Eine 42-jährige Patientin stellt sich wegen seit mehreren Wochen bestehender psychischer Beschwerden vor. Sie berichtet:
„Seit einigen Wochen interessiere ich mich für nichts mehr. Ich kann mich zu keiner Tätigkeit aufraffen, und die Gedanken hören einfach nicht auf.“
Die Beschwerden haben sich vor etwa drei Wochen deutlich verschlechtert. Besonders belastend sei für sie, dass sie jeden Morgen gegen fünf Uhr erwacht und anschließend nicht mehr einschlafen kann. Tagsüber fühle sie sich erschöpft, energielos und wenig belastbar. Außerdem habe sie weniger Appetit und gelegentlich Gedanken wie:
„Das Leben lohnt sich nicht mehr … Es gibt nichts Schönes mehr.“
Die Patientin lebt mit ihrem Ehemann und zwei Kindern zusammen. Seit längerer Zeit sei sie leicht reizbar, habe häufig Wutausbrüche und sei vor etwa zwei Monaten in eine körperliche Auseinandersetzung mit ihrem Ehemann geraten. Zudem habe sie ihre Kinder mehrfach angeschrien. In letzter Zeit sei sie misstrauisch geworden und vermute, ihr Ehemann habe eine Beziehung zu einer anderen Frau.
Psychiatrische Vorgeschichte
Die Patientin berichtet über zwei ähnliche Episoden vor etwa drei und sieben Jahren, die jedoch nicht spezifisch behandelt wurden. Damals habe Lavendel ihren Schlaf etwas verbessert.
Eindeutige Hinweise auf manische oder hypomanische Episoden bestehen nicht. Sie gibt jedoch an, in ihrer Jugend und im frühen Erwachsenenalter gesellig, relativ gesprächig und fröhlich gewesen zu sein.
Familienanamnese
- Bruder: Bipolare Störung
- Schwester: Angststörung
Vorerkrankungen
- Arterielle Hypertonie, behandelt mit Captopril
- ST-Elevation-Myokardinfarkt vor drei Monaten; aktuelle Medikation mit Acetylsalicylsäure (ASS) und Clopidogrel
- Migräne seit dem 30. Lebensjahr mit etwa zwei Attacken pro Monat, jeweils sieben bis acht Stunden anhaltend
Psychopathologischer Befund
Im Gespräch wirkt die Patientin ungepflegt, der Blickkontakt ist eingeschränkt, und die Sprache ist verlangsamt. In Konzentrations- und Gedächtnistests zeigt sie deutliche Schwierigkeiten und antwortet mehrfach mit:
„Ich weiß nicht.“
Sowohl positive als auch negative Punkte werden berücksichtigt. Positive Punkte werden mit der Anzahl der Sterne multipliziert. Negative Punkte werden mit einem Drittel der Sterne gewichtet: Punkte × Sterne ÷ 3. Null Punkte bleiben unverändert. Das Gesamtergebnis wird auf 100 Punkte umgerechnet.
