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Anamnese-Schwindel/ Vertigo

Praxisnahes FaMed-Arzt-Patient-Gespräch zur Anamnese einer Patientin mit akut aufgetretenem Drehschwindel und Verdacht auf einen benignen paroxysmalen Lagerungsschwindel (BPLS). Der Beitrag vermittelt eine strukturierte Anamnese mit Leitsymptomen, Differenzialdiagnosen sowie relevanten Vor-, Sozial- und Familienanamnesen. Zusätzlich enthält er Lückentextübungen zur gezielten Vorbereitung auf die FaMed-Prüfung.

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Transkript-Vertigo-FaMed

Fachleiter

Kategorie Inhalt
Patientin Anna Mayer, 24 Jahre (geb. 12.03.2001), 1,62 m, 53 kg
Leitsymptom Seit gestern Drehschwindel; Erstereignis gestern früh beim Aufwachen; zunächst kurze Episode (~1 Min.), abends erneut stärker
Beschwerdecharakter Drehschwindel („alles dreht sich“), Dauer Sekunden bis ca. 1 Minute, auslösbar durch Kopfbewegungen, verstärkt beim Drehen im Bett und Bücken, Besserung in Ruhe, im Liegen und bei ruhigem Kopf
Begleitsymptome Übelkeit, Nystagmus („Augen haben gezuckt“), Konzentration leicht eingeschränkt; kein Erbrechen
Verneint Synkope, Tinnitus, Hörminderung, Kopfschmerzen, Sehstörungen/Doppelbilder, Sprachstörungen, Sensibilitätsstörungen, Lähmungen, Schädeltrauma
Vegetative Anamnese Schlaf, Appetit, Stuhlgang und Miktion unauffällig
Vorerkrankungen Depression vor 3 Jahren (Sertralin 50 mg für 1 Jahr), Kreuzbandriss rechts, Zustand nach komplikationslos verheilter Kreuzbandoperation
Medikation Keine Dauermedikation; Ibuprofen bei Bedarf gegen Kopfschmerzen
Allergien Bienengift: Schwellung, Rötung, einmal Atemnot; Notaufnahme erforderlich, seitdem EpiPen
Sozialanamnese Studentin (Wirtschaftsinformatik, 3. Semester), ledig, Wohngemeinschaft, Nichtraucherin, gelegentlich 1 Glas Bier am Wochenende
Familienanamnese Mutter: Arteriosklerose („Gefäßverkalkung“) und Nierenschwäche
Besonderheiten Erstmaliges Auftreten, lagerungsabhängig, Trigger: Kopfbewegungen; Selbstmaßnahmen (Ruhe, Hinlegen) führten zu leichter Besserung
Verdachtsdiagnose Peripher-vestibulärer Vertigo, am ehesten benigner paroxysmaler Lagerungsschwindel (BPLS)
Weiteres Vorgehen Körperliche Untersuchung, Lagerungsmanöver (z. B. Dix-Hallpike), ggf. Repositionsmanöver (z. B. Epley-Manöver)

Fachleiter

Frau Anna Mayer, (1) 24 Jahre alt, stellte sich aufgrund seit (2) gestern bestehender rezidivierender (3) Drehschwindelattacken vor.
Die Beschwerden traten erstmals gestern Morgen unmittelbar nach dem (4) Aufwachen auf. Die erste Episode dauerte etwa (5) eine Minute. Im weiteren Verlauf kam es am Abend zu einer erneuten, subjektiv (6) stärkeren Schwindelattacke.
Die Patientin beschreibt einen (7) lagerungsabhängigen Drehschwindel mit dem Gefühl, dass sich die Umgebung um sie drehe. Die einzelnen Episoden dauern jeweils (8) Sekunden bis etwa eine Minute und werden insbesondere durch (9) Kopfbewegungen, vor allem beim (10) Drehen im Bett sowie beim (11) Bücken, ausgelöst beziehungsweise verstärkt. Eine Besserung der Beschwerden tritt in (12) Ruhe, insbesondere im Liegen bei möglichst ruhiger Kopfhaltung, ein.
Begleitend berichtet die Patientin über (13) Übelkeit, (14) Nystagmus sowie eine leicht eingeschränkte (15) Konzentrationsfähigkeit. (16) Erbrechen, (17) Synkope, (18) Tinnitus, (19) Hörminderung, (20) Kopfschmerzen, (21) Sehstörungen, (22) Diplopie, (23) Sprachstörungen und (24) Paresen werden verneint. Ein vorausgegangenes (25) Schädeltrauma wird ebenfalls verneint.
Es handelt sich um das (26) erstmalige Auftreten derartiger Beschwerden.
An Vorerkrankungen bestehen eine vor drei Jahren behandelte (27) Depression sowie ein (28) Kreuzbandriss rechts, der operativ versorgt wurde und komplikationslos verheilte.
Die antidepressive Therapie erfolgte mit (29) Sertralin (30) 50 mg einmal täglich über einen Zeitraum von etwa (31) einem Jahr. Eine (32) Dauermedikation besteht derzeit nicht. Bedarfsweise nimmt die Patientin (33) Ibuprofen bei Kopfschmerzen ein.
Als Allergie besteht eine (34) Bienengiftallergie. Nach einem Bienenstich kam es in der Vergangenheit zu ausgeprägten lokalen (35) Schwellungen und (36) Rötungen sowie einmalig zu (37) Atemnot, weshalb eine notfallmäßige Behandlung erforderlich war. Seitdem führt die Patientin einen (38) Adrenalin-Autoinjektor (EpiPen) mit sich.
In der (39) Noxenanamnese verneint die Patientin einen (40) Nikotinkonsum. Alkohol wird lediglich gelegentlich in Form von etwa (41) einem Glas Bier am Wochenende konsumiert.
Sozialanamnestisch studiert die Patientin (42) Wirtschaftsinformatik im dritten Semester. Sie ist (43) ledig und lebt in einer (44) Wohngemeinschaft.
Familienanamnestisch sind bei der Mutter eine (45) Arteriosklerose sowie eine (46) Niereninsuffizienz bekannt.

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