In diesem FSP-Fall geht es um einen Patienten mit plötzlich aufgetretenen neurologischen Ausfällen und dem Verdacht auf einen akuten Schlaganfall (Apoplex). Typische Symptome wie eine einseitige Lähmung, Sprach- oder Sehstörungen, Schwindel sowie eine Gesichtslähmung müssen rasch erkannt und richtig eingeordnet werden. Im Mittelpunkt stehen die schnelle Diagnosestellung, die Abgrenzung wichtiger Differenzialdiagnosen und das zeitkritische therapeutische Vorgehen.
Der Beitrag vermittelt alle prüfungsrelevanten Inhalte für die Fachsprachprüfung (FSP): strukturierte Anamnese, Arzt-Patient-Gespräch, Arzt-Arzt-Vorstellung, Verdachts- und Differenzialdiagnosen, diagnostisches Vorgehen mit neurologischer Untersuchung und Bildgebung, Akuttherapie, typische Patientenfragen sowie wichtige Fachbegriffe und Formulierungen. Ergänzt wird der Fall durch Flashcards, Blueprint-Zusammenfassungen, ein Lernheft sowie interaktive KI-Trainings für eine realistische und praxisnahe Prüfungsvorbereitung.
Arzt-Patient-Gespräch
Arzt-Patient-Gespräch (fortgeschritten)
Royal Flash (Transkript + Simulator)
Arztbrief
Heft
Flashcards
Lückentextübungen
Aktuelle und vegetative Anamnese
ich möchte Ihnen nun den Patienten 1. Karl May vorstellen.
Er ist 2. 61 Jahre alt, 3. 176 cm groß und wiegt etwa 4. 89 kg. Der Körpermassenindex (BMI) beträgt 28,7 (5. Übergewicht).
Er stellte sich bei uns aufgrund einer seit 6. einer Stunde plötzlich aufgetretenen 7. Hemiparese (halbseitige Lähmung) 8. links mit 9. Dysarthrie (Sprechstörung) und 10. Parästhesien (Missempfindungen) im betroffenen Bereich vor.
Zudem berichtete er über ein 11. allgemeines Schwächegefühl (Müdigkeit, reduzierte Kraft) seit etwa 12. vier Stunden.
Er gab an, mittelgradige, 13. drückende Cephalgien (Kopfschmerzen) zu haben, die er als 14. „nicht zu schlimm“ einschätzte.
Es besteht eine 15. retrograde Amnesie (Gedächtnislücke rückwirkend).
Zudem berichtete er über 16. Konzentrationsstörungen (verminderte Aufmerksamkeit).
Es bestehen Hinweise auf eine 17. orthostatische Hypotonie (Blutdruckabfall beim Aufstehen).
Der Patient berichtet, gestern statt der üblichen 18. 20 mg versehentlich 19. 40 mg Methadon eingenommen zu haben.
Es zeigt sich eine 20. linksseitige Fazialisparese mit 21. hängendem Mundwinkel, 22. Gesichtsasymmetrie und Luftentweichen über die linke Mundseite beim Aufblasen der Wangen.
Folgende Symptome wurden verneint: 23. Pyrexie (Fieber), Bewusstseinsverlust, 24. Vertigo (Schwindel), Sehstörungen, 25. Ptosis (hängendes Augenlid), 26. Nausea (Übelkeit), 27. Emesis (Erbrechen), 28. Dysphonie (Stimmstörung), Kau- oder Schluckstörungen, 29. Inkontinenz (unwillkürlicher Urin- oder Stuhlabgang), Krampfanfälle, Schädel-Hirn-Trauma (SHT) sowie Hinweise auf Endorganschädigung wie Thoraxschmerzen (Brustschmerzen), 30. Dyspnoe (Atemnot) oder 31. periphere Ödeme (Wassereinlagerungen in Beinen/Armen).
Eine 32. Aura (neurologische Vorbotensymptome, z. B. vor Migräne) wurde verneint.
Vegetative Anamnese
In der vegetativen Anamnese zeigte sich eine 33. subjektive Gewichtszunahme sowie eine 34. ungesunde Ernährungsweise (z. B. zucker- und salzreich), die sich sowohl auf die Blutzuckerwerte als auch auf die Blutdruckwerte 35. negativ auswirkt.
Risikofaktoren
Der Patient hat seit etwa zehn Jahren einen 36. Typ-2-Diabetes (Zuckerkrankheit) und trägt einen 37. Glukosesensor am 38. Arm. Die Diagnose wurde im Rahmen einer Vorsorgeuntersuchung gestellt. Bisher erfolgte keine stationäre Aufnahme und es traten keine Folgekomplikationen auf.
Eine 39. arterielle Hypertonie (Bluthochdruck) sei ebenfalls seit zehn Jahren bekannt. Zum Zeitpunkt der Diagnosestellung wurde ein 40. 24-Stunden-Blutdruckprofil durchgeführt. Bisher erfolgte keine stationäre Aufnahme und es traten keine Folgekomplikationen auf.
Eine 41. Hypercholesterinämie (erhöhtes Cholesterin) sei seit zehn Jahren bekannt.
Rest
Der Patient hat seit etwa zehn Jahren einen 1. Typ-2-Diabetes (Zuckerkrankheit) und trägt einen 2. Glukosesensor am Arm. Die Diagnose wurde im Rahmen einer 3. Vorsorgeuntersuchung gestellt. Bisher erfolgte keine stationäre Aufnahme und es traten keine Folgekomplikationen auf.
Eine 4. arterielle Hypertonie (Bluthochdruck) sei ebenfalls seit zehn Jahren bekannt. Zum Zeitpunkt der Diagnosestellung wurde ein 5. 24-Stunden-Blutdruckprofil (Blutdruckmessung über einen ganzen Tag) durchgeführt. Bisher erfolgte keine stationäre Aufnahme und es traten keine Folgekomplikationen auf.
Eine 6. Hypercholesterinämie (erhöhter Cholesterinspiegel) sei seit zehn Jahren bekannt.
Seit etwa fünf Jahren besteht eine 7. Psoriasis vulgaris (Schuppenflechte), vorwiegend an den Händen, mit 8. Exazerbationen (Verschlechterungen) insbesondere nach Kontakt mit bestimmten 9. Detergenzien (Reinigungsmitteln).
Voroperationen
Vor 20 Jahren erlitt der Patient einen Sturz aus etwa zwei Metern Höhe mit 10. LWS-Fraktur (Bruch der Lendenwirbelsäule) sowie rechtsseitiger 11. Calcaneusfraktur (Fersenbeinbruch). Beide Frakturen wurden operativ stabilisiert; die Implantate an der LWS wurden nach einem Jahr entfernt, das Implantat am Calcaneus ist weiterhin 12. in situ (an Ort und Stelle).
Seit dem Trauma leidet der Patient an 13. Lumbalgien (Rückenschmerzen im unteren Rücken).
Medikamente
Derzeit nehme der Patient folgende Medikamente ein:
14. Glibenclamid 3,5 mg, einmal täglich morgens
15. Ramipril 5 mg, einmal täglich morgens
16. Atorvastatin 20 mg, einmal täglich abends
17. Aspirin 100 mg, einmal täglich mittags
18. Methadon 20 mg als Erhaltungstherapie (langfristige Ersatzbehandlung) seit einem Jahr
19. Ibuprofen 600 mg bei Bedarf
20. Daivobet®-Salbe, ein- bis zweimal täglich auf die betroffenen Stellen bei Exazerbationen
Allergien
Es besteht eine Allergie gegen Hasel- und Cashewnüsse. Nach Verzehr kommt es zu einer allergischen Reaktion mit Schwellung im Gesichts- und Lippenbereich (21. Angioödem [Schwellung der tieferen Hautschichten]) sowie 22. Urtikaria (Nesselsucht).
Bei der letzten Reaktion erfolgte eine 23. intramuskuläre Injektion (Spritze in einen Muskel) in der Praxis.
Noxen
Der Patient ist seit fünf Jahren Nichtraucher. Zuvor hatte er ab dem 24. Lebensjahr täglich etwa eine Schachtel Zigaretten geraucht, entsprechend rund 24. 37 Packungsjahren (Pack Years) (Maß für die Raucherbelastung).
In der Vorgeschichte besteht ein einjähriger Heroinkonsum. Anschließend erfolgte eine 25. Methadontherapie (Substitutionsbehandlung mit Methadon).
Sozialanamnese
Der Patient ist 26. verheiratet und lebt mit seiner Familie in einer Wohnung. Beruflich ist er im 27. Kundensupport einer Onlineverkaufsfirma für Musikinstrumente und Tontechnik tätig.
Familienanamnese
Die 28. 80-jährige Mutter des Patienten hatte im Alter von 60 Jahren einen 29. Apoplex (Schlaganfall) und leidet an einem 30. Katarakt (Grauen Star) am rechten Auge.
Der Vater verstarb im Alter von 64 Jahren an einem fortgeschrittenen 31. Bronchialkarzinom (Lungenkrebs) mit bereits 32. generalisierter Metastasierung (Ausbreitung von Tochtergeschwülsten im Körper) zum Zeitpunkt der Diagnosestellung.
Arztbrief- und Fallvorstellungsübung
Ordnen Sie die folgenden Kategorien zunächst in eine medizinisch sinnvolle Reihenfolge. Verfassen Sie anschließend anhand der Schlüsselwörter selbstständig einen vollständigen Arztbrief und stellen Sie den Fall mündlich vor.
- ischämischer Apoplex
- Differenzialdiagnose: transitorisch-ischämische Attacke
- Differenzialdiagnose: intrazerebrale Blutung
- Differenzialdiagnose: kardiale Synkope
- Differenzialdiagnose: epileptischer Anfall mit postiktaler Parese
- Differenzialdiagnose: Migräne mit Aura
- Differenzialdiagnose: intrakranieller raumfordernder Prozess
- Differenzialdiagnose: metabolische Entgleisung mit Hypo- oder Hyperglykämie
Voroperationen
- operative Versorgung der LWS-Fraktur vor 20 Jahren
- Entfernung der LWS-Implantate nach 1 Jahr
- operative Versorgung der rechten Calcaneusfraktur vor 20 Jahren
- Calcaneusimplantat in situ
Sozialanamnese
- verheiratet
- Wohnung mit Familie
- 1. Stock, Aufzug
- 2 gesunde Kinder: Tochter 20 Jahre, Sohn 16 Jahre
- Kundensupport im Onlinehandel für Musikinstrumente und Tontechnik
Vorerkrankungen
- Diabetes mellitus Typ 2 seit 10 Jahren, Glukosesensor, keine bekannten Komplikationen
- arterielle Hypertonie seit 10 Jahren, keine bekannten Komplikationen
- Hypercholesterinämie seit 10 Jahren
- Psoriasis vulgaris seit 5 Jahren, Hände, Detergenzien als Trigger
- alte LWS-Fraktur nach Sturz vor 20 Jahren
- alte rechte Calcaneusfraktur nach Sturz vor 20 Jahren
- rezidivierende Lumbalgien
Medikamente
- Glibenclamid – 3,5 mg – 1× morgens
- Ramipril – 5 mg – 1× morgens
- Atorvastatin – 20 mg – 1× abends
- Aspirin – 81 mg – 1× mittags
- Methadon – 20 mg – täglich, Erhaltungstherapie
- Ibuprofen – 600 mg – bei Bedarf
- Daivobet®-Salbe – 1–2× täglich bei Exazerbationen
Aktuelle Anamnese
- plötzliche linksseitige Hemiparese seit 1 Stunde
- Dysarthrie seit 1 Stunde
- linksseitige Parästhesien seit 1 Stunde
- allgemeines Schwächegefühl seit ca. 4 Stunden
- mittelgradige drückende Cephalgie
- retrograde Amnesie
- Konzentrationsstörungen
- orthostatische Hypotonie
- Gangstörung
- Beschwerdeprogredienz
- versehentliche Methadon-Einnahme 40 mg statt 20 mg am Vortag
- kein Bewusstseinsverlust
- kein Vertigo
- keine Sehstörungen
- keine Ptosis
- keine Fazialparese
- keine faziale Hypästhesie
- keine Nausea
- keine Emesis
- keine Dysphonie
- keine Kau- oder Schluckstörungen
- keine Inkontinenz
- keine Krampfanfälle
- kein SHT
- keine Thoraxschmerzen
- keine Dyspnoe
- keine peripheren Ödeme
- keine Aura
Vegetative Anamnese
- subjektive Gewichtszunahme
- Heißhunger auf Süßigkeiten
- ungesunde Ernährung
- kein Fieber
- kein Nachtschweiß
- kein Schüttelfrost
- kein vermehrtes Schwitzen
- keine Schlafstörungen
- Schnarchen
- keine Miktionsbeschwerden
- keine Stuhlgangsbeschwerden
Noxen
- Nikotin: ca. 37 Packungsjahre, seit 5 Jahren abstinent
- Alkohol: abends 1 Glas Bier
- Heroin: Konsum über ca. 1 Jahr, davon 6 Monate regelmäßig 3×/Woche
- Methadon-Erhaltungstherapie seit 1 Jahr
- keine weiteren Drogen
- kaum Sport
Persönliche Daten
- Nachname: May
- Vorname: Karl
- Alter: 61 Jahre
- Geburtsdatum: 17.11.1967
- Gewicht: 89 kg
- Größe: 176 cm
Allergien
- Haselnüsse: Angioödem Gesicht/Lippen, Urtikaria
- Cashewnüsse: Angioödem Gesicht/Lippen, Urtikaria
Familienanamnese
- Mutter: 80 Jahre, Apoplex mit 60 Jahren, Katarakt rechts, Operation geplant
- Vater: Tod mit 64 Jahren an metastasiertem Bronchialkarzinom
- sofortige neurologische Untersuchung
- kraniale Computertomographie
- Labordiagnostik einschließlich Blutglukose, Gerinnungsparameter und Elektrolyte
- Vitalparametermonitoring
- Elektrokardiographie
- Prüfung einer intravenösen Thrombolyse bei bestätigtem ischämischem Schlaganfall und erfülltem Zeitfenster
- Einleitung der Sekundärprophylaxe bei entsprechender Diagnose
Auswertung Ihres Arztbriefs
Laden Sie Ihren selbst geschriebenen Arztbrief zusammen mit dem Fachleiter-Brief bei ChatGPT hoch.
Vergleiche meinen selbst geschriebenen Arztbrief mit dem Fachleiter-Brief. Zeige mir fehlende medizinische Informationen, inhaltlich falsche Angaben, Fehler in der medizinischen Fachsprache, grammatikalische Fehler, ungeeignete Formulierungen sowie Fehler in Struktur und Reihenfolge. Korrigiere anschließend meinen Arztbrief. Verwende ausschließlich die Informationen aus dem Fachleiter-Brief und erfinde keine neuen medizinischen Angaben.
Auswertung Ihrer Fallvorstellung
Nutzen Sie den Audiomodus von ChatGPT, stellen Sie den Fall vor und laden Sie anschließend den Fachleiter-Brief hoch.
Werte meine mündliche Fallvorstellung anhand des hochgeladenen Fachleiter-Briefs aus. Beurteile Struktur und Reihenfolge, Vollständigkeit, medizinische Fachsprache, aktuelle Anamnese, Vorerkrankungen, Voroperationen, Allergien, Medikamente mit Dosierung, Verdachtsdiagnose sowie das weitere diagnostische und therapeutische Vorgehen. Zeige konkret, welche Informationen fehlen, falsch oder unverständlich dargestellt wurden. Erfinde keine zusätzlichen medizinischen Angaben.
