In diesem FSP-Fall geht es um einen Patienten mit dem Verdacht auf eine Herzinsuffizienz – sowohl in der kompensierten als auch in der akut dekompensierten Form. Typische Symptome wie Belastungs- oder Ruhedyspnoe, periphere Ödeme, Leistungsminderung, Orthopnoe, nächtliche Atemnot und Gewichtszunahme durch Flüssigkeitsretention müssen gezielt erfragt und richtig eingeordnet werden. Im Mittelpunkt stehen die Einschätzung des Schweregrades, die Erkennung einer akuten Dekompensation, die Abgrenzung wichtiger Differenzialdiagnosen sowie die Einleitung einer leitliniengerechten Diagnostik und Therapie.
Der Beitrag vermittelt alle prüfungsrelevanten Inhalte für die Fachsprachprüfung (FSP): strukturierte Anamnese, Arzt-Patient-Gespräch, Arzt-Arzt-Vorstellung, Verdachts- und Differenzialdiagnosen, diagnostisches Vorgehen mit Labor, EKG, Echokardiographie und Bildgebung, Akut- und Langzeittherapie, typische Patientenfragen sowie wichtige Fachbegriffe und Formulierungen. Ergänzt wird der Fall durch Flashcards, Blueprint-Zusammenfassungen, ein Lernheft sowie interaktive KI-Trainings für eine realistische und praxisnahe Prüfungsvorbereitung.
Arzt-Patient-Gespräch
Arzt-Patient-Gespräch (fortgeschritten)
Royal Flash (Transkript + Simulator)
Arztbrief
Blueprint
Flashcards
Giftig-Serie
Lückentextübungen
Aktuelle und vegetative Anamnese
ich möchte Ihnen nun die Patientin 1. Susanne Holst vorstellen.
Sie ist 2. 63 Jahre alt, 3. 1,70 m groß und wiegt etwa 4. 88 kg. Der Body-Mass-Index (BMI) beträgt 30,4 und liegt damit im Bereich der 5. Adipositas.
Die Patientin stellte sich aufgrund einer seit zwei Monaten bestehenden, belastungsabhängigen 6. Dyspnoe (Atemnot) sowie eines thorakalen Enge- und Druckgefühls (Brustenge und Druck auf der Brust) vor.
Sie gab an, der Verlauf sei langsam 7. progredient (zunehmend) gewesen und habe sich insbesondere in den letzten vier Tagen verschlechtert.
Zusätzlich träten laut ihren Angaben 8. retrosternale (hinter dem Brustbein gelegene), stechende sowie drückende Schmerzen auf, die in den linken Arm und in den Nacken ausstrahlten.
Des Weiteren habe sie über eine 9. Orthopnoe (Atemnot im Liegen, Schlafen mit erhöhtem Oberkörper bzw. zwei Kissen) sowie über ein seit vier Tagen bestehendes beidseitiges 10. Beinödem (Wassereinlagerungen in den Beinen) geklagt.
Als Begleitsymptome seien ihr folgende aufgefallen:
11. Fatigue (ausgeprägte Müdigkeit/Erschöpfung)
Antriebslosigkeit (fehlende Energie und Motivation)
12. Tachypnoe (beschleunigte Atmung)
13. Reizhusten (trockener Husten)
Schwindel bei Lagewechsel (Schwindel beim Aufstehen oder Umlagern)
14. Hyperhidrose (vermehrtes Schwitzen)
15. Nykturie (nächtliches Wasserlassen) mit zwei bis drei nächtlichen Toilettengängen
nächtliches Schnarchen (16. Schlafapnoe [Atemaussetzer im Schlaf]?)
Fragen nach 17. Nausea (Übelkeit), 18. Emesis (Erbrechen), 19. Tachykardie (Herzrasen), Bewusstseinsverlust (Ohnmacht), Panikattacken, Blässe (blasser Hautfarbe) und Beinschmerzen wurden verneint.
Die vegetative Anamnese zeigte folgende Auffälligkeiten:
Seit etwa zwei Monaten besteht eine 20. Inappetenz (Appetitlosigkeit), dennoch kam es zu einer ungewollten Gewichtszunahme.
Zudem berichtete die Patientin über 21. Insomnie (Schlafstörungen), bedingt durch beruflichen Stress sowie durch nächtliche Nykturie und Orthopnoe.
Weiterhin leidet sie seit längerer Zeit an 22. Obstipation (Verstopfung).
Rest
Die Patientin hat seit etwa zehn Jahren einen 1. Typ-2-Diabetes (Zuckerkrankheit). Laut ihren Angaben ist dieser momentan schlecht eingestellt. Die Blutzuckerwerte schwanken. Vor sechs Monaten kam es zu einer möglichen schweren 2. Entgleisung (starken Verschlechterung der Blutzuckerwerte) mit einem Blutzuckerwert von 700 mg/dL, weshalb sie zwei Tage im Krankenhaus behandelt werden musste. 3. Folgekomplikationen (Folgeschäden) bestehen bislang nicht.
Nach Angaben der Patientin besteht seit zehn Jahren eine 4. arterielle Hypertonie (Bluthochdruck), die derzeit unzureichend eingestellt ist. Die Diagnose wurde mittels 5. 24-Stunden-Blutdruckmessung (Blutdruckmessung über einen ganzen Tag) gestellt.
Eine 6. Hypercholesterinämie (erhöhter Cholesterinspiegel) ist seit zehn Jahren bekannt.
Sie fügte hinzu, seit drei Jahren bestehe eine 7. atriale Fibrillation (Vorhofflimmern). Der aktuelle 8. INR-Wert (Gerinnungswert des Blutes) liege bei 2,6.
Sie wurde vor 20 Jahren aufgrund einer 9. Pankreatitis (Bauchspeicheldrüsenentzündung) stationär behandelt. Die Ursache ist nicht dokumentiert.
Sie hat sich vor etwa 35 Jahren beim Volleyballspielen eine 10. Rippenfraktur (Rippenbruch) zugezogen, die konservativ mittels Verband behandelt wurde.
Voroperationen
Bei ihr wurde vor drei Jahren aufgrund einer fortgeschrittenen 11. Coxarthrose (Hüftgelenkverschleiß) eine 12. Totalendoprothese (TEP) (künstliches Hüftgelenk) der rechten Hüfte implantiert.
Gynäkologie
In der gynäkologischen Anamnese berichtete die Patientin über zwei spontane, komplikationslose 13. vaginale Entbindungen (Geburten auf natürlichem Weg) vor etwa 40 bzw. 35 Jahren.
Die 14. Menopause (Wechseljahre) besteht seit ca. 12 Jahren, gelegentlich treten milde Hitzewallungen auf.
Vor drei Monaten wurde laut Patientinnenangaben in der 15. Mammographie (Röntgenuntersuchung der Brust) ein auffälliger Befund in der rechten Brust festgestellt; eine weiterführende Diagnostik ist für die kommende Woche geplant.
Allergien
Nach einem Bienenstich sei es zu einem 16. anaphylaktischen Schock (schweren allergischen Reaktion) gekommen, weshalb sie einen Epi-Pen mitführe.
Zudem bestehe eine Allergie gegen Amoxicillin, die sich durch 17. Urtikaria (Nesselsucht) und 18. Dyspnoe (Atemnot) geäußert habe. Diese Reaktion sei vor 20 Jahren im Rahmen einer 19. Pneumonitis (Entzündung des Lungengewebes) aufgetreten.
Noxen
Zur Noxenanamnese gab die Patientin an, seit vier Jahren Nichtraucherin zu sein; zuvor habe sie über 30 Jahre lang eine Schachtel Zigaretten täglich konsumiert (20. 30 Packungsjahre [Pack Years] (Maß für die Raucherbelastung)).
In der Vergangenheit habe sie gelegentlich 21. THC (Cannabis) konsumiert.
Sozialanamnese
Die Patientin sei Verkäuferin in einem Bekleidungsgeschäft und lebe allein in einer Wohnung.
Sie habe zwei Kinder und drei Enkelkinder. Bei einem der Enkelkinder bestehe ein kleiner angeborener 22. Vorhofseptumdefekt (ASD) (Loch in der Herzscheidewand zwischen den Vorhöfen).
Familienanamnese
Zur Familienanamnese führte die Patientin an, bei ihrem Vater habe ein 23. Pankreaskarzinom (Bauchspeicheldrüsenkrebs) bestanden.
Die Mutter sei dement und lebe im Pflegeheim; im Alter von 52 Jahren sei sie aufgrund eines 24. Unterleibskarzinoms (Krebserkrankung im Unterbauch/Genitalbereich) operativ behandelt worden.
Arztbrief- und Fallvorstellungsübung
Ordnen Sie die folgenden Kategorien zunächst in eine medizinisch sinnvolle Reihenfolge. Verfassen Sie anschließend anhand der Schlüsselwörter selbstständig einen vollständigen Arztbrief und stellen Sie den Fall mündlich vor.
Vorerkrankungen
- Diabetes mellitus Typ 2, schlecht eingestellt
- hyperglykämische Entgleisung vor 6 Monaten, BZ ca. 700 mg/dl, 2 Tage stationär
- arterielle Hypertonie seit 10 Jahren, unzureichend kontrolliert
- Dyslipidämie seit 10 Jahren
- Vorhofflimmern seit 3 Jahren, INR 2,6
- Pankreatitis vor 20 Jahren
- Rippenfraktur rechts, konservative Therapie
- fortgeschrittene Coxarthrose rechts
- Adipositas
Gynäkologische Anamnese
- Gravida II
- zwei spontane vaginale Entbindungen vor ca. 40 und 35 Jahren
- keine Schwangerschafts- oder Geburtskomplikationen
- Menopause seit 12 Jahren
- gelegentliche milde Hitzewallungen
- auffälliger Mammographiebefund rechte Brust
- weiterführende Diagnostik geplant
Aktuelle Anamnese
- Belastungsdyspnoe seit 2 Monaten
- langsam progredient
- Verschlechterung seit 4 Tagen
- Belastungsabhängiges thorakales Enge- und Druckgefühl
- Treppensteigen bis 1. Stock deutlich eingeschränkt
- Pause 2–3 Minuten
- Gehstrecke ca. 200 m
- retrosternale stechende Thoraxschmerzen
- Ausstrahlung linker Arm und Nacken
- Schmerzintensität 2–3/10
- Schmerzzunahme bei Belastung
- Orthopnoe
- beidseitige Beinödeme seit 4 Tagen
- Fatigue
- Antriebslosigkeit
- Tachypnoe bei Belastung
- trockener Reizhusten
- Lagerungsschwindel
- Hyperhidrose
- Nykturie 2–3×/Nacht
- nächtliches Schnarchen
- keine Nausea
- keine Emesis
- keine aktuelle Tachykardie
- keine Synkopen
- keine Panikattacken
- keine Blässe
- keine Beinschmerzen
- keine Dysurie
- keine Hämaturie
- keine aktuelle Reise
- Erkältung mit Husten, Schnupfen und Fieber vor ca. 6 Wochen
Vegetative Anamnese
- Inappetenz seit ca. 2 Monaten
- ungewollte Gewichtszunahme ca. 3 kg innerhalb 1 Woche
- Ein- und Durchschlafstörungen
- beruflicher Stress
- chronische Obstipation
- keine aktuelle Pyrexie
- kein Nachtschweiß
- kein Schüttelfrost
Voroperationen
- Hüfttotalendoprothese rechts vor 3 Jahren
Familienanamnese
- Vater: Pankreaskarzinom, Operation vor 1 Jahr, Tod 6 Monate postoperativ, 83 Jahre
- Mutter: Demenz, Pflegeheim, Uteruskarzinom mit 52 Jahren, 84 Jahre
- Enkelkind: kleiner Vorhofseptumdefekt, keine Operation
Allergien
- Bienenstiche: Anaphylaxie, EpiPen
- Amoxicillin: Urtikaria, Dyspnoe
- Amoxicillinreaktion bei Pneumonie vor 20 Jahren
Sozialanamnese
- Verkäuferin im Bekleidungsgeschäft
- Renteneintritt im Folgejahr geplant
- verwitwet
- Ehemann vor 5 Jahren bei Autounfall verstorben
- alleinlebend
- Wohnung im 3. Stock ohne Aufzug
- zwei Töchter
- drei Enkelkinder
- keine regelmäßige körperliche Aktivität
- keine Haustiere
Medikamente
- Bisoprolol – 5 mg – 1× täglich, morgens
- Lisinopril – 10 mg – 1× täglich
- Metformin – 500 mg – 2× täglich
- Atorvastatin – 40 mg – abends
- Marcumar – ¼ Tablette; sonntags ½ Tablette – täglich; Umstellung auf Eliquis geplant
- Laxoberal – bei Bedarf
- Eisenpräparat – alle 2–3 Tage, OTC
Persönliche Daten
- Nachname: Koch
- Vorname: Monica
- Alter: 63 Jahre
- Gewicht: 88 kg
- Größe: 170 cm
Noxen
- Nikotinabstinenz seit 4 Jahren
- zuvor 30 Packungsjahre
- täglicher Alkoholkonsum
- früher gelegentlicher THC-Konsum
- stationäre Aufnahme
- engmaschige Überwachung
- körperliche Untersuchung
- Labor einschließlich BNP bzw. NT-proBNP
- 12-Kanal-EKG
- Röntgen-Thorax
- Echokardiographie
- medikamentöse Einstellung
- Flüssigkeitsbilanzierung
- weiterführende Diagnostik des auffälligen Mammographiebefundes
- geplante Umstellung von Phenprocoumon auf Apixaban
- chronische Herzinsuffizienz mit kardialer Dekompensation
- NYHA III
- Differenzialdiagnose: chronisch-obstruktive Lungenerkrankung
- Differenzialdiagnose: nephrotisches Syndrom
- Differenzialdiagnose: Lungenembolie
- Verdacht auf Schlafapnoe
Auswertung Ihres Arztbriefs
Laden Sie Ihren selbst geschriebenen Arztbrief zusammen mit dem Fachleiter-Brief bei ChatGPT hoch.
Vergleiche meinen selbst geschriebenen Arztbrief mit dem Fachleiter-Brief. Zeige mir fehlende medizinische Informationen, inhaltlich falsche Angaben, Fehler in der medizinischen Fachsprache, grammatikalische Fehler, ungeeignete Formulierungen sowie Fehler in Struktur und Reihenfolge. Korrigiere anschließend meinen Arztbrief. Verwende ausschließlich die Informationen aus dem Fachleiter-Brief und erfinde keine neuen medizinischen Angaben.
Auswertung Ihrer Fallvorstellung
Nutzen Sie den Audiomodus von ChatGPT, stellen Sie den Fall vor und laden Sie anschließend den Fachleiter-Brief hoch.
Werte meine mündliche Fallvorstellung anhand des hochgeladenen Fachleiter-Briefs aus. Beurteile Struktur und Reihenfolge, Vollständigkeit, medizinische Fachsprache, aktuelle Anamnese, Vorerkrankungen, Voroperationen, Allergien, Medikamente mit Dosierung, Verdachtsdiagnose sowie das weitere diagnostische und therapeutische Vorgehen. Zeige konkret, welche Informationen fehlen, falsch oder unverständlich dargestellt wurden. Erfinde keine zusätzlichen medizinischen Angaben.
