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Approach-Herzinsuffizienz

Belastungsdyspnoe und Fatigue praxisnah erklärt: Dieser Beitrag zeigt wichtige Differenzialdiagnosen bei zunehmender Luftnot und Erschöpfung, darunter Herzinsuffizienz, Anämie, Hypothyreose, Depression, nephrotisches Syndrom und Lungenembolie. Mit typischen Symptomen, Diagnostik und wichtigen Anamnesehinweisen für FSP, Kenntnisprüfung, M3 und den klinischen Alltag.

Belastungsdyspnoe und Fatigue

Hauptbeschwerde

  • Typischerweise berichten Patientinnen und Patienten über 50 Jahre über eine zunehmende, belastungsabhängige Dyspnoe sowie eine ausgeprägte Fatigue.
  • In der Anamnese lassen sich häufig mehrere Risikofaktoren identifizieren, unter anderem:
    • Positive Familienanamnese für kardiovaskuläre Erkrankungen
    • Übergewicht bzw. Adipositas
    • Bewegungsmangel
    • Aktives oder ehemaliges Rauchen
    • Arterielle Hypertonie
    • Diabetes mellitus
    • Hypercholesterinämie
    • Bereits bestehende atherosklerotische Folgekomplikationen, z. B. Retinopathie, Neuropathie oder Nephropathie

Differenzialdiagnosen

Erkrankung Typische Hinweise / Zusatzsymptome Wichtige Diagnostik
Herzinsuffizienz Belastungsdyspnoe, Ödeme, Orthopnoe, Palpitationen, Nykturie, Reizhusten, Engegefühl oder Thoraxschmerz.
Entscheidend ist die Unterscheidung zwischen kompensierter und dekompensierter Herzinsuffizienz.
Echokardiografie, EKG, BNP/NT-proBNP, Röntgen-Thorax.
Anämie Blässe, Belastungsdyspnoe, Tachykardie, Schwindel, Konzentrationsschwäche, Hinweis auf Eisenmangel oder ungewöhnliche Blutungen. Blutbild mit Hb, Hkt, MCV und MCH, Ferritin.
Hypothyreose Kälteintoleranz, Gewichtszunahme trotz Inappetenz, trockene Haut, Verstopfung. TSH, fT4, ggf. fT3.
Depression Antriebslosigkeit, Freudlosigkeit, Schlafstörungen, Appetitverlust, negative Gedanken, ggf. Suizidgedanken. Anamnese und Ausschluss organischer Ursachen.
Nephrotisches Syndrom Ausgeprägte Ödeme, z. B. periorbital oder an den Unterschenkeln, Gewichtszunahme. Urinstatus mit Proteinurie > 3,5 g/24 h, Serumalbumin, Nierenwerte, ggf. Nierenbiopsie.
Lungenembolie Akute Dyspnoe, Thoraxschmerzen, Hämoptysen, Tachykardie, Risikofaktoren wie orale Kontrazeptiva, Malignom oder Operation. Hinweis auf TVT: einseitige Beinumfangsvergrößerung. D-Dimere, Duplex-Beinvenensonografie, CT-Angiografie, Echokardiografie.

Anmerkungen

Ein typisches Symptom bei Ödemen ist, dass die Patientin bzw. der Patient angibt, die Schuhe würden nicht mehr passen.

Es ist stets zu berücksichtigen, dass mehrere Erkrankungen gleichzeitig vorliegen können, beispielsweise eine Herzinsuffizienz und eine Anämie oder Nephropathie.

Bei Patientinnen und Patienten mit Übergewicht oder Adipositas sollte gezielt nach einem Schlafapnoe-Syndrom gefragt werden, etwa nach lautem Schnarchen oder nächtlichen Atemaussetzern.

Darüber hinaus ist es wichtig, nach neu begonnenen Medikamenten zu fragen, die als Nebenwirkung Beschwerden verursachen können, beispielsweise:

  • Reizhusten unter ACE-Hemmern
  • Ödeme unter Calciumantagonisten

Hinweis: Reizhusten ist keine typische Nebenwirkung von Angiotensin-II-Rezeptorblockern (ARB) und tritt deutlich seltener auf als unter ACE-Hemmern.

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