Begrüßung
Guten Tag, sehr geehrter Herr Professor Doktor …,
ich möchte Ihnen nun den Patienten Ralf Winter vorstellen.
Er ist 57 Jahre alt, ein Meter sechsundsiebzig groß und wiegt etwa 89 kg. Der Body-Mass-Index (BMI) beträgt 28,7 kg/m² und liegt damit im Bereich des Übergewichts.
Aktuelle Anamnese
Der Patient stellte sich wegen seit heute früh bestehender, plötzlich aufgetretener Brustenge vor.
Er klagte über stechende Schmerzen mit Ausstrahlung in den Nacken und die linke Mandibula.
Als begleitende Symptome berichtete der Patient über Dyspnoe, Tachypnoe, Tachykardie, Schwindel, Nausea, Kaltschweißigkeit und Blässe.
Zudem schilderte er eine ausgeprägte Todesangst sowie ein Vernichtungsgefühl.
Folgende Symptome wurden verneint:
Fieber, Druckdolenz im Thoraxbereich
Panikattacke
atem- oder lageabhängige Schmerzverstärkung
Husten, Palpitationen, Emesis, Orthopnoe, periphere Ödeme sowie neu aufgetretene Nykturie
Umfangsunterschied zwischen den unteren Extremitäten, Koagulopathie
Er ergänzte, dass er ähnliche Beschwerden bereits seit etwa sechs Wochen verspürt habe – meist bei körperlicher Belastung, etwa beim Treppensteigen oder beim Gehen von rund 150 Metern.
Zudem hat er auch postprandiale Schmerzen bemerkt, die nicht auf Pantoprazol angesprochen hätten.
Als Auslöser schilderte er, sein Enkelkind habe am Morgen Krampfanfälle erlitten, was ihn stark belastet habe. Während der gemeinsamen Fahrt im Krankenwagen ins Krankenhaus seien plötzlich die aktuellen Beschwerden aufgetreten.
Bisher hat Herr Winter laut eigenen Angaben keinen Arzt aufgesucht, da er die Beschwerden nicht ernst genommen hat.
Die vegetative Anamnese
Die vegetative Anamnese ist unauffällig, abgesehen von einer Insomnie mit Ein- und Durchschlafstörungen, die der Patient auf familiären und beruflichen Stress zurückführt. (keine Hinweise auf ein obstruktives Schlafapnoesyndrom)
Zudem berichtet er über Inappetenz mit ungewolltem Gewichtsverlust sowie über eine Nahrungsmittelintoleranz mit Meteorismus, insbesondere nach dem Verzehr von Hülsenfrüchten.
Vorerkrankungen
An Vorerkrankungen sind bei ihm die folgenden bekannt:
Ein Typ-2-Diabetes mellitus besteht seit acht Jahren und ist unter Verwendung eines Glukosesensors im Oberarm gut metabolisch eingestellt. Diabetesassoziierte Folgekomplikationen sind bislang nicht aufgetreten.
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Kein Diabetes |
Prädiabetes |
Diabetes |
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Nüchternblutzucker |
< 100 mg/dl |
100–125 mg/dl |
≥ 126 mg/dl |
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Zufälliger Blutzucker |
– |
– |
≥ 200 mg/dl |
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HbA1c |
< 5,7 % |
5,7–< 6,5 % |
≥ 6,5 % |
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OGTT (2 h-Wert) |
< 140 mg/dl |
140–199 mg/dl |
≥ 200 mg/dl |
Eine arterielle Hypertonie besteht ebenfalls seit acht Jahren. Aufgrund einer unregelmäßigen Medikamenteneinnahme kommt es zu Blutdruckschwankungen. Die Diagnose wurde mithilfe einer 24-Stunden-Blutdruckmessung gestellt, bei der der Blutdruck alle 20 Minuten aufgezeichnet wurde.
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systolisch (mmHg) |
diastolisch (mmHg) |
Behandlung |
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Normaler Blutdruck |
< 120 |
< 70 |
– |
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Erhöhter Blutdruck |
120–139 |
70–89 |
+ |
Seit 3 Jahren besteht zudem eine benigne Prostatahyperplasie (Hauptbeschwerde: Nykturie), die medikamentös behandelt wird.
Vor einigen Jahren erlitt der Patient nach einem emotional Ereignis im Rahmen eines familiären Konflikts eine Synkope. Er wurde daraufhin stationär auf der Intensivstation überwacht und erhielt eine intravenöse Flüssigkeitstherapie.
Seit einiger Zeit hat der Patient belastungsabhängige Schmerzen in der rechten Schulter. Vor etwa einem Jahr stellte ein Orthopäde eine Bursitis subacromialis fest. Bei Überlastung treten immer wieder Schmerzen und Bewegungseinschränkungen auf. Eine Schonung der Schulter wurde empfohlen, ist aber wegen der Arbeit nicht immer möglich.
Voroperationen
Im Alter von 50 Jahren wurde zunächst ein Stuhltest durchgeführt, woraufhin die Hausärztin eine koloskopische Abklärung veranlasste. Vor sieben Jahren erfolgte eine Koloskopie, bei der ein gutartiger Polypen (Adenom) entfernt wurde.
Vor zwei Jahren stürzte der Patient beim Schlittschuhlaufen und zog sich dabei eine Fraktur des rechten Humerus zu. Die Fraktur wurde operativ mittels Plattenosteosynthese versorgt. Postoperativ erhielt er eine analgetische Therapie mit Ibuprofen. Die Metallplatte wurde etwa sechs Monate später entfernt.
Hinweis: Wenn eine Aussage durch eine ärztliche Untersuchung objektiv bestätigt werden kann – zum Beispiel durch sichtbare Narben – ist der Indikativ angebracht. (In der Fachsprachprüfung findet keine körperliche Untersuchung statt.)
Gynäkologie
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Medikamente
Derzeit nimmt der Patient folgende Medikamente gemäß Rezept ein:
Ramipril 5 Milligramm abends
Metoprolol 95 Milligramm mittags
Hydrochlorothiazid 12,5 Milligramm morgens
Metformin 500 Milligramm, 1-0-1
Tamsulosin 0,4 Milligramm
Dutasterid 0,5 Milligramm
Ibuprofen 400 mg bei Bedarf
Lefax-Kautabletten bei Bedarf
Hinweis: Wenn eine Aussage durch eine ärztliche Beobachtung objektiv bestätigt werden kann – zum Beispiel anhand eines Rezepts – ist der Indikativ angebracht.
Allergien
Er ist allergisch gegen Gummihandschuhe, da bekommt er einen juckenden Ausschlag an den Händen.
Außerdem reagiert er auf Metamizol, also Novalgin, mit Nesselsucht und Atemnot – damals musste er sogar auf der Intensivstation überwacht werden.
Noxen
Der Patient ist seit drei Jahren Nichtraucher. Zuvor hatte er über einen Zeitraum von etwa 20 Jahren täglich etwa eine halbe Schachtel Zigaretten konsumiert, was ca. 10 Packungsjahren entspricht. Auf ärztliches Anraten hat er das Rauchen vollständig eingestellt.
Er berichtet, abends ein bis zwei Gläser Bier zu trinken, um das Einschlafen zu erleichtern.
Der Patient gab an, keine Drogen zu konsumieren.
Sozialanamnese
Er ist selbstständig und hat eine eigene Metzgerei.
Nach der Trennung von seiner Frau lebt er allein in einer Wohnung im ersten Stock.
Er hat drei Kinder – einen 20-jährigen Sohn und zwei Töchter, die 26 und 29 Jahre alt sind. Alle sind gesund.
Körperliche Aktivität: –
Familienanamnese
Der Patient teilte im Rahmen der Familienanamnese mit, dass sein Vater im Alter von 65 Jahren an einem Hirntumor verstarb und seine Mutter im Alter von 69 Jahren an einer Lungenembolie gestorben sei.
Seine neunjährige Enkelin wurde aufgrund einer Aortenklappenfehlbildung operiert.
Verdachts- und Differentialdiagnose
Meiner Ansicht nach deuten die anamnestischen Angaben, insbesondere der Charakter der Schmerzen in Begleitung von Dyspnoe, am ehesten auf ein akutes Koronarsyndrom hin.
Zu den Risikofaktoren für ein akutes Koronarsyndrom (AKS) bei diesem Patienten zählen Alter, Ex-Raucher, Bewegungsmangel, arterielle Hypertonie, Diabetes mellitus sowie Übergewicht.
Mithilfe eines EKGs und der Bestimmung des Troponinwerts kann ein Myokardinfarkt bestätigt oder ausgeschlossen werden.
Gegen eine Perikarditis spricht das Fehlen von Fieber, vorausgegangenen Infekten und atemabhängigen Schmerzen.
Bei einer Aortendissektion sind eine instabile Hämodynamik sowie Blutdruckunterschiede zwischen den oberen Extremitäten zu erwarten.
Eine Panikattacke erscheint unwahrscheinlich, da die Beschwerden auch unter körperlicher Belastung auftreten und nicht ausschließlich in Stresssituationen. Eine Panikattacke erscheint unwahrscheinlich, da die Beschwerden auch unter körperlicher Belastung auftreten und nicht ausschließlich in Stresssituationen. Zudem muss eine kardiale Ursache stets ausgeschlossen werden.
Gegen eine Lungenembolie spricht das Fehlen von Risikofaktoren wie Immobilisation oder Operation sowie das Ausbleiben von Husten und Hämoptysen.
Auch eine Prinzmetal-Angina (vasospastische Angina pectoris) kommt differenzialdiagnostisch in Betracht.
Diagnostische Abklärung
Wenn der Verdacht auf einen Myokardinfarkt besteht, muss der Patient umgehend stationär aufgenommen und die erforderlichen Maßnahmen eingeleitet werden, da jede Sekunde zählt.
körperliche Untersuchung
Im Anschluss an die Anamnese sollte eine ausführliche körperliche Untersuchung erfolgen. Diese beginnt mit der Erhebung der Vitalparameter, einschließlich Herzfrequenz, Blutdruck, Atemfrequenz, Sauerstoffsättigung und Temperatur. Danach führen wir eine gezielte klinische Untersuchung durch.
(Allein die körperliche Untersuchung reicht für die Diagnosestellung eines akuten Koronarsyndroms (ACS) nicht aus.)
Zunächst erfolgt die Inspektion, bei der wir auf Atembewegungen, Ödeme, Blässe, Halsvenenstauung und andere Auffälligkeiten achten.
Anschließend folgt die Palpation zur Prüfung auf lokale Befunde wie Druckschmerz und zur Beurteilung der peripheren Pulse (z. B. A. radialis oder A. tibialis posterior).
Danach wird perkutiert, um Hinweise auf mögliche Lungenerkrankungen oder eine Hepatosplenomegalie zu erhalten.
Abschließend erfolgt die Auskultation zur Erkennung pathologischer Atemgeräusche und abnormer Herztöne. Dabei können pathologische Auskultationsbefunde wie Rasselgeräusche, Giemen, ein perikardiales Reibegeräusch oder ein Herzgeräusch im Sinne einer Aortenklappeninsuffizienz (murmur of aortic regurgitation) auffallen.
Bei einer Herzinsuffizienz können wir zum Beispiel Rasselgeräusche basal über den Lungen hören – Hinweis auf eine pulmonale Stauung – sowie ein 3. Herzton (Galopprhythmus), der für eine diastolische Funktionsstörung spricht.
Die Herzspitze (Apex) befindet sich in der Regel im 5. Interkostalraum links in der Medioklavikularlinie. Die Palpation des Herzspitzenstoßes liefert Hinweise auf die Herzgröße und die Pumpkraft. Ein verbreiterter oder verlagert tastbarer Apexstoß kann auf eine Linksherzinsuffizienz hindeuten.
Zudem sollten Halsvenenstauungszeichen sowie ein positiver hepatojugulärer Reflux überprüft werden, da sie Hinweise auf eine Rechtsherzinsuffizienz geben können.
Da bei der Patientin sowohl eine arterielle Hypertonie als auch ein Diabetes mellitus vorliegen, sollten im Rahmen der Basisdiagnostik auch erste Hinweise auf Folgeerkrankungen wie Retinopathie, Neuropathie oder eine periphere arterielle Verschlusskrankheit überprüft werden.
Elektrokardiogramm
Ein Elektrokardiogramm (EKG) sollte innerhalb von zehn Minuten nach dem Erstkontakt durchgeführt werden. Wiederholungen sollten alle fünf bis zehn Minuten erfolgen.
Ein EKG wird durchgeführt, indem Elektroden auf der Haut des Brustkorbs, der Arme und Beine angebracht werden, um die elektrische Aktivität des Herzens aufzuzeichnen.
Typische Befunde sind ST-Streckenhebungen, die auf einen ST-Hebungsinfarkt (STEMI) hinweisen, oder ST-Streckensenkungen und T-Negativierungen, die bei einem Nicht-ST-Hebungsinfarkt (NSTEMI) oder einer instabilen Angina pectoris vorkommen können. Zusätzlich können pathologische Q-Zacken auftreten, die auf eine bereits abgelaufene Myokardnekrose hindeuten. Auch Herzrhythmusstörungen wie ventrikuläre Extrasystolen, Vorhofflimmern oder Tachykardien können im Rahmen eines AKS beobachtet werden. Ein Linksschenkelblock, insbesondere neu aufgetreten, kann ein Hinweis auf einen akuten Myokardinfarkt sein und muss entsprechend beachtet werden.
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Infarkt |
Ableitungen |
Arterie |
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Vorderwandinfarkt (anterior)/ Septuminfarkt |
V1 – V4 |
Ramus interventricularis anterior (RIVA / LAD) |
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Seitenwandinfarkt (Lateral) |
I, aVL |
Ramus circumflexus(LCx) |
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Inferior |
II, III, aVF |
Meistens Arteria coronaria dextra (ACD/ RCA) |
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aVL und I (rezipork) |
Laboruntersuchungen
Bei Verdacht auf ein akutes Koronarsyndrom sollten ein kleines Blutbild, C-reaktives Protein, Elektrolyte, Lipidstatus, Nierenfunktionswerte, TSH (Thyreoidea-stimulierendes Hormon), Langzeitblutzucker (HbA1c), Nüchternblutzucker, PT, PTT, INR, Troponin I, Kreatinkinase-Myokardband (CK-MB) sowie das B-Typ natriuretische Peptid bestimmt werden.
Anatomische Diagnose
Thorax-Röntgen
Der Patient entfernt Schmuck und Kleidung im Brustbereich. Er steht oder sitzt frontal zur Röntgenplatte. Während der Aufnahme wird er gebeten, tief einzuatmen und die Luft kurz anzuhalten. Beurteilt werden unter anderem der Herzschatten (z. B. bei Herzhypertrophie), die Gefäßzeichnung (Hinweise auf pulmonale Stauung oder Kongestion) sowie mögliche Zeichen eines Lungenödems.
Echokardiographie:
Die Echokardiographie ist ein bildgebendes Verfahren zur Beurteilung der Herzstruktur und -funktion, Wandbewegungen und Bewegungen von Herzklappen mittels Ultraschalles. Bei der transthorakalen Echokardiographie (TTE) ist keine spezielle Vorbereitung erforderlich. Der Patient liegt in der Regel in Linksseitenlage, während der Schallkopf auf die Brustwand aufgesetzt wird, um verschiedene Schnittebenen des Herzens darzustellen. Dabei kann unter anderem die Ejektionsfraktion (EF) gemessen werden, ein wichtiger Parameter zur Beurteilung der Pumpfunktion des linken Ventrikels.
Eine Echokardiografie, auch Herzultraschall genannt, ergibt, dass der Patient entweder eine reduzierte Ejektionsfraktion (weniger als 40 %), eine mittelgradige Ejektionsfraktion (zwischen 40 und 50 %) oder eine erhaltene Ejektionsfraktion hat.
(Bei der transösophagealen Echokardiographie (TEE) muss der Patient etwa sechs Stunden nüchtern bleiben. Vor der Untersuchung erfolgen eine Aufklärung und gegebenenfalls eine Sedierung. Während der TEE wird eine Ultraschallsonde über die Speiseröhre eingeführt, um detaillierte Bilder des Herzens, insbesondere der Herzklappen und der Vorhöfe, zu erhalten.)
Behandlung
Lebensstilmodifikation
• Gewichtsreduktion
• regelmäßige körperliche Aktivität
• Reduktion der Kochsalzaufnahme
Allgemeine Akutmaßnahmen bei AKS:
• Beruhigung
• Monitoring: EKG-Monitoring, Blutdruck, Herzfrequenz, Sauerstoffsättigung
• Sauerstoffgabe: Nur bei SpO₂ < 90 % oder klinischen Zeichen der Hypoxie
• Analgesie: Morphin
• Medikamentöse Basistherapie: Acetylsalicylsäure (ASS, 162 bis 325 mg, gefolgt von 81 mg täglich, lebenslang), P2Y12-Hemmer (z. B. Clopidogrel oder Ticagrelor, bis zu einem Jahr), Antikoagulation (z. B. Heparin), Statin, PPI oder H2-Blocker, Betablocker (wird bereits seit 8 Jahren bei diesem Patienten eingenommen)
Koronarangiographie:
Die Koronarangiographie mit primärer perkutaner Koronarintervention (PCI) sollte innerhalb von 120 Minuten nach Erstkontakt durchgeführt werden.
(Wenn PCI nicht in dieser Zeit verfügbar ist, sollte alternativ eine Fibrinolyse innerhalb von 10 Minuten nach Diagnose erwogen werden.)
Bei einem Hochrisiko-Nicht-ST-Hebungsinfarkt – gekennzeichnet durch anhaltende Brustschmerzen, hämodynamische Instabilität, dynamische Veränderungen der Troponinwerte oder EKG-Veränderungen – sollte eine Koronarangiographie innerhalb von 24 Stunden durchgeführt werden.
Die Angiographie ist ein minimalinvasiver Eingriff zur Darstellung und ggf. Behandlung von Arterien mithilfe von Röntgenstrahlen und Kontrastmittel. Nach der Desinfektion der Punktionsstelle wird das Kontrastmittel über eine größere Arterie, wie die Arteria femoralis oder die Arteria radialis, injiziert. Anschließend werden Röntgenaufnahmen angefertigt, um den Blutfluss sowie mögliche Thrombosen oder Stenosen sichtbar zu machen. Dieses Verfahren wird in bestimmten Fällen durch die Duplexsonographie ersetzt, da diese nicht-invasiv ist und kein Kontrastmittel erfordert. Der Eingriff dauert in der Regel 30 bis 60 Minuten und bedarf keiner aufwendigen Vorbereitung. Bei Bedarf kann währenddessen gleichzeitig eine therapeutische Maßnahme erfolgen, etwa durch den Einsatz eines Ballonkatheters oder eines Stents zur Behandlung von Gefäßverengungen.
Da bei der Angiographie ein Kontrastmittel verwendet wird, sollten wir nach einer Niereninsuffizienz, der Einnahme von Metformin, möglichen Kontrastmittelallergien sowie dem Hydrationsstatus fragen.
Koronare Bypass-Operation (CABG)
Die operative Behandlung beim akuten Koronarsyndrom (ACS) erfolgt in bestimmten Fällen – vor allem bei mehreren betroffenen Herzkranzgefäßen (Koronararterien), Hauptstammstenose oder fehlgeschlagener PCI
Koronare Bypass-Operation (CABG) bedeutet, Umleitung des Blutflusses durch Gefäßtransplantate (z. B. Vena saphena, A. mammaria interna)
Komplikationen
• Pumpversagen (Herzinsuffizienz)
• Arrhythmien
• rezidivierende Ischämien und Reinfarkte
Pathophysiologie und Formen des akuten Koronarsyndroms (ACS)
Angina pectoris
Eine Angina pectoris entsteht, wenn das Herz zu wenig Sauerstoff bekommt.
Das passiert, wenn sich der Sauerstoffbedarf des Herzmuskels – zum Beispiel durch körperliche Anstrengung oder Stress – erhöht, die verengten Herzkranzgefäße aber nicht genug Blut nachliefern können.
Dadurch entsteht ein Ungleichgewicht zwischen Sauerstoffangebot und -bedarf.
Typisch sind Druck- oder Engegefühle in der Brust, manchmal mit Ausstrahlung in Arm, Hals oder Kiefer.
Die häufigste Ursache einer stabilen Angina pectoris ist eine Arteriosklerose der Koronararterien, also eine Gefäßverengung durch Ablagerungen.
Typische Angina pectoris:
• Retrosternaler Druck- oder Engeschmerz
• Auslösung durch körperliche Belastung oder emotionalen Stress
• Besserung in Ruhe oder nach Nitrogabe
Akutes Koronarsyndrom (ACS)
Unter dem Begriff akutes Koronarsyndrom versteht man eine akute Minderdurchblutung des Herzmuskels, die sich als instabile Angina pectoris oder Myokardinfarkt (NSTEMI oder STEMI) äußern kann.
In den meisten Fällen entsteht das ACS durch Aufreißen einer arteriosklerotischen Plaque in einer Koronararterie.
Dadurch lagern sich Blutplättchen an, es bildet sich ein Thrombus, und der Blutfluss wird eingeschränkt oder ganz blockiert.
Instabile Angina pectoris (UA)
Eine instabile Angina pectoris zeigt sich durch:
• neu aufgetretene Brustschmerzen (seit weniger als 2 Monaten),
• längere Dauer (über 20 Minuten),
• stärkere Intensität oder
• Beschwerden in Ruhe.
Die Durchblutung ist vermindert, aber noch ausreichend, um ein Absterben von Herzmuskelzellen zu verhindern.
Deshalb sind die Herzenzyme (CK-MB, Troponin) normal.
Nicht-ST-Hebungsinfarkt (NSTEMI)
Bei einem NSTEMI sind die Herzenzyme (CK-MB, Troponin) erhöht,
im EKG zeigen sich aber keine ST-Hebungen.
Hier kommt es zu einer teilweisen oder vorübergehenden Verengung der Koronararterie.
Die Schädigung betrifft meist nur die innere Schicht des Herzmuskels (subendokardial).
ST-Hebungsinfarkt (STEMI)
Ein STEMI liegt vor, wenn die Herzenzyme erhöht sind und im EKG ST-Hebungen oder ein neuer Linksschenkelblock sichtbar sind.
Ursache ist ein vollständiger und anhaltender Verschluss einer Koronararterie.
Dadurch sterben Herzmuskelzellen ab, was zu einem transmuralen Infarkt führt.
Extra
Namen:
Gertrud Wolf, Kraus Krämer, Brigitta Müller, Markus Scholz, Josef Schreiner, Hobert Kuhler, Anna Pulver, Veronika Voß, Hanns Zierzicht, Carla Dräger, Josif Rinnir
Berufe:
Die Patientin war Konditorin von Beruf (Inhaberin). Sie hatte mit ihrem Ehemann die Konditorei von ihren Schwiegereltern übernommen. Die Konditorei war im Erdgeschoss.
Steuerberaterin
Innenarchitekt bei Altbausanierung
Früher Lehrer
Einzelheiten:
Sie wollte ihr Enkelkind aus Kindergarten holen und beim Gehen sind die Schmerzen aufgetreten. Sie hat die Schwiegertochter angerufen und Sie hat die Patientin auf dem Weg geholt und ins Krankenhaus gebracht.
Der Kunden hat einen großen Auftrag abgesagt, weil er die Produkte nicht mehr braucht. Damit hat der Patient aufgeregt. Weil er selbstständige ist und als Elektromechaniker arbeite, diesen Vertrag sehr wichtig für ihn war, um seine Firma mit 5 Mitarbeitern zu unterstützen. Deswegen sind plötzlich die typischen ACS Beschwerden aufgetreten.
warum der Patient trotz der Verbesserung des Gesundheitszustands seiner Enkelin weiterhin unter Einschlafstörungen leidet.
In der Brust habe ich das Gefühl, als würde ein großer Autoreifen darauf drücken.
Die Patientin hatte in ihrer Kindheit einen Sturz von einem Klettergerüst und erlitt eine Unterarmfraktur.
Er hat im Krankenwagen Nitroglycerin/ einen Spray erhalten.
Diese traten nach einem Telefonat, bei dem ein Kunde ein wichtiges Projekt absagte
Ein 78-jähriger Rentner ging am Morgen mit seinem Hund im Wald spazieren.
Als der Hund plötzlich davonlief, rannte er hinterher.
Dabei entwickelte er einen akuten retrosternalen Schmerz und Atemnot.
Er rief seine Schwiegertochter an, die ihn umgehend ins Krankenhaus brachte.
Vorerkrankungen:
Kompressiontherapie wegen TVT, davor Heparin 3 Monaten
Obstipation, behandelt mit Flohsamen
Sie leidet an einem undiagnostiziertem Harninkontinenz seit ein paar Monaten. sie nannte das als Harnschwäche und Harndrang.
Des Weiteren hat die Patientin eine transvaginale Uterinmyomektomie unterzogen.
Hypercholesterinämie
Z.n. Rippenfraktur links bei Z.n. Fahrradunfall vor 13 Jahren, wurde konservativ behandelt.
Schädel-Hirn-Trauma (SHT) nach einem Autounfall mit dem 14. Lj
Zustand nach Hysterektomie infolge einer postpartalen Hämorrhagie
Zustand nach Sehnenriss am rechten Thenar vor 10 Jahren
Bekannte Anämie, regelmäßig behandelt mit parenteraler Eisenapplikation alle drei Monate
Zustand nach beidseitiger Kataraktoperation vor zwei Jahren
Nach einer Gastroskopie im Jahr 2023 wurde eine Helicobacter-pylori-Infektion festgestellt, die anschließend mit einer Eradikationstherapie behandelt wurde.
Z. n. Osteosynthese infolge einer Sprunggelenkfraktur (nach Arbeitsunfall) vor 5 Jahren; Platten und Schrauben wurden inzwischen entfernt.
Z. n. Orchiektomie infolge eines Hodenkarzinoms im Alter von 26 Jahren.
Vor 20 Jahren erlitt die Patientin eine tiefe Venenthrombose (TVT). Zu diesem Zeitpunkt nahm sie orale Kontrazeptiva ein und hatte kurz zuvor einen Langstreckenflug unternommen. Danach setzte sie die Einnahme der Kontrazeptiva ab.
Allergien:
Haselnusspollenallergie: Rhinokonjunktivitis
Medikamente:
Lisinopril 10mg
Melatonin-Spray, bei Bedarf
Lorano® (Antihistaminikum)
Familialanamnese:
ein Enkelkind, das an Scharlach leidet.
angeborene Lungenerkrankung bei seinem Kind, primäre Ziliendyskinesie oder Zystenlunge
Vater: vor ca. 2 Jahren verstorben an Peritonitis (perforierte Appendizitis) oder Fuß wurde amputiert
Mutter: 80 Jahren, lebt mit TIA
Mutter: Kolonkarzinom, derzeit unter Chemotherapie
Vater: an Myokardinfarkt verstorben
Der Vater ist an einer Herzrhythmusstörung verstorben; er hatte einen Herzschrittmacher.
Die Mutter ist an einer Niereninsuffizienz verstorben.
Schwester: Lungenembolie.
Mein Bruder, der fünf Jahre jünger ist als ich, hat Herzprobleme, vermutlich eine koronare Herzkrankheit (KHK). Bei ihm soll eine Bypass-Operation durchgeführt werden, jedoch hat er große Angst, während des Eingriffs zu versterben.
Noxen:
Alkohol: Radler
Partydrogen in Jugendalter
Pfeife
Fragen
1. Welche Sportarten wären für diesen Patienten sinnvoll?
Die Auswahl der Sportarten sollte individuell angepasst werden. Dabei spielt insbesondere die Freude an der Bewegung eine wichtige Rolle, um die langfristige Motivation zu fördern.
Empfehlenswerte Aktivitäten sind vor allem gelenkschonende Ausdauersportarten wie Gehen, Radfahren und Schwimmen.
2. Was sollen Sie tun, wenn der Patient nicht im Krankenhaus bleiben möchte?
Wenn ein Patient eine stationäre Aufnahme ablehnt, obwohl sie aus medizinischer Sicht notwendig ist, sollte ich ihn zunächst umfassend über die Diagnose, die möglichen Risiken und Folgen einer Ablehnung sowie über die empfohlenen Therapiemaßnahmen aufklären.
Ich würde versuchen, seine Bedenken ernst zu nehmen und in einem ruhigen Gespräch auf seine Ängste oder Zweifel einzugehen.
Falls der Patient weiterhin ablehnt, lasse ich ihn eine Aufklärung über Risiken und eine Entlassung gegen ärztlichen Rat schriftlich bestätigen – sofern er einwilligungsfähig ist.
3. Welche Typen von Sprunggelenkfrakturen gibt es?
Weber A: Fraktur unterhalb der Syndesmose (infrasyndesmal) – meist stabil.
Weber B: Fraktur auf Höhe der Syndesmose (transsyndesmal) – Stabilität abhängig vom Zustand der Syndesmose.
Weber C: Fraktur oberhalb der Syndesmose (suprasyndesmal) – meist instabil, oft mit begleitender Syndesmosenruptur.
4. Wie viel Alkohol ist zu viel täglich?
Für Männer: nicht mehr als 24 g reiner Alkohol/Tag
Für Frauen: nicht mehr als 12 g reiner Alkohol/Tag
Ungefähr 10–12 g reiner Alkohol sind enthalten in 0,25 l Bier, 0,1 l Sekt, 0,1 l Wein
5. Welche Diagnosen kämen bei einem jüngeren Patienten mit ähnlichen Symptomen in Betracht?
Bei einem jüngeren Patienten mit Symptome eines akuten Koronarsyndroms kommen vor allem Kardiomyopathien, Perikarditis, Myokarditis, angeborene Herzfehler sowie hormonelle Ursachen wie eine Hyperthyreose in Betracht. Auch Substanzmissbrauch (z. B. Alkohol oder Drogen) könnte möglicher Auslöser sein.
6. Welche Vorteile bietet eine Umstellung von Marcumar auf Eliquis?
Eliquis (Apixaban) – ebenso wie andere direkte orale Antikoagulanzien – bietet gegenüber Marcumar (Phenprocoumon) den Vorteil, dass keine regelmäßige INR-Kontrolle erforderlich ist, es weniger Wechselwirkungen mit Nahrungsmitteln gibt und das Risiko für Blutungen, insbesondere intrakranielle, insgesamt geringer ist.
7. Warum kann der Troponinanstieg bei einem STEMI gering sein, obwohl die Prognose ungünstig ist?
Troponin ist ein Marker der Myokardnekrose, spiegelt jedoch nicht unmittelbar die Prognose wider.
Bei manchen Patientinnen und Patienten mit ST-Hebungsinfarkt kann der Troponinanstieg relativ gering ausfallen, obwohl die Prognose ungünstiger ist – insbesondere aufgrund des Zeitpunkts der Blutabnahme, von No-Reflow-Phänomenen sowie hämodynamischen Komplikationen wie kardiogenem Schock oder malignen Rhythmusstörungen.
Ärztliche Anordnung bei ACS (STEMI/NSTEMI)
• Frühzeitige Kardiologie-Info/Alarmierung Katheterbereitschaft
• Monitoring: 3-/12-Kanal-EKG sofort, kontinuierliches Tele-EKG, RR, SpO₂. Erstes EKG <10 min nach Eintreffen; bei unklaren Beschwerden seriell wiederholen.
• Defibrillator
• Reanimationsteam / Notfallteam
• 2 großlumige i.v.-Zugänge, Blutentnahme (Labor inkl. hs-Troponin nach 0/1 h-Algorithmus, BB, Elektrolyte, Nüchternglukose, Nierenwerte, Gerinnung, Lipide), Blutgruppe/AK-Screen
• O₂ bei SpO₂ < 90 % oder Zeichen der Hypoxämie/Dyspnoe.
• Intubationsbereitschaft
• Analgesie/Antiemese: Morphin i.v.; Antiemetikum z. B. Ondansetron
• Nitrate: Nitrospray/Nitroglyzerin i.v. bei fortbestehendem Schmerz/Hypertonie, nicht bei Hypotonie, nicht bei vermutetem RV-Infarkt.
• Nüchtern lassen
• ASS 150–300 mg p.o. (kauen) oder 75–250 mg i.v. als Loading.
• P2Y12-Inhibitor: Ticagrelor 180 mg p.o. (Standard) oder Prasugrel 60 mg (wenn PCI geplant und keine KI), Clopidogrel 600 mg falls die anderen nicht geeignet sind (z. B. Antikoagulation/Blutung/Interaktionslage).
• Antikoagulation: UF-Heparin oder Enoxaparin/Fondaparinux je nach Strategie (bei geplanter Primär-PCI → UF-Heparin bevorzugt).
• Hochdosis-Statin: Atorvastatin 80 mg p.o. (so früh wie möglich)
• Betablocker (z. B. Metoprolol) bei Hypertonie/Tachykardie ohne Zeichen der akuten Herzinsuffizienz, Hypotonie, AV-Block oder Bronchospasmus.
• ACE-Hemmer/ARNI innerhalb 24 h bei stabiler Hämodynamik, besonders bei anteriorem MI/LVEF↓
• PPI
Notizen
BMI
Body‑Mass‑Index (BMI)
Definition: Der BMI ist ein einfaches Verhältnismaß zur Einordnung des Körpergewichts. Er wird berechnet, indem das Körpergewicht in Kilogramm durch das Quadrat der Körpergröße in Metern geteilt wird.
Klinische Einordnung: Bei den genannten Messwerten (1,76 m, 89 kg) ergibt sich ein BMI von 28,7 kg/m², welcher in die Kategorie Übergewicht fällt.
früh
Manuelle Prüfung erforderlich: Unsichere Zuordnung: Der Begriff ‚früh‘ bezieht sich auf Tageszeit (‚am Morgen‘), während die Notiz ‚seit 3 Stunden‘ eine Dauer angibt. Die Bedeutung ist damit unklar bzw. nicht eindeutig dem Begriff zuzuordnen.
Mandibula
Mandibula (Unterkiefer)
Definition: Die Mandibula ist der bewegliche Knochen des Unterkiefers und bildet die untere Gesichtshälfte.
Dyspnoe
Dyspnoe (Atemnot)
Begriffserklärung: Dyspnoe bezeichnet das subjektive Empfinden von Atemnot oder erschwerter Atmung.
Tachypnoe
Tachypnoe
Kurzbeschreibung:
Beschleunigte Atembewegungen mit erhöhter Atemfrequenz.
Tachykardie
Tachykardie
Kurzbeschreibung:
Erhöhte Herzfrequenz, subjektiv oft als Herzrasen wahrnehmbar.
Klinische Bedeutung:
Tachykardie tritt bei körperlicher Belastung, Stress, Angstzuständen, Volumenmangel oder kardiovaskulären Erkrankungen auf.
Nausea
Nausea
Kurzbeschreibung:
Subjektives Gefühl von Übelkeit mit möglicher Neigung zum Erbrechen.
Klinische Bedeutung:
Nausea kann durch gastrointestinale Ursachen, Medikamentennebenwirkungen, vestibuläre Störungen oder zentralnervöse/vegetative Reaktionen bei Angst auftreten.
Blässe
Blässe
Kurzbeschreibung:
Auffällige Verringerung der normalen Hautfärbung (Pallor).
Ursachen und Bedeutung:
Blässe kann Folge eines erniedrigten Hämoglobinspiegels (Anämie) oder einer peripheren Vasokonstriktion durch sympathische Aktivierung sein; zudem findet sie sich bei Hypovolämie oder Schock.
Todesangst
Todesangst
Ausgeprägte, akute Furcht davor, zu sterben. Betroffene beschreiben häufig ein intensives Gefühl von Lebensbedrohung und Hilflosigkeit; das Symptom tritt oft zusammen mit vegetativen Reaktionen wie Atemnot, beschleunigter Atmung, Herzrasen, Schwindel, Übelkeit, kaltem Schweiß und Blässe auf.
Druckdolenz
Druckdolenz
Bezeichnet eine lokal begrenzte Schmerzhaftigkeit bei Fingerdruck, zum Beispiel an der Brustwand. Eine solche Druckschmerzhaftigkeit kann auf eine entzündliche Veränderung der Rippen-Knorpel-Übergänge (Kostochondritis) hinweisen, ist aber nicht spezifisch und kann auch bei anderen Brustwandproblemen vorkommen. In der vorliegenden Anamnese wurde jedoch ausdrücklich angegeben, dass keine Druckdolenz im Thoraxbereich vorlag.
atem-
Hinweis auf Pleuritis oder Pneumonie
lageabhängige
Hinweis auf Perikarditis
Husten
Husten
Definition und Funktion: Husten ist ein reflektorischer Mechanismus zur Entfernung von Sekreten, Partikeln oder Fremdkörpern aus den Atemwegen.
Klinische Relevanz: Anhaltender oder produktiver Husten kann auf eine respiratorische Infektion wie eine Pneumonie hindeuten, ist aber nicht spezifisch. Das Fehlen von Husten reduziert die Wahrscheinlichkeit einer typischen symptomatischen Pneumonie, schließt eine solche Erkrankung jedoch insbesondere bei älteren oder immunsupprimierten Patienten nicht aus.
Palpitationen
Palpitationen
Begriffserklärung: Palpitationen beschreiben das subjektive Wahrnehmen des Herzschlags, z. B. als starkes Pochen, Flattern oder Aussetzen.
Ursachen und Bedeutung: Ursachen reichen von harmlosen Extrasystolen und Angstzuständen bis zu relevanten Herzrhythmusstörungen, Elektrolytstörungen oder hormonellen Erkrankungen. Auftretende Palpitationen können ein Hinweis auf eine behandlungsbedürftige Rhythmusstörung sein.
Emesis
Emesis (in der Anamnese verneint)
Definition: Emesis bezeichnet das aktive Erbrechen von Mageninhalt durch krampfartige Kontraktionen des Abdomens und des Zwerchfells.
Orthopnoe
Orthopnoe
Definition: Orthopnoe bezeichnet das Auftreten oder die Verschlechterung von Atemnot beim Liegen im Vergleich zur aufrechten Körperlage.
Pathophysiologie und Bedeutung: Orthopnoe entsteht häufig durch vermehrten venösen Rückstrom und Lungenstauung bei linksseitiger Herzinsuffizienz und gilt als Hinweis auf eine kardiale Dekompensation. Sie unterscheidet sich von paroxysmaler nächtlicher Dyspnoe und anderen Lagerungsabhängigen Atembeschwerden.
Ödeme sowie neu aufgetretene Nykturie
Kurzbefund: Periphere Ödeme und neu aufgetretene Nykturie
Einschätzung: Das gleichzeitige Vorliegen von Beinödemen und neu einsetzender Nykturie sollte vorrangig an eine kardiale Dekompensation denken lassen, da bei Herzinsuffizienz nachts vermehrt Flüssigkeit in den Kreislauf zurückgeführt werden kann. Eine isolierte Nykturie kann dagegen durch eine benigne Prostatahyperplasie oder durch die Einnahme von Diuretika am Abend verursacht werden. Eine benigne Prostatahyperplasie erklärt typischerweise keine ausgeprägten peripheren Ödeme, weswegen bei beiden Symptomen zusammen auch renale oder hepatische Ursachen in Betracht gezogen werden sollten.
Umfangsunterschied zwischen den unteren Extremitäten, Koagulopathie
Hinweise auf TVT (Tiefe Venenthrombose)
Insomnie
Kurzbefund: Insomnie
Beschreibung: Der Patient berichtet über Einschlaf- und Durchschlafstörungen, die er auf Belastungen im familiären und beruflichen Bereich zurückführt. In der vegetativen Anamnese finden sich ansonsten keine Auffälligkeiten; Hinweise auf ein obstruktives Schlafapnoesyndrom wurden verneint.
Meteorismus
Kurzbefund: Meteorismus
Beschreibung: Der Patient klagt über vermehrte Blähungen und berichtet von einer Nahrungsmittelintoleranz, die insbesondere nach dem Verzehr von Hülsenfrüchten zu ausgeprägtem Meteorismus führt. Zusätzlich besteht Appetitmangel mit ungewolltem Gewichtsverlust.
Hülsenfrüchten
Hülsenfrüchte
Beispiele und Eigenschaften
Zu den Hülsenfrüchten zählen Linsen, Kichererbsen, Erbsen und Bohnen. Diese Lebensmittel sind ballaststoffreich und enthalten spezifische Kohlenhydrate (z. B. Oligosaccharide), die bei empfindlichen Personen zu vermehrter Gasbildung führen können.
Klinischer Zusammenhang
Bei einer Nahrungsmittelunverträglichkeit nach Verzehr von Hülsenfrüchten treten häufig Blähungen und Meteorismus auf; dies kann Appetitverlust und damit verbundenen Gewichtsverlust begünstigen, wenn Betroffene den Verzehr einschränken.
Typ-2-Diabetes mellitus
Typ-2-Diabetes mellitus
Kernmerkmal
Der Typ-2-Diabetes ist eine chronische Stoffwechselerkrankung, die primär durch eine verminderte Empfindlichkeit der Zielgewebe gegenüber Insulin (Insulinresistenz) und eine im Verlauf zunehmende Beeinträchtigung der Insulinsekretion gekennzeichnet ist.
Abgrenzung zu anderen Formen
Beim Typ-1-Diabetes liegt eine autoimmune Zerstörung der insulinproduzierenden Betazellen vor, die zu einem absoluten Insulinmangel führt. Der Gestationsdiabetes entsteht durch hormonell vermittelte, vorübergehende Insulinresistenz in der Schwangerschaft.
Folgekomplikationen
Diabetesassoziierte Folgekomplikationen
Wichtige Komplikationen
Retinopathie: Durch chronische Stoffwechselstörung bedingte Schädigungen der Netzhaut, die das Sehvermögen beeinträchtigen können.
Nephropathie: Diabetesbedingte Nierenschädigung mit Verlust von Nierenfunktion und typischerweise frühzeitigem Auftreten von Albuminurie.
Neuropathie: Schädigungen peripherer und/oder autonomer Nerven mit sensorischen Ausfällen, Schmerzen oder autonomen Funktionsstörungen.
Prostatahyperplasie
Definition:
Die benigne Prostatahyperplasie (BPH) ist eine nicht-krebsartige Vergrößerung der Vorsteherdrüse, die hauptsächlich bei älteren Männern auftritt.
Pathophysiologie:
Hormonelle Veränderungen im Alter spielen eine wichtige Rolle; insbesondere trägt die Umwandlung von Testosteron zu Dihydrotestosteron (DHT) zur Proliferation von Prostatazellen bei.
Klinische Zeichen:
Typische Beschwerden betreffen die unteren Harnwege: erhöhter Harndrang, abgeschwächter Harnstrahl, nächtliches Wasserlassen (Nykturie), das Gefühl von Restharn und in schweren Fällen ein akuter Harnverhalt.
Komplikationen:
Unbehandelt können Restharn, wiederkehrende Harnwegsinfekte, Blasensteinbildung und sekundäre Nierenschädigung auftreten.
Behandlungsoptionen:
Die Therapie richtet sich nach Symptomen und Schweregrad. Möglichkeiten reichen von medikamentöser Behandlung (z. B. Alphablocker oder 5‑Alpha‑Reduktase‑Hemmer) über minimalinvasive Verfahren einschließlich laserbasierter Techniken bis hin zu operativen Eingriffen wie der transurethralen Resektion der Prostata (TURP).
Prognose:
Meist lassen sich Beschwerden mit geeigneter Therapie gut kontrollieren; eine rechtzeitige Behandlung reduziert das Risiko für die genannten Komplikationen.
Synkope
Kurzdefinition:
Eine Synkope ist ein kurzer, spontaner Bewusstseinsverlust infolge einer vorübergehenden Minderdurchblutung des Gehirns.
Häufige Ursachen:
Reflexauslöser (vasovagale Synkopen), Blutdruckabfall beim Lagewechsel (orthostatische Synkope) sowie kardiale Ursachen wie Herzrhythmusstörungen oder strukturelle Erkrankungen (z. B. hochgradige Aortenstenose) können eine Synkope auslösen.
Klinik und Diagnostik:
Die Umstände vor dem Ereignis (z. B. emotionaler Stress), Begleitsymptome und die kardiologische Abklärung sind wichtig, um die Ursache einzugrenzen.
Akutmanagement:
Bei Verdacht auf Synkope erfolgen Überwachung und Abklärung; bei therapiebedürftigem Volumenmangel kann eine Flüssigkeitsgabe nötig sein. Die spezifische weiterführende Behandlung richtet sich nach der zugrundeliegenden Ursache.
Bursitis
Definition:
Eine Bursitis ist eine Entzündung eines Schleimbeutels, der als Flüssigkeitskammer Reibung zwischen Sehnen/Muskeln und knöchernen Vorsprüngen vermindert.
Vorkommen und Ursachen:
Schleimbeutelentzündungen treten häufig an Schulter, Ellenbogen, Hüfte und Knie auf und werden meist durch Überlastung, wiederholte Mikrotraumen oder seltener durch infektiöse bzw. systemische Entzündungsprozesse ausgelöst.
Beschwerden:
Typisch sind lokale Schmerzen, Schwellung und eine Einschränkung der Beweglichkeit im betroffenen Bereich; bei der subacromialen Bursitis ist vor allem das Heben des Arms schmerzhaft.
Behandlung:
Konservative Maßnahmen wie Belastungsreduktion, physikalische Therapie und schmerzlindernde/entzündungshemmende Maßnahmen sind oft wirksam; bei anhaltenden Beschwerden können weitere interventionsbezogene Optionen erwogen werden.
Stuhltest
Testarten:
Bei fäkalen Tests zur Erkennung verborgenen Blutes im Stuhl unterscheidet man immunologische Tests (iFOBT), die gezielt menschliches Hämoglobin nachweisen, von guajakbasierten Tests (gFOBT), die historisch verwendet wurden.
Zweck:
Solche Tests dienen als Screeningverfahren zur Früherkennung von gastrointestinalen Blutungsquellen und zur Entscheidung, ob eine koloskopische Abklärung erforderlich ist.
Screeningpraxis:
In vielen Programmen wird mit Stuhltests ab einem bestimmten Alter begonnen; ein positiver Stuhltest führt üblicherweise zur Empfehlung einer Koloskopie zur Abklärung und gegebenenfalls Entfernung von Läsionen.
koloskopische
Koloskopie
Beschreibung: Die Koloskopie ist eine endoskopische Untersuchung des Dickdarms, bei der ein flexibles Instrument den Kolonverlauf und häufig das letzte Stück des Dünndarms sichtbar macht. Dabei können auffällige Schleimhautveränderungen direkt beurteilt, Gewebeproben entnommen und Polypen sofort abgetragen werden.
Indikationen und Ablauf: Sie kommt zum Einsatz bei positiven Stuhlscreenings, bei unklaren gastrointestinalen Symptomen oder zur Vorsorge. Nach einem unauffälligen Befund wird bei Personen mit durchschnittlichem Risiko oft ein längeres Intervall bis zur nächsten Untersuchung empfohlen.
Polypen
Dickdarmpolypen
Definition und Bedeutung: Polypen sind Schleimhautvorwölbungen im Dickdarm. Viele sind gutartig, manche können sich über Jahre zu bösartigen Veränderungen entwickeln, insbesondere wenn sie groß sind oder bestimmte histologische Merkmale aufweisen.
Klinische Aspekte: Häufig bleiben Polypen symptomfrei; gelegentlich treten Blutbeimengungen oder Änderungen im Stuhlverhalten auf. Die empfohlene Maßnahme ist meist die endoskopische Entfernung während einer Darmspiegelung, um das Risiko einer Entartung zu senken. Bei frühzeitiger Erkennung und Behandlung ist die Prognose in der Regel günstig.
Humerus
Humerus (Oberarmknochen)
Anatomie und Funktion: Der Humerus ist der lange Knochen des Oberarms und verbindet Schulter und Ellenbogen. Proximale und distale Gelenkanteile dienen der Kraftübertragung und Beweglichkeit des Arms.
Klinische Relevanz: Frakturen des Humerus können konservativ oder operativ versorgt werden, je nach Bruchmuster und Begleitumständen. Verletzungen dieses Knochens sind bei Stürzen häufig und haben Bedeutung für Mobilität und Funktionalität des Arms.
Plattenosteosynthese
Plattenosteosynthese
Verfahren: Bei einer Plattenosteosynthese wird eine Metallplatte mit Schrauben am Knochen befestigt, um Bruchstücke zu stabilisieren und die korrekte Stellung während der Heilung zu sichern.
Indikationen und Nachsorge: Dieses operative Vorgehen wird bei bestimmten Frakturtypen angewendet, wenn Stabilität und exakte Reposition erforderlich sind. Mögliche Komplikationen sind Infektionen, Implantatreizungen, verzögerte Knochenheilung oder das Versagen der Osteosynthese. Während manche Implantate dauerhaft verbleiben, wird in Einzelfällen eine Entfernung des Materials erwogen, wenn Beschwerden oder Komplikationen auftreten.
Ramipril
Wirkstoffklasse
ACE-Hemmer.
Wirkung
Hemmt das Angiotensin-Converting-Enzym, wodurch die Bildung von Angiotensin II reduziert wird und eine Erweiterung der Blutgefäße eintritt.
Anwendungsgebiete
Eingesetzt bei Bluthochdruck und zur Unterstützung der Behandlung chronischer Herzschwäche.
Wichtige Risiken und Nebenwirkungen
Zu den häufigen unerwünschten Wirkungen zählen Schwindel, Kopfschmerz und ein trockener Reizhusten. Laborchemisch kann es zu einem Anstieg des Kaliumspiegels kommen. Sehr selten besteht die Gefahr eines Angioödems.
Metoprolol
Wirkstoffklasse
Selektiver beta‑1‑Blocker (Betablocker).
Wirkung
Blockiert vorwiegend beta‑1‑Adrenergrezeptoren am Herzen, wodurch Herzfrequenz und Schlagkraft abnehmen und die Belastung des Herzens reduziert wird.
Anwendungsgebiete
Verwendet bei Bluthochdruck, zur Behandlung von Angina pectoris, zur Frequenzkontrolle bei bestimmten Herzrhythmusstörungen und häufig in der Langzeittherapie nach Herzinfarkt sowie bei stabiler Herzinsuffizienz.
Wichtige Risiken und Nebenwirkungen
Kann zu langsamer Herzfrequenz, Blutdruckabfall, Müdigkeit und Leistungsabnahme führen. Bei Patienten mit reaktiven Atemwegserkrankungen kann Bronchospasmus auftreten; bei Diabetes kann die Warnsymptomatik einer Unterzuckerung verdeckt werden. Ein abruptes Absetzen kann zu Rebound‑Beschwerden führen.
Hydrochlorothiazid
Wirkstoffklasse
Thiazid‑Diuretikum.
Wirkung
Verringert die Rückresorption von Natrium im distalen Tubulus der Niere, was zu vermehrter Ausscheidung von Wasser und Natrium führt.
Anwendungsgebiete
Eingesetzt zur Behandlung von Bluthochdruck und zur Reduktion von Flüssigkeitsansammlungen (Ödemen).
Wichtige Risiken und Nebenwirkungen
Häufige Effekte sind Störungen von Elektrolyten wie ein Absinken des Kaliumspiegels, Schwindel und Müdigkeit; auch gastrointestinale Beschwerden können auftreten.
Tamsulosin
Gruppe:
Alpha-1-Adrenozeptorblocker (selektiv für alpha-1A-Rezeptoren der Prostata und Harnwege).
Wirkmechanismus:
Tamsulosin entspannt die glatte Muskulatur der Prostata und der Blasenhalsregion durch Blockade von alpha-1-adrenergen Rezeptoren, wodurch der Harnfluss verbessert wird.
Anwendung:
Eingesetzt wird Tamsulosin zur Linderung von symptomatischen Beschwerden bei benigner Prostatahyperplasie, insbesondere bei erschwertem Harnfluss und Restharngefühl.
Wichtige Risiken und Hinweise:
Zu den häufigen unerwünschten Wirkungen gehören Kreislaufreaktionen wie Schwindel und orthostatische Hypotonie sowie Störungen der Ejakulation. Nasenverstopfung und Kopfschmerzen können ebenfalls auftreten. Wechselwirkungen mit anderen blutdrucksenkenden Arzneimitteln und PDE‑5‑Inhibitoren können den Blutdruck weiter senken; die Therapie sollte daher überwacht werden.
Dutasterid
Gruppe:
5‑Alpha‑Reduktase‑Inhibitor.
Wirkmechanismus:
Dutasterid hemmt das Enzym 5‑Alpha‑Reduktase, das Testosteron in das biologisch stärkere Dihydrotestosteron (DHT) umwandelt; dadurch sinkt die DHT‑Konzentration im Prostatagewebe.
Indikation und Wirkung:
Verwendet wird Dutasterid zur Behandlung der benignen Prostatahyperplasie zur Verkleinerung des Prostatavolumens und zur Besserung von Harnsymptomen. Die effektive Wirkung entwickelt sich typischerweise erst nach mehreren Monaten der Behandlung.
Wichtige Risiken und Hinweise:
Sexuelle Nebenwirkungen wie Libidoverlust und erektile Dysfunktion sowie seltener Brustveränderungen können auftreten. Dutasterid beeinflusst den PSA‑Wert und kann dessen Messung erschweren. Das Mittel darf nicht von schwangeren Frauen berührt werden, da es das männliche Fetorgenitale beeinflussen kann.
Lefax
Wirkstoff:
Simeticon (in Lefax-Produkten als Wirkstoff enthalten).
Wirkprinzip:
Simeticon reduziert die Oberflächenspannung gasgefüllter Schäume im Magen‑Darm‑Trakt, wodurch gasgefüllte Bläschen zerfallen und das Gas leichter abtransportiert werden kann. Die Wirkung erfolgt lokal im Verdauungstrakt ohne relevante systemische Resorption.
Anwendung:
Eingesetzt wird Simeticon zur symptomatischen Behandlung von Völlegefühl, Blähungen und vermehrter Gasbildung.
Nebenwirkungen und Hinweise:
Nebenwirkungen sind selten; vereinzelt können allergische Reaktionen auftreten. Aufgrund der lokalen Wirkung sind systemische Effekte kaum zu erwarten.
Packungsjahren
Packungsjahre
Definition: Ein Packungsjahr ist eine Maßeinheit zur Abschätzung der kumulativen Tabakexposition. Es wird berechnet, indem die täglich gerauchten Zigaretten durch 20 geteilt und mit den Raucherjahren multipliziert werden.
Bedeutung: Dieser Wert wird zur Einschätzung des Risikos für rauchassoziierte Erkrankungen herangezogen.
Beispiel im vorliegenden Fall: Bei einem Konsum von etwa 10 Zigaretten pro Tag über 20 Jahre ergibt sich (10/20) × 20 = 10 Packungsjahre; der Patient hat seit drei Jahren nicht mehr geraucht.
Metzgerei
Metzgerei
Allgemeine Beschreibung: Eine Metzgerei ist ein Handelsbetrieb, der frisches Fleisch und Wurstwaren anbietet und diese im Betrieb verarbeitet.
Typische Tätigkeiten: Verkauf von Fleisch- und Wurstwaren, Zerlegen und Weiterverarbeiten von Fleisch; in manchen Betrieben erfolgen zusätzlich Schlachtungen oder weitergehende Veredelungsschritte.
Lungenembolie
Lungenembolie
Definition und Entstehung: Eine Lungenembolie ist der Verschluss einer Lungenarterie, meist durch ein Thromboembolus, das häufig aus den tiefen Beinvenen stammt.
Risikofaktoren: Häufige Auslöser oder Begünstiger sind Immobilität, Operationen, maligne Erkrankungen, Schwangerschaft sowie weitere thrombophilitätssteigernde Faktoren (auch Rauchen kann das Risiko erhöhen).
Klinik: Typische Symptome sind plötzliche Luftnot, atemabhängige Brustschmerzen, beschleunigte Herz- und Atemfrequenz; Husten oder blutiger Auswurf, Schwindel und Synkopen können auftreten; schwere Embolien führen zu Blutdruckabfall und Kreislaufversagen.
Therapie: Die Behandlung basiert primär auf antikoagulatorischen Maßnahmen; in lebensbedrohlichen Fällen kommen, abhängig von Befund und Zustand, Lysetherapie oder interventionelle/operative Verfahren in Betracht.
Perikarditis
Perikarditis
Klinisches Bild: Perikarditis verursacht oft stechende Brustschmerzen, die beim Vorbeugen oder Sitzen abnehmen und im Liegen sowie bei tiefer Inspiration zunehmen; Fieber ist häufig, aber nicht obligat.
Diagnostik: Entscheidende Hinweise liefern Anamnese und körperliche Untersuchung; ergänzend sind EKG-Veränderungen (z. B. diffuse ST-Hebungen mit möglichen PR-Senkungen), Echokardiographie und entzündungsbezogene Laborwerte (z. B. CRP, Leukozyten) von Bedeutung.
Aortendissektion
Klinisches Bild
Eine Aortendissektion beginnt typischerweise mit plötzlichen, sehr starken Schmerzen, die sofort ihr höchstes Intensitätsniveau erreichen und häufig in den Rücken oder zwischen die Schulterblätter ausstrahlen. Begleitend kann es zu Zeichen einer hämodynamischen Instabilität kommen.
Wesentliche Befunde
Ein auffälliger Blutdruckunterschied zwischen den Armen oder eine pulslose Extremität kann auf eine Dissektion hinweisen. EKG-Veränderungen werden zur Abgrenzung eines gleichzeitig möglichen akuten Koronarsyndroms durchgeführt.
Diagnostik
Zur Abklärung gehören die Messung des Blutdrucks an beiden Armen, körperliche Untersuchung und EKG sowie laborchemische Parameter (z. B. D‑Dimer als unterstützender Test, aber nicht ausschließend). Bildgebende Verfahren sind entscheidend: CT-Angiographie der Aorta ist häufig das primäre Verfahren; alternativ kommen MRT oder transösophageale Echokardiographie zum Einsatz.
Lungenembolie
Definition und Ätiologie
Eine Lungenembolie entsteht durch den akuten Verschluss einer Lungenarterie, meist durch ein thrombotisches Embolus aus den tiefen Beinvenen. Risikofaktoren umfassen Immobilität, kürzliche Operationen, Malignome und andere thrombophile Zustände.
Klinische Präsentation
Typische Symptome sind plötzlich auftretende Atemnot, pleuritische Brustschmerzen und gelegentlich Husten oder blutiger Auswurf. Schwere Verläufe können kardiopulmonale Instabilität zeigen.
Diagnostik
Die klinische Risikoeinschätzung (z. B. Wells-Score) zusammen mit einer D‑Dimer-Bestimmung dient der ersten Abklärung. Die Bildgebung der Wahl zur Diagnosesicherung ist die CT-Angiographie der Lungengefäße; ergänzend können Echokardiographie und Blutgasanalyse Hinweise auf hämodynamische Belastung liefern.
Blutdruck
Gerät und Anwendung
Zur nichtinvasiven Blutdruckmessung wird üblicherweise eine aufblasbare Manschette, eine Pumpvorrichtung zum Aufblasen und ein Druckanzeigegerät (Manometer) verwendet; bei manueller Messung ergänzt ein Stethoskop die Auskultation. Es gibt auch vollautomatische Messsysteme, die den Druck elektronisch ermitteln.
Bedeutung im Untersuchungsablauf
Die Blutdruckmessung ist ein grundlegender Vitalparameter und wird routinemäßig zusammen mit Pulsfrequenz, Atemfrequenz, Sauerstoffsättigung und Temperatur erhoben.
Atemfrequenz
Begriff und Messgröße
Die Atemfrequenz gibt die Anzahl der Atemzüge pro Minute an und ist ein grundlegender Vitalparameter.
Klinische Einordnung
Bei Erwachsenen liegt die normale Atemfrequenz ungefähr zwischen 12 und 20 Atemzügen pro Minute. Eine beschleunigte Atmung (Tachypnoe) beginnt oberhalb von etwa 20/min, eine verlangsamtete Atmung (Bradypnoe) bei Werten unter etwa 12/min.
Hinweis zur Messung
Die Frequenz sollte in Ruhe und über einen definierten Zeitraum erfasst werden, da Aktivität und Stress die Werte beeinflussen können.
Sauerstoffsättigung
Messverfahren
Die periphere Sauerstoffsättigung (SpO2) wird nichtinvasiv mit einem Pulsoxymeter bestimmt, meist an Finger, Ohrläppchen oder Zehe.
Aussagekraft und Grenzen
Das Gerät schätzt den Anteil des mit Sauerstoff beladenen Hämoglobins. Messergebnisse können durch schlechte Durchblutung, Bewegungsartefakte, Nagellack oder bestimmte Gase beeinflusst werden; daher ist die Interpretation im klinischen Kontext erforderlich.
Temperatur
Messorte und Vergleich
Die rektale Temperatur nähert sich am ehesten der Körperkerntemperatur und wird häufig als Referenz betrachtet. Messwerte aus dem Mund (oral) liegen meist etwas unter der rektalen Temperatur; übliche Abschätzungen gehen von etwa 0,3–0,5 °C niedrigeren oralen Werten aus. Axilläre Messungen sind in der Regel noch niedriger, oft um etwa 0,5 °C gegenüber der rektalen Temperatur.
Praktischer Hinweis
Messungstechnik, Patientenzustand und Messgerät beeinflussen die Werte; daher sollte bei Verlaufskontrollen stets dieselbe Messmethode verwendet werden.
Ödeme
Definition
Ein eindrückbares (pitting) Ödem ist eine Ansammlung von interstitieller Flüssigkeit, bei der durch Druck eine temporäre Delle zurückbleibt.
Klinische Bedeutung
Pitting-Ödeme weisen oft auf einen systemischen Flüssigkeitsüberschuss hin. Als mögliche Ursachen kommen beispielsweise eine eingeschränkte Herzleistung oder eine Nierenfunktionsstörung in Betracht; auch Lebererkrankungen und andere Ursachen können zugrunde liegen. Nicht jede Ödemform ist eindrückbar, weshalb die genaue Charakterisierung klinisch wichtig ist.
Blässe
Blässe — Bedeutung bei der Inspektion
Bei der äußeren Begutachtung fällt eine blasse Haut- oder Schleimfarbe auf. Blässe kann ein Hinweis auf eine verminderte Zahl roter Blutkörperchen (Anämie) sein oder auf eine reduzierte Hautdurchblutung, die z. B. durch schlechte Herzleistung oder periphere Vasokonstriktion entstehen kann. Die Beobachtung sollte im Zusammenhang mit Vitalparametern und weiteren Befunden bewertet werden.
Halsvenenstauung
Halsvenenstauung — Klinische Aussage
Das sichtbare Hervortreten der Halsvenen signalisiert einen erhöhten zentralvenösen Druck. Eine ausgeprägte Jugularvenenstauung kann bei Rechtsherzinsuffizienz oder anderen Zuständen mit gestautem venösem Rückfluss auftreten und liefert wichtige Hinweise auf Volumen- und Herzfunktionsstatus.
perkutiert
Perkussion — Untersuchungsmethode und Aussage
Perkussion ist ein diagnostischer Klopftest, bei dem ein fingerförmiger Pleximeter auf der Körperoberfläche platziert und mit einem anderen Finger (Plexor) kurz angeklopft wird, um Klänge zu erzeugen. Anhand der erzeugten Töne (z. B. sonor, tympanitisch oder dumpf) kann auf das darunterliegende Luft-, Flüssigkeits- oder Gewebeverhältnis geschlossen werden; ein dumpfer Klang kann etwa auf Flüssigkeitsansammlungen oder dichtes Gewebe hindeuten.
Halsvenenstauungszeichen
Untersuchung auf Halsvenenstauung: Der Oberkörper wird um 30–45° angehoben, der Kopf leicht zur Gegenseite gedreht. Bei seitlicher Beleuchtung beurteilt man die Pulsationen der rechten V. jugularis interna. Liegt deren höchster sichtbarer Punkt mehr als 3–4 cm senkrecht über dem Angulus sterni, spricht dies für einen erhöhten rechtsatrialen Druck. Der Venenpuls ist normalerweise nicht tastbar und verändert sich mit der Atmung und Körperlage. Eine Halsvenenstauung kann beispielsweise auf eine Rechtsherzinsuffizienz oder Volumenüberlastung hinweisen.
hepatojugulärer
Hepatojugulärer Reflux
Der Test wird durchgeführt, indem mit gleichmäßigem Druck auf den rechten oberen Bauchbereich gedrückt wird, während die Halsvenen beobachtet werden. Bleibt der juguläre Venendruck über einen anhaltenden Zeitraum (klassisch etwa >10 Sekunden) erhöht, gilt der Befund als positiv. Ein positiver hepatojugulärer Reflux weist auf eine beeinträchtigte Rechtsherzfunktion hin und kann bei Rechtsherzinsuffizienz auftreten.
Blutbild
Blutbild
Ein kleines Blutbild wird erhoben, um das Vorliegen einer Anämie oder andere relevante Veränderungen der Blutzellzahlen festzustellen. Diese Informationen können die Diagnostik und das weitere Vorgehen bei einem Verdacht auf ein akutes Koronarsyndrom beeinflussen.
Elektrolyte
Elektrolyte
Die Bestimmung von Elektrolyten (z. B. Natrium, Kalium) dient der Beurteilung des Elektrolythaushalts. Elektrolytstörungen können sowohl Folge von Grunderkrankungen als auch durch antihypertensive Medikamente beeinflusst sein und haben Bedeutung für Therapieentscheidungen bei kardiovaskulären Erkrankungen.
Lipidstatus
Lipidstatus
Der Lipidstatus umfasst typischerweise die Messung von Gesamtcholesterin, LDL‑Cholesterin, HDL‑Cholesterin und Triglyzeriden. Diese Werte dienen der kardiovaskulären Risikoeinschätzung und der Planung von Präventions- bzw. Sekundärpräventionsmaßnahmen.
Troponin
Kurzbeschreibung
Troponine sind kardiale Strukturproteine, deren erhöhte Konzentration im Blut auf eine Schädigung der Herzmuskulatur hinweist.
Klinische Bedeutung
Bei akutem Koronarsyndrom sind Troponinmessungen zentral für die Diagnosestellung; moderne Troponin‑I‑Assays werden oft bevorzugt zur frühen Erkennung von Myokardschäden verwendet.
Einschränkungen
Bestimmte Begleiterkrankungen, insbesondere chronische Niereninsuffizienz, können serielle Troponinwerte verändern und die Interpretation erschweren.
CK-MB
Kurzbeschreibung
CK‑MB ist eine Isoform der Kreatinkinase, die im Herzmuskel vorkommt.
Klinische Bedeutung
Die Bestimmung von CK‑MB kann hilfreich sein, um ein erneutes Myokardinfarkt‑Ereignis zu erkennen, da sich ihre Konzentrationen zeitlich anders verhalten als die Troponinwerte.
Einschränkungen
CK‑MB ist weniger spezifisch als Troponin und kann bei Skelettmuskelschäden beeinflusst werden.
B-Typ
Kurzbeschreibung
B‑Typ natriuretisches Peptid (BNP) ist ein hormoneller Marker, der bei Druck‑ oder Volumenbelastung der Ventrikel freigesetzt wird.
Klinische Bedeutung
Erhöhte BNP‑Konzentrationen deuten auf eine kardiale Belastung beziehungsweise auf eine Herzinsuffizienz hin und unterstützen die Beurteilung der Herzfunktion.
Einschränkungen
BNP‑Werte können auch durch andere Erkrankungen, etwa Niereninsuffizienz oder pulmonale Erkrankungen, beeinflusst werden und sind im klinischen Kontext zu interpretieren.
pulmonale Stauung
Definition
Pulmonale Stauung bezeichnet das Vorherrschen erhöhter hydrostatischer Drücke in den Lungengefäßen mit konsekutiver Flüssigkeitsansammlung im Gefäßnetz und Interstitium.
Ursachen und Befunde
Häufige Ursache ist eine Linksherzinsuffizienz mit Rückstau in den Lungenvenen; radiologisch zeigen sich oft vermehrte Gefäßzeichnung, perihiläre Gefäßüberladung und gegebenenfalls interstitielles oder alveoläres Lungenödem.
Klinische Relevanz
Pulmonale Stauung ist ein Hinweis auf kardiale Dekompensation und erfordert Abklärung und entsprechende Therapie der Herzleistung.
Ejektionsfraktion
Ejektionsfraktion
Die Ejektionsfraktion (EF) gibt den prozentualen Anteil des Blutvolumens an, der bei jeder Kontraktion aus dem linken Ventrikel ausgeworfen wird. Sie ist ein zentraler Parameter zur Beurteilung der systolischen Pumpfunktion des Herzens und wird häufig mittels transthorakaler Echokardiographie bestimmt. Eine erniedrigte EF spricht für eine eingeschränkte linksventrikuläre Auswurfleistung, während eine normale EF andere Formen von Herzfunktionsstörungen nicht ausschließt.
Gewichtsreduktion
Gewichtsreduktion
Eine Reduktion des Körpergewichts kann therapeutisch sinnvoll sein. Entscheidende Maßnahmen umfassen eine angepasste, ausgewogene Ernährung und Verhaltensänderungen zur nachhaltigen Gewichtsabnahme. Die Umsetzung sollte individuell geplant und ärztlich oder durch Ernährungsfachpersonal begleitet werden.
Kochsalzaufnahme
Kochsalzaufnahme
Eine Reduzierung der Kochsalzzufuhr ist häufig Teil von Maßnahmen zur Prävention und Behandlung kardiovaskulärer Erkrankungen. Wichtiger Punkt ist das Bewusstsein für verstecktes Salz in verarbeiteten Lebensmitteln wie Brot, Wurst, Käse oder Fertigprodukten. Praktisch sinnvoll ist die bevorzugte Auswahl frischer, unverarbeiteter Lebensmittel und das Lesen von Produktangaben, um die Zufuhr zu verringern.
Acetylsalicylsäure
Acetylsalicylsäure (ASS)
Gruppe: Nichtsteroidales Antirheumatikum mit thrombozytenaggregationshemmender Eigenschaft.
Wirkung: Hemmt Cyclooxygenase-Enzyme und reduziert damit die Synthese von Prostaglandinen; darüber hinaus führt die irreversible Hemmung der Thrombozyten‑COX zu einer dauerhaften Beeinträchtigung der Thrombozytenaggregation.
Anwendung: Analgetisch, antipyretisch und entzündungshemmend; niedrige Dosen werden zur Sekundärprophylaxe kardiovaskulärer Ereignisse eingesetzt, um thrombotische Ereignisse zu reduzieren.
Wichtige Risiken: Häufige Nebenwirkungen sind gastrointestinale Beschwerden bis hin zu Ulzera, erhöhte Blutungsneigung; zudem können Überempfindlichkeitsreaktionen auftreten.
Clopidogrel
Clopidogrel
Gruppe: P2Y12‑Rezeptorantagonist (Thienopyridin) zur Hemmung der Thrombozytenaggregation.
Wirkung: Irreversible Blockade des P2Y12‑ADP‑Rezeptors auf Thrombozyten, wodurch die ADP‑vermittelte Aggregation reduziert wird.
Anwendung: Bestandteil der dualen Plättchenhemmung nach akutem Koronarsyndrom und/oder interventioneller Koronartherapie; übliche Praxis umfasst eine einmalige Ladegabe gefolgt von einer täglichen Erhaltungsdosis.
Wichtige Risiken: Erhöhtes Blutungsrisiko, seltene hämatologische Nebenwirkungen; klinische Wirksamkeit kann durch pharmakogenetische Faktoren und Wechselwirkungen (z. B. CYP2C19‑Inhibitoren) beeinflusst werden.
Heparin
Heparin
Gruppe: Antikoagulans; unterteilt in unfraktioniertes Heparin (UFH) und niedermolekulare Heparine (NMH).
Wirkung: Verstärkt die Wirkung von Antithrombin III, was zur Inhibition von Thrombin (Faktor IIa) und Faktor Xa führt (bei NMH vorwiegend Hemmung von Faktor Xa).
Anwendung: Einsatz zur Prophylaxe und Therapie thromboembolischer Ereignisse; verschiedene Präparate und Applikationswege stehen zur Verfügung.
Wichtige Risiken: Blutungsrisiko und als relevante Komplikation die heparininduzierte Thrombozytopenie (HIT). Hinweis: Enoxaparin ist ein niedermolekulares Heparin; Fondaparinux ist kein Heparin, sondern ein synthetisches Anti‑Xa‑Pentasaccharid und wird als alternative Antikoagulation eingesetzt.
Fibrinolyse
Definition und Zweck:
Fibrinolyse bezeichnet die medikamentöse Förderung des Abbaus von Fibrin zur Auflösung von Blutgerinnseln. In der klinischen Praxis werden dafür rekombinante Plasminogenaktivatoren wie Alteplase und Tenecteplase eingesetzt.
Wirkmechanismus:
Diese Substanzen beschleunigen die Umwandlung von inaktivem Plasminogen zu aktivem Plasmin. Plasmin spaltet Fibrinfasern im Thrombus und ermöglicht so die Wiederherstellung des Gefäßlumen.
Anwendungsaspekt:
Bei akutem Gefäßverschluss (z. B. STEMI) ist eine fibrinolytische Therapie eine behandlungsoption, wenn eine zeitnahe perkutane Koronarintervention nicht erreichbar ist; die Entscheidung zur Lysetherapie sollte deshalb rasch im Rahmen der empfohlenen Zeitfenster getroffen werden.
Wesentliche Risiken:
Die häufigste und klinisch wichtigste Komplikation sind Blutungen aller Schweregrade, insbesondere gastrointestinale Blutungen und intrakranielle Blutungen, die lebensbedrohlich sein können. Vor Einsatz ist das individuelle Blutungsrisiko abzuwägen.
Patient/ inAnrede: Herr/Frau Oberarzt/Oberärztin ……….., Hiermit möchte ich Ihnen Herrn Ralf Winter vorstellen. |
Datum02/07/2025 |
| Alter57 Jahre | Gewicht89 kg | Größe176 cm |
Allergien (Stichwörter)
Kontaktallergie gegen Gummihandschuhe (juckender Hautausschlag)
Allergie gegen Metamizol mit generalisiertem Exanthem und Atemnot → intensivmedizinische Überwachung erforderlich
Genussmittel / Drogen (Stichwörter)
Ehemaliger Raucher (10 Packungsjahre), seit 3 Jahren abstinent
1–2 Gläser Bier am Abend
Drogenkonsum: verneint
Sozialanamnese (Stichwörter)
Der Patient lebt nach Trennung von seiner Ehefrau allein in einer Wohnung im 1. Stock. Er ist selbstständiger Metzger.
Er hat drei gesunde Kinder (20, 26 und 29 Jahre alt).
Familienanamnese (Stichwörter)
Vater: Tod im Alter von 65 Jahren an zerebralem Tumor
Mutter: Tod mit 69 Jahren an Lungenembolie
Enkelin: Aortenklappenoperation im Kindesalter
Medikamente (Stichwörter)
Ramipril 5 mg abends
Metoprolol 95 mg mittags
Hydrochlorothiazid 12,5 mg morgens
Metformin 500 mg 1-0-1
Tamsulosin 0,4 mg
Dutasterid 0,5 mg
Ibuprofen 400 mg bei Bedarf
Lefax-Kautabletten bei Bedarf
Anamnese (Vollsätze)
Der Patient stellte sich wegen seit heute früh bestehender, plötzlich aufgetretener Brustenge vor.
Er klagt über stechende Schmerzen mit Ausstrahlung in den Nacken und die linke Mandibula.
Als begleitende Symptome wurden Dyspnoe, Tachypnoe, Tachykardie, Schwindel, Nausea, Kaltschweißigkeit, Blässe, Todesangst sowie ein Vernichtungsgefühl angegeben.
Folgende Symptome wurden verneint: Fieber, Druckschmerz im Thoraxbereich, Panikattacken, atem- oder lageabhängige Schmerzverstärkung, Husten, Palpitationen, Erbrechen sowie Hinweise auf eine Herzinsuffizienz oder Embolie.
Er berichtete über seit etwa sechs Wochen bestehende thorakale Schmerzen im Sinne einer Angina pectoris, die sowohl belastungsabhängig als auch postprandial auftreten.
Als Auslöser gab er an, Sorgen um sein Enkelkind zu haben, das am heutigen Tag einen Krampfanfall erlitten habe. Während er es im Krankenwagen begleitet habe, seien plötzlich die Beschwerden aufgetreten.
Die vegetative Anamnese ist unauffällig, abgesehen von einer Insomnie mit Ein- und Durchschlafstörungen, die der Patient auf familiären und beruflichen Stress zurückführt.
Zudem berichtet er über Inappetenz mit ungewolltem Gewichtsverlust sowie über eine Nahrungsmittelintoleranz mit Meteorismus, insbesondere nach dem Verzehr von Hülsenfrüchten.
Bekannte Vorerkrankungen: Seit acht Jahren besteht ein gut eingestellter Typ-2-Diabetes mellitus sowie eine arterielle Hypertonie mit gelegentlichen Blutdruckschwankungen.
Seit drei Jahren liegt eine medikamentös behandelte benigne Prostatahyperplasie vor.
Vor einigen Jahren kam es nach einem familiären Konflikt zu einer Synkope.
Außerdem bestehen belastungsabhängige Schulterschmerzen rechts bei bekannter Bursitis subacromialis.
Mit 50 Jahren erfolgte eine Koloskopie mit Entfernung eines gutartigen Adenoms.
Vor zwei Jahren erlitt der Patient beim Schlittschuhlaufen eine Humerusfraktur rechts, die operativ mit Platte versorgt und nach sechs Monaten wieder entfernt wurde.
Verdachtsdiagnose – Differentialdiagnose (Vollsätze)
Die anamnestischen Angaben mit thorakalen Schmerzen und Dyspnoe sprechen am ehesten für ein akutes Koronarsyndrom.
Risikofaktoren sind Alter, Ex-Raucherstatus, Bewegungsmangel, arterielle Hypertonie, Diabetes mellitus und Übergewicht.
Gegen eine Perikarditis spricht das Fehlen von Fieber, Infekten und atemabhängigen Schmerzen.
Eine Aortendissektion erscheint aufgrund stabiler Hämodynamik und fehlender Blutdruckdifferenz zwischen den oberen Extremitäten unwahrscheinlich.
Weiteres Vorgehen – Therapie (Vollsätze)
Die stationäre Aufnahme zur weiteren kardiologischen Abklärung ist indiziert.
Geplant sind ein EKG und eine Echokardiographie, die Bestimmung kardialer Enzyme sowie weiterführende Laboruntersuchungen.
Der Patient wird auf einer Überwachungsstation monitorüberwacht.
Ein kardiologisches Konsil wird zur weiteren Diagnostik und Therapieempfehlung, insbesondere zur Beurteilung der Indikation für eine Koronarangiographie, hinzugezogen.
Zudem ist eine Optimierung der antihypertensiven Therapie vorgesehen.
Unterschrift
Vorname Nachname
Mit freundlichen Grüßen
1. Alter
2. BMI
3. Hauptbeschwerde
4. ähnliche Beschwerden
1. Über 40 Jahre
2. Übergewicht bzw. Adipositas
3. thorakale Enge sowie stechende Thoraxschmerzen, plötzlich beginnend, seither progredient
4. ähnliche Beschwerden seit einigen Wochen, bei stärkerer körperlicher Belastung, nicht in aktueller Intensität/ Dauer
5. Lokalisation
6. Ausstrahlung
7. Stressor
8. Begleitsymptome
5. Hinter dem Brustbein
6. Arm/ Schulter (links), Hals, Unterkiefer
7. belastende Nachricht (z. B. Unfall des Enkelkindes) oder körperliche Belastung
8. Dyspnoe, Tachypnoe, Tachykardie, Schwindel, Nausea, Kaltschweißigkeit, Blässe, Todesangst
9. Wichtige Negationen
10. Risikofaktoren
9. atem – oder lageabhängige Schmerzverstärkung, Husten, periphere Ödeme, Hinweise auf TVT, Fieber
10. Bewegungsmangel, Ex-Raucher oder Raucher, Typ-2-Diabetes mellitus, Arterielle Hypertonie, Dyslipidämie, Positive Familienanamnese
11. Körperliche Untersuchung
Vitalparameter
Linksherzinsuffizienz: Dyspnoe, Thoraxschmerzen, Fatigue, Orthopnoe
Rechtsherzinsuffizienz: Beinödeme, Nykturie, Halsvenenstauung sowie positiver hepatojugulärer Reflux
Auskultation: Rasselgeräusche, Giemen, ein perikardiales Reibegeräusch oder ein Herzgeräusch im Sinne einer Aortenklappeninsuffizienz
12. Differentialdiagnose
Perikarditis: Schmerzen ↓ im Sitzen/vorgebeugt, ↑ im Liegen/Inspiration; + Fieber
Aortendissektion: signifikanter Blutdruckunterschied zwischen den Armen
Panikattacke: Ausschluss organischer Ursachen
Lungenembolie
13. Labor
kleines Blutbild, C-reaktives Protein, Elektrolyte, Lipidstatus, Nierenfunktionswerte, TSH, Langzeitblutzucker (HbA1c), Nüchternblutzucker, Troponin I, Kreatinkinase-Myokardband (CK-MB) sowie das B-Typ natriuretische Peptid
14. Weiteres Vorgehen
Elektrokardiogramm (EKG): ST-Streckenhebungen
ST-Streckensenkungen und T-Negativierungen
Linksschenkelblock sowie Herzrhythmusstörungen
Thorax-Röntgen: Herzvergrößerung (Kardiomegalie) oder pulmonale Stauung
Echokardiographie: Bestimmung der Ejektionsfraktion (EF)
15. Lebensstilmodifikation
15. Gewichtsreduktion, Regelmäßige körperliche Aktivität, Reduktion der Kochsalzaufnahme, Rauchstopp, Kontrolle von Hypertonie und Diabetes
16. Akutmaßnahmen
Sauerstoffgabe: Nur bei SpO₂ < 90 % oder klinischen Zeichen der Hypoxie
Morphin, Acetylsalicylsäure, Clopidogrel, Antikoagulation, Heparin, Statin, PPI oder H2-Blocker, Betablocker
17. Koronarangiographie
innerhalb von 120 Min. nach Erstkontakt bei ST-Hebung
mit Röntgenstrahlen + Kontrastmittel
Zugang: A. femoralis oder A. radialis
Therapie: Ballonkatheter oder Stent
Stellen Sie sich nun vor: Wie würden Sie typischerweise über ein ACS berichten?
Der Patient stellte sich aufgrund seit dem heutigen Morgen plötzlich aufgetretener, zunehmender thorakaler Enge und stechender retrosternaler Schmerzen vor. Die Schmerzen strahlen in den Nacken sowie in die linke Mandibula aus.
Begleitsymptome: Dyspnoe, Tachypnoe, Tachykardie, Schwindel, Übelkeit, Kaltschweißigkeit, Blässe, Todesangst
Allgemeinbegriff:
1. Atemnot, Luftnot
2. Druck/Enge in der Brust
3. Brustschmerzen hinter dem Brustbein
4. Atemnot im Liegen (mit Kissen schlafen müssen)
5. Geschwollene Beine
6. Müdigkeit, Erschöpfung
7. Keine Energie, Lustlosigkeit
8. Beschleunigte Atmung
Fachbegriff
1. Dyspnoe
2. Thorakales Engegefühl
3. Retrosternale Schmerzen
4. Orthopnoe
5. Beinödem
6. Fatigue
7. Antriebslosigkeit
8. Tachypnoe
Allgemeinbegriff:
9. Trockener Husten
10. Drehgefühl, Benommenheit
11. Starkes Schwitzen
12. Nächtliches Wasserlassen
13. Atemaussetzer im Schlaf
14. Appetitlosigkeit
15. Verstopfung
Fachbegriff:
9. Reizhusten
10. Schwindel
11. Hyperhidrose
12. Nykturie
13. Schlafapnoe
14. Inappetenz
15. Obstipation
Allgemeinbegriff:
16. Schlafstörungen
17. Ohnmacht, kurzzeitiger Bewusstseinsverlust
18. Übelkeit
19. Erbrechen
20. Herzrasen
21. Brustenge, Brustschmerz, Herzschmerz
22. Herzklopfen
Fachbegriff:
16. Insomnie
17. Synkope
18. Nausea
19. Emesis
20. Tachykardie
21. Angina pectoris
22. Palpitation
Definition:
1. Instabile Angina pectoris (UA)
2. Nicht-ST-Hebungs-Myokardinfarkt
3. ST-Hebungsinfarkt
1. Durchblutung noch ausreichend → verhindert Myokardnekrose
2. Unvollständiger/intermittierender Verschluss → Myokardnekrose, meist subendokardial begrenzt
3. Vollständiger, anhaltender thrombotischer Verschluss → Absterben von Myokardzellen
EKG: Lokalisation
fachleiterinfo@gmail.com
instagram.com/fachleiterinfo
|
Infarkt |
Abl. |
Arterie |
|
Vorderwandinfarkt (ant)/ Septuminfarkt |
V1 – V4 |
Ramus interventricularis |
|
Seitenwandinfarkt (Lateral) |
I, aVL |
Ramus circumflexus(LCx) |
|
Inferior |
II, III, aVF |
Meistens Arteria |
|
aVL und I |
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ARZT: Guten Tag,
Mein Name ist Doktor Kühlmann.
Ich bin heute als Assistenzarzt auf der Station tätig.
Ich würde gerne ein Anamnesegespräch mit Ihnen führen.
Falls Sie etwas nicht richtig verstanden haben oder Fragen haben, lassen Sie es mich bitte wissen.
Zunächst benötige ich einige persönliche Informationen, danach können wir fortfahren.
Wie heißen Sie?
PATIENT: Ich heiße Ralf Winter.
ARZT: Habe ich es richtig geschrieben?
PATIENT: Oh nein, Winter mit W.
ARZT: Entschuldigung, ich habe es mit dem Englischen verwechselt.
Als Erstes würde ich gern wissen, ob Sie die Schmerzen oder Beschwerden einigermaßen aushalten können.
PATIENT: Die Beschwerden sind echt belastend.
ARZT: Ich werde sofort abklären, welche Behandlung für Sie am besten geeignet ist.
Wie alt sind Sie, Herr Winter?
PATIENT: Ich bin siebenundfünfzig Jahre alt.
ARZT: Wann genau sind Sie geboren?
PATIENT: Ich habe Am siebzehnten November 1967 Geburtstag.
ARZT: Wie groß sind Sie?
PATIENT: Ich bin eins sechsundsiebzig.
ARZT: Wie viel wiegen Sie?
PATIENT: Ich wiege ungefähr neunundachtzig Kilogramm.
ARZT: Wie heißt Ihr Hausarzt beziehungsweise Ihre Hausärztin?
PATIENT: Meine Hausärztin heißt Doktor Karla Scholz.
ARZT: Was führt Sie heute zu uns?
PATIENT: Ich habe seit heute früh so ein Engegefühl in der Brust.
Es fühlt sich wie ein starkes Drücken an, fast als ob ein Elefant auf meiner Brust liegen würde.
ARZT: Bekommen Sie auch schlecht Luft?
PATIENT: Ja, ich habe das Gefühl, nicht genug Luft zu bekommen.
ARZT: Haben Sie zusätzlich auch Brustschmerzen?
PATIENT: Ja, ich habe außerdem starke Schmerzen direkt hinterm Brustbein.
ARZT: Sind die Schmerzen dauerhaft oder treten sie phasenweise auf?
Die Schmerzen sind die ganze Zeit da.
ARZT: Begannen die Schmerzen abrupt oder entwickelten sie sich langsam?
PATIENT: Die Schmerzen haben ganz plötzlich angefangen und sind mit der Zeit stärker geworden.
ARZT: Wie würden Sie die Schmerzen beschreiben?
Sind sie eher dumpf, ziehend, brennend oder krampfartig?
PATIENT: Es fühlt sich an, als würde da jemand kurz reinpiksen oder drücken.
ARZT: Strahlen die Schmerzen Irgendwohin aus?
PATIENT: Ja, ich spüre die Schmerzen auch im Unterkiefer und im Nacken.
ARZT: Auf welcher Seite des Unterkiefers spüren Sie die Schmerzen?
PATIENT: hauptsächlich in den linken Unterkiefer.
ARZT: Wie stark sind Ihre Schmerzen denn so auf einer Skala von 1 bis 10?
1 wäre ganz leicht, und 10 unerträglich.
Einmal, wenn Sie ruhig sitzen, und einmal, wenn Sie sich belasten?
PATIENT: Derzeit würde ich sagen, so ungefähr eine Acht.
Mir ist aber aufgefallen, dass ich ähnliche Schmerzen schon seit etwa sechs Wochen habe – immer, wenn ich mich stärker anstrenge, zum Beispiel, wenn ich die Treppe hochgehe oder etwas Schweres trage.
Damals war es nicht so schlimm wie jetzt, eher so eine vier oder fünf.
ARZT: Herr Winter, Da ein Notfallverdacht besteht, müssen wir das Gespräch an dieser Stelle beenden.
Wir werden Sie zunächst stationär aufnehmen und ein Elektrokardiogramm durchführen.
Wir kümmern uns sofort darum.
PATIENT: Alles klar Herr Doktor.
ARZT: Was haben Sie gemacht, als die Schmerzen zum ersten Mal auftraten?
PATIENT: Mein Enkel Lukas hatte heute früh Krampfanfälle. Das hat mich total gestresst, und ich bin dann mit ihm im Krankenwagen ins Krankenhaus gefahren.
Während der Fahrt habe ich plötzlich diese Schmerzen bekommen – und dazu so eine richtige Panik, dass ich sterben könnte.
ARZT: Das klingt nach einer sehr belastenden Situation.
Wie geht es Lukas denn jetzt?
PATIENT: Er musste im Krankenhaus bleiben und hat dort eine Behandlung bekommen. Zum Glück geht’s ihm jetzt schon etwas besser.
ARZT: Wie viele Treppen können Sie denn ohne Pause hochgehen? Oder wie viel heben Sie ungefähr, wenn die Schmerzen auftreten?
PATIENT: Zum Beispiel hatte ich neulich Beschwerden, als ich eine Kiste mit ungefähr zwanzig Kilo getragen hab – oder wenn ich zwei Etagen Treppen hochgehe beziehungsweise vielleicht so hundertfünfzig Meter zügig laufe.
ARZT: Haben Sie etwas dagegen ausprobiert?
PATIENT: Nein, die Beschwerden sind bisher immer von selbst wieder verschwunden – ganz ohne Medikamente.
Ich brauchte bisher einfach nur etwas Ruhe.
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ARZT: Haben Sie eine Druckempfindlichkeit im Brustbereich bemerkt?
PATIENT: Wenn ich draufdrücke oder sie berühre, tut das nicht extra weh.
ARZT: Hatten Sie in letzter das Gefühl, plötzlich starke Angst zu bekommen?
PATIENT: Nein, solche Ängste hatte ich nicht.
Aber seit heute Morgen stehe ich stark unter Stress.
ARZT: Verstehe, Verändert sich die Schmerzintensität beim Husten oder beim Einatmen und Ausatmen?
PATIENT: Nein, Sie bleiben dabei gleich stark.
ARZT: Verändert sich die Schmerzstärke bei einer bestimmten Körperhaltung, zum Beispiel wenn Sie sich nach vorne beugen?
PATIENT: Nein, das macht keinen Unterschied.
ARZT: Haben Sie zusätzlich Veränderungen der Atmung oder Husten bemerkt?
PATIENT: Ja, ich habe bemerkt, dass ich etwas schneller atme als gewöhnlich.
ARZT: Ist Ihnen Herzrasen, Herzklopfen oder ein unregelmäßiger Herzschlag aufgefallen?
PATIENT: Ja, ich habe das Gefühl, dass mein Herz schneller schlägt als sonst.
ARZT: Hatten Sie Ohnmachtsanfälle oder das Gefühl, dass Ihnen schwarz vor Augen wird?
PATIENT: Nein, richtig ohnmächtig wurde ich nicht, aber schwindelig war mir schon.
ARZT: Wann tritt der Schwindel bei Ihnen besonders auf?
PATIENT: Der Schwindel tritt vor allem dann auf, wenn ich plötzlich aufstehe – zum Beispiel, wenn die Tür klingelt und ich schnell vom Sofa aufstehe, wird mir schwarz vor Augen.
ARZT: Haben Sie Übelkeit oder Erbrechen bemerkt?
PATIENT: Ja, mir ist übel, aber erbrochen habe ich nicht.
ARZT: Haben Sie auch mehr geschwitzt?
PATIENT: Ja, ich schwitze ziemlich stark.
ARZT: Haben Sie bemerkt, dass Sie schlechter Luft bekommen, wenn Sie flach liegen?
Müssen Sie den Oberkörper höher lagern, um besser atmen zu können?
PATIENT: Nein, das ist mir nicht aufgefallen.
Ich kann ganz normal flach liegen.
ARZT: Haben Sie in letzter Zeit bemerkt, dass Ihre Beine oder Knöchel anschwellen – zum Beispiel, dass Ihre Schuhe enger sitzen als sonst?
PATIENT: Nein, da ist mir nichts aufgefallen.
ARZT: Haben Sie bemerkt, dass Ihre Haut blasser als sonst geworden ist?
PATIENT: Ich sehe oft ganz blass aus – das fällt mir selbst und auch anderen auf.
Zum Beispiel bin ich neulich mit meinem Kollegen die Treppen hochgestiegen, und er meinte dann, dass meine Haut und meine Lippen ganz blass geworden sind.
Wir haben danach erst mal eine kleine Pause gemacht.
ARZT: Müssen Sie nachts häufiger zur Toilette, um Wasser zu lassen?
PATIENT: Vor drei Jahren musste ich nachts regelmäßig aufwachen, um Wasser zu lassen. Deshalb bin ich zu einem Urologen gegangen.
Er hat mir zwei Möglichkeiten vorgeschlagen: entweder eine medikamentöse Behandlung oder eine Operation. Da ich Angst vor einer Operation habe, nehme ich seitdem Kapseln.
ARZT: Wie heißen die Kapseln?
PATIENT: Sie heißen Tamsulosin.
ARZT: Nehmen Sie zusätzlich auch Finasterid oder Dutasterid ein?
PATIENT: Ja, ich nehme Dutasterid.
ARZT: Wie effektiv war die Behandlung?
PATIENT: Damit bin ich ehrlich gesagt sehr zufrieden.
ARZT: Haben Sie bemerkt, dass ein Bein dicker ist als das andere?
PATIENT: Nein, mir ist keine Schwellung oder ein Unterschied im Umfang der Beine aufgefallen.
ARZT: Haben Sie bekannte Gerinnungsstörungen?
PATIENT: Nein, bei mir wurden bisher keine Gerinnungsprobleme diagnostiziert.
ARZT: Haben Sie während des Schlafs Atemaussetzer bemerkt oder wurde Ihnen gesagt, dass Sie schnarchen?
PATIENT: Nein, davon weiß ich nichts.
Seite 3 · 41–60 / 96
ARZT: Haben Sie das Gefühl, dass alles um Sie herum zusammenbricht oder überwältigend ist?
PATIENT: Ja, ein Vernichtungsgefühl habe ich.
ARZT: Warum haben Sie in den letzten sechs Wochen keine ärztliche Hilfe aufgesucht?
PATIENT: Wissen Sie, Herr Doktor, am Anfang dachte ich, dass so etwas in meinem Alter eben vorkommen kann – ich bin ja auch kein junger Mensch mehr.
Deshalb habe ich die Beschwerden zunächst nicht ernst genommen
ARZT: Das Alter allein muss nicht bedeuten, dass man sich mit Beschwerden abfinden muss.
Haben Sie eine Begleitung dabei?
PATIENT: Ja, mein Sohn kommt gleich.
Er ist auf dem Weg hierher.
ARZT: Haben Sie Fieber, Nachtschweiß oder Schüttelfrost?
PATIENT: Nein, das habe ich alles nicht.
ARZT: Wie ist Ihr Appetit?
PATIENT: Ich esse weniger als sonst.
ARZT: Warum?
Seit wann ist das so?
PATIENT: Wissen Sie, Herr Doktor, in den letzten Wochen traten die Beschwerden auch nach dem Essen auf.
Deshalb esse ich weniger – so funktioniert es einigermaßen.
ARZT: Haben Sie dagegen ein Medikament wie Omeprazol oder Famotidin – also etwas gegen Magensäure – ausprobiert?
PATIENT: Ja, ich habe einige Tage lang Pantoprazol eingenommen, aber es hat nicht viel gebracht.
ARZT: In welcher Dosierung und zu welchem Zeitpunkt haben Sie das Pantoprazol eingenommen?
PATIENT: Ich habe 20 Milligramm eingenommen – jeweils etwa 30 Minuten vor dem Frühstück.
ARZT: Hatten Sie in der Vergangenheit bereits Magen-Darm-Probleme?
PATIENT: Nichts Besonderes. Vor sieben Jahren wurde bei mir eine Darmspiegelung durchgeführt, bei der ein gutartiger Polyp entfernt wurde.
ARZT: Warum wurde die Darmspiegelung damals überhaupt durchgeführt?
PATIENT: Mit 50 habe ich zunächst einen Stuhltest gemacht, und danach hat mich die Hausärztin zur Darmspiegelung überwiesen.
ARZT: Ist damals alles gut verlaufen?
PATIENT: Ja, es gab keine Komplikationen.
ARZT: Wie ernähren Sie sich – vegan, vegetarisch oder essen Sie alles?
PATIENT: Ich esse eigentlich alles, ganz normal.
Aber ich habe schon seit Längerem Probleme mit Blähungen – vor allem nach Hülsenfrüchten, zum Beispiel wenn ich Falafel esse.
Dagegen nehme ich manchmal Lefax-Kautabletten, das hilft meistens ganz gut.
ARZT: Haben Sie in letzter Zeit ungewollt ab- oder zugenommen?
PATIENT: Ich bin mir nicht ganz sicher, aber möglicherweise habe ich etwa ein Kilogramm abgenommen – vermutlich aufgrund des verminderten Appetits.
ARZT: Haben Sie Schwierigkeiten beim Einschlafen oder Durchschlafen?
PATIENT: Ja, ich habe sowohl beim Einschlafen als auch beim Durchschlafen Schwierigkeiten.
ARZT: Seit wann leiden Sie darunter?
Warum?
PATIENT: Ich habe eigentlich ständig Stress, aber in dieser Intensität würde ich sagen, seit etwa vier Monaten.
Ich bin selbstständig und betreibe eine Metzgerei mit zwei Angestellten, für deren Gehälter ich verantwortlich bin.
Vor etwa vier Monaten haben einige meiner Kunden – insbesondere Restaurants – ihre Verträge gekündigt, was mein Geschäft stark belastet. Sie wollten nur noch vegetarisch anbieten.
Zusätzlich mache ich mir Sorgen um meine Enkelin, die eine Herzklappenoperation hatte.
ARZT: Das klingt nach einer sehr belastenden Situation – sowohl beruflich als auch familiär.
Ich wünsche Ihnen alles Gute. Aber wie man sagt: Nach dem Regen kommt Sonnenschein.
Wissen Sie, wie die Herzklappe heißt, die bei Ihrer Enkelin operiert wurde? War es wahrscheinlich die Mitralklappe oder die Aortenklappe?
PATIENT: Soweit ich weiß, wurde die Aortenklappe operiert.
ARZT: Und wie alt ist sie?
PATIENT: Kristin ist 9 Jahre alt.
ARZT: Was unternehmen Sie gegen Ihre Schlafstörungen?
PATIENT: Ich trinke abends ein bis zwei Gläser Bier, damit ich besser schlafen kann.
ARZT: Zwar wirkt Alkohol zunächst beruhigend, stellt jedoch keine geeignete Option dar, da er sowohl gesundheitsschädlich ist als auch ein hohes Abhängigkeitspotenzial birgt.
Gerne können wir in einem Gespräch näher darauf eingehen – ich stehe Ihnen jederzeit zur Verfügung.
PATIENT: Vielen Dank Herr Doktor.
ARZT: Gab es in letzter Zeit Verstopfung oder Durchfall?
PATIENT: Nein, eigentlich nicht.
ARZT: Leiden Sie an chronischen Erkrankungen wie zum Beispiel Bluthochdruck, Zuckerkrankheit oder erhöhte Blutfettwerte?
PATIENT: Seit 8 Jahren leide ich an Bluthochdruck sowie Zuckerkrankheit.
Seite 4 · 61–80 / 96
ARZT: Wie wurde die Diagnose gestellt?
PATIENT: Das war damals bei einer Vorsorgeuntersuchung bei meiner Hausärztin.
Da wurde mein Blutdruck gemessen – der lag bei 160 zu 95.
Sie meinte dann, das sei zu hoch, und hatte den Verdacht auf Bluthochdruck.
Daraufhin hat sie mir so ein Langzeitmessgerät angelegt, das alle 20 Minuten den Blutdruck misst.
ARZT: Messen Sie Ihren Blutdruck und Blutzucker auch zu Hause?
Wie hoch sind die Werte?
PATIENT: Ja, ich messe meinen Blutdruck zu Hause und kontrolliere auch meinen Blutzucker mithilfe eines Chips im Oberarm.
Die Werte können direkt vom Gerät abgelesen werden.
meine Blutdruckwerte schwanken.
ARZT: Wissen Sie, woran das liegen könnte?
PATIENT: Ehrlich gesagt vergesse ich manchmal, eines der Medikamente einzunehmen.
Das passiert mir leider öfter.
ARZT: Es ist wichtig, dass Sie Ihre Medikamente regelmäßig einnehmen, um Folgeschäden vorzubeugen.
Eine Handy-Erinnerung oder eine Medikamenten-Checkliste kann Ihnen dabei helfen.
Liegen Komplikationen wie Nierenprobleme, Sehstörungen oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen vor?
PATIENT: Nein, soweit ich weiß, habe ich keine solchen Beschwerden oder Folgeerkrankungen.
ARZT: Waren Sie schon einmal aufgrund zu hoher oder zu niedriger Blutdruck- oder Blutzuckerwerte im Krankenhaus?
PATIENT: Nein, bisher musste ich deswegen nicht stationär behandelt werden.
ARZT: Wann haben Sie zuletzt einen Augenarzt aufgesucht?
Ich war vor 2 Jahren beim Augenarzt.
ARZT: Was nehmen Sie gegen Bluthochdruck und Blutzuckerkrankheit ein?
PATIENT: Ich nehme insgesamt vier Medikamente:
Gegen den Blutzucker Metformin,
und gegen den Bluthochdruck Ramipril, Metoprolol und Hydrochlorothiazid.
ARZT: In welcher Dosierung und wie oft nehmen Sie die Medikamente ein?
PATIENT: Metformin 500 Milligramm morgens und abends.
Metoprolol 95 Milligramm mittags.
Ramipril 5 Milligramm abends.
Und Hydrochlorothiazid 12,5 Milligramm auch morgens.
ARZT: Hatten Sie bisher unangenehme oder schwere Nebenwirkungen?
PATIENT: Zu Beginn hatte ich Bauchschmerzen und Übelkeit, die nach einigen Tagen verschwanden.
ARZT: Gibt es sonst noch irgendwelche Vorerkrankungen, von denen Sie wissen?
PATIENT: Damals hatte ich einen heftigen Streit mit meiner Frau, wir haben uns getrennt – und mir ging es seelisch so schlecht, dass ich am Ende auf der Intensivstation gelandet bin.
ARZT: Welche Diagnose wurde damals gestellt?
Und welche Behandlungen haben Sie erhalten?
PATIENT: Die Diagnose war ein Kreislaufkollaps – wahrscheinlich eine Ohnmacht.
Ich wurde dann auf der Intensivstation überwacht und habe Infusionen bekommen.
Darüber hinaus bin Ich mit meinem Enkel Schlittschuh gefahren, und da bin ich gestürzt – habe mir dabei den Oberarm gebrochen.
ARZT: Wann war das?
PATIENT: Das war vor zwei Jahren.
ARZT: Welche Seite war betroffen?
PATIENT: Die rechte Seite.
ARZT: Und wie wurde das behandelt?
PATIENT: Es wurde operiert – mit so einer Metallplatte, glaub ich.
Und ich habe damals auch Ibuprofen gegen die Schmerzen bekommen.
ARZT: Wann wurde das Material entfernt?
PATIENT: Nach etwa sechs Monaten wurde alles entfernt.
ARZT: Gibt es sonst noch Beschwerden oder Vorerkrankungen, die Sie mir mitteilen möchten?
PATIENT: Ja, mit der rechten Schulter habe ich schon länger Probleme.
Vor etwa einem Jahr wurde da eine Schleimbeutelentzündung festgestellt.
Wenn ich die Schulter überlaste, treten manchmal Schmerzen und Bewegungseinschränkungen auf.
ARZT: Welche Behandlung wurde denn bei der Schleimbeutelentzündung durchgeführt?
PATIENT: Der Orthopäde hat mir geraten, die Schulter möglichst nicht zu überlasten – aber wegen meines Berufs lässt sich das nicht immer vermeiden.
Gegen die Schmerzen nehme ich Ibuprofen, 400 Milligramm, zweimal täglich.
ARZT: Nehmen Sie noch andere Medikamente?
PATIENT: Nein, keine weiteren.
ARZT: Haben Sie ein Rezept für Ihre Medikamente?
PATIENT: Ja, habe ich.
ARZT: Sind Sie vollständig geimpft, also haben Sie alle Impfungen seit Ihrer Kindheit erhalten?
PATIENT: Ja, ich bin vollständig geimpft.
Ich wollte mich dieses Jahr auch gegen Grippe impfen lassen, aber ich war ein bisschen zu spät dran – da war die Impfung schon überall ausverkauft.
Seite 5 · 81–96 / 96
ARZT: Haben Sie bekannte Allergien, zum Beispiel gegen Lebensmittel, Medikamente, Tiere oder andere Substanzen?
PATIENT: Bei den Gummihandschuhen bekomme ich einen juckenden Hautausschlag an den Händen,
Und bei Novalgin kriege ich überall am Körper juckenden Ausschlag und sogar Atemnot.
ARZT: Wann haben Sie die Allergie gegen Novalgin zum ersten Mal bemerkt?
PATIENT: Die Allergie gegen Novalgin habe ich festgestellt, als ich wegen meines Oberarmbruchs im Krankenhaus war.
Man hat mir das Medikament verabreicht, und danach musste ich auf die Intensivstation gebracht werden.
ARZT: Rauchen Sie?
Wie viele Zigaretten rauchen Sie täglich und seit wann?
PATIENT: Ich bin seit drei Jahren Nichtraucher.
Davor habe ich etwa 20 Jahre lang eine halbe Schachtel am Tag geraucht.
ARZT: Es ist großartig, dass Sie sich entschieden haben, mit dem Rauchen aufzuhören.
Können Sie mir erzählen, was Sie dazu motiviert hat?
PATIENT: Meine Hausärztin hat mir auch geraten, das Rauchen ganz aufzuhören.
ARZT: Wunderbar, Haben Sie besonders nachts Husten?
PATIENT: Nein, nachts habe ich nur selten Husten.
ARZT: Kam es schon einmal vor, dass Sie aufgrund übermäßigen Alkoholkonsums Symptome einer Vergiftung hatten?
PATIENT: Nein, das ist bisher nie vorgekommen.
ARZT: Darf ich Sie fragen, ob Sie schon einmal Drogen konsumiert haben?
Niemals
ARZT: Treiben Sie regelmäßig Sport?
Welche Art und wie häufig?
PATIENT: Ich betreibe nicht allzu viel Sport.
ARZT: In Ordnung. Bewegung ist aber grundsätzlich wichtig – selbst regelmäßige Spaziergänge können schon helfen, Herz und Kreislauf zu stärken.
Mit wem wohnen Sie zusammen?
Wo wohnen Sie?
PATIENT: Ich wohne alleine in meiner Wohnung.
ARZT: In welcher Etage wohnen Sie?
Gibt es in Ihrem Haus einen Aufzug?
PATIENT: Ich wohne im ersten Stock, und es gibt einen Aufzug.
Mein Sohn wohnt eine Etage über mir – also im zweiten Stock.
ARZT: Wie viele Kinder haben Sie und sind es Jungen oder Mädchen?
PATIENT: Ich habe drei Kinder – einen Sohn und zwei Töchter.
ARZT: Wie alt sind Ihre Kinder und sind sie gesund?
PATIENT: Mein Sohn ist 20 Jahre alt, und meine Töchter sind 26 und 29.
Sie sind gesund.
ARZT: Gibt es in Ihrer Familie wichtige Erkrankungen, beispielsweise bei Ihren Eltern, Geschwistern oder anderen nahen Verwandten?
PATIENT: Mein Vater ist im Alter von 65 Jahren an einem Tumor im Kopf gestorben, und meine Mutter ist mit 69 plötzlich an einem Blutgerinnsel in der Lunge gestorben.
ARZT: Herzliches Beileid.
Haben Sie in letzter Zeit eine Reise gemacht?
PATIENT: Nein, ich habe in letzter Zeit keine Reise unternommen.
ARZT: Haben Sie Haustiere?
PATIENT: Ich habe keine Haustiere.
ARZT: Wir sind mit der Anamnese fertig.
Haben Sie noch Fragen?
PATIENT: Wie kann so was entstehen?
ARZT: Machen Sie sich bitte keine allzu großen Sorgen, Herr Winter.
Es handelt sich wahrscheinlich um eine Durchblutungsstörung des Herzens, also um eine Verengung der Herzkranzgefäße.
Wir machen jetzt noch ein paar Untersuchungen, und danach besprechen wir gemeinsam, welche Behandlung für Sie am besten ist.

