Praxisnahes FaMed-Arzt-Arzt-Gespräch zum anaphylaktischen Schock nach Bienenstich mit strukturierter Oberarztvorstellung, typischer Anamnese, kÜrperlicher Untersuchung, Labor- und EKG-Befunden sowie leitliniengerechter Notfalltherapie. Zusätzlich enthält der Beitrag Lßckentextßbungen zur gezielten Vorbereitung auf die FaMed-Prßfung.
Fachleiter
Anaphylaktischer Schock nach Bienenstich
Herr Mßller ¡ 42 Jahre ¡ Notaufnahme
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| Abschnitt | Inhalt |
|---|---|
| Verdachtsdiagnose | Anaphylaktischer Schock nach Bienenstich |
| Patient | Herr MĂźller, 42 Jahre |
| Vorstellungsgrund | Vorstellung in der Notaufnahme nach einem Bienenstich. Laut AngehÜrigen kam es kurz nach dem Stich zu einer rasch progredienten Schwellung im Bereich des Gesichts und der Zunge, ausgeprägter Atemnot, generalisierter Urtikaria sowie diffusen HautrÜtungen. Im weiteren Verlauf erlitt der Patient vor Ort eine Bewusstlosigkeit. Nach Wiedererlangen des Bewusstseins klagte er ßber ein ausgeprägtes Schwächegefßhl. Daraufhin wurde der Rettungsdienst verständigt und der Patient in unsere Notaufnahme gebracht. |
| Relevante Vorgeschichte | Seit einem Jahr psychotherapeutische Behandlung aufgrund einer leichten Depression. Bekannte Allergie gegen Bienenstiche, bisher jedoch ohne schwere systemische Reaktionen. |
| Sozialanamnese | Verheiratet, berufstätig als Ingenieur, keine Kinder. |
| Familienanamnese | Die Mutter leidet an allergischer Rhinitis und Asthma bronchiale. |
| Allergien | Bekannte Bienenstichallergie. AuĂerdem rezidivierendes Ekzem in den Wintermonaten. |
| Medikation | Keine Dauermedikation. |
| Vitalparameter bei Aufnahme |
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| Klinischer Allgemeinzustand | Wach und orientiert, jedoch psychomotorisch verlangsamt. |
| KĂśrperliche Untersuchung â Atemwege | Inspiratorischer Stridor, ausgeprägtes ZungenĂśdem sowie Zeichen einer oberen Atemwegsobstruktion. |
| KĂśrperliche Untersuchung â Haut und Schleimhäute | Generalisierte Urtikaria, diffuse HautrĂśtungen und konjunktivale Injektionen. |
| Neurologischer Status | Nach vorangegangener Bewusstlosigkeit aktuell keine fokal-neurologischen Defizite. |
| Laborbefunde | Leicht erhĂśhtes C-reaktives Protein, Leukozytose im Blutbild sowie erhĂśhte Tryptase als Hinweis auf eine mastzellvermittelte anaphylaktische Reaktion. |
| Blutgasanalyse | Hypoxämie ohne Hyperkapnie. |
| Elektrolyte und Nierenwerte | Unauffällig. |
| Bildgebung | RĂśntgenaufnahme des Thorax ohne pathologischen Befund. Kein Hinweis auf ein LungenĂśdem oder einen Pneumothorax. |
| Elektrokardiogramm | Sinustachykardie ohne ST-Strecken-Veränderungen. |
| Zusammenfassende Beurteilung | Klinisch und laborchemisch gesicherter anaphylaktischer Schock nach Bienenstich mit Beteiligung der Atemwege und Kreislaufinstabilität. |
| Akuttherapie |
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| Weiteres Vorgehen | Stationäre Aufnahme auf die Intensivstation zur engmaschigen Ăberwachung von Atmung und Kreislauf. |
| Intensivmedizinische MaĂnahmen | Kontinuierliches Monitoring der Vitalparameter, bedarfsgerechte FortfĂźhrung der Volumentherapie, Echokardiographie zum Ausschluss eines kardiogenen Schocks sowie Urinanalyse zur Kontrolle der Nierenfunktion. |
| Verlauf | Unter der eingeleiteten Therapie deutliche klinische Besserung. |
| Verlegung | Nach Stabilisierung Verlegung auf die internistische Normalstation. |
| Weiterer Plan | Fortgesetzte Ăberwachung der Atemwege, allergologische Abklärung sowie Schulung zur Anaphylaxieprophylaxe einschlieĂlich der Verordnung und Einweisung in die Anwendung eines Adrenalin-Autoinjektors. |
BegrĂźĂung + Anamnese
Guten Tag, Herr Prof. Dr. Hofmann, ich mĂśchte Ihnen Herrn vorstellen.
Es handelt sich um einen Patienten, der sich notfallmäĂig nach einem im Rahmen eines in unserer Notaufnahme vorgestellt hat.
Nach Angaben der AngehĂśrigen kam es kurz nach dem Stich zu einer rasch progredienten im Bereich des Gesichts und der Zunge. AuĂerdem entwickelte der Patient eine ausgeprägte , eine generalisierte sowie diffuse HautrĂśtungen.
Im weiteren Verlauf erlitt der Patient vor Ort eine . Nachdem er wieder zu sich gekommen war, klagte er ßber ein ausgeprägtes . Daraufhin wurde der verständigt und der Patient in unsere Notaufnahme gebracht.
Aus der Vorgeschichte ist bekannt, dass sich der Patient seit etwa einem Jahr aufgrund einer leichten depressiven Episode in befindet.
AuĂerdem besteht eine bekannte gegen Bienenstiche. In der Vergangenheit kam es jedoch bisher nicht zu schweren .
Eine regelmäĂige nimmt der Patient nicht ein.
Der Patient ist verheiratet und beruflich als tätig. Kinder hat er nicht.
In der Familienanamnese ist bekannt, dass die Mutter des Patienten an allergischer Rhinitis sowie an leidet.
KĂśrperliche Untersuchung
Bei Aufnahme zeigten sich folgende .
Der Blutdruck betrug . Die Herzfrequenz lag bei . Die Atemfrequenz betrug .
Die KÜrpertemperatur lag bei . Die Sauerstoffsättigung betrug unter Raumluft.
Der Patient war wach und , wirkte jedoch psychomotorisch .
Bei der Untersuchung der Atemwege zeigte sich ein . AuĂerdem bestand ein ausgeprägtes mit Zeichen einer oberen .
Dermatologisch fanden sich eine generalisierte , diffuse HautrĂśtungen sowie .
Neurologisch zeigten sich nach der zuvor aufgetretenen aktuell keine .
Weiteres Vorgehen
In der Laboruntersuchung zeigte sich ein leicht erhĂśhtes sowie eine im Blutbild. Die war erhĂśht und damit vereinbar mit einer mastzellvermittelten anaphylaktischen Reaktion.
Die Blutgasanalyse zeigte eine ohne Hyperkapnie.
Elektrolyte und waren unauffällig.
Die RĂśntgenuntersuchung des Thorax zeigte keinen Hinweis auf ein oder einen Pneumothorax.
In der Elektrokardiographie zeigte sich eine ohne Hinweise auf ischämische Veränderungen.
Zusammenfassend gehen wir klinisch und laborchemisch von einem nach Bienenstich mit Beteiligung der Atemwege und beginnender Kreislaufinstabilität aus.
Es wurde umgehend eine eingeleitet. Der Patient erhielt in einer Dosis von 0,5 mg intramuskulär. Zusätzlich wurden intravenÜs sowie Prednisolon intravenÜs verabreicht.
AuĂerdem erfolgte eine mit sechs Litern pro Minute Ăźber eine Gesichtsmaske sowie eine Volumentherapie mit RingerlĂśsung intravenĂśs.
Im Anschluss wurde der Patient zur engmaschigen Ăberwachung auf die aufgenommen.
Zusätzlich wurde eine durchgefĂźhrt, um einen kardiogenen Schock auszuschlieĂen.
Im weiteren Verlauf sind eine allergologische Abklärung sowie die Verordnung und Einweisung in die Anwendung eines geplant.
