Begrüßung
Guten Tag, sehr geehrter Herr Professor Doktor …,
ich möchte Ihnen nun Frau Elisabeth Altmann vorstellen.
Sie ist 57 Jahre alt, 166 cm groß und wiegt etwa 88 kg. Der Körpermassindex (BMI) beträgt 31,9 (Adipositas).
Aktuelle Anamnese
Die Patientin stellte sich nach Überweisung durch ihre Hausärztin aufgrund seit zwei Tagen bestehender, akut aufgetretener und progredienter, ziehender Schmerzen des linken Unterschenkels vor, die in die Sura sowie bis in die Planta pedis ausstrahlen.
Sie gab an, die Schmerzen in Ruhe auf etwa 5 von 10 einzuschätzen, während sie nach Bewegung auf rund 7 anstiegen.
Zudem bestehe eine schmerzbedingte Bewegungseinschränkung; sie könne das betroffene Bein kaum belasten, weder beim Gehen noch beim Aufstehen. Die Schmerzen würden sich bei Hochlagerung bessern.
Es bestehen eine glänzende Haut mit rötlich-bläulicher Verfärbung, eine Hyperthermie sowie ein Umfangsunterschied zwischen den Beinen. Seit etwa einem Jahr liegen zudem trophische Veränderungen in Form eines Ekzems vor, vermutlich bedingt durch eine venöse Störung.
Seit sechs Monaten nimmt sie ein orales Kontrazeptivum (Jaz) ein.
Es bestehen weder Dyspnoe noch thorakale Schmerzen.
Folgendes wurde verneint:
• Schwellungen oder Druckgefühl in der Kniekehle
• eine klar abgegrenzte, überwärmte erythematöse Stelle
• Ulzera, Malposition, Parästhesien oder Hypästhesien am Fuß im Sinne einer Polyneuropathie sowie Nagelveränderungen
• Eine Anamnese hinsichtlich Thrombosen, kürzlich durchgeführter Operationen mit längerer Immobilität/ lange Reise, Koagulopathien, Malignomen oder kardialen Erkrankungen
• Chronisch progrediente Schmerzen, insbesondere nach körperlicher Belastung
• Lumbalgie mit radikulärer Symptomatik
Die vegetative Anamnese
Die vegetative Anamnese ist unauffällig, abgesehen von einer Obstipation.
Der Patient äußert den Wunsch nach Gewichtsreduktion.
Vorerkrankungen
Anamnestisch sind folgende Vorerkrankungen bekannt:
Seit etwa 20 Jahren bestehen Varizen an der medialen Seite des linken Unterschenkels, rechts milder ausgeprägt. Es bestehe ein Schweregefühl, weshalb die Patientin die Beine häufiger hochlagere und Kompressionsstrümpfe trage. In letzter Zeit hätten sich die Beschwerden verstärkt. Aus kosmetischen Gründen trage sie überwiegend lange Hosen.
Eine arterielle Hypertonie ist seit 12 Jahren bekannt; die Diagnose wurde zufällig während eines stationären Aufenthalts aufgrund einer Fußverletzung gestellt. Die Blutdruckwerte sind mit durchschnittlich etwa 130/80 mmHg adäquat eingestellt, Folgekomplikationen bestehen nicht. Der letzte Augenarztbesuch erfolgte vor zwei Jahren.
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systolisch (mmHg) |
diastolisch (mmHg) |
Behandlung |
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Normaler Blutdruck |
< 120 |
< 70 |
– |
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Erhöhter Blutdruck |
120–139 |
70–89 |
+ |
Es bestehe ein seborrhoisches Ekzem mit Schuppung im Bereich der Supercilien und retroaurikulär, verstärkt durch psychischen Stress, Kälteexposition sowie Hyperhidrosis.
Seit acht Jahren bestehe eine Tendovaginitis des linken Handgelenks infolge Überbeanspruchung durch Computerarbeit.
Vor 12 Jahren erlitt die Patientin nach einem Fahrradsturz eine Fraktur im Bereich des Mittelfußes mit begleitender Bandruptur. Initial zeigte das Röntgen keinen Befund; die Diagnose wurde zwei Wochen später mittels MRT gestellt. Der Fuß wurde mittels Spezialschuh ruhiggestellt, anschließend erfolgte Physiotherapie. Seither bestehen Einschränkungen bei sportlicher Belastung.
Voroperationen
Vor etwa 20 Jahren bestand eine Extrauteringravidität; es erfolgte eine Laparotomie mit Hysterektomie und rechter Ovarektomie, der Verlauf war komplikationslos.
Hinweis: Wenn eine Aussage durch eine ärztliche Untersuchung objektiv bestätigt werden kann – zum Beispiel durch sichtbare Narben – ist der Indikativ angebracht. (In der Fachsprachprüfung findet keine körperliche Untersuchung statt.)
Gynäkologie
Seit neun Jahren befindet sich die Patientin in der Menopause; aufgrund Hitzewallungen und Stimmungsschwankungen erhält sie seit sechs Monaten auf Veranlassung der Gynäkologin das orale Kontrazeptivum Jaz.
Medikamente
• Votum plus 20/12,5 mg – 1-0-0
• Decoderm® Creme – topisch nach Bedarf
• Femoston seit 6 Monaten 1-0-0
• Ibuprofen 400 mg Tbl. – bei Bedarf
• Movicol® – bei Bedarf gegen Obstipation
Hinweis: Wenn eine Aussage durch eine ärztliche Beobachtung objektiv bestätigt werden kann – zum Beispiel anhand eines Rezepts – ist der Indikativ angebracht.
Allergien
Es besteht eine Laktoseintoleranz mit Abdominalschmerzen und Diarrhö.
Zudem liegt eine Amoxicillin-Allergie mit Urtikaria vor.
Noxen
Die Patientin gebe an, seit 30 Jahren täglich etwa 20 Zigaretten zu rauchen, entsprechend 20 Packungsjahren, und sie äußere den Wunsch nach Tabakentwöhnung.
Gelegentlich konsumiere sie Wein oder Bier.
Drogenkonsum sei verneint worden.
Sozialanamnese
Die Patientin ist im Steuerbüro tätig und seit 15 Jahren zum zweiten Mal verheiratet. Sie lebt mit ihrem neunjährigen Pflegesohn zusammen, bei dem vor zwei Wochen Pediculosis capitis diagnostiziert wurden. Die Behandlung erfolgte mit Nyda® und Läusekamm.
Familienanamnese
Die Patientin gebe an, ihr Vater habe über Jahre an postprandialen Abdominalschmerzen gelitten. Eine Therapie mit Pantoprazol habe keinen Effekt gezeigt, die Koloskopie sei unauffällig gewesen. Im Alter von 75 Jahren sei bei ihm eine mesenteriale Durchblutungsstörung festgestellt worden, an der er wenige Tage später verstorben sei.
Ihre Mutter sei 70 Jahre alt und lebe in einem Pflegeheim. Sie habe Varizen sowie eine Coxarthrose, weshalb eine Hüft-TEP implantiert und nach postoperativer Infektion erneut ersetzt worden sei. Zudem bestehe eine Gerinnungsstörung.
Verdachts- und Differentialdiagnose
Meiner Einschätzung nach sprechen die anamnestischen Angaben – insbesondere die akuten Unterschenkelschmerzen sowie der Beinumfangsunterschied – für eine tiefe Venenthrombose (TVT).
Zu den Risikofaktoren zählen in diesem Fall Adipositas sowie Nikotinabusus.
Bei Claudicatio intermittens sind belastungsabhängige Schmerzen in der Extremität, eine Besserung in Ruhe sowie eine eingeschränkte Gehstrecke zu erwarten. Es handelt sich um einen chronischen Verlauf mit multiplen Risikofaktoren für Arteriosklerose.
Mit einer Superficial Thrombophlebitis sind lokaler Schmerz und tastbarer, verhärteter Venenstrang sowie eine Rötung und Überwärmung der Haut zu rechnen.
Bei Cellulitis oder Erysipel sind eine flächenhafte Rötung, Überwärmung, Schwellung und Druckschmerzhaftigkeit der Haut zu erwarten.
Bei einer rupturierten Baker-Zyste erwartet man in der Regel eine Schwellung in der Kniekehle.
Das Postthrombotische Syndrom tritt auf, wenn es nach einer tiefen Venenthrombose zu einer chronischen venösen Insuffizienz durch anhaltende Venenklappendestruktion und gestörten venösen Rückfluss kommt.
Bei einem Muskelzerrung (Muscle strain) sind lokaler Schmerz, Druckdolenz sowie eine eingeschränkte Belastbarkeit zu erwarten.
Diagnostische Abklärung
Bei Verdacht auf eine TVT sollte die Patientin stationär aufgenommen werden, um die diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen unverzüglich einzuleiten. Es besteht die Gefahr einer Embolie, weshalb eine sofortige Abklärung und Behandlung zu berücksichtigen ist.
körperliche Untersuchung
Nach der Anamnese sollte eine strukturierte körperliche Untersuchung erfolgen. Diese beginnt mit der Erhebung der Vitalparameter (Herzfrequenz, Blutdruck, Atemfrequenz, Sauerstoffsättigung und Temperatur), gefolgt von der Inspektion der betroffenen Extremität mit Seitenvergleich.
Dabei sind Hautveränderungen wie Blässe, Schwellung in der Kniekehle, Zyanose, Varikosis, Ödeme und trophische Störungen sowie gegebenenfalls die Eigenschaften von Ulzera (Lokalisation, Größe, Ränder, Sekretion, Geruch) zu beurteilen. Zudem ist auf klar abgegrenzte, überwärmte erythematöse Stellen zu achten.
Die Palpation dient der Überprüfung der peripheren Pulse und der Kapillarfüllungszeit sowie der Druckschmerzhaftigkeit entlang der Venen.
• Arterie femoralis: in der Leiste, etwa auf halbem Weg zwischen Spina iliaca anterior superior und Symphyse
• Arterie poplitea: in der Kniekehle bei leicht gebeugtem Knie, schwer tastbar
• Arterie tibialis posterior: hinter dem Innenknöchel (medialer Malleolus)
• Arterie dorsalis pedis: auf dem Fußrücken, lateral der Sehne des M. extensor hallucis longus
Bei vorhandenen Ödemen ist zu überprüfen, ob diese eindrückbar sind. Eine Auskultation über den Gefäßen kann pathologische Strömungsgeräusche (z. B. über der A. femoralis) aufzeigen.
Spezielle Untersuchungen bei V. a. TVT:
• Homans-Zeichen: positiv, wenn bei gestrecktem Bein durch passive Dorsalflexion des Fußes Schmerzen in der Wade auftreten.
• Payr-Zeichen: positiv, wenn durch Druck mit den Fingern auf die mediale Fußsohle eine Druckschmerzhaftigkeit hervorgerufen wird.
• Meyer-Zeichen: positiv, wenn durch Druck entlang der Vena saphena magna an der Innenseite des Unterschenkels Schmerzen ausgelöst werden.
Laboruntersuchungen
Zur weiteren Abklärung sollten ein kleines Blutbild, CRP, BSG, D-Dimere, Gerinnungsstatus sowie Elektrolyte und Nierenfunktionsparameter (Kreatinin, Harnstoff, GFR) bestimmt werden.
Ist der D-Dimer-Test positiv oder die klinische Wahrscheinlichkeit hoch, sollte die Diagnose einer tiefen Venenthrombose bzw. einer Lungenembolie mittels venöser Kompressionssonografie bzw. Computertomografie der Pulmonalarterien (CTPA) bestätigt werden.
Elektrokardiogramm
Klassische Elektrokardiogramm-Befunde bei Lungenembolie sind S-Wellen in Ableitung I sowie Q-Wellen und negative T-Wellen in Ableitung III; zusammen ergeben sie das typische S1Q3T3-Muster. Zudem findet sich häufig eine Sinustachykardie.
Kompressionssonografie
Bei der Kompressionssonografie wird mit dem Ultraschallkopf gezielt Druck auf die Vene ausgeübt: Eine gesunde Vene ist vollständig komprimierbar, während sich eine thrombosierte Vene nicht oder nur unvollständig komprimieren lässt.
Zu Beginn wird ein spezielles Kontaktgel auf die Haut aufgetragen, um die Schallwellenübertragung zu verbessern. Anschließend wird die Ultraschallsonde über die betroffenen Gefäßabschnitte geführt. Die Untersuchung ist schmerzfrei und dauert in der Regel etwa 20 Minuten.
Die Farbduplexsonographie ist eine nichtinvasive Ultraschalluntersuchung, die eine farbcodierte Darstellung von Gefäßstrukturen und des Blutflusses ermöglicht.
Damit lassen sich Gefäßverengungen (Stenosen), Verschlüsse oder Thrombosen zuverlässig erkennen. Zudem können Blutflussrichtung und -geschwindigkeit beurteilt werden.
Computertomographische Pulmonalisangiografie
Die Multidetektor-CT-Pulmonalisangiografie (CTPA) hat die Ventilations-Perfusions-Szintigrafie weitgehend bei der Diagnostik der Lungenembolie ersetzt. Gründe dafür sind die breite Verfügbarkeit, die schnelle Durchführung sowie eine ausreichende Sensitivität und Spezifität, die ihren Einsatz als alleinigen Test rechtfertigen. Zudem ermöglicht sie bei vielen Patienten ohne Nachweis einer Lungenembolie die Abklärung alternativer Diagnosen.
Die CTPA kann mit einer CT-Phlebografie kombiniert werden, sodass die Diagnose einer Lungenembolie und einer tiefen Venenthrombose mit einer einzigen Untersuchung und nur einer Kontrastmittelgabe gestellt werden kann, was jedoch nicht routinemäßig erfolgt.
Venographie
Bei der Venographie (Phlebographie) erfolgt der Zugang über eine oberflächliche Vene, bei der Untersuchung der Beinvenen meist am Fußrücken. Da keine arterielle Punktion erforderlich ist, bestehen in der Regel geringere zugangsbedingte Risiken als bei einer kathetergestützten arteriellen Angiographie.
Durchführung und Patientenaufklärung:
„Bei dieser Untersuchung machen wir Ihre Venen mithilfe eines Kontrastmittels auf Röntgenbildern sichtbar. Dafür desinfizieren wir die Haut und legen eine kleine Kanüle in eine oberflächliche Vene. Anschließend spritzen wir ein jodhaltiges Kontrastmittel und fertigen mehrere Röntgenaufnahmen an. Dabei können Sie kurzzeitig ein Wärmegefühl oder einen metallischen Geschmack wahrnehmen. Bitte bleiben Sie während der Aufnahmen möglichst ruhig liegen. Gegebenenfalls bitten wir Sie, Ihre Position zu verändern. Zum Abschluss entfernen wir die Kanüle und versorgen die Einstichstelle mit einem Verband.
Bitte informieren Sie uns vorher über bekannte Kontrastmittelreaktionen, Nieren- oder Schilddrüsenerkrankungen sowie eine mögliche Schwangerschaft. Zu den möglichen Komplikationen gehören Blutergüsse, Blutungen, Venenentzündungen und Kontrastmittelreaktionen; selten können Thrombosen oder Nierenschäden auftreten. Außerdem ist die Untersuchung mit einer Strahlenbelastung verbunden
Im Vergleich zur Sonografie bietet die Venographie (Goldstandard) keine zusätzlichen Vorteile, ist jedoch aufwendiger, mit höherem Risiko für Komplikationen (z. B. Kontrastmittelreaktionen, Thrombophlebitis) und geht mit Strahlenbelastung einher. Daher wird sie heute nur noch in Ausnahmefällen angewendet.
Echokardiografie
Im Allgemeinen wird eine Echokardiografie routinemäßig nur bei Patienten mit schwerer Hypoxämie oder anderen Hinweisen auf eine hämodynamische Beeinträchtigung empfohlen.
Konsile
Kardiologie, Innere Medizin
Behandlung
• Ambulante Therapie: bei den meisten Patienten mit TVT und bei Niedrigrisiko-Patienten mit akuter LE ebenso sicher wie stationäre Behandlung
• Antikoagulation: Grundpfeiler der Therapie, sofortiger Beginn auch schon bei Verdacht auf TVT/LE (noch vor Bestätigungsdiagnostik)
• Antikoagulation 3 Monate: reversible Risikofaktoren (Niedrigrisikogruppe)
• Antikoagulation 6 Monate: idiopathische TVT oder medizinische Risikofaktoren (intermediäre Risikogruppe)
• Schwere hämodynamische Beeinträchtigung: Indikation für Reperfusionsverfahren oder chirurgische Thrombektomie
• Kompressionsstrümpfe: senkt Risiko für postthrombotisches Syndrom
direkte orale Antikoagulanzien (DOAKs)
• Dabigatran (Thrombinhemmer), Rivaroxaban, Apixaban, Edoxaban (Faktor-Xa-Hemmer)
• Empfehlung laut Leitlinien: bei Patienten ohne aktive Krebserkrankung bevorzugt
• Vorteile: wirksam, sicher, fixe Dosierung, kein routinemäßiges Monitoring erforderlich
• Dosierung Rivaroxaban bei akuter TVT/LE
• Initialphase: 15 mg 2× täglich für 21 Tage
• Erhaltungstherapie: danach 20 mg 1× täglich
• Dabigatran, Edoxaban → Start erst nach ≥ 5 Tagen parenteraler Antikoagulation (z. B. Heparin, NMH, Fondaparinux)
• Direkte orale Antikoagulanzien (DOAK) sollten bei Patienten mit Niereninsuffizienz sowie bei schwangeren oder stillenden Frauen vermieden werden.
Heparin
unfraktioniertem Heparin
Initialdosis:
80 I.E./kg Bolus (88 kg) → 7.040 I.E. → 7.000 I.E. i.v. (auf die nächsten 500 gerundet)
Danach 18 I.E./kg/h → 1.584 I.E./h → 1.600 I.E./h (auf die nächsten 100 gerundet)
Anpassung nach aPTT:
< 35 s → zusätzlich 80 I.E./kg Bolus, dann +4 I.E./kg/h
35–45 s → zusätzlich 40 I.E./kg Bolus, dann +2 I.E./kg/h
46–70 s → keine Dosisänderung
> 71 s → Dosis reduzieren
Enoxaparin (niedermolekulares Heparin, NMH):
1 mg/kg KG s.c. alle 12 Stunden (Standard bei TVT/LE)
1,5 mg/kg KG s.c. einmal täglich (Alternative, weniger gebräuchlich)
Die aPTT spiegelt Veränderungen im intrinsischen System der Gerinnungskaskade wider und wird zur Überwachung einer Heparintherapie eingesetzt.
Bei TVT unter Heparintherapie sollte die aPTT nach 6, (12) und 24 Stunden kontrolliert werden.
Heparin → Antidot: Protaminsulfat
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Heparin-assoziierte Thrombozytopenie (HAT) vs. Heparin-induzierte Thrombozytopenie (HIT) |
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Merkmal |
HAT |
HIT |
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Ursache |
direkte Wirkung von Heparin auf Thrombozytenfunktion |
immunvermittelte Reaktion (Antikörper gegen PF4-Heparin-Komplex) |
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Beginn |
sofort (innerhalb 1–2 Tage nach Therapiebeginn) |
meist 5–14 Tage nach Beginn, selten „Sofort-HIT“ < 24 h bei Vorexposition |
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Thrombozytenzahl |
leichter Abfall, bleibt i. d. R. > 100.000/mm³ |
Abfall um > 50 % des Ausgangswerts, oft < 100.000/mm³ |
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Schweregrad |
mild, selbstlimitierend |
schwerwiegend, progredient |
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Klinische Relevanz |
in der Regel ohne Komplikationen |
hohes Risiko für venöse und arterielle Thrombosen |
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Therapie |
meist keine notwendig, Heparin kann fortgesetzt werden |
sofortiger Heparin-Stopp, Umstellung auf alternative Antikoagulation (z. B. Argatroban, Danaparoid, DOAK) |
Vitamin-K-Antagonisten
Eine parenterale Antikoagulationstherapie beginnt mit einem schnell wirksamen Präparat wie unfraktioniertem Heparin, niedermolekularem Heparin (NMH) oder Fondaparinux, das für mindestens 5 Tage verabreicht und parallel mit Warfarin/ Phenprocoumon überlappt wird.
• Warfarin (Coumadin®) → üblicher Beginn 5 mg/Tag p.o. (USA-Standard)
• Phenprocoumon (Marcumar®, Falithrom®) → meist 1–3 mg/Tag
• INR-Zielbereich (bei TVT/LE, Vorhofflimmern): 2,0 – 3,0
• Bei mechanischen Herzklappen: INR 2,5 – 3,5
Die INR spiegelt Veränderungen im extrinsischen System der Gerinnungskaskade wider und dient zur Überwachung einer oralen Antikoagulation mit Vitamin-K-Antagonisten (z. B. Warfarin, Phenprocoumon).
Phenprocoumon ist potenter und besitzt eine fast viermal längere Halbwertszeit als Warfarin, weshalb eine geringere Wirkstoffdosis erforderlich ist!
• Vitamin-K-Antagonisten: passieren Plazenta
• Schwangerschaftswoche 6–12: Risiko für Embryopathie
• Nasenhypoplasie
• Epiphysäre Verkalkungsstörung (Stipppling)
• Spätere Schwangerschaft: Risiko für fetale Blutungen
Vitamin-K-Antagonisten → Antidot: Vitamin K
Komplikationen
Zu den möglichen Spätkomplikationen einer VTE zählen das postthrombotische Syndrom, erneute thromboembolische Ereignisse und die chronisch-thromboembolische pulmonale Hypertonie.
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Klinischer Entscheidungs-Score zur Einschätzung der Wahrscheinlichkeit einer TVT |
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Klinisches Merkmal |
Punkte |
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Aktive Krebserkrankung (Behandlung in den letzten 6 Monaten oder palliativ) |
1 |
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Lähmung, Parese oder kürzliche Immobilisierung des Beines durch Gips |
1 |
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Längere Bettruhe > 3 Tage oder größere Operation innerhalb der letzten 3 Monate mit Anästhesie |
1 |
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Lokale Druckschmerzhaftigkeit entlang der tiefen Beinvenen |
1 |
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Gesamtes Bein geschwollen |
1 |
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Wadenschwellung > 3 cm im Vergleich zur asymptomatischen Seite (gemessen 10 cm unterhalb der Tuberositas tibiae) |
1 |
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Eindrückbares Ödem, auf das symptomatische Bein beschränkt |
1 |
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Kollaterale oberflächliche Venen (nicht varikös) |
1 |
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Zuvor dokumentierte tiefe Venenthrombose |
1 |
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Alternative Diagnose mindestens ebenso wahrscheinlich oder wahrscheinlicher als TVT |
–2 |
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Interpretation Score ≤ 0 → geringe Wahrscheinlichkeit Score 1–2 → mittlere Wahrscheinlichkeit Score ≥ 3 → hohe Wahrscheinlichkeit |
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Vorhersageregel für die Wahrscheinlichkeit einer Lungenembolie (LE) Punkte |
Punkte |
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Frühere venöse Thromboembolie (VTE) |
1,5 |
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Krebserkrankung |
1 |
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Kürzliche Operation oder Immobilisierung |
1,5 |
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Hämoptysen |
1 |
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Herzfrequenz > 100/min |
1,5 |
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Klinische Zeichen einer TVT |
3 |
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Alternative Diagnose weniger wahrscheinlich als LE |
3 |
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< 2 Punkte → niedrige Wahrscheinlichkeit 2–6 Punkte → mittlere Wahrscheinlichkeit > 6 Punkte → hohe Wahrscheinlichkeit |
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Bis zur Hälfte der Patienten mit einer ersten Episode einer VTE weist keine identifizierbaren Risikofaktoren auf; in diesen Fällen spricht man von einer unprovozierten bzw. idiopathischen VTE.
Risikofaktoren für Thrombose
1. Hereditäre Risikofaktoren
• Antithrombin-Mangel, Protein-C-Mangel, Protein-S-Mangel, Faktor-V-Leiden-Mutation
2. Erworbene Risikofaktoren
• Höheres Lebensalter, Frühere VTE, Malignome, Adipositas
3. Auslösende Faktoren (Trigger)
• Operation, Immobilisation, Schwangerschaft, Östrogen
Extra
Namen:
Gerta Altmann, Anna Fischer
Familialanamnese:
Sie hat ein achtjähriges Kind, das im Rollstuhl sitzt. Das Kind wünschte sich ein Haustier, vorzugsweise einen Hund, doch die Familie konnte keinen Hund halten. Stattdessen bekam es ein Meerschweinchen, das eine Pilzinfektion der Kopfhaut übertrug.
Vater: an Myokardinfarkt gestorben
Medikamente:
Dolculax
Pflanzliches Mittel gegen Wechseljahresbeschwerden
Fragen
1. Wir haben derzeit keine freien Betten im Haus – wie würden Sie vorgehen?
In diesem Fall würde ich prüfen, ob eine stationäre Aufnahme zwingend erforderlich ist. Falls ja, würde ich die Patientin an ein geeignetes Nachbarkrankenhaus verlegen. Allerdings sollten wir uns zuvor vergewissern, dass dort ein freies Bett zur Verfügung steht.
2. Wie würden Sie eine Varikosis behandeln?
Die Basistherapie besteht in Kompressionstherapie, Bewegung und Gewichtsreduktion. Bei Beschwerden oder Komplikationen kommen Verödung (Sklerotherapie), endovenöse Verfahren oder operative Maßnahmen wie die Stripping-Operation infrage.
3. Was wäre, wenn die Schmerzen zusätzlich mit Blässe einhergingen?
Dann müsste man an eine akute arterielle Durchblutungsstörung denken. In diesem Fall wären eine sofortige gefäßchirurgische Vorstellung, Gefäßdiagnostik (z. B. Duplexsonografie, Angiografie) und eine umgehende Therapie mit Antikoagulation oder Revaskularisation erforderlich.
4. Worauf muss vor der Gabe von Kontrastmittel (KM) geachtet werden?
• Nierenfunktion
• Allergien
• Schilddrüsenfunktion
• Medikamenteneinnahme – z. B. Metformin
• Hydratation
5. Welche Instrumente werden allgemein für die klinische Untersuchung bei Verdacht auf ein Ulcus cruris oder eine tiefe Venenthrombose (TVT) benötigt?
• Stethoskop – zur Beurteilung des Herz-Kreislauf-Status.
• Maßband – zum Vergleich des Beinumfangs (einseitige Schwellung bei TVT).
• Taschenlampe oder Untersuchungsleuchte – zur Wundinspektion.
• Handschuhe – zum Schutz bei direkter Inspektion oder Palpation.
• Thermometer – zur Feststellung systemischer Temperaturerhöhung (Fieber).
• Sterile Pinzette und Tupfer – zur vorsichtigen Reinigung und Wundbeurteilung bei Ulcus.
6. Wie misst man den Umfang der unteren Extremitäten?
Bei Verdacht auf eine tiefe Venenthrombose (TVT) sollte der Umfang des Unterschenkels 10 cm unterhalb der Tuberositas tibiae mit einem Maßband gemessen werden.
• Die Farben zeigen die Richtung des Blutflusses:
• Rot bedeutet Blutfluss zur Sonde hin
• Blau bedeutet Blutfluss von der Sonde weg
Die Farben haben nichts mit Sauerstoffgehalt zu tun.
7. Was versteht man unter Hämophilie?
Unter Hämophilie versteht man eine angeborene Gerinnungsstörung, die durch einen Mangel an Gerinnungsfaktoren (meist Faktor VIII bei Hämophilie A oder Faktor IX bei Hämophilie B) verursacht wird. Sie führt zu einer erhöhten Blutungsneigung mit spontanen oder verletzungsbedingten Blutungen, insbesondere in Gelenken und Muskeln.
Notizen
BMI
Body-Mass-Index (BMI)
Definition und Berechnung: Der BMI ist ein relatives Maß zur Beurteilung des Körpergewichts im Verhältnis zur Körpergröße. Er wird berechnet aus dem Körpergewicht in Kilogramm geteilt durch das Quadrat der Körpergröße in Metern (kg/m²).
Sura
Sura (Wade)
Anatomische Beschreibung: Die Sura bezeichnet die hintere Region des Unterschenkels, umgangssprachlich als Wade bezeichnet. Sie reicht von unterhalb des Knies bis zum oberen Sprunggelenk.
Planta pedis
Planta pedis (Fußsohle)
Anatomische Beschreibung: Die Planta pedis bezeichnet die untere, lasttragende Fläche des Fußes, also die Fußsohle.
Hyperthermie
Hyperthermie
Begriffserklärung: Hyperthermie bezeichnet eine erhöhte Temperatur; dies kann systemisch (Fieber) oder lokal an einem Körperbereich auftreten.
Dyspnoe
Dyspnoe
Subjektiv empfundene Atemnot, die von leichtem Luftmangel bis zu ausgeprägter Atemnot reichen kann. Häufige Ursachen sind pulmonale Erkrankungen, kardiale Insuffizienz und sekundäre Effekte bei systemischen Erkrankungen. Wichtig sind Angaben zu Beginn, Belastungsabhängigkeit, Ruhe- oder Ruhewesen und Begleitsymptomen. Im vorliegenden Kontext wird dokumentiert, dass keine Dyspnoe vorliegt.
Schwellungen oder Druckgefühl in der Kniekehle
Schwellungen oder Druckgefühl in der Kniekehle
Ein tast- oder sichtbarer Schwellungsbefund hinter dem Knie kann auf eine popliteale Zyste (Baker-Zyste) hinweisen, die durch Gelenkerguss oder Kniegelenkserkrankungen begünstigt wird. Differentialdiagnostisch sind venöse Thrombose, Weichteiltumoren oder Bursitiden zu bedenken. Begleitende Symptome wie Rötung, Überwärmung oder akute Schmerzverschlechterung können die Dringlichkeit erhöhen.
eine klar abgegrenzte, überwärmte erythematöse Stelle
Eine klar abgegrenzte, überwärmte erythematöse Stelle
Ein scharf begrenztes, gerötetes und überwärmtes Hautareal ist typisch für ein Erysipel (oberflächliche bakterielle Dermoinflammation). Kennzeichnend sind rasche Ausbreitung, deutliche Abgrenzung gegenüber gesunder Haut und oft begleitendes Fieber oder Allgemeinsymptome. Abzugrenzen ist eine tiefer verlaufende Zellulitis sowie andere entzündliche oder vaskuläre Hautveränderungen.
Ulzera
Ulzera
Ulzera sind lokal begrenzte Defekte der Haut oder Schleimhaut mit Substanzverlust, die durch Druck, Durchblutungsstörung, Infektion oder neuropathische Ursachen entstehen können. Am Fuß treten Ulzera oft sekundär bei Malposition, Sensibilitätsstörungen (Parästhesien/Hypästhesien) oder Nagelveränderungen auf und sind klinisch relevant wegen des Infektions- und Wundheilungsrisikos.
Malposition
Fehlstellung
Malposition bezeichnet die abnorme Lage eines Körperteils oder einer Körperstruktur. Am Fuß kann eine solche Fehlstellung zu veränderter Druckverteilung, Bildung von Druckstellen und dadurch erhöhtem Risiko für Hautschädigungen oder Ulzera führen. In der klinischen Einschätzung ist die genaue lokale Lage und die Auswirkung auf Belastungszonen wichtig.
Parästhesien
Parästhesien
Parästhesien sind nicht schmerzhafte, abnorme Empfindungen wie Kribbeln, Ameisenlaufen oder Prickeln, die ohne entsprechenden äußeren Reiz auftreten. Sie weisen häufig auf eine Störung der sensorischen Nerven hin und treten besonders bei peripheren Neuropathien in den distalen Extremitäten auf.
Hypästhesien
Hypästhesien
Hypästhesie beschreibt eine verminderte Empfindungsfähigkeit der Haut gegenüber Berührung, Temperatur oder Schmerz. Solche Sensibilitätsminderungen können zu unbeabsichtigten Verletzungen oder verzögerter Wunderkennung führen und sind ein typisches Zeichen peripherer Nervenschädigung.
Polyneuropathie
Polyneuropathie
Definition und Klinik: Eine Polyneuropathie ist eine Erkrankung, bei der zahlreiche periphere Nerven gleichzeitig betroffen sind. Typischerweise zeigt sich dies symmetrisch und überwiegend in den distalen Anteilen von Händen und Füßen mit Symptomen wie Parästhesien, Sensibilitätsverlust, brennenden Schmerzen oder motorischer Schwäche.
Ursachen und Diagnostik: Häufige Auslöser sind chronische Stoffwechselstörungen (z. B. Diabetes mellitus), langjähriger Alkoholmissbrauch oder ein Mangel an bestimmten B‑Vitaminen (z. B. Vitamin B12). Die Abklärung umfasst klinische Untersuchung und bei Bedarf elektrophysiologische Tests zur Bestätigung und Typisierung.
Thrombosen
Thrombose – Entstehung und Risikofaktoren
Thrombose bezeichnet die Bildung eines Blutgerinnsels (Thrombus) in einem Gefäß, das den Blutfluss einschränken oder blockieren kann. Venöse Thrombosen führen häufig zu Schwellung, Schmerz und Rötung im betroffenen Gebiet; arterielle Thrombosen verursachen akute Durchblutungsstörungen. Relevante Risikofaktoren sind längere Immobilität nach Operationen, Langstreckenreisen, Tumorerkrankungen, kardiale Erkrankungen sowie Störungen der Gerinnung.
Koagulopathien
Koagulopathie – Störungen der Blutgerinnung
Koagulopathien umfassen Erkrankungen oder Zustände, die die normale Blutgerinnung verändern. Dies kann sich als verstärkte Blutungsneigung oder in bestimmten Fällen als erhöhte Thromboseneigung äußern, abhängig von der zugrunde liegenden Ursache. Ursachen sind angeborene Faktordefekte, Lebererkrankungen, Vitamin‑K‑Mangel, medikamentöse Einflüsse und Malignome. In der Anamnese ist das Erfassen von bekannten Koagulopathien wichtig, da sie das Risiko für Blutungen und teilweise auch für thrombotische Ereignisse beeinflussen.
radikulärer Symptomatik
Radikuläre Symptomatik – Wurzelreiz und Ausstrahlungsschmerz
Radikuläre Symptomatik entsteht durch Reizung oder Kompression einer Spinalnervenwurzel, häufig durch Bandscheibenprotrusion oder Foraminalstenose. Charakteristisch sind stechende oder brennende Schmerzen, die entlang eines Dermatomes in Arm oder Bein ausstrahlen. Begleitend können Sensibilitätsstörungen, Reflexveränderungen oder motorische Schwächen auftreten. Klinik und segmentbezogene neurologische Ausfälle helfen bei der Abgrenzung zur rein lokalen Rückenschmerzsymptomatik.
Obstipation
Obstipation – Definition und mögliche Komplikationen
Obstipation beschreibt anhaltend erschwerten oder selteneren Stuhlgang als üblich. Typische Begleitsymptome sind harter Stuhl, Völlegefühl und abdominelle Beschwerden. Langfristige oder ausgeprägte Verstopfung kann zu Folgeproblemen wie Analfissuren oder Hämorrhoiden führen. In der Anamnese sollten Dauer, mögliche auslösende Medikamente und begleitende Symptome erfragt werden.
Varizen
Varizen (Krampfadern)
Definition und Pathomechanismus:
Bei Varizen handelt es sich um dauerhaft erweiterte und oft geschlängelte oberflächliche Venen, die zumeist an den Beinen auftreten. Meist liegt eine Insuffizienz der Venenklappen vor, sodass venöses Blut zurückfließt und sich in den betroffenen Gefäßen staut.
Klinik und Risikofaktoren:
Beschwerden umfassen ein Schwere- oder Spannungsgefühl, belastungsabhängige Schmerzen, Schwellungen sowie auffällige, sichtbar gewundene Venen. Chronische Fälle können zu Hautveränderungen und Ulkusneigung führen. Zu den begünstigenden Faktoren zählen langes Stehen, Übergewicht, hormonelle Einflüsse, Alter, Schwangerschaft und familiäre Prädisposition.
Therapieprinzipien:
Zunächst kommen konservative Maßnahmen wie das Tragen medizinischer Kompressionsstrümpfe, regelmäßige Bewegung, hochlagern der Beine und Modifikation belastender Tätigkeiten in Frage. Bei anhaltenden oder fortgeschrittenen Befunden stehen zudem minimalinvasive Verfahren (z. B. Sklerosierung, endovenöse Ablation) oder operative Maßnahmen zur Verfügung.
mmHg
mmHg — Millimeter Quecksilbersäule
seborrhoisches
Seborrhoisches Ekzem
Krankheitsbild:
Das seborrhoische Ekzem ist eine chronische entzündliche Dermatose, die bevorzugt an Stellen mit hoher Talgdrüsendichte auftritt, etwa der Kopfhaut, dem Gesicht und hinter den Ohren.
Klinische Merkmale und Auslöser:
Erkennbar ist meist ein fettig wirkender Schuppenbefall, begleitet von Rötung und teilweise Juckreiz. Einflussfaktoren können psychischer Stress, kalte Witterung, vermehrtes Schwitzen sowie die Besiedlung mit Malassezia-Hefen sein.
Behandlungsansätze:
Zur Therapie werden in der Regel lokal wirksame antimykotische Präparate für Kopfhaut und Haut sowie bei Bedarf kurzzeitig milde topische Kortikosteroide eingesetzt; zusätzlich ist eine auf den Hauttyp abgestimmte Pflege sinnvoll.
Tendovaginitis
Tendovaginitis (Sehnenscheidenentzündung)
Definition und Ursache:
Bei einer Tendovaginitis entzündet sich die Sehnenscheide, die eine Sehne umgibt und deren gleitende Bewegungen erleichtert. Häufig entsteht sie durch wiederholte Belastung oder monotone Bewegungsabläufe.
Symptome:
Typische Beschwerden sind lokal begrenzte Schmerzen, Schwellung, Rötung und ein reibendes oder knirschendes Gefühl bei Bewegung; die Funktion der betroffenen Extremität kann eingeschränkt sein.
Behandlung:
Maßnahmen umfassen zunächst Schonung und Belastungsmodifikation, physikalische Therapie, gegebenenfalls entzündungshemmende Medikamente sowie bei Bedarf Schienen zur Ruhigstellung; in ausgewählten Fällen werden auch invasive Behandlungen erwogen.
Mittelfußes
Mittelfuß (Metatarsus)
Aufbau und Funktion: Der Mittelfuß besteht aus fünf Mittelfußknochen (Ossa metatarsalia I–V) und bildet zusammen mit den angrenzenden Fußknochen die Längs- und Quergewölbe des Fußes. Er überträgt Belastungen beim Stand und beim Abrollvorgang beim Gehen oder Laufen.
Extrauteringravidität
Extrauteringravidität (EUG)
Definition und Lokalisation: Eine Extrauteringravidität liegt vor, wenn sich die Schwangerschaft außerhalb der Gebärmutterhöhle einnistet. Am häufigsten findet sich die Implantation in den Eileitern; seltener sind ovarielle, abdominale oder zervikale Lokalisationen.
Klinische Bedeutung und Komplikationen: Eine EUG kann zu einer Tubarruptur mit intraabdomineller Blutung führen und in schweren Fällen einen hämorrhagischen Schock verursachen. Eine EUG kann ferner langfristige Auswirkungen auf die Fertilität haben.
Behandlungsprinzipien: Die Therapie richtet sich nach dem klinischen Zustand der Patientin und dem Befundbild. Optionen sind konservative medikamentöse Behandlung (z. B. systemische Therapie bei geeigneten Fällen) sowie operative Verfahren wie tubare Erhaltungseingriffe oder Entfernung betroffener Strukturen. Die Wahl des Verfahrens hängt von Stabilität, Lage und Wunsch nach zukünftiger Fertilität ab.
Votum plus 20
Votum plus 20
Wirkstoffkombination und Gruppe: Votum plus ist ein Kombinationspräparat aus einem Angiotensin-II-Rezeptorblocker (Olmesartanmedoxomil) und einem Thiazid-Diuretikum (Hydrochlorothiazid).
Wirkungsweise und Indikation: Die Wirkstoffe ergänzen sich in der blutdrucksenkenden Wirkung: Der Angiotensin-II-Rezeptorblocker hemmt vasokonstriktive und volumenwirksame Effekte des Renin‑Angiotensin‑Systems, das Diuretikum reduziert das intravaskuläre Volumen. Das Präparat wird zur Behandlung der arteriellen Hypertonie eingesetzt.
Wichtige Risiken und Monitoring: Nebenwirkungen können Schwindel, Kopfschmerzen und Störungen des Elektrolythaushalts einschließen (z. B. durch das Diuretikum hervorgerufene Elektrolytveränderungen). Bei Beginn oder Umstellung sollten Blutdruck, Elektrolyte und Nierenfunktion überwacht werden. Produkte dieser Klasse sind in der Schwangerschaft kontraindiziert.
Decoderm
Decoderm
Wirkstoffgruppe und Anwendung: Decoderm ist ein topisch angewendetes Glukokortikoid, das entzündungshemmend und juckreizlindernd wirkt. Es wird zur kurzzeitigen Behandlung entzündlicher Hauterkrankungen eingesetzt, beispielsweise bei atopischer Dermatitis, allergischen oder irritativen Dermatitiden.
Anwendungshinweis und Vorsichtsmaßnahmen: Decoderm ist für die lokale Anwendung vorgesehen; großflächige, langdauernde Nutzung oder Abdeckung mit Okklusivverbänden kann die systemische Aufnahme erhöhen. Bei längerfristiger Anwendung können lokale Nebenwirkungen wie Hautatrophie, Striae oder Teleangiektasien auftreten. Bei Anzeichen von Hautinfektionen, gelegentlichen entzündlichen Dermatosen wie Rosazea oder perioraler Dermatitis sowie bei Kindern ist besondere Vorsicht geboten.
Ibuprofen
Gruppe: Nichtsteroidales Antirheumatikum (NSAR).
Wirkmechanismus: Hemmt Cyclooxygenase-Enzyme, wodurch die Bildung prostaglandinvermittelter Entzündungs- und Schmerzmediatoren reduziert wird.
Wirkung: Wirkt schmerzlindernd, fiebersenkend und entzündungshemmend.
Wichtige Risiken und Hinweise: Häufige Nebenwirkungen betreffen den Magen-Darm-Trakt (z. B. Dyspepsie, Ulzera, gastrointestinale Blutungen). Allergische Reaktionen können auftreten; bei präexistenter Asthmaanfälligkeit besteht ein erhöhtes Risiko für Verschlechterung. Langfristige oder hochdosierte Anwendung kann Nierenfunktion und kardiovaskuläres Risiko beeinflussen. Zur Reduktion gastrointestinaler Beschwerden kann die Einnahme mit Nahrung erwogen werden; individuelle Kontraindikationen sollten vor Anwendung geprüft werden.
Movicol
Gruppe: Osmotisches Laxans (Polyethylenglykol/Macrogol).
Wirkmechanismus: Bindet Wasser im Darmlumen und erhöht dadurch das Stuhlvolumen und die Stuhlbeschaffenheit durch osmotische Wirkung.
Anwendung: Eingesetzt zur symptomatischen Behandlung von Verstopfung und zur Erleichterung des Stuhlgangs; Anwendung nur nach ärztlicher bzw. therapeutischer Indikation.
Wichtige Risiken und Hinweise: Kann zu Blähungen, Bauchkrämpfen oder Durchfall führen. Bei Verdacht auf mechanischen Darmverschluss oder schwerer Darmmotilitätsstörung kontraindiziert; bei ausgeprägten Elektrolytstörungen oder schwerer Begleiterkrankung ärztliche Abklärung erforderlich.
Packungsjahren
Definition: Packungsjahre sind eine Maßeinheit für die kumulative Tabakexposition. Die übliche Berechnungsformel lautet: (Anzahl der täglich gerauchten Zigaretten ÷ 20) × Anzahl der Raucherjahre.
Berechnung für die beschriebene Patientin: Bei etwa 20 Zigaretten pro Tag über 30 Jahre ergibt sich (20 ÷ 20) × 30 = 30 Packungsjahre.
Bedeutung: Packungsjahre dienen der Abschätzung des Rauchbedarfsrisikos für Erkrankungen wie COPD oder kardiovaskuläre Erkrankungen und sind relevant für die präventive und diagnostische Bewertung.
Pediculosis capitis
Definition: Pediculosis capitis bezeichnet den Befall der Kopfhaut durch die Kopfläuse (Pediculus humanus capitis).
Übertragung: Die Übertragung erfolgt überwiegend durch direkten Kopf-zu-Kopf-Kontakt; seltener über gemeinsam benutzte Haarutensilien, Mützen oder Handtücher.
Klinik und Folgen: Typisch sind starker Juckreiz der Kopfhaut und das Auffinden von Läuseeiern (Nissen) an den Haaren; unbehandelt können durch Kratzen sekundäre bakterielle Infektionen entstehen. Bei Befall ist auch die Versorgung enger Kontaktpersonen und häusliche Hygienemaßnahmen zu berücksichtigen.
Superficial Thrombophlebitis
Definition
Die Superficial Thrombophlebitis ist eine entzündliche Veränderung an oberflächlichen Venen, die häufig mit einer lokalen Blutgerinnselbildung einhergeht.
Klinische Merkmale
Typisch sind lokale Schmerzen, eine tastbare, strangförmige Verhärtung entlang der betroffenen Vene sowie Rötung und Erwärmung der Haut über der Vene. Gelegentlich treten Schwellung und Druckschmerz auf.
Bedeutung
Meist handelt es sich um eine begrenzte oberflächliche Erkrankung; jedoch ist eine Abklärung erforderlich, wenn sich Beschwerden ausbreiten oder Hinweise auf eine Beteiligung tieferer Gefäße bestehen.
Erysipel
Kurzdefinition
Ein Erysipel ist eine akute bakterielle Entzündung der Haut und der oberflächlichen Lymphbahnen.
Erreger und Entstehung
Hauptsächlich werden beta-hämolysierende Streptokokken der Gruppe A, etwa Streptococcus pyogenes, als Ursache genannt. Die Bakterien gelangen meist über kleine Hautverletzungen in das Gewebe und die Lymphgefäße.
Klinisches Bild
Kennzeichnend ist eine meist scharf begrenzte, intensiv gerötete Hautfläche mit Schwellung, Überwärmung und Schmerzen. Häufig treten systemische Begleitsymptome wie Fieber, Schüttelfrost und eine Lymphknotenschwellung auf.
Behandlungsaspekte
Die Therapie besteht in der Regel aus einer gezielten antibiotischen Behandlung; unterstützende Maßnahmen wie Kühlung, Hochlagerung der betroffenen Extremität und Schmerzmittel können Linderung bringen.
Postthrombotische Syndrom
Definition
Das postthrombotische Syndrom ist eine chronische Folge nach einer tiefen Venenthrombose, verursacht durch dauerhafte Schädigung der Venenklappen und gestörten venösen Rückfluss.
Klinische Zeichen
Betroffene klagen über anhaltende Schwellungen, Schmerzen oder ein Schweregefühl in der betroffenen Extremität. Mit der Zeit können sich Hautveränderungen entwickeln und in schweren Fällen offene Unterschenkelgeschwüre (Ulcus cruris venosum) entstehen.
Pathophysiologische Einordnung
Die Beschwerden beruhen auf einer Kombination aus venöser Hypertension und verminderter Klappenfunktion nach Thromboseschädigung.
Blutdruck
Begriffserklärung
Der Blutdruck bezeichnet den Druck des zirkulierenden Blutes in den arteriellen Gefäßen.
Gerätebestandteile zur Messung
Für die manuelle Blutdruckmessung werden üblicherweise eine aufblasbare Manschette, ein Ball zum Aufpumpen und ein Manometer zur Druckablesung sowie ein Stethoskop zur Auskultation verwendet. Alternativ kommen automatisierte Messgeräte zum Einsatz.
Atemfrequenz
Atemfrequenz
Beschreibung: Anzahl der Atemzüge pro Minute, ein zentraler Vitalparameter.
Einteilung: Bei Erwachsenen gilt eine normale Frequenz etwa zwischen 12 und 20 Atemzügen pro Minute. Eine beschleunigte Atmung wird als Tachypnoe (> 20/min) bezeichnet, eine erniedrigte Frequenz als Bradypnoe (< 12/min).
Sauerstoffsättigung
Sauerstoffsättigung (SpO2)
Messprinzip: Die periphere Sauerstoffsättigung wird nicht-invasiv mittels Pulsoxymeter bestimmt, typischerweise am Finger oder Ohrläppchen. Das Gerät schätzt den prozentualen Anteil des oxygencarrying Hämoglobins.
Interpretation und Limitationen: Die Messung liefert eine schnelle Orientierung über die Oxygenierung, ist aber abhängig von Durchblutung, Bewegung, Nagellack und Störfaktoren (z. B. Kohlenmonoxid-Exposition kann die Werte verfälschen). Ergebnisse sind immer zusammen mit dem klinischen Bild zu beurteilen.
Temperatur
Temperatur
Messorte: Körpertemperatur kann an verschiedenen Stellen erhoben werden, darunter rektal, oral und axillär. Die Wahl des Messorts beeinflusst den gemessenen Wert.
CRP
CRP (C‑reaktives Protein)
Funktion: CRP ist ein Akutphasenprotein, das in der Leber synthetisiert wird und dessen Konzentration bei Entzündungsprozessen ansteigt.
Klinische Verwendung: Die Bestimmung von CRP dient als unspezifischer Entzündungsmarker zur Unterstützung der Diagnostik und zur Verlaufsbeurteilung. Erhöhte Werte weisen auf eine Entzündungsreaktion hin, sagen aber nicht die Ursache aus.
BSG
BSG — Blutsenkungsgeschwindigkeit
Definition und Messprinzip: Die BSG gibt an, wie weit sich die roten Blutkörperchen in einem mit Antikoagulans versehenen Blutröhrchen innerhalb einer Stunde absetzen. Das Ergebnis wird in Millimetern pro Stunde angegeben.
Physiologische Grundlagen: Das Absinken der Erythrozyten wird vor allem durch Veränderungen der Plasmaproteine (z. B. Fibrinogen, Immunglobuline) beeinflusst; erhöhte Konzentrationen führen zu schnellerem Absinken.
Klinische Bedeutung: Die BSG ist ein unspezifischer Laborparameter für entzündliche oder proinflammatorische Zustände und kann zur Verlaufskontrolle eingesetzt werden. Sie liefert keine ursächliche Diagnose und sollte gemeinsam mit weiteren Entzündungsmarkern und klinischer Beurteilung gewertet werden.
D-Dimere
D‑Dimere
Definition: D‑Dimere sind Abbauprodukte von quervernetztem Fibrin, die entstehen, wenn das Fibrin durch das fibrinolytische System (Plasmin) gespalten wird.
Bedeutung und Verwendung: Erhöhte D‑Dimer‑Konzentrationen zeigen eine Aktivierung von Gerinnung und Fibrinolyse an. Messungen werden häufig zur Einschätzung einer thrombotischen Aktivität verwendet; aufgrund hoher Sensitivität und eingeschränkter Spezifität dienen sie vor allem dazu, eine tiefe Venenthrombose oder Lungenembolie bei niedriger bis moderater Vortestwahrscheinlichkeit auszuschließen.
Einflussfaktoren: Viele nicht‑thrombotische Zustände (z. B. Entzündungen, kürzliche Operationen, Malignome, Schwangerschaft, Alter) können die D‑Dimer‑Spiegel erhöhen, daher ist die Interpretation kontextabhängig.
Patient/ inAnrede: Herr/Frau Oberarzt/Oberärztin ……….., Hiermit möchte ich Ihnen die Patienten Frau Elisabeth Altmann vorstellen. |
Datum12/09/2025 |
| Alter 57 Jahre | Gewicht 88 kg | Größe 166 cm |
Allergien (Stichwörter)
Amoxicillin → Urtikaria
Laktoseintoleranz → abdominelle Beschwerden (Diarrhö, Schmerzen)
Genussmittel / Drogen (Stichwörter)
Nikotin: 20 Zigaretten/Tag seit 30 Jahren (≈20 Packungsjahre)
Alkohol: gelegentlich Wein/Bier
Drogen: verneint
Sozialanamnese (Stichwörter)
Tätigkeit: Angestellte im Steuerbüro
Familienstand: seit 15 Jahren in zweiter Ehe
lebt mit 9-jährigem Pflegesohn zusammen (Pediculosis capitis vor 2 Wochen, behandelt mit Nyda® und Läusekamm)
Familienanamnese (Stichwörter)
Vater: mesenteriale Durchblutungsstörung, verstorben mit 75 J.
Mutter: 70 J., Pflegeheim; Varizen, Coxarthrose mit Hüft-TEP und Re-TEP nach Infektion, bekannte Gerinnungsstörung
Medikamente (Stichwörter)
Votum plus® 20/12,5 mg 1-0-0
Decoderm® Creme nach Bedarf
Femoston seit 6 Monaten 1-0-0
Ibuprofen 400 mg Tbl. bei Bedarf
Movicol® bei Bedarf
Anamnese (Vollsätze)
Die 57-jährige Patientin stellte sich nach Überweisung durch ihre Hausärztin wegen seit zwei Tagen bestehender, akut aufgetretener und progredienter ziehender Schmerzen des linken Unterschenkels in unserer Klinik vor.
Die Schmerzen strahlen in die Sura und bis in die Planta pedis aus. In Ruhe betrage die Schmerzintensität ca. 5/10, unter Belastung bis zu 7/10.
Sie gab an, sie könne das Bein kaum belasten, weder beim Gehen noch beim Aufstehen; eine Hochlagerung lindere die Beschwerden.
Klinisch zeigen sich eine glänzende Haut mit rötlich-bläulicher Verfärbung, Hyperthermie sowie ein Umfangsunterschied.
Seit einem Jahr bestehen zusätzlich trophische Veränderungen (Ekzem) links.
Dyspnoe und thorakale Schmerzen wurden verneint.
Vegetative Anamnese ist unauffällig außer Obstipation.
Folgendes sind relevante Vorerkrankungen: Varikosis seit 20 Jahren, arterielle Hypertonie seit 12 Jahren (gut eingestellt), seborrhoisches Ekzem, Tendovaginitis des linken Handgelenks, Fraktur und Bandruptur des linken Mittelfußes nach Fahrradsturz vor 12 Jahren.
Voroperationen: Laparotomie mit Hysterektomie und rechter Ovarektomie bei Extrauteringravidität vor 20 Jahren.
Gynäkologie: Menopause seit 9 Jahren; seit 6 Monaten OCP (Jaz®) aufgrund klimakterischer Beschwerden.
Verdachtsdiagnose – Differentialdiagnose (Vollsätze)
Nach den anamnestischen Angaben sowie den klinischen Befunden spricht vieles für eine tiefe Venenthrombose (TVT) links.
Als Risikofaktoren sind Adipositas, Nikotinabusus, Varikosis und die Einnahme oraler Kontrazeptiva zu nennen.
Differenzialdiagnostisch kommen eine Claudicatio intermittens mit belastungsabhängigen Schmerzen sowie eine Superficial Thrombophlebitis mit lokalem Schmerz, tastbarem Venenstrang und Hautrötung in Betracht.
Weiteres Vorgehen – Therapie (Vollsätze)
Es soll eine Kompressionssonographie (Duplexsonographie) der tiefen Beinvenen durchgeführt werden.
Zusätzlich empfiehlt sich die Bestimmung der D-Dimere, eines Gerinnungspanels sowie weiterer laborchemischer Parameter.
Bei gesicherter Diagnose wird eine Antikoagulation eingeleitet.
Begleitend sind eine suffiziente Schmerztherapie und die Hochlagerung des Beins indiziert.
Darüber hinaus empfiehlt sich eine Beratung zur Nikotinentwöhnung und zur Gewichtsreduktion.
Unterschrift
Vorname Nachname
Mit freundlichen Grüßen
1. Alter
2. Hauptbeschwerde
1. in der Regel über 50 Jahre
(Bis zur Hälfte der Patienten: unprovozierten bzw. idiopathischen VTE)
2. Akut aufgetretene und progrediente Schmerzen im linken Unterschenkel ± Ausstrahlung in die Wade und den Fuß.
3. Begleitsymptome
3.
Schmerzbedingte Bewegungseinschränkung, das betroffene Bein ist kaum belastbar.
Glänzende Haut mit rötlich-bläulicher Verfärbung
Lokale Hyperthermie
Weiches, eindrückbares Ödem
Besserung der Beschwerden bei Hochlagerung.
4. Verdacht auf Lungenembolie
4. Dyspnoe, Tachypnoe, Tachykardie, Thoraxschmerzen, Angst, Hämoptysen, Hypotonie, Hypoxämie und vermindertes Herzzeitvolumen, Zentral- und periphere Zyanose sowie Gallopprhythmus
5. Risikofaktoren
Hereditäre Risikofaktoren:
• Antithrombin-Mangel, Protein-C-Mangel, Protein-S-Mangel, Faktor-V-Leiden-Mutation
Erworbene Risikofaktoren:
• Höheres Lebensalter, Frühere VTE, Malignome, Adipositas, Rauchen, Varizen
6. Auslösende Faktoren
(Trigger)
Operation, Immobilisation (> 3 Tage), Schwangerschaft, Östrogen, Kürzliche Reise (innerhalb von 2 Wochen, Dauer ≥ 4 Stunden) → Aktivierung der Endothelzellen, Stase (Blutstromverlangsamung), Hyperkoagulabilität (erhöhte Gerinnungsneigung)
Bestandteile der Virchow-Trias
7. Körperliche Untersuchung
7. Vitalparameter
Inspektion/Palpation: Schwellung in der Kniekehle, Erythem, Zyanose, Varikosis, eindrückbare Ödeme
Periphere Pulse, Druckschmerzhaftigkeit entlang der Venenverläufe
Seitenvergleich der Extremitäten (Umfang, Hauttemperatur, Hautfarbe)
8. Messung des Beinumfangs
Vergleich beider Unterschenkel
Messpunkt: 10 cm unterhalb der Tuberositas tibiae
Durchführung mit Maßband
9. Spezielle Untersuchungen
Homans-Zeichen: positiv, wenn bei gestrecktem Bein durch passive Dorsalflexion des Fußes Schmerzen in der Wade auftreten.
Payr-Zeichen: positiv, wenn durch Druck mit den Fingern auf die mediale Fußsohle eine Druckschmerzhaftigkeit hervorgerufen wird.
Meyer-Zeichen: positiv, wenn durch Druck entlang der Vena saphena magna an der Innenseite des Unterschenkels Schmerzen ausgelöst werden.
8. Labor
Blutbild, CRP, BSG, D-Dimere, INR, aPTT, Fibrinogen, Elektrolyte, Kreatinin, Harnstoff, GFR
D-Dimer positiv (hohe Sensitivität) oder hohe klinische Wahrscheinlichkeit → Diagnosesicherung durch venöse Kompressionssonografie (bei TVT) bzw. CTPA (bei V. a. Lungenembolie)
9. Weiteres Vorgehen
Elektrokardiogramm (EKG): Sinustachykardie, ggf. typisches S1Q3T3-Muster
Kompressionssonografie: fehlende oder unvollständige Komprimierbarkeit der Vene
Farbduplexsonografie: Darstellung von Stenosen, Blutflussrichtung und -geschwindigkeit
CT-Pulmonalisangiografie (CTPA): Nachweis bzw. Ausschluss einer Lungenembolie
10. Differentialdiagnose
Claudicatio intermittens: chronisch verlaufende, belastungsabhängige Schmerzen mit Besserung in Ruhe.
Oberflächliche Thrombophlebitis: tastbarer, schmerzhafter Venenstrang, Rötung, Überwärmung
Erysipel / Cellulitis: Rötung, Schwellung, Fieber
Rupturierte Baker-Zyste: Schwellung in der Kniekehle
Muskelzerrung/ Trauma
11. Behandlung
Reduktion bzw. Ausschaltung von Risikofaktoren
Ambulante Therapie: bei den meisten Patienten möglich, insbesondere bei Niedrigrisiko-Patienten
Antikoagulation (v. a. direkte orale Antikoagulanzien): Grundpfeiler der Therapie, Dauer mindestens 3 Monate
Kompressionsstrümpfe: zur Reduktion von Ödemen und zur Prophylaxe des postthrombotischen Syndroms
Rivaroxaban-Dosierung:
Initialphase: 15 mg 2× täglich für 21 Tage
Erhaltungstherapie: anschließend 20 mg 1× täglich
12. Stellen Sie sich nun vor: Wie würden Sie typischerweise eine TVT vorstellen?
Die Patientin stellte sich wegen seit zwei Tagen bestehender, akut aufgetretener und progredienter ziehender Schmerzen des linken Unterschenkels vor.
Die Schmerzen strahlen in die Sura und bis in die Planta pedis aus. Die Patientin könne das Bein kaum belasten, weder beim Gehen noch beim Aufstehen. Hochlagerung lindere die Beschwerden.
Klinisch zeigen sich eine glänzende Haut mit rötlich-bläulicher Verfärbung, Hyperthermie sowie ein Umfangsunterschied.
Allgemeinbegriff:
1. die Wade
2. die Fußsohle
3. die Überwärmung
4. die Antibabypille
5. die Atemnot
6. der Brustschmerz
7. das Geschwür
8. die Fehlstellung
Fachbegriff:
1. die Sura
2. die Planta pedis
3. die Hyperthermie
4. das Kontrazeptivum (oral)
5. die Dyspnoe
6. der thorakale Schmerz
7. das Ulkus (Pl. Ulzera)
8. die Malposition
Allgemeinbegriff:
9. das Kribbeln
10. die Gefühlsstörung
11. das Blutgerinnsel
12. die Gerinnungsstörung
13. die Nervenwurzelreizung
14. die Krampfadern
15. die Blutverdünnung
Fachbegriff:
9. die Parästhesie
10. die Hypästhesie
11. die Thrombose
12. die Koagulopathie
13. die radikuläre Symptomatik
14. die Varikosis
15. die Antikoagulation
Komplikationen:
fachleiterinfo@gmail.com
instagram.com/fachleiterinfo
Das postthrombotische Syndrom
Ursache: Venenklappendestruktion → chronische venöse Insuffizienz → gestörter venöser Rückfluss
Symptome: chronische Beinschmerzen. Schwellungen (Ödeme), Hautveränderungen (Hyperpigmentierung, Ekzeme, Atrophie blanche), Ulzera cruris (offene Beine)
erneute thromboembolische Ereignisse und die chronisch-thromboembolische pulmonale Hypertonie
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ARZT: Guten Tag,
Mein Name ist Doktor Neumann.
Ich bin heute als Assistenzarzt auf der Station tätig.
Ich würde gerne ein Anamnesegespräch mit Ihnen führen.
Falls Sie etwas nicht richtig verstanden haben oder Fragen haben, lassen Sie es mich bitte wissen.
Zunächst benötige ich einige persönliche Informationen, danach können wir fortfahren.
Wie heißen Sie?
Ich heiße Elisabeth Altmann.
ARZT: Könnten Sie bitte Ihren Vornamen und Nachnamen langsam buchstabieren?
Natürlich,
mein Vorname: E, L, I, S, A, B, E, T, H
Und mein Nachname: A, L, T, M, A, N, N
ARZT: Jetzt würde ich gern wissen: Sind die Schmerzen für Sie noch auszuhalten?
Die Schmerzen sind ziemlich stark, aber ich halte noch etwa 20 Minuten durch, bis wir mit der Anamnese fertig sind.
Wenn ich mein Bein auf einen Stuhl legen könnte, wäre das super.
ARZT: Klar, das richte ich Ihnen gleich her.
Wie alt sind Sie, Frau Altmann?
Ich bin siebenundfünfzig Jahre alt.
ARZT: Wann genau sind Sie geboren?
Ich habe am elften März 1968 Geburtstag.
ARZT: Wie groß sind Sie?
Ich bin ein Meter sechsundsechzig groß.
ARZT: Wie viel wiegen Sie?
Ich wiege ungefähr achtundachtzig Kilo.
ARZT: Wie heißt Ihr Hausarzt beziehungsweise Ihre Hausärztin?
Sie heißt Dr. Karla Scholz. Ich war heute vor etwa zwei Stunden in ihrer Praxis.
Sie hat mich im Wartezimmer gesehen, nach meinen Hauptbeschwerden gefragt und mich dann hierher überwiesen.
ARZT: Alles klar, wie kann ich Ihnen helfen?
Seit zwei Tagen habe ich Schmerzen im Unterschenkel.
Ich war auf dem Weg vom Café nach Hause, da haben die Schmerzen plötzlich angefangen.
Jetzt sind sie so stark, dass ich das Bein kaum noch bewegen oder richtig belasten kann.
ARZT: Wo genau haben Sie die Schmerzen?
Hauptsächlich links unten, aber sie bleiben nicht nur dort.
Die Schmerzen ziehen auch in die Wade und bis in die Fußsohle.
ARZT: Sind die Schmerzen dauerhaft oder treten sie phasenweise auf?
Die Schmerzen sind die ganze Zeit da.
ARZT: Haben sich die Schmerzen im Zeitverlauf verbessert, verschlimmert oder sind sie unverändert geblieben?
Sie haben sich verschlimmert.
ARZT: Wie würden Sie die Schmerzen beschreiben?
Sind sie eher dumpf, ziehend, brennend oder krampfartig?
Es fühlt sich so an, als würde ständig etwas am Bein ziehen.
ARZT: Wie würden Sie die Intensität Ihrer Schmerzen in Ruhe und bei Bewegung auf einer Skala von 1 bis 10 bewerten, wobei 1 für leichte und 10 für unerträgliche Schmerzen steht?
In Ruhe würde ich die Schmerzen auf etwa 5 von 10 einschätzen, während sie nach der Bewegung auf rund 7 ansteigen.
ARZT: Hatten Sie bereits solche Schmerzen?
Haben sich die Schmerzen in Dauer, Häufigkeit oder Intensität verändert?
Ich habe schon länger so ein Schweregefühl in den Beinen, wohl von den Krampfadern – besonders wenn ich lange stehe oder viel unterwegs bin.
Aber diese Schmerzen hier sind für mich neu.
ARZT: Sind Ihnen Hautveränderungen wie trockene oder schuppige Haut, brüchige Nägel, Juckreiz, Blässe oder Haarausfall aufgefallen?
Ja, das ist mir tatsächlich aufgefallen.
Die Haut am betroffenen Bein sieht ganz anders aus als sonst.
Sie wirkt oft richtig glänzend und hat so eine rötlich-bläuliche Farbe.
Außerdem habe ich seit ungefähr einem Jahr so eine Art Ekzem dort – die Stelle ist trocken, juckt ständig und wird manchmal richtig schuppig.
Der Hautarzt hat gemeint, das kommt von den Krampfadern.
ARZT: Haben Sie Fehlstellungen oder etwas Auffälliges an den Füßen bemerkt?
Nein, bei meinen Füßen habe ich nichts derart Auffälliges festgestellt.
ARZT: Haben Sie ein Kälte- oder Wärmegefühl im betroffenen Bein?
Also, mir ist aufgefallen, dass das betroffene Bein ein bisschen wärmer ist als normal.
ARZT: Haben Sie eine Schwellung bemerkt?
Seit gestern ist auch mein Bein geschwollen, und das linke wirkt dicker als das rechte.
Manchmal habe ich auch das Gefühl, dass die Haut dort empfindlicher ist.
ARZT: Haben Sie vor allem Schwellungen und ein Druckgefühl hinter dem Knie bemerkt?
Nein, in diesem Bereich habe ich weder Schwellungen noch ein Druckgefühl bemerkt.
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ARZT: Ist Ihnen eine klar abgegrenzte, richtig heiße, rote Stelle aufgefallen?
Nein, so eine klare, heiße, rote Stelle ist mir nicht aufgefallen.
ARZT: Haben Sie Rückenschmerzen?
Nein.
ARZT: Haben Sie Atemnot, Husten, Herzrasen, Brustschmerzen oder ein Gefühl von Brustenge?
Nein, ich habe weder Atemnot noch Herzrasen, Brustschmerzen oder ein Druckgefühl in der Brust.
Aber wissen Sie, Herr Doktor – die Mutter meines Kollegen hat damals plötzlich Atemnot bekommen und ist daran gestorben.
Sie haben ja gerade danach gefragt.
Jetzt habe ich Angst … könnte das bei mir auch passieren?
ARZT: Ich verstehe gut, dass Sie sich Sorgen machen – vor allem, wenn Sie so etwas im Bekanntenkreis erlebt haben.
Aber bei Ihnen sehe ich im Moment keinerlei Hinweise auf so eine Erkrankung.
Sie haben weder Atemnot noch Brustschmerzen, und auch Ihr Kreislauf ist stabil.
Das sind alles sehr gute Zeichen.
Wichtig ist: Sie sind hier bei uns, und wir kümmern uns darum.
ARZT: Wo genau haben Sie Krampfadern?
Die Krampfadern sieht man hauptsächlich am linken Bein, genauer gesagt an der Innenseite vom Unterschenkel.
Aus Schönheitsgründen trage ich meistens lange Hosen.
ARZT: Seit wann haben Sie die Beschwerden?
Schwer zu sagen, aber bestimmt schon seit 20 Jahren.
ARZT: Haben Sie schon etwas dagegen unternommen?
Ja, ich versuche die Beine öfter hochzulegen und trage Kompressionsstrümpfe, das hilft ein bisschen.
ARZT: Warum sind diese entstanden?
Meine Hausärztin erklärte, dass sie vor allem durch Bewegungsmangel entstehen.
ARZT: Sind die Beschwerden schlimmer geworden?
Ja, ich würde sagen, die Beschwerden sind schon deutlich schlimmer geworden – vielleicht so um ein Drittel.
In letzter Zeit musste ich viel sitzen, weil ich seit der Weihnachtszeit wegen Personalmangel deutlich mehr arbeiten muss, oft auch mit Überstunden.
ARZT: Hatten Sie bereits einmal ein Blutgerinnsel?
Nein, ich hatte bislang noch kein Blutgerinnsel.
ARZT: Haben Sie bekannte Probleme mit Ihrer Blutgerinnung?
Nein, mir sind keine Probleme mit der Blutgerinnung bekannt.
ARZT: Leiden Sie an chronischen Erkrankungen wie Krebs, Herzproblemen oder anderen entzündlichen Erkrankungen?
Nein, ich leide nicht an solchen Erkrankungen.
ARZT: Nutzen Sie aktuell hormonelle Verhütungsmittel oder machen Sie eine Hormonersatztherapie?
Ja, also seit ungefähr einem halben Jahr geht’s mir nicht so gut.
Ich habe öfter Hitzewallungen, bin schneller gereizt und meine Stimmung schwankt ziemlich.
Deshalb bin ich zu meiner Frauenärztin gegangen.
Sie hat mir dann gesagt, dass ich schon in den Wechseljahren bin.
Daraufhin hat sie mir Hormone dagegen verschrieben.
Seitdem nehme ich die regelmäßig, und damit geht es mir insgesamt etwas besser.
ARZT: Nehmen Sie die Hormone als Tabletten oder als Pflaster? Wie heißt das Medikament genau?
Als Tabletten. Das heißt Femoston.
Ich nehme das jeden Tag, und meine Beschwerden sind seitdem deutlich besser.
ARZT: Hatten Sie in letzter Zeit eine Operation, nach der Sie sich kaum bewegen konnten oder überwiegend im Bett lagen?
Nein, so etwas hatte ich in letzter Zeit nicht.
Aber vor ungefähr 20 Jahren hatte ich eine Eileiterschwangerschaft.
Damals musste eine offene Operation gemacht werden, und dabei haben sie mir die Gebärmutter und den rechten Eierstock entfernt.
ARZT: Haben Sie eine Begleitung?
Ja, mein Mann kommt gleich nach.
ARZT: Haben Sie Fieber, Nachtschweiß, Schüttelfrost oder Schweißausbrüche?
Nichts
ARZT: Wie ist Ihr Appetit?
Ich esse eigentlich alles gern, außer Milch.
ARZT: Und warum trinken Sie keine Milch?
Danach bekomme ich immer Durchfall und Bauchschmerzen.
ARZT: Verstehe, das kommt bei vielen Menschen vor.
Hat sich Ihr Gewicht in letzter Zeit verändert?
Nein, mein Gewicht ist ungefähr gleich geblieben.
Aber ich denke schon länger darüber nach, wie ich ein paar Kilo abnehmen könnte.
Gibt es dafür ein Medikament?
ARZT: Das ist eine gute Überlegung.
Allerdings steht beim Abnehmen vor allem die Ernährung im Vordergrund.
Regelmäßige Bewegung hilft zusätzlich – und verbessert nebenbei auch die Beschwerden durch die Krampfadern, weil die Durchblutung besser wird und die Muskulatur kräftiger.
Medikamente können höchstens eine Unterstützung sein, aber sie sind kein Ersatz für eine gesunde Lebensweise.
Außerdem müssen Sie immer mit möglichen Nebenwirkungen rechnen.
Am besten wäre es, wenn wir gemeinsam einen Plan für Ernährung und Bewegung aufstellen.
Warum nicht, ich bin interessiert.
Aber ich möchte noch etwas hinzufügen: Vor einigen Jahren hatte ich nach einem Sturz mit dem Fahrrad starke Schmerzen am Fuß.
Zuerst bin ich ins Krankenhaus gegangen, dort wurde ein Röntgenbild gemacht – das war aber ohne Befund.
Die Schmerzen sind trotzdem nicht besser geworden.
Nach ungefähr zwei Wochen bin ich nochmal hingegangen und diesmal haben sie mich in so eine enge Röhre geschoben, wo man still liegen muss.
Das Ganze hat bestimmt eine halbe Stunde gedauert, und es war ziemlich laut.
ARZT: Wie lange waren Sie insgesamt im Krankenhaus?
Nur ein paar Stunden, zur Kontrolle.
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ARZT: Und was wurde damals festgestellt?
Welche Behandlungen haben Sie bekommen?
Dabei hat man gesehen, dass doch ein kleiner Bruch im Mittelfuß war, zusammen mit einem Bänderriss.
Man hat den Fuß ruhiggestellt, ich musste mehrere Wochen einen speziellen Stiefel tragen und durfte kaum auftreten.
Danach habe ich noch Physiotherapie bekommen, bis ich wieder normal laufen konnte.
Seitdem kann ich allerdings bestimmte Sportarten nicht mehr machen.
ARZT: Ich verstehe, dass Sie durch die Verletzung in manchen Sportarten eingeschränkt sind.
Das geht vielen so nach einem Bruch oder Bänderriss im Fuß.
Wichtig ist, dass Sie trotzdem in Bewegung bleiben, damit Muskulatur und Gelenke fit bleiben.
Eine sehr gute Möglichkeit wäre Schwimmen, weil der Fuß dabei kaum belastet wird und Sie trotzdem Ihren ganzen Körper trainieren.
Ja, das klingt gut.
Schwimmen könnte ich mir gut vorstellen.
ARZT: Haben Sie Übelkeit?
Haben Sie sich erbrochen?
Nichts.
ARZT: Haben Sie Schwierigkeiten beim Schlaf – also beim Ein- oder Durchschlafen?
Manchmal muss ich nachts aufstehen, aber nach fünf Minuten schlafe ich wieder ein.
ARZT: Wie oft passiert das?
Vielleicht ein- bis zweimal im Monat, vor allem wenn ich bei der Arbeit überlastet bin.
Dann wache ich plötzlich auf, weil ich denke, dass ich verschlafe und zu spät zur Arbeit komme.
ARZT: Was haben Sie dagegen unternommen?
Ich trinke abends Kräutertee.
ARZT: Haben Sie Schwierigkeiten beim Stuhlgang oder Wasserlassen?
Seit 10 Jahren habe ich Verstopfung und nehme ich gelegentlich Movicol.
ARZT: Verstehe. Wissen Sie, eine Ernährung mit vielen Ballaststoffen und regelmäßige Bewegung helfen oft sehr gut gegen Verstopfung.
Wichtig ist außerdem, genug zu trinken – so etwa acht bis zehn Gläser Wasser am Tag können schon viel ausmachen.
Gehen Sie eigentlich seltener zur Toilette, müssen Sie dabei stark pressen oder ist der Stuhlgang schmerzhaft?
Der Stuhlgang dauert sehr lange.
ARZT: Haben Sie irgendwelche Schmerzen, Blutungen oder Juckreiz im Afterbereich bemerkt?
Nein, bisher nicht.
ARZT: Wie gehen Sie mit Stress um?
Ich versuche, mit Stress umzugehen, indem ich eine Reise oder einen Urlaub mache.
ARZT: Leiden Sie an chronischen Erkrankungen wie zum Beispiel Bluthochdruck, Zuckerkrankheit oder erhöhte Blutfettwerte?
Seit 12 Jahren leide ich an Bluthochdruck.
ARZT: Wie wurde die Diagnose gestellt?
Ganz zufällig eigentlich.
Ich war damals wegen der Fußverletzung im Krankenhaus, und dort haben sie meinen Blutdruck über 24 Stunden gemessen.
Dabei kam raus, dass die Werte so bei 150 zu 90 lagen.
ARZT: Messen Sie Ihren Blutdruck zu Hause?
Wie hoch sind die Werte?
Ja, ich messe meinen Blutdruck zu Hause.
Die Werte liegen bei dreizehn zu acht.
ARZT: Liegen Komplikationen wie Nierenprobleme, Sehstörungen oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen vor?
Nein, da ist alles in Ordnung.
ARZT: Waren Sie schon einmal aufgrund zu hoher oder zu niedriger Blutdruckwerte im Krankenhaus?
Nein, zum Glück bisher nicht.
ARZT: Wann haben Sie zuletzt einen Augenarzt aufgesucht?
Das letzte Mal war vor zwei Jahren.
Da gab es keinen auffälligen Befund.
ARZT: Welche Medikamente nehmen Sie dagegen ein?
Ich nehme Votum Plus, zwanzig zu Zwölf Komma fünf Milligramm, einmal täglich morgens.
ARZT: Hatten Sie bisher unangenehme oder schwere Nebenwirkungen?
Bei der Einnahme von Movicol kann es gelegentlich zu Blähungen kommen.
Zudem habe ich ständig so fettige, gelbliche oder weiße Schuppen an den Augenbrauen und hinter den Ohren.
Die Haut darunter ist oft gerötet und sieht entzündet aus.
ARZT: Sind dabei auch andere Stellen wie Hände oder Haare betroffen?
Nein, das betrifft nur die Augenbrauen und den Bereich hinter den Ohren.
ARZT: Welche bekannten Auslöser gibt es bei Ihnen?
Besonders wenn ich viel Stress habe oder wenn das Wetter sehr kalt ist, wird es schlimmer.
Auch wenn ich stark schwitze, merke ich, dass die Schuppen deutlicher werden.
ARZT: Wie häufig kommt es zu einer Verschlimmerung?
Ich würde sagen, ungefähr alle zwei Monate.
Dann wird es für ein paar Tage deutlich schlimmer, bevor es sich wieder beruhigt.
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ARZT: Leiden Sie auch an Asthma oder Heuschnupfen?
Davon habe ich nicht.
ARZT: Welche Behandlungen wurden bereits durchgeführt?
Bisher wurde die Behandlung mit Decoderm-Creme durchgeführt, die zweimal täglich angewendet werden muss.
Seit acht Jahren leide ich an einer Sehnenscheidenentzündung, wobei mein linkes Handgelenk betroffen ist.
ARZT: Wie ist es dazu gekommen?
Durch eine Überbeanspruchung bei der Arbeit am Computer.
ARZT: Wie äußert sich die Entzündung?
Ab und zu bekomme ich Schmerzen, es schwillt an und ich kann die Hand kaum bewegen.
In solchen Phasen nehme ich eine Ibuprofen-Tablette mit 400 und trage zusätzlich eine Schiene, damit das Handgelenk ruhiggestellt ist.
ARZT: Nehmen Sie noch andere Medikamente?
Nein, sonst nichts.
ARZT: Haben Sie ein Rezept für Ihre Medikamente?
Ja, habe ich.
ARZT: Sind Sie in den Wechseljahren?
Seit wann?
Also, Seit 9 Jahren.
ARZT: Hatten Sie einmal eine Schwangerschaft?
Eigentlich nicht.
Nach der Entfernung konnte ich nicht mehr schwanger werden.
ARZT: Ich verstehe, das muss nicht leicht für Sie gewesen sein.
Erinnern Sie sich noch, in welcher Schwangerschaftswoche das ungefähr war?
Ja, das war damals noch ganz am Anfang, also in einer frühen Woche.
ARZT: Ist alles komplikationslos verlaufen, oder gab es Probleme wie zum Beispiel stärkere Blutungen?
Nein, eigentlich nicht.
Es gab keine größeren Probleme.
ARZT: Wann haben Sie zuletzt einen Frauenarzt konsultiert?
Ich habe zuletzt vor zwei Jahren einen Frauenarzt aufgesucht, bei dem kein auffälliger Befund festgestellt wurde.
ARZT: Sind Sie vollständig geimpft, also haben Sie alle Impfungen seit Ihrer Kindheit erhalten?
Herr Doktor, ehrlich gesagt, was soll ich da sagen – ich kann mich gar nicht mehr genau daran erinnern.
ARZT: Ich würde sagen, Sie haben recht – wir können das später über den Impfpass überprüfen.
Im Moment ist es nicht unbedingt dringend.
Haben Sie bekannte Allergien, zum Beispiel gegen Lebensmittel, Medikamente, Tiere oder andere Substanzen?
Ja, ich habe eine Allergie gegen Amoxicillin.
Nach der Operation an der Gebärmutter habe ich es zur Infektvorbeugung bekommen.
Kurz danach habe ich einen juckenden Hautausschlag am ganzen Körper entwickelt.
Die Flecken haben sich ständig verändert und sind von einer Stelle zur nächsten gewandert.
ARZT: Und welches Antibiotikum haben Sie danach bekommen?
Danach habe ich Azithromycin verschrieben bekommen.
Das habe ich auch gut vertragen.
ARZT: Rauchen Sie?
Wie viele Zigaretten rauchen Sie täglich und seit wann?
Ich rauche seit 30 Jahren täglich 20 Zigaretten.
Ich würde gerne wissen, wie ich mit dem Rauchen aufhören oder es zumindest reduzieren kann.
ARZT: Das ist eine sehr gute Entscheidung.
Am besten sprechen wir in Ruhe etwas ausführlicher darüber.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, das Rauchen zu beenden oder zumindest weniger zu rauchen – zum Beispiel mit medikamentöser Unterstützung, Nikotinersatzpräparaten wie Pflastern oder Kaugummis oder auch mit verhaltenstherapeutischen Programmen.
ARZT: Haben Sie besonders nachts Husten?
Nein, nachts habe ich nur selten Husten.
ARZT: Trinken Sie Alkohol?
Welche Art?
Wie viel?
Ab und zu trinke ich Wein oder Bier.
ARZT: Darf ich Sie fragen, ob Sie schon einmal Drogen konsumiert haben?
Niemals
ARZT: Was sind Sie von Beruf?
Arbeiten Sie als Selbstständiger oder sind Sie angestellt?
Ich arbeite in einem Steuerbüro.
ARZT: Wie ist Ihr Familienstand?
Ich bin seit 15 Jahren zum zweiten Mal verheiratet.
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ARZT: Mit wem wohnen Sie zusammen?
Ich wohne mit meiner Familie in einer Wohnung.
ARZT: In welchem Stockwerk wohnen Sie?
Ich wohne im dritten Stock, aber es gibt zum Glück einen Aufzug.
ARZT: Haben Sie Kinder?
Ja, wir haben einen Pflegesohn, er ist neun Jahre alt.
Vor zwei Wochen hatte er leider Kopfläuse.
Deshalb haben wir in der Apotheke ein Mittel dagegen geholt, also Nyda, und dazu den Läusekamm benutzt.
Jetzt ist zum Glück wieder alles in Ordnung.
ARZT: Gibt es in Ihrer Familie wichtige Erkrankungen, beispielsweise bei Ihren Eltern, Geschwistern oder anderen nahen Verwandten?
Mein Vater hatte damals häufig Bauchschmerzen, vor allem nach den Mahlzeiten.
Er war deshalb auch öfter beim Arzt und hat Pantoprazol verschrieben bekommen, aber das hat nicht geholfen.
Die Darmspiegelung war unauffällig.
Später, im Alter von 75 Jahren, ging es ihm deutlich schlechter, und es wurde eine Durchblutungsstörung im Darm festgestellt.
Leider ist er wenige Tage später daran verstorben.
Meine Mutter ist 80 Jahre alt und lebt in einem Pflegeheim.
Sie hat Krampfadern und musste wegen Gelenkverschleiß ein neues Hüftgelenk bekommen.
Nach der Operation gab es leider eine Infektion, sodass das Gelenk entfernt und durch ein neues ersetzt werden musste.
Außerdem hat sie irgendeine Gerinnungsstörung.
ARZT: Es tut mir leid, das zu hören.
Das muss eine schwere Zeit für Sie gewesen sein.
Wissen Sie genau, wie diese Gerinnungsstörung heißt?
Leider nicht genau.
Aber ich weiß, dass sie öfter blaue Flecken bekommt, manchmal auch ohne sich gestoßen zu haben.
Früher hat sie auch öfter stärkere Blutungen gehabt, zum Beispiel nach kleineren Verletzungen.
Sie bekommt dafür Medikamente, damit das Blut besser gerinnt.
ARZT: Haben Sie in letzter Zeit eine Reise gemacht?
Nein, ich habe in letzter Zeit keine Reise unternommen.
ARZT: Haben Sie Haustiere?
Ich habe keine Haustiere.
ARZT: Wir sind mit der Anamnese fertig.
Haben Sie noch Fragen?
Kann ich heute nach Hause gehen?
Das kann ich im Moment noch nicht genau sagen.
Die richtige Behandlung können wir erst festlegen, wenn alle weiteren Untersuchungen abgeschlossen sind.
Am besten rechnen Sie aber damit, dass eine stationäre Aufnahme erforderlich sein könnte.
Bitte machen Sie sich keine Sorgen – unser Team betreut und unterstützt Sie in jeder Situation.
