Schmerzen

Einstieg

Schmerz ist eine unangenehme Empfindung, die sich beispielsweise als Brennen, Druck oder dumpfer Schmerz äußern und unterschiedliche Körperregionen betreffen kann. Schmerzen können auf eine Gewebeschädigung oder eine Funktionsstörung hinweisen und erfordern eine zeitnahe Beurteilung sowie gegebenenfalls eine sofortige Behandlung.

Betroffene erwarten vom Behandlungsteam häufig zunächst eine wirksame und umfassende Schmerzlinderung. Diese muss nicht ausschließlich medikamentös erfolgen: Auch Unterstützung, Zuwendung und Gespräche können dazu beitragen. Obwohl die richtige Diagnose eine zentrale Aufgabe ärztlichen Handelns ist, steht aus Sicht der Patienten oft die Schmerzlinderung im Vordergrund. Sie trägt wesentlich zur Zufriedenheit mit der Behandlung bei.

Eine sorgfältige Schmerzanamnese umfasst:

  • Lokalisation: Wo treten die Schmerzen auf?
  • Beginn und Verlauf: Seit wann bestehen die Schmerzen, und wie haben sie sich entwickelt?
  • Ausstrahlung: Strahlen die Schmerzen in andere Körperregionen aus?
  • Schmerzqualität: Sind die Schmerzen beispielsweise brennend, drückend, stechend oder dumpf?
  • Schmerzintensität: Wie stark sind die Schmerzen, beispielsweise auf einer Skala von 0 bis 10?
  • Verstärkende und lindernde Faktoren: Was verschlechtert oder verbessert die Schmerzen?
  • Frühere Episoden: Sind ähnliche Schmerzen bereits aufgetreten?
  • Bisherige Maßnahmen: Welche Behandlungen wurden versucht, und wie wirksam waren sie?
  • Mögliche Auslöser: Gibt es einen erkennbaren Zusammenhang mit bestimmten Ereignissen oder Situationen?
  • Begleitsymptome: Welche weiteren Beschwerden treten auf?

Schmerzen können auch andere medizinische Probleme beeinflussen. Sie können beispielsweise das Herz-Kreislauf-System belasten, ein Delir begünstigen, Angst verstärken und Schlafstörungen verursachen. Eine wirksame Schmerzbehandlung kann daher auch andere Beschwerden lindern oder verbessern.

Umgekehrt kann die Behandlung der zugrunde liegenden Erkrankung zur Schmerzlinderung beitragen. So kann bei einer bakteriellen Pharyngitis eine gezielte Antibiotikatherapie, sofern sie indiziert ist, auch die Schmerzen reduzieren. Dieser Effekt tritt jedoch erst mit einer gewissen Verzögerung nach Behandlungsbeginn ein.

Die Schmerztherapie orientiert sich an der Schmerzart, der Schmerzstärke und der zugrunde liegenden Ursache. Je nach Bedarf können die Dosierung angepasst, eine andere Medikamentengruppe gewählt oder mehrere Wirkstoffe sinnvoll miteinander kombiniert werden.

Ergänzend kommen nichtmedikamentöse Maßnahmen zum Einsatz, beispielsweise Physiotherapie, angepasste Bewegung, Wärme- oder Kälteanwendungen, Entspannungsverfahren sowie psychologische Unterstützung und Gespräche. Die Auswahl richtet sich nach der Schmerzursache und den individuellen Bedürfnissen.

Akute Schmerzen treten im Zusammenhang mit einer aktuellen Schädigung oder Erkrankung auf und sind meist zeitlich begrenzt. Als chronisch gelten in der Regel Schmerzen, die länger als drei Monate bestehen oder wiederholt auftreten.
Akute Schmerzen können chronisch werden, beispielsweise bei Rückenschmerzen. Umgekehrt können chronische Schmerzen akute Verschlechterungen zeigen, etwa bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen.

Viszerale Schmerzen gehen von inneren Organen aus. Sie sind häufig schlecht lokalisierbar und können als dumpf, drückend oder kolikartig empfunden werden. Eine Ausstrahlung in andere Körperregionen ist möglich.
Beispiele sind Schmerzen bei einem Myokardinfarkt, einer Nephrolithiasis oder einer symptomatischen Cholezystolithiasis.
Bei starken Schmerzen können je nach Ursache und Situation Opioidanalgetika eingesetzt werden.

Somatische Schmerzen entstehen beispielsweise in Haut, Muskeln, Knochen oder Gelenken. Sie sind häufig besser lokalisierbar und können sich bei Bewegung oder Druck verstärken.
Beispiele sind Schmerzen bei Frakturen, Pharyngitis oder Arthrose.
Je nach Schmerzstärke und Ursache kommen Nichtopioidanalgetika und gegebenenfalls Opioidanalgetika zum Einsatz.

Neuropathische Schmerzen entstehen durch eine Schädigung oder Erkrankung des somatosensorischen Nervensystems. Typisch sind brennende, elektrisierende oder einschießende Schmerzen, häufig begleitet von Kribbeln, Taubheit oder einer erhöhten Berührungsempfindlichkeit.
Beispiele sind die postherpetische Neuralgie, die schmerzhafte diabetische Neuropathie und radikuläre Schmerzen, etwa bei einer Ischialgie.
Zur Behandlung kommen unter anderem Gabapentinoide und bestimmte Antidepressiva, beispielsweise trizyklische Antidepressiva, infrage.

Schmerzen können im Zusammenhang mit psychischen Belastungen oder Erkrankungen auftreten beziehungsweise durch diese verstärkt werden. Bei Untersuchungen findet sich mitunter kein körperlicher Befund, der die Beschwerden ausreichend erklärt. Der Schmerz wird dennoch tatsächlich empfunden. Seine Intensität und sein Erscheinungsbild können schwanken.

Psychische Einflussfaktoren können bei allen Schmerzarten eine Rolle spielen. Ein fehlender erklärender Organbefund bedeutet daher nicht automatisch, dass die Schmerzen ausschließlich psychisch verursacht sind.

Die Schmerztherapie richtet sich nach Schmerzstärke, Schmerzursache und individuellem Risiko. Bei leichten bis mäßigen Schmerzen kann zunächst ein geeignetes Nichtopioidanalgetikum, beispielsweise Ibuprofen oder Paracetamol, eingesetzt werden. Nach dem erwarteten Wirkungseintritt wird geprüft, ob die Schmerzlinderung ausreicht. Bei unzureichender Wirkung wird die Behandlung angepasst oder ergänzt.

Ein starres Vorgehen von „schwach“ über „mittel“ zu „stark“ ist jedoch nicht immer sinnvoll. Bei akuten starken Schmerzen, etwa nach einem schweren Trauma, kann bereits zu Beginn ein starkes Opioid erforderlich sein. Auch bei einem akuten Koronarsyndrom kann Morphin bei starken anhaltenden Brustschmerzen unter Überwachung eingesetzt werden – jedoch nicht grundsätzlich bei jeder Herzerkrankung. Die Behandlung der Ursache erfolgt gleichzeitig und darf durch das Abwarten auf die Schmerzmittelwirkung nicht verzögert werden.

Fallbeispiele

Ein 43-jähriger Mann, 82 kg, kommt wegen seit 90 Minuten bestehender rechtsseitiger Flankenschmerzen in die Notaufnahme. Die Schmerzen treten wellenförmig auf, strahlen in die rechte Leiste aus und erreichen 9/10. Er läuft unruhig umher und hat einmal erbrochen. Vor drei Jahren hatte er bereits einen Harnstein. Bei seiner Arbeit in einer Großküche trinkt er häufig wenig.

Körperliche Untersuchung: Blutdruck 146/88 mmHg, Puls 96/min, Temperatur 36,8 °C. Rechtsseitiger Nierenlagerklopfschmerz; Abdomen weich, keine Abwehrspannung. Klinisch keine relevante Dehydratation.

Labor: Kreatinin 0,95 mg/dl, CRP 2 mg/l, Leukozyten 8,9 G/l. Im Urin Blutnachweis, jedoch keine Hinweise auf einen Harnwegsinfekt.

Weitere Diagnostik: Eine Niedrigdosis-CT ohne Kontrastmittel zeigt einen 4-mm-Stein im distalen rechten Harnleiter mit geringem Harnstau.

Erstbehandlung: Aufgrund des Erbrechens erhält der Patient Ketorolac 30 mg i.m. oder i.v. Eine erste Schmerzlinderung ist nach etwa 30 Minuten zu erwarten. Da die Schmerzen nicht ausreichend nachlassen, verabreicht der behandelnde Arzt zunächst 2,5 mg Morphin langsam i.v. unter Überwachung von Atmung, Sauerstoffsättigung und Kreislauf. Die weitere Dosierung richtet sich nach dem individuellen Ansprechen.

Vorsichtsmaßnahmen: Nierenfunktion und Flüssigkeitshaushalt wurden überprüft. Eine Ulkusanamnese, relevante kardiovaskuläre Erkrankungen und eine Antikoagulation liegen nicht vor. Weitere NSAR werden nicht zusätzlich gegeben.

Eine 52-jährige Frau, 91 kg, entwickelt nach dem Abendessen starke Schmerzen im rechten Oberbauch. Die Beschwerden bestehen seit einer Stunde, strahlen unter das rechte Schulterblatt aus und erreichen 7/10. Sie hat zweimal erbrochen. Eine ähnliche Episode trat bereits vor sechs Wochen auf. Ihr BMI beträgt 33 kg/m²; ihre Mutter wurde wegen Gallensteinen operiert.

Körperliche Untersuchung: Blutdruck 138/82 mmHg, Puls 88/min, Temperatur 36,7 °C. Druckschmerz im rechten Oberbauch, keine Abwehrspannung, kein eindeutiges Murphy-Zeichen und kein Ikterus.

Labor: Leukozyten 7,8 G/l, CRP 3 mg/l, Bilirubin 0,7 mg/dl. AP, GGT, Transaminasen, Lipase und Kreatinin liegen im Referenzbereich.

Weitere Diagnostik: Die Sonografie zeigt mehrere Gallenblasensteine ohne Wandverdickung oder Erweiterung der Gallenwege.

Erstbehandlung: Wegen des Erbrechens erhält die Patientin Diclofenac 50 mg rektal einmalig. Eine Wirkung wird nach ungefähr 30–60 Minuten erwartet und hält mehrere Stunden an. Anschließend werden Schmerz und Bauchbefund erneut beurteilt.

Vorsichtsmaßnahmen: Eine Ulkusanamnese, NSAR-Unverträglichkeit oder relevante kardiovaskuläre Erkrankung ist nicht bekannt. Andere NSAR werden nicht gleichzeitig gegeben. Bei weiteren ärztlich angeordneten Gaben beträgt die Tageshöchstdosis 150 mg.

Wegen der wiederholten symptomatischen Episode wird nach Abklingen der Kolik eine chirurgische Vorstellung zur Planung einer laparoskopischen Cholezystektomie veranlasst.

Eine 23-jährige Studentin, 61 kg, berichtet über krampfartige Unterbauchschmerzen seit Beginn ihrer Menstruation am Morgen. Die Schmerzstärke beträgt 6/10. Seit dem 16. Lebensjahr bestehen vergleichbare Beschwerden an den ersten beiden Blutungstagen. Zwischen den Menstruationen ist sie beschwerdefrei. Ihre Schwester hat ebenfalls ausgeprägte Regelschmerzen.

Körperliche Untersuchung: Temperatur 36,6 °C, Puls 76/min. Leichte mittige Unterbauchdruckempfindlichkeit, keine Abwehrspannung.

Labor: Der wegen einer möglichen Schwangerschaft durchgeführte Urin-Schwangerschaftstest ist negativ. Bei normal starker Blutung und fehlenden Infektionszeichen wird kein weiteres Labor veranlasst.

Weitere Diagnostik: Eine vor drei Monaten wegen derselben Beschwerden durchgeführte gynäkologische Untersuchung einschließlich Sonografie war unauffällig. Neue oder atypische Symptome bestehen nicht.

Erstbehandlung: Die Patientin nimmt Ibuprofen 400 mg p.o. ein. Bei erneutem Schmerz kann sie die Einnahme mit mindestens sechs Stunden Abstand wiederholen, maximal dreimal täglich beziehungsweise 1.200 mg innerhalb von 24 Stunden, für die ersten beiden Blutungstage.

Eine Linderung wird nach etwa 30–60 Minuten erwartet und hält ungefähr 4–6 Stunden an.

Vorsichtsmaßnahmen: Eine Nierenerkrankung, Ulkusanamnese oder NSAR-Unverträglichkeit liegt nicht vor. Andere NSAR werden nicht gleichzeitig eingenommen.

Eine 68-jährige Frau, 84 kg, klagt über seit sechs Monaten zunehmende Schmerzen im rechten Knie. Beim Treppensteigen erreichen sie 5/10; in Ruhe bestehen kaum Beschwerden. Nach längerem Sitzen schmerzen die ersten Schritte. Die morgendliche Steifigkeit dauert zehn Minuten. Vor 15 Jahren wurde sie am rechten Meniskus operiert.

Körperliche Untersuchung: Medialer Gelenkspaltdruckschmerz, Krepitationen und eingeschränkte Beugung bis 110°. Keine Rötung, deutliche Überwärmung oder größere Ergussbildung.

Labor: Bei fehlenden Hinweisen auf eine entzündliche oder infektiöse Gelenkerkrankung wird kein Labor angefordert.

Weitere Diagnostik: Eine bereits vorliegende Röntgenaufnahme zeigt eine mediale Gelenkspaltverschmälerung und Osteophyten.

Erstbehandlung: Die Patientin beginnt eine gezielte Bewegungstherapie mit zweimal wöchentlich 30 Minuten Physiotherapie für sechs Wochen. Ergänzend führt sie täglich etwa zehn Minuten der erlernten Übungen durch. Der Schwerpunkt liegt auf Quadrizepskräftigung und Verbesserung der Kniebeweglichkeit.

Eine funktionelle Verbesserung wird über mehrere Wochen erwartet. Die Übungen werden anschließend regelmäßig fortgeführt.

Als medikamentöse Therapie kann ein topisches NSAR, beispielsweise Diclofenac-Gel, eingesetzt werden. Bei unzureichender Wirkung oder ausgeprägteren Beschwerden kommen nach Prüfung der gastrointestinalen, renalen und kardiovaskulären Risiken auch NSAR in Tablettenform infrage.

Vorsichtsmaßnahmen: Wegen ihrer bisherigen Inaktivität wird die Belastung niedrig begonnen und schrittweise angepasst. Bei neu auftretender starker Schwellung oder Überwärmung wird das Knie erneut untersucht.

Eine 58-jährige Frau, 64 kg, stürzt auf die linke ausgestreckte Hand. Bei der Vorstellung beträgt der Schmerz 5/10. Sie hat eine bekannte Osteoporose.

Körperliche Untersuchung: Schwellung und Druckschmerz über dem distalen Radius, keine offene Wunde. Fingerbeweglichkeit, Sensibilität und Durchblutung sind vor und nach Anlage der Schiene erhalten.

Labor: Bei der unkomplizierten konservativen Versorgung ist kein Akutlabor erforderlich.

Weitere Diagnostik: Das Röntgenbild zeigt eine extraartikuläre, nicht verschobene distale Radiusfraktur.

Erstbehandlung: Die Radiusfraktur wird ruhiggestellt. Bei weiterhin starken Schmerzen erhält die Patientin zunächst Morphin 2 mg langsam i.v. Die Schmerzlinderung beginnt innerhalb weniger Minuten. Dabei werden Atemfrequenz, Sauerstoffsättigung, Blutdruck und Bewusstseinslage kontrolliert. Nach ausreichender Schmerzkontrolle wird bei weiterem Bedarf auf eine orale Nichtopioidanalgesie umgestellt.

Vorsichtsmaßnahmen: Eine Lebererkrankung liegt nicht vor. Weitere paracetamolhaltige Präparate werden nicht eingenommen. Zunehmende Schmerzen, Taubheit oder kalte Finger unter der Schiene führen zu einer sofortigen erneuten Untersuchung.

Eine unfallchirurgische Verlaufskontrolle wird vereinbart.

Ein 28-jähriger Lehrer, 74 kg, stellt sich wegen seit zwei Tagen bestehender Halsschmerzen vor. Beim Schlucken erreichen die Schmerzen 5/10. Zusätzlich berichtet er über Schnupfen und trockenen Husten. Mehrere Kinder seiner Klasse sind erkältet. Flüssigkeit kann er ausreichend trinken.

Körperliche Untersuchung: Temperatur 37,6 °C, Puls 80/min. Die Rachenschleimhaut ist gerötet, die Tonsillen sind nicht wesentlich vergrößert und zeigen keine Beläge. Keine schmerzhaften vorderen Halslymphknoten. Die Uvula steht mittig; keine Kieferklemme, kloßige Stimme oder Atemnot.

Labor: Bei mildem Verlauf und fehlenden Hinweisen auf eine systemische Infektion werden weder Blutbild noch CRP bestimmt.

Weitere Diagnostik: Schnupfen und Husten sprechen zusammen mit dem Untersuchungsbefund für eine virale Ursache. Ein Streptokokken-Schnelltest oder Rachenabstrich wird in diesem Fall nicht veranlasst.

Erstbehandlung: Zur Schmerzlinderung nimmt der Patient Ibuprofen 400 mg p.o. ein. Bei Bedarf kann er die Einnahme mit mindestens sechs Stunden Abstand wiederholen, maximal dreimal täglich beziehungsweise 1.200 mg innerhalb von 24 Stunden, zunächst für zwei Tage. Eine erste Linderung ist nach ungefähr 30–60 Minuten zu erwarten; die Wirkung hält etwa 4–6 Stunden an. Eine Antibiotikatherapie ist in diesem Fall nicht angezeigt.

Vorsichtsmaßnahmen: Der Patient hat keine Ulkusanamnese, Nierenerkrankung oder NSAR-Unverträglichkeit und nimmt keine Antikoagulanzien ein. Weitere NSAR werden nicht gleichzeitig eingenommen. Bei Atemnot, fehlender Trinkfähigkeit, zunehmenden einseitigen Beschwerden oder deutlicher Verschlechterung erfolgt eine erneute Untersuchung.

Ein 62-jähriger Mann, 86 kg, hat seit 16 Jahren Diabetes mellitus Typ 2. Seit vier Monaten bestehen beidseitige brennende Fußschmerzen, nachts bis 7/10. Die Bettdecke wird als schmerzhaft empfunden. Gleichzeitig fühlen sich die Zehen taub an.

Körperliche Untersuchung: Strumpfförmig vermindertes Berührungs- und Vibrationsempfinden sowie abgeschwächte Achillessehnenreflexe. Keine Wunden; Fußpulse tastbar.

Labor: HbA₁c 8,6 %, eGFR 78 ml/min/1,73 m². Vitamin B₁₂, TSH und Leberwerte unauffällig.

Weitere Diagnostik: Der symmetrische Befund passt zu einer diabetischen Polyneuropathie. Bei typischem Verlauf ohne motorische Ausfälle wird zunächst keine Elektroneurografie veranlasst.

Erstbehandlung: Der Patient beginnt Duloxetin 60 mg p.o. einmal täglich. Sein Blutdruck beträgt 128/78 mmHg. Relevante Lebererkrankungen und serotonerge Begleitmedikamente liegen nicht vor.

Eine erste Wirkung ist bereits in der ersten Woche möglich. Verträglichkeit und Blutdruck werden nach zwei Wochen, der Schmerzverlauf nach vier Wochen kontrolliert. Duloxetin wird regelmäßig und nicht bei Bedarf eingenommen.

Vorsichtsmaßnahmen: Übelkeit, Schwindel und ein möglicher Blutdruckanstieg werden besprochen. Beim späteren Absetzen wird ausgeschlichen.

Parallel werden die Diabetesbehandlung und die tägliche Fußkontrolle verbessert.

Eine 73-jährige Frau, 67 kg, leidet vier Monate nach einer linksseitigen Gürtelrose weiterhin unter brennenden Schmerzen an der seitlichen Brustwand. Bei Kontakt mit Kleidung erreichen sie 6/10. Die betroffene Fläche ist ungefähr handtellergroß. Wegen früherer Stürze möchte sie möglichst keine zusätzlich sedierende Medikation.

Körperliche Untersuchung: Vollständig abgeheilte Haut, umschriebene Allodynie im früher betroffenen Dermatom und geringe Hypästhesie. Keine neuen Bläschen.

Labor: Für die klinisch eindeutige Diagnose wird kein zusätzliches Labor angefordert.

Weitere Diagnostik: Aufgrund des typischen zeitlichen und örtlichen Zusammenhangs ist keine Bildgebung erforderlich.

Erstbehandlung: Die Patientin verwendet ein Lidocain-Pflaster 5 % kutan über dem schmerzhaften Areal. Es wird abends aufgeklebt und nach spätestens zwölf Stunden entfernt. Anschließend folgen mindestens zwölf Stunden ohne Pflaster.

Eine Linderung kann während der Anwendung auftreten. Der Nutzen wird nach zwei bis vier Wochen beurteilt. Bei fehlender Wirkung wird die Behandlung überprüft.

Bei unzureichender Schmerzlinderung wird zusätzlich Gabapentin verordnet. Bei normaler Nierenfunktion beginnt die Patientin mit 300 mg abends am ersten Tag, nimmt am zweiten Tag 300 mg morgens und abends und ab dem dritten Tag 300 mg dreimal täglich. Die weitere Dosissteigerung richtet sich nach Wirkung und Verträglichkeit. Bei älteren oder gebrechlichen Patientinnen wird langsamer eingeschlichen; bei eingeschränkter Nierenfunktion wird die Dosis angepasst.

Vorsichtsmaßnahmen: Das Pflaster wird ausschließlich auf intakte, abgeheilte Haut geklebt. Bei deutlicher Hautreizung wird es entfernt. Eine Allergie gegen Lidocain ist nicht bekannt.

Eine 44-jährige Frau berichtet über seit 14 Monaten bestehende Schmerzen im Schultergürtel, Rücken sowie in Armen und Beinen. Zusätzlich bestehen Erschöpfung und nicht erholsamer Schlaf. Nach stressreichen Arbeitstagen nehmen die Beschwerden zu. Körperliche Aktivitäten hat sie zunehmend eingestellt.

Körperliche Untersuchung: Diffuse Druckempfindlichkeit, keine Gelenkschwellungen, keine objektive Muskelschwäche und keine fokalen neurologischen Ausfälle.

Labor: Blutbild, CRP, TSH und CK unauffällig.

Weitere Diagnostik: Die klinische Beurteilung von Schmerzverteilung, Dauer und Begleitsymptomen ergibt ein Fibromyalgiesyndrom. Es bestehen keine konkreten Hinweise auf eine zusätzliche entzündliche oder neuromuskuläre Erkrankung.

Erstbehandlung: Die Patientin beginnt ein individuell angepasstes, angeleitetes Bewegungsprogramm. In den ersten zwei Wochen geht sie dreimal wöchentlich zehn Minuten in einem gut tolerierbaren Tempo. Bei guter Verträglichkeit wird der Umfang gemeinsam schrittweise angepasst.

Der Verlauf wird nach sechs Wochen beurteilt. Ziel sind bessere Belastbarkeit und Alltagsfunktion. Eine sofortige Schmerzfreiheit wird nicht erwartet.

Vorsichtsmaßnahmen: Eine deutliche, anhaltende Verschlechterung führt zur Anpassung des Programms. Die Fibromyalgie wird nicht als ausschließlich psychisch verursachte Erkrankung eingeordnet.

Bei ausgeprägten Schmerzen und Schlafstörungen kann ergänzend zu Bewegung und anderen nichtmedikamentösen Maßnahmen Amitriptylin eingesetzt werden. Die Behandlung beginnt beispielsweise mit 10 mg p.o. abends. Bei guter Verträglichkeit und unzureichender Wirkung kann nach ein bis zwei Wochen auf 25 mg abends gesteigert werden. Die Anwendung bei Fibromyalgie erfolgt in der Regel off-label; eine entsprechende Aufklärung ist erforderlich.

Eine 36-jährige Lehrerin berichtet über seit sieben Monaten bestehende Nacken- und Schultergürtelschmerzen. An Unterrichtstagen erreichen sie 5/10, am Wochenende häufig nur 2/10. Sie sitzt abends lange am Computer, schläft schlecht und bemerkt, dass sie bei Anspannung die Schultern hochzieht.

Körperliche Untersuchung: Druckempfindliche Schultergürtelmuskulatur und leicht eingeschränkte Halswirbelsäulenrotation. Keine Armschmerzen, Paresen, Sensibilitätsstörungen oder Reflexauffälligkeiten.

Labor: Ohne Hinweise auf eine systemische Erkrankung wird kein Labor angefordert.

Weitere Diagnostik: Bei fehlenden Warnzeichen und unauffälliger neurologischer Untersuchung wird zunächst keine Bildgebung durchgeführt.

Erstbehandlung: Die Patientin beginnt ein angeleitetes Bewegungs- und Kraftprogramm mit zweimal wöchentlich 30 Minuten für sechs Wochen. Die erlernten Übungen für Schultergürtel und Nacken führt sie zusätzlich täglich fünf bis zehn Minuten durch. Während der Unterrichtsvorbereitung legt sie kurze Bewegungspausen ein.

Die Wirkung wird nach sechs Wochen anhand von Schmerz, Beweglichkeit und Belastbarkeit beurteilt.

Vorsichtsmaßnahmen: Bei deutlicher Beschwerdezunahme wird das Training angepasst. Neu auftretende Schwäche oder Taubheit im Arm führt zu einer erneuten Untersuchung.

Spezielle Schmerztherapie

Typischer Fall: Eine 32-jährige Frau leidet seit dem Morgen unter rechtsseitigen, pulsierenden Kopfschmerzen mit Übelkeit und Lichtempfindlichkeit. Körperliche Bewegung verstärkt die Beschwerden. Vergleichbare Attacken sind seit mehreren Jahren bekannt. Ibuprofen hat diesmal nicht ausreichend geholfen. Die neurologische Untersuchung und der Blutdruck sind unauffällig.

Behandlungsmöglichkeiten: Sumatriptan kann als Tablette, Nasenspray oder subkutane Injektion eingesetzt werden. Die Anwendungsform richtet sich insbesondere nach Erbrechen und gewünschter Wirkungsgeschwindigkeit. Die folgenden Dosierungen gelten für Erwachsene.

Orale Behandlung: Da die Patientin nicht erbricht, nimmt sie zunächst Sumatriptan 50 mg p.o., beispielsweise Imigran 50 mg, ein. Eine erste Wirkung kann nach ungefähr 30 Minuten einsetzen. Wenn die Beschwerden zunächst nachlassen und später wiederkehren, können nach mindestens zwei Stunden erneut 50 mg eingenommen werden. Für das genannte verschreibungspflichtige Präparat gilt eine Höchstdosis von 300 mg innerhalb von 24 Stunden. Bei vollständig fehlender Wirkung wird für dieselbe Attacke keine zweite Dosis genommen.

Nasenspray: Bei ausgeprägter Übelkeit oder Erbrechen kommt Sumatriptan 20 mg intranasal, beispielsweise Imigran Nasal 20 mg, infrage. Eine Einzeldosis wird in ein Nasenloch gesprüht. Eine erste Wirkung kann nach ungefähr 15 Minuten auftreten. Bei zunächst erfolgreicher Behandlung und anschließend wiederkehrenden Beschwerden kann frühestens nach zwei Stunden eine weitere Dosis gegeben werden. Höchstens zwei Einzeldosen zu je 20 mg innerhalb von 24 Stunden. Bei vollständig fehlender Wirkung wird für dieselbe Attacke keine zweite Dosis angewendet.

Subkutane Injektion: Bei einer besonders starken Attacke, wiederholtem Erbrechen oder erforderlicher schneller Wirkung kann Sumatriptan 6 mg s.c., beispielsweise Imigran-Inject, eingesetzt werden. Eine erste Wirkung kann nach ungefähr 10–15 Minuten eintreten. Wenn die Schmerzen zunächst nachlassen und später wiederkehren, ist frühestens nach einer Stunde eine weitere Injektion von 6 mg möglich. Höchstens 12 mg innerhalb von 24 Stunden. Bei vollständig fehlender Wirkung wird für dieselbe Attacke keine zweite Injektion gegeben. Nicht intravenös verabreichen.

Nebenwirkungen: Möglich sind Schwindel, Müdigkeit, Kribbeln, Wärmegefühl und ein vorübergehendes Druck- oder Engegefühl. Ausgeprägte oder anhaltende Brustschmerzen erfordern eine sofortige Abklärung.

Kontraindikationen und Vorsichtsmaßnahmen: Sumatriptan darf unter anderem bei koronarer Herzkrankheit, früherem Schlaganfall oder TIA, peripherer arterieller Verschlusskrankheit, unkontrollierter Hypertonie und schwerer Leberfunktionsstörung nicht eingesetzt werden. Keine gleichzeitige Anwendung mit anderen Triptanen oder Ergotaminen; vorgeschriebene Einnahmeabstände beachten. Auch eine Behandlung mit MAO-Hemmern kann die Anwendung ausschließen.

Typischer Fall: Eine 61-jährige Frau beschreibt sekundenlange, elektrisierende Schmerzen in der rechten Wange und im Unterkiefer. Zähneputzen und Kauen lösen die Attacken aus. Zwischen den Attacken ist sie weitgehend beschwerdefrei. Zahnärztlich findet sich keine Ursache. Die neurologische Abklärung einschließlich MRT ist erfolgt.

Behandlung: Die Patientin beginnt mit Carbamazepin, beispielsweise Tegretal 200 mg Tabletten.

Dosis und Wiederholung: Zunächst nimmt sie 100 mg p.o. morgens und abends, entsprechend jeweils einer halben teilbaren 200-mg-Tablette. Bei weiterbestehenden Attacken wird die Dosis langsam ärztlich gesteuert erhöht, häufig auf insgesamt 400–800 mg täglich, verteilt auf mehrere Einnahmen. Carbamazepin wird regelmäßig eingenommen und eignet sich nicht als einzelne Bedarfsdosis während einer Attacke.

Nebenwirkungen: Möglich sind Müdigkeit, Schwindel, Doppelbilder, Gangunsicherheit und Hyponatriämie. Selten treten schwere Hautreaktionen, Blutbildveränderungen oder Leberschädigungen auf.

Kontraindikationen und Vorsichtsmaßnahmen: Gegenanzeigen sind unter anderem AV-Block, vorausgegangene Knochenmarkschädigung, bestimmte Porphyrien und eine gleichzeitige beziehungsweise kürzlich erfolgte Behandlung mit MAO-Hemmern. Vor Beginn und im Verlauf werden Blutbild, Leberwerte und Natrium kontrolliert. Zahlreiche Wechselwirkungen sind zu beachten, unter anderem mit hormonellen Kontrazeptiva und Antikoagulanzien. Hautausschlag, Fieber oder Schleimhautveränderungen müssen sofort ärztlich beurteilt werden.

Typischer Fall: Ein 52-jähriger Mann entwickelt über Nacht starke Schmerzen im rechten Großzehengrundgelenk. Das Gelenk ist gerötet, überwärmt und geschwollen. Vergleichbare Anfälle sind bekannt; eine frühere Gelenkpunktion hat Uratkristalle nachgewiesen. Er hat kein Fieber. Nierenfunktion, Leberwerte und Blutbild sind unauffällig.

Behandlung: Eine mögliche Behandlung ist Colchicin, beispielsweise Colchicin-ratiopharm 0,5 mg Tabletten.

Dosis und Wiederholung: Der Patient nimmt 0,5 mg p.o. morgens und abends, zunächst für zwei Tage. Bei fortbestehenden Beschwerden und guter Verträglichkeit wird die Behandlung am dritten Tag fortgesetzt. Sobald der Anfall abgeklungen ist, wird sie beendet. Fehlt nach zwei bis drei Tagen eine Besserung, muss die Behandlung überprüft werden. Für das genannte Präparat gilt eine Höchstdosis von 6 mg pro Behandlungszyklus. Ein neuer Zyklus darf frühestens 72 Stunden nach Ende des vorherigen beginnen.

Nebenwirkungen: Durchfall, Übelkeit, Erbrechen und Bauchschmerzen können Zeichen einer beginnenden Vergiftung sein. In diesem Fall wird Colchicin sofort abgesetzt und eine ärztliche Abklärung veranlasst. Selten entstehen schwere Blutbildveränderungen oder Muskelschädigungen.

Kontraindikationen und Vorsichtsmaßnahmen: Nicht bei schwerer Nieren- oder Leberfunktionsstörung sowie bestehenden Blutbildstörungen einsetzen. Gefährliche Wechselwirkungen bestehen insbesondere mit Clarithromycin, bestimmten Azol-Antimykotika, Ciclosporin und weiteren CYP3A4- oder P-Glykoprotein-Hemmern. Bei leichter bis mittelschwerer Nieren- oder Leberfunktionsstörung muss die Dosis für dieses Präparat reduziert werden.

Therapie

Wirkstoff Handelsnamen Formen Typische Stärken Einzeldosis und Anwendung Tagesdosis / Höchstgrenze Wichtige Nebenwirkungen Kontraindikationen und Vorsichtsmaßnahmen Einsatzgebiete Schmerzart
Paracetamol ben-u-ron; Paracetamol-ratiopharm; Perfalgan Tabletten, Zäpfchen, Saft, Infusionslösung Tabletten: 500/1.000 mg; Infusion: 10 mg/ml P.o.: 500–1.000 mg, üblicherweise mindestens 6 Stunden Abstand. I.v.: 1.000 mg über 15 Minuten bei über 50 kg; mindestens 4 Stunden Abstand Präparatabhängig höchstens 3–4 g/Tag; bei Risikofaktoren weniger. Alle Verabreichungswege zusammenrechnen Besonders bei Überdosierung schwere Leberschädigung; selten schwere Haut- oder allergische Reaktionen Schwere Leberfunktionsstörung; Dosisanpassung bei Leberrisiken, Mangelernährung oder geringem Gewicht. Bei schwerer Niereninsuffizienz längere Abstände Leichte bis mäßige akute Schmerzen; ergänzende postoperative oder posttraumatische Analgesie Nozizeptiv, überwiegend somatisch
Metamizol Novalgin; Novaminsulfon-ratiopharm; Metamizol HEXAL Tabletten, Tropfen, Zäpfchen, Injektionslösung Tabletten: 500 mg; Tropfen und Injektionslösung häufig 500 mg/ml P.o.: 500–1.000 mg alle 6–8 Stunden bei Erwachsenen über 53 kg. Parenterale Dosierung gesondert festlegen; i.v. langsam und unter Überwachung Oral höchstens 4.000 mg/Tag. Parenterale Höchstgrenzen richten sich nach dem konkreten Präparat Agranulozytose, Anaphylaxie, Blutdruckabfall; selten Leberschädigung Frühere metamizolbedingte Agranulozytose, relevante Blutbildungsstörungen, bestimmte Analgetika-Unverträglichkeiten; letztes Schwangerschaftsdrittel. Bei Fieber, Halsschmerzen oder Schleimhautläsionen sofort absetzen und Blutbild prüfen Starke postoperative, posttraumatische und Tumorschmerzen; Koliken; andere starke Schmerzen, wenn Alternativen ungeeignet sind Nozizeptiv, somatisch und viszeral
Wirkstoff Drei Handelsnamen Formen Typische Stärken Einzeldosis und Anwendung Tagesdosis / Höchstgrenze Wichtige Nebenwirkungen Kontraindikationen und Vorsichtsmaßnahmen Einsatzgebiete Schmerzart
Ibuprofen Nurofen; Dolgit; Ibu-ratiopharm Tabletten, Kapseln, Suspension, Zäpfchen 200/400/600/800 mg Kurzfristige Analgesie meist 200–400 mg p.o.; bei 400 mg mindestens 6 Stunden Abstand. Ärztlich verordnet gegebenenfalls höhere Einzeldosen Selbstmedikation höchstens 1.200 mg/Tag; bei geeigneter Indikation ärztlich bis 2.400 mg/Tag Magenbeschwerden, Ulzera, Blutungen, Nierenschädigung, Ödeme, Blutdruckanstieg Aktive oder wiederkehrende Ulzera, relevante Blutungen, schwere Organinsuffizienz, NSAR-Allergie; letztes Schwangerschaftsdrittel. Vorsicht bei Dehydratation und Antikoagulation Dysmenorrhö, Muskel- und Gelenkschmerzen, Verletzungsschmerzen, schmerzhafte Pharyngitis Nozizeptiv, somatisch und teilweise viszeral
Diclofenac Voltaren; Diclac; Diclofenac-ratiopharm Tabletten, Retardpräparate, Zäpfchen; je nach Präparat Injektionen Unretardiert: 25/50 mg; retardiert: beispielsweise 75/100 mg; Zäpfchen: 50/100 mg Beispielsweise 25–50 mg p.o. oder 50 mg rektal. Häufigkeit abhängig von Präparat und Verlauf Systemisch höchstens 150 mg/Tag Gastrointestinale Blutungen, Nierenfunktionsstörung, erhöhte Leberwerte, Ödeme; erhöhtes arterielles Thromboserisiko Unter anderem Ulzera, schwere Organinsuffizienz, bekannte KHK, pAVK, zerebrovaskuläre Erkrankung oder Herzinsuffizienz NYHA II–IV; letztes Schwangerschaftsdrittel Nieren- und Gallenkolik; entzündliche und degenerative Gelenkbeschwerden Nozizeptiv, somatisch und viszeral
Naproxen Dolormin für Frauen; Dolormin GS; Naproxen-CT Tabletten 250/500 mg Häufig 250–500 mg p.o., beispielsweise zweimal täglich. Akut- und Selbstmedikationsschemata sind präparatabhängig Selbstmedikation bei entsprechenden Präparaten höchstens 750 mg/Tag; ärztlich häufig 500–1.000 mg/Tag. Bestimmte Akutschemata erlauben kurzfristig bis 1.250 mg/Tag Ulzera und Blutungen, Nierenfunktionsstörung, Ödeme, Blutdruckanstieg NSAR-Kontraindikationen; besondere Vorsicht bei gastrointestinalem Risiko, Niereninsuffizienz und Antikoagulation Dysmenorrhö, Arthritis, Arthrosebeschwerden, akuter Gichtanfall entsprechend Präparatzulassung Nozizeptiv, somatisch und teilweise viszeral
Dexketoprofen Sympal; Keral; Enantyum — teilweise internationale Namen Tabletten, Granulat beziehungsweise orale Lösung; Injektions-/Infusionslösung Oral: 25 mg; parenteral: 50 mg/2 ml P.o.: 25 mg alle 8 Stunden oder 12,5 mg alle 4–6 Stunden. Parenteral: 50 mg alle 8–12 Stunden, falls erforderlich Oral höchstens 75 mg/Tag; parenteral höchstens 150 mg/Tag, üblicherweise maximal 2 Tage. Bei Alter oder Organfunktionsstörung niedrigere Grenzen Übelkeit, Bauchschmerzen, Ulzera, Blutungen, Nierenschädigung NSAR-Kontraindikationen; bei eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion präparatabhängige Einschränkungen. Nicht für eine unkritische Langzeitanwendung Kurzfristige akute Muskel-, Zahn-, Menstruations- und postoperative Schmerzen Nozizeptiv, somatisch und viszeral
Ketorolac Toradol; Droal; Tonum — internationale Präparate Injektionslösung; international auch Tabletten Injektion häufig 30 mg/ml; Tabletten: 10 mg Nach britischer Toradol-Fachinformation zunächst 10 mg i.v./i.m., anschließend 10–30 mg alle 4–6 Stunden nach Bedarf In diesem Schema höchstens 90 mg/Tag; bei älteren Personen, eingeschränkter Nierenfunktion oder unter 50 kg höchstens 60 mg/Tag. Parenteral maximal 2 Tage Besonders gastrointestinales Blutungsrisiko, Nierenschädigung, Blutungsneigung Ulkus oder gastrointestinale Blutung in der Vorgeschichte, relevante Niereninsuffizienz, Volumenmangel und erhöhte Blutungsneigung; keine weiteren NSAR. Nationale Zulassung beachten Kurzzeitige akute Schmerzen, insbesondere postoperativ entsprechend örtlicher Zulassung Nozizeptiv, somatisch und viszeral
Wirkstoff Drei Handelsnamen Formen Typische Stärken Einzeldosis und Anwendung Tagesdosis / Höchstgrenze Wichtige Nebenwirkungen Kontraindikationen und Vorsichtsmaßnahmen Einsatzgebiete Schmerzart
Diclofenac Voltaren Schmerzgel; Diclac Schmerzgel; Diclo-ratiopharm Schmerzgel Gel Beispielsweise 1 % Diclofenac-Natrium beziehungsweise 1,16 % Diclofenacdiethylamin; höher konzentrierte Gele erhältlich Bei niedrig konzentrierten Gelen häufig 2–4 g kutan drei- bis viermal täglich; höher konzentrierte Präparate meist zweimal täglich Präparatabhängig; bei manchen niedrig konzentrierten Gelen höchstens 16 g Gel/Tag Hautrötung, Juckreiz, Kontaktdermatitis; bei großflächiger Anwendung systemische Effekte möglich Nicht auf offene oder entzündete Haut; NSAR-Allergie beachten. Keine luftdichten Verbände; letztes Schwangerschaftsdrittel Lokal begrenzte Muskel-, Sehnen- und Gelenkschmerzen; Arthrosebeschwerden entsprechend Präparatzulassung Somatisch-nozizeptiv
Wirkstoff Drei Handelsnamen Formen Typische Stärken Einzeldosis und Anwendung Tagesdosis / Höchstgrenze Wichtige Nebenwirkungen Kontraindikationen und Vorsichtsmaßnahmen Einsatzgebiete Schmerzart
Tramadol Tramal; Tramagit; Tramadol-ratiopharm Kapseln, Tropfen, Retardpräparate, Zäpfchen, Injektionslösung Unretardiert: 50 mg; retardiert häufig 100/150/200 mg; Tropfen häufig 100 mg/ml Unretardiert 50–100 mg p.o. alle 4–6 Stunden. Retardpräparate meist zweimal täglich, präparatabhängig Üblicherweise höchstens 400 mg/Tag; bei älteren Personen oder Organfunktionsstörung gegebenenfalls weniger beziehungsweise längere Abstände Übelkeit, Schwindel, Sedierung, Obstipation; Krampfanfälle, Serotoninsyndrom, Atemdepression Unkontrollierte Epilepsie, MAO-Hemmer beziehungsweise Einnahme innerhalb der letzten 14 Tage, akute Intoxikation mit zentral dämpfenden Substanzen. Vorsicht mit serotonergen Medikamenten Mäßig starke bis starke Schmerzen bei geeigneter Indikation Vorwiegend nozizeptiv; bei neuropathischen Schmerzen keine reguläre erste Wahl
Tilidin/Naloxon Valoron N; Tilidin-ratiopharm plus; Tilidin AL comp. Tropfen, Retardtabletten Retardiert beispielsweise 50/4, 100/8, 150/12 oder 200/16 mg Bei opioidnaiven Erwachsenen beispielsweise 50/4 mg retard p.o. alle 12 Stunden; individuell titrieren Bezogen auf Tilidin meist 100–600 mg/Tag, bei Retardpräparaten in zwei Gaben; höchstens 600 mg Tilidin/Tag Übelkeit, Schwindel, Müdigkeit, Schwitzen; Abhängigkeit und Atemdepression insbesondere bei Risikokonstellationen Besondere Vorsicht bei schwerer Leberinsuffizienz und zentral dämpfenden Begleitmitteln. Naloxon verhindert bei korrekter Einnahme nicht sämtliche Opioidrisiken Stärkere Schmerzen, wenn eine Opioidbehandlung begründet ist Vorwiegend nozizeptiv
Morphin MSI Mundipharma; MST Mundipharma; Oramorph Injektionslösung, orale Lösung, unretardierte und retardierte Präparate Beispielsweise 10 mg/ml als Injektion; Retardtabletten 10/30/60/100/200 mg; weitere Stärken verfügbar Akut beispielsweise 1–2 mg langsam i.v., nach Wirkung unter Überwachung titrieren. Unretardiert p.o. bei opioidnaiven Erwachsenen häufig 5–10 mg, individuell angepasst Keine allgemeine feste Tageshöchstdosis; Begrenzung durch Wirkung, Nebenwirkungen und Organfunktion Atemdepression, Sedierung, Übelkeit, Obstipation, Harnverhalt, Hypotonie Relevante Atemdepression, paralytischer Ileus; bei Niereninsuffizienz Gefahr der Metabolitenakkumulation. Retardformen nicht zur schnellen Akuttitration Starke Fraktur-, postoperative und Tumorschmerzen Vor allem starke nozizeptive Schmerzen
Oxycodon Oxygesic; Oxycodon-ratiopharm; Oxycodon HEXAL Unretardierte Kapseln/Tabletten, Retardtabletten; weitere Formen präparatabhängig Unretardiert beispielsweise 5/10/20 mg; retardiert beispielsweise 5–80 mg Unretardiert bei opioidnaiven Erwachsenen häufig 5 mg p.o. alle 6 Stunden; retardiert häufig 5–10 mg alle 12 Stunden, abhängig vom Risikoprofil Keine allgemeine feste Tageshöchstdosis; individuell titrieren Atemdepression, Sedierung, Übelkeit, Obstipation, Juckreiz Relevante Atemdepression, paralytischer Ileus; Dosisanpassung bei Organfunktionsstörung. CYP3A4-Wechselwirkungen beachten; Retardtabletten nicht zerkauen Starke postoperative, Tumor- und andere geeignete starke Schmerzen Vorwiegend nozizeptiv
Hydromorphon Palladon; Hydromorphon-ratiopharm; Hydromorphon-dura Unretardierte Kapseln, Retardpräparate, Injektionslösung Unretardiert: 1,3/2,6 mg; retardiert beispielsweise 4/8/16/24 mg Unretardiert häufig zunächst 1,3 mg p.o. alle 4 Stunden; bei ausgewählten Patienten 2,6 mg. Retarddosierung gesondert festlegen Keine allgemeine feste Tageshöchstdosis; individuell titrieren Atemdepression, Sedierung, Obstipation, Übelkeit Relevante Atemdepression, paralytischer Ileus; Vorsicht bei Nieren- und Leberinsuffizienz. Umrechnung von anderen Opioiden nur mit geeigneter Äquivalenzberechnung Starke Schmerzen, besonders in Tumor- und Palliativsituationen; weitere geeignete Indikationen Vorwiegend nozizeptiv
Fentanyl, transdermal Durogesic SMAT; Fentanyl-ratiopharm; Matrifen — teilweise internationale Präparate Transdermale Pflaster Beispielsweise 12/25/50/75/100 µg/h Pflasterstärke anhand einer bereits bestehenden Opioidtherapie und einer geeigneten Umrechnung wählen; Wechsel meist alle 72 Stunden Keine pauschale Tageshöchstdosis; kontinuierliche Abgabe in µg/h, nicht als übliche Einzeldosis in mg Atemdepression, Sedierung, Obstipation, Übelkeit; Überdosierung bei erhöhter Aufnahme Nicht für akute Schmerzen oder eine routinemäßige Neueinstellung opioidnaiver Patienten. Keine Wärmflasche oder Heizkissen auf das Pflaster; Fieber und CYP3A4-Wechselwirkungen beachten Starke chronische Schmerzen bei geeignetem, möglichst stabilem Opioidbedarf Vorwiegend chronisch-nozizeptiv
Buprenorphin, transdermal Norspan; Transtec PRO; Buprenorphin-ratiopharm Transdermale Pflaster 7-Tage-Systeme beispielsweise 5/10/20/30/40 µg/h; andere Systeme 35/52,5/70 µg/h Bei geeignetem opioidnaivem Patienten kann ein 7-Tage-Pflaster mit 5 µg/h begonnen werden. Andere Systeme erfordern ein eigenes Schema Beim Norspan-Schema höchstens 40 µg/h; Transtec-PRO-Systeme haben andere Grenzen. Systeme nicht gleichsetzen Übelkeit, Obstipation, Schwindel, Sedierung, Hautreaktionen; Atemdepression Nicht zur raschen Behandlung akuter Schmerzen. Hitze vermeiden; Vorsicht mit sedierenden Mitteln. Pflaster nicht zerschneiden Geeignete chronische Schmerzen; je nach System mäßig starke oder starke Schmerzen Vorwiegend chronisch-nozizeptiv
Wirkstoff Drei Handelsnamen Formen Typische Stärken Einzeldosis und Anwendung Tagesdosis / Höchstgrenze Wichtige Nebenwirkungen Kontraindikationen und Vorsichtsmaßnahmen Einsatzgebiete Schmerzart
Pregabalin Lyrica; Pregabalin-ratiopharm; PregabaHEXAL Kapseln, teilweise Tabletten, orale Lösung Kapseln: 25–300 mg; Lösung: 20 mg/ml Bei normaler Nierenfunktion Beginn beispielsweise mit 75 mg p.o. zweimal täglich; bei Gebrechlichkeit individuell niedriger 150–600 mg/Tag in zwei oder drei Gaben; höchstens 600 mg/Tag bei normaler Nierenfunktion Schwindel, Müdigkeit, Ödeme, Gewichtszunahme; Atemdepression, Abhängigkeit und Entzug Überempfindlichkeit; bei Niereninsuffizienz Dosisanpassung. Vorsicht mit Opioiden und anderen Sedativa; ausschleichend absetzen Schmerzhafte diabetische Polyneuropathie, postherpetische Neuralgie, weitere periphere oder zentrale neuropathische Schmerzen Neuropathisch
Gabapentin Neurontin; Gabapentin-ratiopharm; Gabapentin HEXAL Kapseln, Tabletten Kapseln: 100/300/400 mg; Tabletten: 600/800 mg Mögliches Schema: Tag 1 300 mg einmal, Tag 2 300 mg zweimal, Tag 3 300 mg dreimal p.o.; bei erhöhtem Risiko langsamer Häufig 900–3.600 mg/Tag in drei Gaben; höchstens 3.600 mg/Tag bei normaler Nierenfunktion Müdigkeit, Schwindel, Ataxie, Ödeme; Atemdepression bei Risikokonstellationen, Abhängigkeit und Entzug Überempfindlichkeit; renal dosieren. Vorsicht mit Opioiden und anderen Sedativa; nicht abrupt absetzen Schmerzhafte diabetische Polyneuropathie, postherpetische Neuralgie, andere periphere neuropathische Schmerzen Neuropathisch
Wirkstoff Drei Handelsnamen Formen Typische Stärken Einzeldosis und Anwendung Tagesdosis / Höchstgrenze Wichtige Nebenwirkungen Kontraindikationen und Vorsichtsmaßnahmen Einsatzgebiete Schmerzart
Duloxetin — SNRI Cymbalta; Duloxetin-ratiopharm; Duloxetin Viatris Magensaftresistente Kapseln 30/60 mg Bei schmerzhafter diabetischer Neuropathie regulär 60 mg p.o. einmal täglich Üblicherweise 60 mg/Tag, bei ausgewählten Patienten bis 120 mg/Tag; höhere Dosen bringen nicht zuverlässig mehr Nutzen Übelkeit, Schwitzen, Mundtrockenheit, Schwindel, Blutdruckanstieg; Serotoninsyndrom, Absetzsymptome Relevante Lebererkrankung, Kreatinin-Clearance unter 30 ml/min, unkontrollierte Hypertonie bei Beginn; bestimmte MAO-Hemmer und starke CYP1A2-Hemmer Schmerzhafte diabetische Polyneuropathie; Fibromyalgie in Deutschland gegebenenfalls off-label Neuropathisch; bei Fibromyalgie noziplastisch
Amitriptylin — trizyklisches Antidepressivum Amineurin; Saroten; Amitriptylin-neuraxpharm Tabletten, teilweise Retardpräparate, orale Lösung Beispielsweise 10/25/50 mg; Salz- und Wirkstoffangaben unterscheiden sich zwischen Präparaten Beginn meist 10–25 mg p.o. abends, anschließend langsame Steigerung Bei neuropathischen Schmerzen meist 25–75 mg/Tag. Höhere Dosen nur nach gesonderter Bewertung; keine pauschale Höchstgrenze für alle Indikationen Müdigkeit, Mundtrockenheit, Obstipation, Harnverhalt, Gewichtszunahme, orthostatische Hypotonie, Rhythmusstörungen Frischer Myokardinfarkt, relevante Rhythmus-/Leitungsstörungen, bestimmte MAO-Hemmer; Vorsicht bei Engwinkelglaukom und Harnverhalt Neuropathische Schmerzen; Prophylaxe chronischer Spannungskopfschmerzen und Migräne; Fibromyalgie gegebenenfalls off-label Neuropathisch; ausgewählte chronische beziehungsweise noziplastische Schmerzen
Wirkstoff Drei Handelsnamen Formen Typische Stärken Einzeldosis und Anwendung Tagesdosis / Höchstgrenze Wichtige Nebenwirkungen Kontraindikationen und Vorsichtsmaßnahmen Einsatzgebiete Schmerzart
Lidocain Versatis; Xylocain; Lidocain B. Braun — unterschiedliche Formen Wirkstoffpflaster; andere Präparate als Injektion, Gel oder Spray Versatis: 5 %, 700 mg/Pflaster; Injektionen beispielsweise 1 % oder 2 % Bei postherpetischer Neuralgie 1–3 Pflaster kutan, abhängig von der Fläche Höchstens 3 Pflaster gleichzeitig, maximal 12 Stunden/24 Stunden, danach mindestens 12 Stunden Pause. Diese Grenze gilt ausschließlich für das Pflaster Lokale Hautreaktionen; bei zu hoher systemischer Aufnahme neurologische und kardiale Toxizität Allergie gegen Amid-Lokalanästhetika; Pflaster nur auf intakte, abgeheilte Haut. Injektionsdosen separat nach Technik, Körpergewicht und Präparat bestimmen Pflaster: umschriebene postherpetische Neuralgie; andere Formen: lokale oder regionale Anästhesie Lokalisiert neuropathisch; bei Anästhesie Blockade der Schmerzleitung
Wirkstoff Drei Handelsnamen Formen Typische Stärken Einzeldosis und Anwendung Tagesdosis / Höchstgrenze Wichtige Nebenwirkungen Kontraindikationen und Vorsichtsmaßnahmen Einsatzgebiete Schmerzart
Celecoxib Celebrex; Celecoxib-ratiopharm; Celecoxib TAD Hartkapseln 100/200 mg Bei Arthrose häufig 200 mg p.o. einmal täglich oder 100 mg zweimal täglich; bei anderen zugelassenen Indikationen gegebenenfalls höher Üblicherweise 200–400 mg/Tag, höchstens 400 mg/Tag Bauchbeschwerden, Ödeme, Blutdruckanstieg, Nierenfunktionsstörung; thrombotische Ereignisse Bekannte KHK, pAVK oder zerebrovaskuläre Erkrankung, Herzinsuffizienz NYHA II–IV, aktive Ulzera, schwere Nieren-/Leberinsuffizienz; Sulfonamidüberempfindlichkeit; Schwangerschaft Arthrose, rheumatoide Arthritis, ankylosierende Spondylitis Somatisch-nozizeptiv, besonders entzündlich
Etoricoxib Arcoxia; Etoricoxib-ratiopharm; Etoriax Filmtabletten 30/60/90/120 mg Einmal täglich p.o.: Arthrose meist 30 mg; rheumatoide Arthritis oder ankylosierende Spondylitis meist 60 mg; akuter Gichtanfall 120 mg Indikationsabhängig: Arthrose höchstens 60 mg/Tag; RA/Spondylitis höchstens 90 mg/Tag; Gicht 120 mg/Tag maximal 8 Tage; postoperative Zahnschmerzen 90 mg/Tag maximal 3 Tage Blutdruckanstieg, Ödeme, Nierenfunktionsstörung, gastrointestinale Beschwerden; thrombotische Ereignisse Unter anderem unzureichend kontrollierter Blutdruck über 140/90 mmHg, bekannte Gefäßerkrankungen, Herzinsuffizienz NYHA II–IV, aktive Ulzera, schwere Organinsuffizienz; Schwangerschaft Arthrose, rheumatoide Arthritis, ankylosierende Spondylitis, akuter Gichtanfall, kurzfristig postoperative Zahnschmerzen Somatisch-nozizeptiv, häufig entzündlich

Kombinationsanalgetika

Wirkstoffe Handelsname – Beispiel Form und Stärke Einzeldosis Wiederholung und Tageshöchstdosis Wichtige Nebenwirkungen Kontraindikationen und Vorsichtsmaßnahmen
ASS + Paracetamol + Koffein Thomapyrin Intensiv Pro Tablette 250 mg ASS + 250 mg Paracetamol + 50 mg Koffein Bei Migräne üblicherweise 2 Tabletten p.o. Bei Bedarf nach 4–8 Stunden; höchstens 6 Tabletten/24 Stunden Magenbeschwerden, Blutungen, Unruhe, Herzklopfen und Schlafstörungen Gegenanzeigen von ASS und Paracetamol beachten. Keine zusätzliche unkontrollierte Einnahme derselben Wirkstoffe. Koffein kann Angst, Herzklopfen und Schlafstörungen verstärken.

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