Begrüßung
Guten Tag, Herr/Frau Oberarzt/Oberärztin ………..,
ich möchte Ihnen nun die Patientin Susanne Holst vorstellen.
Sie ist 63 Jahre alt, 1,70 m groß und wiegt etwa 88 kg. Der Body-Mass-Index (BMI) beträgt 30,4 und liegt damit im Bereich der Adipositas.
Aktuelle Anamnese
Die Patientin stellte sich heute aufgrund einer seit 2 Monaten bestehenden, belastungsabhängigen Dyspnoe sowie eines thorakalen Enge- und Druckgefühls vor.
Sie gab an, der Verlauf sei langsam progredient gewesen und habe sich insbesondere in den letzten vier Tagen verschlechtert.
Die Beschwerden bei der Patientin werden beim Treppensteigen bis in den ersten Stock deutlich zunehmen. Danach müsse sie für zwei bis drei Minuten pausieren, bevor sie weitergehen könne. Auch das Gehen längerer Strecken sei eingeschränkt. Die übliche Strecke zwischen zwei Bushaltestellen könne sie nur noch zur Hälfte (etwa 200 Meter) ohne Pause bewältigen.
Zusätzlich treten laut ihren Angaben retrosternale, stechende sowie drückende Schmerzen auf, die in den linken Arm und in den Nacken ausstrahlen. Die Schmerzintensität beträgt etwa 2 bis 3 von 10.
Des Weiteren hat sie über eine Orthopnoe (Schlaf mit zwei Kissen) sowie über ein seit 4 Tagen bestehendes beidseitiges Beinödem geklagt.
(Sie fügte hinzu, die Schuhe drücken vor allem am Abend.)
Als Begleitsymptome fielen ihr folgende auf:
Fatigue, Antriebslosigkeit, Tachypnoe, Reizhusten, Schwindel bei Lagewechsel, Hyperhidrose, Nykturie mit 2 bis 3 nächtlichen Toilettengängen sowie nächtliches Schnarchen (Schlafapnoe?!).
Fragen nach Nausea, Emesis, Tachykardie, Bewusstseinsverlust, Panikattacken, Blässe und Beinschmerzen wurden verneint.
Sie äußerte, ein Aufzug sei nicht vorhanden.
Die Patientin hat nach eigenen Angaben bisher keinen Arzt aufgesucht, da ihr schlicht die Energie dafür gefehlt hat.
Die vegetative Anamnese
Die vegetative Anamnese zeigte folgende Auffälligkeiten: Inappetenz seit etwa zwei Monaten, dennoch eine ungewollte Gewichtszunahme von circa 3 kg innerhalb der letzten Woche.
Die Patientin berichtete über Ein- und Durchschlafstörungen (Insomnie), bedingt durch beruflichen Stress sowie durch nächtliche Nykturie und Orthopnoe.
Weiterhin leidet sie seit längerer Zeit an Obstipation.
Vorerkrankungen
An Vorerkrankungen sind bei ihr die folgenden bekannt:
Die Patientin hat seit etwa zehn Jahren einen Typ-2-Diabetes. Laut ihren Angaben ist der Diabetes mellitus momentan schlecht eingestellt. Die Blutzuckerwerte schwanken. Vor sechs Monaten kam es zu einer möglichen schweren Entgleisung mit einem Blutzuckerwert von 700 mg/dL, weshalb sie zwei Tage im Krankenhaus behandelt werden musste. Folgekomplikationen bestehen bislang nicht.
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Kein Diabetes |
Prädiabetes |
Diabetes |
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Nüchternblutzucker |
< 100 mg/dl |
100–125 mg/dl |
≥ 126 mg/dl |
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Zufälliger Blutzucker |
– |
– |
≥ 200 mg/dl |
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HbA1c |
< 5,7 % |
5,7–< 6,5 % |
≥ 6,5 % |
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OGTT (2 h-Wert) |
< 140 mg/dl |
140–199 mg/dl |
≥ 200 mg/dl |
Nach Angaben der Patientin besteht seit 10 Jahren eine arterielle Hypertonie, die derzeit unzureichend eingestellt ist. Die Diagnose wurde mittels 24-Stunden-Blutdruckmessung gestellt. Folgekomplikationen bestehen bislang nicht.
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systolisch (mmHg) |
diastolisch (mmHg) |
Behandlung |
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Normaler Blutdruck |
< 120 |
< 70 |
– |
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Erhöhter Blutdruck |
120–139 |
70–89 |
+ |
Eine Hypercholesterinämie ist seit 10 Jahren bekannt.
Sie fügte hinzu, seit drei Jahren bestehe eine atriale Fibrillation. Der aktuelle INR-Wert liege bei 2,6.
Sie wurde vor 20 Jahren aufgrund einer Pankreatitis stationär behandelt. Die Ursache ist nicht dokumentiert.
Sie hat sich vor etwa 35 Jahren beim Volleyballspielen eine Rippenfraktur zugezogen, die konservativ mittels Verband behandelt wurde.
Voroperationen
Bei ihr wurde vor drei Jahren aufgrund einer fortgeschrittenen Coxarthrose eine Totalendoprothese (TEP) der rechten Hüfte implantiert.
Hinweis: Wenn eine Aussage durch eine ärztliche Untersuchung objektiv bestätigt werden kann – zum Beispiel durch sichtbare Narben – ist der Indikativ angebracht. (In der Fachsprachprüfung findet keine körperliche Untersuchung statt.)
Gynäkologie
In der gynäkologischen Anamnese berichtete die Patientin über zwei spontane, komplikationslose vaginale Entbindungen vor etwa 40 bzw. 35 Jahren.
Die Menopause besteht seit ca. 12 Jahren, gelegentlich treten milde Hitzewallungen auf.
Vor 3 Monaten wurde laut Patientinangaben in der Mammographie ein auffälliger Befund in der rechten Brust festgestellt; eine weiterführende Diagnostik ist für die kommende Woche geplant.
Medikamente
Derzeit nimmt die Patientin nach aktuellem Rezept folgende Medikation ein:
• Bisoprolol 5 mg 1× täglich
• Lisinopril 10 mg 1× täglich
• Metformin 500 mg 2× täglich
• Atorvastatin 40 mg abends
• Marcumar ¼ Tablette täglich, sonntags ½ Tablette (Umstellung auf Eliquis geplant)
• Laxoberal bei Bedarf
• Eisenpräparat (OTC, Drogeriemarkt), Einnahme alle 2–3 Tage.
Hinweis: Wenn eine Aussage durch eine ärztliche Beobachtung objektiv bestätigt werden kann – zum Beispiel anhand eines Rezepts – ist der Indikativ angebracht.
Allergien:
Die Patientin hat folgende Allergien angegeben:
Nach einem Bienenstich sei es zu einem anaphylaktischen Schock gekommen, weshalb sie einen Epi-Pen mitführe.
Zudem bestehe eine Allergie gegen Amoxicillin, die sich durch Urtikaria und Dyspnoe geäußert habe. Diese Reaktion sei vor 20 Jahren im Rahmen einer Pneumonitis-Behandlung aufgetreten.
Noxen
Zur Noxenanamnese gab die Patientin an, seit 4 Jahren Nichtraucherin zu sein; zuvor habe sie über 30 Jahre lang eine Schachtel Zigaretten täglich konsumiert (30 Packungsjahre). Der aktuelle Alkoholkonsum betrage etwa ein Glas Sekt pro Tag. In der Vergangenheit habe sie gelegentlich THC konsumiert.
Sozialanamnese
Die Patientin sei Verkäuferin in einem Bekleidungsgeschäft und lebe allein in einer Wohnung.
Zur Sozialanamnese gab die Patientin an, sie sei Verkäuferin in einem Bekleidungsgeschäft und lebe allein in einer Wohnung. Sie habe zwei Kinder und drei Enkelkinder. Bei einem der Enkelkinder bestehe ein kleiner angeborener Vorhofseptumdefekt (ASD).
Körperliche Aktivität: –
Familienanamnese
Zur Familienanamnese führte die Patientin an, bei ihrem Vater (83 Jahre) habe ein Pankreaskarzinom bestanden, das vor einem Jahr chirurgisch therapiert worden sei; sechs Monate nach dem Eingriff sei er verstorben.
Die Mutter (84 Jahre) sei dement und lebe im Pflegeheim; im Alter von 52 Jahren sei sie aufgrund eines Unterleibskarzinoms bei Blutungen und Bauchschmerzen operativ behandelt worden.
Verdachts- und Differentialdiagnose
Aus meiner Sicht sprechen die anamnestischen Angaben – also belastungsabhängige Dyspnoe, Thoraxschmerzen, Fatigue, Orthopnoe, Beinödeme und Nykturie – am ehesten für eine Herzinsuffizienz. Die Patientin bringt mehrere Risikofaktoren mit: Adipositas, Bewegungsmangel, Hypertonie, Diabetes mellitus und Dyslipidämie.
Basierend auf der Anamnese lässt sich die Patientin gemäß der New-York-Heart-Association-(NYHA-)Klassifikation der Klasse III zuordnen.
Im Rahmen einer chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung ist typischerweise ein chronisch produktiver Husten als Leitsymptom zu erwarten.
Ein Ödem ist auch im Rahmen einer diabetischen Nephropathie bei langjährigem Diabetes mellitus und arterieller Hypertonie zu erwarten; dies erklärt jedoch nicht die übrigen Symptome.
Eine Lungenembolie tritt in der Regel akut auf; häufig besteht dabei zusätzlich eine tiefe Venenthrombose (TVT).
Diagnostische Abklärung
körperliche Untersuchung
Da die Symptome und Risikofaktoren deutlich auf eine dekompensierte Herzinsuffizienz hinweisen, sollte in diesem Fall bereits nach der Anamnese eine stationäre Aufnahme der Patientin erfolgen, gefolgt von einer ausführlichen körperlichen Untersuchung. Zunächst werden die Vitalparameter erhoben – einschließlich Herzfrequenz, Blutdruck, Atemfrequenz, Sauerstoffsättigung und Körpertemperatur. Anschließend folgt eine gezielte körperliche Untersuchung.
Wir beginnen mit der Inspektion und achten dabei auf mögliche Ödeme, Blässe, Halsvenenstauung oder andere sichtbare Auffälligkeiten. Danach erfolgt die Palpation, zum Beispiel zur Beurteilung von Druckschmerz sowie der peripheren Pulse (z. B. A. radialis oder A. tibialis posterior). Auch das Vorhandensein eindrückbarer Ödeme kann dabei überprüft werden. Im nächsten Schritt wird perkutiert – unter anderem zur Beurteilung möglicher pulmonaler Veränderungen oder einer Hepatosplenomegalie. Zum Schluss hören wir Herz und Lunge ab (Auskultation), um pathologische Atemgeräusche oder auffällige Herztöne festzustellen.
Bei einer Herzinsuffizienz können wir zum Beispiel Rasselgeräusche basal über den Lungen hören – Hinweis auf eine pulmonale Stauung – sowie ein 3. Herzton (Galopprhythmus), der für eine diastolische Funktionsstörung spricht.
Die Herzspitze (Apex) befindet sich in der Regel im 5. Interkostalraum links in der Medioklavikularlinie. Die Palpation des Herzspitzenstoßes liefert Hinweise auf die Herzgröße und die Pumpkraft. Ein verbreiterter oder verlagert tastbarer Apexstoß kann auf eine Linksherzinsuffizienz hindeuten.
Zudem sollten Halsvenenstauungszeichen sowie ein positiver hepatojugulärer Reflux überprüft werden, da sie Hinweise auf eine Rechtsherzinsuffizienz geben können.
Laboruntersuchungen
Bei Verdacht auf eine Herzinsuffizienz sollten ein kleines Blutbild, das C-reaktive Protein, Elektrolyte, der Lipidstatus, Nierenfunktionsparameter, Leberwerte, TSH (Thyreoidea-stimulierendes Hormon), HbA1c, Nüchternblutzucker, Gerinnungsparameter, D-dimere?! sowie das B-Typ-natriuretische Peptid (NT-proBNP) bestimmt werden.
Zum Ausschluss eines akuten Koronarsyndroms sollten Troponin I oder T sowie CK-MB bestimmt werden.
Anatomische Diagnose
Elektrokardiogramm
Ein EKG wird durchgeführt, indem Elektroden auf der Haut des Brustkorbs, der Arme und Beine angebracht werden, um die elektrische Aktivität des Herzens aufzuzeichnen.
Im EKG zeigen sich bei Herzinsuffizienz häufig unspezifische Veränderungen wie Tachykardie (z. B. Vorhofflimmern), Zeichen einer linksventrikulären Hypertrophie, QRS-Verbreiterungen, ST-Streckensenkungen oder T-Negativierungen sowie Hinweise auf zurückliegende Myokardinfarkte (z. B. pathologische Q-Zacken).
Auswertungen
Sinustachykardie mit einer Herzfrequenz von 120/min. Ein verbreiterter und vertiefter negativer Endanteil der P-Welle in V1 kann auf eine linksatriale Vergrößerung hinweisen. Hohe R-Zacken in V5/V6 und tiefe S-Zacken in V1/V2 sowie ST-Senkungen und negative T-Wellen in I und V3-V6 sprechen für eine linksventrikuläre Hypertrophie. Die anatomische Bestätigung erfolgt mittels Echokardiografie.
Normofrequenter Sinusrhythmus mit einer Herzfrequenz von 75/min. Eine biphasische P-Welle in V1 kann normal sein; ein verbreiterter und vertiefter negativer Endanteil kann auf eine linksatriale Vergrößerung hinweisen. Hohe R-Zacken in V5/V6 und tiefe S-Zacken in V1/V2 können für eine linksventrikuläre Hypertrophie sprechen. Die anatomische Bestätigung erfolgt mittels Echokardiografie.
Inferoposteriorer Myokardinfarkt mit Verdacht auf rechtsventrikuläre Beteiligung. Zur weiteren Beurteilung zusätzlich V7–V9 und V3R/V4R ableiten.
Thorax-Röntgen
Der Patient entfernt Schmuck und Kleidung im Brustbereich. Er steht oder sitzt frontal zur Röntgenplatte. Während der Aufnahme wird er gebeten, tief einzuatmen und die Luft kurz anzuhalten. Beurteilt werden unter anderem der Herzschatten (z. B. bei Herzhypertrophie), die Gefäßzeichnung (Hinweise auf pulmonale Stauung oder Kongestion) sowie mögliche Zeichen eines Lungenödems.
Echokardiographie:
Die Echokardiographie ist ein bildgebendes Verfahren zur Beurteilung der Herzstruktur und -funktion, Wandbewegungen und Bewegungen von Herzklappen mittels Ultraschalles. Bei der transthorakalen Echokardiographie (TTE) ist keine spezielle Vorbereitung erforderlich. Der Patient liegt in der Regel in Linksseitenlage, während der Schallkopf auf die Brustwand aufgesetzt wird, um verschiedene Schnittebenen des Herzens darzustellen. Dabei kann unter anderem die Ejektionsfraktion (EF) gemessen werden, ein wichtiger Parameter zur Beurteilung der Pumpfunktion des linken Ventrikels.
Eine Echokardiografie, auch Herzultraschall genannt, ergibt, dass der Patient entweder eine reduzierte Ejektionsfraktion (weniger als 40 %), eine mittelgradige Ejektionsfraktion (zwischen 40 und 50 %) oder eine erhaltene Ejektionsfraktion hat.
(Bei der transösophagealen Echokardiographie (TEE) muss der Patient etwa sechs Stunden nüchtern bleiben. Vor der Untersuchung erfolgen eine Aufklärung und gegebenenfalls eine Sedierung. Während der TEE wird eine Ultraschallsonde über die Speiseröhre eingeführt, um detaillierte Bilder des Herzens, insbesondere der Herzklappen und der Vorhöfe, zu erhalten.)
Behandlung
Lebensstilmodifikation
• Gewichtsreduktion
• regelmäßige körperliche Aktivität
• Reduktion der Kochsalzaufnahme
Allgemeine Akutmaßnahmen
• Monitoring: EKG-Monitoring, Blutdruck, Herzfrequenz, Sauerstoffsättigung
• Sauerstoffgabe: Nur bei SpO₂ < 90 % oder klinischen Zeichen der Hypoxie
Therapie
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Einteilung |
Behandlungsstrategie (angeblich nicht erforderlich) |
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Stadium A |
Gewichtskontrolle, regelmäßige sportliche Betätigung, Raucherentwöhnung, Verzicht auf Alkoholkonsum und Drogen, Behandlung von arterieller Hypertonie, Diabetes und Dyslipidämie |
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Stadium B |
NYHA 1 |
Stadium A + ACEI oder ARB ± Betarezeptorenblocker ± implantierbarer Kardioverter-Defibrillator (ICD) |
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Stadium C |
NYHA 2 NYHA 3 |
Stadium A + Diuretikum + ACE oder ARNI + Betarezeptorenblocker + Mineralkortikoid-Rezeptorantagonisten ± Herzglykoside ± Isosorbiddinitrat/ Hydralazin ± Ivabradin ± implantierbarer Kardioverter-Defibrillator (ICD) oder biventrikuläre Schrittmachersysteme |
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Stadium D |
NYHA 4 |
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New-York-Heart-Association-Klassifikation der Herzinsuffizienz |
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NYHA I |
Die Patienten haben keine körperlichen Einschränkungen und weisen bei alltäglichen körperlichen Aktivitäten keine Symptome auf. |
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NYHA II |
Normale körperliche Aktivität verursacht leichte Symptome und führt zu einer geringfügigen Einschränkung der Belastungstoleranz. |
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NYHA III |
Patienten fühlen sich nur in Ruhe wohl; bereits geringere körperliche Aktivität als üblich verursacht Symptome |
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NYHA IV |
Symptome der Herzinsuffizienz treten auch in Ruhe auf, und selbst leichte körperliche Aktivität verursacht Symptome. |
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Stadium A |
Risikopatienten ohne strukturelle Herzerkrankung oder Symptome |
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Stadium B |
Strukturelle Herzerkrankung ohne Symptome. |
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Stadium C |
Strukturelle Herzerkrankung mit Symptomen. |
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Stadium D |
Therapie-refraktäre Symptome, oft mit Bedarf an spezialisierten Maßnahmen. |
Koronarangiographie:
Eine Koronarangiographie ermöglicht die Beurteilung der Koronararterien und die gezielte Behandlung von Verengungen oder Verschlüssen.
Die Angiographie ist ein minimalinvasiver Eingriff zur Darstellung und ggf. Behandlung von Arterien mithilfe von Röntgenstrahlen und Kontrastmittel. Nach der Desinfektion der Punktionsstelle wird das Kontrastmittel über eine größere Arterie, wie die Arteria femoralis oder die Arteria radialis, injiziert. Anschließend werden Röntgenaufnahmen angefertigt, um den Blutfluss sowie mögliche Thrombosen oder Stenosen sichtbar zu machen. Dieses Verfahren wird in bestimmten Fällen durch die Duplexsonographie ersetzt, da diese nicht-invasiv ist und kein Kontrastmittel erfordert. Der Eingriff dauert in der Regel 30 bis 60 Minuten und bedarf keiner aufwendigen Vorbereitung. Bei Bedarf kann währenddessen gleichzeitig eine therapeutische Maßnahme erfolgen, etwa durch den Einsatz eines Ballonkatheters oder eines Stents zur Behandlung von Gefäßverengungen. Eine Angiographie birgt Risiken wie Blutungen, Infektionen, allergische Reaktionen auf Kontrastmittel sowie selten Gefäßverletzungen oder Nierenfunktionsstörung.
Extra
Namen:
Herr Haas, Herr Schieler, Frau Fischer, Herbert Nordheide
Berufe:
Gärtnerin, Fassbinder
Einzelheiten:
Ich war heute bei meiner Urenkelin, da sie Geburtstag hatte.
Er hat während der Arbeit ein Druckgefühl in der Brust verspürt.
Vorerkrankungen:
Endoskopische Operation aufgrund einer Prostatahyperplasie vor 5 Jahren
Spannungs-Kopfschmerzen
Knie-TEP (Knie-Totalendoprothese)
Hypothyreose
Oberschenkelhalsfraktur infolge eines Sturzes
Biopsie der Brustdrüse wegen eines Tumors, Ergebnis: gutartig
Z. n. Nukleotomie vor 3 Jahren infolge eines LWS-Diskusprolaps. Als Folge besteht eine Lumbalgie, die bei Bedarf mit Ibuprofen 400 mg behandelt wird.
Allergien:
Hausstaubmilben: Rhinokonjunktivitis
Birkenallergie mit Rhinokonjunktivitis
Medikamente:
xarelto
Familialanamnese:
Vater: Lungenkarzinom
Mutter: Demenz
Mutter sei an Zervixkarzinom gestorben
Sozial:
verwitwet vor 2 J. (Mammakarzinom)
Eheman ist an sepsis verstorben.
Fragen
1. Muss ich hier übernachten? Ich muss mich um meinen Sohn kümmern – er kann nicht allein bleiben. Was soll ich jetzt tun?
Ich verstehe, dass Ihnen Ihr Sohn sehr wichtig ist. Die stationäre Aufnahme ist aus medizinischer Sicht notwendig, aber wir unterstützen Sie gern dabei, gemeinsam mit dem Sozialdienst oder Ihrer Familie eine gute Lösung zu finden.
2. Wie viel Alkohol ist zu viel täglich?
Für Männer: nicht mehr als 24 g reiner Alkohol/Tag
Für Frauen: nicht mehr als 12 g reiner Alkohol/Tag
Ungefähr 10–12 g reiner Alkohol sind enthalten in 0,25 l Bier, 0,1 l Sekt, 0,1 l Wein
3. Welche Diagnosen kämen bei einem jüngeren Patienten mit ähnlichen Symptomen in Betracht?
Bei einem jüngeren Patienten mit Symptomen einer Herzinsuffizienz kommen vor allem Kardiomyopathien, Perikarditis, Myokarditis, angeborene Herzfehler sowie hormonelle Ursachen wie eine Hyperthyreose in Betracht. Auch Substanzmissbrauch (z. B. Alkohol oder Drogen) könnte möglicher Auslöser sein.
4. Kann ein grippaler Infekt eine Herzinsuffizienz auslösen?
Ja, ein grippaler Infekt (v. a. durch Viren wie Influenza oder Coxsackie) kann in seltenen Fällen eine Myokarditis (Herzmuskelentzündung) verursachen. Diese kann zu einer akuten oder später chronischen Herzinsuffizienz führen.
5. Warum tritt Nykturie bei Patienten mit Herzinsuffizienz auf?
Tagsüber sammelt sich bei Herzinsuffizienz Flüssigkeit in den unteren Extremitäten, besonders bei aufrechter Körperhaltung. Beim Hinlegen verteilt sich die Flüssigkeit gleichmäßiger im Körper, was das Blutvolumen erhöht. Die bessere Nierendurchblutung im Liegen regt die Nierenfunktion an, wodurch mehr Urin produziert wird. Dies führt dazu, dass die Patienten häufiger nachts auf die Toilette müssen.
6. Warum kommt es bei Herzinsuffizienz häufig zu Husten?
Husten und Orthopnoe bei Herzinsuffizienz entstehen durch einen Flüssigkeitsstau in der Lunge infolge einer Linksherzinsuffizienz. Die Reizung der Atemwege führt typischerweise zu trockenem Reizhusten, der vor allem nachts oder in liegender Position auftritt.
7. Warum genau verbessert sich die Schwellung im Liegen whärend des Schlafs?
Bei Herzinsuffizienz verbessert sich die Schwellung im Liegen während des Schlafs, weil die Schwerkraft nicht mehr auf die Beine wirkt. Dadurch wird das venöse Blut besser zum Herzen zurückgeführt.
8. Welche Vorteile bietet eine Umstellung von Marcumar auf Eliquis?
Eliquis (Apixaban) – ebenso wie andere direkte orale Antikoagulanzien – bietet gegenüber Marcumar (Phenprocoumon) den Vorteil, dass keine regelmäßige INR-Kontrolle erforderlich ist, es weniger Wechselwirkungen mit Nahrungsmitteln gibt und das Risiko für Blutungen, insbesondere intrakranielle, insgesamt geringer ist.
9. Wie lässt sich erklären, dass der Patient trotz Behandlung weiterhin Symptome zeigt?
Mögliche Erklärungen sind eine unzureichende Therapieeinstellung, eine fortgeschrittene Krankheitsphase, mangelnde Medikamentenadhärenz oder das Vorliegen zusätzlicher Belastungsfaktoren wie Infekte, Rhythmusstörungen oder Begleiterkrankungen
10. Welche Risiken sind mit dem Konsum von Haschisch verbunden?
Der Konsum von Haschisch kann unter anderem zu Konzentrationsstörungen, Antriebslosigkeit, Angstzuständen, Psychosen sowie einer Abhängigkeit führen. Besonders bei Jugendlichen kann er die Gehirnentwicklung negativ beeinflussen.
11. Was würden Sie der Patientin im Alltag empfehlen, um mit ihrer Hausstaubmilbenallergie umzugehen?
Bei einer Hausstaubmilbenallergie sollte die Patientin die Bettwäsche wöchentlich bei mindestens 60 °C waschen und das Schlafzimmer kühl und trocken halten. Teppiche, Vorhänge und Polstermöbel sollten möglichst vermieden oder regelmäßig gereinigt werden. Wichtig ist außerdem das Staubsaugen mit einem HEPA-Filtergerät – am besten nicht selbst durchgeführt
Notizen
BMI
Body‑Mass‑Index (BMI)
Der BMI ist ein einfaches Verhältnismaß, das zur Einordnung des Körpergewichts verwendet wird. Er wird berechnet, indem das Körpergewicht in Kilogramm durch das Quadrat der Körpergröße in Metern gesetzt wird. Klinisch dient der Wert zur Abschätzung von Untergewicht, Normalgewicht, Übergewicht und Adipositas; ein BMI von etwa 30 oder höher wird als Adipositas eingestuft.
Dyspnoe
Die Atemnot bei Herzinsuffizienz entsteht vor allem durch eine pulmonale Stauung infolge erhöhter linksseitiger Füllungsdrücke und kann sowohl bei reduzierter als auch bei erhaltener Ejektionsfraktion auftreten.
thorakalen Enge- und Druckgefühls
Ein thorakales Enge- oder Druckgefühl, insbesondere retrosternal, kann auf eine Angina pectoris hinweisen.
bis in den ersten Stock
Atemnot beim Treppensteigen bis zum ersten Stock kann bei Herzinsuffizienz NYHA II bis III entsprechen.
zwei bis drei Minuten
Beim Treppensteigen bis zum ersten Stock tritt Atemnot auf, sodass der Patient eine zwei- bis dreiminütige Pause benötigt. Dies spricht bei Beschwerdefreiheit in Ruhe eher für NYHA III.
Die übliche Strecke zwischen zwei Bushaltestellen
Übliche Strecke zwischen zwei Bushaltestellen
Der Ausdruck bezieht sich auf eine geläufige Alltagsdistanz als Referenzmaß (im Kontext hier etwa 400 m). Die Patientin gibt an, nur etwa die Hälfte dieser Strecke (ca. 200 m) ohne Unterbrechung gehen zu können. Diese Angabe wird im klinischen Alltag häufig genutzt, um die Gehstrecke und die Mobilität eines Patienten grob zu erfassen.
retrosternale, stechende sowie drückende Schmerzen
Retrosternale, drückende Schmerzen können auf eine myokardiale Ischämie, etwa bei Angina pectoris oder akutem Koronarsyndrom, hinweisen.
Orthopnoe
Orthopnoe
Orthopnoe bezeichnet das Auftreten von Atemnot im Liegen, wodurch Betroffene häufig mit erhöhter Kopf- und Oberkörperlage schlafen (hier: zwei Kissen). Pathophysiologisch begünstigt das Liegen die Verlagerung von Blut in den Thorax und kann zu einer Zunahme des pulmonalvenösen Drucks und damit zu Belastungs- oder Lagerungsinduzierter Atemnot führen. Das gleichzeitige Vorliegen eines beidseitigen Beinödems unterstützt die klinische Einordnung als Zeichen für eine Flüssigkeitsretention bzw. kardiale Stauung.
Beinödem
Die abends zunehmenden Beinödeme lassen sich bei Herzinsuffizienz durch eine venöse Stauung und Flüssigkeitseinlagerung erklären. Im Liegen wird die Flüssigkeit nachts vermehrt rückverteilt, sodass die Beine morgens weniger geschwollen sind.
Fatigue
Die Müdigkeit bei Herzinsuffizienz lässt sich durch ein vermindertes Herzzeitvolumen und eine reduzierte Durchblutung der Muskulatur erklären; sie kann auch bei erhaltener Ejektionsfraktion auftreten.
Antriebslosigkeit
Die Antriebslosigkeit bei Herzinsuffizienz kann mit einem verminderten Herzzeitvolumen und eingeschränkter körperlicher Belastbarkeit zusammenhängen
Tachypnoe
Tachypnoe
Definition und Erkennung:
Tachypnoe bezeichnet eine beschleunigte Atmung; in der klinischen Praxis wird sie häufig bei einer Atemfrequenz über etwa 20 Atemzügen pro Minute eingeordnet.
Bedeutung:
Eine erhöhte Atemfrequenz kann Hinweis auf eine respiratorische oder kardiale Belastung, auf Schmerzen, Fieber oder eine metabolische Störung sein und erfordert klinische Abklärung im Gesamtzusammenhang.
Reizhusten
Reizhusten
Kurzbeschreibung: Ein Reizhusten ist ein überwiegend trockener, krampfartiger Hustenreiz ohne oder mit sehr wenig Auswurf.
Relevanz im Kontext: Bei rückwärtsgestauter Lunge, etwa durch Herzinsuffizienz mit venösem Rückstau, kann ein solcher trockener Husten auftreten, insbesondere in Ruhe oder nachts. Er kann ein Hinweis auf eine kardiale Ursache sein und sollte in Zusammenhang mit weiteren Symptomen beurteilt werden.
Schwindel
Schwindel bei Lagewechsel
Kurzbeschreibung: Als Lagewechsel-Schwindel bezeichnet man Schwindelgefühle oder Flimmersymptome, die kurz nach dem Aufrichten oder beim schnellen Lagewechsel auftreten.
Wahrscheinliche Erklärung: Solche Beschwerden passen zu einer orthostatischen Blutdrucksenkung, bei der es beim Aufstehen zu einem vorübergehenden Abfall des Blutdrucks und damit zur Minderdurchblutung des Gehirns kommt.
Hyperhidrose
Hyperhidrose
Kurzbeschreibung: Hyperhidrose bezeichnet eine übermäßige Schweißproduktion, die über das für Temperaturregulation oder körperliche Anstrengung Notwendige hinausgeht.
Klinische Hinweise: Sie kann generalisiert oder lokal begrenzt auftreten und bei verschiedenen Grunderkrankungen oder als Nebenwirkung von Medikamenten vorkommen.
Nykturie
Nykturie
Kurzbeschreibung: Nykturie bedeutet wiederholtes nächtliches Wasserlassen, das das Schlafkontinuum unterbricht.
Möglicher Mechanismus: Ein vermehrter nächtlicher Harndrang kann durch Umverteilung von Flüssigkeit im Liegen mit zunehmender Nierendurchblutung und gesteigerter Diurese begünstigt werden; dies ist einer von mehreren möglichen Erklärungsansätzen und tritt insbesondere bei bestimmten Herz‑ oder Flüssigkeitsregulationsstörungen auf.
Nausea
Übelkeit (Nausea)
Subjektives Empfinden von Brechreiz, das nicht zwingend mit Erbrechen einhergeht. In der Anamnese wurde gezielt nach Übelkeit gefragt; dies wurde verneint.
Emesis
Erbrechen (Emesis)
Aktiver Austritt von Mageninhalt über den Mund. Beim Screening wurde nach Erbrechen gefragt und dies wurde vom Patienten/der Patientin verneint.
Bewusstseinsverlust
Bewusstseinsverlust
Vorübergehender oder anhaltender Verlust des Bewusstseins; eine Synkope ist eine häufige Ursache für einen transienten Bewusstseinsverlust. In der erhobenen Anamnese wurde kein Bewusstseinsverlust angegeben.
Beinschmerzen
Beinschmerzen
Differenzialdiagnostisch gehören tiefe Venenthrombose, chronisch-venöse Insuffizienz und periphere arterielle Verschlusskrankheit zu wichtigen Ursachen von Beinschmerzen. In der aktuellen Befragung wurden Schmerzen in den Beinen verneint, es liegen daher keine bestätigten Hinweise auf diese Erkrankungen vor.
Inappetenz
Inappetenz
Die Patientin berichtet über einen deutlich verminderten Appetit seit ungefähr zwei Monaten. Auffällig ist, dass dieser Appetitverlust trotz Angabe einer ungewollten Gewichtszunahme von rund 3 kg innerhalb der letzten Woche besteht.
Gewichtszunahme
Die Gewichtszunahme bei Herzinsuffizienz entsteht häufig durch eine vermehrte Natrium- und Wasserretention, die zu Flüssigkeitseinlagerungen führt.
Insomnie
Insomnie
Die Patientin klagt über Schwierigkeiten beim Einschlafen sowie wiederholtes Durchwachen. Sie ordnet die Schlafstörungen primär beruflichem Stress zu; zusätzlich werden nächtliche Nykturie und Orthopnoe als beeinflussende Faktoren genannt.
Obstipation
Obstipation
Es besteht seit längerer Zeit eine Störung der Darmentleerung mit Verstopfungsbeschwerden.
Typ-2-Diabetes
Definition: Typ-2-Diabetes ist eine chronische Stoffwechselerkrankung, bei der der Glukosestoffwechsel gestört ist.
Pathophysiologie: Die Erkrankung beruht hauptsächlich auf einer verminderten Empfindlichkeit des Gewebes gegenüber Insulin (Insulinresistenz) kombiniert mit einer unzureichenden Insulinsekretion der Betazellen. Im Gegensatz dazu entsteht Typ‑1‑Diabetes durch eine Autoimmunreaktion mit weitgehender Zerstörung der insulinproduzierenden Betazellen und damit einem absoluten Insulinmangel.
Klinischer Verlauf und Bedeutung: Bei unzureichender Einstellung können starke Blutzuckerschwankungen und gelegentlich akute schwere Hyperglykämien auftreten, die eine stationäre Behandlung erfordern können. Langfristig erhöht unkontrollierter Typ‑2‑Diabetes das Risiko für Gefäß‑ und Nervenschäden sowie andere Folgeerkrankungen.
Hypercholesterinämie
Definition: Hypercholesterinämie bezeichnet einen erhöhten Cholesterinspiegel im Blut, wobei insbesondere ein Anstieg des LDL‑Cholesterins klinisch relevant ist.
Klinische Bedeutung: Ein dauerhaft erhöhter Cholesterinspiegel begünstigt die Entstehung von atherosklerotischen Veränderungen der Arterien und erhöht dadurch das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse.
Praktische Konsequenz: Bei bekannter Hypercholesterinämie werden in der Regel Blutlipidwerte kontrolliert und Maßnahmen zur Risikoreduktion erwogen.
atriale Fibrillation
Definition: Die atriale Fibrillation, auch Vorhofflimmern genannt, ist eine häufige Herzrhythmusstörung, bei der die elektrischen Aktivitäten in den Vorhöfen ungeordnet ablaufen und zu einer unregelmäßigen Herzaktion führen.
Ursachen und Symptome: Häufige Auslöser sind Bluthochdruck, koronare Herzkrankheit, Herzinsuffizienz, eine Überfunktion der Schilddrüse oder übermäßiger Alkoholkonsum. Betroffene berichten oft über Herzklopfen, einen unregelmäßigen Puls, Schwindel, Atemnot oder Müdigkeit; manche Patientinnen und Patienten haben jedoch keine Beschwerden.
Behandlungsschwerpunkte: Die Therapie zielt auf Kontrolle der Herzfrequenz oder Wiederherstellung des Sinusrhythmus sowie auf Schlaganfallprophylaxe durch Antikoagulation. Elektrische Kardioversion und kathetergestützte Ablation sind mögliche interventionelle Optionen.
Labor: Der INR-Wert wird zur Überwachung einer Therapie mit Vitamin‑K‑Antagonisten herangezogen, da er die Gerinnungshemmung reflektiert.
Volleyballspielen
Volleyball: Kurzbeschreibung
Volleyball ist eine Mannschaftssportart, bei der zwei Teams über ein mittig gespanntes Netz gegeneinander antreten. Ziel des Spiels ist es, den Ball so aufs gegenüberliegende Spielfeld zu spielen, dass die gegnerische Mannschaft ihn nicht regelkonform zurückspielen kann. Gespielt wird meist in Sätzen; das Regelwerk unterscheidet Aufschlag, Angriff, Block und Abwehr.
Totalendoprothese
Bei einer Totalendoprothese (TEP) werden die geschädigten Gelenkflächen durch künstliche Komponenten aus Metall, Kunststoff und/oder Keramik ersetzt. Der Eingriff kommt bei starken Schmerzen und deutlichen Funktionseinschränkungen infrage, wenn konservative Behandlungen nicht ausreichend helfen. Er erfolgt unter Allgemein- oder Regionalanästhesie. Üblicherweise dürfen vor der Anästhesie mindestens sechs Stunden keine feste Nahrung und zwei Stunden keine klaren Flüssigkeiten aufgenommen werden; maßgeblich sind die Vorgaben des Anästhesieteams. Mögliche Komplikationen sind Infektionen, Blutungen, Thrombosen, Lungenembolien und Prothesenlockerungen sowie bei Hüftprothesen Luxationen.
Bisoprolol
Bisoprolol: Überblick
Gruppe
Selektiver Beta-1-Blocker aus der Klasse der Betablocker.
Wirkmechanismus
Blockiert vorrangig Beta-1-Adrenozeptoren am Herzen und vermindert dadurch Herzfrequenz und Kontraktilität, was den myokardialen Sauerstoffbedarf reduziert.
Anwendungsgebiete
Wird unter anderem bei Bluthochdruck, bestimmten Herzrhythmusstörungen und zur symptomatischen Behandlung von Angina pectoris eingesetzt.
Wichtige Risiken/Nebenwirkungen
Häufige unerwünschte Wirkungen sind Müdigkeit und Schwindel; außerdem kann es zu einer verlangsamten Herzfrequenz (Bradykardie) kommen. Besondere Vorsicht ist bei dekompensierter Herzinsuffizienz, schwerer Bradykardie und bestimmten Durchblutungsstörungen geboten.
Lisinopril
Lisinopril: Kurzprofil
Gruppe
ACE-Hemmer (Angiotensin-Converting-Enzyme-Hemmer).
Wirkmechanismus
Hemmt das Angiotensin‑Converting‑Enzym, wodurch die Bildung von Angiotensin II reduziert wird; dies führt zu Gefäßerweiterung und verminderter Aldosteronwirkung.
Anwendungsgebiete
Eingesetzt bei arterieller Hypertonie und als Bestandteil der Therapie bei Herzinsuffizienz sowie zur Nachsorge nach Herzinfarkt in geeigneten Fällen.
Wichtige Risiken/Nebenwirkungen
Zu den bekannten Nebenwirkungen zählen Schwindel und gelegentlich Kopfschmerzen. Typisch für diese Wirkstoffklasse sind ein trockener Reizhusten sowie das Risiko für erhöhte Kaliumwerte; in seltenen Fällen kann es zu einem Angioödem kommen. Bei bestimmten Begleiterkrankungen und Schwangerschaft ist die Anwendung kontraindiziert oder mit Vorsicht zu betrachten.
Metformin
Metformin
Gruppe: Biguanid-Antidiabetikum.
Wirkung: Reduziert die Glukosebildung in der Leber und verbessert die Aufnahme von Glukose in peripheren Geweben durch Erhöhung der Insulinempfindlichkeit.
Anwendung: Eingesetzt zur Behandlung des Typ-2-Diabetes als Bestandteil der nicht-insulinabhängigen Therapie; Dosisanweisungen sind individuell zu folgen.
Wichtige Risiken: Häufige unerwünschte Wirkungen betreffen den Magen-Darm-Trakt (z. B. Übelkeit, Erbrechen, Durchfälle). Gelegentlich können Kopfschmerzen oder Schwindel auftreten. Sehr selten besteht das Risiko einer Laktatazidose, insbesondere bei Nierenfunktionsstörung oder anderen Risikokonstellationen.
Atorvastatin
Atorvastatin
Gruppe: HMG‑CoA‑Reduktase‑Hemmer (Statin).
Wirkung: Senkt die körpereigene Cholesterinproduktion in der Leber und vermindert dadurch v. a. LDL-Cholesterin im Blut.
Anwendung: Zur Senkung erhöhter Cholesterinwerte und zur Reduktion kardiovaskulärer Risiken; Zeitpunkt der Einnahme richtet sich nach ärztlicher Empfehlung. Atorvastatin hat eine längere Wirkdauer als einige andere Statine, so dass die Einnahmezeit weniger strikt an den Abend gebunden ist.
Wichtige Risiken: Mögliche Nebenwirkungen sind Magen‑Darm‑Beschwerden, Kopfschmerzen und Muskelbeschwerden bis hin zu schwerer Muskelschädigung in seltenen Fällen. Ebenso kann es zu Erhöhungen der Leberenzyme kommen. Wechselwirkungen, insbesondere mit CYP3A4‑Inhibitoren, können das Nebenwirkungsrisiko erhöhen.
Marcumar
Marcumar (Phenprocoumon)
Gruppe: Orales Vitamin‑K‑Antagonist (Coumarin‑Derivat).
Wirkung: Hemmt die Vitamin‑K‑abhängige Aktivierung von Gerinnungsfaktoren, wodurch die Synthese funktioneller Faktoren II, VII, IX und X sowie der anticoagulativen Proteine C und S reduziert wird.
Anwendung/Monitoring: Einsatz zur oralen Antikoagulation; regelmäßige Kontrolle der Gerinnungshemmung mittels INR ist erforderlich. Dosisanpassungen erfolgen individuell nach INR‑Werten.
Wichtige Risiken: Erhöhtes Blutungsrisiko; zahlreiche Arzneimittel‑ und Nahrungsmittelinteraktionen beeinflussen die Wirkung. Bei geplanter Umstellung auf direkte orale Antikoagulanzien sind klinische Abwägungen und Überwachungsmaßnahmen nötig. Bei Blutungen stehen spezifische Gegenmaßnahmen zur Verfügung, die durch die behandelnden Ärzte gesteuert werden müssen.
Laxoberal
Laxoberal
Gruppe: Stimulanzien (Laxans) mit dem Wirkstoff Natriumpicosulfat.
Wirkung: Im Darm von Bakterien in einen aktiven Metaboliten umgewandelt, der die Darmmotilität anregt und so die Stuhlentleerung fördert.
Anwendung: Kurzfristige Behandlung bei Verstopfung oder zur Darmentleerung nach ärztlicher Indikation; Anwendung nach Bedarf wie verordnet.
Wichtige Risiken: Häufige Effekte sind Bauchkrämpfe und vermehrte Darmbewegungen. Längerer oder unsachgemäßer Gebrauch kann zu Elektrolytstörungen und Gewöhnungseffekten führen; bei anhaltenden Beschwerden ärztliche Abklärung erforderlich.
Vorhofseptumdefekt
Vorhofseptumdefekt (ASD)
Definition: Ein ASD ist ein angeborener Fehlbildung der Vorhofscheidewand mit offenem Kommunikationsweg zwischen linkem und rechtem Vorhof.
Klinik: Kleine Defekte bleiben häufig lange symptomfrei. Bei größeren Defekten können Belastungsdyspnoe und eingeschränkte Belastbarkeit auftreten; langfristig sind auch Herzrhythmusstörungen (z. B. Vorhofflimmern) möglich. In der Kindheit können je nach Defekt zusätzliche klinische Probleme auftreten.
Pankreaskarzinom
Pankreaskarzinom
Allgemeines: Das Pankreaskarzinom ist ein bösartiger Tumor der Bauchspeicheldrüse, häufiger im Bereich des Pankreaskopfes.
Klinik und Prognose: Frühe Beschwerden sind oft unspezifisch, z. B. Oberbauchschmerzen, Appetitverlust und Gewichtsabnahme; bei Befall des Pankreaskopfes kann es zudem zu Ikterus kommen. Die Erkrankung wird häufig erst in fortgeschrittenen Stadien erkannt, weshalb die Gesamtprognose ungünstig ist.
Unterleibskarzinoms
„Unterleibskrebs“ ist ein unspezifischer Sammelbegriff für bösartige Tumoren der weiblichen Geschlechtsorgane. Dazu zählen Endometriumkarzinom (Gebärmutterschleimhautkrebs), Zervixkarzinom (Gebärmutterhalskrebs), Vaginalkarzinom (Scheidenkrebs), Vulvakarzinom (Krebs der äußeren weiblichen Geschlechtsorgane) und Ovarialkarzinom (Eierstockkrebs).
belastungsabhängige Dyspnoe, Thoraxschmerzen, Fatigue, Orthopnoe
Symptomkombination: belastungsabhängige Dyspnoe, Thoraxschmerzen, Fatigue, Orthopnoe
Bedeutung: Dieses Beschwerdebild deutet auf eine kardiale Funktionsstörung hin und kann insbesondere für eine Linksherzinsuffizienz sprechen. Orthopnoe und belastungsabhängige Luftnot sind typische Symptome bei eingeschränkter linksventrikulärer Funktion. Vorliegende Risikofaktoren wie Adipositas, Bewegungsmangel, arterielle Hypertonie, Diabetes mellitus und Dyslipidämie erhöhen die Wahrscheinlichkeit einer kardiogenen Genese.
Beinödeme und Nykturie
Beinödeme und Nykturie
Befund: Wiederkehrende Anschwellungen der Unterschenkel kombiniert mit vermehrtem nächtlichem Wasserlassen können auf eine Volumenüberladung hinweisen. Pathophysiologie: Bei Rechtsherzinsuffizienz kommt es zu venöser Stauung und Flüssigkeitsretention mit peripheren Ödemen; in Rückenlage kann nachts vermehrt Diurese auftreten, wodurch Nykturie entsteht.
chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung
chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung
Kernaspekt: Die chronisch-obstruktive Lungenerkrankung (COPD) ist eine progressive Erkrankung der Atemwege mit anhaltender Begrenzung des Luftstroms, die typischerweise nicht vollständig reversibel ist.
Klinik und Ursachen: Leitsymptome sind Belastungsdyspnoe und häufig ein chronischer, produktiver Husten mit Auswurf; akute Exazerbationen treten regelmäßig auf. Wichtige Risikofaktoren sind vor allem das Rauchen sowie langfristige Exposition gegenüber Luftschadstoffen, Feinstäuben oder beruflichen Schadstoffen.
Diagnose: Die sichere Diagnosestellung erfolgt durch Lungenfunktionsuntersuchungen (Spirometrie) zur Objektivierung einer persistierenden, obstruktiven Ventilationsstörung.
Lungenembolie
Lungenembolie
Kerninformation: Eine Lungenembolie entsteht durch Embolie von thrombotischem Material in den Lungenstromkreis und präsentiert sich meist akut mit Atemnot, pleuritischen Brustschmerzen und gelegentlich Synkopen.
Risikofaktoren und Wirkung von Antikoagulation: Typische Risikofaktoren sind malignitätsassoziierte Gerinnungsstörungen, längere Immobilität und Gefäßverletzungen. Eine laufende orale Antikoagulation verringert das Risiko thromboembolischer Ereignisse, schließt eine Lungenembolie jedoch nicht aus — vor allem, wenn die Antikoagulation nicht therapeutisch ist.
Diagnostik: Die Bildgebung zur Sicherung der Diagnose ist die CT-Angiographie des Thorax; häufig findet sich eine begleitende tiefe Venenthrombose in den Beinen.
dekompensierte
dekompensierte
Begriffsbestimmung: „Dekompensiert“ beschreibt bei Herzinsuffizienz den Zustand, in dem die Herzleistung so stark eingeschränkt ist, dass Symptome bereits in Ruhe oder bei geringer Belastung auftreten (z. B. ausgeprägte Luftnot, periphere Ödeme, starke Erschöpfung, Orthopnoe).
Akutmanagement: Ein dekompensierter Zustand erfordert zügige klinische Beurteilung und häufig stationäre Aufnahme. Unverzüglich gehören Erhebung der Vitalzeichen (Herzfrequenz, Blutdruck, Atemfrequenz, Sauerstoffsättigung, Temperatur) und eine gezielte körperliche Untersuchung zu den ersten Schritten; im weiteren Verlauf folgen laborchemische und bildgebende Abklärungen zur Ursache und Ausprägung.
Blutdruck
Blutdruck
Definition und Bedeutung:
Der Blutdruck bezeichnet die Kraft, mit der das zirkulierende Blut gegen die Gefäßwände wirkt. Er wird in systolische und diastolische Komponenten unterteilt und ist ein zentrales Kreislaufparameter zur Beurteilung der hämodynamischen Situation.
Messung und Gerät:
Zur Blutdruckbestimmung werden entweder manuell arbeitende Messsysteme oder automatische oszillometrische Geräte verwendet. Ein klassisches manuelles Messset besteht aus einer passenden Oberarmmanschette, einer Vorrichtung zum Aufpumpen und einem Druckanzeigegerät; die Auskultation erfolgt mit einem Stethoskop. Die Wahl der Methode und Manschettengröße beeinflusst die Messgenauigkeit.
Klinische Relevanz:
Regelmäßige Blutdruckkontrollen sind wichtig zur Erkennung und Therapieüberwachung von Hypotonie und Hypertonie sowie zur Beurteilung des Volumen- und Kreislaufstatus, beispielsweise bei Herzinsuffizienz.
Atemfrequenz
Atemfrequenz
Definition:
Die Atemfrequenz ist die Anzahl der Atemzüge pro Minute und stellt einen grundlegenden Vitalparameter zur Einschätzung der respiratorischen Funktion dar.
Normbereich und Abweichungen:
Bei Erwachsenen liegt die Atemfrequenz typischerweise im Bereich von etwa 12–20 Atemzügen pro Minute. Eine Erhöhung oberhalb dieses Bereichs wird als Tachypnoe bezeichnet; eine erniedrigte Atemfrequenz als Bradypnoe.
Sauerstoffsättigung
Sauerstoffsättigung
Begriff und Messung:
Die Sauerstoffsättigung (SpO2) beschreibt den Anteil des mit Sauerstoff beladenen Hämoglobins am Gesamt-Hämoglobin und wird nichtinvasiv mit einem Pulsoxymeter ermittelt.
Interpretation und Limitationen:
Die Messung liefert schnelle Hinweise auf die oxygenierende Funktion des Blutes, kann aber durch schlechte periphere Perfusion, Bewegung, Nagellack oder bestimmte Gifte/Anomalien (z. B. Kohlenmonoxidbindung) verfälscht werden. Klinische Beurteilung und ggf. arterielle Blutgasanalyse sind bei unklaren oder kritischen Befunden erforderlich.
Körpertemperatur
Körpertemperatur
Definition und klinische Bedeutung:
Die Körpertemperatur ist ein Parameter zur Beurteilung des Thermoregulationsstatus. Abweichungen können auf Infektionen, entzündliche Prozesse oder Störungen der Wärmeregulation hinweisen.
Messmethoden und -orte:
Temperaturmessungen erfolgen an unterschiedlichen Stellen (oral, axillär, rektal, tympanisch) und mit verschiedenen Geräten (digitale Thermometer, Infrarot- oder tympanische Messgeräte). Der Messort beeinflusst die gemessenen Werte und muss bei der Interpretation berücksichtigt werden.
Ödeme
Ödeme – Einordnung und klinische Prüfung
Definition und Test: Ödeme sind Flüssigkeitsansammlungen im Interstitium. Zum Unterscheiden drückt man eine Daumenspitze einige Sekunden auf die Schwellung; verbleibt eine Delle, spricht man von eindrückbarem (pitting) Ödem.
Ursachen eindrückbarer Ödeme: Häufige Ursachen sind Herzinsuffizienz, Niereninsuffizienz, Lebererkrankungen, venöse Insuffizienz oder Hypalbuminämie. Die Verteilung (beidseits, beidseits bei Belastung, generalisiert) hilft bei der Einordnung.
Ursachen nicht‑eindrückbarer Ödeme: Nicht‑eindrückbare Schwellungen treten typischer bei Lymphödemen oder myxödematösen Veränderungen (z. B. bei Hypothyreose) auf.
Wichtiger Befundhinweis: Die Unterscheidung pitting vs. non‑pitting ist ein Orientierungsmerkmal und führt zu einer gezielten weiteren Abklärung der zugrunde liegenden Ursache.
Blässe
Blässe – Bedeutung und klinische Hinweise
Was ist Blässe: Blässe (Pallor) beschreibt eine sichtbare Aufhellung der Haut oder Schleimhäute und ist ein klinischer Hinweis, nicht eine Diagnose.
Wichtige Ursachen: Die häufigste Ursache ist eine Anämie aufgrund verminderten Hämoglobin‑Gehalts. Weitere Ursachen sind akuter Blutverlust, chronische Erkrankungen mit Anämie sowie periphere Vasokonstriktion bei Schock oder kälterer Umgebung.
Untersuchung: Zur Beurteilung empfiehlt sich die Betrachtung von Konjunktiven, Mundschleimhaut und Nagelbetten. Blässe allein erlaubt keine sichere Zuordnung zur Herzleistung; eine reduzierte Herzfunktion kann sekundär zu schlechter Perfusion beitragen, ist aber nicht die primäre Erklärung für alle Fälle.
Halsvenenstauung
Halsvenenstauung (Jugularvenenstauung) – Bedeutung und Ursachen
Definition und Untersuchung: Eine auffällige Erweiterung der Halsvenen (Jugularvenenstauung) weist auf erhöhten zentralvenösen Druck hin. Die Beurteilung erfolgt oft mit aufrechter Lagerung (30–45°) und Beurteilung der prominenten Venenwellenhöhe.
Typische Ursachen: Erhöhter zentraler Venendruck kann durch Rechtsherzinsuffizienz, perikardiale Erkrankungen (Herztamponade, konstriktive Perikarditis), Volumenüberladung oder obstruktive Prozesse im großen Venensystem entstehen.
Klinische Bedeutung: Die Jugularvenenstauung ist ein wichtiger Hinweis auf eine systemische Volumen‑/Druckerhöhung, sollte aber immer im klinischen Gesamtzusammenhang beurteilt werden.
Druckschmerz
Druckschmerz – Bedeutung und Differenzialdiagnosen
Was bedeutet Druckschmerz: Lokal begrenzte Schmerzen, die durch Palpation provoziert werden, werden als Druckschmerz bezeichnet und sind ein Hinweis auf ein peripheres, häufig muskuloskelettales Problem.
Wichtige Differenzialdiagnosen: Häufige Ursachen sind Costochondritis oder andere entzündliche Veränderungen der Brustwand, Muskel‑ oder Sehnenverletzungen und Rippenfrakturen. Auch subkutane Entzündungen oder frühe Manifestationen von Herpes zoster können druckschmerzhaft sein. Pleurale oder kardiale Erkrankungen verursachen typischerweise keinen reinen Druckschmerz der Brustwand.
Klinische Relevanz: Lokalisation, Auslösemechanismus und Begleitsymptome sind entscheidend für die weitere Abklärung; Druckschmerz allein ist nicht spezifisch für eine einzelne Diagnose.
perkutiert
Perkussion
Durchführung: Der Untersucher legt mit dem distalen Finger einer Hand auf die zu untersuchende Körperstelle und schlägt mit dem mittleren Finger der anderen Hand kurz gegen diesen Auflagerungsfinger. Dadurch entstehen Schallereignisse, die über unterschiedliche Klangqualitäten Auskunft geben.
Zweck und Interpretation: Die beim Beklopfen entstehenden Töne helfen, die Beschaffenheit des darunterliegenden Gewebes einzuschätzen. Ein eher gedämpfter Klang kann auf eine erhöhte Gewebedichte hinweisen, wie sie bei Flüssigkeitsansammlungen oder Konsolidationen vorkommt; ein heller, tympanitischer Ton deutet dagegen auf luftgefüllte Räume hin. Perkussion wird häufig zur Beurteilung von Lunge und Oberbauchorganen eingesetzt.
Halsvenenstauungszeichen
Untersuchung der Halsvenen (Beurteilung des Jugularvenenstauungszeichens)
Lage und Inspektion: Der Patient sollte halboberkörperhoch gelagert sein (etwa 30–45°). Beobachtet wird vorrangig die rechte Halsseite, da hier die sichtbaren Venen und ihre Pulsationen am zuverlässigsten beurteilt werden können.
Messverfahren und Einordnung: Man bestimmt den höchsten Punkt sichtbarer venöser Pulsation und misst dann vertikal den Abstand zu einer Referenz, üblicherweise dem Sternalwinkel (Angulus sterni). Eine deutlich erhöhte Füllung der Halsvenen im Vergleich zur Norm weist auf einen erhöhten zentralen Venendruck hin und ist ein Hinweis auf mögliche Rechtsherzbelastung.
hepatojugulärer
Hepatojugulärer Reflux (Abdominojugulärer Test)
Durchführung: Mit konstantem, mäßigem Druck wird über einige Sekunden auf den rechten oberen Bauchraum (Leberregion) gedrückt, während gleichzeitig die Halsvenen inspiziert werden.
Bewertung: Als positiv gilt ein anhaltender Anstieg der venösen Füllung bzw. des jugulären Drucks während und nach der Druckeinwirkung. Ein persistierender Anstieg weist auf eine eingeschränkte rechtsventrikuläre Pumpfunktion oder eine gesteigerte Rechtsherzbelastung hin.
kleines Blutbild
Kleines Blutbild
Ziel: Das kleine Blutbild dient der grundlegenden hämatologischen Beurteilung, insbesondere zur Erkennung oder zum Ausschluss einer Anämie.
Inhalte: Typischerweise werden Parameter wie Hämoglobin, Hämatokrit und rote Blutkörperchen herangezogen, um eine Blutarmut zu identifizieren und Hinweise auf deren Mechanismen zu erhalten.
C-reaktive Protein
C-reaktive Protein (CRP)
CRP ist ein Akutphasenprotein, das in der Leber produziert wird und bei Entzündungen, Infektionen oder Gewebeschädigung im Serum ansteigt. Es dient als unspezifischer inflammatorischer Marker; erhöhte Werte können bei Perikarditis auftreten, sind aber nicht spezifisch für diese Erkrankung und liefern allein keinen Diagnosenachweis.
Lipidstatus
Lipidstatus
Der Lipidstatus umfasst üblicherweise die Bestimmung von Gesamtcholesterin, LDL‑Cholesterin, HDL‑Cholesterin und Triglyzeriden. Diese Messgrößen werden zur kardiovaskulären Risikoeinschätzung und zur Therapieplanung herangezogen.
Nierenfunktionsparameter
Nierenfunktionsparameter
Wichtige Laborparameter zur Beurteilung der Nierenfunktion sind Serumkreatinin mit berechneter geschätzter glomerulärer Filtrationsrate (eGFR), Blutharnstoff (Urea/BUN) sowie Elektrolyte. Bei Herzinsuffizienz kann die Nierenfunktion durch verminderte Perfusion oder venöse Kongestion beeinträchtigt werden, daher ist die Überwachung dieser Parameter klinisch relevant.
Leberwerte
Leberwerte
Zu den routinemäßig bestimmten Leberparametern zählen Alanin‑Aminotransferase (ALT), Aspartat‑Aminotransferase (AST) und Gamma‑Glutamyltransferase (GGT). ALT gilt als relativ leberspezifisch, AST kommt auch in Muskel- und Herzgewebe vor und ist daher weniger spezifisch; GGT ist häufig bei cholestatischen Erkrankungen erhöht.
HbA1c
HbA1c — Aussage und klinische Bedeutung
Der HbA1c-Wert beschreibt den Anteil glykierten Hämoglobins und reflektiert damit die durchschnittliche Blutzuckerkonzentration über die vergangenen etwa acht bis zwölf Wochen. Das Laborergebnis wird zur Verlaufsbeurteilung bei bekanntem Diabetes mellitus eingesetzt und kann unterstützend bei der Diagnostik von Diabetes herangezogen werden. Zuverlässigkeit und Interpretation können durch Veränderungen der Erythrozytenlebensdauer (z. B. Hämolyse, Bluttransfusion, Hämoglobinopathien) beeinträchtigt werden.
Gerinnungsparameter
Gerinnungsparameter — Übersicht und Bedeutung
Zu den routinemäßig ermittelten Gerinnungsparametern gehören die Prothrombinzeit/INR und die aktivierte partielle Thromboplastinzeit (aPTT). Die PT/INR beurteilt primär den extrinsischen und gemeinsamen Gerinnungsweg, die aPTT den intrinsischen und gemeinsamen Weg. Diese Laborwerte dienen der Einschätzung von Gerinnungsstörungen und der Kontrolle antikoagulatorischer Therapien; weitere gerinnungsrelevante Befunde wie Thrombozytenzahl oder D‑Dimer ergänzen die Diagnostik je nach Fragestellung.
B-Typ-natriuretische Peptid
B‑Typ‑natriuretisches Peptid (BNP / NT‑proBNP)
Das Vorläufermolekül proBNP wird bei kardialer Druck‑ oder Volumenbelastung in das aktive BNP und das inaktive Fragment NT‑proBNP gespalten. Beide Fragmente steigen bei Herzinsuffizienz an und werden diagnostisch genutzt, wobei NT‑proBNP wegen seiner Stabilität häufig gemessen wird. BNP vermittelt unter anderem Vasodilatation sowie Natrium- und Wasserausscheidung. Die Konzentrationen werden von Alter und Nierenfunktion beeinflusst und sind in der Abklärung und Verlaufskontrolle von Herzinsuffizienz klinisch relevant.
Troponin
Troponin — Marker für myokardiale Schädigung
Kardiale Troponine (Troponin I und Troponin T) sind spezifische Laborparameter zur Erkennung von myokardialer Schädigung und werden zur Abklärung eines akuten Koronarsyndroms herangezogen. Hochsensitive Troponinassays ermöglichen die frühzeitige Detektion und erfordern in der Akutsituation serielle Messungen zum Nachweis eines Anstiegs oder Abfalls. Bei chronischer Niereninsuffizienz kann insbesondere Troponin T auch ohne akuten Koronarverschluss erhöht sein, daher ist die Befundinterpretation dort anspruchsvoller.
CK-MB
CK‑MB
Kurzbeschreibung:
CK‑MB ist ein Isoenzym der Kreatinkinase, das vorrangig im Herzmuskel vorkommt.
Klinische Bedeutung:
Die Bestimmung von CK‑MB kann ergänzende Informationen bei Verdacht auf einen Reinfarkt liefern, da sich seine Konzentrationen im Zeitverlauf verändern und so auf ein erneutes Myokardschadenereignis hinweisen können. Bei der Diagnostik des akuten Koronarsyndroms werden jedoch Herztroponine bevorzugt eingesetzt.
Ejektionsfraktion
Ejektionsfraktion
Definition:
Die Ejektionsfraktion (EF, Austreibungsfraktion) gibt den prozentualen Anteil des Blutvolumens an, den der linke Ventrikel bei einem Herzschlag in den Kreislauf auswirft.
Klinische Relevanz:
Die EF ist ein wichtiger Messwert zur Beurteilung der systolischen Pumpfunktion des linken Ventrikels und wird häufig mittels Echokardiographie bestimmt.
Gewichtsreduktion
Gewichtsreduktion
Ziel und Vorgehen:
Gewichtsreduktion bezeichnet das gezielte Absenken des Körpergewichts. Eine angepasste, kalorienbewusste Ernährung ist dabei eine zentrale Maßnahme.
Hinweis:
Ernährungsumstellungen sind häufig Bestandteil von Maßnahmen zur Gewichtsreduktion und werden oft mit weiteren Interventionen kombiniert.
Kochsalzaufnahme
Ziel: Verringerung der Kochsalzaufnahme
Hintergrund: Eine geringere Zufuhr von Kochsalz kann zur Senkung des Blutdrucks und zur Verringerung des kardiovaskulären Risikos beitragen.
Praktische Hinweise: Achten Sie auf versteckte Salzzusätze in verarbeiteten Lebensmitteln wie Brot, Wurst, Käse und Fertigprodukten. Nutzen Sie beim Kochen Kräuter und säurebetonte Zutaten statt zusätzlichen Salzes und lesen Sie Lebensmitteletiketten, um salzreiche Produkte zu erkennen.
Koronararterien
Koronararterien (Herzkranzgefäße)
Funktion: Die Koronararterien versorgen den Herzmuskel mit sauerstoffreichem Blut.
Diagnostik und Behandlung: Eine Koronarangiographie stellt Engstellen oder Verschlüsse der Koronararterien dar. Bei nachgewiesenen relevanten Stenosen sind interventionelle Verfahren möglich, um den Blutfluss wiederherzustellen.
Patient/ inAnrede: Herr/Frau Oberarzt/Oberärztin ……….., Hiermit möchte ich Ihnen die Patientin Monica Koch vorstellen. |
Datum13/06/2025 |
| Alter63 Jahre | Gewicht88 kg | Größe170 cm |
Allergien (Stichwörter)
Bienenstiche → Anaphylaxie, EpiPen
Amoxicillin → Urtikaria und Dyspnoe (Pneumonitis, vor 20 Jahren)
Genussmittel / Drogen (Stichwörter)
Seit 4 Jahren Nichtraucherin (zuvor 30 Packungsjahre)
Täglich 1 Glas Sekt
Früher gelegentlicher THC-Konsum
Sozialanamnese (Stichwörter)
Verkäuferin in einem Bekleidungsgeschäft
Lebt allein
Zwei Kinder, drei Enkelkinder (ein Enkel mit ASD)
Keine regelmäßige körperliche Aktivität
Familienanamnese (Stichwörter)
Vater (83 J.): Pankreaskarzinom (vor einem Jahr operativ behandelt, verstorben sechs Monate postoperativ)
Mutter (84 J.): Demenz, Pflegeheim, Uteruskarzinom mit 52 Jahren
Medikamente (Stichwörter)
Bisoprolol 5 mg 1× täglich
Lisinopril 10 mg 1× täglich
Metformin 500 mg 2× täglich
Atorvastatin 40 mg abends
Marcumar ¼ Tablette täglich, sonntags ½ Tablette (Umstellung auf Eliquis geplant)
Laxoberal bei Bedarf
Eisenpräparat (OTC)
Anamnese (Vollsätze)
Die Patientin stellte sich heute aufgrund einer seit 2 Monaten bestehenden, belastungsabhängigen Dyspnoe sowie eines thorakalen Enge- und Druckgefühls vor.
Sie gab an, der Verlauf sei langsam progredient gewesen und habe sich insbesondere in den letzten vier Tagen verschlechtert.
Sie berichtete, die Beschwerden bei der Patientin würden beim Treppensteigen bis in den ersten Stock deutlich zunehmen. Danach müsse sie zwei bis drei Minuten pausieren, bevor sie weitergehen könne. Auch das Gehen längerer Strecken sei eingeschränkt. Sie könne eine Strecke von etwa 200 Metern ohne Pause bewältigen.
Zusätzlich treten laut ihren Angaben retrosternale, stechende Schmerzen auf, die in den linken Arm und in den Nacken ausstrahlen. Die Schmerzintensität beträgt etwa 2 bis 3 von 10.
Folgende weitere Symptome sind ihr aufgefallen:
Orthopnoe (Schlaf mit zwei Kissen)
Beidseitige Beinödeme (seit 4 Tagen)
Fatigue, Antriebslosigkeit
Tachypnoe, Reizhusten
Schwindel bei Lagewechsel
Hyperhidrose, Nykturie (2–3×/Nacht)
Nächtliches Schnarchen (V. a. Schlafapnoe)
Symptome wie Nausea, Emesis, Tachykardie, Synkopen, Panikattacken, Blässe oder Beinschmerzen sei verneint worden.
In der vegetativen Anamnese zeigten sich folgende Auffälligkeiten:
Inappetenz (seit ca. 2 Monaten)
Ungewollte Gewichtszunahme (etwa 3 kg in der letzten Woche)
Ein- und Durchschlafstörungen (bedingt durch beruflichen Stress sowie durch nächtliche Nykturie und Orthopnoe)
Chronische Obstipation
An Vorerkrankungen sind bei der Patientin folgende Diagnosen bekannt:
Typ-2-Diabetes mellitus, schlecht eingestellt; schwere Entgleisung vor 6 Monaten (BZ 700 mg/dL, 2 Tage stationär)
Arterielle Hypertonie, seit 10 Jahren, aktuell unzureichend kontrolliert
Dyslipidämie, seit 10 Jahren
Atriales Vorhofflimmern, seit 3 Jahren, INR: 2,6
Pankreatitis, vor 20 Jahren stationär behandelt
Rippenfraktur rechts, vor 35 Jahren (konservativ behandelt)
Vor drei Jahren ist bei der Patientin aufgrund einer fortgeschrittenen Coxarthrose eine Hüft-Totalendoprothese rechts implantiert worden.
Gynäkologische Anamnese:
Zwei spontane vaginale Entbindungen (vor ca. 40 und 35 Jahren)
Menopause seit 12 Jahren, gelegentlich milde Hitzewallungen
Auffälliger Mammographiebefund (rechte Brust), weiterführende Diagnostik geplant
Verdachtsdiagnose – Differentialdiagnose (Vollsätze)
Die klinische Symptomatik – insbesondere Belastungsdyspnoe, Thoraxschmerzen, Orthopnoe, Beinödeme und Nykturie – spricht am ehesten für eine chronische Herzinsuffizienz. Die Patientin bringt zahlreiche Risikofaktoren mit (Adipositas, Hypertonie, Diabetes, Dyslipidämie, Bewegungsmangel). Nach NYHA wird sie aktuell der Klasse III zugeordnet.
Differenzialdiagnosen:
Chronisch-obstruktive Lungenerkrankung (COPD)
Nephrotisches Syndrom
Lungenembolie
Weiteres Vorgehen – Therapie (Vollsätze)
Zur weiteren Abklärung der kardialen Dekompensation nach stationären aufnahme werden eine körperliche Untersuchung, laborchemische Parameter (inkl. BNP bzw. NT-proBNP), ein Thorax-Röntgen, ein EKG sowie eine Echokardiographie durchgeführt. Die Patientin wird stationär aufgenommen zur engmaschigen Überwachung, medikamentösen Einstellung und Flüssigkeitsbilanzierung.
Unterschrift
Vorname Nachname
Mit freundlichen Grüßen
1. Alter
2. BMI
3. Hauptbeschwerde
4. Belastungstoleranz
1. Über 50 Jahre
2. Übergewicht bzw. Adipositas
3. Belastungsabhängige Dyspnoe sowie thorakales Enge- und Druckgefühl, langsam progredient im Verlauf
4. Schmerzen nach einer Gehstrecke von ca. 150 Metern oder beim Treppensteigen bis zur ersten Etage
5. Begleitsymptome
6. vegetativen Anamnese
5. Retrosternale, stechende Schmerzen mit Ausstrahlung in den linken Arm und Nacken, Orthopnoe, beidseitige Beinödeme (Schuhgrößenveränderung), Fatigue, Antriebslosigkeit, Tachypnoe, Reizhusten, Nykturie, nächtliches Schnarchen
6. Inappetenz, ungewollte Gewichtszunahme sowie Insomnie
8. Risikofaktoren
8.
Bewegungsmangel
Ex-Raucher
Typ-2-Diabetes mellitus (schlecht eingestellt)
Arterielle Hypertonie (schlecht eingestellt)
Dyslipidämie
Atriales Vorhofflimmern
Positive Familienanamnese
7. New-York-Heart-Association-(NYHA-)Klassifikation
7. New-York-Heart-Association-Klassifikation
NYHA I: Keine Beschwerden bei normaler Aktivität.
NYHA II: Beschwerden bei stärkerer Belastung.
NYHA III: Beschwerden schon bei leichter Belastung.
NYHA IV: Beschwerden bereits in Ruhe.
10. Differentialdiagnose
Kompensiert: Kaum bzw. keine Symptome trotz eingeschränkter Pumpfunktion
Dekompensiert: Unzureichende Pumpleistung, Symptome auch in Ruhe
Chronisch-obstruktive Lungenerkrankung (COPD): Produktiver Husten
Nephrotisches Syndrom: Proteinurie
Lungenembolie: Hinweise auf TVT, akute Thoraxschmerzen und Dyspnoe
9. Körperliche Untersuchung
Vitalparameter
Inspektion: Blässe
Periphere Pulse tastbar, Eindrückbare Ödeme
Hinweise auf pAVK, Retinopathie, Neuropathie
Hepatosplenomegalie
Auskultation: Basale Rasselgeräusche über den Lungen
Herzspitze (Apex) im 5. Interkostalraum links in der Medioklavikularlinie; verbreitert oder verlagert → Hinweis auf Linksherzinsuffizienz
11. Weiteres Vorgehen
Elektrokardiogramm (EKG): Nachweis von Myokardinfarkt, Hypertrophiezeichen
Thorax-Röntgen: Herzvergrößerung (Kardiomegalie)
Echokardiographie: Bestimmung der Ejektionsfraktion (EF)
12. Labor
kleines Blutbild, das C-reaktive Protein, Elektrolyte, der Lipidstatus, Nierenfunktionsparameter, Leberwerte, TSH (Thyreoidea-stimulierendes Hormon), HbA1c, Nüchternblutzucker, Gerinnungsparameter, D-dimere?! sowie das B-Typ-natriuretische Peptid (NT-proBNP)
Behandlung:
Lebensstilmodifikation
Allgemeine Akutmaßnahmen
Koronarangiographie
Gewichtsreduktion, Regelmäßige körperliche Aktivität, Reduktion der Kochsalzaufnahme, Kontrolle von Hypertonie und Diabetes
Monitoring: EKG, Blutdruck, Herzfrequenz, Sauerstoffsättigung, Sauerstoffgabe: Nur bei SpO₂ < 90 % oder bei klinischen Zeichen einer Hypoxie
Aufklärung über Koronarangiographie
Stellen Sie sich nun vor: Wie würden Sie typischerweise über eine Herzinsuffizienz berichten?
I
Die Patientin stellte sich heute aufgrund seit zwei Monaten bestehender, belastungsabhängiger Dyspnoe sowie thorakalen Enge- und Druckgefühls vor. Der Verlauf sei langsam progredient gewesen, mit einer deutlichen Verschlechterung in den letzten vier Tagen. retrosternale, stechende Schmerzen
Stellen Sie sich nun vor: Wie würden Sie typischerweise über eine Herzinsuffizienz berichten?
II
14.
Folgende weitere Symptome seien ihr aufgefallen:
Orthopnoe (Schlaf mit zwei Kissen)
Beidseitige Beinödeme (seit 4 Tagen)
Fatigue, Antriebslosigkeit
Tachypnoe, Reizhusten
Schwindel bei Lagewechsel
Nykturie (2–3×/Nacht)
Allgemeinbegriff:
1. Atemnot, Luftnot
2. Druck/Enge in der Brust
3. Brustschmerzen hinter dem Brustbein
4. Atemnot im Liegen (mit Kissen schlafen müssen)
5. Geschwollene Beine
6. Müdigkeit, Erschöpfung
7. Keine Energie, Lustlosigkeit
8. Beschleunigte Atmung
Fachbegriff
1. Dyspnoe
2. Thorakales Engegefühl
3. Retrosternale Schmerzen
4. Orthopnoe
5. Beinödem
6. Fatigue
7. Antriebslosigkeit
8. Tachypnoe
Allgemeinbegriff:
9. Trockener Husten
10. Drehgefühl, Benommenheit
11. Starkes Schwitzen
12. Nächtliches Wasserlassen
13. Atemaussetzer im Schlaf
14. Appetitlosigkeit
15. Verstopfung
Fachbegriff:
9. Reizhusten
10. Schwindel
11. Hyperhidrose
12. Nykturie
13. Schlafapnoe
14. Inappetenz
15. Obstipation
Allgemeinbegriff:
16. Schlafstörungen
17. Ohnmacht, kurzzeitiger Bewusstseinsverlust
18. Übelkeit
19. Erbrechen
20. Herzrasen
21. Brustenge, Brustschmerz, Herzschmerz
Fachbegriff:
16. Insomnie
17. Synkope
18. Nausea
19. Emesis
20. Tachykardie
21. Angina pectoris
Warum?
1. Orthopnoe
2. Beinödem
3. Reizhusten
4. Fatigue + Antriebslosigkeit
5. Nykturie
1. Aufgrund des erhöhten venösen Rückstroms im Liegen
2. Am Morgen sind meine Beine dünner, aber abends geschwollen. Aufgrund einer venösen Stauung
3. Aufgrund von Lungenstauung
4. Aufgrund reduzierter Ejektionsfraktion
5. Aufgrund einer verbesserten Nierendurchblutung im Liegen
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ARZT: Guten Tag,
Mein Name ist Doktor Bogner.
Ich bin heute als Assistenzarzt auf der Station tätig.
Ich würde gerne ein Anamnesegespräch mit Ihnen führen.
Falls Sie etwas nicht richtig verstanden haben oder Fragen haben, lassen Sie es mich bitte wissen.
Zunächst benötige ich einige persönliche Informationen, danach können wir fortfahren.
Wie heißen Sie?
PATIENTIN: Ich heiße Monica Koch.
ARZT: Schreiben Sie Ihren Vornamen mit c oder mit k?
PATIENTIN: Mit c, Herr Doktor.
ARZT: Als Erstes würde ich gern wissen, ob Sie die Schmerzen oder Beschwerden einigermaßen aushalten können.
PATIENTIN: Ich komme damit klar, bis wir fertig sind.
ARZT: Ich werde sofort abklären, welche Behandlung für Sie am besten geeignet ist.
Wie alt sind Sie, Frau Koch?
PATIENTIN: Ich bin dreiundsechzig Jahre alt.
ARZT: Wann genau sind Sie geboren?
PATIENTIN: Ich hatte vor drei Tagen Geburtstag, also wurde ich im Jahr 1969 geboren.
ARZT: Dann Herzlichen Glückwunsch nachträglich.
Wie groß sind Sie?
PATIENTIN: Ich bin eins siebzig groß.
ARZT: Wie viel wiegen Sie?
PATIENTIN: Ich wiege ungefähr achtundachtzig Kilogramm.
ARZT: Wie heißt Ihr Hausarzt beziehungsweise Ihre Hausärztin?
PATIENTIN: Meine Hausärztin heißt Doktor Karla Scholz.
ARZT: Was führt Sie heute zu uns?
PATIENTIN: Ich verspüre ein Engegefühl in der Brust, das sich wie ein drückender Ring um den Brustkorb anfühlt, und ich bekomme schlecht Luft.
ARZT: Seit wann haben Sie diese Beschwerden?
PATIENTIN: Seit ungefähr zwei Monaten. Es hat so nach und nach angefangen, nicht plötzlich über Nacht.
ARZT: Sind die Beschwerden dauerhaft oder treten sie phasenweise auf?
PATIENTIN: Die Beschwerden sind eigentlich immer da, aber sie werden schlimmer, wenn ich mich mäßig anstrenge – zum Beispiel schon beim Treppensteigen in den ersten Stock.
ARZT: Haben sich die Symptome im Zeitverlauf verbessert, verschlimmert oder sind sie unverändert geblieben?
PATIENTIN: Sie sind schlimmer geworden, vor allem in den letzten vier Tagen.
ARZT: Wie verändern sich Ihre Beschwerden bei körperlicher Belastung, zum Beispiel beim Gehen oder Treppensteigen?
Wie weit können Sie derzeit gehen oder wie viele Treppen steigen Sie, ohne dass Beschwerden auftreten?
PATIENTIN: Beim Treppensteigen bis in den ersten Stock verstärken sich die Beschwerden deutlich. Danach brauche ich etwa zwei bis drei Minuten Pause, bevor ich weitergehen kann.
Ich schaffe auch die Strecke zwischen zwei Bushaltestellen nicht mehr am Stück, höchstens die Hälfte – dann muss ich mich ausruhen.
Wenn die Einkaufstasche schwer ist, wird es genauso schlimmer.
ARZT: Müssen Sie die Treppen zu Fuß gehen, oder gibt es einen Aufzug?
PATIENTIN: Nein, es gibt keinen Aufzug, ich muss immer zu Fuß gehen.
ARZT: In welchem Stockwerk wohnen Sie?
PATIENTIN: Im dritten Stock.
ARZT: Sie sollten wirklich eine Lösung dafür finden.
Es ist echt anstrengend, immer ohne Aufzug in den dritten Stock zu gehen.
Vielleicht wäre ein Umzug eine Möglichkeit.
Verändert sich die Beschwerden beim Husten oder beim Ein- und Ausatmen?
PATIENTIN: Nein, Sie bleiben dabei gleich stark.
ARZT: Verändern sich die Beschwerden bei einer bestimmten Körperhaltung, zum Beispiel beim Liegen oder wenn Sie sich nach vorne beugen?
PATIENTIN: Ja, im Liegen werden die Beschwerden schlimmer.
Ich merke das vor allem, wenn ich ins Bett gehe.
ARZT: Müssen Sie beim Schlafen mehrere Kissen unter den Kopf legen?
PATIENTIN: Genau, ich brauche meistens 2 oder 3 Kissen, damit ich überhaupt schlafen kann.
ARZT: Haben Sie zusätzlich auch Brustschmerzen?
PATIENTIN: Ja, ich habe außerdem Schmerzen direkt hinter dem Brustbein. Aber was mich eigentlich mehr stört, ist, dass ich den Alltag nicht mehr so schaffe wie früher.
ARZT: Das ist nachvollziehbar. Wir schauen uns gemeinsam an, was die Ursache für diese Einschränkung sein könnte.
Wie würden Sie die Schmerzen beschreiben?
Sind sie eher dumpf, ziehend, brennend oder krampfartig?
PATIENTIN: Ich empfinde die Schmerzen als stechend.
ARZT: Strahlen die Schmerzen Irgendwohin aus?
PATIENTIN: Ja, ich spüre die Schmerzen auch im linken Arm und im Nacken.
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ARZT: Wie stark sind Ihre Schmerzen denn so auf einer Skala von 1 bis 10?
1 wäre ganz leicht, und 10 unerträglich.
Einmal, wenn Sie ruhig sitzen, und einmal, wenn Sie sich belasten?
PATIENTIN: Wenn ich ruhig sitze, sind die Schmerzen nicht stark, etwa 2 bis 3. Man kann sie praktisch ignorieren.
Beim Anstrengen werden sie stärker.
ARZT: Da aufgrund Ihrer Symptome der Verdacht auf einen Notfall besteht, möchten wir Sie zunächst stationär aufnehmen und ein Elektrokardiogramm durchführen.
Anschließend entscheiden wir über das weitere Vorgehen.
Bitte machen Sie sich keine Sorgen – wir kümmern uns um alles.
PATIENTIN: Okay, verstanden.
ARZT: Haben Sie etwas dagegen ausprobiert?
PATIENTIN: Nein, nicht wirklich.
Ich habe mich nur ausgeruht und versucht, mich weniger anzustrengen.
Medikamente oder Ähnliches habe ich dagegen nicht genommen.
ARZT: Haben Sie bis jetzt einen Arzt aufgesucht?
PATIENTIN: Nein, bis jetzt nicht, weil ich einfach keine Energie dafür hatte.
ARZT: Wie fühlen Sie sich?
PATIENTIN: Ich fühle mich müde und ziemlich schlapp. Außerdem bin ich bei der Arbeit schneller kaputt als früher. Und ich habe auch Schlafprobleme.
ARZT: Was meinen Sie genau mit Schlafproblemen?
PATIENTIN: Ich habe sowohl Einschlaf- als auch Durchschlafprobleme, vor allem wegen Stress auf der Arbeit. Außerdem wache ich nachts mehrmals auf, weil ich zur Toilette muss. Und wenn ich mich hinlege, bekomme ich Atemnot.
ARZT: Was machen Sie beruflich?
PATIENTIN: Ich bin Verkäuferin in einem Bekleidungsgeschäft.
Ich gehe nächstes Jahr in Rente.
ARZT: Was machen Sie, wenn Sie nachts schlecht schlafen?
PATIENTIN: Im Moment lege ich mich nachts nur aufrecht hin, um die Beschwerden zu lindern.
ARZT: Wie oft müssen Sie nachts zur Toilette?
PATIENTIN: So zwei- bis dreimal pro Nacht.
ARZT: Haben Sie dabei Brennen oder Blut im Urin bemerkt?
PATIENTIN: Nein, nichts davon.
ARZT: Hatten Sie in letzter das Gefühl, plötzlich starke Angst zu bekommen?
PATIENTIN: Nein, solche Ängste hatte ich nicht.
ARZT: Haben Sie zusätzlich Atemprobleme oder Husten bemerkt?
PATIENTIN: Ja, Ich habe gemerkt, dass ich schneller atme als sonst, wenn ich mich ein bisschen anstrenge – zum Beispiel beim Treppensteigen.
Ich habe auch öfter Husten, vor allem, wenn ich abends im Bett liege.
ARZT: Haben Sie dabei auch Auswurf, oder ist der Husten trocken?
PATIENTIN: Nein, der Husten ist trocken, ohne Auswurf.
ARZT: Ist Ihnen Herzrasen, Herzklopfen oder ein unregelmäßiger Herzschlag aufgefallen?
PATIENTIN: Vor 3 Jahren hatte ich Beschwerden wie Herzrasen und Herzklopfen.
Deshalb war ich damals beim Kardiologen, und Bei mir wurde eine Herzrhythmusstörung festgestellt.
Ich habe Marcumar verschrieben bekommen und nehme es seitdem regelmäßig.
ARZT: Wissen Sie zufällig, wie genau die Herzrhythmusstörung heißt?
Zum Beispiel Vorhofflimmern oder ein Herzblock?
PATIENTIN: Ja, es wurde Vorhofflimmern diagnostiziert.
ARZT: In welcher Dosierung nehmen Sie Marcumar?
Wie oft?
PATIENTIN: Ich nehme ein Viertel Tablette einmal täglich und eine halbe Tablette am Sonntag.
ARZT: Wissen Sie Ihren letzten INR-Wert beziehungsweise das Ergebnis Ihrer letzten Blutuntersuchung zur Gerinnung?
PATIENTIN: Ich glaube, es war 2,6.
Außerdem hat mein Kardiologe vor, Marcumar auf Eliquis umzustellen.
Beim letzten Termin hat er darüber gesprochen.
Aber ehrlich gesagt habe ich die Vorteile nicht so richtig verstanden – ist das wirklich besser?
ARZT: Ja, genau. Eliquis wirkt genauso gut, ist sogar etwas sicherer, und Sie müssen es in einer festen Dosis einnehmen. Außerdem brauchen wir keine ständigen Blutkontrollen wie beim Marcumar.
Hatten Sie Ohnmachtsanfälle oder das Gefühl, dass Ihnen schwarz vor Augen wird?
PATIENTIN: Nein, richtig ohnmächtig wurde ich nicht, aber mir war schon öfter schwindelig, besonders wenn ich plötzlich aufgestanden bin.
ARZT: Haben Sie Übelkeit oder Erbrechen bemerkt?
PATIENTIN: Nein, das habe ich nicht bemerkt.
ARZT: Haben Sie auch mehr geschwitzt?
PATIENTIN: Ja, vor allem bei körperlicher Anstrengung schwitze ich mehr als früher. Manchmal kriege ich auch Schweißausbrüche, sogar in Ruhe.
ARZT: Ist Ihnen aufgefallen, dass Ihre Beine oder Knöchel geschwollen sind?
PATIENTIN: Ja, seit vier Tagen sind meine Beine geschwollen, vor allem abends, wenn ich aufstehe. Das fällt mir auf, weil die Schuhe drücken. Wenn ich mit dem Finger draufdrücke, bleibt so eine richtige Delle drin.
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ARZT: Haben Sie bemerkt, dass Ihre Haut blasser als sonst geworden ist?
PATIENTIN: Nein, das ist mir nicht aufgefallen.
ARZT: Haben Sie während des Schlafs Atemaussetzer bemerkt oder wurde Ihnen gesagt, dass Sie schnarchen?
PATIENTIN: Atemaussetzer sind mir nicht aufgefallen, aber ich schnarche, das hat mir meine Familie schon öfter gesagt.
ARZT: Haben Sie manchmal das Gefühl, dass alles um Sie herum zusammenbricht oder überwältigend ist?
PATIENTIN: Nein, dieses Gefühl habe ich nicht.
ARZT: Haben Sie Schmerzen, insbesondere in einem Bein?
PATIENTIN: Nein, ich habe keine Schmerzen.
ARZT: Ist Ihnen aufgefallen, dass eines Ihrer Beine dicker ist als das andere?
PATIENTIN: Nein, ich habe es nicht bemerkt.
ARZT: Hatten Sie in letzter Zeit Symptome wie eine Erkältung oder Grippe?
PATIENTIN: Vor etwa sechs Wochen war ich erkältet, ich hatte Husten, Schnupfen und sogar Fieber.
ARZT: Bitte beachten Sie, dass eine Erkältung oder Grippe bei Ihnen schwerwiegende Symptome auslösen kann. Zur Vorbeugung empfiehlt es sich, eine Maske zu tragen und ein alkoholhaltiges Desinfektionsmittel mitzuführen.
Sind Sie vollständig gegen COVID-19 geimpft?
PATIENTIN: Nein, ehrlich gesagt bin ich kein Befürworter von Impfungen.
Ich habe den Eindruck, dass es oft mehr um Geld und Vermarktung geht als um Gesundheit.
ARZT: Ich verstehe Ihre Bedenken und nehme sie ernst.
Wenn Sie möchten, kann ich Ihnen gern erklären, warum bestimmte Impfungen aus medizinischer Sicht sinnvoll sind – gerade zum Schutz vor schweren Erkrankungen.
Sie entscheiden natürlich selbst, ob und welche Impfungen für Sie infrage kommen.
PATIENTIN: Vielen Dank Herr Doktor für Ihr Verständnis.
ARZT: Haben Sie eine Begleitung dabei?
PATIENTIN: Nein, ich bin allein gekommen.
ARZT: Wie sind Sie ins Krankenhaus gekommen?
PATIENTIN: Mit dem Taxi.
ARZT: Haben Sie Fieber, Nachtschweiß oder Schüttelfrost?
PATIENTIN: Nichts.
ARZT: Wie ist Ihr Appetit?
PATIENTIN: Mein Appetit ist seit fast 2 Monaten nicht so gut, ich habe weniger Hunger als früher.
ARZT: Wie ernähren Sie sich – vegan, vegetarisch oder essen Sie alles?
PATIENTIN: Ich esse eigentlich alles.
ARZT: Haben Sie in letzter Zeit ungewollt abgenommen oder zugenommen?
PATIENTIN: Ja, ich habe in der letzten Woche ungewollt etwa drei Kilogramm zugenommen.
ARZT: Haben Sie Schwierigkeiten beim Stuhlgang?
PATIENTIN: Ja, ich habe seit langem oft Verstopfung und das Gefühl, dass ich den Darm nicht vollständig entleeren kann.
ARZT: Was haben Sie dagegen unternommen?
PATIENTIN: Ich nehme manchmal Laxoberal, wenn es nötig ist.
ARZT: Solche Medikamente helfen zwar kurzfristig, aber wichtiger ist, dass Sie genug Ballaststoffe essen – also viel frisches Obst und Gemüse – und dazu ungefähr 6-8 Gläser Wasser am Tag trinken.
Leiden Sie an chronischen Erkrankungen wie zum Beispiel Bluthochdruck, Zuckerkrankheit oder erhöhte Blutfettwerte?
PATIENTIN: Seit 10 Jahren leide ich an Bluthochdruck sowie Zuckerkrankheit und habe auch erhöhte Blutfettwerte.
ARZT: Wie wurde die Diagnose gestellt?
PATIENTIN: Das war bei der Vorsorgeuntersuchung bei meiner Hausärztin. Da wurde mein Nüchtern-Blutzucker mit 155 gemessen. Außerdem hat sie meinen Blutdruck 24 Stunden lang mit so einem Gerät kontrolliert – der Durchschnitt lag bei 150.
ARZT: Messen Sie Ihren Blutdruck und Blutzucker auch zu Hause?
Wie hoch sind die Werte?
PATIENTIN: Ich messe nicht regelmäßig, aber die Werte schwanken.
Manchmal liegen sie im Normalbereich, manchmal sind sie erhöht
ARZT: Warum schwanken Ihre Werte?
PATIENTIN: Weil ich die Medikamente nicht regelmäßig nehme und auch nicht genug auf meine Ernährung achte.
ARZT: Es ist sehr wichtig, dass Sie Ihre Medikamente regelmäßig einnehmen und auch auf eine geeignete Ernährung achten – insbesondere sollten Sie Fertigprodukte sowie stark salzige oder süße Speisen möglichst vermeiden.
So können wir Ihren Blutdruck und Blutzucker besser einstellen.
Ich unterstütze Sie gern dabei, das gut in den Griff zu bekommen.
Wenn Sie möchten, können wir gemeinsam einen individuellen Plan erstellen. Außerdem wäre es hilfreich, wenn Sie Ihren Blutdruck regelmäßig messen und die Werte notieren – dann können wir die Therapie noch besser anpassen
Liegen bei Ihnen Komplikationen wie Nierenschäden, Sehstörungen oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen – zum Beispiel ein Schlaganfall oder die sogenannte Schaufensterkrankheit – vor?
PATIENTIN: Nein, bisher nicht.
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ARZT: Wann waren Sie zuletzt bei einem Augenarzt?
PATIENTIN: Das letzte Mal war ich vor drei Jahren beim Augenarzt. Letzten Monat habe ich dort angerufen, um einen Termin zu machen, und jetzt warte ich noch auf die Rückmeldung.
ARZT: Waren Sie schon einmal wegen zu hoher oder zu niedriger Blutdruckwerte oder Blutzuckerwerte im Krankenhaus?
PATIENTIN: Ja, einmal habe ich meine Zuckermedikamente abgesetzt, und der Blutzucker ist auf etwa 700 gestiegen.
Ich war deswegen zwei Tage im Krankenhaus.
ARZT: Erinnern Sie sich, was man im Krankenhaus genau bei Ihnen gemacht hat?
PATIENTIN: Ja… zuerst haben sie mir etwas über die Vene gegeben, so eine Kochsalzlösung. Und später habe ich dann noch eine Infusion bekommen – gegen den hohen Zucker.
ARZT: Was nehmen Sie gegen Bluthochdruck ein?
PATIENTIN: Ich nehme Bisoprolol und Lisinopril täglich.
ARZT: In welcher Dosierung nehmen Sie die Medikamente ein?
PATIENTIN: Bisoprolol 5 Milligramm morgens, Lisinopril 10 Milligramm einmal täglich.
ARZT: Hatten Sie bisher unangenehme oder schwere Nebenwirkungen?
PATIENTIN: Zu Beginn hatte ich Bauchschmerzen und Übelkeit, die nach einigen Tagen verschwanden.
ARZT: Was nehmen Sie gegen Ihre Zuckerkrankheit?
PATIENTIN: Ich nehme Metformin, zweimal täglich.
Zudem nehme ich Atorvastatin abends ein.
ARZT: In welcher Dosierung nehmen Sie Metformin und Atorvastatin ein?
PATIENTIN: Ich nehme Metformin in einer Dosierung von 500 Milligramm und Atorvastatin 40 Milligramm ein.
ARZT: Gibt es sonst noch irgendwelche Vorerkrankungen, von denen Sie wissen?
PATIENTIN: Ja, vor etwa 20 Jahren hatte ich starke Oberbauchschmerzen und Übelkeit.
Im Krankenhaus wurde damals eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse festgestellt.
ARZT: Wissen Sie zufällig, was die Ursache dafür war? Zum Beispiel Gallensteine oder Alkohol? Oder hat man Ihnen etwas dazu gesagt?
PATIENTIN: Nein, das weiß ich leider nicht. Die haben damals nur gesagt, dass die Bauchspeicheldrüse entzündet war.
ARZT: Haben Sie sich schon einmal einer Operation oder einem medizinischen Eingriff unterzogen?
PATIENTIN: Ja, vor drei Jahren habe ich auf der rechten Seite ein künstliches Hüftgelenk bekommen.
ARZT: Aus welchem Grund?
PATIENTIN: Ich hatte starken Gelenkverschleiß und war ziemlich steif. Die Schmerzmittel haben irgendwann nicht mehr geholfen.
Vor drei Monaten wurde zudem bei mir eine Mammographie gemacht.
Mein Frauenarzt hat gesagt, dass er in der rechten Brust etwas Auffälliges gesehen hat und dass ich deshalb weiter untersucht werden soll
Nächste Woche habe ich dafür einen Termin.
ARZT: Hatten Sie in der Vergangenheit bereits einen Unfall oder ein Trauma?
PATIENTIN: Vor etwa 37 Jahren habe ich mir beim Volleyballspielen eine Rippe gebrochen; Die Behandlung war ohne Operation, nur mit einem Verband.
ARZT: Welche Rippe und welche Seite waren betroffen?
PATIENTIN: Die fünfte Rippe rechts.
ARZT: Nehmen Sie noch andere Medikamente?
PATIENTIN: Ja, ich nehme seit ungefähr vier Monaten ein Eisenpräparat, so alle zwei bis drei Tage. Das habe ich mir bei Rossmann gekauft.
ARZT: Haben Sie ein Rezept für Ihre Medikamente?
PATIENTIN: Ja, habe ich.
ARZT: Hatten Sie schon einmal eine Schwangerschaft?
PATIENTIN: Ja, ich war zweimal schwanger – einmal vor etwa 40 Jahren und einmal vor etwa 35 Jahren.
ARZT: War Ihre Entbindung spontan oder erfolgte sie per Kaiserschnitt?
PATIENTIN: Beide Kinder kamen auf natürlichem Weg zur Welt.
ARZT: Hatten Sie während der Schwangerschaft oder der Geburt irgendwelche Probleme?
PATIENTIN: Nein, es gab keine besonderen Probleme.
ARZT: Sind Sie in den Wechseljahren?
Seit wann?
PATIENTIN: Also, Seit 12 Jahren.
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ARZT: Haben Sie Hitzewallungen, Nachtschweiß oder Stimmungsschwankungen?
PATIENTIN: Manchmal Hitzewallungen, aber sie sind nicht zu ärgerlich.
ARZT: Haben Sie bekannte Allergien oder Unverträglichkeiten, zum Beispiel auf bestimmte Lebensmittel, Medikamente, Tierhaare oder andere Stoffe?
PATIENTIN: Ja, ich reagiere allergisch auf Bienenstiche und auf Amoxicillin.
ARZT: Wie äußern sich Ihre Allergien?
PATIENTIN: Ich reagiere auf Bienenstiche so stark, dass ich einen allergischen Schock bekomme – also eine richtige Notfallsituation, deshalb habe ich immer einen Adrenalin-Pen dabei.
Bei Amoxicillin bekomme ich einen juckenden Hautausschlag am ganzen Körper und Atemnot.
ARZT: Aus welchem Grund haben Sie das Medikament eingenommen?
In welcher Dosierung?
PATIENTIN: Das war vor 20 Jahren wegen einer Lungenentzündung.
Ich habe damals 500-Milligramm-Kapsel eingenommen.
ARZT: Welches Antibiotikum haben Sie anschließend eingenommen?
PATIENTIN: Danach habe ich Azithromycin bekommen.
ARZT: Rauchen Sie?
Wie viele Zigaretten rauchen Sie täglich und seit wann?
PATIENTIN: Ich rauche seit 4 Jahren nicht mehr.
Davor habe ich aber 30 Jahre lang etwa eine Schachtel pro Tag geraucht.
ARZT: Es ist großartig, dass Sie mit dem Rauchen aufgehört haben.
Können Sie mir erzählen, was Sie dazu motiviert hat?
PATIENTIN: Meine Ärztin hat mir dringend dazu geraten.
ARZT: Trinken Sie Alkohol?
Wenn ja, wie oft, wie viel und welche Art von Alkohol trinken Sie?
PATIENTIN: In der Regel ein Glas Bier am Tag – seit etwa vier Jahren.
ARZT: Frau Koch, selbst ein Glas Bier täglich kann bei bestehenden Vorerkrankungen gesundheitsschädlich sein – vor allem, wenn schon einmal eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse vorgelegen hat. Alkohol ist ein bekannter Risikofaktor dafür.
Deshalb wäre es sinnvoll, den Konsum schrittweise zu reduzieren. Ich unterstütze Sie gern dabei. Wenn Sie möchten, überlegen wir gemeinsam, welche Lösung gut zu Ihnen und Ihrem Alltag passt.
PATIENTIN: Vielen Dank Herr Doktor.
ARZT: Kam es schon einmal vor, dass Sie aufgrund übermäßigen Alkoholkonsums Symptome einer Vergiftung hatten?
PATIENTIN: Nein, das ist bisher nie vorgekommen.
ARZT: Darf ich Sie fragen, ob Sie schon einmal Drogen konsumiert haben?
PATIENTIN: Früher habe ich ein paar Mal Joints geraucht. Jetzt ist es ja legal – vielleicht habe ich es mal wieder ausprobiert.
ARZT: Vielen Dank für Ihre Offenheit.
Bitte beachten Sie jedoch, dass „legal“ nicht automatisch auch „gesund“ bedeutet – das gilt genauso für Zigaretten oder Alkohol.
Wenn Sie Fragen haben oder unsicher sind, sprechen Sie mich gern an – wir können das gemeinsam in Ruhe besprechen.
ARZT: Treiben Sie regelmäßig Sport?
Welche Art und wie häufig?
PATIENTIN: Nicht wirklich, ich bin da eher nachlässig.
ARZT: Wie ist Ihr Familienstand?
PATIENTIN: Ich bin verwitwet.
Ich habe vor 5 Jahren meinen Mann bei einem Autounfall verloren.
ARZT: Mit wem wohnen Sie zusammen?
Wo wohnen Sie?
PATIENTIN: Ich lebe allein in einer Wohnung, aber manchmal übernachte ich bei meinen Kindern – und manchmal übernachten sie auch bei mir.
ARZT: Wie viele Kinder haben Sie?
PATIENTIN: Ich habe zwei Kinder und drei Enkelkinder.
ARZT: Sind es Jungen oder Mädchen?
PATIENTIN: Ich habe zwei Töchter.
ARZT: Sind sie gesund?
PATIENTIN: Eines meiner Enkelkinder hat von Geburt an einen Herzfehler – er hat ein Loch im Herzen.
ARZT: Wissen Sie, wo sich das Loch befindet – zwischen den Vorhöfen oder den Herzkammern?
PATIENTIN: Zwischen den Vorhöfen.
ARZT: Und wie wurde das behandelt?
PATIENTIN: Die Kardiologen haben gesagt, dass keine Operation nötig ist, weil das Loch klein ist.
ARZT: Gibt es in Ihrer Familie wichtige Erkrankungen, beispielsweise bei Ihren Eltern, Geschwistern oder anderen nahen Verwandten?
PATIENTIN: Mein Vater war 83 Jahre alt und litt an Bauchspeicheldrüsenkrebs.
Er wurde vor einem Jahr operiert, ist jedoch sechs Monate später verstorben.
ARZT: Herzliches Beileid.
PATIENTIN: Meine Mutter ist 84, hat Demenz und lebt im Pflegeheim.
Mit 52 wurde sie wegen eines Unterleibskrebses operiert, weil sie damals starke Blutungen und Bauchschmerzen hatte.
ARZT: Haben Sie in letzter Zeit eine Reise gemacht?
PATIENTIN: Nein, ich habe in letzter Zeit keine Reise unternommen.
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ARZT: Haben Sie Haustiere?
PATIENTIN: Nein, keine.
ARZT: Wir sind mit der Anamnese fertig.
Haben Sie noch Fragen?
PATIENTIN: Warum habe ich eine Herzschwäche? Warum haben all meine Beschwerden so plötzlich angefangen?
ARZT: Ihre Herzschwäche hängt mit mehreren Risikofaktoren zusammen, die Sie haben – wie Diabetes, Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörung und auch das frühere Rauchen. Diese Dinge belasten das Herz über viele Jahre. Die Beschwerden entwickeln sich meistens langsam, aber Sie merken sie jetzt stärker, deshalb wirkt es so plötzlich. In den letzten Tagen hat sich das verschlimmert, das nennen wir eine Dekompensation, Den genauen Grund dafür können wir erst nach den weiteren Untersuchungen feststellen. Machen Sie sich aber bitte keine allzu großen Sorgen – wir haben gute Möglichkeiten, das zu behandeln und die Situation zu stabilisieren.



