🌍TranslationSelect language → Select text → Click "Translate".

Plötzlicher Herzstillstand während der EKG-Aufzeichnung

Anamnese

Der Patient berichtet über seit etwa zwei Stunden wiederholt auftretendes Herzklopfen. Die Episoden beginnen plötzlich, dauern jeweils wenige Sekunden bis Minuten und treten sowohl in Ruhe als auch bei leichter körperlicher Belastung auf. Er beschreibt die Beschwerden als unregelmäßiges, zeitweise sehr schnelles Herzklopfen mit einzelnen „Aussetzern“.

Begleitend verspürt der Patient ein Schwächegefühl, Schwindel und eine zunehmende Unsicherheit beim Gehen. Eine kurzzeitige Bewusstlosigkeit, Sturzereignisse oder vergleichbare Beschwerden in der Vergangenheit werden verneint.

Thoraxschmerzen, Druckgefühl im Brustkorb, Dyspnoe, Husten, Fieber, Übelkeit, Erbrechen, neurologische Ausfälle und Beinschwellungen werden verneint. Ebenso bestehen keine Hinweise auf eine akute Infektion, eine kürzlich aufgetretene Diarrhö oder einen ausgeprägten Flüssigkeitsverlust.

Der Patient berichtet, heute ausreichend gegessen und getrunken zu haben. Alkohol, Drogen und einen erhöhten Koffeinkonsum verneint er. Neue Medikamente oder Änderungen seiner Dauermedikation seien ihm nicht bekannt.

Vorerkrankungen

  • Arterielle Hypertonie
  • Hypercholesterinämie

Dauermedikation

  • ASS 100 mg einmal täglich
  • Ramipril 5 mg einmal täglich
  • Atorvastatin 40 mg einmal täglich

Allergien

Keine bekannten Medikamentenallergien.

Kardiovaskuläre Risikofaktoren

Der Patient raucht seit etwa 45 Jahren täglich ungefähr 15 Zigaretten. Sein Vater verstarb im Alter von 68 Jahren an einem Herzinfarkt.

Körperliche Untersuchung

Der Patient ist zunächst wach und orientiert, wirkt jedoch deutlich beeinträchtigt, blass und kaltschweißig.

  • Blutdruck: 100/70 mmHg
  • Herzfrequenz: 70/min
  • Atemfrequenz: 24/min
  • Sauerstoffsättigung: 94% unter Raumluft
  • Temperatur: 36,6 °C
  • Blutzucker: 186 mg/dl

Herz-Kreislauf-System

Die Herztöne sind rein. Der Rhythmus ist regelmäßig. Die peripheren Pulse sind tastbar.

Lunge

Beidseits vesikuläres Atemgeräusch.

Abdomen und Extremitäten

Das Abdomen ist weich und nicht druckschmerzhaft. Es bestehen keine Unterschenkelödeme und keine klinischen Zeichen einer tiefen Venenthrombose.

Weiteres Vorgehen

Während der EKG-Aufzeichnung zeigt sich folgende Entwicklung:

EKG 0
Aufzeichnung
Aufzeichnung

Zusammenfassung

Im Aufnahme-EKG zeigt sich eine schnelle polymorphe Breitkomplextachykardie mit fortlaufend wechselnder Amplitude und elektrischer Achse der QRS-Komplexe. Dies entspricht einer polymorphen ventrikulären Tachykardie. Zudem ist ein R-on-T-Phänomen erkennbar.

Plötzliche klinische Verschlechterung

Der Patient verliert das Bewusstsein, reagiert nicht mehr und zeigt keine normale Atmung. Ein zentraler Puls ist innerhalb von höchstens zehn Sekunden nicht sicher tastbar.

Der Patient wird insgesamt 20 Minuten reanimiert. Bei drei Rhythmuskontrollen zeigt sich ein defibrillierbarer Rhythmus, sodass insgesamt drei biphasische Defibrillationen mit jeweils 200 Joule erfolgen. Zwischenzeitlich liegt ein nicht defibrillierbarer Rhythmus vor. Nach der dritten Defibrillation wird ein spontaner Kreislauf wiederhergestellt.

Nach Reanimation
Fachleiter.org
Fachleiter.org

Labor

Parameter Wert Referenzbereich
hs-Troponin T 22 ng/l < 14 ng/l
CK 178 U/l < 190 U/l
CK-MB 7,1 µg/l < 5,0 µg/l
Leukozyten 12,4 /nl 4,0–10,0 /nl
Hämoglobin 14,2 g/dl 13,5–17,5 g/dl
Thrombozyten 238 /nl 150–400 /nl
Kreatinin 1,0 mg/dl 0,7–1,3 mg/dl
Natrium 139 mmol/l 135–145 mmol/l
Kalium 3,6 mmol/l 3,5–5,1 mmol/l
Magnesium 0,73 mmol/l 0,70–1,00 mmol/l
Glukose 192 mg/dl 70–140 mg/dl
CRP 3,2 mg/l < 5 mg/l
INR 1,0 0,9–1,2
aPTT 29 s 25–35 s

Nach der Reanimation wurde der Patient zur engmaschigen Überwachung auf die Intensivstation verlegt.

Fragen

  • Erklären Sie die Durchführung der Reanimation bei diesem Patienten Schritt für Schritt.
  • Erklären Sie die Durchführung der Intubation Schritt für Schritt.
  • Welche Medikamente wurden während der Reanimation wahrscheinlich verabreicht? Begründen Sie Ihre Antwort.
  • Welche weiteren Maßnahmen sind nach der Verlegung auf die Intensivstation erforderlich?
  • Was sollten Sie bei solchen Hauptbeschwerden bei einem Diabetiker beachten?

Leave a Comment

Your email address will not be published. Required fields are marked *

Scroll to Top