Begrüßung
Guten Tag, sehr geehrter Herr Professor Doktor …,
ich möchte Ihnen nun den Patienten Berthold Kröger vorstellen.
Er ist 64 Jahre alt, 1,75 m groß und wiegt etwa 88 kg. Daraus ergibt sich ein Body-Mass-Index (BMI) von ca. 28,7 kg/m², womit er dem Übergewicht (Präadipositas) zuzuordnen ist.
Aktuelle Anamnese
Der Patient stellte sich aufgrund seit gestern bestehender linksseitiger Unterbauchschmerzen vor, die etwa zwei Stunden nach dem Abendessen einsetzten.
Initial sind die Schmerzen laut seinen Angaben eher leicht gewesen, im Verlauf jedoch progredient zunehmend.
Die Schmerzen sind dumpf-drückend und zeitweise krampfartig.
Er gab an, dass sich die Beschwerden nach dem Stuhlgang leicht gebessert hätten.
Nach seiner Einschätzung beträgt die Schmerzintensität anfänglich etwa 4 von10 und liegt aktuell bei 7 bis 8 von 10.
Es besteht ein ausgeprägter Druckschmerz im linken Unterbauch, ohne Hinweis auf eine Abwehrspannung.
Eine relevante Schmerzausstrahlung sowie eine Abhängigkeit von Körperlage oder Bewegung werden verneint. Über ähnliche Episoden in der Vergangenheit hat der Patient nicht berichtet.
Begleitend bestehen Nausea sowie ein leichtes Krankheitsgefühl.
Der Patient berichtet über eine Veränderung des Stuhlgangs mit aktueller Obstipation.
Folgende Aspekte wurden verneint: Hinweise auf Hämorrhoiden oder Analfissuren, gastrointestinale Blutungen, Urologische Beschwerden, extraintestinale Manifestationen sowie der Verzehr ungewöhnlicher Speisen oder die Einnahme neuer Medikamente.
Eine Reiseanamnese ist unauffällig.
Der Patient erschien ohne Begleitung.
Die vegetative Anamnese
Vegetativ besteht der Verdacht auf ein mögliches Schlafapnoe-Syndrom mit Schnarchen sowie gelegentlichen morgendlichen Kopfschmerzen.
Vorerkrankungen
An Vorerkrankungen sind bei ihr die folgenden bekannt:
Es besteht seit etwa 15 Jahren eine arterielle Hypertonie, die laut Angaben des Patienten gut eingestellt ist.
Zudem liegt seit etwa 15 Jahren eine Hyperlipidämie vor.
Der Patient berichtet über einen in der Vergangenheit aufgetretenen reversiblen kurzzeitigen neurologischen Anfall mit Sehstörung am rechten Auge, am ehesten vereinbar mit einer transitorisch-ischämischen Attacke (TIA).
In der Vorgeschichte bestanden episodische Rückenschmerzen mit entzündlichem Charakter; aktuell ist der Patient diesbezüglich beschwerdefrei. Anamnestisch besteht der Verdacht auf einen Morbus Bechterew.
Mehrfach durchgeführte okkulte Bluttests im Stuhl waren negativ; eine Koloskopie wurde bislang nicht durchgeführt.
Voroperationen
Vor etwa acht Jahren erfolgte eine transurethrale Prostataoperation bei benignem Prostatasyndrom (Verdacht auf benigne Prostatahyperplasie).
Hinweis: Wenn eine Aussage durch eine ärztliche Untersuchung objektiv bestätigt werden kann – zum Beispiel durch sichtbare Narben – ist der Indikativ angebracht. (In der Fachsprachprüfung findet keine körperliche Untersuchung statt.)
Gynäkologie
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Medikamente
Auf seinem Rezept sind Ramipril 5 mg einmal täglich, Atorvastatin 20 mg abends sowie Acetylsalicylsäure mittags zur kardiovaskulären Prophylaxe verordnet.
Zusätzlich nimmt der Patient Baldrian bei Bedarf ein.
Impfstatus?
Hinweis: Wenn eine Aussage durch eine ärztliche Beobachtung objektiv bestätigt werden kann – zum Beispiel anhand eines Rezepts – ist der Indikativ angebracht.
Allergien
Es besteht eine Allergie gegen Novalgin mit Auftreten von Urtikaria, Schwindel und Anaphylaxie; die Behandlung erfolgte ambulant.
Zudem besteht eine Nickelallergie mit lokaler Hautreaktion in Form von Rötung und Juckreiz.
Noxen
Der Patient ist seit etwa 35 Jahren Raucher und konsumiert derzeit circa 15 Zigaretten pro Tag, entsprechend etwa 26 Packungsjahren.
Angaben zu Atemwegsveränderungen bestehen nicht.
Es wurden bereits mehrere erfolglose Rauchstopp-Versuche unternommen.
Alkoholkonsum erfolgt gelegentlich zu besonderen Anlässen in Form von Bier oder Rotwein.
Ein Drogenkonsum wird verneint.
Sozialanamnese
Der Patient ist Unternehmer und erstellt Lernmaterialien für das Abitur.
Er ist verheiratet und lebt mit seiner Ehefrau zusammen.
Er hat einen Sohn, der Student ist.
Haustiere bestehen nicht.
Familienanamnese
Der Vater des Patienten verstarb im Alter von 32 Jahren infolge eines Unfalls.
Die Mutter verstarb im Alter von 68 Jahren an einem fortgeschrittenen, nicht näher spezifizierten Darmkrebs; zudem bestand bei ihr eine arterielle Hypertonie.
Verdachts- und Differentialdiagnose
Aufgrund der akut aufgetretenen linksseitigen Unterbauchschmerzen, der ausgeprägten Druckdolenz sowie der begleitenden Stuhlveränderungen besteht der klinische Verdacht auf eine akute Divertikulitis.
Differenzialdiagnostisch kommen eine Kolitis, eine Appendizitis atypischer Lokalisation sowie – insbesondere vor dem Hintergrund der positiven Familienanamnese – auch maligne Darmerkrankungen in Betracht.
Eine Kolitis erscheint jedoch weniger wahrscheinlich, da keine ausgeprägten Diarrhöen, kein Fieber und keine systemischen Entzündungszeichen berichtet werden.
Eine Appendizitis atypischer Lokalisation ist aufgrund der linksseitigen Schmerzlokalisation sowie des fehlenden typischen Schmerzverlaufs ebenfalls unwahrscheinlich.
Eine maligne Darmerkrankung wird aktuell als weniger wahrscheinlich eingeschätzt, da es sich um einen akuten Schmerzbeginn handelt und bislang keine Hinweise auf chronische Warnsymptome wie persistierende Gewichtsabnahme, Blut im Stuhl oder eine progrediente Anämie bestehen.
Diagnostische Abklärung
Es wird eine stationäre Aufnahme zur weiteren Abklärung und Therapie empfohlen, da bei dem Verdacht auf eine akute Divertikulitis das Risiko für Komplikationen wie Abszessbildung, Perforation oder Peritonitis besteht.
Die Diagnose einer akuten Divertikulitis kann bei entsprechender klinischer Konstellation durch eine Leukozytose sowie mittels sonographischer Untersuchung oder CT bestätigt werden.
körperliche Untersuchung
Nach der Anamnese folgt eine umfassende körperliche Untersuchung, die mit der Erhebung der Vitalparameter beginnt, darunter Herzfrequenz, Blutdruck, Atemfrequenz, Sauerstoffsättigung und Temperatur.
Bei der Inspektion achten wir insbesondere auf eine Schonhaltung sowie auf den Allgemeinzustand des Patienten.
Bei der Palpation prüfen wir vor allem eine deutliche Druckdolenz im linken Unterbauch sowie das Vorliegen eines Loslassschmerzes als Hinweis auf eine peritoneale Reizung.
Zudem achten wir auf Verhärtungen oder tastbare Resistenzen, beispielsweise im Sinne eines Abszesses.
Eine generalisierte Abwehrspannung würde den Verdacht auf eine Peritonitis nahelegen.
Die Perkussion dient vor allem dem Ausschluss von Komplikationen. Ein gedämpfter Klopfschall kann auf das Vorliegen von Flüssigkeit hinweisen.
Bei der Auskultation achten wir auf Hinweise einer funktionellen Darmbeteiligung. Häufig finden sich verminderte oder fehlende Darmgeräusche, was auf einen entzündungsbedingten paralytischen Ileus hinweisen kann.
Laboruntersuchung
Folgende Laboruntersuchungen werden durchgeführt:
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Parameter |
Unkomplizierte Divertikulitis |
mit Abszessbildung und beginnender Sepsis |
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Leukozyten |
13,2 G/l ↑ |
19,8 G/l ↑↑ |
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CRP |
68 mg/l ↑ |
238 mg/l ↑↑ |
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BSG |
42 mm/h ↑ |
78 mm/h ↑↑ |
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Hämoglobin |
13,9 g/dl (normal) |
11,4 g/dl ↓ |
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Thrombozyten |
378 G/l (leicht ↑) |
512 G/l ↑↑ |
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Natrium |
136 mmol/l |
131 mmol/l ↓ |
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Kalium |
4,1 mmol/l |
3,3 mmol/l ↓ |
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Kreatinin |
0,98 mg/dl |
1,42 mg/dl ↑ |
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Harnstoff |
38 mg/dl |
68 mg/dl ↑ |
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Laktat |
1,4 mmol/l (normal) |
3,2 mmol/l ↑ |
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pH (BGA) |
7,41 |
7,31 ↓ |
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Prokalzitonin |
0,18 ng/ml |
2,6 ng/ml ↑ |
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AST / ALT |
unauffällig |
unauffällig |
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Lipase |
34 U/l (normal) |
31 U/l (normal) |
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Okkultes Blut im Stuhl |
negativ |
negativ |
Elektrokardiogramm
Ein Elektrokardiogramm dient der Basisbeurteilung.
Bildgebende Verfahren
Abdomensonografie
Die Sonographie ist ein bildgebendes Verfahren, das mithilfe hochfrequenter Schallwellen innere Strukturen darstellt. Sie erfolgt ohne Strahlenbelastung, erfordert in der Regel keine spezielle Vorbereitung und dauert nur wenige Minuten. Der Patient liegt dabei auf der Untersuchungsliege, ein Gel wird aufgetragen, und der Schallkopf wird über die Haut geführt.
Sonographisch zeigen sich bei Divertikulitis typischerweise eine umschriebene Wandverdickung des Kolons, meist im Sigma, darstellbare Divertikel sowie ein hyperechogenes (helles) perikolisches Fettgewebe als Zeichen der Entzündung. Bei komplizierten Verläufen können zusätzlich freie Flüssigkeit, eine verminderte Peristaltik sowie echoarme oder echofreie Areale im Sinne eines Abszesses nachweisbar sein.
Computertomographie (CT)
Die Computertomographie (CT) ist ein bildgebendes Verfahren, das mithilfe von Röntgenstrahlen detaillierte Schnittbilder der inneren Organe erstellt. Dabei wird der Patient in einen röhrenförmigen Scanner geschoben und muss während der Untersuchung still liegen. Manchmal wird ein Kontrastmittel verabreicht, um eine genauere Darstellung zu ermöglichen. Die Untersuchung ist schmerzfrei und dauert nur wenige Minuten. Vor der Untersuchung mit Kontrastmittel ist es wichtig, dass Sie ausreichend Flüssigkeit trinken. Bestimmte Medikamente wie Metformin sollten vorher pausiert werden. In seltenen Fällen kann es zu einer allergischen Reaktion auf das Kontrastmittel kommen, (aber keine Sorge: Wir sind darauf vorbereitet und haben alle notwendigen Medikamente und Maßnahmen vor Ort.)
Im CT-Abdomen zeigen sich typischerweise eine segmentale Wandverdickung des betroffenen Kolonabschnitts, meist im Sigma, mit entzündlicher Infiltration des perikolischen Fettgewebes („fat stranding“) sowie darstellbaren Divertikeln.
Bei komplizierten Verläufen können zusätzlich perikolische Abszesse, freie Flüssigkeit, freie Luft als Hinweis auf eine Perforation oder Zeichen eines Ileus nachweisbar sein.
Konsile
gastroenterologisches Konsil
Behandlung
Patienten, die klare Flüssigkeiten gut tolerieren, können ambulant behandelt werden. Dabei erfolgt ein schrittweiser Kostaufbau.
Eine unkomplizierte akute Divertikulitis wird in der Regel antibiotisch behandelt, üblicherweise über einen Zeitraum von sieben bis zehn Tagen mit einer oralen Kombinationstherapie, beispielsweise Ciprofloxacin und Metronidazol täglich.
Bei einer Divertikulitis mit umschriebenem Abszess erfolgt zunächst eine perkutane, CT-gestützte Drainage. Anschließend wird in der Regel – meist nach etwa sechs Wochen – eine operative Sanierung, häufig in laparoskopischer Technik, durchgeführt.
Bei einer Perforation im Rahmen einer Divertikulitis ist eine sofortige stationäre Behandlung erforderlich. Je nach Ausmaß erfolgt eine notfallmäßige operative Therapie mit Sanierung des betroffenen Darmabschnitts, gegebenenfalls unter Anlage eines protektiven oder endständigen Stomas. Zusätzlich sind eine breit wirksame intravenöse Antibiotikatherapie, Volumentherapie sowie eine engmaschige intensivmedizinische Überwachung notwendig.
Eine Steigerung der Ballaststoffzufuhr sowie regelmäßige körperliche Aktivität können zur Verbesserung der Darmfunktion beitragen.
Komplikationen:
• Abszessbildung (perikolisch oder parakolisch)
• Perforation (gedeckt oder frei)
• Peritonitis (lokal oder generalisiert)
• Fistelbildung (z. B. kolovesikal, kolovaginal)
• Stenose des Darms bis hin zum Ileus
• Blutung
• Sepsis mit systemischer Beteiligung
Extra
Namen:
Thomas Berger, Anna Hoffmann, Laura Schneider
Berufe:
Landschaftsgärtner, Logistikkoordinator, Grundschullehrerin
Vorerkrankungen:
In der Vorgeschichte bestand eine Fraktur des medialen Malleolus, die konservativ mittels Gipsruhigstellung behandelt wurde.
Fragen
1. Was habe ich genau?
Im Moment vermuten wir eine Entzündung kleiner Ausstülpungen der Darmwand, sogenannte Divertikel. Diese Entzündung nennt man Divertikulitis. Sie verursacht typischerweise Schmerzen im linken Unterbauch.
2. Ist das gefährlich? Meine Mutter hatte Krebs.
In den meisten Fällen ist diese Entzündung gut behandelbar und heilt ohne bleibende Schäden aus. Komplikationen sind möglich, aber eher selten, besonders wenn man frühzeitig behandelt.
Bezüglich Ihrer familiären Vorgeschichte: Eine Divertikulitis ist keine Krebserkrankung. Dennoch berücksichtigen wir Ihre Familienanamnese sorgfältig und planen gegebenenfalls weitere Untersuchungen, um andere Ursachen auszuschließen.
3. Muss ich eine Darmspiegelung machen?
Während der akuten Entzündung führen wir in der Regel keine Darmspiegelung durch, da das Risiko von Komplikationen erhöht wäre. Nach Abklingen der Beschwerden kann eine Darmspiegelung sinnvoll sein, um die Situation genauer zu beurteilen und andere Erkrankungen auszuschließen.
4. Was bedeuten Divertikulose, Divertikulitis und divertikuläre Blutung?
• Divertikulose: Dabei handelt es sich um kleine Ausstülpungen der Darmwand. Diese sind häufig altersbedingt und verursachen oft keine Beschwerden.
• Divertikulitis: Hierbei sind diese Ausstülpungen entzündet. Das kann Schmerzen, meist im linken Unterbauch, sowie weitere Beschwerden verursachen.
• Divertikuläre Blutung: Dabei kommt es zu einer Blutung aus einem solchen Divertikel, die sich zum Beispiel durch Blut im Stuhl bemerkbar machen kann.
5. Warum entsteht eine Divertikelerkrankung?
Es wird angenommen, dass die Entstehung der Divertikelerkrankung unter anderem mit einer geringen Ballaststoffzufuhr zusammenhängt.
Notizen
BMI
Body‑Mass‑Index (BMI)
Beschreibung: Der BMI ist eine einfache, dimensionslose Kennzahl zur groben Abschätzung des Körpergewichts in Relation zur Körpergröße. Er wird berechnet, indem das Körpergewicht in Kilogramm durch das Quadrat der Körpergröße in Metern gesetzt wird.
Unterbauchschmerzen
Unterbauchschmerzen (Hypogastrium)
Begriffserklärung: Unterbauchschmerzen bezeichnen Schmerzempfindungen, die im Bereich unterhalb des Bauchnabels auftreten. Die Lokalisation kann mittig oder auf eine Seite begrenzt sein.
Abwehrspannung
Abwehrspannung
Begriffserklärung: Als Abwehrspannung wird die unwillkürliche Versteifung der Bauchmuskulatur bezeichnet, die bei Reizung des Peritoneums auftritt.
Klinische Bedeutung: Sie ist ein Hinweis auf eine mögliche peritoneale Irritation und unterscheidet sich von willentlicher Muskelanspannung durch ihren reflektorischen Charakter und die fehlende Unterdrückbarkeit.
Nausea
Nausea (Übelkeit)
Begriffserklärung: Nausea bezeichnet das subjektive Gefühl von Übelkeit oder das Drängen, sich übergeben zu müssen, ohne dass tatsächlich Erbrechen auftreten muss.
Obstipation
Obstipation (Verstopfung)
Begriffserklärung: Obstipation beschreibt eine gestörte Darmentleerung, die sich durch seltenere Stuhlgänge, harten Stuhl oder erschwertes Absetzen äußern kann.
Allgemeine Zusammenhänge: Ursachen sind z. B. ballaststoffarme Ernährung, Flüssigkeitsmangel, Medikamente oder Störungen der Darmmotorik; bei neu aufgetretener oder anhaltender Obstipation können weitergehende Abklärungen erforderlich sein.
Hämorrhoiden
Hämorrhoiden
Begriffserklärung: Hämorrhoiden sind erweiterte Gefäßpolster im Bereich des Analkanals. Sie können physiologisch vorhanden sein, aber bei pathologischer Vergrößerung Symptome verursachen.
Mögliche Beschwerden: Klinisch können Blutungen, Juckreiz, Schmerz oder das Hervortreten von Gewebe aus dem After auftreten. Häufige assoziierte Faktoren sind belastungsbedingte Straining‑Situationen oder Schwangerschaft.
Analfissuren
Definition:
Analfissuren sind schmerzhafte Einrisse der Schleimhaut im Bereich des Analkanals.
Klinisches Bild:
Typisch ist stechender Schmerz beim Stuhlgang, oft mit kurzem Nachschmerz; gelegentlich tritt hellrotes Blut am Stuhl oder auf dem Toilettenpapier auf. Akute fissuren sind schmerzintensiv, chronische können narbige Veränderungen und einen Sentinelpapillensatz zeigen.
Ursachen und Zusammenhänge:
Häufige Auslöser sind harter Stuhl oder wiederholte Belastung durch Verstopfung; auch Diarrhöen oder lokale Traumata können beitragen.
Diagnostik:
Die Inspektion des Analbereichs reicht meist zur Diagnose; bei atypischem Verlauf oder Verdacht auf andere Erkrankungen sind weiterführende Untersuchungen indiziert.
Therapie und Risiken:
Die Behandlung beginnt konservativ mit Stuhlregulierung und Lokalmaßnahmen. Bei chronischer oder therapieresistenter Fissur kommen medikamentöse lokale Therapien oder interventionelle Verfahren bis zur chirurgischen Sphinkterentlastung in Betracht. Bei invasiven Eingriffen besteht ein Risiko für Stuhlinkontinenz, das in die Therapieentscheidung einbezogen werden muss.
gastrointestinale Blutungen
Einteilung und Definition:
Gastrointestinale Blutungen umfassen Blutverluste aus dem Magen-Darm-Trakt und werden grob nach ihrer Lokalisation unterschieden: obere Blutung (proximal des Treitz-Bandes), untere Blutung (distal) und okkulte Blutung (nicht sichtbar, nur mittels Tests nachweisbar).
Klinische Zeichen:
Obere Blutungen zeigen sich typischerweise durch Erbrechen von Blut oder pechfarbenem Stuhl (Meläna). Bei massiven unteren Blutungen kann es zu frischem Rektalblut (Hämatochesie) kommen. Okkulte Blutungen fallen allein durch einen positiven Stuhlbluttest auf.
Ursachen und Bedeutung:
Ursachen reichen von Ulzera, Varizen und erosiven Veränderungen bis zu Entzündungen, Polypen oder Tumoren. Die Schwere reicht von geringgradigen, intermittierenden Blutungen bis zu lebensbedrohlichen Blutverlusten.
Abklärung und akutes Vorgehen:
Die Diagnostik richtet sich nach der klinischen Lage und umfasst Laboruntersuchungen und endoskopische Untersuchungsverfahren zur Lokalisations- und Ursachenbestimmung; bei hämodynamischer Relevanz steht zunächst die Stabilisierung des Kreislaufs im Vordergrund.
Urologische Beschwerden
Begriff und Beispiele:
Unter urologischen Beschwerden versteht man Symptome, die Harnwege, Nieren oder männliche Geschlechtsorgane betreffen. Häufige Beispiele sind Dysurie (brennender bzw. schmerzhafter Harnabsatz), Hämaturie (sichtbares oder nachweisbares Blut im Urin), Pollakisurie, Harndrang und Flankenschmerzen.
Häufige Ursachen:
Diese Beschwerden können durch Harnwegsinfektionen, Nieren- oder Harnleitersteine, benigne Prostataerkrankungen, Tumoren oder entzündliche Erkrankungen verursacht werden.
Schlafapnoe-Syndrom
Definition:
Das Schlafapnoe-Syndrom ist eine schlafbezogene Atemstörung, bei der wiederholt Atempausen oder stark verminderte Atemzüge während des Schlafs auftreten.
Klinische Merkmale:
Typische Begleiterscheinungen sind lautes, unregelmäßiges Schnarchen, wiederholte nächtliche Atemunterbrechungen, nicht erholsamer Schlaf und ausgeprägte Tagesmüdigkeit; häufig finden sich morgendliche Kopfschmerzen.
Diagnostik:
Die definitive Diagnosestellung erfolgt durch schlafmedizinische Untersuchungen, idealerweise eine Polysomnographie oder eine validierte Schlafaufzeichnung.
Therapieoptionen:
Behandlungsprinzipien umfassen nichtmedikamentöse Maßnahmen wie Gewichtsreduktion und Schlafhygiene sowie spezifische Verfahren wie nächtliche Per-Detail-Beatmung mittels CPAP-Gerät. Bei ausgewählten Patienten sind Unterkieferprotrusionsschienen oder operative Eingriffe eine Option. Unbehandelt ist das Syndrom mit erhöhtem Risiko für kardiovaskuläre und metabolische Folgeerkrankungen verbunden.
arterielle Hypertonie
Definition:
Arterielle Hypertonie bezeichnet einen dauerhaft erhöhten arteriellen Blutdruck.
Klinische Bedeutung:
Oft verläuft eine Hypertonie ohne eindeutige Symptome; gelegentlich werden Kopfweh, Schwindel oder Belastungsdyspnoe berichtet. Unbehandelt erhöht Bluthochdruck das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Diagnostik:
Die Diagnose stützt sich auf wiederholte Blutdruckmessungen unter standardisierten Bedingungen; in der Praxis werden bestimmte Schwellenwerte zur Einordnung herangezogen.
Therapieprinzipien:
Die Behandlung umfasst vorrangig Lebensstilmaßnahmen wie Gewichtsreduktion, salzarme Kost und regelmäßige körperliche Aktivität sowie, sofern angezeigt, eine medikamentöse Blutdrucksenkung. Therapieindikation und Zielwerte werden individuell unter Berücksichtigung von Begleiterkrankungen festgelegt.
Hyperlipidämie
Hyperlipidämie
Definition und Bedeutung:
Hyperlipidämie beschreibt erhöhte Konzentrationen von Blutfetten, insbesondere von Cholesterin- und Triglyzeridfraktionen. Sie erhöht das Risiko für atherosklerotische Erkrankungen.
Klinisches Bild:
Die Erkrankung verläuft häufig ohne Beschwerden und bleibt lange unbemerkt; klinische Symptome treten meist erst bei Folgekomplikationen auf.
Diagnostik:
Die Erfassung erfolgt über ein Lipidprofil im Blut, das LDL-, HDL-Cholesterin und Triglyzeride angibt. LDL-Cholesterin spielt eine zentrale Rolle für das kardiovaskuläre Risiko.
Bedeutung für die Therapieplanung:
Bei erhöhten Werten richtet sich das weitere Vorgehen nach dem individuellen Gefäßrisiko; oft steht die Behandlung einer Hypercholesterinämie im Vordergrund.
TIA
TIA (transitorisch-ischämische Attacke)
Definition:
Eine TIA ist ein plötzliches, meist kurz dauerndes, fokales neurologisches Defizit, das durch eine vorübergehende zerebrale Ischämie verursacht wird. Modern wird die TIA häufig als neurologisches Defizit ohne nachweisbaren akuten Infarkt in der bildgebenden Diagnostik beschrieben; die Symptome bilden sich typischerweise binnen Minuten bis Stunden zurück.
Klinische Merkmale:
Typische Ausfälle sind einseitige Schwäche, Sensibilitätsstörungen sowie Störungen von Sprache oder Sehen, abhängig vom betroffenen Gefäßgebiet.
Diagnostik und Bedeutung:
Die Erstbeurteilung ist klinisch; zur Abklärung und zur Suche nach einem Infarkt erfolgen zeitnahe Bildgebung (vorzugsweise MRT), sowie Gefäß- und Herzuntersuchungen. Eine TIA gilt als Warnzeichen für einen bevorstehenden Schlaganfall und erfordert umgehende Abklärung und Einleitung von Sekundärpräventionsmaßnahmen.
Morbus Bechterew
Morbus Bechterew (ankylosierende Spondylitis)
Definition und Pathologie:
Morbus Bechterew ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung, die vornehmlich die Wirbelsäule und die Iliosakralgelenke betrifft und zu einer Versteifung führen kann.
Klinische Merkmale:
Kennzeichnend sind entzündliche Rückenschmerzen mit morgendlicher Steifigkeit, Besserung durch Bewegung und häufig nächtliche Schmerzen. Die Beschwerden beginnen oft im jungen Erwachsenenalter.
Diagnostik:
Die Diagnose stützt sich auf die klinische Untersuchung, bildgebende Verfahren (MRT, Röntgen der Sakroiliakalgelenke) und ggf. den Nachweis von HLA‑B27 als unterstützendes Merkmal.
Therapieprinzipien:
Therapieziele sind Schmerzlinderung und Erhalt der Beweglichkeit. Maßnahmen umfassen nichtsteroidale Antiphlogistika, regelmäßige Physiotherapie und Bewegungstherapie; bei unzureichendem Ansprechen werden krankheitsmodifizierende Biologika eingesetzt.
transurethrale Prostataoperation
Transurethrale Prostataoperation
Verfahren und Ziel:
Bei einer transurethralen Prostataoperation wird über die Harnröhre endoskopisch Prostatagewebe entfernt, üblicherweise zur Behandlung einer benignen Prostatavergrößerung mit Harnabflussbehinderung. Ziel ist die Verbesserung des Harnflusses und die Linderung von Miktionsbeschwerden.
Durchführung und Verlauf:
Der Eingriff erfolgt meist minimalinvasiv unter Anästhesie und erfordert in der Regel nur einen kurzen stationären Aufenthalt.
Mögliche Komplikationen:
Zu den möglichen Komplikationen zählen Blutungen, Infektionen, vorübergehende Harnverhaltssituationen sowie in Einzelfällen persistierende Störungen wie Inkontinenz oder Beeinträchtigungen der Sexualfunktion.
benignem Prostatasyndrom
Benignes Prostatasyndrom
Begriff und Ursache:
Das benigne Prostatasyndrom bezeichnet die funktionellen Beschwerden, die durch eine gutartige Vergrößerung der Prostata verursacht werden können; diese Vergrößerung wird als benigne Prostatahyperplasie (BPH) bezeichnet.
Klinische Symptome:
Typische Symptome betreffen den Harntrakt und umfassen abgeschwächten Harnstrahl, häufiges Wasserlassen (auch nachts) und das Gefühl unvollständiger Blasenentleerung.
Diagnostik und Therapieoptionen:
Die Abklärung umfasst Anamnese, körperliche Untersuchung und bildgebende sowie labordiagnostische Verfahren zur Beurteilung von Größe und Funktion. Das therapeutische Spektrum reicht von konservativen Maßnahmen und medikamentöser Therapie bis hin zu operativen Verfahren, abhängig von Schweregrad und Patientenfaktoren.
Ramipril
Einordnung
Ramipril gehört zur Gruppe der ACE-Hemmer (Angiotensin-Converting-Enzyme-Hemmer).
Wirkung
Das Präparat vermindert die Bildung von Angiotensin II durch Hemmung des Angiotensin‑umwandelnden Enzyms, was zu einer Erweiterung der Gefäße und einer Reduktion des Blutdrucks führt.
Anwendungsgebiete
Es wird insbesondere bei arteriellem Bluthochdruck, zur Begleitung bei Herzschwäche und zur Verminderung kardiovaskulärer Risiken eingesetzt.
Wichtige Risiken und Hinweise
Zu den bekannten unerwünschten Wirkungen zählen ein trockener Reizhusten, Schwindel, erhöhte Kaliumwerte und gelegentlich Angioödeme sowie eine Beeinträchtigung der Nierenfunktion. Ramipril ist in der Schwangerschaft kontraindiziert.
Atorvastatin
Einordnung
Atorvastatin gehört zur Wirkstoffgruppe der Statine (HMG‑CoA‑Reduktase‑Inhibitoren).
Wirkung
Der Wirkstoff reduziert die körpereigene Cholesterinsynthese in der Leber und führt dadurch insbesondere zu einer Absenkung des LDL‑Cholesterins.
Anwendungsgebiete
Atorvastatin wird zur Behandlung erhöhter Blutfettwerte und zur Verringerung des Risikos kardiovaskulärer Ereignisse eingesetzt.
Wichtige Risiken und Hinweise
Häufige unerwünschte Effekte sind Muskelschmerzen und Erhöhungen von Leberwerten; selten kann es zu schwereren Muskel- und Leberkomplikationen kommen. Auftretende Muskelbeschwerden sollten ärztlich beurteilt werden.
Acetylsalicylsäure
Einordnung
Acetylsalicylsäure (ASS) ist ein altbewährtes Arzneimittel mit unterschiedlichen Wirkprofilen.
Wirkung
In niedrigen Dosierungen hemmt ASS die Verklumpung von Blutplättchen und wirkt damit gerinnungshemmend; bei höheren Dosen zeigt es zusätzlich schmerzlindernde und entzündungshemmende Effekte.
Anwendungsgebiete
Niedrig dosierte ASS wird vor allem zur Sekundärprävention nach vaskulären Ereignissen eingesetzt, um erneute Thrombenbildungen zu reduzieren.
Wichtige Risiken und Hinweise
Mögliche Nebenwirkungen umfassen Magen‑Darm‑Beschwerden und eine erhöhte Blutungsneigung; bei Allergien gegen Salicylate können verschiedene Überempfindlichkeitsreaktionen auftreten.
Baldrian
Einordnung
Baldrian ist ein pflanzliches Arzneimittel, das zu den Phytotherapeutika zählt.
Wirkung
Der genaue Wirkmechanismus ist nicht vollständig geklärt; klinisch wird Baldrian vor allem eine beruhigende und schlaffördernde Wirkung zugeschrieben.
Anwendungsgebiete
Hauptsächliche Einsatzgebiete sind nervöse Unruhe und leichte Einschlafstörungen.
Wichtige Risiken und Hinweise
Nebenwirkungen sind selten, können aber Müdigkeit oder leichte Magen‑Darm‑Beschwerden umfassen. Wechselwirkungen mit anderen dämpfenden Substanzen sind möglich und sollten bedacht werden.
Urtikaria
Begriffserklärung
Urtikaria (Nesselsucht) bezeichnet das Auftreten flüchtiger, juckender Quaddeln in der Haut.
Bedeutung und Zusammenhänge
Die Veränderungen sind meist scharf begrenzt, erhaben und verschwinden häufig innerhalb von Stunden. Ursachen können allergische Reaktionen, Infektionen, Medikamente oder idiopathische Faktoren sein; oft spielt die Freisetzung von Histamin eine Rolle. Begleiterscheinungen können Schwellungen (Angioödeme) sein.
Darmkrebs
Darmkrebs (kolorektales Karzinom)
Definition und Entstehung: Bösartige Neubildungen des Dick- oder Enddarms, die häufig aus zunächst gutartigen Schleimhautwucherungen (Polypen) entstehen und sich über Monate bis Jahre entwickeln können.
Klinisches Bild: Frühstadien sind oft symptomarm. Mögliche Hinweise sind frisches oder okkultes Blut im Stuhl, anhaltende Veränderungen der Stuhlgewohnheiten, unerklärter Gewichtsverlust oder Abnahme der Leistungsfähigkeit.
Diagnostik und Vorsorge: Die gesicherte Diagnose wird durch eine Darmspiegelung mit histologischer Untersuchung gewonnen; zur Stadieneinteilung werden bildgebende Verfahren eingesetzt. Zur Früherkennung ist die endoskopische Untersuchung die zentrale Maßnahme.
Therapie: Die Behandlung wird nach Tumorstadium geplant; operative Entfernung des Tumors bildet oft die Grundlage, ergänzt durch systemische oder lokale onkologische Verfahren je nach Ausdehnung.
Kolitis
Kolitis
Begriff: Kolitis bezeichnet eine Entzündung der Dickdarmschleimhaut.
Ursachen: Die Entzündung kann durch Infektionen, durch chronisch-entzündliche Darmerkrankungen oder durch Durchblutungsstörungen bedingt sein.
Klinik und Diagnostik: Typische Beschwerden sind Durchfälle, Bauchschmerzen und gegebenenfalls Fieber sowie Blut im Stuhl. Zur Abklärung werden Anamnese, Laboruntersuchungen, Stuhluntersuchungen und bei Bedarf eine endoskopische Untersuchung mit Gewebeentnahme eingesetzt.
Behandlung: Die Therapie richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache und reicht von gezielten antiinfektiösen Maßnahmen bis zu entzündungshemmenden und unterstützenden Maßnahmen bei chronischen Formen.
Appendizitis
Appendizitis
Definition: Akute Entzündung des Wurmfortsatzes am Blinddarm.
Klinisches Bild: Häufig beginnt die Schmerzentwicklung diffus, oft mit Verlagerung der Schmerzen in den rechten Unterbauch; Begleitsymptome können Übelkeit, Erbrechen und Fieber sein.
Diagnostik: Die Einschätzung stützt sich auf Anamnese, körperliche Untersuchung, Laborwerte und bildgebende Verfahren (z. B. Ultraschall, ggf. CT) zur Absicherung.
Therapie: In der Regel ist die operative Entfernung des entzündeten Wurmfortsatzes die übliche Behandlungsoption; ergänzende konservative Maßnahmen können abhängig vom Befund eingesetzt werden.
Blutdruck
Blutdruck
Begriff: Der Blutdruck beschreibt die Kraft, die das zirkulierende Blut auf die Gefäßwände ausübt; er wird klinisch in systolischen und diastolischen Anteilen beschrieben.
Messung: Zur Erfassung des Blutdrucks werden Blutdruckmanschette und Messgerät eingesetzt; die Messung kann manuell (auskultatorisch mit Stethoskop) oder automatisiert (oszillometrisch) erfolgen.
Bedeutung: Der Blutdruck ist ein zentraler Vitalparameter und gibt Hinweise auf kardiovaskuläre Belastung sowie Kreislaufstabilität; Abweichungen nach oben oder unten sind klinisch relevant und bedürfen situativ weiterer Abklärung.
Atemfrequenz
Atemfrequenz
Begriff: Die Atemfrequenz ist die Anzahl der Atemzüge pro Minute und gehört zu den grundlegenden Vitalparametern.
Norm und Abweichungen: Bei Erwachsenen liegt die Atemfrequenz typischerweise im mittleren zweistelligen Bereich; eine Beschleunigung (Tachypnoe) wird bei erhöhter Atemfrequenz festgestellt, eine Verlangsamung (Bradypnoe) bei erniedrigter Atemfrequenz.
Klinische Relevanz: Die Atemfrequenz reagiert empfindlich auf Atemwegs-, Lungen- oder Stoffwechselstörungen und dient als einfacher Indikator für respiratorische oder systemische Beeinträchtigungen.
Sauerstoffsättigung
Sauerstoffsättigung (SpO2)
Definition und Bedeutung:
Die Sauerstoffsättigung gibt den prozentualen Anteil des mit Sauerstoff gebundenen Hämoglobins im arteriellen Blut an und ist ein Parameter zur Beurteilung der Sauerstoffversorgung.
Messverfahren:
Sie wird nichtinvasiv mit einem Pulsoxymeter ermittelt, das Licht unterschiedlicher Wellenlängen durch ein Körperteil (z. B. Finger, Ohrläppchen oder Zehe) sendet und die Absorption zur Abschätzung der Sättigung nutzt. Kontinuierliche Messungen zeigen Trends und erleichtern die Überwachung.
Einschränkungen:
Die Aussagekraft kann durch Faktoren wie schlechte periphere Durchblutung, Bewegung, Nagellack oder bestimmte Dyshemoglobinämien (z. B. Kohlenmonoxid- oder Methämoglobinbildungen) beeinträchtigt werden, da das Gerät zwischen Hämoglobinformen nicht unterscheiden kann. Bei Verdacht auf Messartefakte oder Dyshemoglobinämie sind zusätzliche Untersuchungen erforderlich.
Temperatur
Körpertemperatur
Bedeutung:
Die Körpertemperatur beschreibt den Wärmezustand des Organismus und ist ein grundlegender Vitalparameter, der Hinweise auf Infektionen oder Stoffwechseländerungen geben kann.
Messorte und Vergleich:
Verschiedene Messstellen liefern unterschiedliche Werte: rektale Messungen gelten als am nächsten an der Kerntemperatur, orale Messwerte liegen meist etwas niedriger, axilläre Messwerte sind tendenziell nochmals niedriger. Übliche Unterschiede zwischen den Messstellen sind klein, können jedoch klinisch relevant sein.
Hinweise zur Anwendung:
Beim Vergleich von Messwerten sollte die Messstelle berücksichtigt werden. Messfehler lassen sich durch korrekte Platzierung des Thermometers und Beachtung störender Faktoren (z. B. kürzliche Nahrungsaufnahme bei oraler Messung, Schweiß bei axillärer Messung) reduzieren.
Abszesses
Abszess
Definition:
Ein Abszess ist eine begrenzte Eiteransammlung im Gewebe, die in der Regel auf eine lokalisierte bakterielle Entzündungsreaktion zurückzuführen ist.
Klinische Zeichen:
Charakteristisch sind eine lokalisierte Schwellung mit Rötung, Überwärmung, Schmerz und oft Druckdolenz; systemische Begleitsymptome wie Fieber können auftreten.
Diagnostik:
Die Diagnose erfolgt primär klinisch; bildgebende Verfahren wie Ultraschall oder in tieferen/komplizierten Fällen CT können die Abgrenzung und Lokalisation unterstützen.
Therapiegrundsätze:
Therapeutisch steht die gezielte Entfernung des Eiters im Vordergrund (z. B. Inzision/Drainage oder Punktion). Eine antimikrobielle Behandlung ist indiziert bei ausgedehnter Infektion, systemischen Zeichen oder begleitender Zellulitis; die konkrete Auswahl erfolgt individuell.
Perkussion
Perkussion
Zweck:
Perkussion ist eine körperliche Untersuchungsmethode zur Beurteilung der darunterliegenden Gewebebeschaffenheit und zur Erkennung pathologischer Veränderungen wie Flüssigkeitsansammlungen oder Luftansammlungen.
Technik:
Dabei wird ein stabil aufgelegter Finger (Pleximeter) am Körper positioniert und mit einem anderen Finger oder einem geeigneten Instrument (Plexor) kurz beklopft. Der entstehende Klopfschall wird hörend und fühlend interpretiert.
Interpretation:
Unterschiedliche Klopfschallqualitäten geben Hinweise auf die zugrunde liegenden Strukturen: ein tympanitischer Klang weist auf luftgefüllte Räume hin, ein sonorer Klang auf luftreiche, normale Parenchyme und ein gedämpfter Klang auf feste oder flüssigkeitsgefüllte Bereiche.
Patient/ inAnrede: Herr/Frau Oberarzt/Oberärztin ……….., Hiermit möchte ich Ihnen den Patienten Berthold Kröger vorstellen. |
Datum11/02/2026 |
| Alter 64 Jahre | Gewicht 88 kg | Größe 175 cm |
Allergien (Stichwörter)
Novalgin (Urtikaria, Schwindel, Anaphylaxie; Behandlung ambulant)
Nickel (lokale Hautreaktion mit Rötung und Juckreiz)
Genussmittel / Drogen (Stichwörter)
Raucher seit ca. 35 Jahren, ca. 15 Zigaretten/Tag, entspricht etwa 26 Packungsjahren.
Keine Angabe zu Atemwegsveränderungen!
Mehrere erfolglose Rauchstopp-Versuche
Alkohol: gelegentlich, zu besonderen Anlässen (Bier oder Rotwein)
Keine Drogen
Sozialanamnese (Stichwörter)
Beruf: Unternehmer, erstellt Lernmaterialien für das Abitur
Familienstand: verheiratet
Wohnsituation: lebt mit Ehefrau zusammen
Kinder: ein Sohn, Student
Haustiere: keine
allein mit dem Taxi
Familienanamnese (Stichwörter)
Vater: mit 32 Jahren bei einem Unfall verstorben
Mutter: verstorben mit 68 Jahren an fortgeschrittenem Darmkrebs (nicht weiter spezifiziert), zusätzlich Bluthochdruck
Medikamente (Stichwörter)
Ramipril 5 mg 1× täglich
Atorvastatin 20 mg abends
ASS mittags zur kardiovaskulären Prophylaxe
Baldrian bei Bedarf
Anamnese (Vollsätze)
Der Patient stellte sich aufgrund seit gestern bestehender linksseitiger Unterbauchschmerzen vor, die etwa zwei Stunden nach dem Abendessen einsetzten.
Initial sind die Schmerzen laut seinen Angaben eher leicht gewesen, im Verlauf jedoch progredient zunehmend.
Die Schmerzen sind dumpf-drückend und zeitweise krampfartig.
Er gab an, dass sich die Beschwerden nach dem Stuhlgang leicht gebessert hätten.
Nach seiner Einschätzung beträgt die Schmerzintensität anfänglich etwa 4/10 und liegt aktuell bei 7–8/10.
Es besteht ein ausgeprägter Druckschmerz im linken Unterbauch, ohne Hinweis auf eine Abwehrspannung.
Eine relevante Schmerzausstrahlung sowie eine Abhängigkeit von Körperlage oder Bewegung werden verneint. Über ähnliche Episoden in der Vergangenheit hat der Patient nicht berichtet.
Begleitend bestehen Übelkeit sowie ein leichtes Krankheitsgefühl.
Der Patient berichtet über eine Veränderung des Stuhlgangs mit aktueller Obstipation.
Folgende Aspekte wurden verneint: Hinweise auf Hämorrhoiden oder Analfissuren, gastrointestinale Blutungen, Urologische Beschwerden, extraintestinale Manifestationen sowie der Verzehr ungewöhnlicher Speisen oder die Einnahme neuer Medikamente.
Vegetativ besteht der Verdacht auf ein mögliches Schlafapnoe-Syndrom mit Schnarchen sowie gelegentlichen morgendlichen Kopfschmerzen.
Vorerkrankungen / Operationen:
Arterielle Hypertonie
Hyperlipidämie
Vor ca. 8 Jahren: transurethrale Prostataoperation bei benignem Prostatasyndrom (Verdacht auf BPH)
Früher episodische Rückenschmerzen mit entzündlichem Charakter, aktuell beschwerdefrei; anamnestisch Verdacht auf Morbus Bechterew
Mehrfacher okkulter Bluttest im Stuhl (negativ), keine Koloskopie durchgeführt
Verdachtsdiagnose – Differentialdiagnose (Vollsätze)
Aufgrund der akut aufgetretenen linksseitigen Unterbauchschmerzen, der Druckdolenz sowie der begleitenden Stuhlveränderungen besteht der klinische Verdacht auf eine akute Divertikulitis.
Differenzialdiagnostisch sind insbesondere eine Kolitis, eine Appendizitis atypischer Lokalisation sowie – bei entsprechender Konstellation – auch maligne Darmerkrankungen zu berücksichtigen, insbesondere vor dem Hintergrund der positiven Familienanamnese.
Weiteres Vorgehen – Therapie (Vollsätze)
Es wird eine stationäre Aufnahme zur weiteren Abklärung und Therapie empfohlen.
Geplant sind eine klinische Untersuchung, Laboruntersuchungen sowie eine bildgebende Diagnostik mittels Sonographie und gegebenenfalls CT des Abdomens.
Zur Schmerzlinderung soll ein darmverträgliches Analgetikum eingesetzt werden.
Nach Vorliegen der Befunde erfolgt die weitere therapeutische Planung in Zusammenarbeit mit der Gastroenterologie (gastroenterologisches Konsil).
Unterschrift
Vorname Nachname
Mit freundlichen Grüßen
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ÄRZTIN: Guten Tag,
Mein Name ist Doktor Fischer.
Ich bin heute als Assistenzärztin auf der Station tätig.
Ich würde gerne ein Anamnesegespräch mit Ihnen führen.
Falls Sie etwas nicht richtig verstanden haben oder Fragen haben, lassen Sie es mich bitte wissen.
Zunächst benötige ich einige persönliche Informationen, danach können wir fortfahren.
Wie heißen Sie?
PATIENT: Ich heiße Berthold Kröger.
ÄRZTIN: Schreibt man Ihren Nachnamen mit Ö, also mit Umlaut?“
PATIENT: Ja, genau.
ÄRZTIN: Herr Kröger, sind die Schmerzen beziehungsweise Beschwerden für Sie im Moment erträglich?
PATIENT: Im Moment sind die Schmerzen so stark, dass ich davon aufgewacht bin und nicht mehr schlafen konnte.
ÄRZTIN: Alles klar.
Ich stelle Ihnen zuerst ein paar Fragen zu den Beschwerden, dann schauen wir direkt weiter.
Wie alt sind Sie, Herr Kröger?
PATIENT: Ich bin vierundsechzig Jahre alt.
ÄRZTIN: Wann genau sind Sie geboren?
PATIENT: Ich habe am dritten März 1965 Geburtstag.
ÄRZTIN: Wie groß sind Sie?
PATIENT: Ich bin hundertfünfundsiebzig Zentimeter.
ÄRZTIN: Wie viel wiegen Sie derzeit?
PATIENT: Ich kann es nicht genau sagen, aber vor drei bis vier Monaten waren es etwa 88 Kilogramm.
ÄRZTIN: Können Sie mir sagen, wo genau es wehtut?
PATIENT: Die Schmerzen sitzen im Unterbauch, vor allem auf der linken Seite.
ÄRZTIN: Wann haben die Schmerzen genau begonnen?
PATIENT: Die Schmerzen haben gestern angefangen, etwa zwei Stunden nach dem Abendessen.
Am Anfang waren sie eher leicht, aber sie sind nach und nach stärker geworden.
ÄRZTIN: Verstehe. Wie würden Sie die Schmerzen beschreiben?
PATIENT: Die Schmerzen sind dumpf und drückend, zwischendurch auch krampfartig.
Nach dem Stuhlgang haben sie sich ein bisschen gebessert, sind aber nicht ganz weggegangen.
ÄRZTIN: Strahlen die Schmerzen irgendwohin aus?
PATIENT: Nein, eigentlich strahlen die Schmerzen nicht richtig aus.
Sie bleiben vor allem im linken Unterbauch.
Manchmal habe ich das Gefühl, dass sie etwas in Richtung Leiste ziehen, aber hauptsächlich sind sie lokal begrenzt.
ÄRZTIN: Wie würden Sie die Intensität Ihrer Schmerzen einschätzen, wenn 1 für leichte und 10 für unerträgliche Schmerzen steht?
PATIENT: Am Anfang waren es vielleicht eine 4, im Moment eher eine 7 oder 8.
ÄRZTIN: Gibt es etwas, das die Schmerzen beeinflusst, zum Beispiel eine bestimmte Körperlage oder das Hinlegen?
PATIENT: Nein, eigentlich nicht. Eine bestimmte Lage macht es weder deutlich besser noch schlimmer.
ÄRZTIN: Hatten Sie solche Schmerzen schon einmal?
PATIENT: Nein, das ist neu für mich.
ÄRZTIN: Haben Sie zu Hause Medikamente eingenommen oder etwas gegen die Schmerzen versucht?
PATIENT: Nein, ich habe nichts eingenommen.
ÄRZTIN: Haben Sie weitere Symptome wie Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall?
PATIENT: Mir ist gelegentlich etwas übel, aber ich habe nicht erbrochen.
Durchfall habe ich keinen, eher das Gegenteil – der Stuhlgang ist etwas verstopft
ÄRZTIN: Meinen Sie damit Veränderungen des Stuhlgangs?
PATIENT: Ja, der Stuhlgang hat sich verändert.
Ich war in den letzten Tagen eher verstopft.
ÄRZTIN: Haben Sie etwas Auffälliges beim Stuhl bemerkt, zum Beispiel Blut?
PATIENT: Nein, Blut habe ich nicht bemerkt.
Der Stuhl sah eigentlich normal aus.
ÄRZTIN: Ist der Bauch so empfindlich, dass schon kleine Bewegungen oder Berührungen sehr weh tun, und fühlt er sich hart an?
PATIENT: Nein, aber im linken Unterbauch tut es deutlich weh, wenn man darauf drückt.
ÄRZTIN: Haben Sie Fieber bemerkt oder Ihre Temperatur gemessen?
PATIENT: Ich habe meine Temperatur nicht gemessen, aber mir ist zeitweise etwas warm, und ich habe so ein leichtes Krankheitsgefühl.
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ÄRZTIN: Haben Sie Schmerzen oder Juckreiz im Analbereich?
PATIENT: Nein, ich habe da weder Schmerzen noch Juckreiz.
ÄRZTIN: Haben Sie etwas Ungewöhnliches gegessen oder ein neues Medikament eingenommen?
PATIENT: Nein, nichts Besonderes und auch keine neuen Medikamente.
ÄRZTIN: Haben Sie Probleme beim Wasserlassen, zum Beispiel Brennen oder Blut im Urin?
PATIENT: Derzeit habe ich keine Beschwerden.
Vor etwa acht Jahren hatte ich jedoch immer wieder Probleme, mit dem Wasserlassen zu beginnen.
Deshalb war ich beim ARZTIN.
Nach einigen Untersuchungen wurde eine Operation an der Prostata durchgeführt, über die Harnröhre.
Seitdem ist es deutlich besser.
ÄRZTIN: Nehmen Sie derzeit Medikamente für die Prostata ein?
PATIENT: Nein, dafür nehme keine Medikamente.
ÄRZTIN: Haben Sie in letzter Zeit eine Reise gemacht?
PATIENT: Nein, ich war in letzter Zeit nicht unterwegs.
ÄRZTIN: Wie sind Sie ins Krankenhaus gekommen?
PATIENT: Ich bin alleine mit dem Taxi gekommen.
ÄRZTIN: Wie ist Ihr Appetit normalerweise?
PATIENT: Normalerweise habe ich echt guten Appetit.
ÄRZTIN: Wie ernähren Sie sich?
Eher vegan, vegetarisch oder ganz normal mit allem?
PATIENT: Ich esse eigentlich alles.
ÄRZTIN: Haben Sie in letzter Zeit ungewollt abgenommen oder zugenommen?
Wie viel und in welchem Zeitraum?
PATIENT: Ich kann es nicht genau sagen, aber an meiner Kleidung habe ich keine Veränderung bemerkt.
ÄRZTIN: Wie ist Ihr Schlaf?
PATIENT: In der Regel schlafe ich gut.
Meine Frau hat mir allerdings berichtet, dass ich im Schlaf schnarche.
Morgens habe ich manchmal leichte Kopfschmerzen, die nach einem Kaffee besser werden.
ÄRZTIN: Haben Sie deswegen schon einmal einen Arzt aufgesucht?
PATIENT: Ja, der Arzt hat mir empfohlen, auf mein Gewicht zu achten und bei anhaltenden Beschwerden wiederzukommen.
ÄRZTIN: Wie gehen Sie mit Stress um?
PATIENT: Ich nehme manchmal Baldrian-Dragees – das hilft einigermaßen, es beruhigt mich ein bisschen.
ÄRZTIN: Haben Sie Vorerkrankungen, zum Beispiel Bluthochdruck oder Probleme mit inneren Organen?
PATIENT: Ja. Vor etwa 15 Jahren wurden bei einer Vorsorgeuntersuchung Bluthochdruck und erhöhte Blutfettwerte festgestellt.
Außerdem hatte ich damals kurzzeitig Sehstörungen am rechten Auge. Der Arzt meinte, das sei ein Warnzeichen für einen Schlaganfall gewesen, aber es ist alles folgenlos verlaufen.
ÄRZTIN: Messen Sie Ihren Blutdruck zu Hause?
PATIENT: Ja, ich messe ihn alle paar Tage und auch dann, wenn ich denke, dass er zu hoch ist.
Die Werte sind aber meist unter Kontrolle, zum Beispiel etwa 130.
ÄRZTIN: Liegen bei Ihnen Komplikationen vor, zum Beispiel Nierenprobleme oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen?
PATIENT: Nein, davon ist mir nichts bekannt.
ÄRZTIN: Waren Sie schon einmal aufgrund zu hoher oder zu niedriger Blutdruckwerte im Krankenhaus?
PATIENT: Nein, bisher zum Glück nicht.
ÄRZTIN: Waren Sie schon einmal wegen zu hoher oder zu niedriger Blutdruckwerte im Krankenhaus?
PATIENT: Nein, bisher zum Glück nicht.
ÄRZTIN: Welche Medikamente nehmen Sie dagegen ein?
PATIENT: Ich nehme Ramipril gegen den Blutdruck und Atorvastatin gegen die Blutfettwerte.
ÄRZTIN: In welcher Dosierung nehmen Sie die Medikamente ein?
PATIENT: Ramipril 5 Milligramm einmal täglich und Atorvastatin 20 Milligramm abends.
ÄRZTIN: Gibt es noch etwas, das Sie hinzufügen möchten?
PATIENT: Ja, aber ich kann mich nicht mehr an den genauen Namen erinnern.
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ÄRZTIN: Können Sie sich vielleicht an die Symptome erinnern?
PATIENT: Ich hatte vor etwa 30 Jahren vor allem Rückenschmerzen, besonders morgens nach dem Aufstehen.
Dann war ich oft steif, und es hat eine Weile gedauert, bis ich mich wieder richtig bewegen konnte.
Bewegung tat mir gut, in Ruhe wurde es eher schlimmer.
ÄRZTIN: Waren auch andere Gelenke betroffen?
PATIENT: Ja, gelegentlich hatte ich auch Schmerzen in den Hüften und manchmal im Gesäßbereich, aber die Hauptbeschwerden waren im Rücken.
ÄRZTIN: Welche Behandlung haben Sie damals erhalten?
PATIENT: Ich habe zunächst Schmerzmittel und entzündungshemmende Medikamente bekommen.
Außerdem wurde mir regelmäßige Bewegung und Physiotherapie empfohlen.
Damit ging es mir deutlich besser.
ÄRZTIN: Wie geht es Ihrem Rücken im Moment?
PATIENT: Im Moment ist es mit dem Rücken gut.
Ich habe keine nennenswerten Beschwerden.
ÄRZTIN: Hatten Sie schon einmal einen medizinischen Eingriff?
PATIENT: Ehrlich gesagt: Mit 50 Jahren hat meine Ärztin mir eine Darmspiegelung empfohlen, aber ich habe sie nicht durchführen lassen.
Stattdessen habe ich mehrmals einen Stuhltest gemacht.
ÄRZTIN: Nehmen Sie noch andere Medikamente?
PATIENT: Ja, ich nehme A-S-S mittags, zur Vorbeugung im Herz-Kreislauf-Bereich.
ÄRZTIN: Haben Sie ein Rezept für Ihre Medikamente?
Ja, habe ich.
ÄRZTIN: Sind Sie vollständig geimpft, also haben Sie alle Impfungen seit Ihrer Kindheit erhalten?
PATIENT: Ehrlich gesagt kann ich das nicht genau beantworten – das ist schon viele Jahre her.
Aber mein früherer Arzt, Herr Doktor Weiß, müsste diese Informationen haben.
Ich kann Ihnen gern die Kontaktdaten geben.
ÄRZTIN: Ja, das passt.
Haben Sie Allergien oder Unverträglichkeiten?
PATIENT: Ja. Novalgin habe ich nicht vertragen.
Beim ersten Mal habe ich es wegen Rückenschmerzen eingenommen, danach bekam ich juckenden Hautausschlag und Schwindel.
Deshalb habe ich das Medikament abgesetzt und bin in die Praxis gegangen.
Außerdem habe ich eine Nickelallergie: Wenn ich zum Beispiel einen Gürtel mit Nickel trage, wird die Stelle rot und juckt.
ÄRZTIN: Rauchen Sie?
Wenn ja, seit wann und wie viel?
PATIENT: Ja, seit etwa 35 Jahren.
Ich rauche täglich ungefähr 15 Zigaretten.
Ich habe schon versucht, mit Pflastern aufzuhören, aber das war nicht erfolgreich.
ÄRZTIN: Gut zu hören, Herr Kröger.
Das ist eine gute Entscheidung.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten zur Rauchentwöhnung.
Darüber können wir am Ende des Gesprächs gerne noch ausführlicher sprechen.
ÄRZTIN: Trinken Sie Alkohol? Wenn ja, wie viel und welche Art?
PATIENT: Nur zu besonderen Anlässen, wie Feiern oder Partys.
Meist ein Glas Rotwein oder Bier.
ÄRZTIN: Kam es schon einmal vor, dass Sie aufgrund übermäßigen Alkoholkonsums Symptome einer Vergiftung hatten?
PATIENT: Nein, das ist bisher nie vorgekommen.
ÄRZTIN: Darf ich Sie fragen, ob Sie schon einmal Drogen konsumiert haben?
PATIENT: Nein, noch nie.
ÄRZTIN: Treiben Sie regelmäßig Sport?
Welche Art und wie häufig?
PATIENT: Ich betreibe nicht allzu viel Sport.
ÄRZTIN: Was sind Sie von Beruf?
PATIENT: Ich habe ein eigenes Unternehmen.
Wir erstellen Lernmaterialien für das Abitur.
ÄRZTIN: Wie ist Ihr Familienstand?
PATIENT: Ich bin verheiratet und lebe mit meiner Frau zusammen.
Mein Sohn studiert an der Universität.
ÄRZTIN: Ist er gesund?
PATIENT: Ja, er ist gesund.
ÄRZTIN: Gibt es in Ihrer Familie wichtige Erkrankungen, beispielsweise bei Ihren Eltern, Geschwistern oder anderen nahen Verwandten?
PATIENT: Mein Vater ist mit 32 Jahren bei einem Unfall gestorben.
Meine Mutter ist mit 68 Jahren an einem fortgeschrittenen Darmkrebs gestorben und hatte außerdem Bluthochdruck.
ÄRZTIN: Das tut mir sehr leid zu hören.
Das muss eine sehr belastende Zeit für Sie gewesen sein.
Haben Sie Haustiere?
PATIENT: Nein, ich halte keine Tiere.
ÄRZTIN: Wir sind mit der Anamnese fertig.
Haben Sie noch Fragen?
PATIENT: Was ist denn genau mit mir los?
Ist das Krebs?
ÄRZTIN: Ich verstehe, dass Sie sich Sorgen machen.
Im Moment kann ich das noch nicht sicher sagen, weil wir zuerst Untersuchungen brauchen.
Nach dem, was Sie bisher geschildert haben, spricht vieles eher für eine Entzündung im Darm. Das ist in der Regel gut behandelbar.
Wir gehen jetzt Schritt für Schritt vor: Zuerst untersuchen wir Sie körperlich und nehmen Blut ab, eventuell machen wir eine Ultraschall- oder CT-Untersuchung.
Danach können wir Ihnen genauer sagen, was dahintersteckt und welche Behandlung am besten ist.
PATIENT: Vielen Dank, Frau Doktor. Heißt das, dass ich hier bleiben sollte?
ÄRZTIN: Ja, wir würden Sie lieber kurz stationär aufnehmen, um die Schmerzen gut zu behandeln und mögliche Komplikationen auszuschließen.
Gegen die Schmerzen geben wir Ihnen ein Medikament, das den Darm nicht zusätzlich reizt.
