In diesem FSP-Fall geht es um einen Patienten mit einseitigen Beinschmerzen und Schwellung sowie dem Verdacht auf eine tiefe Venenthrombose (TVT). Typische Symptome wie Schmerzen, Schwellung, Überwärmung und Rötung der betroffenen Extremität müssen gezielt erfragt und richtig eingeordnet werden. Im Mittelpunkt stehen die Erkennung von Risikofaktoren, die Abgrenzung wichtiger Differenzialdiagnosen sowie die frühzeitige Diagnose und Therapie, um Komplikationen wie eine Lungenembolie zu verhindern.
Der Beitrag vermittelt alle prüfungsrelevanten Inhalte für die Fachsprachprüfung (FSP): strukturierte Anamnese, Arzt-Patient-Gespräch, Arzt-Arzt-Vorstellung, Verdachts- und Differenzialdiagnosen, diagnostisches Vorgehen mit Wells-Score, D-Dimer-Bestimmung und Kompressionssonographie, medikamentöse Therapie mit Antikoagulation, typische Patientenfragen sowie wichtige Fachbegriffe und Formulierungen. Ergänzt wird der Fall durch Flashcards, Blueprint-Zusammenfassungen, ein Lernheft sowie interaktive KI-Trainings für eine realistische und praxisnahe Prüfungsvorbereitung.
Arzt-Patient-Gespräch
Arzt-Patient-Gespräch (fortgeschritten)
Royal Flash (Transkript + Simulator)
Blueprint-Serie
Flashcards
Giftig-Serie
Lückentextübungen
Aktuelle Anamnese
ich möchte Ihnen nun 1. Frau Elisabeth Altmann vorstellen.
Sie ist 2. 57 Jahre alt, 3. 166 cm groß und wiegt etwa 4. 88 kg. Der Körpermassenindex (BMI) beträgt 5. 31,9 und liegt damit im Bereich der 6. Adipositas.
Aktuelle Anamnese
Die Patientin stellte sich nach 7. Überweisung durch ihre Hausärztin aufgrund seit 8. zwei Tagen bestehender, 9. akut aufgetretener und progredienter, 10. ziehender Schmerzen des 11. linken Unterschenkels vor, die in die 12. Sura (Wade) sowie bis in die 13. Planta pedis (Fußsohle) ausstrahlen.
Sie gab an, die Schmerzen in Ruhe auf etwa 14. 5 von 10 einzuschätzen, während sie nach Bewegung auf rund 15. 7 von 10 anstiegen.
Zudem bestehe eine 16. schmerzbedingte Bewegungseinschränkung; sie könne das betroffene Bein kaum belasten, 17. weder beim Gehen 18. noch beim Aufstehen.
Die Schmerzen würden sich bei 19. Hochlagerung bessern.
Es bestehen eine 20. glänzende Haut mit 21. rötlich-bläulicher Verfärbung, eine 22. Hyperthermie (Überwärmung) sowie ein 23. Umfangsunterschied (dickeres Bein) zwischen den Beinen.
Seit etwa 24. einem Jahr liegen zudem trophische Veränderungen in Form eines 25. Ekzems vor, vermutlich bedingt durch eine 26. venöse Störung.
Seit 27. sechs Monaten nimmt sie 28. ein orales Kontrazeptivum, nämlich 29. Yaz, ein – aufgrund von 30. Hitzewallungen und 31. Stimmungsschwankungen.
Es bestehen weder 32. Dyspnoe (Atemnot) noch 33. thorakale Schmerzen (Brustschmerzen).
Folgendes wurde verneint:
Schwellungen oder Druckgefühl in der 34. Kniekehle
eine klar 35. abgegrenzte, überwärmte erythematöse Stelle
36. Ulzera (Geschwüre)
37. Malpositionen (Fehlstellungen)
38. Parästhesien (Kribbeln, Missempfindungen)
39. Hypästhesien (vermindertes Empfinden) am Fuß im Sinne einer 40. Polyneuropathie (Nervenschädigung)
sowie Nagelveränderungen
Eine Anamnese hinsichtlich:
41. Thrombosen (Blutgerinnseln)
kürzlich durchgeführter Operationen mit 42. längerer Immobilität
43. Koagulopathien (Gerinnungsstörungen)
Malignomen
oder kardialen Erkrankungen
44. chronisch progrediente Schmerzen, insbesondere nach körperlicher Belastung
45. Lumbalgie (Rückenschmerzen) mit 46. radikulärer Symptomatik (Nervenausstrahlung).
Rest
Die vegetative Anamnese ist unauffällig, abgesehen von einer 1. Obstipation (Verstopfung).
Die Patientin äußert den 2. Wunsch nach Gewichtsreduktion.
Vorerkrankungen
Seit etwa 3. 20 Jahren bestehen 4. Varizen (Krampfadern) an der 5. medialen Seite des 6. linken Unterschenkels, 7. rechts milder ausgeprägt.
Es bestehe ein 8. Schweregefühl, weshalb die Patientin die Beine häufiger 9. hochlagere und 10. Kompressionsstrümpfe trage.
In letzter Zeit hätten sich die Beschwerden verstärkt.
Vor 11. 12 Jahren erlitt die Patientin nach einem 12. Fahrradsturz eine Fraktur im Bereich des 13. Mittelfußes mit begleitender 14. Bandruptur (Bänderriss).
Initial zeigte das 15. Röntgen keinen Befund; die Diagnose wurde zwei Wochen später mittels 16. MRT (Kernspintomographie) gestellt.
Der Fuß wurde mittels Spezialschuh 17. ruhiggestellt, anschließend erfolgte 18. Physiotherapie.
Seither bestehen 19. Einschränkungen bei sportlicher Belastung.
Vor etwa 20. 20 Jahren bestand eine 21. Extrauteringravidität; es erfolgte eine 22. Laparotomie mit 23. Hysterektomie und 24. rechter Ovarektomie. Der Verlauf war 25. komplikationslos.
Eine 26. arterielle Hypertonie (Bluthochdruck) ist seit 27. 12 Jahren bekannt; die Diagnose wurde 28. zufällig während eines stationären Aufenthalts aufgrund einer 29. Fußverletzung gestellt.
Die Blutdruckwerte sind mit durchschnittlich etwa 30. 130/80 mmHg adäquat 31. eingestellt. Folgekomplikationen bestehen nicht.
Der letzte Augenarztbesuch erfolgte vor 32. zwei Jahren.
Es bestehe ein 33. seborrhoisches Ekzem mit Schuppung im Bereich der 34. Supercilien (Augenbrauen) und 35. retroaurikulär (hinter dem Ohr), verstärkt durch 36. psychischen Stress, 37. Kälteexposition sowie 38. Hyperhidrose (übermäßiges Schwitzen).
Seit 39. acht Jahren bestehe eine 40. Tendovaginitis (Sehnenscheidenentzündung) des 41. linken Handgelenks infolge 42. Überbeanspruchung durch Computerarbeit.
Seit 43. neun Jahren befindet sich die Patientin in der 44. Menopause (Wechseljahre).
Medikation
45. Votum® plus 20/12,5 mg – 1-0-0
46. Decoderm® Creme, topisch nach Bedarf (Kortisoncreme gegen Ekzem)
47. Hormonhaltige Creme bei vaginaler Trockenheit
48. Ibuprofen 400 mg Tabletten bei Bedarf
49. Movicol® bei Bedarf gegen Obstipation
Allergien
Es besteht eine 50. Laktoseintoleranz (Milchzuckerunverträglichkeit) mit 51. Abdominalschmerzen (Bauchschmerzen) und 52. Diarrhö (Durchfall).
Zudem liegt eine 53. Amoxicillin-Allergie mit 54. Urtikaria (Nesselsucht) vor.
Noxen
Die Patientin gab an, seit 55. 30 Jahren täglich etwa 56. 20 Zigaretten zu rauchen, entsprechend 57. 30 Packungsjahren, und sie äußere den 58. Wunsch nach Tabakentwöhnung.
Gelegentlich konsumiere sie Wein oder Bier.
59. Drogenkonsum wurde verneint.
Sozialanamnese
Die Patientin ist im 60. Steuerbüro tätig und seit 61. 15 Jahren 62. zum zweiten Mal verheiratet.
Sie lebt mit ihrem 63. neunjährigen Pflegesohn zusammen, bei dem vor 64. zwei Wochen eine 65. Pediculosis capitis (Kopflausbefall) diagnostiziert wurde.
Die Behandlung erfolgte mit 66. Nyda® und 67. Läusekamm.
Familienanamnese
Die Patientin gab an, ihr Vater habe über Jahre an 68. postprandialen Abdominalschmerzen (Bauchschmerzen nach dem Essen) gelitten.
Eine Therapie mit 69. Pantoprazol habe keinen Effekt gezeigt, die 70. Endoskopie sei unauffällig gewesen.
Im Alter von 71. 75 Jahren sei bei ihm eine 72. mesenteriale Durchblutungsstörung festgestellt worden, an der er wenige Tage später verstorben sei.
Ihre Mutter sei 73. 70 Jahre alt und lebe in einem 74. Pflegeheim.
Sie habe 75. Varizen (Krampfadern) sowie eine 76. Coxarthrose (Arthrose der Hüfte), weshalb eine 77. Hüft-TEP (künstliches Hüftgelenk) implantiert und nach einer postoperativen 78. Infektion erneut ersetzt worden sei.
Zudem bestehe eine 79. Gerinnungsstörung.
Arztbrief- und Fallvorstellungsübung
Ordnen Sie die folgenden Kategorien zunächst in eine medizinisch sinnvolle Reihenfolge. Verfassen Sie anschließend anhand der Schlüsselwörter selbstständig einen vollständigen Arztbrief und stellen Sie den Fall mündlich vor.
- Kompressionssonographie/Duplexsonographie der tiefen Beinvenen
- D-Dimer-Bestimmung
- Gerinnungsdiagnostik
- weitere laborchemische Diagnostik
- bei gesicherter TVT: Antikoagulation
- suffiziente Analgesie
- Hochlagerung des linken Beins
- Nikotinentwöhnungsberatung
- Gewichtsreduktion
- Tiefe Venenthrombose des linken Beins
- Differenzialdiagnose: Claudicatio intermittens
- Differenzialdiagnose: oberflächliche Thrombophlebitis
- Risikofaktoren: Adipositas, Nikotinabusus, Varikosis, Hormontherapie/orale Kontrazeptiva
Sozialanamnese
- Angestellte im Steuerbüro
- seit 15 Jahren in zweiter Ehe
- Zusammenleben mit Familie
- 9-jähriger Pflegesohn
- Wohnung im 3. Stock mit Aufzug
- Pflegesohn: Pediculosis capitis vor 2 Wochen, behandelt mit Nyda® und Läusekamm
Aktuelle Anamnese
- akuter Beginn vor 2 Tagen
- progrediente ziehende Schmerzen linker Unterschenkel
- Ausstrahlung in Sura und Planta pedis
- Dauerschmerz
- Ruhe 5/10
- Belastung 7/10
- kaum belastbar
- Linderung durch Hochlagerung
- Schwellung seit gestern
- Umfangsdifferenz links > rechts
- glänzende Haut
- rötlich-bläuliche Verfärbung
- Hyperthermie links
- trophisches Ekzem links seit 1 Jahr
- Dyspnoe verneint
- thorakale Schmerzen verneint
Allergien
- Amoxicillin – Urtikaria
- Laktoseintoleranz – Diarrhö, abdominelle Schmerzen
Noxen
- Nikotin 20 Zigaretten/Tag seit 30 Jahren
- ca. 20 Packungsjahre laut Brief
- Alkohol gelegentlich Wein/Bier
- Drogen verneint
Vegetative Anamnese
- Obstipation seit 10 Jahren
- Gewicht stabil
- Fieber verneint
- Nachtschweiß verneint
- Schüttelfrost verneint
- Übelkeit verneint
- Erbrechen verneint
- gelegentliche Schlafunterbrechung
Vorerkrankungen
- Varikosis seit 20 Jahren
- arterielle Hypertonie seit 12 Jahren, gut eingestellt
- seborrhoisches Ekzem
- Tendovaginitis linkes Handgelenk
- Fraktur linker Mittelfuß nach Fahrradsturz vor 12 Jahren
- Bandruptur linker Mittelfuß nach Fahrradsturz vor 12 Jahren
- Adipositas
- keine frühere Thrombose
- keine bekannte eigene Gerinnungsstörung
Persönliche Daten
- Nachname: Altmann
- Vorname: Elisabeth
- Alter: 57 Jahre
- Geburtsdatum: 11.03.1968
- Gewicht: 88 kg
- Größe: 166 cm
Voroperationen
- Laparotomie bei Extrauteringravidität vor 20 Jahren
- Hysterektomie vor 20 Jahren
- rechte Ovarektomie vor 20 Jahren
Familienanamnese
- Vater: mesenteriale Durchblutungsstörung, verstorben mit 75 Jahren
- Mutter: Pflegeheim
- Mutter: Varizen
- Mutter: Coxarthrose
- Mutter: Hüft-TEP
- Mutter: Re-TEP nach Infektion
- Mutter: bekannte Gerinnungsstörung
Gynäkologische Anamnese
- Menopause seit 9 Jahren
- klimakterische Beschwerden
- Extrauteringravidität vor 20 Jahren
- letzte gynäkologische Kontrolle vor 2 Jahren, unauffällig
Medikamente
- Votum plus® – 20/12,5 mg – 1-0-0
- Decoderm® Creme – bei Bedarf
- Femoston – seit 6 Monaten, 1-0-0
- Ibuprofen – 400 mg – bei Bedarf
- Movicol® – bei Bedarf
- Jaz® – seit 6 Monaten
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Auswertung Ihrer Fallvorstellung
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