ist wohl ein Haltungsproblem entstanden.
Der Orthopäde meinte nach der MRT-Untersuchung, dass die Halswirbelsäule etwas abgenutzt ist.
ARZT: Strahlen die Schmerzen auch in die Arme aus?
PATIENT: Ja, manchmal zieht der Schmerz bis in die Schultern und leicht in den rechten Arm.
ARZT: Wissen Sie, an welcher Stelle – also welcher Wirbel betroffen ist?
PATIENT: Ich bin mir nicht ganz sicher, aber ich glaube, im Bereich der Halswirbelsäule, so um C5 oder C6.
ARZT: Haben Sie Taubheitsgefühle oder so ein pelziges Gefühl irgendwo?
PATIENT: Nein, das habe ich nicht.
ARZT: Was nehmen Sie gegen die Schmerzen?
PATIENT: Bei Bedarf nehme ich Ibuprofen 400, das hilft ganz gut.
Seite 4 · 61–80 / 80
ARZT: Gibt es noch etwas, das Sie mir sagen möchten?
PATIENT: Ja, ich habe seit meiner Kindheit Asthma.
Ich bekomme manchmal Atemnot und Husten, vor allem im Frühling, wenn die Pollen fliegen.
ARZT: Wird es bei Ihnen auch im Winter, also bei Kälte, oder beim Sport schlimmer?
PATIENT: Im Winter ist es nicht so schlimm wie im Frühling, aber kalte Luft reizt meine Atemwege ein bisschen.
ARZT: Was unternehmen Sie dagegen?
PATIENT: Ich benutze mein Foster-Spray im Frühling
ARZT: Haben Sie nachts Husten oder wachen Sie wegen Husten auf?
PATIENT: Nein, eigentlich nicht.
ARZT: Haben Sie vielleicht auch Ekzeme oder Heuschnupfen?
PATIENT: Ja, bei Gräser- und Pollenflug bekomme ich manchmal Niesreiz und eine laufende Nase.
ARZT: Hatten Sie bis jetzt eine Operation oder ein anderes medizinisches Verfahren?
PATIENT: Nein, bisher nicht.
ARZT: Hatten Sie schon einmal einen Unfall?
PATIENT: Ja, vor zwei Jahren hatte ich einen Fahrradunfall mit einem Jochbeinbruch auf der linken Seite, aber ohne Operation.
Das ist alles gut verheilt.
ARZT: Nehmen Sie noch andere Medikamente?
PATIENT: Nein, nichts weiter.
ARZT: Haben Sie ein Rezept für Ihre Medikamente?
PATIENT: Ja, habe ich.
ARZT: Können Sie mir sagen, welche Impfungen Sie bisher bekommen haben?
PATIENT: Ja, ich bin gegen COVID-19 und F-S-M-E geimpft.
ARZT: Haben Sie noch weitere bekannte Allergien oder Unverträglichkeiten?
PATIENT: Nein, nicht dass ich wüsste.
ARZT: Rauchen Sie?
PATIENT: Nein, ich bin Nichtraucher.
ARZT: Trinken Sie Alkohol?
Wie oft, wie viel und was genau trinken Sie?
PATIENT: Nur am Wochenende – dann trinke ich vielleicht ein bis zwei Gläser Bier.
ARZT: Darf ich Sie fragen, ob Sie schon einmal Drogen konsumiert haben?
PATIENT: Nein, niemals.
ARZT: Treiben Sie regelmäßig Sport?
PATIENT: Nein, ehrlich gesagt nicht.
ARZT: Mit wem wohnen Sie zusammen?
PATIENT: Ich wohne mit meiner Familie in einer Wohnung.
ARZT: Haben Sie Kinder?
PATIENT: Ja, ich habe einen zehnjährigen Sohn und eine dreizehnjährige Tochter.
ARZT: Sind die beiden gesund?
PATIENT: Ja, beide sind gesund.
ARZT: Gibt es in Ihrer Familie wichtige Erkrankungen, zum Beispiel bei Ihren Eltern, Geschwistern oder anderen nahen Verwandten?
PATIENT: Ja. Mein Vater ist 75 Jahre alt, er leidet an Bluthochdruck und hatte vor drei Jahren einen Schlaganfall.
Seitdem ist er pflegebedürftig – das rechte Bein und der rechte Arm sind teilweise gelähmt.
Meine Mutter ist 70 und hatte vor einigen Jahren Brustkrebs.
Sie wurde operiert und bekam auch eine Chemotherapie, aber jetzt ist sie geheilt.
Das ist sicher keine einfache Situation für Sie.
ARZT: Wir sind mit der Anamnese fertig.
Haben Sie noch Fragen?
PATIENT: Was machen wir als Nächstes?
ARZT: Zuerst sollten wir eine körperliche Untersuchung durchführen.
Damit können wir Ihre Beschwerden besser einordnen und die mögliche Ursache eingrenzen.
Da Sie gefragt haben, ob es ein Schlaganfall sein könnte, kann ich sagen: Der Verlauf spricht eher dagegen.
Es sieht vielmehr nach einer Infektion oder Entzündung aus, aber das klären wir jetzt genau ab.


