🌍 Übersetzung Text markieren

Approach-Ulcus cruris

Das Ulcus cruris gehört zu den häufigsten chronischen Wunden der unteren Extremität. In diesem Beitrag lernen Sie die Unterschiede zwischen Ulcus cruris venosum, Ulcus cruris arteriosum und diabetischem Fußsyndrom kennen – inklusive Risikofaktoren, typischer Lokalisation, Diagnostik und Behandlung. Ideal für FSP, Kenntnisprüfung, M3 und den klinischen Alltag.

Ulcus cruris – Venöses, arterielles und diabetisches Ulkus

Hauptbeschwerde

  • In der Regel stellt sich ein über 50-jähriger Patient bzw. eine Patientin mit einem schlecht heilenden Geschwür an den unteren Extremitäten vor, das sich im Verlauf zunehmend vergrößert hat.
  • Zunächst sollte nach Lokalisation, Größe, Beschaffenheit der Wundränder, Sekretion und möglichem Geruch des Ulkus gefragt werden.
  • Anschließend ist auf weitere trophische Störungen wie Haarausfall, Hautverfärbungen oder Nagelveränderungen zu achten.
  • Zum Schluss sollten gezielt Risikofaktoren für die Entstehung eines Ulcus cruris erhoben werden.

Ulkusformen

Ulkusform Lokalisation Schmerzcharakter Wundmerkmale
Ulcus cruris venosum Oberhalb des Malleolus medialis Meist gering schmerzhaft Flächig, unregelmäßig, Granulationsgewebe und Fibrinbeläge
Ulcus cruris arteriosum Lateral, prätibial oder an den distalen Extremitäten Stark schmerzhaft Tief, trocken, scharf begrenzt
Diabetisches Fußsyndrom Fußsohlen, Zehenzwischenräume, Zehenspitzen und Fußränder Oft schmerzlos (bei Polyneuropathie) Druckbedingte Ulzera, trockene und rissige Haut

Wichtig: Eine Fotodokumentation der Wunde sollte im Verlauf erfolgen.

Risikofaktoren

Ulcus cruris venosum (venös bedingt)

  • Chronische venöse Insuffizienz (CVI)
  • Varikosis (Krampfadern)
  • Thrombosen bzw. postthrombotisches Syndrom
  • Adipositas
  • Bewegungsmangel oder Immobilität
  • Langes Stehen oder Sitzen
  • Schwangerschaften
  • Familiäre Belastung für Venenerkrankungen
  • Höheres Lebensalter

Ulcus cruris arteriosum (arteriell bedingt)

  • Periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK)
  • Arteriosklerose
  • Diabetes mellitus
  • Nikotinkonsum (Rauchen)
  • Arterielle Hypertonie
  • Dyslipidämie (erhöhtes LDL-Cholesterin)
  • Höheres Lebensalter
  • Positive Familienanamnese für kardiovaskuläre Erkrankungen

Klinische Einordnung

Bei der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (pAVK) treten Beinschmerzen typischerweise belastungsabhängig auf (Claudicatio intermittens).

Im Gegensatz dazu stehen bei einer chronisch venösen Insuffizienz (CVI) nach längerem Stehen eher Schwere- und Spannungsgefühl der Beine im Vordergrund.

Bestehen sowohl eine CVI als auch eine pAVK, spricht man von einem Ulcus cruris mixtum. Diese Mischform kommt relativ häufig vor.

Das diabetische Fußsyndrom kann sowohl isoliert als auch gemeinsam mit anderen Ulkusformen auftreten.

Behandlung

Allgemeine Maßnahmen

  • Beseitigung bzw. Reduktion der Risikofaktoren
  • Lokale Wundtherapie
  • Regelmäßige Wundreinigung
  • Sterile Verbandwechsel
  • Debridement

Ulcus cruris venosum

  • Kompressionstherapie

Ulcus cruris arteriosum

  • ASS
  • Statine
  • Cilostazol (geeignete Patientinnen und Patienten)
  • Revaskularisation

Leave a Comment

Your email address will not be published. Required fields are marked *

Scroll to Top