Begrüßung
Guten Tag, sehr geehrter Herr Professor Doktor …,
ich möchte Ihnen nun die Patientin Frau Ida Heinze vorstellen.
Sie ist 43 Jahre alt, ein Meter siebzig groß und wiegt etwa 75 kg. Der Body-Mass-Index (BMI) beträgt 25,9 kg/m² und liegt damit im Bereich des Übergewichts.
Aktuelle Anamnese
Die Patientin kam mit seit drei Tagen bestehendem produktivem Husten und Fieber in unsere Notaufnahme.
Eine Beurteilung des Sputums war nicht möglich, da die Patientin dieses regelmäßig schluckt.
Die axillär gemessene Körpertemperatur betrug 38,9 °C.
Zusätzlich klagte sie über Schüttelfrost, Hyperhidrose, Cephalgien, Myalgien sowie Asthenie.
Zudem klagte die Patientin über thorakale Schmerzen infolge wiederholten Hustens beziehungsweise bei tiefer Inspiration.
Die Schmerzen strahlen gelegentlich in die linke Schulter und den Rücken aus.
Folgende Symptome wurden verneint: Dyspnoe, Tachykardie, Rhinokonjunktivitis, orale Beläge, Odynophagie, zervikale Lymphadenopathie, gastrointestinale Beschwerden sowie Exanthem.
Paracetamol und Aspirin 500 mg führten laut ihren Angaben zu einer vorübergehenden Besserung der Beschwerden.
Sie gab an, vor etwa zwölf Tagen eine leichte Erkältung mit Reizhusten gehabt zu haben.
Sie suchte ihre Hausärztin nicht auf, da diese sich derzeit auf einer Fortbildung befindet.
Sie hat in letzter Zeit keine Reisen unternommen.
Die vegetative Anamnese
Die vegetative Anamnese ist unauffällig, abgesehen von einer Insomnie infolge des Hustens in den letzten Tagen sowie einer Inappetenz. Zudem hat sie in letzter Zeit eine Mittelmeerdiät eingehalten, die zu einer Gewichtsabnahme von etwa 4 kg führte.
Vorerkrankungen
Anamnestisch sind folgende Vorerkrankungen bekannt:
Es besteht seit drei Jahren eine bekannte arterielle Hypertonie sowie ein Diabetes mellitus Typ 2.
Beide Erkrankungen befinden sich derzeit unter guter Kontrolle.
Bisher sind keine Folgekomplikationen aufgetreten.
Vor fünf Jahren wurde ein Mammakarzinom der rechten Brust diagnostiziert. Damals erfolgten eine vollständige Mastektomie sowie eine adjuvante Chemotherapie. Vor drei Jahren wurde zusätzlich eine Radiotherapie durchgeführt.
Seit etwa acht Jahren besteht eine Lumbalgie mit Radikulopathie infolge eines diagnostizierten Diskusprolaps.
Voroperationen
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Gynäkologie
Die letzte Menstruation trat vor sechs Tagen auf; gynäkologische Beschwerden bestehen nicht.
Medikamente
Derzeit nimmt die Patientin gemäß Rezept folgende Medikamente ein:
Metformin 500 mg 1-0-1
Ramipril 5 mg 1-0-½
Ibuprofen 400 mg bei Bedarf
Sie teilte mit, dass sie gegen COVID-19 geimpft sei und in diesem Jahr zudem eine Influenza-Impfung erhalten habe.
Hinweis: Wenn eine Aussage durch eine ärztliche Beobachtung objektiv bestätigt werden kann – zum Beispiel anhand eines Rezepts – ist der Indikativ angebracht.
Allergien
Bei einer Tonsillitis kam es nach Gabe von Penicillin zu Dyspnoe und Urtikaria, vermutlich im Rahmen einer anaphylaktischen Reaktion.
Noxen
Sie ist Nichtraucherin, trinkt gelegentlich ein bis zwei Gläser Sekt bei besonderen Anlässen und gibt keinen Drogenkonsum an.
Sozialanamnese
Sie ist Architektin und lebt in einer Patchworkfamilie mit den zwei Kindern ihres Mannes. Das jüngere Kind hatte vor etwa einem Monat einen Kopflausbefall.
Familienanamnese
Die Patientin berichtete, dass ihre Mutter im Alter von 64 Jahren an einem Pankreaskarzinom verstorben sei.
Ihr Vater sei 73 Jahre alt und lebe in einem Altenheim. Vor etwa zwei Monaten sei er die Treppe hinuntergestürzt und habe sich dabei den Oberschenkel gebrochen, was operativ versorgt worden sei.
Verdachts- und Differentialdiagnose
Meines Erachtens deuten die anamnestischen Angaben – insbesondere der produktive Husten sowie die konstitutionellen Symptome – auf eine Pneumonie hin.
Am wahrscheinlichsten kommt eine Pneumonie durch Streptococcus pneumoniae in Betracht. Zur Sicherung der Diagnose sind jedoch laborchemische Untersuchungen erforderlich.
Differenzialdiagnostisch kommen auch andere bakterielle (z. B. Haemophilus influenzae, Staphylococcus aureus) sowie virale Erreger (z. B. Influenzavirus, Respiratory-Syncytial-Virus) infrage.
Bei immunsupprimierten Patientinnen und Patienten müssen zudem atypische Erreger berücksichtigt werden.
Die Bronchiolitis betrifft vor allem Säuglinge und Kleinkinder.
Der Verlauf entspricht nicht dem einer COPD, und typischerweise besteht kein hohes Fieber.
Bei einer Tuberkulose ist hingegen ein chronischer Verlauf mit entsprechender Expositionsanamnese zu erwarten.
ACE-Hemmer oder AT1-Rezeptorblocker (ARB) können als Nebenwirkung einen trockenen Husten verursachen.
Eine kardiale Ursache passt in diesem Fall weder zum klinischen Bild noch zum anamnestischen Hintergrund.
Diagnostische Abklärung
Da die Grunderkrankungen derzeit unter Kontrolle stehen und keine Hinweise auf eine Sepsis wie Hypotonie, Tachykardie oder Bewusstseinsstörungen bestehen, kann der Patient ambulant behandelt werden. Dennoch ist bei Hochrisikopatienten eine engmaschige Überwachung beziehungsweise ein guter Zugang zur medizinischen Versorgung erforderlich.
körperliche Untersuchung
Zu Beginn erfolgt die Erhebung der Vitalparameter, einschließlich Herzfrequenz, Blutdruck, Atemfrequenz, Sauerstoffsättigung und Körpertemperatur.
Anschließend erfolgt eine gezielte körperliche Untersuchung, beginnend mit der Inspektion.
Dabei können eine Tachypnoe/ Dyspnoe oder eine Atmung unter Einsatz der Atemhilfsmuskulatur auffallen.
Bei viralen Pneumonien können Rhinokonjunktivitis, orale Auffälligkeiten, zervikale Lymphadenopathie oder ein Exanthem auffallen.
Bei einer Streptococcus-pneumoniae-Pneumonie zeigt sich typischerweise ein rostbraun verfärbtes, eitriges Sputum.
Bei einer Mycoplasma-pneumoniae-Infektion können Erythema multiforme, aseptische Meningitis, Urtikaria oder Erythema nodosum als extrapulmonale Manifestationen auftreten.
Bei der Untersuchung hört man über dem betroffenen Bereich oft einen gedämpften Klopfschall.
Der Stimmfremitus ist bei einer Pneumonie stärker und bei einem Pleuraerguss schwächer oder nicht vorhanden.
Wenn sich das Zwerchfell beim Atmen kaum bewegt, spricht das ebenfalls für einen Pleuraerguss.
Bei der Auskultation hört man bei einer Pneumonie häufig Rasselgeräusche (crackles) und abgeschwächte Atemgeräusche.
Bei einem Pleuraerguss sind die Atemgeräusche über dem betroffenen Areal stark abgeschwächt oder ganz aufgehoben.
Eine diabetische Untersuchung ist bei dieser Patientin erforderlich, einschließlich Fußuntersuchung und Ophthalmoskopie.
Laboruntersuchungen
Laborchemisch werden ein Differentialblutbild, die Entzündungsparameter (CRP, Prokalzitonin) sowie die Nierenfunktionswerte (Harnstoff, Kreatinin) bestimmt. Zusätzlich erfolgen – falls indiziert – die Bestimmung von β-HCG und eine Blutgasanalyse.
Zur mikrobiologischen Diagnostik werden ein Grampräparat und bakterielle Kulturen angefertigt.
Das Sputum besteht aus Exsudat mit Plasma, Leukozyten und Bakterien und enthält meist eine Beimengung von Speichel. Daher findet sich häufig eine gemischte Keimflora, was eine eindeutige Erregerzuordnung erschwert.
Die PCR-Untersuchung eines nasopharyngealen Abstrichs ist eine hochempfindliche Methode zum Nachweis potenziell infektiöser Erreger, insbesondere bei atypischen oder viralen Pneumonien.
Thorax-Röntgen
Eine Pneumonie wird durch den Nachweis eines Infiltrats in der Thoraxbildgebung diagnostiziert und kann bei fehlendem Infiltrat weitgehend ausgeschlossen werden.
Eine subsegmentale oder fleckförmige („patchy“) Pneumonie kann durch Bakterien, Viren, Mycoplasma pneumoniae oder Chlamydia pneumoniae verursacht werden.
Eine hämatogen disseminierte Staphylococcus-aureus-Pneumonie zeigt typischerweise 1–3 cm große, rundliche Herde, die häufig kavitieren.
Eine kavitierende Läsion im oberen Lappen ohne Flüssigkeitsspiegel, insbesondere im hinteren Segment, spricht für Tuberkulose, nichttuberkulöse Mykobakterien oder Nokardiose.
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Merkmal |
Typisch bakterielle Pneumonie |
Virale (oder atypische) Pneumonie |
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Verteilung / Muster |
Meist lobär oder segmental begrenzt |
Interstitiell oder diffus verteilt |
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Infiltrat-Typ |
Alveoläre Infiltrate, dichte Verschattung |
Feinretikuläre oder netzförmige Infiltrate, milchglasartig |
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Ränder der Verschattung |
Scharf begrenzt (z. B. Lappenbegrenzung) |
Unscharf begrenzt, diffus über mehrere Areale |
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Broncho |
Häufig vorhanden (sichtbare luftgefüllte Bronchien in dichten Arealen) |
Selten oder fehlend |
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Lokalisation |
Meist untere Lappen, evtl. einseitig |
Häufig beidseitig und perihilär betont |
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Pleuraerguss |
Möglich (v. a. bei Pneumokokken, Staphylokokken) |
Selten |
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Begleitzeichen |
Konsolidierung, Atelektase |
Überblähung, betont interstitielles Muster |
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Verlauf im Röntgen |
Rasche Ausbildung und Rückbildung bei Therapie |
Langsamer Verlauf, oft diskrete Veränderungen |
Röntgen
Thorax-CT
Ein Thorax-CT wird bei einer Pneumonie vor allem dann durchgeführt, wenn der Röntgenbefund unklar ist oder die Therapie nicht anspricht. Häufige Indikationen sind der Verdacht auf Komplikationen wie Abszess, Empyem oder Pleuraerguss, sowie die Abklärung atypischer oder rezidivierender Pneumonien. Außerdem dient das CT der genauen Ausdehnungsbeurteilung und dem Ausschluss anderer Ursachen wie einer Lungenembolie oder Tumorobstruktion.
Die Computertomographie (CT) ist ein bildgebendes Verfahren, das mithilfe von Röntgenstrahlen detaillierte Schnittbilder der inneren Organe erstellt. Dabei wird der Patient in einen röhrenförmigen Scanner geschoben und muss während der Untersuchung still liegen. Manchmal wird ein Kontrastmittel verabreicht, um eine genauere Darstellung zu ermöglichen. Die Untersuchung ist schmerzfrei und dauert nur wenige Minuten. Vor der Untersuchung mit Kontrastmittel ist es wichtig, dass Sie ausreichend Flüssigkeit trinken. Zudem sollten wir die Nierenfunktion bestimmen lassen. Bestimmte Medikamente wie Metformin sollten vorher pausiert werden – das klären wir mit Ihnen. In seltenen Fällen kann es zu einer allergischen Reaktion auf das Kontrastmittel kommen, aber keine Sorge: Wir sind darauf vorbereitet und haben alle notwendigen Medikamente und Maßnahmen vor Ort.
Konsile
Innere Medizin, Pneumologie, Infektiologie
Behandlung
Es ist wichtig, nach einer kürzlichen Antibiotikaeinnahme zu fragen, da dies die Erregersituation und die Wahl des empirischen Antibiotikums beeinflussen kann.
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Kriterium |
Beschreibung |
Punkte |
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C – Confusion |
Neue Desorientierung oder Verwirrtheit |
1 |
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U – Urea |
Harnstoff > 7 mmol/L |
1 |
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R – Respiratory Rate |
Atemfrequenz ≥ 30/min |
1 |
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B – Blood Pressure |
Systolisch < 90 mmHg oder diastolisch ≤ 60 mmHg |
1 |
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65 – Age ≥ 65 Jahre |
Alter ≥ 65 Jahre |
1 |
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≥ 3 Punkte: Hohes Risiko > Stationär |
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Ambulante Therapie der ambulant erworbenen Pneumonie (CAP)
Bei einer unkomplizierten Pneumonie ist innerhalb von 48 bis 72 Stunden eine klinische Besserung zu erwarten.
Erwachsene:
• Amoxicillin/Clavulansäure (Augmentan®, Amoclav®)
• Tabletten 875/125 mg, 1–0–1 für 5–7 Tage
• bei Verdacht auf Legionella, Mycoplasma, Chlamydia
• + Azithromycin (Zithromax®, Azithromycin AL®) – Tabletten 500 mg, 1× täglich für 3 Tage,
• Oder Levofloxacin (Tavanic®– Tabletten 750 mg, 1× täglich für 5 Tage, bei β-Laktam-Allergie oder atypischen Erregern
Kinder:
Kinder unter 5 Jahren werden mit Ampicillin oder Amoxicillin behandelt.
Ab 5 Jahren kommt zusätzlich ein Makrolid (z. B. Azithromycin) dazu, um auch atypische Erreger abzudecken.
• Amoxicillin (z. B. InfectoMox®, AmoxiHEXAL®)
• Suspension
• Konzentration: 125 mg/5 ml, 250 mg/5 ml, 500 mg/5 ml
• Azithromycin (z. B. Zithromax®)
• Dosierung: 10 mg/kgKG/Tag 1× täglich für 3 Tage
• Konzentration: 100 mg/5 ml, 200 mg/5 ml
Stationäre Ersttherapie (empirisch):
Kombination aus einem β-Laktam-Antibiotikum (z. B. Ceftriaxon; Rocephin ® 1 g i.v. 1× täglich) und einem Makrolid (z. B. Azithromycin 500 mg i.v. oder p.o. 1× täglich).
Bei einer viralen Pneumonie steht die symptomatische und supportive Behandlung im Mittelpunkt, das heißt Fiebersenkung, ausreichende Flüssigkeitszufuhr, Sauerstoffgabe bei Hypoxie sowie ruhige körperliche Schonung.
Eine antivirale Therapie wird nur bei bestimmten Erregern (z. B. Influenza oder SARS-CoV-2) eingesetzt.
Komplikationen
Eine Sepsis entsteht, wenn sich eine lokale Infektion, wie z. B. eine Pneumonie, über die Blutbahn im gesamten Körper ausbreitet und eine systemische Entzündungsreaktion auslöst. Sie kann zu Organfunktionsstörungen, Kreislaufinstabilität und im schlimmsten Fall zu einem septischen Schock führen und stellt einen lebensbedrohlichen Notfall dar.
Ein Pneumothorax entsteht, wenn Luft in den Pleuraspalt gelangt und dadurch die Lunge teilweise oder vollständig kollabiert; er kann als Komplikation einer Pneumonie oder infolge eines geplatzten Emphysembläschens auftreten.
Ein Empyem bezeichnet eine Ansammlung von eitriger Flüssigkeit im Pleuraspalt, meist durch eine fortgeleitete bakterielle Infektion, die eine Drainage erfordert.
Ein Lungenabszess ist eine abgekapselte, eitrige Gewebenekrose im Lungenparenchym mit typischer Kavernenbildung und Flüssigkeitsspiegel, meist infolge einer bakteriellen Infektion oder Aspiration.
Allgemeines zur Pneumonie
Pneumonia:
Infektion des Lungenparenchyms → verursacht untere Atemwegssymptome
Einteilung nach Infektionsort / Erwerb:
1. HAP-Kriterien:
Auftreten ≥ 48 h nach Krankenhausaufnahme
Kein Infekt oder keine Inkubation bei Aufnahme
Oder kurz nach Entlassung aus dem Krankenhaus
2. CAP-Kriterien:
Alle übrigen Pneumonien, die außerhalb des Krankenhauses entstehen
Bedeutung: Differenzierung wichtig für Erregerspektrum und Therapieauswahl
Prädisponierende Faktoren für Pneumonie:
Chronische Lungenerkrankungen:
COPD, zystische Fibrose, Bronchiektasen oder andere strukturelle Lungenschäden
→ Erhöhtes Risiko für bakterielle Pneumonie, v. a. bei gleichzeitiger Kortikosteroidtherapie
Alkoholkonsum:
Übermäßiger Alkoholkonsum → unterdrückt Hustenreflex
Beeinträchtigt Funktion und Migration der Leukozyten
→ Erhöhtes Risiko für Aspirationspneumonie
Allgemeine Immunschwäche:
Durch Chemotherapie oder Strahlentherapie bei Krebserkrankungen, Organtransplantation mit immunsuppressiver Medikation oder hämatologische Erkrankungen (z. B. Leukämie, Lymphom) kann die Immunabwehr geschwächt sein.
Dies führt zu schwereren Verläufen bei RSV-, Influenza- und Parainfluenza-Virusinfektionen.
Schwangerschaft:
Prädisponiert besonders für schwere Influenza-Pneumonien
Immunsuppression / HIV/AIDS:
Bei jungen Erwachsenen mit AIDS besteht ein etwa hundertfach erhöhtes Risiko, an einer bakteriellen Pneumonie zu erkranken.
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Erreger |
Besonderheiten |
Komplikationen |
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Streptococcus pneumoniae |
Häufigster Erreger der ambulant erworbenen Pneumonie; akuter Beginn mit hohem Fieber, produktivem Husten und pleuritischem Thoraxschmerz |
Bakteriämie, Empyem, Meningitis, Sepsis |
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Haemophilus influenzae |
Häufig bei COPD-Patienten; milder Verlauf; häufig eitriges Sputum |
Bronchitis, Exazerbation der COPD, Pleuraerguss |
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Staphylococcus aureus (v. a. MRSA) |
Oft post-influenzal; rascher Verlauf mit Hämoptysen und Schock |
Nekrotisierende Pneumonie, Empyem, Pneumothorax, Sepsis |
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Mycoplasma pneumoniae |
Schleichender Beginn, trockener Husten, junges Alter; extrapulmonale Manifestationen (Exanthem, Anämie, Enzephalitis) |
Myokarditis, Enzephalitis, hämolytische Anämie |
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Chlamydia pneumoniae |
Persistierender Husten, subfebriler Verlauf; oft Laryngitis oder Sinusitis |
Exazerbation bei Asthma/COPD |
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Legionella pneumophila |
Epidemiologisch: Hotel-/Klimaanlagen, kontaminiertes Wasser; GI-Symptome, Hyponatriämie, Verwirrtheit |
ARDS, Multiorganversagen |
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Klebsiella pneumoniae |
Häufig bei Alkoholikern, älteren Patienten, Diabetikern; oft oberer Lappen befallen; „currant jelly sputum“ |
Abszessbildung, Empyem, Sepsis |
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Pseudomonas aeruginosa |
Nosokomial, Immunsuppression, zystische Fibrose; Resistenzproblematik |
Sepsis, respiratorisches Versagen |
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Influenza-Virus (A/B) |
Plötzlicher Beginn mit Fieber, Myalgien, trockenem Husten; prädisponiert für bakterielle Superinfektion |
Sekundärinfektion (v. a. S. aureus), ARDS |
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Respiratory-Syncytial-Virus (RSV) |
Säuglinge/Kleinkinder; Bronchiolitis, Giemen, Einziehungen |
Hypoxie, Apnoen, respiratorisches Versagen |
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SARS-CoV-2 |
Trockener Husten, Dyspnoe, Geruchsverlust, bilaterale Infiltrate |
ARDS, Thrombosen, Multiorganversagen |
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Für die Zukunft |
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Damit wollen die Prüfer die Kandidatin oder den Kandidaten bewusst auf eine falsche Fährte locken |
Extra
Namen:
Petra Knöterich, Marina Mayer, Sabine Ritter, Karl Lauterbach, Petra Schneider
Einzelheiten:
Sie ist ehemalige Raucherin. Zuvor hat sie etwa eine Schachtel täglich über 15 Jahre geraucht und im Alter von 16 Jahren damit begonnen.
Sie erklärte, ihr Vater war starker Raucher und ist an Lungenkrebs verstorben, weshalb sie das Rauchen aufgegeben hat.
Die Patientin befinde sich seit einem Jahr in der Menopause. Kaiserschnitt
Lehrerin, Sozialarbeiterin, Orkester Mitarbeiterin, Sie spielt Posaune.
Vorerkrankungen:
Arthritis urica seit acht Jahren.
Burn-out-Syndrom in der Vorgeschichte.
Varikosis-Operation beidseits vor eineinhalb Jahren, komplikationsloser Verlauf.
Diabetes mellitus Typ 1
Epilepsie (seit 20 Jahren anfallsfrei)
Entfernung eines Basalioms
Prostatakarzinom, vor einem Jahr diagnostiziert und mittels Radiotherapie behandelt.
Familialanamnese:
Der Vater ist im Alter von 52 Jahren an einem Bronchialkarzinom verstorben.
Apoplex beim Vater
Mammakarzinom und Demenz bei der Mutter.
Medikamente:
Zyloric® 300 mg (Allopurinol) – 1-0-0-0
Terbinafin 250 mg – 1-0-0-0
Omeprazol 20 mg – 1-0-0-0
Insulin
L-thyroxin 50 mg
Allergie:
Eine Allergie gegen Pollen liegt vor, die sich durch Rhinorrhö äußert.
Allergie gegen Meeresfrüchte mit Exanthem und Erythem als Reaktionszeichen.
Fragen
1. Was versteht man unter chronischer Bronchitis?
Unter einer chronischen Bronchitis versteht man eine produktive Hustenerkrankung, bei der Husten und Auswurf an mindestens drei Monaten pro Jahr über zwei aufeinanderfolgende Jahre bestehen.
Häufigste Ursache ist das Rauchen, seltener das Einatmen von Schadstoffen oder Staub.
2. Ist die Strahlenbelastung bei einer CT-Untersuchung zu hoch?
Die Strahlenbelastung ist bei einer CT-Untersuchung deutlich höher als bei einem normalen Röntgenbild, aber sie gilt als medizinisch vertretbar, wenn die Untersuchung notwendig ist.
Dank moderner Geräte und Low-Dose-Techniken wird die Strahlendosis so gering wie möglich gehalten.
3. Was würden Sie tun, wenn ein Diabetiker eine Niereninsuffizienz hat und Metformin einnimmt?
Bei einer Niereninsuffizienz muss Metformin überprüft oder abgesetzt werden, da es sich im Körper anreichern kann und das Risiko einer Laktatazidose besteht.
eGFR < 45 ml/min: Dosisreduktion und engmaschige Kontrolle
eGFR < 30 ml/min: Metformin absetzen
4. Was ist ein Abstrich?
Ein Abstrich ist eine diagnostische Probeentnahme von Zellen, Sekret oder Schleim von einer Körperoberfläche oder Schleimhaut (z. B. Rachen, Nase, Vagina, Wunde).
Das Material wird mit einem sterilen Tupfer entnommen und anschließend mikroskopisch, kulturell oder molekularbiologisch (z. B. PCR) untersucht, um Erreger wie Bakterien, Viren oder Pilze nachzuweisen.
5. Welche chronischen Wunden kennen Sie?
Chronische Wunden: heilen länger als 8 Wochen nicht ab, z. B.
Ulcus cruris venosum / arteriosum
Dekubitus (Druckgeschwür)
Diabetisches Fußulkus (Ulcus diabeticorum)
6. Wie unterscheiden wir eine Erosion von einem Ulkus?
Eine Erosion ist ein oberflächlicher Gewebedefekt, der nur die Epidermis (bei Haut) oder die Mukosa (bei Schleimhaut) betrifft und ohne Narbenbildung abheilt.
Ein Ulkus ist ein tiefer Gewebedefekt, der bis in die Submukosa oder tiefere Schichten reicht und meist narbig verheilt.
7. Wie können wir Krampfadern behandeln?
Krampfadern werden konservativ durch Kompression, Bewegung und Hochlagerung der Beine behandelt.
Bei stärkeren Beschwerden kann eine Verödung, Lasertherapie oder operative Entfernung (Stripping) der betroffenen Vene erfolgen.
8. Wie heißt das Großzehengrundgelenk medizinisch?
Das Großzehengrundgelenk heißt Articulatio metatarsophalangea I oder kurz MTP-I-Gelenk.
Es verbindet den ersten Mittelfußknochen mit der Grundphalanx der Großzehe.
9. Wie untersuchen Sie die Lunge?
Notizen
BMI
Body-Mass-Index (BMI)
Definition: Der BMI ist ein einfaches Verhältnismaß, berechnet aus dem Körpergewicht in Kilogramm geteilt durch das Quadrat der Körpergröße in Metern (kg/m²).
Fieber
Fieber (Pyrexie)
Definition: Fieber bezeichnet eine über dem normalen Bereich liegende Körpertemperatur infolge einer Veränderung des Temperatursolls im Hypothalamus, meist als Reaktion auf Infektionen oder Entzündungen.
Schüttelfrost
Schüttelfrost
Definition: Schüttelfrost ist ein plötzliches, ausgeprägtes Kälteempfinden mit unwillkürlichen Muskelzuckungen, die oft zu sichtbarem Zittern führen
Cephalgien
Cephalgien (Kopfschmerzen)
Definition: Cephalgie beschreibt Schmerzen im Kopfbereich, die sich in Lokalisation, Intensität und Charakter stark unterscheiden können.
Einteilung und Ursachen: Man unterscheidet primäre Kopfschmerzformen (z. B. Migräne, Spannungskopfschmerz) von sekundären Kopfschmerzen, die Symptom einer anderen Erkrankung sind (z. B. Infektion, Blutung, entzündliche Prozesse).
Warnzeichen: Plötzlich einsetzende sehr starke Schmerzen, neurologische Ausfälle, Bewusstseinsstörungen oder Fieber sprechen für eine dringende Abklärung.
Myalgien
Myalgien (Muskelschmerzen)
Definition: Myalgien bezeichnen Schmerzen in einzelnen Muskeln oder Muskelgruppen, die unterschiedlich stark ausgeprägt sein können.
Asthenie
Asthenie (allgemeine Schwäche)
Definition: Asthenie beschreibt ein subjektives Empfinden von verminderter Kraft, Energie und Leistungsfähigkeit ohne zwingend objektivierbare Muskelschwäche.
thorakale Schmerzen
Thorakale Schmerzen
Bezeichnet Schmerzen, die im Bereich des Brustkorbs lokalisiert sind. Ursachen können aus der Brustwand (Muskeln, Rippen, Bindegewebe), der pleuralen Oberfläche, dem Perikard, dem Herzen, der Speiseröhre oder als Übertragungsschmerz von Schulter/ Rücken stammen. Schmerzen beim tiefen Einatmen oder nach Husten weisen häufig auf eine pleurale oder muskuloskelettale Ursache hin. Das Lungenparenchym selbst besitzt kaum somatische Schmerzrezeptoren; Schmerzempfindungen entstehen daher meist an angrenzenden Strukturen.
Dyspnoe
Dyspnoe
Subjektive Empfindung von Atemnot oder erschwerter Atmung. Sie kann akut oder chronisch auftreten und hat vielfältige Ursachen, darunter kardiale und pulmonale Erkrankungen, Stoffwechselstörungen, neuromuskuläre Defizite sowie psychogene Faktoren. Begleitbefunde wie beschleunigte Atmung, Einsatz der Atemhilfsmuskulatur oder Zyanose können auf eine ausgeprägtere Beeinträchtigung hinweisen.
Tachykardie
Tachykardie
Bezeichnet eine beschleunigte Herzfrequenz. Ursache kann eine physiologische Reaktion auf Belastung, Stress oder Fieber sein; pathologische Gründe umfassen Volumenmangel, Anämie, Stoffwechselstörungen, endokrine Erkrankungen oder Herzrhythmusstörungen. Klinisch äußert sich Tachykardie häufig als Herzklopfen und kann bei sehr ausgeprägtem beziehungsweise arrhythmischem Auftreten zu Kreislaufproblemen führen.
Rhinokonjunktivitis
Rhinokonjunktivitis
Entzündung der Nasenschleimhaut kombiniert mit Entzündungszeichen der Bindehaut. Häufige Symptome sind Niesen, laufende oder verstopfte Nase sowie gerötete, juckende und tränende Augen. Am häufigsten liegt eine allergische Ursache (saisonal oder perennial, umgangssprachlich Heuschnupfen) vor, jedoch sind auch infektiöse Auslöser möglich.
Odynophagie
Odynophagie
Schmerzhaftes Schlucken; betrifft Schmerzen, die beim Passagevorgang von Speichel oder Nahrung auftreten. Odynophagie unterscheidet sich von Schluckstörungen (Dysphagie) dadurch, dass vorrangig Schmerz im Vordergrund steht. Mögliche Ursachen sind lokale Entzündungen oder Ulzerationen des Rachens bzw. der Speiseröhre, infektiöse Esophagitis, refluxbedingte Schleimhautschädigung oder medikamenteninduzierte Läsionen.
gastrointestinale Beschwerden
gastrointestinale Beschwerden
Oberbegriff für Beschwerden, die den Magen‑Darm‑Trakt betreffen. Dazu zählen unter anderem Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Durchfall, Verstopfung und Völlegefühl. Die Ursachen sind sehr vielfältig und reichen von infektiösen und entzündlichen Erkrankungen über funktionelle Störungen bis hin zu medikamenten- oder ernährungsbedingten Problemen. Schwere, anhaltende oder mit Blutungen einhergehende Symptome erfordern eine weitergehende Abklärung.
Insomnie
Insomnie
Definition: Anhaltende Probleme beim Ein- oder Durchschlafen beziehungsweise ein vorzeitiges Erwachen mit Unfähigkeit, wieder einzuschlafen.
Ursachen und Zusammenhänge: Psychische Belastungen, Schmerzen, körperliche Erkrankungen, Störungen des Tag-Nacht-Rhythmus, bestimmte Medikamente oder Substanzen können Schlafstörungen auslösen oder verstärken.
Inappetenz
Inappetenz
Definition: Verminderter oder fehlender Appetit mit reduziertem Interesse an Nahrungsaufnahme
arterielle Hypertonie
Arterielle Hypertonie
Definition: Anhaltend erhöhte Blutdruckwerte in den arteriellen Gefäßen, die den Kreislauf dauerhaft belasten.
Pathophysiologie und Formen: Häufig beruht sie auf erhöhtem peripherem Gefäßwiderstand und zunehmender Gefäßsteifigkeit; man unterscheidet meist die primär (essentiell) auftretende Form von sekundären Ursachen mit behandelbarer Grunderkrankung.
Diabetes
Diabetes
Definition: Sammelbegriff für Stoffwechselerkrankungen mit anhaltend erhöhten Blutzuckerwerten aufgrund gestörter Insulinwirkung oder -produktion.
Typen und Mechanismen: Beim Typ‑1‑Diabetes zerstört eine Autoimmunreaktion die insulinproduzierenden Betazellen der Bauchspeicheldrüse, sodass ein absoluter Insulinmangel entsteht. Beim Typ‑2‑Diabetes spielen eine verminderte Insulinempfindlichkeit (Insulinresistenz) und eine eingeschränkte Insulinsekretion zusammen. Beim Gestationsdiabetes führt die hormonelle Veränderung in der Schwangerschaft vorübergehend zu verstärkter Insulinresistenz.
Bedeutung: Unterschiedliche Typen erfordern unterschiedliche diagnostische und therapeutische Ansätze; unbehandelt erhöht Diabetes das Risiko für langfristige Komplikationen.
Mammakarzinom
Mammakarzinom
Definition: Bösartiger Tumor des Brustdrüsengewebes.
Herkunft und Ausbreitung: Häufig entstehen Mammakarzinome in den Ausführungsgängen (duktal) oder den Drüsenläppchen (lobulär); sie können in regionale Lymphknoten streuen und Fernmetastasen in Skelett, Lunge, Leber oder anderen Organen bilden.
Klinische Relevanz: Früherkennung durch bildgebende Verfahren und körperliche Untersuchung verbessert in der Regel die Prognose; zur Behandlung stehen chirurgische Eingriffe, systemische Therapien und Strahlentherapie zur Verfügung.
Lumbalgie
Lumbalgie
Definition: Lumbalgie bezeichnet Schmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule (unterer Rücken). Von einer chronischen Lumbalgie spricht man, wenn die Beschwerden über einen längeren Zeitraum, üblicherweise mehr als 12 Wochen, persistieren oder wiederkehren.
Ursachen und Kontext: Häufige Ursachen sind degenerative Veränderungen der Wirbelsäule, muskuläre Fehlbelastungen, Bandscheibenvorfälle mit radikulärer Beteiligung und entzündliche Erkrankungen wie die Spondylitis ankylosans (Morbus Bechterew). Weitere beitragende Faktoren sind geschwächte Rumpfmuskulatur, Übergewicht und anhaltende Fehlhaltungen.
Wichtige klinische Aspekte: Lumbalgie ist ein unspezifisches Symptom; bei Hinweisen auf Nervenwurzelbeteiligung (radikuläre Ausstrahlung, Sensibilitätsstörungen, Kraftminderung), bei neurologischen Ausfällen oder bei sogenannten Red‑Flag-Symptomen sollte eine weitergehende Abklärung erfolgen.
Radikulopathie
Radikulopathie
Definition: Eine Radikulopathie ist eine Störung oder Schädigung einer Spinalnervenwurzel, die zu sensiblen, motorischen oder reflektorischen Ausfällen im Versorgungsgebiet dieser Wurzel führen kann.
Klinische Merkmale: Typische Zeichen sind neuropathische Schmerzen mit dermatomaler Ausstrahlung, Parästhesien, Sensibilitätsstörungen, Muskelschwäche und Abschwächung oder Verlust von Reflexen.
Ursachen und diagnostische Hinweise: Häufige Ursachen sind Kompression durch Bandscheibenvorfall oder Foraminalstenose, aber auch entzündliche, metabolische oder traumatische Veränderungen. Die Diagnose stützt sich auf Anamnese und neurologische Untersuchung; bildgebende Verfahren (z. B. MRT) und elektrophysiologische Tests können ergänzend eingesetzt werden.
Diskusprolaps
Diskusprolaps
Definition: Ein Diskusprolaps (Bandscheibenvorfall) entsteht, wenn der innere gallertartige Kern einer Bandscheibe (Nucleus pulposus) durch den äußeren Faserring (Anulus fibrosus) austritt und auf angrenzende Strukturen drückt.
Klinische Bedeutung: Ein Vorfall kann lokal begrenzte Rückenschmerzen verursachen und bei Kompression von Nervenwurzeln zu radikulären Schmerzen, Gefühlsstörungen, Muskelschwäche oder in schweren Fällen zu Lähmungserscheinungen führen.
Ursachen und Diagnostik: Begünstigende Faktoren sind degenerative Veränderungen, akute Überlastungen und Traumata. Die Bildgebung, insbesondere MRT, ist das wichtigste Verfahren zur Darstellung eines Bandscheibenvorfalls und zur Beurteilung einer möglichen Nerveneinklemmung.
Metformin
Metformin
Gruppe: Biguanid-Antidiabetikum
Wirkmechanismus: Metformin reduziert vor allem die hepatische Glukoseproduktion und verbessert die Insulinsensitivität der peripheren Gewebe, wodurch die Blutzuckerwerte gesenkt werden.
Indikation: Hauptsächlich zur Behandlung des Typ‑2‑Diabetes mellitus als Basismedikament.
Wichtige Nebenwirkungen und Risiken: Häufige unerwünschte Wirkungen betreffen den Gastrointestinaltrakt (z. B. Übelkeit, Durchfall). Selten kann eine Laktatazidose auftreten, das Risiko steigt bei schwerer Niereninsuffizienz oder anderen kritischen Zuständen. Langfristig kann ein Vitamin‑B12‑Mangel auftreten.
Vorsichtsmaßnahmen: Vorsicht und geeignete Monitoringmaßnahmen sind bei eingeschränkter Nierenfunktion sowie in Situationen mit erhöhtem Risiko für Laktatazidose angezeigt.
Ramipril
Ramipril
Gruppe: ACE‑Hemmer (Angiotensin‑Converting‑Enzym‑Inhibitor)
Wirkung: Ramipril hemmt das Enzym, das Angiotensin I in Angiotensin II umwandelt, wodurch die Gefäßspannung und der Blutdruck sinken; außerdem wirkt es günstig auf kardiale und renale Remodeling‑Prozesse.
Indikationen: Eingesetzt wird Ramipril vor allem bei arterieller Hypertonie, Herzinsuffizienz und zur Sekundärprävention nach Myokardinfarkt; es hat zudem nierenschützende Effekte bei bestimmten Formen von Proteinurie.
Wichtige Nebenwirkungen: Typische Nebenwirkungen sind trockener Husten, Blutdruckabfall und eine mögliche Hyperkaliämie. Selten können Angioödeme auftreten.
Kontraindikationen und Vorsicht: Ramipril ist kontraindiziert in der Schwangerschaft und bei bekannter Unverträglichkeit bzw. vorangegangenem Angioödem unter ACE‑Hemmern; bei bilateraler Nierenarterienstenose ist besondere Vorsicht geboten. Überwachung von Nierenfunktion und Kalium wird empfohlen.
Ibuprofen
Gruppe: nichtsteroidales Antirheumatikum (NSAID).
Wirkungsprinzip: Hemmt die Cyclooxygenase-Enzyme und reduziert dadurch die Bildung von Prostaglandinen, die an Schmerz- und Entzündungsprozessen beteiligt sind.
Anwendung: Wird zur symptomatischen Linderung von Schmerzen und entzündlichen Beschwerden eingesetzt; unterschiedliche Darreichungsformen sind verfügbar.
Wichtige Risiken: Kann gastrointestinale Beschwerden bis hin zu Ulzera, Nierenfunktionsstörungen und allergische Reaktionen verursachen; das Risiko steigt bei längerer Anwendung und bei Vorliegen bestimmter Begleiterkrankungen. Bei Unsicherheiten zur Eignung und zur Dosis ist eine ärztliche oder apothekenübliche Beratung erforderlich.
Urtikaria
Begriffserklärung: Urtikaria bezeichnet das Auftreten flüchtiger, meist stark juckender Quaddeln (Hautschwellungen) auf der Haut.
Klinische Merkmale: Die Quaddeln sind typischerweise rot bis blass und verschwinden innerhalb von Stunden an einer Stelle, können aber an anderer Stelle erneut auftreten; häufig treten sie mit lokalem Ödem und gelegentlich mit Angioödem im Gesichts- oder Schleimhautbereich auf.
Ursachen und Zusammenhang: Urtikaria kann durch allergische Reaktionen (z. B. Medikamente, Nahrungsmittel), Infekte, physikalische Faktoren oder idiopathisch ausgelöst werden; sie kann Teil einer anaphylaktischen Reaktion sein.
Kopflausbefall
Definition: Kopflausbefall (Pediculosis capitis) ist eine Infektion der Kopfhaut durch die Kopfläuse (Pediculus humanus capitis).
Klinik: Typisches Symptom ist intensiver Juckreiz der Kopfhaut; sichtbar sind Läuse und Nissen (Eier) am Haaransatz.
Managementhinweise: Die Diagnose erfolgt durch Sichtnachweis von Läusen oder Nissen. Zur Bekämpfung werden lokal wirksame Präparate gegen Läuse sowie das sorgfältige Auskämmen mit einem feinzinkigen Nissenkamm eingesetzt; enge Kontaktpersonen und Textilien sollten kontrolliert werden.
Pankreaskarzinom
Definition: Pankreaskarzinom ist ein bösartiger Tumor der Bauchspeicheldrüse, am häufigsten handelt es sich um ein duktales Adenokarzinom des exokrinen Pankreas.
Klinische Präsentation: Häufige Symptome sind ungewollter Gewichtsverlust, Schmerzen im Oberbauch oder Rücken, Appetitminderung und bei Gallengangsobstruktion Gelbsucht.
Prognose: Die Erkrankung hat oft eine ungünstige Prognose, weil sie häufig erst in fortgeschrittenen Stadien erkannt wird.
Oberschenkel
Begriffserklärung: Der Oberschenkel ist die Körperregion zwischen Hüfte und Knie; zentraler knöcherner Bestandteil ist der Oberschenkelknochen (Femur).
Anatomische Relevanz: Der Bereich umfasst kräftige Muskelgruppen (z. B. Quadrizeps und ischiokrurale Muskulatur), wichtige Gefäße (u. a. die Oberschenkelarterie) und Nerven, und ist häufig betroffen bei Frakturen, Muskelverletzungen und Gefäßerkrankungen.
Blutdruck
Begriffserklärung: Blutdruck bezeichnet den Druck des zirkulierenden Blutes in den arteriellen Gefäßen.
Physiologische Grundlagen: Er setzt sich aus einem höheren systolischen und einem niedrigeren diastolischen Wert zusammen und wird von Faktoren wie Herzzeitvolumen, Gefäßwiderstand und Blutvolumen beeinflusst.
Klinische Bedeutung: Der Blutdruck ist ein zentraler Vitalparameter zur Beurteilung des kardiovaskulären Zustands; sowohl dauerhafte Erhöhungen als auch erniedrigte Werte haben klinische Relevanz und erfordern gegebenenfalls weitere Abklärung.
Atemfrequenz
Atemfrequenz
Die Atemfrequenz beschreibt die Anzahl der Atemzüge pro Minute und ist ein grundlegendes Vitalzeichen. Beim Erwachsenen liegt der Normalbereich typischerweise bei etwa 12–20 Atemzügen pro Minute. Erhöhte Atemfrequenz (Tachypnoe) und erniedrigte Atemfrequenz (Bradypnoe) spiegeln verschiedene Störungen wider: eine Tachypnoe kann auf Atemwegs- oder Lungenprobleme, Stoffwechselentgleisungen, Fieber oder Schmerz hinweisen; eine Bradypnoe kann bei zentralen Atemdepressionen, Medikamenteneinfluss oder schweren Stoffwechselstörungen auftreten. Veränderungen der Atemfrequenz sind frühzeitige Hinweise auf respiratorische oder systemische Beeinträchtigungen und gehören zur routinemäßigen Beurteilung der Atmung.
Sauerstoffsättigung
Sauerstoffsättigung (SpO2)
Die Sauerstoffsättigung gibt den Anteil des mit Sauerstoff gesättigten Hämoglobins am gesamten gebundenen Hämoglobin an und wird nichtinvasiv mit einem Pulsoxymeter (SpO2) erfasst. Sie dient als grobes Maß für die pulmonale Oxygenierung; niedrige Werte deuten auf eine eingeschränkte Sauerstoffaufnahme oder -verteilung hin. Die Messgenauigkeit kann durch schlechte Durchblutung, Bewegung, künstliche Nägel oder bestimmte Hämoglobinvarianten beeinträchtigt werden. Die SpO2 ist ein ergänzender Parameter zur Beurteilung der Atemfunktion, ersetzt aber nicht die Blutgasanalyse bei komplexen Fragestellungen.
Körpertemperatur
Körpertemperatur
Die Körpertemperatur beschreibt die innere Wärme des Körpers; verschiedene Messorte liefern leicht unterschiedliche Werte. Messungen rektal nähern sich am ehesten der Kernkörpertemperatur und werden häufig als Referenz herangezogen. Oral gemessene Werte liegen üblicherweise etwas unter dem rektalen Wert, axilläre Messungen ergeben meist noch niedrigere Messwerte. Abweichungen von der Norm können auf Fieber oder Hypothermie hinweisen und sind wichtige Hinweise auf zugrunde liegende Erkrankungen oder physiologische Reaktionen.
Patient/ inAnrede: Herr/Frau Oberarzt/Oberärztin ……….., Hiermit möchte ich Ihnen Patientin Ida Heinze vorstellen. |
Datum08/10/2025 |
| Alter38 Jahre | Gewicht75 kg | Größe170 cm |
Allergien (Stichwörter)
Penicillin → Dyspnoe und Urtikaria im Rahmen einer anaphylaktischen Reaktion
Genussmittel / Drogen (Stichwörter)
Nichtraucherin
gelegentlich 1–2 Gläser Sekt zu besonderen Anlässen
kein Drogenkonsum
Sozialanamnese (Stichwörter)
Architektin
lebt in Patchworkfamilie mit zwei Stiefkindern
jüngstes Kind hatte vor einem Monat Kopflausbefall
Familienanamnese (Stichwörter)
Mutter: verstorben (Pankreaskarzinom mit 64 J.)
Vater: 73 J., lebt im Altenheim, vor 2 Monaten Sturz mit Oberschenkelhalsfraktur, operativ versorgt
Medikamente (Stichwörter)
Metformin 500 mg 1-0-1
Ramipril 5 mg 1-0-½
Ibuprofen 400 mg bei Bedarf
Anamnese (Vollsätze)
Die Patientin stellte sich mit seit drei Tagen bestehendem produktivem Husten und Fieber in unserer Notaufnahme vor.
Eine Beurteilung des Sputums war nicht möglich, da die Patientin dieses regelmäßig schluckt.
Die axillär gemessene Temperatur betrug 38,9 °C.
Zusätzlich klagte sie über Schüttelfrost, vermehrtes Schwitzen, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen sowie allgemeine Schwäche.
Weiterhin berichtete sie über thorakale Schmerzen infolge des Hustens bzw. bei tiefer Inspiration; die Schmerzen strahlen gelegentlich in die linke Schulter und den Rücken aus.
Folgende Symptome wurden verneint: Dyspnoe, Tachykardie, Rhinokonjunktivitis, orale Beläge, Odynophagie, zervikale Lymphadenopathie, gastrointestinale Beschwerden sowie Exanthem.
Paracetamol und Aspirin 500 mg führten laut Angaben zu einer vorübergehenden Besserung der Beschwerden.
Sie berichtete, vor etwa zwölf Tagen eine leichte Erkältung mit Reizhusten gehabt zu haben.
Sie gab an, gegen COVID-19 und Influenza geimpft zu sein.
Die vegetative Anamnese ist unauffällig, abgesehen von Insomnie infolge des Hustens und Inappetenz.
Sie teilte mit, seit Kurzem eine Mittelmeerdiät einzuhalten, wodurch sie etwa 4 kg abgenommen habe.
Als Vorerkrankungen sind eine arterielle Hypertonie und ein Diabetes mellitus Typ 2 seit drei Jahren bekannt; beide Erkrankungen sind gut eingestellt.
Vor fünf Jahren wurde ein Mammakarzinom der rechten Brust diagnostiziert, behandelt durch Mastektomie, adjuvante Chemotherapie und Radiotherapie.
Seit acht Jahren bestehen chronische Lumbalgien mit Radikulopathie infolge eines Diskusprolaps.
Die letzte Menstruation trat vor sechs Tagen auf; gynäkologische Beschwerden bestehen nicht.
Verdachtsdiagnose – Differentialdiagnose (Vollsätze)
Die anamnestischen Angaben mit produktivem Husten, Fieber und Allgemeinsymptomen sprechen am ehesten für eine ambulant erworbene Pneumonie (CAP), wahrscheinlich durch Streptococcus pneumoniae verursacht.
Differenzialdiagnostisch kommen andere bakterielle Erreger (Haemophilus influenzae, Staphylococcus aureus) sowie virale Erreger (Influenzavirus, RSV) infrage.
Eine Bronchiolitis, COPD oder Tuberkulose sind aufgrund des Verlaufs und der Anamnese weniger wahrscheinlich.
Eine ACE-Hemmer-induzierte oder kardiale Ursache ist unwahrscheinlich.
Weiteres Vorgehen – Therapie (Vollsätze)
Zunächst erfolgt eine körperliche Untersuchung mit besonderem Fokus auf den Thorax, insbesondere die Auskultation der Lunge.
Zur Diagnosesicherung wird eine Thoraxröntgenaufnahme durchgeführt, da eine Pneumonie durch den Nachweis eines Infiltrats in der Bildgebung diagnostiziert wird.
Laborchemisch werden ein Differenzialblutbild, das CRP sowie das Procalcitonin bestimmt, um das Ausmaß der Entzündungsreaktion zu beurteilen.
Nach Bestätigung der Diagnose erfolgt eine antibiotische Therapie mit Azithromycin.
Unter dieser Behandlung ist in der Regel innerhalb von 48 bis 72 Stunden eine klinische Besserung zu erwarten.
Unterschrift
Vorname Nachname
Mit freundlichen Grüßen
1. Superinfektion
1. Eine Virusinfektion kann zuerst auftreten und schwächt die Abwehrmechanismen der Atemwege. Dadurch können sich Bakterien leichter festsetzen und eine bakterielle Infektion (z. B. eine Pneumonie oder Sinusitis) verursachen.
2. Hauptbeschwerden
3. Begleitsymptome
2.
1. Produktiver Husten
2. Thoraxschmerzen + mit dorsaler Ausstrahlung
3. Schmerzen infolge wiederholten Hustens bzw. bei tiefer Inspiration
Rostbraun verfärbtes, eitriges Sputum ± Blutspuren
3. Begleitsymptome
4. Wichtige Negationen
3. Fieber, Schüttelfrost, Hyperhidrose, Cephalgien, Myalgien, Asthenie, Inappetenz, Dyspnoe / Tachypnoe, Tachykardie, Zyanose
4. Rhinokonjunktivitis, orale Beläge, Odynophagie, zervikale Lymphadenopathie, gastrointestinale Beschwerden, Exanthem, Reiseanamnese, verdächtige Kontakte
5. Prädisponierende
Faktoren für eine Pneumonie
5. Chronische Lungenerkrankungen (z. B. COPD, Asthma bronchiale, zystische Fibrose)
Alkoholkonsum
Chemotherapie oder Strahlentherapie bei Krebserkrankungen
Immunsuppressive Medikation / Corticosteroidtherapie
Schwangerschaft
HIV / AIDS
6. Körperliche Untersuchung
Tachypnoe / Dyspnoe, Einsatz der Atemhilfsmuskulatur
Erhöhter Stimmfremitus (Pneumonie)
Erniedrigter Stimmfremitus (Pleuraerguss)
Gedämpfter Klopfschall über dem betroffenen Lungenareal
Auskultation: Rasselgeräusche/ Abgeschwächte Atemgeräusche
Extrapulmonale Manifestationen (v. a. bei Mycoplasma pneumoniae): Erythema multiforme, Aseptische Meningitis, Urtikaria, Erythema nodosum
7. Erreger
Streptococcus pneumoniae: häufigster Erreger der ambulant erworbenen Pneumonie (CAP)
Haemophilus influenzae: häufig bei COPD-Patienten und älteren Menschen
Pseudomonas aeruginosa: typischer Erreger bei nosokomialen Pneumonien oder immunsupprimierten Patienten
Viral: häufig bei Kleinkindern oder bei bestehender Immunschwäche
8. Thorax-Röntgen
9. CT-Thorax
Bakteriell
Meist lobär oder segmental begrenzt, Broncho
pneumogramm, Pleuraerguss
Viral/ atypisch
Interstitiell oder diffus verteilt, Häufig beidseitig und perihilär betont
9. Unklarer Röntgenbefund, Therapieansprechen bleibt aus, Verdacht auf Komplikationen
10. Labordiagnostik
Differentialblutbild: Leukozytose mit Linksverschiebung
Erhöhtes CRP und Prokalzitonin
Harnstoff, Kreatinin
Blutgasanalyse
Mikrobiologische Diagnostik (bei Bedarf):
Grampräparat, Bakterielle Kulturen
12. Behandlung
Ambulant:
Amoxicillin/Clavulansäure: 875/125 mg, 1–0–1 für 5–7 Tage
bei Verdacht auf Legionella, Mycoplasma, Chlamydia: + Azithromycin – Tabletten 500 mg, 1× täglich für 3 Tage
Oder Levofloxacin (Tavanic®– Tabletten 750 mg, 1× täglich für 5 Tage)
13. Komplikationen
Sepsis: Ausbreitung der Infektion über Blutbahn → systemische Entzündungsreaktion → Organversagen, Kreislaufinstabilität, septischer Schock (Notfall)
Pneumothorax: Luft im Pleuraspalt → Lungenkollaps (teilweise oder vollständig)
Empyem: Eitrige Flüssigkeitsansammlung im Pleuraspalt → meist Drainage erforderlich
Lungenabszess: Abgekapselte, eitrige Gewebenekrose mit Kavernenbildung und Flüssigkeitsspiegel
14. Abwehrmechanismen
der Atemwege
15. HAP/ CAP
14. Anatomische Barriere, Luftstrom, Sekretorisches IgA, Epiglottis, Larynx
15. HAP – Hospital-acquired Pneumonia (nosokomial):
Auftreten ≥ 48 Stunden nach Krankenhausaufnahme
Oder kurz nach Entlassung aus dem Krankenhaus
Kein Infekt / keine Inkubation bei Aufnahme
15. HAP/ CAP
15. CAP – Community-acquired Pneumonia (ambulant erworben):
Alle Pneumonien, die außerhalb des Krankenhauses entstehen
Die Aspiration kleiner Mengen von Nasen- und Mundsekreten während des Schlafs (Mikroaspiration) ist ein normaler physiologischer Vorgang.
16. Stellen Sie sich vor: Wie würden Sie typischerweise einen Patienten mit Pneumonie vorstellen?
16. Die Patientin stellte sich mit seit drei Tagen bestehendem produktivem Husten und Fieber in unserer Notaufnahme vor.
Zusätzlich klagte sie über Schüttelfrost, vermehrtes Schwitzen, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen sowie allgemeine Schwäche.
Weiterhin berichtete sie über thorakale Schmerzen infolge des Hustens bzw. bei tiefer Inspiration; die Schmerzen strahlen gelegentlich in die linke Schulter und den Rücken aus.
9. Sie hatte vor etwa zwölf Tagen eine leichte Erkältung.
1. die Lungenentzündung
2. die Entzündung der kleinen Bronchien
3. die Entzündung der Bronchien
4. das Einatmen von Fremdmaterial
5. der Sauerstoffmangel im Blut
6. die Atemnot
7. die beschleunigte Atmung
8. der Auswurf
1. die Pneumonie
2. die Bronchiolitis
3. die Bronchitis
4. die Aspiration
5. die Hypoxämie
6. die Dyspnoe
7. die Tachypnoe
8. das Sputum
9. die allgemeine Schwäche
10. der blutige Auswurf
11. das Abklopfen des Brustkorbs
12. das Abhören der Lunge
13. die Blauverfärbung der Haut
14. die Luftansammlung im Pleuraspalt
15. die Eiteransammlung im Pleuraspalt
9. die Asthenie
10. der Hämoptyse
11. die Perkussion
12. die Auskultation
13. die Zyanose
14. der Pneumothorax
15. das Empyem
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ARZT: Guten Tag,
Mein Name ist Doktor Mayer.
Ich bin heute als Assistenzarzt auf der Station tätig. Ich würde gerne ein Anamnesegespräch mit Ihnen führen.
Falls Sie etwas nicht richtig verstanden haben oder Fragen haben, lassen Sie es mich bitte wissen.
Zunächst benötige ich einige persönliche Informationen, danach können wir fortfahren.
Wie heißen Sie?
PATIENTIN: Mein Name ist Ida Heinze.
ARZT: Steht am Ende ihres Nachnamens ein „e“?
PATIENTIN: Genau, mit „e“ am Schluss
ARZT: Wie alt sind Sie, Frau Heinze?
PATIENTIN: Ich bin 38 Jahre alt.
ARZT: Wann genau sind Sie geboren?
PATIENTIN: Ich habe am sechzehnten März 1987 Geburtstag.
ARZT: Wie groß sind Sie?
PATIENTIN: Ich bin eins siebzig groß.
ARZT: Wie viel wiegen Sie?
PATIENTIN: Ich wiege ungefähr fünfundsiebzig Kilo.
ARZT: Wie heißt Ihr Hausarzt beziehungsweise Ihre Hausärztin?
PATIENTIN: Meine Hausärztin heißt Doktor Karla Scholz.
ARZT: Was kann ich heute für Sie tun?
PATIENTIN: Es hat so angefangen: Seit etwa eineinhalb Wochen habe ich Husten – anfangs war er trocken, insbesondere nachts, inzwischen ist jedoch ständig Auswurf vorhanden.
ARZT: Seit wann haben Sie Auswurf?
PATIENTIN: Ich würde sagen, seit drei bis vier Tagen.
ARZT: Wie sieht der Auswurf aus?
Ist er eher gelblich oder grünlich?
Zäh oder flüssig?
PATIENTIN: Ehrlich gesagt schlucke ich ihn meistens runter, deshalb kann ich es nicht genau sagen.
Aber im Mund ist er ziemlich zäh.
ARZT: Haben Sie vielleicht auch Blut im Auswurf bemerkt?
PATIENTIN: Das kann ich nicht genau sagen, ehrlich gesagt.
Ich habe keine Ahnung.
ARZT: Haben Sie Hustenanfälle, die zu starker Atemnot oder Schmerzen führen?
PATIENTIN: Also, in Ruhe habe ich eigentlich keine Brustschmerzen, aber wenn ich huste, tut es richtig weh in der Brust – so ungefähr sieben von zehn auf einer Skala.
Beim Husten bekomme ich kurz etwas schlechter Luft, aber sonst kann ich ganz normal atmen.
Im Allgemeinen bekomme ich gut Luft.
ARZT: Verändern sich die Schmerzen, wenn Sie tief ein- oder ausatmen?
PATIENTIN: Ja, beim tiefen Einatmen nehmen die Schmerzen zu.
ARZT: Strahlen die Schmerzen irgendwohin aus?
PATIENTIN: Ja, die Schmerzen ziehen manchmal bis in die linke Schulter und ein bisschen in den Rücken.
Es fühlt sich an, als würde jemand mit einem Messer reinstechen.
ARZT: Was haben Sie noch bemerkt?
PATIENTIN: Ich habe seit drei Tagen Fieber, dazu kommen Glieder- und Kopfschmerzen.
Ich fühl mich richtig schlapp.
ARZT: Haben Sie das Fieber gemessen?
Wo genau?
PATIENTIN: Ja, ich habe unter der Achsel gemessen.
Die Temperatur lag so bei 38,9 Grad.
Deshalb habe ich Aspirin oder Paracetamol genommen, aber die helfen nur für ein paar Stunden.
Außerdem hatte ich richtig starkes Zittern, mir war total kalt, obwohl ich unter der Decke lag.
Und ein paar Mal habe ich auch stark geschwitzt.
ARZT: In welcher Dosierung haben Sie sie eingenommen?
PATIENTIN: Aspirin 500 und Paracetamol auch 500.
ARZT: Haben Sie Halsschmerzen, eine laufende Nase oder gerötete Augen?
PATIENTIN: Vor etwa zwei Wochen hatte ich eine leichte Erkältung – nur mit Reizgefühl im Hals und trockenem Husten, sonst nichts Besonderes.
ARZT: Haben Sie eine Schwellung oder etwas Auffälliges am Hals bemerkt?
PATIENTIN: Nein, ich habe nichts Besonderes gemerkt.
ARZT: Ist Ihnen im Mundraum etwas aufgefallen – zum Beispiel Rötungen oder Beläge?
PATIENTIN: Nein, alles normal im Mund.
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ARZT: Schmecken die Lebensmittel anders oder nach nichts?
PATIENTIN: Nein, ich merke keinen Unterschied.
ARZT: Ist ihre Stimme heiser geworden?
PATIENTIN: Nein, gar nicht.
ARZT: Atmen Sie schneller oder langsamer als sonst?
PATIENTIN: Nein, ich denke, ich atme ganz normal.
ARZT: Ist Ihnen übel?
Haben Sie sich übergeben?
PATIENTIN: Nein, überhaupt nicht.
ARZT: Haben Sie Magen-Darm-Beschwerden – also Bauchschmerzen oder Durchfall?
PATIENTIN: Der Stuhl ist ein bisschen weicher geworden, aber ich gehe nicht häufiger auf die Toilette.
ARZT: Ist Ihnen irgendwo am Körper ein Hautausschlag aufgefallen?
PATIENTIN: Nein, gar nichts.
ARZT: Haben Sie Herzrasen, Herzklopfen oder unregelmäßigen Puls bemerkt?
PATIENTIN: Nein, mein Herz schlägt normal.
ARZT: Haben Sie aktuell einen Druck im Ohr bemerkt?
PATIENTIN: Nein, eigentlich nicht.
ARZT: Hat jemand in Ihrem Umfeld ähnliche Symptome?
PATIENTIN: Nein, niemand um mich herum ist krank.
ARZT: Sind Sie in letzter Zeit verreist?
PATIENTIN: Nein, ich war in letzter Zeit nicht unterwegs.
ARZT: Wie sind Sie hierhergekommen?
PATIENTIN: Mein Mann hat mich hergebracht.
ARZT: Sind Sie vollständig gegen COVID geimpft?
Bekommen Sie auch jedes Jahr die Grippeimpfung?
PATIENTIN: Ja, ich bin vollständig geimpft.
Die Grippeimpfung habe ich dieses Jahr auch bekommen.
ARZT: Haben Sie bis jetzt einen Arzt aufgesucht?
PATIENTIN: Ich habe versucht, meine Hausärztin zu erreichen, aber sie ist auf einer Fortbildung.
Deshalb bin ich ins Krankenhaus gekommen.
ARZT: Wie ist Ihr Appetit?
PATIENTIN: Normalerweise habe ich einen guten Appetit und keine Probleme damit.
Aber seit ein paar Tagen habe ich kaum Appetit, und außerdem kann ich auch nicht gut schlafen.
ARZT: Liegt die Schlafstörung am Husten?
Schlafen Sie sonst gut?
PATIENTIN: Ja, genau.
Wenn ich keinen Husten habe, schlafe ich wie ein Baby.
ARZT: Wie ernähren Sie sich – vegan, vegetarisch oder essen Sie alles?
PATIENTIN: Ich esse eigentlich alles gern.
ARZT: Haben Sie in letzter Zeit ungewollt ab- oder zugenommen?
PATIENTIN: Nein, das war beabsichtigt.
Ich habe seit einigen Jahren Zuckerkrankheit und Bluthochdruck.
Meine Hausärztin hat mir empfohlen, eine Diät zu machen.
Deshalb halte ich mich seit etwa sechs Monaten an die Mittelmeerdiät, und ich habe inzwischen vier Kilo abgenommen.
ARZT: Wunderbar, gut gemacht!
Hatten Sie Schwierigkeiten beim Stuhlgang oder beim Wasserlassen?
PATIENTIN: Abgesehen von dem, was ich schon erwähnt habe, nein – sonst nichts.
ARZT: Wann und wie wurden der Bluthochdruck und die Zuckerkrankheit festgestellt?
PATIENTIN: Vor etwa drei Jahren – während einer Strahlentherapie.
Bei mir wurde vor ungefähr fünf Jahren Krebs in der rechten Brust festgestellt.
Danach hatte ich eine Operation und anschließend eine Chemotherapie.
Etwa zwei Jahre später, also vor rund drei Jahren, sollte ich eine Strahlentherapie bekommen.
Dabei hat man dann den Bluthochdruck und die Zuckerkrankheit festgestellt.
ARZT: Wurde bei der Operation nur die rechte Brust entfernt oder auch die benachbarten Lymphknoten?
PATIENTIN: Ja, die rechte Brust wurde komplett entfernt, und es wurden auch Lymphknoten in der Achsel mit entfernt.
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ARZT: Wie gut sind beide Erkrankungen unter Kontrolle?
PATIENTIN: Ganz gut, denke ich.
Wenn ich zu Hause messe, liegen die Werte laut meiner Schulung im Normalbereich.
ARZT: Was nehmen Sie dagegen ein?
PATIENTIN: Metformin nehme ich zweimal täglich, morgens und abends.
Ramipril einmal morgens und eine halbe nachmittags.
ARZT: In welcher Dosierung nehmen Sie die Medikamente ein?
PATIENTIN: Ich nehme sie genau nach der Angabe auf der Verpackung: Metformin 500, Ramipril 5.
ARZT: Gab es bei Ihnen bekannte Folgekomplikationen, zum Beispiel an den Nieren oder an den Augen?
PATIENTIN: Nein, zum Glück keine Probleme.
ARZT: Möchten Sie noch etwas hinzufügen?
PATIENTIN: Ja. Seit etwa acht Jahren habe ich immer wieder Rückenschmerzen, besonders nach körperlicher Arbeit – zum Beispiel bei der Gartenarbeit.
Meine Ärztin meinte nach einer lauten, röhrenförmigen Untersuchung, dass es sich um einen Bandscheibenvorfall handelt.
ARZT: Strahlen die Schmerzen auch in die Beine aus?
PATIENTIN: Ja, vor allem ins rechte Bein, manchmal bis in die Wade oder den Fuß.
ARZT: Wissen Sie, an welcher Stelle – also welcher Wirbel betroffen ist?
PATIENTIN: Ich bin mir nicht ganz sicher, aber ich glaube im unteren Rücken – irgendwas mit 5.
ARZT: Haben Sie Taubheitsgefühle oder so ein pelziges Gefühl irgendwo?
PATIENTIN: Nein, habe ich nicht.
ARZT: Was nehmen Sie dagegen?
PATIENTIN: Bei Bedarf nehme ich Ibuprofen 400.
Das hilft ganz gut.
ARZT: Wann hatten Sie zuletzt Ihre Tage?
PATIENTIN: Vor etwa sechs Tagen, der Zyklus ist regelmäßig.
ARZT: Haben Sie im Moment irgendwelche Beschwerden im Bereich der Frauenheilkunde – zum Beispiel Schmerzen, Ausfluss oder Unregelmäßigkeiten?
PATIENTIN: Nein, alles in Ordnung.
Ich habe keine Beschwerden.
ARZT: Waren Sie schon einmal schwanger?
PATIENTIN: Nein, bisher nicht.
ARZT: Nehmen Sie noch andere Medikamente?
PATIENTIN: Nein, nichts weiter.
ARZT: Haben Sie ein Rezept für Ihre Medikamente?
PATIENTIN: Ja, habe ich.
ARZT: Haben Sie noch irgendwelche bekannten Allergien oder Unverträglichkeiten – zum Beispiel gegen Medikamente oder Lebensmittel?
PATIENTIN: Ja. Einmal wurde mir wegen einer starken Halsentzündung Penicillin verschrieben.
Danach habe ich einen juckenden Hautausschlag bekommen und bekam schlecht Luft.
Ich habe dann eine Spritze bekommen, und danach war wieder alles in Ordnung.
ARZT: Welches Antibiotikum haben Sie anschließend bekommen?
PATIENTIN: Azithromycin.
Das habe ich gut vertragen.
ARZT: Rauchen Sie?
PATIENTIN: Nein, ich bin Nichtraucherin.
ARZT: Trinken Sie Alkohol?
Wie oft, wie viel und was genau trinken Sie?
PATIENTIN: Nur bei besonderen Anlässen, zum Beispiel auf Feiern – dann trinke ich vielleicht ein bis zwei Gläser Sekt.
ARZT: Darf ich Sie fragen, ob Sie schon einmal Drogen konsumiert haben?
PATIENTIN: Nein, niemals.
ARZT: Treiben Sie regelmäßig Sport?
PATIENTIN: Nein, ehrlich gesagt nicht.
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ARZT: Was sind Sie von Beruf?
PATIENTIN: Ich arbeite als Architektin, also plane und entwerfe ich Gebäude.
ARZT: Mit wem wohnen Sie zusammen?
PATIENTIN: Ich wohne mit meiner Familie in einer Wohnung.
Ich lebe in einer Patchwork-Familie, das heißt, ich wohne mit meinem Mann und seinen zwei Kindern aus erster Ehe zusammen.
ARZT: Wie geht es den Kindern in Ihrer Familie?
PATIENTIN: Unser Sohn hatte vor einem Monat Kopfläuse, aber das ist vollständig behandelt und alles wieder in Ordnung.
ARZT: Gibt es in Ihrer Familie wichtige Erkrankungen, zum Beispiel bei Ihren Eltern, Geschwistern oder anderen nahen Verwandten?
PATIENTIN: Ja. Meine Mutter ist mit 64 Jahren an Bauchspeicheldrüsenkrebs gestorben.
Mein Vater ist 73 und lebt im Altenheim.
Er ist vor zwei Monaten die Treppe hinuntergestürzt und hat sich dabei den Oberschenkel gebrochen.
Das wurde operiert, und jetzt geht es ihm zum Glück wieder besser.
Das tut mir wirklich leid zu hören.
ARZT: Haben Sie Haustiere?
PATIENTIN: Nein, keine.
ARZT: Wir sind mit der Anamnese fertig.
Haben Sie noch Fragen?
PATIENTIN: Was genau habe ich?
Muss ich hierbleiben?
ARZT: Eine ganz genaue Diagnose können wir erst stellen, wenn wir noch ein paar Untersuchungen gemacht haben.
Aber Ihre Symptome sprechen sehr wahrscheinlich für eine Lungenentzündung.
Ob Sie ambulant oder stationär behandelt werden sollten, hängt von den Untersuchungsergebnissen ab.




