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Vorhofextrasystolen (PAC)

Vorhofextrasystolen (PAC) – Einfach erklärt: Definition, EKG-Merkmale und klinische Bedeutung

Was sind Vorhofextrasystolen?

Vorhofextrasystolen (Premature Atrial Contractions, PAC) sind vorzeitig auftretende Herzschläge, die nicht vom Sinusknoten, sondern von einem ektopen Fokus im Vorhof ausgehen. Dadurch entsteht ein Herzschlag früher als erwartet, gefolgt von einer meist nicht vollständig kompensatorischen Pause.

PAC gehören zu den häufigsten supraventrikulären Rhythmusstörungen und können sowohl bei herzgesunden Menschen als auch bei Patientinnen und Patienten mit strukturellen Herzerkrankungen auftreten.

EKG-Merkmale

  • Vorzeitig auftretender Herzschlag
  • Abnorme P-Welle (Form unterscheidet sich von der Sinus-P-Welle)
  • P-Welle meist vor dem QRS-Komplex sichtbar
  • Schmaler QRS-Komplex (< 120 ms), sofern keine Schenkelblockierung vorliegt
  • Meist nicht vollständig kompensatorische Pause nach der Extrasystole
  • Gelegentlich bleibt die PAC im AV-Knoten blockiert und erzeugt keinen QRS-Komplex (blockierte PAC)

Formen von Vorhofextrasystolen (PAC)

Vorhofextrasystolen können in unterschiedlichen Mustern auftreten:

  • Einzelne PAC – isoliert auftretende Extrasystolen
  • Atriale Bigeminie – auf jeden Sinusschlag folgt eine PAC (1:1-Muster)
  • Atriale Trigeminie – nach zwei Sinusschlägen folgt eine PAC (2:1-Muster)
  • Atriale Quadrigeminie – nach drei Sinusschlägen folgt eine PAC (3:1-Muster)
  • PAC-Paare (Couplets) – zwei aufeinanderfolgende Vorhofextrasystolen
  • Salven (Atrial Runs) – drei oder mehr aufeinanderfolgende PAC; kurze Episoden einer atrialen Tachykardie
  • Blockierte PAC – die Vorhofextrasystole wird nicht auf die Kammern übergeleitet; im EKG zeigt sich eine vorzeitige P-Welle ohne nachfolgenden QRS-Komplex.

Je höher die PAC-Last, desto größer ist das Risiko für supraventrikuläre Arrhythmien.

EKGs

PAC
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EKG 1
EKG 1

Ursachen

PAC können unter anderem auftreten bei:

  • Stress oder Schlafmangel
  • Koffein, Alkohol oder Nikotin
  • Elektrolytstörungen (z. B. Hypokaliämie, Hypomagnesiämie)
  • Hyperthyreose
  • Fieber oder Infektionen
  • Strukturellen Herzerkrankungen
  • Myokardischämie
  • Nach kardialen Eingriffen (z. B. Koronarangiographie oder Herzoperation)

Symptome

Viele Patientinnen und Patienten sind beschwerdefrei.

Mögliche Beschwerden:

  • Herzstolpern
  • Palpitationen
  • Kurzes Aussetzen des Herzschlags
  • Unruhe
  • Schwindel (selten)

Klinische Bedeutung

Einzelne PAC sind meist gutartig und benötigen häufig keine spezifische Therapie.

Eine hohe PAC-Last kann jedoch mit einem erhöhten Risiko für folgende Erkrankungen assoziiert sein:

  • Vorhofflimmern
  • Supraventrikuläre Tachykardien
  • Selten tachykardieinduzierte Kardiomyopathie

Diagnostik

  • 12-Kanal-EKG
  • Langzeit-EKG (24–72 Stunden)
  • Labor (Elektrolyte, TSH, Entzündungsparameter)
  • Echokardiographie bei Verdacht auf strukturelle Herzerkrankung

Therapie

Die Behandlung richtet sich nach Ursache und Beschwerden.

Asymptomatische PAC

  • Meist keine Therapie erforderlich
  • Aufklärung und Beruhigung

Symptomatische PAC

  • Behandlung auslösender Faktoren
  • Reduktion von Koffein, Alkohol und Nikotin
  • Ausgleich von Elektrolytstörungen
  • Behandlung einer Hyperthyreose oder Infektion
  • Bei ausgeprägter Symptomatik ggf. Betablocker

Eine Katheterablation ist nur in ausgewählten Fällen mit hoher symptomatischer PAC-Last erforderlich.

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