Begrüßung
Guten Tag, Herr/Frau Oberarzt/Oberärztin ………..,
ich möchte Ihnen nun den Patienten Heinz Möller vorstellen.
Er ist 78 Jahre alt, ein Meter neunundachtzig groß und wiegt etwa 86 Kilo. Der Body-Mass-Index (BMI) beträgt 24 kg/m² und liegt damit im Normbereich.
Aktuelle Anamnese
Der Patient stellte sich bei uns aufgrund einer seit drei Monaten bestehenden, indolenten, etwa zwei-Euro-Münzen-großen, harten, nicht verschieblichen zervikalen Lymphadenopathie rechts vor. Laut seinen Angaben war der Verlauf langsam progredient, und er kann den Hemdkragen nicht mehr richtig zuknöpfen.
Als begleitende Symptome wurden eine B-Symptomatik mit Fieber bis 39 °C (axillär), nächtlicher Hyperhidrose und einer in den letzten drei Monaten um 3 kg erfolgten Gewichtsabnahme infolge von Inappetenz festgestellt. Zusätzlich klagte der Patient über Asthenie sowie Alkoholschmerz.
Zudem hat er über rezidivierende Infekte der oberen Atemwege berichtet.
Folgende Symptome sind verneint worden: Hautveränderungen, Halsschmerzen, pathologische Befunde im Mundraum, Dysphagie, Dyspnoe, Husten, Dysphonie, Kälteintoleranz, erhöhte Blutungsneigung, Blässe sowie Lymphadenopathien an anderen Lokalisationen.
Bisher hat Herr Möller keinen Arzt aufgesucht.
Er ist ohne Begleitung.
Er teilte mit, in letzter Zeit keine Reise unternommen zu haben.
Nach Angaben des Patienten sind ähnliche Beschwerden bei weiteren Angehörigen nicht bekannt.
Die vegetative Anamnese
Vegetative Anamnese ist unauffällig mit Ausnahme einer Insomnie infolge nächtlicher Hyperhidrose (Durchschlafstörung).
Vorerkrankungen
An Vorerkrankungen sind bei dem Patienten folgende Diagnosen bekannt:
Nach seinen Angaben besteht seit 8 Jahren eine Hypercholesterinämie, bei der eine Therapie mit Simvastatin aufgrund des Verdachts auf eine Rhabdomyolyse abgesetzt wurde; eine Rhabdomyolyse ist jedoch nicht dokumentiert.
seit etwa 10 Tagen besteht ein Furunkel im Bereich des Rückens, subskapulär rechts. Er hat angegeben, dass ein chirurgischer Eingriff übermorgen geplant sei und dass er die betroffene Region eigenständig mittels Kernseife antiseptisch behandelt habe.
Der Patient erzählt, dass er seit 8 Jahren unter chronischen Rückenschmerzen im Rahmen eines lumbalen Diskusprolaps leide. Die Behandlung erfolgte konservativ.
Er sagte, er habe vor 5 Jahren eine akute Pyelonephritis gehabt, wobei er über 3 Tage stationär behandelt worden sei.
Der Patient berichtete, er habe vor 4 Jahren nach einem Treppensturz eine Commotio cerebri erlitten; daraufhin sei er 2 Tage stationär überwacht worden.
Voroperationen
———————————————–
Gynäkologie
———————————————–
Medikamente
Laut seinem Rezept nimmt der Patient derzeit folgende Medikamente ein:
Ibuprofen 400 mg
Pantoprazol 20 mg
Baldrian-Dragees
Außerdem verwendet er Hylo-Augentropfen
Simvastatin
Allergien
Bezüglich Allergien gab der Patient an, gegen Erdbeeren allergisch zu sein. Nach dem Verzehr entwickle er ein perilabiales Exanthem sowie Pruritus.
Außerdem berichtete er von einer rezidivierenden Konjunktivitis seit etwa 10 Jahren, mit saisonaler Häufung im Frühjahr.
Genussmittel /Drogen
Im Rahmen der Noxenanamnese teilte der Patient mit, seit 20 Jahren Nichtraucher zu sein. Zuvor habe er über einen Zeitraum von 30 Jahren täglich etwa 20 Zigaretten konsumiert (entsprechend ca. 30 Packungsjahren).
Außerdem berichtete er über einen regelmäßigen Alkoholkonsum in Form einer kleinen Flasche Piccolo am Abend.
Den Konsum von Drogen hat er verneint.
Sozialanamnese
Der Patient führte an, seit 25 Jahren Rentner zu sein, zuvor Schneider von Beruf gewesen, ledig und derzeit in einem Seniorenheim wohnhaft.
Familienanamnese
Bei der Familienanamnese äußerte der Patient, sein Vater sei im Alter von 73 Jahren an einem Larynxkarzinom verstorben.
Seine Mutter sei bereits während seiner Kindheit verstorben, die Todesursache sei unbekannt.
Seine Schwester habe im Alter von 63 Jahren einen hämorrhagischen Insult mit nachfolgender Paraparese/Paraplegie erlitten; seitdem sei sie auf den Rollstuhl angewiesen und lebe in einem Pflegeheim.
Der Patient hat keine Haustiere.
Verdachts- und Differentialdiagnose
Die anamnestischen Angaben, darunter eine indolente, harte, nicht verschiebliche zervikale Lymphadenopathie sowie B-Symptomatik, deuten am ehesten auf ein Hodgkin-Lymphom hin. Allerdings sind vor einer histologischen Sicherung auch Non-Hodgkin-Lymphome sowie leukämische Erkrankungen (z. B. CLL) in Betracht zu ziehen.
Als Differenzialdiagnose kommt eine Tuberkulose in Betracht; dagegen spricht jedoch das Fehlen eines produktiven Hustens sowie einer Reise- und Expositionsanamnese.
Bei einer infektiösen Mononukleose, der sogenannten Kissing Disease, treten typischerweise eine Tonsillitis sowie eine Lymphadenopathie auf, die weich und schmerzhaft ist.
Autoimmunerkrankungen wie Sarkoidose oder systemischer Lupus erythematodes können ebenfalls zu Lymphadenopathien führen, jedoch passt dieses klinische Bild hier nicht dazu.
|
Diagnose |
Ähnliche Symptome |
Abgrenzende Merkmale |
|
Tuberkulose |
Fieber, Nachtschweiß und Gewichtsverlust |
positiver Reise-/Expositionsanamnese, produktiver Husten |
|
infektiöse Mononukleose (EBV) |
Lymphknotenschwellung, Fieber, Fatigue |
meist jüngere Patienten, Halsschmerzen, weiche Lymphknoten |
|
Non-Hodgkin-Lymphom |
sehr ähnliche Symptome |
häufiger multifokale Lymphknoten, aggressiver Verlauf, andere histologische Merkmale |
|
Leukämie |
Fatigue, Infektanfälligkeit, Blässe |
häufig Panzytopenie, Knochenmarkbefall, Blutbildveränderungen |
Diagnostische Abklärung:
körperliche Untersuchung
Nach der Anamnese führen wir eine ausführliche körperliche Untersuchung durch. Diese beginnt mit der Erhebung der Vitalparameter, einschließlich Herzfrequenz, Blutdruck, Atemfrequenz, Sauerstoffsättigung und Körpertemperatur.
Anschließend erfolgt eine gezielte Untersuchung, beginnend mit der Inspektion. Dabei können Anzeichen wie Kachexie, Blässe, Kratzeffekte infolge von Pruritus, Petechien, Ekchymosen, Auffälligkeiten im Mundraum (z. B. Tonsillenvergrößerung oder Schleimhautbeläge) sowie eine sichtbare Lymphadenopathie (mit Angaben zu Anzahl und möglichen Hautveränderungen) auffallen.
Die Palpation dient der Beurteilung von Lymphknoten hinsichtlich Schmerzhaftigkeit, Beweglichkeit (verschieblich, fixiert) und Konsistenz (weich oder hart) sowie der Erfassung einer möglichen Splenomegalie oder Hepatomegalie.
Die Perkussion ist in der Regel unauffällig, kann jedoch bei Splenomegalie oder Pleuraerguss auffällige Befunde zeigen.
Die Auskultation ergibt meist keine pathologischen Befunde.
Laboruntersuchungen
Dabei würden wir ein Differentialblutbild, CRP, BSG, LDH, ALT (GPT, Alanin-Aminotransferase; leberspezifisch), AST (GOT, Aspartat-Aminotransferase), Gamma-Glutamyltransferase (GGT), Elektrolyte sowie Nieren- und Blutfettwerte bestimmen.
Zudem muss ein Blutausstrich angefertigt werden.
Er erfolgt, indem ein Tropfen Blut auf einem Objektträger ausgestrichen, luftgetrocknet, gefärbt (z. B. mit May-Grünwald-Giemsa) und anschließend mikroskopisch ausgewertet wird.
Dabei können wir unter dem Mikroskop z. B. Atypien der Blutzellen, Reifungsstörungen oder Hinweise auf eine mögliche Knochenmarkinfiltration erkennen.
Lymphknotenbiopsie
Die Diagnose wird durch eine Lymphknotenbiopsie bestätigt. Die Lymphknotenextirpation gilt als Goldstandard, da sie ausreichend Gewebe liefert, um die seltenen Reed-Sternberg-Zellen sicher nachzuweisen. Andere Verfahren wie Feinnadel- oder Stanzbiopsien sind oft nicht repräsentativ und können die Diagnose verfehlen.
Die Lymphadenektomie ist ein chirurgischer Eingriff, bei dem betroffene Lymphknoten vollständig unter Vollnarkose entfernt werden. Der Arzt setzt nach der Desinfizierung einen Schnitt in der betroffenen Region, entfernt die Lymphknoten und überprüft das umliegende Gewebe. Anschließend wird die Wunde verschlossen, und Sie bleiben zur Beobachtung einige Stunden oder Tage im Krankenhaus.
Dabei muss der Patient mindestens 6 Stunden vor der Operation nüchtern bleiben, d. h. keine Nahrungsaufnahme; 2 Stunden vorher ist auch das Trinken nicht mehr erlaubt.
Das Ergebnis liegt meist nach 3 bis 5 Werktagen vor.
Mögliche Risiken sind Schmerzen, Blutergüsse und selten Infektionen.
Das klassische Hodgkin-Lymphom (cHL) ist mit etwa 95 % der Fälle der häufigste Subtyp.
Es ist gekennzeichnet durch das Vorhandensein einkerniger Hodgkin-Zellen und mehrkerniger Reed-Sternberg-Zellen, die gemeinsam als Hodgkin-Reed-Sternberg-Zellen (HRS-Zellen) bezeichnet werden.
Das klassische Hodgkin-Lymphom wird histologisch in vier Hauptsubtypen unterteilt, die sich in der Anzahl der Lymphozyten, dem Anteil an Reed-Sternberg-Zellen sowie dem Vorhandensein von Bindegewebe unterscheiden:
• Nodulär-sklerosierender Typ
• Mischtyp
• Lymphozytenreicher Typ
• Lymphozytenarmer Typ
Der nodulär-sklerosierender Typ tritt überwiegend bei jungen Erwachsenen auf, während der Mischtyp häufiger nach dem 50. Lebensjahr vorkommt.
Knochenmarkpunktion
Die Knochenmarkpunktion ist ein diagnostisches Verfahren zur Entnahme von Knochenmark, meist am hinteren Beckenkamm, zur Abklärung von Blut- oder Krebserkrankungen. Sie erfolgt unter lokaler Betäubung mit einer speziellen Nadel. Vorab werden Gerinnungswerte kontrolliert und der Patient aufgeklärt. Mögliche Risiken sind Schmerzen, Blutergüsse und selten Infektionen.
Anatomische Diagnose
Sonographie
Die Sonographie (Ultraschalluntersuchung) ist ein bildgebendes Verfahren, bei dem mithilfe von hochfrequenten Schallwellen innere Organe und Gewebe dargestellt werden. Sie ist nicht invasiv, schmerzfrei und wird häufig zur Untersuchung von Abdomen, Schilddrüse, Herz, Gefäßen und Lymphknoten eingesetzt. Eine spezielle Vorbereitung ist meist nicht erforderlich, und Risiken bestehen in der Regel keine.
Bei Verdacht auf ein Lymphom können insbesondere Leber und Milz auf eine mögliche Organvergrößerung oder Infiltration hin beurteilt werden.
Computertomographie (CT) des Thorax, Abdomens und Beckens (Pelvis)
Die Computertomographie (CT) ist ein bildgebendes Verfahren, das mithilfe von Röntgenstrahlen detaillierte Schnittbilder der inneren Organe erstellt. Dabei wird der Patient in einen röhrenförmigen Scanner geschoben und muss während der Untersuchung still liegen. Manchmal wird ein Kontrastmittel verabreicht, um eine genauere Darstellung zu ermöglichen. Die Untersuchung ist schmerzfrei und dauert nur wenige Minuten. Vor der Untersuchung mit Kontrastmittel ist es wichtig, dass Sie ausreichend Flüssigkeit trinken. Bestimmte Medikamente wie Metformin sollten vorher pausiert werden. In seltenen Fällen kann es zu einer allergischen Reaktion auf das Kontrastmittel kommen, (aber keine Sorge: Wir sind darauf vorbereitet und haben alle notwendigen Medikamente und Maßnahmen vor Ort.)
Ein CT wird bei Hodgkin-Lymphom durchgeführt, um die Ausbreitung der Erkrankung zu beurteilen, vergrößerte Lymphknoten und Organbeteiligungen sichtbar zu machen und das Stadium exakt zu bestimmen.
Positronen-Emissions-Tomographie
Die Positronen-Emissions-Tomographie (PET) ist ein bildgebendes Verfahren, das zur Darstellung von Stoffwechselaktivität im Körper eingesetzt wird. Dabei wird dem Patienten eine leicht radioaktive Substanz verabreicht. Die PET eignet sich besonders zur Diagnostik, Stadieneinteilung und Therapiekontrolle bei Krebserkrankungen. Oft wird sie mit einer CT kombiniert (PET/CT), um Funktion und Anatomie gleichzeitig zu beurteilen. Risiken bestehen durch die geringe Strahlenbelastung.
Die Vorbereitung auf eine PET umfasst eine mindestens 6-stündige Nüchternheit sowie eine Blutzuckerkontrolle bei Diabetikern.
Stadieneinteilung
|
Stadium I |
Befall einer einzelnen Lymphknotenregion oder einer lymphatischen Struktur wie Milz, Thymus oder dem Waldeyer-Rachenring. |
|
Stadium II |
Erkrankung mit Befall von zwei oder mehr voneinander getrennten Lymphknotenregionen, die auf derselben Seite des Zwerchfells liegen. |
|
Stadium III |
Erkrankung mit Befall von zwei oder mehr voneinander getrennten Lymphknotenregionen oder lymphatischen Strukturen auf beiden Seiten des Zwerchfells. |
|
Stadium IV |
Disseminierter Befall: Befall mindestens eines extralymphatischen Organs |
|
Zusatz A |
keine B-Symptome |
|
Zusatz B |
mindestens ein B-Symptom |
Konsile
Onkologie, Chirurgie / Thoraxchirurgie, Radiologie / Nuklearmedizin, Pathologie
Behandlung:
Chemotherapie nach dem ABVD-Protokoll (Adriamycin, Bleomycin, Vinblastin, Dacarbazin), mit oder ohne zusätzliche Radiotherapie.
Prognose:
Heilungsraten von bis zu 85 – 90 % bei Patienten im Frühstadium sowie etwa 75 % bei Erkrankten im Stadium III/IV sind heute bei adäquater Ersttherapie erreichbar. Zu den ungünstigen Prognosefaktoren zählen das Vorliegen von B-Symptomen, höheres Alter, ein fortgeschrittenes Krankheitsstadium bei Erstdiagnose, männliches Geschlecht, eine erhöhte Blutsenkungsgeschwindigkeit (BSG) u. a.
Extra
Namen:
Frau Hermine Bögel, Veronica ?, Max Peters
Aktulle Anamnese:
Fieber anal gemessen zwischen 38.5 und 39,4°C seit ein paar Tagen.
Die Patientin neigt zu häufigen Infektionen der Atemwege.
Vegetative Anamnese:
chronische Obstipation (seit 30 Jahren), Behandlung mit Movicol-Beuteln.
Luftnot wegen der verstopften Nase + trockener Mund (deswegen soll er nachts viel Wasser trinken)
Vorerkrankungen/ Voroperationen
Z.n. nach Radiusfraktur rechts nach einem Sturz vor 2 Jahren (sie hat ein Kabel (im Heim) übergesehen, gestolpert denn gestürzt) wurde konservativ behandelt mit Gips für 6 Wochen.
Z.n. Pyelonephritis vor 5 Jahren, ambulant behandelt mit 3 Tage i.v. Antibiotika denn p.o bis 12 Tage Medikamente
postoperative Hypothyreose: Er hat sich vor 5 Jahren wegen BPH und mit 52 Lj an einer Struma unterzogen. Nach der Thyroidektomie hatte er Heiserkeit, deswegen hat er 3 Monaten Logopäden besucht.
Keratitis seit 28 Jahren
Medikamente:
Tamsulosin 0,4
L-Thyroxin 125 Mikrogramm
Familienanamnese:
Großvater ist an Larynxkarzinom (Kehlkopfkrebs) verstorben.
Mutter: hat an Hemiplegie und Arrhythmie gelitten, sei an Asystolie verstorben Vater: Sei an Cholangiokarzinom verstorben (deswegen hat er auch Angst)
Allergien:
Hausstaubmilbenallergie mit Husten + Rhinitis , wurde mit Hyposensibilisierung vor 10 Jahren behandelt
Sozialanamnese:
Sie wohnt im Pflegeheim mit Ihrer Schwester
Sie hat als Tiefbauingenieuer gearbeitet, geschieden, hat einen Sohn und ein Enkelkind, wohne im WG
Fragen
1. Herr Doktor, können Sie mir bitte erklären, welche Erkrankung ich habe?
Ihre bisherigen Symptome und Untersuchungsergebnisse deuten auf eine Veränderung im Lymphsystem hin, die wir ernst nehmen und weiter abklären müssen. Um genau zu sagen, worum es sich handelt, brauchen wir noch zusätzliche Untersuchungen wie eine Gewebeprobe.
2. Besteht die Möglichkeit, dass es Krebs ist? Meine Mutter hatte ebenfalls Krebs, und das macht mir große Sorgen.
Ich verstehe Ihre Sorge sehr gut. Aufgrund Ihrer Symptome können wir derzeit noch keine eindeutige Aussage treffen. Es gibt verschiedene mögliche Ursachen für Ihre Beschwerden, nicht alle sind bösartig. Um Klarheit zu bekommen, werden wir gezielte Untersuchungen durchführen.
3. Muss ich im Krankenhaus bleiben?
Ja, wir empfehlen Ihnen einen stationären Aufenthalt, damit wir die notwendigen Untersuchungen zügig und unter optimaler medizinischer Betreuung durchführen können.
4. Welches typische Symptom kann bei Morbus Hodgkin nach Alkoholkonsum auftreten?
Alkoholinduzierter Schmerz in befallenen Lymphknoten.
Das bedeutet: Betroffene verspüren nach dem Trinken von Alkohol Schmerzen an den betroffenen Lymphknoten, insbesondere im Hals-, Achsel- oder Leistenbereich. Dieses Symptom ist zwar selten (bei weniger als 10 % der Patienten), aber relativ spezifisch für das Hodgkin-Lymphom.
5. Wie nennt man solche typischen, krankheitsspezifischen Zeichen?
Solche Zeichen nennt man pathognomonisch, wenn sie hochgradig spezifisch für eine bestimmte Erkrankung sind. Ein weiteres Beispiel für ein pathognomonisches Zeichen sind die Koplik-Flecken bei Masern.
6. Warum handelt es sich nicht um eine Hypothyreose?
Bei einer Hypothyreose erwarten wir typischerweise Symptome wie Kälteempfindlichkeit, trockene Haut, Verstopfung, Bradykardie, Gewichtszunahme, depressive Verstimmung und Müdigkeit.
Fieber und ungewollter Gewichtsverlust hingegen sind untypisch für eine Hypothyreose.
7. Würden Sie Ibuprofen bei einem Patienten in diesem Alter empfehlen?
Die Anwendung von Ibuprofen sollte bei älteren Patienten mit Vorsicht erfolgen, da gastrointestinale Blutungen, Nierenfunktionsstörungen und kardiovaskuläre Risiken zunehmen.
8. Wie gehen wir vor, wenn der Patient einen stationären Aufenthalt ablehnt?
Wenn ein Patient einen stationären Aufenthalt ablehnt, erfolgt zunächst ein ausführliches Aufklärungsgespräch über die medizinische Notwendigkeit und mögliche Risiken. Dabei wird geprüft, ob der Patient einwilligungsfähig ist. Die Ablehnung wird sorgfältig dokumentiert, idealerweise mit einer schriftlichen Erklärung. Wenn vertretbar, können ambulante Alternativen angeboten werden.
9. Wer trifft die Entscheidung über eine kurative oder palliative Behandlung?
Die Entscheidung über eine kurative oder palliative Behandlung trifft in der Regel ein interdisziplinäres Tumorboard, das sich aus Fachärzten der Onkologie, Hämatologie, Radiologie, Pathologie und gegebenenfalls der Chirurgie zusammensetzt. Selbstverständlich muss der Patient am Ende selbst über das weitere Vorgehen entscheiden.
10. Was passiert, wenn keine der Behandlungen wirkt?
In solchen Situationen steht die Lebensqualität im Mittelpunkt. Wir konzentrieren uns dann auf eine palliative Behandlung – also auf Maßnahmen zur Linderung von Beschwerden, zur Schmerzkontrolle sowie auf psychologische Begleitung und Unterstützung.
11. Wie nennt man die Behandlungsstrategie, bei der zunächst abgewartet wird, bevor eine Therapie eingeleitet wird?
Watch and Wait (auf Deutsch: Beobachten und Abwarten)
12. Was ist eine Patientenverfügung?
Eine Patientenverfügung ist ein schriftliches Dokument, in dem eine Person festlegt, welche medizinischen Maßnahmen sie im Fall der Einwilligungsunfähigkeit wünscht oder ablehnt. Sie ist rechtlich bindend und dient der Wahrung des Patientenwillens.
13. Was können ältere Menschen nutzen, um sich zu unterstützen und Stürze zu vermeiden?
Ältere Menschen können Stürzen vorbeugen, indem sie Gehhilfen wie Rollatoren oder Gehstöcke verwenden, rutschfeste Schuhe tragen und Haltegriffe im Bad oder an Treppen nutzen.
14. Warum sind Lymphknoten bei einer Entzündung meist weich und schmerzhaft, während sie bei einem Karzinom hart und schmerzlos sind?
Der Unterschied liegt in der zugrunde liegenden Ursache: Bei einer Entzündung kommt es zu einer schnellen Schwellung und Immunreaktion, die zu einer Kapselspannung und Freisetzung von Entzündungsmediatoren führt – das macht die Lymphknoten weich, gut verschieblich und oft deutlich schmerzhaft. Bei einem Karzinom hingegen wachsen Tumorzellen langsam in das Lymphknotengewebe ein, verursachen kaum Entzündungsreaktion und führen zu einer verhärteten, derben Konsistenz ohne Schmerz, da keine akute Reizung der Nerven vorliegt.
Notizen
BMI
Body-Mass-Index (BMI)
Der BMI ist ein rechnerischer Wert zur groben Einschätzung des Körpergewichts in Relation zur Körpergröße. Er wird ermittelt, indem das Körpergewicht in Kilogramm durch das Quadrat der Körpergröße in Metern geteilt wird. Der Index dient zur Einordnung in Bereiche wie Unter-, Normal- oder Übergewicht, weist jedoch Einschränkungen auf, etwa bei sehr muskulösen Personen oder bei älteren Menschen.
/m²
Einheit “/m²” (pro Quadratmeter)
Die Schreibweise “/m²” bedeutet “pro Quadratmeter” und gibt an, dass ein Wert auf eine Fläche von einem Quadratmeter bezogen ist.
indolenten
Indolent (schmerzlos)
Der Begriff “indolent” beschreibt das Fehlen von Schmerzen bei einer Veränderung oder einem Befund. Bei einer schmerzlosen, langsam wachsenden Lymphknotenvergrößerung ist Malignität eine mögliche Ursache, jedoch nicht spezifisch; auch chronische oder granulomatöse Prozesse können so verlaufen. Im Gegensatz dazu deuten schmerzhafte Lymphknoten häufiger auf akute entzündliche oder infektiöse Ursachen hin. Die klinische Beurteilung sollte immer weitere Kriterien und Verlauf/Diagnostik einbeziehen.
harten, nicht verschieblichen
Hart und nicht verschieblich (fixiert)
Als “hart und nicht verschieblich” bezeichnet man einen Befund, bei dem ein Lymphknoten derb in Konsistenz ist und sich nicht gegenüber dem umgebenden Gewebe verschieben lässt. Solche Eigenschaften können die Wahrscheinlichkeit für eine maligne Ursache erhöhen, insbesondere wenn die Vergrößerung progredient ist. Weiche, leicht verschiebliche Lymphknoten sprechen eher für gutartige oder entzündliche Prozesse, wobei auch hier Ausnahmen möglich sind. Eine abschließende Bewertung erfordert ergänzende Diagnostik und den klinischen Gesamtkontext.
B-Symptomatik
Kurzbeschreibung: Die B‑Symptomatik bezeichnet ein Set systemischer Allgemeinsymptome. Kriterien: Fieber über 38 °C, nächtliches starkes Schwitzen (Nachtschweiß) und ungewollter Gewichtsverlust von mehr als 10 % des Körpergewichts innerhalb von sechs Monaten. Klinische Relevanz: Das Vorliegen dieser Symptome rechtfertigt eine weitergehende diagnostische Abklärung, da sie bei systemischen Erkrankungen wie bestimmten hämatologischen oder entzündlichen Erkrankungen auftreten können.
nächtlicher Hyperhidrose
Kurzbeschreibung: Nächtliche Hyperhidrose bezeichnet ausgeprägtes Schwitzen während des Schlafs. Erscheinungsbild: Starkes Schwitzen, das die Kleidung oder Bettwäsche durchtränken kann und den Schlaf stört. Klinische Bedeutung: Kann isoliert vorkommen oder als Begleitsymptom bei Infektionen, endokrinen Störungen, Medikamentenwirkungen oder anderen systemischen Erkrankungen auftreten und sollte bei neu aufgetretenem oder belastendem Verlauf abgeklärt werden.
Inappetenz
Definition: Inappetenz ist ein Rückgang des Appetits bzw. fehlendes Interesse an Nahrungsaufnahme. Konsequenzen: Länger bestehende Inappetenz kann zu Gewichtsverlust und Mangelernährung führen. Ursachenhinweis: Ursache ist häufig multifaktoriell (z. B. somatische Erkrankungen, psychische Ursachen, Nebenwirkungen von Arzneimitteln); anhaltende Inappetenz sollte diagnostisch abgeklärt werden.
Asthenie
Definition: Asthenie beschreibt ein unspezifisches Gefühl von Schwäche, verminderter Belastbarkeit und anhaltender Müdigkeit. Charakteristika: Es handelt sich um subjektive Leistungsminderung und schnelle Ermüdbarkeit, nicht immer begleitet von objektiv messbarem Kraftverlust. Differentialdiagnostik: Asthenie ist ein unspezifisches Symptom mit vielen möglichen Ursachen, beispielsweise chronische Erkrankungen, Anämie, endokrine Störungen wie Hypothyreose, maligne Erkrankungen oder psychiatrische Erkrankungen; die weitere Abklärung richtet sich nach Begleitsymptomen und Klinik.
Alkoholschmerz
Alkoholschmerz
Beschreibung: Unter dem als Alkoholschmerz bezeichneten Phänomen versteht man das Auftreten von Schmerzen an befallenen Lymphknoten oder Tumoren kurz nach Alkoholkonsum.
Klinische Bedeutung: Dieses Symptom ist selten, wird jedoch klassischerweise mit einem Morbus Hodgkin in Verbindung gebracht. Die Pathophysiologie ist nicht abschließend geklärt, aber sein Vorkommen kann eine weitergehende diagnostische Abklärung rechtfertigen.
rezidivierende
Wiederkehrend
Im richtigen Kontext kann es auf eine Immunsuppression hindeuten.
pathologische Befunde im Mundraum
Pathologische Befunde im Mundraum
Bedeutung: Auffällige Veränderungen im Mundraum (z. B. Ulzera, Beläge, Schwellungen) können Hinweise auf lokale Infektionen, entzündliche Erkrankungen oder auch systemische bzw. neoplastische Prozesse geben.
Dysphagie
Dysphagie
Definition: Dysphagie bezeichnet eine Störung des Schluckvorgangs mit Schwierigkeiten beim Transport von Speisen oder Flüssigkeiten.
Mögliche Ursachen: Ursachen können mechanische Hindernisse durch Raumforderungen oder extrinsische Kompression (z. B. durch mediastinale Lymphknoten) sowie ösophageale Erkrankungen oder neuromuskuläre Störungen sein.
Dyspnoe
Dyspnoe
Erläuterung: Als mögliche Ursache für Atemnot können vergrößerte Lymphknoten im Mediastinum durch direkte Kompression oder Infiltration die Atemwege beziehungsweise die thorakalen Strukturen beeinträchtigen und so Dyspnoe hervorrufen.
Husten
Mögliche Ursachen von Husten sind unter anderem eine Reizung oder mechanische Einengung der Atemwege, eine direkte Infiltration der Bronchialwand durch eine Raumforderung sowie Infektionen, die bei Immunsuppression häufiger auftreten.
Dysphonie
Kurze Definition
Dysphonie ist eine Stimmstörung mit veränderter Tonhöhe, Lautstärke oder Klangfarbe der Stimme.
Wichtige Differenzialdiagnosen bei vorhandener oder persistierender Dysphonie)
– Kehlkopfkarzinom: kann anhaltende Heiserkeit oder Stimmveränderungen verursachen, insbesondere bei relevanten Risikofaktoren.
– Rekurrensparese: eine Lähmung des N. laryngeus recurrens führt typischerweise zu Heiserkeit durch eingeschränkte Stimmbandbeweglichkeit.
– Sonstige Ursachen: entzündliche, funktionelle oder iatrogene Stimmstörungen.
Kälteintoleranz
Kälteintoleranz — klinische Bedeutung
Kälteempfindlichkeit kann ein begleitendes Symptom einer Schilddrüsenunterfunktion sein. In der vorliegenden Anamnese wird Kälteintoleranz jedoch ausdrücklich verneint; dadurch ist ein typisches Hinweiszeichen für eine Hypothyreose weniger wahrscheinlich, aber nicht definitiv ausgeschlossen. Die Beurteilung sollte daher im Zusammenhang mit weiteren Symptomen und Befunden erfolgen.
erhöhte Blutungsneigung
Hinweis auf Thrombozytopenie
Knochenmarkbeteiligung
Blässe
Hinweis auf Anämie
Anämie bei chronischer Krankheit, Knochenmarkbeteiligung
keine Reise
Reiseanamnese — Anamnese
Der Patient berichtet, in letzter Zeit keine Reisen unternommen zu haben. Demzufolge bestehen keine Hinweise auf eine kürzliche Exposition durch Aufenthalte in Regionen mit erhöhter Tuberkuloseprävalenz oder andere reiseassoziierte Infektionsrisiken.
ähnliche Beschwerden
Es liegen keine Hinweise auf ein gehäuftes Auftreten in der Familie oder einen offensichtlichen Haushalts-Infekt vor.
Insomnie
Insomnie
Definition und Erscheinungsbild: Anhaltende Störung des Einschlafens oder Durchschlafens mit Beeinträchtigung von Schlafdauer und Schlafqualität.
Hypercholesterinämie
Hypercholesterinämie
Kernmerkmal: Erhöhte Cholesterinwerte im Blut, typischerweise mit einer Erhöhung der LDL-Fraktion.
Furunkel
Furunkel
Klinisches Bild: Lokalisierte, schmerzhafte, eitrige Entzündung eines Haarfollikels mit umliegender Rötung, Schwellung und oft zentraler Eiteransammlung.
Ursachen und Behandlung: Häufiger Erreger ist Staphylococcus aureus. Lokal antiseptische Maßnahmen können ausreichend sein; bei ausgeprägter Abszedierung ist eine chirurgische Eröffnung indiziert, und bei ausgedehnter Infektion oder systemischen Zeichen ist eine antibiotische Behandlung zu erwägen.
Rückenschmerzen
Rückenschmerzen (Lumbalgie)
Begriff: Schmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule, die in Dauer und Ausprägung variieren können.
Diskusprolaps
Definition
Bei einem Diskusprolaps verlagert sich der innere, gelartige Anteil einer Bandscheibe durch eine Schädigung des äußeren Faserknorpels nach außen und kann so auf benachbarte Nervenwurzeln oder das Rückenmark drücken.
Klinische Zeichen
Typisch sind ausstrahlende Schmerzen entlang der betroffenen Nervenwurzel, Empfindungsstörungen wie Kribbeln oder Taubheit sowie in schweren Fällen motorische Schwächen oder Reflexveränderungen.
Ursachen und Risikofaktoren
Entstehungsmechanismen umfassen altersbedingte Verschleißprozesse, wiederholte oder einmalige mechanische Belastungen, Unfälle und weitere Faktoren wie Übergewicht oder mangelnde körperliche Aktivität, die die Bandscheibenstruktur schwächen können.
konservativ
Konservative Therapie – Begriffsklärung
Unter konservativer Behandlung versteht man nicht-operative Maßnahmen, die auf Schmerzlinderung, Wiederherstellung der Funktion und Vermeidung von Operationen abzielen.
Typische Maßnahmen
Dazu gehören physiotherapeutische Übungen zur Stabilisierung und Mobilisation, medikamentöse Schmerz- und Entzündungsbehandlung, das Anpassen von Alltagstätigkeiten sowie Hilfsmittel wie Orthesen oder Stützbänder. Ergänzend können patientenbezogene Aufklärung und rehabilitative Maßnahmen Teil des Behandlungskonzepts sein.
Pyelonephritis
Definition und Ursache
Die Pyelonephritis ist eine bakterielle Entzündung des Nierenbeckens und des Nierenparenchyms, die häufig durch einen aufsteigenden Harnwegsinfekt verursacht wird; Erreger sind dabei besonders Enterobacteriaceae wie Escherichia coli.
Klinik
Patienten zeigen typischerweise Flankenschmerzen, Fieber mit Schüttelfrost, allgemeines Krankheitsgefühl und oft auch Symptome einer unteren Harnwegsinfektion wie Brennen beim Wasserlassen.
Diagnostik und Therapie
Zur Abklärung werden Urinuntersuchungen einschließlich Urinkultur herangezogen. Die Behandlung erfolgt in der Regel mit einer antibiotischen Therapie; bei ausgeprägtem oder komplikationsreichem Verlauf kann eine stationäre Versorgung erforderlich werden.
Commotio cerebri
Definition:
Bei einer Commotio cerebri handelt es sich um eine kurzzeitige Störung der Hirnfunktion nach einem Schädeltrauma, die nicht zwingend sichtbare strukturelle Schäden nachweist.
Ursachen:
Häufig entsteht sie durch einen direkten Schlag auf den Kopf oder durch Beschleunigungs-/Abbremsbewegungen, etwa bei Stürzen oder Unfällen.
Klinisches Bild:
Typische Beschwerden sind Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, gestörte Konzentration und Gedächtnisleistungen sowie Gleichgewichtsstörungen. In einzelnen Fällen kommt es zu kurzzeitiger Bewusstlosigkeit oder zu Sensibilitätsstörungen.
Behandlung und Verlauf:
Die Versorgung ist überwiegend symptomorientiert und umfasst körperliche und kognitive Schonung, engmaschige Beobachtung und gezielte Therapie einzelner Symptome. Die meisten Patientinnen und Patienten erholen sich vollständig, gelegentlich können längerdauernde Beschwerden auftreten.
Pantoprazol
Gruppe:
Protonenpumpenhemmer (PPI).
Wirkung:
Unterdrückt die Magensäureproduktion durch Blockade der H+/K+-ATPasen in den Belegzellen des Magens.
Anwendungsgebiete:
Eingesetzt bei säurebedingten Erkrankungen wie Refluxbeschwerden und peptischen Ulzera sowie zur Reduktion von Säuresekretion im Rahmen bestimmter Behandlungen.
Nebenwirkungen und Hinweise:
Häufige Nebenwirkungen können Magen-Darm-Beschwerden und Kopfschmerzen sein; selten treten allergische Reaktionen auf. Zur Einnahme wird meist empfohlen, das Präparat vor einer Mahlzeit einzunehmen. Langfristige Anwendungen sollten ärztlich geprüft werden.
Baldrian
Kategorie:
Pflanzliches Arzneimittel / Phytotherapeutikum.
Anwendungsbereich:
Baldrian wird vor allem zur kurzfristigen Linderung leichter Einschlafstörungen und zur Reduktion von nervöser Unruhe verwendet.
Wirkung und Wirkungseintritt:
Es wird eine beruhigende Wirkung beschrieben; der genaue Wirkmechanismus ist nicht abschließend geklärt und individuell unterschiedlich ausgeprägt.
Nebenwirkungen und Wechselwirkungen:
Gelegentlich können Magenbeschwerden, Kopfschmerzen oder Tagesmüdigkeit auftreten. Bei gleichzeitiger Einnahme anderer beruhigender Mittel oder Alkohol ist Vorsicht geboten.
Hylo
Hylo-Augentropfen
Gruppe: Okuläre Benetzungsmittel (künstliche Tränen).
Wirkstoff/Wirksamkeit: In Hylo-Präparaten wird meist Hyaluronsäure eingesetzt, die Wasser bindet und so den Tränenfilm stabilisiert sowie die Augenoberfläche befeuchtet.
Indikation: Behandlung und Linderung von Symptomen bei trockenem Auge und zur unterstützenden Pflege gereizter Augenoberflächen.
Anwendung und Verträglichkeit: Lokal angewendet; typischerweise gut verträglich. Gelegentlich kann es zu vorübergehenden Brenn- oder Fremdkörpergefühlen kommen; sehr selten sind allergische Reaktionen.
Wichtig: Viele Produkte sind konservierungsmittelfrei ausgelegt, was die Verträglichkeit bei häufiger Anwendung verbessert.
Konjunktivitis
Konjunktivitis
Begriffserklärung: Konjunktivitis ist eine Entzündung der Bindehaut des Auges.
Ursachen und Erscheinungsbild: Sie kann durch Viren, Bakterien, Allergene oder reizende Substanzen ausgelöst werden. Typische Symptome sind Rötung, vermehrter Tränenfluss oder Sekretion, Juckreiz und ein Fremdkörpergefühl.
Verlauf und Bedeutung der Anamnese: Rezidivierende, saisonal gehäufte Beschwerden im Frühjahr deuten häufig auf eine allergische Genese hin und sollten im Rahmen der weiterführenden Abklärung berücksichtigt werden.
Wann ärztlich abklären: Anhaltende oder verschlechternde Symptome, Schmerzen oder Sehstörungen erfordern ärztliche Untersuchung.
Packungsjahren
Packungsjahre
Definition und Berechnung: Ein Packungsjahr quantifiziert das Raucherexponat und ergibt sich aus der Anzahl der täglich gerauchten Zigaretten geteilt durch 20, multipliziert mit den Rauchjahren.
Piccolo
Piccolo
Ein Piccolo ist eine einzelne, kleinformatige Flasche für Schaumwein oder Sekt, die üblicherweise ein Volumen von etwa 0,2 Litern hat. Sie dient als Portionsgröße für eine einzelne Person und wird häufig als abendliches oder festliches Getränk konsumiert. In der Anamnese kann der Begriff auf regelmäßigen Alkoholkonsum in dieser Portionsgröße hinweisen.
Rentner
Rentner
Als Rentner bezeichnet man eine Person, die nicht mehr im Erwerbsleben steht und stattdessen eine Rente bezieht. Der Übergang in den Rentenstatus erfolgt typischerweise aufgrund des Erreichens des Rentenalters oder wegen dauerhafter Erwerbsminderung. Der Begriff beschreibt den sozialen und ökonomischen Status, nicht notwendigerweise die Aufenthaltsform oder Pflegebedürftigkeit.
Schneider
Schneider
Ein Schneider ist ein handwerklich tätiger Fachbetrieb oder eine Fachperson, die Bekleidung entwirft, zuschneidet, näht und bei Bedarf anpasst oder repariert. Das Tätigkeitsfeld umfasst Maßanfertigungen, Änderungsarbeiten und das fachgerechte Verarbeiten von Stoffen und Schnittmustern.
Seniorenheim
Seniorenheim
Ein Seniorenheim ist eine stationäre Wohnform für ältere Menschen, die nicht mehr vollständig selbstständig leben möchten oder können. Solche Einrichtungen bieten je nach Bedarf Unterstützung im Alltag, etwa Hilfe bei der Körperpflege, bei der Ernährung oder bei der Medikamentengabe, und können unterschiedliche Pflegestufen und Betreuungsangebote bereitstellen.
Larynxkarzinom
Kurzdefinition:
Das Larynxkarzinom ist ein bösartiger Tumor des Kehlkopfes, am häufigsten vom Plattenepitheltyp.
Risikofaktoren:
Zu den wichtigsten beeinflussbaren Ursachen zählen langjähriger Tabakkonsum und hoher Alkoholkonsum; weitere Faktoren können berufliche Schadstoffexposition oder HPV-Infektionen sein.
Klinisches Bild:
Frühe Hinweise sind anhaltende Heiserkeit, ein Fremdkörpergefühl im Hals oder Schluckstörungen; im fortgeschrittenen Stadium können Atemnot und lokoregionäre Beschwerden auftreten.
Diagnose und Therapie:
Die sichere Diagnose erfolgt histologisch. Die Behandlung richtet sich nach Tumorstadium und umfasst Operation, Strahlentherapie und gegebenenfalls systemische Therapie. Bei früher Erkennung sind die Heilungschancen deutlich besser als bei fortgeschrittenen Stadien.
hämorrhagischen
Begriffserklärung:
Ein hämorrhagischer Insult bezeichnet einen Schlaganfall durch Einblutung in das Hirngewebe oder in die Hirnventrikel.
Ursachen:
Häufige Auslöser sind arterielle Hypertonie, rupturierte Aneurysmen sowie Gerinnungsstörungen oder antikoagulative Medikation.
Klinik:
Die Symptome beginnen typischerweise plötzlich und können einseitige Lähmungen, Sprachstörungen, Bewusstseinsstörungen oder starke Kopfschmerzen umfassen.
Bildgebung:
Im akuten CT zeigt sich eine frische Einblutung meist hyperdens (hell), wohingegen frische ischämische Infarkte im CT in der Regel hypodense Befunde ergeben.
Hodgkin-Lymphom
Kurzdefinition:
Das Hodgkin-Lymphom ist eine maligne Erkrankung des lymphatischen Systems, charakterisiert durch das Vorhandensein von Reed‑Sternberg-Zellen in der histologischen Untersuchung.
Klinik:
Typisch sind schmerzlose Lymphknotenschwellungen, häufig zervikal, sowie sogenannte B-Symptome (z. B. Gewichtsverlust, nächtliche Schweißausbrüche, Fieber).
Diagnostik und Bedeutung:
Die Verdachtsdiagnose erfordert eine histologische Sicherung mittels Exzisionsbiopsie; andere lymphatische Erkrankungen und leukämische Prozesse müssen als Differenzialdiagnosen ausgeschlossen werden.
Non-Hodgkin-Lymphome
Kurzbeschreibung:
Non-Hodgkin-Lymphome bilden eine heterogene Gruppe bösartiger Lymphomerkrankungen mit verschiedenen histologischen Subtypen und klinischem Verlauf.
Abgrenzung:
Im Gegensatz zum Hodgkin-Lymphom fehlen typische Reed‑Sternberg-Zellen; Diagnose und Einordnung erfolgen durch histologische und immunphänotypische Untersuchungen.
Klinik und Bedeutung:
Die Präsentation kann von lokal begrenzter Lymphadenopathie bis zu disseminierten Symptomen reichen; Prognose und Therapie variieren stark je nach Subtyp.
leukämische
Leukämie
Definition und Pathophysiologie: Leukämien sind maligne Erkrankungen des hämatopoetischen Systems, bei denen sich fehlregulierte Vorläuferzellen der weißen Blutzellen im Knochenmark vermehren und ins periphere Blut übertreten.
Klinische Zeichen: Häufige Befunde sind blasse Haut, erhöhte Müdigkeit und Leistungsknick durch Anämie, vermehrte Infekte wegen Leukozytenfunktionsstörungen, Fieber sowie Blutungsneigung infolge Thrombozytopenie. Lymphknotenschwellungen können bei bestimmten Subtypen auftreten.
Diagnostik: Verdachtsdiagnosen werden mittels differentialem Blutbild, Knochenmarkuntersuchung (Zytologie, Zytochemie, Immunphänotypisierung) und ergänzenden molekularen/karyotypischen Tests abgeklärt.
Tuberkulose
Tuberkulose
Erreger und Übertragung: Tuberkulose wird überwiegend durch Mycobacterium tuberculosis verursacht und meist aerogen von Mensch zu Mensch übertragen.
Klinische Merkmale: Typische Symptome sind anhaltender Husten, oft mit Auswurf, ungewollter Gewichtsverlust, Nachtschweiß, Fieber und reduzierte Leistungsfähigkeit.
Diagnostik und Therapie: Zur Abklärung dienen Bildgebung der Thoraxorgane, mikrobiologische Verfahren (Direktnachweis, PCR, Kultur) sowie ergänzende Tests. Die Therapie besteht aus einer mehrmonatigen Kombination antibakterieller Wirkstoffe; gängige Wirkstoffgruppen werden in der Leitlinienbehandlung kombiniert.
infektiösen Mononukleose
Infektiöse Mononukleose (Pfeiffer-Drüsenfieber)
Erreger und Übertragung: Die Erkrankung wird überwiegend durch das Epstein-Barr-Virus (EBV) verursacht und häufig durch Speichelkontakt übertragen.
Klinik: Charakteristisch sind Fieber, ausgeprägte Halsschmerzen mit Tonsillenbeteiligung, schmerzhafte oder druckempfindliche Lymphknotenschwellungen, anhaltende Müdigkeit und gelegentlich eine Vergrößerung der Milz.
Diagnostik: Hinweise liefern das Blutbild mit reaktiven bzw. atypischen Lymphozyten und serologische Tests auf EBV-Antikörper beziehungsweise spezifische molekulare Nachweise. Die Behandlung ist in der Regel symptomatisch und supportive.
Sarkoidose
Sarkoidose
Definition und Befunde: Sarkoidose ist eine systemische entzündliche Erkrankung, die durch nicht-kaseöse Granulome in betroffenen Organen gekennzeichnet ist. Lungenbeteiligung mit hilärer oder mediastinaler Lymphknotenvergrößerung ist ein häufiges Muster.
Klinische Präsentation und Diagnostik: Betroffene klagen manchmal über unspezifische Allgemeinsymptome wie Müdigkeit und gelegentlich Fieber; bei Lungenerkrankung treten Husten und Atembeschwerden auf. Bildgebende Verfahren (Röntgen/CT Thorax) sowie histologische Sicherung durch Biopsie zur Demonstration nicht-kaseöser Granulome sind für die Diagnose zentral.
Klinische Relevanz: Bei der Abklärung von Lymphknotenvergrößerungen gehört Sarkoidose zu den wichtigen Differenzialdiagnosen, muss aber gegen infektiöse und neoplastische Ursachen abgegrenzt werden.
systemischer Lupus erythematodes
Systemischer Lupus erythematodes — Lymphknotenbeteiligung
Bei einem systemischen Lupus erythematodes kann es zu einer vermehrten Lymphknotenvergrößerung kommen. Diese ist häufig generalisiert, meist nur leicht ausgeprägt und tritt in der Regel im Zusammenhang mit weiteren Organbeteiligungen auf, etwa Haut-, Gelenk- oder Nierenmanifestationen sowie hämatologischen Auffälligkeiten. Die Lymphadenopathie allein ist selten hinreichend für die Diagnose und sollte im klinischen Gesamtkontext bewertet werden.
Blutdruck
Blutdruck — Geräte und Hilfsmittel
Für die manuelle Blutdruckmessung gehören zur Ausrüstung: eine Blutdruckmanschette, eine Aufblaspumpe (Gummiballon) und ein Manometer zur Druckablesung. Zur Auskultation der Korotkoff-Geräusche wird zusätzlich ein Stethoskop benötigt. Alternativ werden heute häufig automatische, oszillometrische Blutdruckmessgeräte eingesetzt, die ohne Auskultation arbeiten.
Sauerstoffsättigung
Sauerstoffsättigung — Messprinzip
Die Sauerstoffsättigung des Blutes wird nichtinvasiv mit einem Pulsoxymeter bestimmt. Das Gerät erfasst die periphere Sauerstoffsättigung über Lichtabsorption an einer Messstelle wie Finger oder Ohrläppchen und liefert so eine Schätzung des arteriellen Hämoglobinoxygens.
Körpertemperatur
Körpertemperatur — Vergleich der Messorte
Die Rektaltemperatur gilt in klinischen Kontexten häufig als annähernder Referenzwert für die Körperkerntemperatur. Orale Messwerte liegen typischerweise etwas unterhalb der rektalen Werte, üblich sind Differenzen im Bereich von etwa 0,3 bis 0,5 °C. Axilläre Messungen zeigen in der Regel noch geringere Temperaturen als orale Messungen; ein ungefährer Unterschied zur Rektaltemperatur wird oft mit rund 0,5 °C angegeben. Diese Angaben sind als typische Richtwerte zu verstehen und können je nach Messmethode und Patient variieren.
Blässe
Blässe
Blässe bezeichnet eine deutlich verringerte Rötung der Haut oder der Schleimhäute.
Typische Lokalisationen
Blässe lässt sich besonders an der Hautoberfläche, an den Konjunktiven der Augen und an der Mundschleimhaut (z. B. Lippen, Wangenschleimhaut) erkennen.
Klinische Bedeutung
Sie kann Hinweise auf reduzierte Hautdurchblutung oder eine verminderte Hämoglobin-Konzentration geben und sollte zusammen mit weiteren Befunden interpretiert werden.
Petechien
Petechien
Petechien sind sehr kleine, punktförmige Blutungen in Haut oder Schleimhaut, die sich als nicht wegdrückbare rote bis violette Pünktchen zeigen.
Ursachen und Bedeutung
Sie können bei Thrombozytopenie, bestimmten Gerinnungsstörungen, septischen Erkrankungen oder nach mechanischer Belastung auftreten und bedürfen einer weiterführenden Abklärung in Zusammenschau mit anderen Befunden.
Splenomegalie oder Hepatomegalie
Splenomegalie und Hepatomegalie
Bei der körperlichen Untersuchung können vergrößerte Milz oder Leber durch Palpation und Perkussion erfasst werden. Das Auffinden einer Organvergrößerung ist ein Hinweis auf eine systemische Erkrankung und kann verschiedene Ursachen haben, etwa hämatologische Erkrankungen, chronische Entzündungen, infektiöse Prozesse, portale Hypertension oder seltener Tumorbefall bzw. Metastasen. Die Befundinterpretation erfordert klinische Einordnung und gegebenenfalls bildgebende Abklärung und Laboruntersuchungen.
Differentialblutbild
Differentialblutbild
Das Differentialblutbild gibt die prozentuale und absolute Verteilung der Leukozyten nach Subtypen (Neutrophile, Lymphozyten, Monozyten, Eosinophile, Basophile) wieder. Es dient der Erkennung von Leukozytosen oder Leukozytopenien und liefert Hinweise auf infektiöse, inflammatorische oder hämatologische Veränderungen. Die gezielte Beurteilung einer Anämie erfolgt primär über ein komplettes Blutbild mit Erythrozytenindizes und weiteren spezifischen Parametern.
CRP
C‑reaktives Protein (CRP)
Das CRP ist ein Akutphasenprotein, das überwiegend in der Leber synthetisiert wird und bei entzündlichen Prozessen, Infektionen oder Gewebsschäden ansteigt. Es dient als unspezifischer Laborwert zur Abschätzung der Entzündungsaktivität und zur Verlaufsbeurteilung therapeutischer Maßnahmen, ist aber nicht krankheitsspezifisch.
BSG
Blutsenkungsgeschwindigkeit (BSG)
Die BSG misst die Strecke, die die Erythrozyten in ungerinnbar gemachtem Blut innerhalb einer Stunde absinken. Sie ist ein unspezifischer Indikator für entzündliche oder andere systemische Prozesse und kann durch Proteine des Akutphasenreakts, Anämie oder andere Faktoren beeinflusst werden. Zur Abklärung von Entzündungen wird die BSG häufig ergänzend zu anderen Laborparametern herangezogen.
LDH
LDH (Laktatdehydrogenase)
Kurzbeschreibung: LDH ist ein Enzym, das in vielen Geweben vorkommt. Bei Zellschädigung oder Zelluntergang gelangt es vermehrt ins Blut.
Klinische Relevanz: Erhöhte LDH-Werte sind ein unspezifischer Hinweis auf Gewebezerfall, zum Beispiel bei Hämolyse, Muskelverletzungen, Leber- oder Herzschädigung sowie bei bestimmten Tumorerkrankungen. Die LDH allein liefert keine Organlokalisation und muss zusammen mit weiteren Laborparametern und der klinischen Situation beurteilt werden.
Blutausstrich
Blutausstrich — Zweck und Grundprinzip
Kurzbeschreibung: Ein Blutausstrich dient dazu, Blutzellen auf einem Objektträger als dünnen Film darzustellen, um ihre Form, Verteilung und Besonderheiten mikroskopisch zu beurteilen.
Prinzip: Dazu wird ein Blutfilm erzeugt, der nach dem Trocknen einer Färbung unterzogen wird, damit die verschiedenen Zelltypen sichtbar und unterscheidbar sind. Der Blutausstrich ermöglicht die morphologische Beurteilung von Erythrozyten, Leukozyten und Thrombozyten und ist Teil der Abklärung bei hämatologischen Auffälligkeiten.
Movicol
Movicol
Gruppe: Osmotisches Laxans (Wirkstoff: Polyethylenglykol / Macrogol).
Wirkungsweise: Das Präparat fördert die Wasserbindung im Darmlumen, wodurch der Stuhl weicher wird und das Stuhlvolumen zunimmt, was die Darmpassage unterstützt.
Anwendung: Wird zur Behandlung und Regulierung chronischer Verstopfung eingesetzt und kann zur Erleichterung des Stuhlgangs bei hartem Stuhl dienen.
Wichtige Hinweise und Risiken: Mögliche Nebenwirkungen sind gastrointestinale Beschwerden wie Blähungen, Bauchkrämpfe oder Durchfälle. Bei deutlichen Bauchschmerzen, Zeichen eines Darmverschlusses oder ausgeprägter Dehydratation sollte die Anwendung überdacht und ärztlich bewertet werden. Bei Vorerkrankungen oder Unsicherheit über Wechselwirkungen ärztlichen Rat einholen.
Patient/ inAnrede: Herr/Frau Oberarzt/Oberärztin ……….., Hiermit möchte ich Ihnen den Patienten Heinz Möller vorstellen. |
Datum12/06/2025 |
| Alter78 Jahre | Gewicht86 kg | Größe189 cm |
Allergien (Stichwörter)
Erdbeerallergie (perilabiales Exanthem, Pruritus)
rezidivierende Konjunktivitis seit ca. 10 Jahren, vor allem im Frühjah
Genussmittel / Drogen (Stichwörter)
Ex-Raucher seit 20 Jahren (vorher 30 Packungsjahre),
gelegentlicher Alkoholkonsum (abends 1 kleine Flasche Piccolo),
kein Drogenkonsum
Sozialanamnese (Stichwörter)
Rentner seit 25 Jahren,
ehemals Schneider,
ledig,
lebt im Seniorenheim,
keine Haustiere
Familienanamnese (Stichwörter)
Vater: Larynxkarzinom (verstorben mit 73 Jahren),
Mutter: Todesursache unbekannt (verstorben in der Kindheit des Patienten),
Schwester: Hämorrhagischer Insult, rollstuhlpflichtig, Pflegeheim (Paraparese/Paraplegie)
Medikamente (Stichwörter)
Ibuprofen 400 mg bei Bedarf,
Pantoprazol 20 mg bei Bedarf,
Hylo-Augentropfen bei Bedarf,
Baldrian-Dragees bei Bedarf,
Simvastatin
Anamnese (Vollsätze)
Der Patient stellte sich bei uns aufgrund einer seit drei Monaten bestehenden, indolenten, etwa zwei-Euro-Münzen-großen, harten, nicht verschieblichen zervikalen Lymphadenopathie rechts vor. Laut seinen Angaben war der Verlauf langsam progredient, und er kann den Hemdkragen nicht mehr richtig zuknöpfen.
Als begleitende Symptome wurden eine B-Symptomatik mit Fieber bis 39 °C (axillär), nächtlicher Hyperhidrose und einer in den letzten drei Monaten um 3 kg erfolgten Gewichtsabnahme infolge von Inappetenz festgestellt. Zusätzlich klagte der Patient über Asthenie sowie Alkoholschmerz.
Zudem hat er über rezidivierende Infekte der oberen Atemwege berichtet. (Hautveränderungen, Halsschmerzen, pathologische Befunde im Mundraum, Husten, Blutungsneigung, Blässe sowie Lymphadenopathien an anderen Körperstellen hat er verneint.)
Er gab an, bislang nicht ärztlich vorstellig geworden zu sein und ohne Begleitung erschienen zu sein.
Reisen in den letzten Monaten hat er nicht unternommen.
Laut seinen Angaben sind ähnliche Beschwerden bei Familienangehörigen nicht bekannt.
Vegetativ zeigte sich lediglich eine Insomnie infolge nächtlicher Hyperhidrose.
An Vorerkrankungen sind eine seit acht Jahren bekannte Hypercholesterinämie (nicht therapiert bei Verdacht auf eine mögliche Rhabdomyolyse), ein seit ebenfalls acht Jahren bestehender Diskusprolaps mit chronischer Lumbalgie (konservativ behandelt), bekannt.
Zudem berichtete der Patient von einer akuten Pyelonephritis vor fünf Jahren, die drei Tage stationär behandelt wurde, sowie von einem Sturztrauma mit Commotio cerebri vor vier Jahren, das eine zweitägige stationäre Überwachung erforderte.
Aktuell besteht zudem ein etwa zehn Tage alter Furunkel am Rücken, subskapulär rechts. Er hat angegeben, dass ein chirurgischer Eingriff übermorgen geplant sei und dass sie die betroffene Region eigenständig mittels Kernseife antiseptisch behandelt habe.
Verdachtsdiagnose – Differentialdiagnose (Vollsätze)
Die Konstellation aus indolenter, harter, nicht verschieblicher zervikaler Lymphadenopathie und B-Symptomatik (Fieber, Nachtschweiß, Gewichtsverlust) spricht klinisch am ehesten für ein Hodgkin-Lymphom. Allerdings sind vor einer histologischen Sicherung auch Non-Hodgkin-Lymphome sowie leukämische Erkrankungen (z. B. CLL) in Betracht zu ziehen.
Differenzialdiagnostisch kommen eine Tuberkulose oder eine infektiöse Mononukleose in Betracht.
Weiteres Vorgehen – Therapie (Vollsätze)
Zur weiteren Abklärung wurden ein Differentialblutbild, CRP, BSG, LDH, ALT, AST, Gamma-Glutamyltransferase, Elektrolyte, Nieren- und Blutfettwerte sowie ein Blutausstrich veranlasst. Zusätzlich sind eine Lymphknotenexstirpation sowie bildgebende Verfahren mittels Sonografie und CT von Hals, Thorax und Abdomen geplant. Die endgültige Therapieentscheidung erfolgt in der Regel durch ein interdisziplinäres Tumorboard.
Unterschrift
Vorname Nachname
Mit freundlichen Grüßen
1. Alter
2. Risikofaktoren
1. Bimodale Altersverteilung:
• erster Gipfel: 15–34 Jahre
• zweiter Gipfel: > 50 Jahre
2. Der leitende Verdachtsfaktor ist das Epstein-Barr-Virus (EBV), jedoch fehlt ein endgültiger Beweis.
3. Hauptbeschwerde
4. Lymphknoteneigenschaften
5. Typische Lokalisationen der Lymphadenopathie
bei Hodgkin
3. Seit einigen Monaten sich vergrößernder Knubbel/Knoten am Hals
4. Größe, genaue Lokalisation, derb, schmerzlos, nicht verschiebbar
5. zervikal (Halsbereich), axillär (Achselbereich), mediastinal (Mittelfellraum)
6. Begleitsymptome
6.
Alkoholkonsum → Alkoholschmerz
B-Symptome: Gewichtsverlust >10 % des Ausgangsgewichts innerhalb von 6 Monaten, Nachtschweiß, persistierendes Fieber
Generalisierter Pruritus
Husten oder Stridor → durch tracheobronchiale Kompression (mediastinal)
6. Begleitsymptome
6.
Hepatosplenomegalie
Knochenschmerzen → durch Metastase
Knochenmarkbefall: Anämie, Panzytopenie (häufige oder lang andauernde Infekte, spontane Hämatome/ Blutungen)
7. Körperliche
Untersuchung
7.Inspektion: Vitalparameter, Kachexie, Blässe, Kratzspuren (Kratzeffekte)
Hepatosplenomegalie
Dysphonie: Kehlkopfkarzinom oder Rekurrensparese
Dyspnoe: Kompression/Infiltration der Atemwege durch mediastinale Lymphknoten
Dysphagie: Kompression/Infiltration der Speiseröhre durch mediastinale Lymphknoten oder Ösophaguskarzinom
8. Untersuchung der Lymphknoten
Patient in entspannter Position
Palpation mit den Fingerspitzen
Schwellung ertasten → zwischen Zeigefinger und Daumen fassen
Beurteilung: Anzahl und Lokalisation
Prüfung: Schmerzhaftigkeit, Beweglichkeit (verschieblich/fixiert), Konsistenz (weich/hart)
9. Differenzialdiagnosen
Tuberkulose: kein produktiver Husten, keine Reise- oder Expositionsanamnese
EBV: Tonsillitis, schmerzhaft/weiche Lymphadenopathien
Sarkoidose: oft Hiluslymphadenopathie
Andere Tumoren am Hals: z. B. Schilddrüsenkarzinom, Larynxkarzinom
Struma: passt nicht zur Anamnese
Toxoplasmose: meist weiche/ schmerzlose zervikale Lymphadenopathie, Katzenkontakt/ rohes Fleisch
10. Labordiagnostik
Differenzialblutbild: Anämie, Leukopenie/ Leukocytose, Lymphopenie, Thrombozytopenie
Blutausstrich: atypische Lymphozyten
Lymphknotenbiopsie (Goldstandard): liefert ausreichendes Gewebe zur histopathologischen Untersuchung, Nachweis von Reed-Sternberg-Zellen (entscheidend für die Abgrenzung zwischen Hodgkin- und Non-Hodgkin-Lymphomen)
Hodgkin-Lymphom = B-Zell-Lymphom
12. Lymphadenektomie
chirurgischer Eingriff
vollständige Entfernung des betroffenen Lymphknotens unter Vollnarkose
Vorgehen: Desinfektion → Hautschnitt → Entfernung Lymphknoten + Prüfung umliegendes Gewebe → Wundverschluss
Krankenhausaufenthalt: einige Stunden bis Tage zur Beobachtung
12. Lymphadenektomie
Vorbereitung:
6 h nüchtern (keine Nahrung)
2 h vorher auch kein Trinken mehr
Ergebnis: nach 3–5 Werktagen
Risiken: Schmerzen, Hämatome, selten Infektionen
13. die weiteren Verfahren
Knochenmarkpunktion: wichtig für das Staging
Sonographie: Detektion von Hepatosplenomegalie
Computertomographie (CT) von Thorax, Abdomen und Becken: genaue Stadienbestimmung
Positronen-Emissions-Tomographie (PET): wichtig für Staging und Verlaufsbeurteilung
14. Prognose
Heilungsraten:
Frühstadium: 85–90 %
Stadium III/IV: ca. 75 % (bei adäquater Ersttherapie)
Ungünstige Prognosefaktoren:
Vorliegen von B-Symptomen, höheres Alter, fortgeschrittenes Krankheitsstadium
15. Stellen Sie sich nun vor: Wie würden Sie typischerweise einen Patienten mit Hodgkin-Lymphom vorstellen?
I
Der Patient stellte sich bei uns aufgrund einer seit drei Monaten bestehenden, indolenten, etwa zwei-Euro-Münzen-großen, harten, nicht verschieblichen zervikalen Lymphadenopathie rechts vor. Laut seinen Angaben war der Verlauf langsam progredient, und er kann den Hemdkragen nicht mehr richtig zuknöpfen.
15. Stellen Sie sich nun vor: Wie würden Sie typischerweise einen Patienten mit Hodgkin-Lymphom vorstellen?
II
Als begleitende Symptome wurden eine B-Symptomatik mit Fieber bis 39 °C (axillär), nächtlicher Hyperhidrose und einer in den letzten drei Monaten um 3 kg erfolgten Gewichtsabnahme infolge von Inappetenz festgestellt. Zusätzlich klagte der Patient über Asthenie sowie Alkoholschmerz.
1. die Lymphknotenschwellung
2. der Achselbereich
3. der Achselbereich
4. der Brustraum
5. der Juckreiz
6. das Pfeifen beim Atmen
7. der Tochtertumor
8. die Leber- und Milzvergrößerung
1. die Lymphadenopathie
2. zervikal
3. axillär
4. mediastinal
5. der Pruritus
6. der Stridor
7. die Metastase
8. die Hepatosplenomegalie
9. die Blutarmut
10. die Auszehrung
11. der Kehlkopfkrebs
12. die Stadienbestimmung
13. das übermäßige Schwitzen
14. der Appetitmangel
15. die Schwäche
16. indolent
9. die Anämie
10. die Kachexie
11. das Larynxkarzinom
12. das Staging
13. die Hyperhidrose
14. die Inappetenz
15. die Asthenie
16. schmerzlos
Um eine Simulation mit KI durchzuführen, laden Sie die PDF-Datei mit Prompt herunter und laden Sie sie anschließend in eine KI-Anwendung wie ChatGPT hoch.
Seite 1 · 1–20 / 86
ARZT: Guten Tag,
Mein Name ist Doktor Weiß.
Ich bin heute als Assistenzärztin auf der Station tätig.
Ich würde gerne ein Anamnesegespräch mit Ihnen führen.
Falls Sie etwas nicht richtig verstanden haben oder Fragen haben, lassen Sie es mich bitte wissen.
Zunächst benötige ich einige persönliche Informationen, danach können wir fortfahren.
Wie heißen Sie?
PATIENT: Ich heiße Heinz Möller.
ARZT: Alles klar, danke. Zuallererst möchte ich gern in Erfahrung bringen, ob Sie die Schmerzen beziehungsweise Beschwerden als erträglich empfinden.
PATIENT: Insgesamt komme ich weitgehend gut damit zurecht.
ARZT: Wie alt sind Sie, Herr Möller?
PATIENT: Ich bin achtundsiebzig Jahre alt.
ARZT: Wann genau sind Sie geboren?
PATIENT: Ich hatte vorgestern Geburtstag.
ARZT: Ach so, Dann nachträglich alles Gute zum Geburtstag – dann sind Sie am fünfzehnten August 1947 geboren worden, richtig?
PATIENT: Stimmt, Frau Doktor.
ARZT: Wie groß sind Sie?
PATIENT: Ich bin eins neunundachtzig.
ARZT: Wie viel wiegen Sie?
PATIENT: Ich wiege ungefähr sechsundachtzig Kilogramm.
ARZT: Wie heißt Ihr Hausarzt beziehungsweise Ihre Hausärztin?
PATIENT: Meine Hausärztin heißt Doktor Karla Scholz.
ARZT: Was führt Sie heute zu uns?
PATIENT: Also… es hat so angefangen.
Erst habe ich einen Knubbel am Hals gespürt.
ARZT: Aha, Seit wann haben Sie den Knoten bemerkt?
PATIENT: Ich habe ihn vor etwa drei Monaten zum ersten Mal gespürt.
ARZT: War der Beginn plötzlich oder eher schleichend?
PATIENT: Eher langsam – der kam nicht über Nacht, sondern wurde nach und nach spürbarer.
ARZT: Wie hat sich die Größe des Knotens im Laufe der Zeit verändert?
PATIENT: Der ist immer größer geworden.
Am Anfang hat er kaum gestört, aber inzwischen kann ich mein Hemdkragen nicht mehr richtig zuknöpfen – eine Krawatte geht auch nicht mehr.
ARZT: Wie groß ist der Knoten ungefähr?
PATIENT: So groß wie eine Zwei-Euro-Münze, würde ich sagen.
ARZT: Wo genau am Hals befindet er sich?
PATIENT: Rechts, ein bisschen unterhalb vom Ohr, Richtung Schlüsselbein.
ARZT: Tut der Knoten weh, wenn Sie draufdrücken?
PATIENT: Nein, gar nicht.
Er ist komplett schmerzlos.
ARZT: Wie würden Sie die Konsistenz beschreiben?
Ist er eher weich oder hart?
PATIENT: Der Knoten fühlt sich hart.
ARZT: Lässt sich der Knoten verschieben oder sitzt er fest?
PATIENT: Er ist ziemlich fest, bewegt sich nicht wirklich, wenn ich draufdrücke.
ARZT: Gab es sonst noch etwas?
PATIENT: Ja, ich habe nachts öfter geschwitzt – richtig stark, so dass ich mich umziehen musste.
Und Immer wenn ich Alkohol trinke, tun mir die Lymphknoten am Hals weh.
ARZT: Verstehe. Haben Sie an der betroffenen Stelle irgendwelche Hautveränderungen bemerkt?
PATIENT: Nein, da sieht die Haut ganz normal aus.
ARZT: Haben Sie da irgendwie Flüssigkeit oder Sekret bemerkt?
PATIENT: Nein, da kam gar nichts raus.
ARZT: Haben Sie in letzter Zeit Gewicht verloren?
PATIENT: Ein bisschen Gewicht habe ich schon abgenommen, obwohl ich normal esse. Alle fragen mich, ob ich eine Diät mache.
Seite 2 · 21–40 / 86
ARZT: Hatten Sie Fieber?
PATIENT: Ja, ab und zu, so um die 39 Grad, und dabei habe ich oft stark gefroren.
ARZT: Und wie haben Sie das Fieber gemessen – unter der Achsel oder im Mund?
PATIENT: Unter der Achsel.
ARZT: Wissen Sie, wie viel Sie abgenommen haben – und über welchen Zeitraum?
PATIENT: Ja, ungefähr drei Kilo in den letzten 3 Monaten – einfach so, ohne dass ich weniger gegessen hab oder abnehmen wollte.
ARZT: Hatten Sie in letzter Zeit Halsschmerzen
PATIENT: Nein, gar nicht.
ARZT: Und hat jemand in Ihrem Umfeld ähnliche Symptome gehabt?
PATIENT: Nein, soweit ich weiß, nicht. Ich lebe allerdings in einem Seniorenheim – und Sie wissen ja, wie es dort ist.
ARZT: Haben Sie in letzter Zeit eine Reise gemacht, vielleicht ins Ausland?
PATIENT: Nein, nix – ich war die ganze Zeit hier.
ARZT: Haben Sie auch an anderen Stellen Ihres Körpers Knoten oder geschwollene Lymphknoten bemerkt?
Zum Beispiel in den Achselhöhlen oder am Oberkörper?
PATIENT: Nein, mein Vater hatte Krebs, und ich habe irgendwie Angst, dass es bei mir auch so sein könnte. Deshalb habe ich den Bauch gar nicht richtig abgetastet. Habe ich damit recht?
ARZT: Hm, Ich verstehe, dass Sie sich Sorgen machen – gerade, wenn es in der Familie schon einmal Krebs gab.
Aber ob es wirklich etwas Ernstes ist, können wir erst sagen, wenn wir die nötigen Untersuchungen gemacht haben.
Es kann viele Gründe für geschwollene Lymphknoten geben, nicht immer steckt gleich etwas Schlimmes dahinter.
Wichtig ist jetzt, dass wir das gründlich abklären – dann wissen wir mehr, und Sie müssen nicht im Ungewissen bleiben.
Woran war Ihr Vater erkrankt?
PATIENT: Mein Vater war Im Alter von 73 Jahren an Kehlkopfkrebs verstorben.
Er hatte über längere Zeit anhaltende Heiserkeit.
Leider wurde die Erkrankung erst in einem späten Stadium diagnostiziert.
ARZT: Herzliches Beileid.
Hatten Sie in letzter Zeit Zahnprobleme, Entzündungen oder Schmerzen im Mundbereich?
PATIENT: Nein, nichts Besonderes.
Alles wie immer eigentlich.
ARZT: Haben Sie etwas dagegen ausprobiert?
PATIENT: Ich habe es mit Kräutertee versucht, aber das hat leider nichts gebracht.
ARZT: Haben Sie bis jetzt einen Arzt aufgesucht?
PATIENT: Nein, ich habe bisher keinen Arzt aufgesucht, da ich zunächst dachte, es sei nur eine vorübergehende Grippe.
ARZT: Haben Sie Auffälligkeiten oder Beläge im Mundraum bemerkt?
PATIENT: Nein, es wurden keine bemerkt.
ARZT: Haben Sie Schwierigkeiten beim Schlucken bemerkt?
PATIENT: Nein, gar nicht.
Damit habe ich keine Probleme.
ARZT: Haben Sie Husten, Schwindel oder Herzrasen?
PATIENT: Nichts.
ARZT: Haben Sie Veränderungen in Ihrer Stimme bemerkt?
PATIENT: Im Moment nicht, aber früher war ich oft heiser. Deshalb bin ich zum Arzt gegangen. Nach den Untersuchungen meinte er, das habe mit dem Rauchen zu tun. Daraufhin habe ich aufgehört – und seitdem ist es deutlich besser geworden.
ARZT: Sehr gut!! Wann genau haben Sie damit aufgehört?
PATIENT: Vor etwa 20 Jahren.
ARZT: Wie viele Zigaretten haben Sie früher täglich geraucht – und wie lange?
PATIENT: Ich habe früher etwa 20 Zigaretten pro Tag geraucht, und das fast 30 Jahre lang.
ARZT: Fühlen Sie sich oft müde oder schlapp, auch wenn Sie genug schlafen?
PATIENT: Ja, irgendwie fehlt mir die Kraft. Früher hatte ich mehr Ausdauer, aber jetzt bin ich ständig müde.
ARZT: Haben Sie blasse Haut bei sich bemerkt?
PATIENT: Eigentlich nicht.
ARZT: Werden Sie in letzter Zeit öfter krank als sonst – zum Beispiel mit Erkältung, Husten oder Fieber?
PATIENT: Ja, ich habe das Gefühl, ich fang mir öfter was ein.
ARZT: Was genau meinen Sie mit ‚öfter‘?
Können Sie das etwas genauer beschreiben?
PATIENT: Früher war ich vielleicht einmal im Jahr erkältet, aber in den letzten drei Monaten hatte ich schon zwei bis drei Infekte mit Fieber und Husten.
Seite 3 · 41–60 / 86
ARZT: Haben Sie den Eindruck, dass die Infekte bei Ihnen länger dauern als früher?
PATIENT: Hm… keine Ahnung, kann ich nicht so genau sagen.
ARZT: Bluten Sie leicht – zum Beispiel beim Zähneputzen oder aus der Nase?
PATIENT: Ich habe das nicht bemerkt.
ARZT: Bekommen Sie häufiger blaue Flecken, ohne zu wissen, woher sie kommen?
PATIENT: Nein, ist mir nicht aufgefallen.
ARZT: Ist Ihnen aufgefallen, dass Sie schneller frieren, Ihre Haut trockener oder dünner geworden ist oder dass Sie unter Haarausfall leiden?
PATIENT: Nein, das ist mir nicht aufgefallen.
ARZT: Haben Sie Übelkeit?
PATIENT: Nein.
ARZT: Haben Sie sich übergeben?
PATIENT: Bisher habe ich nichts erbrochen.
ARZT: Wie sind Sie ins Krankenhaus gekommen?
PATIENT: Ich bin mit dem Bus ins Krankenhaus gekommen.
ARZT: Haben Sie eine Begleitung?
PATIENT: Ich bin ohne Begleitung.
ARZT: Wie ist Ihr Appetit?
PATIENT: echt vermindert.
ARZT: Wie ernähren Sie sich?
Veganer, Vegetarier oder Allesfresser?
PATIENT: Ich ernähre mich ganz normal und esse alles.
ARZT: Haben Sie Probleme beim Einschlafen oder Durchschlafen?
PATIENT: Eigentlich habe ich nur Probleme mit dem Durchschlafen. Wie schon gesagt: Ich wache nachts manchmal plötzlich auf, weil ich stark schwitze – das passiert ein- bis zweimal pro Nacht. Dann muss ich mich sogar umziehen.
ARZT: Das klingt belastend. Haben Sie etwas dagegen unternommen?
PATIENT: Manchmal schlafe ich ohne Decke, aber es passiert trotzdem.
ARZT: Haben Sie irgendwelche Probleme beim Wasserlassen oder mit dem Stuhlgang?
PATIENT: Alles normal – da gibt es nix Auffälliges.
ARZT: Wie gehen Sie mit Stress um?
PATIENT: Bei Bedarf nehme ich Baldrian-Dragees.
ARZT: Leiden Sie an chronischen Erkrankungen wie zum Beispiel Bluthochdruck, Zuckerkrankheit oder erhöhte Blutfettwerte?
PATIENT: Seit 8 Jahren habe ich erhöhte Blutfettwerte.
ARZT: Wie wurde die Diagnose gestellt?
PATIENT: Während der Vorsorgeuntersuchung bei meiner Hausärztin.
ARZT: Wissen Sie zufällig, wie Ihre letzten Blutwerte waren?
PATIENT: Nein, leider nicht.
Aber ich kann Ihnen die Kontaktdaten von meiner Hausärztin geben.
ARZT: Super, Was haben Sie dagegen eingenommen?
Und in welcher Dosierung?
PATIENT: Am Anfang hab ich abends Atorvastatin 40 Milligramm genommen, aber nach ein paar Tagen hatte ich starke Muskelschmerzen – deshalb hab ich es sofort abgesetzt.
ARZT: Das hätte man damals auf jeden Fall genauer abklären sollen.
Es könnte sich nämlich um eine Nebenwirkung gehandelt haben – wir nennen das Rhabdomyolyse.
Das bedeutet, dass sich Muskelzellen abbauen und dabei bestimmte Stoffe freisetzen.
Allerdings war es meiner Meinung nach die richtige Entscheidung.
Jedoch können erhöhte Blutfettwerte zu Problemen wie Herzerkrankungen führen. Deshalb sollten wir auch Alternativen in Betracht ziehen.
Gibt es sonst noch etwas, das Ihnen aufgefallen ist?
PATIENT: Ja, ich habe seit etwa zehn Tagen ein Furunkel.
ARZT: Wo genau befindet sich das?
PATIENT: Am Rücken, etwas unterhalb vom rechten Schulterblatt.
Es ist gerötet, tut weh und fühlt sich hart an.
Ich habe übermorgen einen Termin beim Chirurgen.
Bis dahin habe ich die Stelle mit Kernseife gereinigt und desinfiziert.
Zudem leide ich seit acht Jahren an Schmerzen im unteren Rücken, besonders bei Überbelastung.
Seite 4 · 61–80 / 86
ARZT: Wie ist es dazu gekommen?
PATIENT: Ich glaube, der Auslöser war damals, dass ich etwas Schweres, also eine Kiste mit Stoffen von etwa 20 Kilo, aufgehoben habe. Außerdem hatte ich bei der Arbeit oft keine richtige Haltung. Der Facharzt hat mich in so eine Röhre geschoben und hat mir danach gesagt, dass es ein Bandscheibenvorfall sei.
Er meinte, ich solle belastende Bewegungen möglichst vermeiden. Bei Bedarf nehme ich manchmal Ibuprofen, 400 Milligramm.
ARZT: Ach so, Was meinen Sie mit einer röhrenförmigen Untersuchung?
Ist das ein CT oder ein MRT?
PATIENT: Ach so, ich glaube, das war ein MRT.
Ja, ich lag in so einer Röhre.
Das Ganze hat ungefähr 30 Minuten gedauert und es waren ziemlich laute Geräusche.
ARZT: Leiden Sie an weiteren Erkrankungen?
PATIENT: Ja, seit etwa zehn Jahren habe ich im Frühling immer wieder eine Bindehautentzündung – mit geröteten und tränenden Augen.
ARZT: Was machen Sie dagegen?
PATIENT: Ich nehme Augentropfen.
ARZT: Wissen Sie, wie die heißen?
PATIENT: Ich glaube, die heißen „Hylo“ – mehr weiß ich nicht.
ARZT: Haben Sie vielleicht Asthma oder ein Ekzem mit schuppiger Haut?
PATIENT: Nein, so etwas habe ich nicht.
ARZT: Waren Sie schon einmal im Krankenhaus zur Behandlung?
PATIENT: Ja, vor fünf Jahren wurde ich wegen einer Nierenbeckenentzündung im Krankenhaus behandelt. Ich war drei Tage dort. Eigentlich wollte ich zurück ins Altenheim, also die Behandlung zu Hause machen, aber der Notarzt meinte, ich müsse dableiben.
PATIENT: Vor vier Jahren bin ich im Altenheim eine Treppe hinuntergestürzt, weil ich über ein dickes Kabel gestolpert bin. Damals gab es Renovierungsarbeiten.
PATIENT: Danach hatte ich Gedächtnisverlust und Kopfschmerzen. Es wurden noch weitere Untersuchungen gemacht, aber da war nichts Auffälliges. Ich war zwei Tage im Krankenhaus. Eigentlich war es nur eine Gehirnerschütterung.
ARZT: Wissen Sie noch, warum Sie damals gestürzt sind?
PATIENT: Ja, wegen Renovierungsarbeiten im Altenheim bin ich über ein dickes Kabel gestolpert und plötzlich zu Boden gefallen.
ARZT: Wurden Sie schon einmal operiert?
PATIENT: Hoffentlich bisher nicht.
ARZT: Nehmen Sie sonst noch andere Medikamente?
PATIENT: Ja, ab und zu Pantoprazol – 20 Milligramm, zur Magenschutz.
ARZT: Haben Sie ein Rezept für Ihre Medikamente?
PATIENT: Ja, habe ich.
ARZT: Sind Sie vollständig geimpft, also haben Sie alle Impfungen seit Ihrer Kindheit erhalten?
PATIENT: Ja, ich bin vollständig geimpft.
ARZT: Haben Sie bekannte Allergien – zum Beispiel gegen Lebensmittel, Medikamente, Tiere oder andere Substanzen?
PATIENT: Ja, ich habe eine Erdbeerallergie.
ARZT: Wie äußert sich die Allergie?
PATIENT: Ich bekomme um den Mund herum einen Ausschlag, und es juckt ziemlich stark.
ARZT: Was unternehmen Sie dagegen?
PATIENT: Ich verzichte einfach darauf.
ARZT: Wie oft und welche Art von Alkohol trinken Sie?
PATIENT: Abends trinke ich manchmal eine kleine Flasche Piccolo – also 0,2 Liter Sekt. ungefähr drei Mal pro Woche.
ARZT: Kam es schon einmal vor, dass Sie aufgrund übermäßigen Alkoholkonsums Symptome einer Vergiftung hatten?
PATIENT: Auf keinen Fall.
ARZT: Darf ich Sie fragen, ob Sie schon einmal Drogen konsumiert haben?
PATIENT: Niemals
ARZT: Was waren Sie von Beruf?
PATIENT: Ich war Schneider. Ich habe hauptsächlich Anzüge und Hemden genäht, manchmal auch Kleider und Mäntel.
ARZT: Wann sind Sie in Rente gegangen?
PATIENT: Vor 25 Jahren.
Seite 5 · 81–86 / 86
ARZT: Wie ist Ihr Familienstand?
PATIENT: Ich bin alleinstehend.
ARZT: Haben Sie Kinder?
PATIENT: Ich habe keine Kinder.
ARZT: Gibt es jemanden, der sich um Sie kümmern kann?
PATIENT: Ja, mein Neffe kann sich um mich kümmern.
ARZT: Gibt es in Ihrer Familie weitere wichtige Erkrankungen, zum Beispiel bei Ihrer Mutter, Ihren Geschwistern oder anderen nahen Verwandten?
PATIENT: Meine Mutter ist gestorben, ich erinnere mich leider nicht mehr an die Ursache.
Meine Schwester ist 63 und hatte eine Hirnblutung. Zuerst hatte sie heftige Kopfschmerzen, dann waren beide Beine gelähmt.
Seitdem ist sie auf den Rollstuhl angewiesen.
ARZT: Haben Sie Haustiere?
PATIENT: Ich habe keine Haustiere.
ARZT: Wir sind mit der Anamnese fertig.
Haben Sie noch Fragen?
PATIENT: Was passiert jetzt mit dem Knoten? Er fällt schon auf, und ich bin damit nicht zufrieden.
ARZT: Ich verstehe Ihre Sorgen. Wahrscheinlich ist es am besten, ihn komplett zu entfernen. Dann können wir das Gewebe unter dem Mikroskop genau untersuchen. Das hat den Vorteil, dass es sowohl für die Diagnose wichtig ist als auch gleichzeitig eine Behandlung darstellt.
Jetzt werde ich eine körperliche Untersuchung durchführen, um Ihren aktuellen Gesundheitszustand genauer zu beurteilen.
Anschließend besprechen wir gemeinsam das weitere Vorgehen und mögliche Behandlungsschritte.

