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Unangenehmes Gefühl zwischen den Schulterblättern

Fallbeschreibung

Eine 65-jährige Patientin stellt sich mit einem unangenehmen Gefühl zwischen den Schulterblättern vor, das seit drei Tagen besteht.

Sie verneint Druck- oder Engegefühl in der Brust, Atemnot, Herzrasen, Bewusstseinsverlust sowie einen Zusammenhang der Beschwerden mit körperlicher Aktivität oder Nahrungsaufnahme.

Aus der Vorgeschichte ist eine Koronarangiografie vor etwa zwei bis drei Jahren bekannt. An ihre regelmäßigen Medikamente kann sich die Patientin nicht erinnern.

  • Vitalparameter:
    • RR: 132/78 mmHg
    • Herzfrequenz: 68/min
    • Atemfrequenz: 14/min
    • SpO₂: 98 % (Raumluft)
    • Temperatur: 36,7 °C
  • Körperliche Untersuchung:
    • Allgemeinzustand gut
    • Herz: regelmäßiger Rhythmus, keine pathologischen Herzgeräusche
    • Lunge: vesikuläres Atemgeräusch beidseits, keine Rasselgeräusche oder Giemen
    • Abdomen: weich, kein Druckschmerz
    • Extremitäten: keine peripheren Ödeme
    • Neurologischer Kurzstatus: unauffällig
EKG
Aufnahme
Aufnahme

Zusammenfassung der EKG-Befunde

  • Regelmäßiger Sinusrhythmus
  • Herzfrequenz ca. 95/min
  • Rechtstyp
  • PQ-Intervall normwertig
  • Kompletter Linksschenkelblock (LBBB) mit verbreitertem QRS-Komplex
  • Sekundäre diskordante ST- und T-Wellen-Veränderungen, vereinbar mit einem LBBB
  • Zeichen einer linksatrialen Vergrößerung (LAE)
  • Kein eindeutiger EKG-Hinweis auf einen akuten ST-Hebungsinfarkt
  • Beurteilung ischämischer Veränderungen und eines abgelaufenen Myokardinfarkts aufgrund des LBBB eingeschränkt

Bedeutung

Das EKG zeigt einen kompletten Linksschenkelblock mit den hierfür typischen sekundären Repolarisationsveränderungen. Ein akuter ST-Hebungsinfarkt lässt sich elektrokardiographisch nicht sicher nachweisen. Da ein LBBB die Erkennung ischämischer Veränderungen erschwert, kann ein akutes Koronarsyndrom allein anhand des EKGs weder bestätigt noch ausgeschlossen werden. Die Beschwerden müssen daher im klinischen Kontext beurteilt und durch serielle hochsensitive Troponinbestimmungen sowie gegebenenfalls weitere Diagnostik (z. B. Echokardiographie) abgeklärt werden. Die linksatriale Vergrößerung spricht für eine chronische kardiale Belastung, beispielsweise bei arterieller Hypertonie oder struktureller Herzerkrankung.

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