Fallbeispiel: Insomnie

👨‍⚕️ Guten Tag, mein Name ist Dr. Schneider. Ich bin heute für Sie zuständig. Wie darf ich Sie ansprechen?

👨 Ich heiße Thomas Berger.

👨‍⚕️ Herr Berger, ich möchte Ihnen einige Fragen stellen, damit ich Ihre Beschwerden besser verstehen kann. Ist das in Ordnung?

👨 Ja, natürlich.

👨‍⚕️ Wie alt sind Sie?

👨 Ich bin 46.

👨‍⚕️ Wie groß sind Sie und wie viel wiegen Sie ungefähr?

👨 Ich bin 1,79 Meter groß und wiege ungefähr 81 Kilo.

👨‍⚕️ Woher kommen Sie und wo wohnen Sie derzeit?

👨 Ich komme aus Stuttgart und wohne auch dort.

👨‍⚕️ Was führt Sie heute zu uns?

👨 Ich kann abends einfach nicht einschlafen. Tagsüber bin ich dann müde und kann mich bei der Arbeit nicht richtig konzentrieren.

👨‍⚕️ Seit wann ist das so?

👨 Schlafprobleme hatte ich schon immer mal wieder. Aber seit ungefähr vier Monaten ist es richtig schlimm.

👨‍⚕️ Haben Sie jede Nacht Schwierigkeiten oder gibt es auch Nächte, in denen Sie gut schlafen?

👨 An den meisten Nächten klappt es schlecht. Ab und zu geht es besser, aber ich weiß vorher nie, wie die Nacht wird.

👨‍⚕️ Was ist für Sie besonders belastend?

👨 Dass ich schon abends Angst vor dem Schlafengehen habe. Ich denke die ganze Zeit daran, dass ich wieder nicht einschlafen kann und am nächsten Tag nichts auf die Reihe bekomme.

👨‍⚕️ Wann gehen Sie normalerweise ins Bett?

👨 Meistens gegen halb elf. Manchmal gehe ich früher, weil ich denke, dass ich dann mehr Zeit zum Schlafen habe.

👨‍⚕️ Sind Sie zu dieser Zeit schon schläfrig?

👨 Müde bin ich schon. Aber sobald ich im Bett liege, bin ich plötzlich wieder hellwach.

👨‍⚕️ Wie lange dauert es ungefähr, bis Sie einschlafen?

👨 Oft eineinhalb oder zwei Stunden. Manchmal auch länger. Ich schaue dann ständig auf die Uhr.

👨‍⚕️ Was geht Ihnen in dieser Zeit durch den Kopf?

👨 Erst denke ich an die Arbeit und an meine Frau. Dann geht es nur noch darum, dass ich endlich schlafen muss. Ich rechne aus, wie viele Stunden mir noch bleiben.

👨‍⚕️ Wie fühlen Sie sich dabei körperlich?

👨 Ich bin richtig angespannt. Besonders die Schultern und die Beine. Ich finde dann auch keine bequeme Lage.

👨‍⚕️ Was machen Sie, wenn Sie längere Zeit nicht einschlafen können?

👨 Erst bleibe ich liegen und versuche es weiter. Irgendwann halte ich es nicht mehr aus. Dann stehe ich auf, rauche eine Zigarette und laufe durch die Wohnung.

👨‍⚕️ Können Sie besser schlafen, wenn Sie schließlich eingeschlafen sind?

👨 Meistens schon. Manchmal werde ich kurz wach, aber das Einschlafen am Anfang ist das größte Problem.

👨‍⚕️ Wann stehen Sie morgens auf?

👨 Als ich noch gearbeitet habe, musste ich gegen halb sieben aufstehen. Im Moment wird es manchmal acht oder halb neun, weil ich so schwer aus dem Bett komme.

👨‍⚕️ Wie viel schlafen Sie insgesamt ungefähr?

👨 Schwer zu sagen. Vielleicht vier bis fünf Stunden in einer schlechten Nacht. Manchmal etwas mehr.

👨‍⚕️ Fühlen Sie sich morgens erholt?

👨 Nein. Ich fühle mich, als hätte ich kaum geschlafen.

👨‍⚕️ Gibt es Situationen, in denen Sie leichter einschlafen?

👨 Ja, das ist ja das Komische. Wenn ich auf dem Sofa einen Film schaue, schlafe ich manchmal einfach ein.

👨‍⚕️ Versuchen Sie dann bewusst einzuschlafen?

👨 Nein, überhaupt nicht. Ich schaue den Film und merke irgendwann, dass ich ein Stück verpasst habe.

👨‍⚕️ Was passiert, wenn Sie danach ins Bett gehen?

👨 Dann bin ich oft wieder wach. Sobald ich im Bett liege, fängt das Grübeln wieder an.

👨‍⚕️ Wie schlafen Sie, wenn Sie woanders übernachten?

👨 Bei einem Freund habe ich vor Kurzem übernachtet. Da ging es deutlich besser. Es ist fast so, als hätte ich inzwischen ein Problem mit meinem eigenen Bett.

👨‍⚕️ Schlafen Sie tagsüber?

👨 Manchmal döse ich nachmittags auf dem Sofa kurz ein. Aber ich lege mich nicht jeden Tag zum Schlafen hin.

👨‍⚕️ Sie sagten, dass es vor etwa vier Monaten schlimmer geworden ist. Hat sich damals etwas in Ihrem Leben verändert?

👨 Ja, ziemlich viel. Bei der Arbeit wurde angesprochen, dass ich mehr Fehler mache. Ungefähr zur gleichen Zeit ist meine Frau nach New York gezogen.

👨‍⚕️ Was waren das für Fehler bei der Arbeit?

👨 Ich habe auch einfache Sachen vergessen. Einmal habe ich einem Kunden den Garantieschein nicht mitgegeben. Der war ziemlich sauer, und dann gab es einen Streit.

👨‍⚕️ Haben Sie solche Schwierigkeiten auch im Alltag bemerkt?

👨 Manchmal vergesse ich, was ich gerade erledigen wollte. Aber vor allem bei der Arbeit ist es aufgefallen.

👨‍⚕️ Warum ist Ihre Frau nach New York gezogen?

👨 Sie wollte unbedingt dorthin, weil sie sich bessere Verdienstmöglichkeiten und mehr Chancen erhofft hat. Irgendwann hat sie ihren Plan dann umgesetzt.

👨‍⚕️ Wie geht es Ihnen damit?

👨 Es beschäftigt mich schon sehr. Vor allem abends, wenn ich allein zu Hause bin. Wir telefonieren, aber es ist natürlich anders als vorher.

👨‍⚕️ Wann hatten Sie früher Schwierigkeiten mit dem Schlafen?

👨 Meistens, wenn sich in der Familie oder bei der Arbeit etwas verändert hat. Das kam immer mal wieder vor.

👨‍⚕️ Wie lange haben diese Phasen gedauert?

👨 Mal ein paar Tage, mal mehrere Wochen. Irgendwann wurde es wieder besser.

👨‍⚕️ Was hat Ihnen damals geholfen?

👨 Manchmal ging es von allein weg. Einmal habe ich auch Tabletten bekommen.

👨‍⚕️ Wissen Sie noch, wie die hießen?

👨 Nein, leider nicht. Ich erinnere mich nur noch ungefähr daran, wie sie aussahen.

👨‍⚕️ Haben Sie diese Tabletten noch zu Hause oder nehmen Sie sie derzeit?

👨 Nein, ich habe keine mehr und nehme im Moment nichts zum Schlafen.

👨‍⚕️ Wie ist Ihre Stimmung tagsüber?

👨 Eigentlich ganz normal. Ich bin vor allem müde und wegen des Schlafens genervt.

👨‍⚕️ Haben Sie noch Freude an Dingen, die Ihnen sonst Spaß machen?

👨 Ja. Ich treffe mich gern mit Freunden und gehe auch mal spazieren. Dafür habe ich nur oft weniger Energie.

👨‍⚕️ Hat sich Ihr Appetit verändert?

👨 Nein, ich esse wie sonst auch.

👨‍⚕️ Haben Sie das Gefühl, dass alles aussichtslos ist oder sich nichts mehr verbessern kann?

👨 Nein. Ich hoffe schon, dass ich wieder besser schlafen kann.

👨‍⚕️ Machen Sie sich auch unabhängig vom Schlafen häufig Sorgen?

👨 Ja, ich mache mir schnell Gedanken über alles Mögliche. Über die Arbeit, Geld oder die Familie. Das war schon früher so.

👨‍⚕️ Hatten Sie schon einmal über mehrere Wochen eine Zeit, in der Sie sehr niedergeschlagen waren und kaum noch Interesse an etwas hatten?

👨 Nein, so kenne ich das nicht.

👨‍⚕️ Gab es umgekehrt Zeiten, in denen Sie ungewöhnlich aufgedreht waren, sehr wenig Schlaf brauchten und trotzdem voller Energie waren?

👨 Nein. Wenn ich wenig schlafe, bin ich immer müde.

👨‍⚕️ Haben Sie manchmal Gedanken, die Sie gegen Ihren Willen ständig wiederholen müssen, oder müssen Sie bestimmte Dinge immer wieder kontrollieren?

👨 Nein.

👨‍⚕️ Haben Sie schon einmal Stimmen gehört, obwohl niemand da war, oder das Gefühl gehabt, dass andere Sie verfolgen?

👨 Nein, noch nie.

👨‍⚕️ Haben Sie Gedanken daran, sich etwas anzutun?

👨 Nein.

👨‍⚕️ Hat Ihre Frau früher bemerkt, dass Sie stark schnarchen oder im Schlaf zeitweise nicht atmen?

👨 Nein, davon hat sie nie etwas gesagt.

👨‍⚕️ Hat sie ungewöhnliche Bewegungen bemerkt, zum Beispiel starkes Treten oder Schlagen im Schlaf?

👨 Nein, auch nicht.

👨‍⚕️ Wachen Sie manchmal auf, weil Sie keine Luft bekommen?

👨 Nein.

👨‍⚕️ Haben Sie abends ein unangenehmes Gefühl in den Beinen und müssen sie bewegen, damit es besser wird?

👨 Nein. Sie fühlen sich manchmal angespannt an, aber so einen Bewegungsdrang habe ich nicht.

👨‍⚕️ Schlafen Sie tagsüber plötzlich ein, ohne es verhindern zu können, zum Beispiel beim Essen oder im Gespräch?

👨 Nein. Ich bin müde, aber so etwas passiert mir nicht.

👨‍⚕️ Welche Erkrankungen sind bei Ihnen bekannt?

👨 Bei einer Untersuchung wurde mir gesagt, dass eine Klappe im Herzen nicht ganz so sitzt, wie sie sollte. Sonst ist mir nichts bekannt.

👨‍⚕️ Haben Sie dadurch Beschwerden?

👨 Eigentlich nicht. Es wird gelegentlich kontrolliert.

👨‍⚕️ Haben Sie nachts Schmerzen, Luftnot, starkes Herzklopfen oder müssen Sie häufig zur Toilette?

👨 Nein, das hält mich nicht vom Schlafen ab.

👨‍⚕️ Wurden Sie schon einmal operiert?

👨 Nein.

👨‍⚕️ Waren Sie wegen seelischer Beschwerden schon einmal in Behandlung?

👨 Nein. Wegen des Schlafens war ich früher beim Hausarzt, aber sonst nicht.

👨‍⚕️ Nehmen Sie regelmäßig Medikamente?

👨 Nein.

👨‍⚕️ Nehmen Sie gelegentlich etwas ein, zum Beispiel Schmerzmittel oder Hustensaft?

👨 Gelegentlich etwas mit Codein, wenn ich starken Husten habe. Aber nicht regelmäßig.

👨‍⚕️ Wann haben Sie das zuletzt genommen?

👨 Vor einigen Wochen, als ich erkältet war.

👨‍⚕️ Haben Sie in letzter Zeit frei verkäufliche Schlafmittel oder pflanzliche Mittel ausprobiert?

👨 Nein.

👨‍⚕️ Haben Sie Allergien oder vertragen Sie bestimmte Medikamente nicht?

👨 Mir ist nichts bekannt.

👨‍⚕️ Wie viel rauchen Sie?

👨 Ungefähr zehn bis fünfzehn Zigaretten am Tag. In schlechten Nächten kommen manchmal noch ein oder zwei dazu.

👨‍⚕️ Seit wann rauchen Sie?

👨 Seit Anfang zwanzig.

👨‍⚕️ Trinken Sie Alkohol?

👨 Gelegentlich ein Bier mit Freunden. Nicht jeden Tag.

👨‍⚕️ Trinken Sie Alkohol, um besser einschlafen zu können?

👨 Nein.

👨‍⚕️ Wie viel Kaffee trinken Sie?

👨 Zwei bis drei Tassen am Tag. Die letzte meistens am Nachmittag.

👨‍⚕️ Trinken Sie Energydrinks oder nehmen Sie andere Mittel, um wach zu bleiben?

👨 Nein.

👨‍⚕️ Nehmen Sie andere Drogen?

👨 Nein.

👨‍⚕️ Was machen Sie abends vor dem Schlafengehen?

👨 Ich esse, schaue etwas fern und bin manchmal noch am Handy. Wenn ich im Bett nicht schlafen kann, schaue ich dort auch öfter auf die Uhr oder aufs Handy.

👨‍⚕️ Was machen Sie beruflich?

👨 Ich arbeite im Vertrieb bei Porsche. Seit ungefähr zwanzig Jahren.

👨‍⚕️ Arbeiten Sie nachts oder im Wechsel zu unterschiedlichen Zeiten?

👨 Nein, normalerweise tagsüber.

👨‍⚕️ Wie ist Ihre berufliche Situation im Moment?

👨 Im Moment arbeite ich nicht. Wegen der Schwierigkeiten ist das erst einmal ausgesetzt.

👨‍⚕️ Wie verbringen Sie derzeit Ihren Tag?

👨 Ich erledige Sachen zu Hause, gehe einkaufen und treffe manchmal einen Freund. Einen festen Tagesablauf habe ich gerade nicht so richtig.

👨‍⚕️ Bewegen Sie sich regelmäßig?

👨 Ich gehe manchmal spazieren. Sport mache ich zurzeit kaum.

👨‍⚕️ Sie leben derzeit allein?

👨 Ja, seit meine Frau nach New York gezogen ist.

👨‍⚕️ Haben Sie Kinder?

👨 Nein.

👨‍⚕️ Haben Sie jemanden, mit dem Sie über Ihre Sorgen sprechen können?

👨 Ja, einen guten Freund. Mit ihm rede ich öfter darüber.

👨‍⚕️ Gibt es in Ihrer Familie jemanden mit ähnlichen Schlafproblemen oder anderen seelischen Beschwerden?

👨 Meine Mutter schläft manchmal schlecht. Von anderen Problemen weiß ich nichts.

Patient: Thomas Berger
Datum: 11.10.2026
Alter: 46 Jahre · Gewicht: 81 kg · Größe: 179 cm

Sehr geehrte Frau Oberärztin, sehr geehrter Herr Oberarzt,

hiermit möchte ich Ihnen unseren Patienten Herrn Thomas Berger vorstellen, der sich wegen ausgeprägter Einschlafstörungen mit Tagesmüdigkeit und Konzentrationsproblemen vorstellte.

Keine bekannten Allergien oder Medikamentenunverträglichkeiten.

  • Nikotinkonsum seit etwa 25 Jahren, aktuell 10–15 Zigaretten täglich; zusätzlich gelegentlich nächtliches Rauchen.
  • Gelegentlicher Alkoholkonsum, kein Alkohol zur Schlafförderung.
  • Zwei bis drei Tassen Kaffee täglich, letzte Tasse meist nachmittags.
  • Keine Energydrinks, kein aktueller Konsum anderer Drogen.
  • Aus Stuttgart stammend, dort wohnhaft.
  • Seit etwa 20 Jahren im Vertrieb von Porsche tätig; bisher stabile berufliche Situation.
  • Berufliche Tätigkeit derzeit ausgesetzt.
  • Verheiratet, keine Kinder.
  • Ehefrau seit etwa vier Monaten in New York; Auswanderung aufgrund erhoffter besserer wirtschaftlicher Perspektiven.
  • Derzeit alleinlebend.
  • Unterstützung durch einen guten Freund.
  • Keine Nacht- oder Schichtarbeit.
  • Mutter: gelegentliche Schlafprobleme.
  • Keine weiteren bekannten Schlafstörungen oder psychiatrischen Erkrankungen in der Familie.
  • Mitralklappenprolaps, nach Angaben des Patienten derzeit ohne relevante Beschwerden; gelegentliche Verlaufskontrollen.
  • Keine bislang diagnostizierte psychiatrische Erkrankung.
  • Keine bisherigen Operationen.
  • Keine Dauermedikation.
  • Gelegentliche Einnahme codeinhaltiger Präparate bei Husten, zuletzt vor einigen Wochen.
  • Früher vorübergehende Einnahme eines nicht näher erinnerlichen Schlafmittels; anhand der Beschreibung möglicherweise Alprazolam.
  • Aktuell keine Schlafmittel.

Der Patient stellte sich aufgrund seit etwa vier Monaten deutlich verstärkter Einschlafstörungen vor. Begleitend berichtete er über Tagesmüdigkeit, morgendliche Erschöpfung und eine verminderte Konzentrationsfähigkeit. Bereits seit Jahren seien phasenweise Schlafprobleme im Zusammenhang mit familiären oder beruflichen Veränderungen aufgetreten. Diese hätten sich bislang spontan oder nach vorübergehender medikamentöser Behandlung gebessert, seien jedoch nie so ausgeprägt gewesen wie aktuell.
Die Verschlechterung sei ungefähr zeitgleich mit Rückmeldungen über zunehmende Fehler am Arbeitsplatz und dem Umzug seiner Ehefrau nach New York eingetreten. Als Beispiel für seine Vergesslichkeit nannte er die unterlassene Aushändigung eines Garantiescheins an einen Kunden, wodurch es zu einer verbalen Auseinandersetzung gekommen sei. Bei den durchgeführten orientierenden Gedächtnis- und Konzentrationstests zeigte er hingegen gute Leistungen.
Er gehe gewöhnlich gegen 22:30 Uhr, teilweise auch früher, zu Bett. Trotz Müdigkeit werde er beim Hinlegen häufig wieder hellwach. Die Einschlafzeit betrage meist eineinhalb bis zwei Stunden, gelegentlich länger. Bereits am frühen Abend beschäftige ihn die Sorge, nicht rechtzeitig einschlafen und am folgenden Tag nicht ausreichend leistungsfähig sein zu können. Im Bett komme es zu ausgeprägtem Grübeln, wiederholtem Kontrollieren der Uhrzeit und muskulärer Anspannung, insbesondere im Schulter- und Beinbereich. Bei erfolglosen Einschlafversuchen stehe er schließlich auf, rauche und gehe in der Wohnung umher.
Beim Fernsehen auf dem Sofa schlafe er dagegen gelegentlich unbeabsichtigt ein. Nach dem anschließenden Wechsel ins Bett treten die Wachheit und das Grübeln erneut auf. Bei einer Übernachtung bei einem Freund habe er deutlich besser geschlafen. Nach dem Einschlafen sei der Schlaf überwiegend zusammenhängend; gelegentlich komme es zu kurzen Wachphasen. Die Gesamtschlafdauer schätze er in schlechten Nächten auf etwa vier bis fünf Stunden. Morgens falle ihm das Aufstehen schwer, und er fühle sich nicht erholt.
Eine anhaltend gedrückte Stimmung, Interessenverlust, Appetitveränderungen, Hoffnungslosigkeit und Suizidgedanken wurden verneint. Es ergaben sich anamnestisch keine Hinweise auf frühere depressive Episoden, Phasen gehobener Stimmung mit vermindertem Schlafbedürfnis, psychotische Symptome oder Zwangssymptome. Der Patient beschrieb jedoch eine bereits länger bestehende Neigung, sich tagsüber über verschiedene Lebensbereiche Sorgen zu machen.
Laut früheren Beobachtungen seiner Ehefrau seien weder auffälliges Schnarchen noch Atempausen oder ungewöhnliche Bewegungen im Schlaf aufgetreten. Aktuell lebt der Patient allein, sodass keine aktuelle Fremdbeobachtung vorliegt. Nächtliches Erwachen mit Luftnot, unangenehme Beinempfindungen mit Bewegungsdrang, nächtliche Schmerzen, ausgeprägtes Herzklopfen und häufiges nächtliches Wasserlassen wurden verneint. Unwiderstehliche Schlafattacken tagsüber seien nicht aufgetreten.

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