Praxisnahes FaMed-Arzt-Arzt-Gespräch zur inkarzerierten linksseitigen Leistenhernie mit strukturierter Oberarztvorstellung, typischer Anamnese, körperlicher Untersuchung sowie sonographischer und radiologischer Diagnostik. Der Beitrag behandelt die notfallmäßige operative Versorgung mittels transabdomineller präperitonealer Technik (TAPP), das postoperative Management und enthält Lückentextübungen zur gezielten Vorbereitung auf die FaMed-Prüfung.
Fachleiter
| Kategorie | Information |
|---|---|
| Patient | Herr Müller, 44 Jahre |
| Aufnahmeanlass | Vorstellung in der Notaufnahme wegen seit gestern zunehmender Schmerzen in der linken Leistenregion sowie Übelkeit bei seit drei Monaten bestehender, zuvor schmerzloser Leistenschwellung. |
| Aktuelle Anamnese | Seit etwa drei Monaten schmerzlose Vorwölbung in der linken Leistenregion, erstmals nach einer starken Hustenattacke aufgetreten. Seit dem Vorabend zunehmende lokale Schmerzen und Übelkeit. Die Vorwölbung ist aktuell nicht mehr reponibel. Kein Erbrechen, kein Fieber. |
| Stuhlgang | Regelrecht. Keine Obstipation und keine Hinweise auf einen Ileus. |
| Vorerkrankungen | Keine internistischen Vorerkrankungen bekannt. |
| Operationen | Arthroskopische Meniskusoperation am linken Knie vor zwei Jahren. |
| Allergien | Keine Allergien bekannt. |
| Medikation | Keine Dauermedikation. Gelegentlich Ibuprofen 400 Milligramm bei Gelenkschmerzen. |
| Risikofaktoren | • Starker Raucher (ca. 30 Zigaretten täglich seit 25 Jahren) • Chronischer Raucherhusten, Verdacht auf chronisch obstruktive Lungenerkrankung |
| Sozialanamnese | Bauarbeiter. Verheiratet. |
| Vitalparameter | • Blutdruck: 130/85 Millimeter Quecksilbersäule • Puls: 76 pro Minute • Temperatur: 37,1 Grad Celsius • Sauerstoffsättigung: 96 Prozent unter Raumluft |
| Körperliche Untersuchung | In der linken Leistenregion sicht- und tastbare, druckschmerzhafte, nicht reponible Schwellung. Rechte Leiste unauffällig. Abdomen weich, keine Abwehrspannung. |
| Hodenstatus | Beidseits regelrecht tastbar. Kein Druckschmerz. Keine Schwellung. |
| Weitere Untersuchung | Herz-, Lungen- und neurologischer Status unauffällig. |
| Labor | • Entzündungsparameter unauffällig • Blutbild unauffällig • Kreatinin: 1,0 Milligramm pro Deziliter • Harnstoff: 35 Milligramm pro Deziliter • Blutzucker und Urinstatus unauffällig |
| Bildgebung | Abdomensonographie: Linksseitige Leistenhernie mit Darmschlingen im Herniensack, kein Hinweis auf Darmischämie. Röntgen Abdomen: Keine freie Luft, kein Ileus. |
| Verdachtsdiagnose | Inkarzerierte linksseitige Leistenhernie (Hernia inguinalis sinistra). |
| Bisherige Therapie | Stationäre Aufnahme bei stabilem Allgemeinzustand. Analgesie mit Metamizol intravenös. |
| Geplantes Vorgehen | Notfallmäßige laparoskopische Hernienreparation mittels transabdomineller präperitonealer Plastik (TAPP). |
| Aufklärung | Aufklärung über das operative Vorgehen, mögliche Risiken und Behandlungsalternativen erfolgt. Einwilligung liegt vor. |
| Postoperativer Plan | • Schmerztherapie, zum Beispiel mit Paracetamol oder Ibuprofen • Thromboseprophylaxe mit niedermolekularem Heparin • Frühmobilisation ab dem ersten postoperativen Tag |
| Prävention | Empfehlung zur Raucherentwöhnung. Entsprechende Beratung ist geplant. |
| Mögliche Fragen des Oberarztes | 1. Woran denken Sie bei einer nicht reponiblen Leistenschwellung in Kombination mit Schmerzen und Übelkeit? 2. Welche Zeichen sprechen für eine drohende oder bereits bestehende Inkarzeration? 3. Wie ist Ihr weiteres diagnostisches und therapeutisches Vorgehen in dieser Situation? |
Begrüßung + Anamnese
Guten Tag Herr Oberarzt, ich möchte Ihnen Herrn (1) Müller vorstellen.Es handelt sich um einen (2) 44-jährigen Patienten, der sich in unserer Notaufnahme aufgrund seit gestern zunehmender Schmerzen in der (3) linken Leistenregion sowie (4) Nausea bei Verdacht auf eine (5) inkarzerierte linksseitige Leistenhernie vorgestellt hat.
Anamnestisch berichtet der Patient, dass seit etwa (6) drei Monaten eine zunächst schmerzlose (7) Vorwölbung in der linken Leistenregion bestand, die erstmalig nach einer starken (8) Hustenattacke aufgetreten sei. Seit dem Vorabend habe er jedoch zunehmende (9) Schmerzen in diesem Bereich sowie (10) Übelkeit bemerkt. Die Vorwölbung sei aktuell nicht mehr (11) reponibel. (12) Emesis und (13) Fieber werden verneint.
Der Stuhlgang ist (14) regelrecht, insbesondere bestehen keine (15) Obstipation und keine Zeichen eines (16) Ileus.
Relevante internistische (17) Vorerkrankungen sind nicht bekannt.
An Voroperationen ist eine (18) arthroskopische Meniskusoperation am linken Knie vor (19) zwei Jahren zu nennen.
Der Patient ist (20) starker Raucher und gibt an, seit etwa (21) 25 Jahren circa (22) dreißig Zigaretten täglich zu rauchen. Zudem besteht ein (23) chronischer Husten, sodass der Verdacht auf eine (24) chronisch obstruktive Lungenerkrankung besteht.
Eine (25) Dauermedikation besteht nicht. Gelegentlich nimmt der Patient (26) Ibuprofen in einer Dosierung von (27) 400 Milligramm bei Gelenkschmerzen ein.
Der Patient arbeitet als (28) Bauarbeiter.
Er ist (29) verheiratet und lebt mit seiner (30) Ehefrau zusammen.
Körperliche Untersuchung
Die Vitalparameter zeigen sich stabil mit einem Blutdruck von (31) 130 zu 85 Millimeter Quecksilbersäule, einer Herzfrequenz von (32) 76 Schlägen pro Minute, einer Körpertemperatur von (33) 37,1 Grad Celsius sowie einer Sauerstoffsättigung von (34) 96 Prozent unter Raumluft.In der körperlichen Untersuchung zeigt sich in der linken Leistenregion eine sichtbare und tastbare, (35) druckschmerzhafte sowie nicht reponible (36) Schwellung. Die rechte Leiste ist unauffällig. Das Abdomen ist (37) weich und es besteht keine (38) Abwehrspannung.
Der (39) Hodenstatus ist beidseits unauffällig mit regelrecht tastbaren Hoden ohne Druckschmerz oder Schwellung.
Die weiteren Untersuchungen, einschließlich Herz-, Lungen- und neurologischem Status, sind (40) unauffällig.
Weiteres Vorgehen
Die laborchemischen Untersuchungen zeigen unauffällige (41) Entzündungsparameter sowie ein unauffälliges Blutbild. Die (42) Nierenretentionsparameter liegen im Normbereich. Blutzucker und (43) Urinstatus sind ebenfalls unauffällig.In der Abdomensonographie zeigt sich eine linksseitige (44) Leistenhernie mit Darmschlingen im (45) Herniensack ohne Hinweis auf eine (46) Darmischämie. Im Röntgen des Abdomens zeigen sich keine freie Luft und kein Hinweis auf einen (47) Ileus.
Zusammenfassend ergibt sich der Verdacht auf eine (48) inkarzerierte linksseitige Leistenhernie.
Geplant ist eine notfallmäßige laparoskopische Hernienreparation im Sinne einer (49) transabdominellen präperitonealen Technik.
Postoperativ sind eine adäquate Schmerztherapie, eine (50) Thromboseprophylaxe mit niedermolekularem Heparin sowie eine frühzeitige Mobilisation ab dem ersten postoperativen Tag vorgesehen. Damit schließe ich meine Vorstellung ab. Vielen Dank.
