Dysphagie praxisnah erklärt: Dieser Beitrag zeigt die wichtigsten Ursachen von Schluckbeschwerden, typische Verläufe und relevante Differenzialdiagnosen. Im Fokus stehen Ösophaguskarzinom, Achalasie, Zenker-Divertikel, Struma sowie Larynx- und Pharynxkarzinom. Ideal zur Vorbereitung auf FSP, Kenntnisprüfung, M3 und den klinischen Alltag.
Dysphagie
Hauptbeschwerde
- In der Regel stellt sich ein Patient bzw. eine Patientin aufgrund einer seit etwa X Wochen progredienten Dysphagie vor.
- Bei Dysphagie sollte unbedingt nach dem Verlauf gefragt werden: Wobei traten die Schluckbeschwerden zu Beginn auf und wie haben sie sich bis jetzt entwickelt?
- Typischer Verlauf beim Ösophaguskarzinom: zunächst Beschwerden beim Schlucken fester Nahrung, danach bei weicher bzw. halbfester Kost und schließlich auch bei Flüssigkeiten.
Differenzialdiagnosen
| Erkrankung | Typische Hinweise / Zusatzsymptome | Wichtige Diagnostik |
|---|---|---|
| Ösophaguskarzinom | Progrediente Dysphagie: erst feste Nahrung, später Flüssigkeiten; Gewichtsverlust; Hämatemesis/Meläna; retrosternale Schmerzen; Heiserkeit bei Rekurrensparese; evtl. Dyspnoe bei Tracheainfiltration. | Ösophagogastroskopie mit Biopsie; Endosonografie; CT-Thorax/Abdomen zum Staging. |
| Achalasie | Dysphagie sowohl für feste als auch für flüssige Nahrung von Beginn an; Regurgitation unverdauter Speisen; retrosternale Schmerzen; Gewichtsverlust. | Ösophagusmanometrie als Goldstandard; Breischluck, typisch „bird-beak“; ÖGD zum Ausschluss einer Malignität. |
| Zenker-Divertikel | Globusgefühl; Regurgitation von Speiseresten Stunden nach Nahrungsaufnahme; Foetor ex ore; Aspiration; Husten; Dysphonie. | Röntgen-Breischluck mit Kontrastmittel; Endoskopie vorsichtig wegen Perforationsgefahr. |
| Struma (Trachea-/Ösophaguskompression) |
Globusgefühl, Dysphagie, Dyspnoe; Struma sichtbar oder palpabel; Druck- oder Engegefühl im Hals; ggf. Funktionsstörung. | Sonografie des Halses; Schilddrüsenszintigrafie; ggf. CT/MRT des Halses; Laryngoskopie. |
| Larynx- oder Pharynxkarzinom | Dysphagie meist initial für feste Nahrung, später auch für Flüssigkeiten; Heiserkeit bei Rekurrensparese; Stridor; Husten; Halsschmerzen; Halslymphknoten; Gewichtsverlust. | Laryngoskopie/Pharyngoskopie mit Biopsie; CT/MRT zur Ausbreitungsdiagnostik. |
Anmerkungen
Tabakkonsum und Alkoholkonsum stellen wesentliche Risikofaktoren für ein Ösophaguskarzinom dar.
Das Plattenepithelkarzinom tritt überwiegend im oberen und mittleren Ösophagusdrittel auf, während das Adenokarzinom typischerweise im distalen Ösophagus lokalisiert ist.
Da die Patientin bzw. der Patient unter Dysphagie leidet, sollte gezielt nach einer problemlosen Medikamenteneinnahme gefragt werden.
Die Prognose ist in der Regel ungünstig, da die Diagnose häufig erst in fortgeschrittenen Stadien gestellt wird.
Die Behandlung umfasst meist eine Kombination aus chirurgischer Resektion, Chemotherapie und Radiotherapie, abhängig vom Tumorstadium und Allgemeinzustand der Patientin bzw. des Patienten.
