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Thorax-Röntgen (PA): Anatomische Strukturen erkennen

Ein normales Thorax-Röntgen zu beurteilen beginnt mit dem sicheren Erkennen der Anatomie. Bevor pathologische Veränderungen wie Pneumonie, Pneumothorax oder Pleuraerguss erkannt werden können, sollten die wichtigsten knöchernen, pulmonalen und mediastinalen Strukturen sicher identifiziert werden.

In diesem Beitrag finden Sie zwei markierte Thorax-Röntgenaufnahmen (PA-Projektion), mit denen Sie die wichtigsten anatomischen Strukturen systematisch lernen können. Die Markierungen dienen ausschließlich dem Anatomietraining und zeigen keine pathologischen Befunde.

Lernziele

Nach dem Durcharbeiten dieses Beitrags sollten Sie:

  • die wichtigsten anatomischen Strukturen auf einer Thoraxaufnahme sicher erkennen,

  • knöcherne Orientierungspunkte identifizieren,

  • Herz- und Mediastinalstrukturen zuordnen,

  • Lungenfelder und Zwerchfell beurteilen,

  • eine systematische Betrachtung eines Thorax-Röntgens durchführen können.

Systematische Beurteilung eines Thorax-Röntgens (PA)

1. Patientendaten prüfen

  • Patient und Untersuchungsdatum

  • Seitenmarkierung (R/L)

  • Projektion (PA oder AP)

2. Bildqualität beurteilen

Rotation

  • Die Dornfortsätze sollten mittig zwischen den medialen Enden der Klavikeln liegen.

Inspiration

  • Idealerweise sind mindestens 10 posteriore Rippen oberhalb der rechten Zwerchfellkuppel sichtbar.

Belichtung

  • Die Brustwirbelsäule sollte hinter dem Herzschatten gerade noch erkennbar sein.

3. Knochen und Weichteile

Beurteilen Sie:

  • die Klavikeln

  • die Rippen

  • die Schulterblätter

  • den Humeruskopf

  • die Wirbelsäule

  • mögliche Frakturen oder osteolytische Veränderungen

  • Weichteile und Haut

4. Atemwege

Kontrollieren Sie:

  • die Trachea

  • die Carina

  • die Hauptbronchien

Achten Sie auf eine Verlagerung der Trachea oder Einengungen.

5. Mediastinum und Herz

Beurteilen Sie:

  • den Herzschatten

  • die Herzgröße

  • den Aortenbogen

  • das Mediastinum

  • die Hili

6. Lungen

Vergleichen Sie beide Seiten hinsichtlich:

  • Transparenz

  • Symmetrie

  • Lungenfelder

  • Gefäßzeichnung

  • Lungenparenchym

Suchen Sie nach:

  • Infiltraten

  • Rundherden

  • Atelektasen

  • Pneumothorax

  • Lungenödem

7. Pleura

Beurteilen Sie:

  • die Pleuraspalte

  • die kostophrenischen Winkel

  • mögliche Pleuraergüsse

  • Hinweise auf einen Pneumothorax

8. Zwerchfell

Kontrollieren Sie:

  • die rechte und linke Zwerchfellkuppel

  • die Magenblase

  • freie Luft unter dem Zwerchfell

9. Abschließende Beurteilung

Vergleichen Sie immer beide Thoraxhälften miteinander und fassen Sie anschließend die wesentlichen Befunde systematisch zusammen.

Tipp

Lernen Sie zunächst die normale Anatomie. Erst wenn alle wichtigen Strukturen sicher erkannt werden, fällt das Erkennen pathologischer Veränderungen deutlich leichter.

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Wie zählt man die Rippen im Röntgen-Thorax?

Auf einer p.-a.-Thoraxaufnahme lassen sich die dorsalen Rippenanteile leichter zählen, da sie nahezu horizontal verlaufen. Die ventralen Rippenanteile ziehen dagegen schräg nach kaudal.

Als Orientierung dient die erste Rippe. Sie ist breiter und stärker gekrümmt als die folgenden Rippen und bildet bereits nach kurzem Verlauf einen deutlichen Bogen. Von dort aus werden die dorsalen Rippenanteile systematisch von kranial nach kaudal gezählt.

Achten Sie dabei auch darauf, wo sich die erste und zweite Rippe mit der Klavikula überlagern.

Rippe
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ChatGPT Image-Anatomie-Thorax-Posterior
ChatGPT Image-Anatomie-Thorax-Posterior

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