Anamnesegespräch

👨‍⚕️ Guten Tag, mein Name ist Dr. Schneider. Ich bin heute für Sie zuständig. Bevor wir beginnen: Wie darf ich Sie ansprechen?

👨 Guten Tag. Mein Name ist Thomas Berger.

👨‍⚕️ Herr Berger, ich würde Ihnen zunächst einige Fragen zu Ihren Beschwerden und Ihrer Gesundheit stellen. Ist das für Sie in Ordnung?

👨 Ja, natürlich.

👨‍⚕️ Wie alt sind Sie?

👨 Ich bin 60 Jahre alt.

👨‍⚕️ Wie groß sind Sie und wie viel wiegen Sie?

👨 Ich bin 1,78 Meter groß und wiege ungefähr 82 Kilo.

👨‍⚕️ Leben Sie allein oder mit jemandem zusammen?

👨 Ich wohne mit meiner Frau zusammen.

👨‍⚕️ Wer ist Ihr Hausarzt?

👨 Mein Hausarzt ist Dr. Wagner. Die Telefonnummer habe ich leider nicht dabei.

👨‍⚕️ Was führt Sie heute zu uns?

👨 Seit heute Vormittag habe ich starkes Herzrasen. Dabei hatte ich auch ein Druckgefühl in der Brust.

👨‍⚕️ Wann haben die Beschwerden begonnen?

👨 Vor ungefähr fünf Stunden.

👨‍⚕️ Hat das Herzrasen plötzlich oder allmählich angefangen?

👨 Ganz plötzlich. Mein Herz hat von einem Moment auf den anderen sehr schnell geschlagen.

👨‍⚕️ Was haben Sie gerade gemacht, als es angefangen hat?

👨 Ich saß am Schreibtisch und habe am Computer gearbeitet.

👨‍⚕️ Waren Sie körperlich aktiv oder besonders aufgeregt?

👨 Nein. Es gab keinen besonderen Auslöser.

👨‍⚕️ Hat sich der Herzschlag eher regelmäßig oder unregelmäßig angefühlt?

👨 Sehr schnell, aber regelmäßig. Es war wie ein schnelles Klopfen.

👨‍⚕️ Konnten Sie Ihren Puls messen?

👨 Meine Smartwatch hat ungefähr 160 Schläge pro Minute angezeigt.

👨‍⚕️ War das Herzrasen seit Beginn ununterbrochen vorhanden?

👨 Nein, nicht die ganze Zeit. Zwischendurch wurde es besser, dann fing das Herzrasen plötzlich wieder an.

👨‍⚕️ Ist das Herzrasen zwischendurch vollständig verschwunden oder nur schwächer geworden?

👨 Es wurde nur schwächer. Manchmal schlug mein Herz wieder langsamer, aber kurz danach begann das Herzrasen erneut.

👨‍⚕️ Wie fühlen Sie sich jetzt?

👨 Ich bin etwas schwach und mir ist leicht schwindelig. Mein Herz schlägt jetzt gefühlt ungewöhnlich langsam.

👨‍⚕️ Sind Sie bewusstlos geworden?

👨 Nein. Mir wurde nach dem Ende des Herzrasens nur kurz schwarz vor Augen.

👨‍⚕️ Sie erwähnten ein Druckgefühl in der Brust. Wo genau haben Sie es gespürt?

👨 In der Mitte der Brust.

👨‍⚕️ Können Sie das Gefühl genauer beschreiben?

👨 Es war ein leichter Druck während des Herzrasens, kein richtiger starker Schmerz.

👨‍⚕️ Wie stark war der Druck auf einer Skala von null bis zehn?

👨 Ungefähr drei von zehn.

👨‍⚕️ Strahlte der Druck in den Arm, den Rücken, den Hals oder den Unterkiefer aus?

👨 Nein.

👨‍⚕️ Bestand das Druckgefühl während der gesamten Zeit?

👨 Nein, es kam erst eine Weile nach dem Herzrasen. Seitdem das Herzrasen aufgehört hat, ist es vollständig verschwunden.

👨‍⚕️ Wurde der Druck bei körperlicher Belastung, beim Einatmen oder bei Bewegung stärker?

👨 Nein.

👨‍⚕️ Hatten Sie Atemnot?

👨 Während des Herzrasens hatte ich das Gefühl, nicht richtig tief durchatmen zu können. Jetzt kann ich wieder normal atmen.

👨‍⚕️ Hatten Sie Übelkeit, Erbrechen oder kalten Schweiß?

👨 Nein.

👨‍⚕️ Hatten Sie früher schon einmal ähnliche Beschwerden?

👨 Ja, in den vergangenen Monaten hatte ich mehrmals plötzliches Herzrasen.

👨‍⚕️ Wie häufig kam das bisher vor?

👨 Ungefähr vier- oder fünfmal.

👨‍⚕️ Wie lange dauerten diese Episoden?

👨 Meistens zehn bis zwanzig Minuten. Danach hörte das Herzrasen von allein wieder auf.

👨‍⚕️ Begannen und endeten diese Episoden ebenfalls plötzlich?

👨 Ja, immer ganz plötzlich.

👨‍⚕️ Fühlte sich der Herzschlag dabei ebenfalls schnell und regelmäßig an?

👨 Ja, genauso wie heute, nur nicht so lange.

👨‍⚕️ Gab es bestimmte Auslöser?

👨 Nein. Meistens war ich gerade ganz ruhig.

👨‍⚕️ Haben Sie etwas unternommen, um das Herzrasen zu beenden?

👨 Einmal habe ich tief eingeatmet, die Luft angehalten und kräftig gepresst. Kurz danach war das Herzrasen vorbei. Ich weiß aber nicht, ob es daran lag.

👨‍⚕️ Wurden diese Beschwerden schon einmal ärztlich abgeklärt?

👨 Nein. Weil das Herzrasen immer von allein aufhörte, bin ich bisher nicht zum Arzt gegangen.

👨‍⚕️ Wie fühlen Sie sich gewöhnlich unmittelbar nach einer solchen Episode?

👨 Meistens bin ich plötzlich sehr schlapp und etwas schwindelig.

👨‍⚕️ Haben Sie Ihren Puls danach schon einmal gemessen?

👨 Ja. Meine Smartwatch hat einmal nur ungefähr 40 Schläge pro Minute angezeigt.

👨‍⚕️ Wie lange blieb der Puls so langsam?

👨 Ungefähr ein paar Minuten. Danach ging es mir wieder besser.

👨‍⚕️ Sind Sie dabei jemals ohnmächtig geworden?

👨 Nein, aber einmal musste ich mich sofort hinsetzen, weil mir schwarz vor Augen wurde.

👨‍⚕️ Ist Ihnen auch unabhängig von diesen Episoden schwindelig?

👨 Gelegentlich. Vor allem morgens beim Aufstehen.

👨‍⚕️ Haben Sie in den vergangenen Monaten eine ungewöhnliche Müdigkeit oder eine verminderte Belastbarkeit bemerkt?

👨 Ja, ich bin schneller erschöpft als früher. Beim Treppensteigen muss ich manchmal kurz stehen bleiben.

👨‍⚕️ Haben Sie geschwollene Beine bemerkt?

👨 Nein.

👨‍⚕️ Müssen Sie nachts wegen Luftnot aufstehen oder mit mehreren Kissen schlafen?

👨 Nein.

👨‍⚕️ Hatten Sie in letzter Zeit Fieber, Husten oder einen Infekt?

👨 Nein.

👨‍⚕️ Haben Sie Zittern, starkes Schwitzen, Durchfall oder eine ungewollte Gewichtsabnahme bemerkt?

👨 Nein.

👨‍⚕️ Sind bei Ihnen Erkrankungen bekannt?

👨 Nein, bisher war ich eigentlich immer gesund.

👨‍⚕️ Wurden bei Ihnen jemals Bluthochdruck, Diabetes, eine Schilddrüsenerkrankung oder eine Herzerkrankung festgestellt?

👨 Nein.

👨‍⚕️ Ist bei Ihnen bereits eine Herzrhythmusstörung bekannt?

👨 Nein.

👨‍⚕️ Wurden Sie schon einmal operiert?

👨 Nein.

👨‍⚕️ Waren Sie früher schon einmal im Krankenhaus?

👨 Nur einmal vor vielen Jahren wegen einer Sportverletzung.

👨‍⚕️ Nehmen Sie regelmäßig Medikamente ein?

👨 Nein.

👨‍⚕️ Haben Sie heute wegen der Beschwerden etwas eingenommen?

👨 Nein.

👨‍⚕️ Nehmen Sie Nahrungsergänzungsmittel oder pflanzliche Präparate ein?

👨 Nein.

👨‍⚕️ Haben Sie Allergien oder vertragen Sie bestimmte Medikamente nicht?

👨 Nein, soweit ich weiß nicht.

👨‍⚕️ Was machen Sie beruflich?

👨 Ich arbeite als Buchhalter.

👨‍⚕️ Können Sie Ihren Alltag selbstständig bewältigen?

👨 Ja, ohne Probleme.

👨‍⚕️ Treiben Sie regelmäßig Sport?

👨 Ich gehe zwei- bis dreimal pro Woche spazieren. Ansonsten treibe ich keinen Sport.

👨‍⚕️ Rauchen Sie?

👨 Nein, ich habe nie geraucht.

👨‍⚕️ Trinken Sie Alkohol?

👨 Nein.

👨‍⚕️ Nehmen Sie Drogen oder aufputschende Substanzen?

👨 Nein.

👨‍⚕️ Trinken Sie viel Kaffee oder Energydrinks?

👨 Morgens trinke ich eine Tasse Kaffee. Energydrinks trinke ich nicht.

👨‍⚕️ Gibt es in Ihrer Familie Herz-Kreislauf-Erkrankungen?

👨 Mein Vater hatte mit 72 Jahren einen Herzinfarkt.

👨‍⚕️ Sind in Ihrer Familie Herzrhythmusstörungen oder Herzschrittmacher bekannt?

👨 Meine Mutter hat im höheren Alter einen Herzschrittmacher bekommen. Warum genau, weiß ich nicht.

👨‍⚕️ Gab es in Ihrer Familie plötzliche Todesfälle in jüngerem Alter?

👨 Nein.

👨‍⚕️ Herr Berger, ich fasse kurz zusammen: Bei Ihnen trat vor ungefähr fünf Stunden plötzlich ein sehr schneller, regelmäßiger Herzschlag auf. Währenddessen bestand ein leichtes Druckgefühl in der Brust. Das Herzrasen hörte kurz vor der Untersuchung plötzlich von selbst auf. Danach bemerkten Sie einen langsamen Herzschlag, Schwäche und Schwindel. Ähnliche, aber kürzere Episoden hatten Sie bereits mehrmals. Ist das so richtig?

👨 Ja, genau.

👨‍⚕️ Ihre Beschwerden sprechen für eine anfallsartig auftretende Herzrhythmusstörung. Nach dem Ende des Herzrasens scheint Ihr Herz vorübergehend auffällig langsam zu schlagen. Um die genaue Ursache festzustellen, müssen wir Ihren Herzrhythmus untersuchen und überwachen.

Wir kontrollieren jetzt Ihren Blutdruck, Puls und Ihre Sauerstoffsättigung und schreiben umgehend ein EKG. Zusätzlich nehmen wir Blut ab und untersuchen unter anderem die Elektrolyte, die Schilddrüsenwerte und sicherheitshalber auch die Herzenzyme. Anschließend überwachen wir Ihren Herzrhythmus kontinuierlich. Außerdem sind ein Herzultraschall und gegebenenfalls ein Langzeit-EKG beziehungsweise weitere kardiologische Untersuchungen erforderlich.

Untersuchung

Vitalparameter

Parameter Befund
Blutdruck 130/76 mmHg
Puls 155/min, regelmäßig
Atemfrequenz 17/min
Sauerstoffsättigung 98 % unter Raumluft
Körpertemperatur 36,6 °C
Blutzucker 120 mg/dl
GCS 15 Punkte

Körperliche Untersuchung

Allgemeinzustand:
60-jähriger Patient in leicht reduziertem Allgemeinzustand und normalem Ernährungszustand. Wach, vollständig orientiert und kooperativ. Wirkt aufgrund des Herzrasens leicht unruhig. Keine Zyanose, keine Ruhedyspnoe.

Herz-Kreislauf-System:
Herzaktion tachykard und regelmäßig bei etwa 155/min. Herztöne rein, keine pathologischen Herzgeräusche. Periphere Pulse beidseits tastbar. Rekapillarisierungszeit unter zwei Sekunden. Keine Halsvenenstauung und keine peripheren Ödeme.

Lunge:
Beidseits vesikuläres Atemgeräusch. Keine Rasselgeräusche, kein Giemen und keine sonstigen Nebengeräusche. Seitengleiche Belüftung.

Thorax:
Thorax symmetrisch. Kein Druck- oder Klopfschmerz. Das angegebene Druckgefühl ist durch Palpation nicht reproduzierbar.

Abdomen:
Bauchdecke weich. Kein Druckschmerz, keine Abwehrspannung. Regelrechte Darmgeräusche. Leber und Milz nicht vergrößert tastbar.

Neurologischer Kurzstatus:
Pupillen isokor und lichtreagibel. Keine Fazialisparese, keine Sprachstörung und keine fokal-neurologischen Defizite. Kraft und Sensibilität seitengleich. Patient aktuell nicht bewusstlos, berichtet jedoch über leichten Schwindel.

Beurteilung der Kreislaufsituation:
Regelmäßige Tachykardie bei stabilem Blutdruck. Aktuell keine klinischen Zeichen einer hämodynamischen Instabilität oder akuten Herzinsuffizienz.

EKG

ECGs
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Aufnahme
Aufnahme

Zusammenfassung

Zunächst zeigte sich eine regelmäßige Schmalkomplextachykardie mit einer Herzfrequenz von 155/min, schmalen QRS-Komplexen und nicht eindeutig erkennbaren P-Wellen, vereinbar mit einer AVNRT. Die Tachykardie terminierte spontan. Derzeit besteht ein regelmäßiger Sinusrhythmus mit einer Herzfrequenz von 75/min.

Laborbefunde

Laborparameter Ergebnis Referenzbereich
Hämoglobin 14,6 g/dl 13,5–17,5 g/dl
Leukozyten 7,8 /nl 4,0–10,0 /nl
Thrombozyten 248 /nl 150–400 /nl
Natrium 139 mmol/l 136–145 mmol/l
Kalium 4,1 mmol/l 3,5–5,1 mmol/l
Kalzium, gesamt 2,34 mmol/l 2,15–2,55 mmol/l
Magnesium 0,84 mmol/l 0,70–1,05 mmol/l
Kreatinin 0,91 mg/dl 0,67–1,17 mg/dl
eGFR 92 ml/min/1,73 m² > 60 ml/min/1,73 m²
Glukose 108 mg/dl 70–140 mg/dl
CRP 1,8 mg/l < 5,0 mg/l
TSH 1,62 mIU/l 0,27–4,20 mIU/l
fT4 1,18 ng/dl 0,93–1,70 ng/dl
hs-Troponin T bei Aufnahme 7 ng/l < 14 ng/l
hs-Troponin T nach 1 Stunde 8 ng/l < 14 ng/l

Weiteres Vorgehen

Der Patient wird aufgrund der über mehrere Stunden bestehenden symptomatischen Schmalkomplextachykardie zunächst auf unserer Überwachungsstation aufgenommen. Da die Tachykardie spontan terminiert hat und aktuell ein stabiler Sinusrhythmus besteht, ist derzeit keine Akuttherapie mit Adenosin erforderlich.

Geplant sind:

  • kontinuierliches EKG-Monitoring
  • regelmäßige Kontrolle von Blutdruck, Puls und Beschwerden
  • erneutes 12-Kanal-EKG im Sinusrhythmus
  • serielle hs-Troponin-Kontrollen wegen des vorübergehenden Thoraxdrucks
  • Kontrolle von Blutbild, Elektrolyten, Nieren- und Schilddrüsenwerten
  • transthorakale Echokardiografie, sofern vor Ort verfügbar

Das verlängerte RR-Intervall von etwa 1,2 Sekunden nach der Tachykardie ist allein nicht pathologisch und bedarf keiner spezifischen Behandlung.

Bei erneut auftretender hämodynamisch stabiler, regelmäßiger Schmalkomplextachykardie wird zunächst ein modifiziertes Valsalva-Manöver durchgeführt. Bei Erfolglosigkeit kann Adenosin unter kontinuierlicher EKG-Überwachung verabreicht werden. Bei Kreislaufinstabilität ist eine sofortige synchronisierte elektrische Kardioversion erforderlich.

Da unser Haus über keine kardiologische beziehungsweise elektrophysiologische Abteilung verfügt, erfolgt eine telefonische Rücksprache mit einem kardiologischen Zentrum. Bei stabilem Verlauf und unauffälligen Verlaufsuntersuchungen kann der Patient mit einer zeitnahen ambulanten kardiologischen Vorstellung entlassen werden. Dort sollten ein Langzeit-EKG und eine Echokardiografie erfolgen. Aufgrund der wiederholten symptomatischen Episoden sollte außerdem eine elektrophysiologische Untersuchung mit der Möglichkeit einer Katheterablation besprochen werden.

Bei erneuter Tachykardie, Thoraxschmerzen, Atemnot, Schwindel oder Bewusstlosigkeit muss sich der Patient umgehend wieder notfallmäßig vorstellen.

AV-Knoten-Reentry-Tachykardie (AVNRT)

Die AVNRT ist eine anfallsartig auftretende supraventrikuläre Tachykardie. Ursache ist eine kreisende elektrische Erregung im oder unmittelbar am AV-Knoten. Grundlage sind meist zwei funktionell unterschiedliche Leitungsbahnen im AV-Knotenbereich. Die Anfälle können ohne erkennbaren Auslöser oder beispielsweise durch Stress, körperliche Belastung und Stimulanzien auftreten.

EKG-Befunde

  • regelmäßige Schmalkomplextachykardie
  • Herzfrequenz meist 150–250/min
  • schmale QRS-Komplexe
  • P-Wellen häufig im QRS-Komplex verborgen
  • eventuell Pseudo-r′ in V1 oder Pseudo-S-Zacken in II, III und aVF
  • plötzlicher Beginn und plötzliches Ende

Therapie

Bei einem kreislaufstabilen Patienten erfolgt zunächst ein modifiziertes Valsalva-Manöver. Bleibt dieses erfolglos, wird Adenosin unter EKG-Überwachung verabreicht. Bei hämodynamischer Instabilität ist eine synchronisierte elektrische Kardioversion erforderlich.

Bei wiederkehrenden symptomatischen Anfällen ist die Katheterablation der langsamen Leitungsbahn die bevorzugte definitive Therapie.

Anamnesegespräch

👨‍⚕️ Guten Tag, mein Name ist Dr. Schneider. Ich bin heute für Sie zuständig. Bevor wir beginnen: Wie darf ich Sie ansprechen?

👩 Guten Tag. Ich heiße Helga Müller.

👨‍⚕️ Frau Müller, ich würde Ihnen zunächst einige Fragen zu Ihren Beschwerden und Ihrer Gesundheit stellen. Ist das für Sie in Ordnung?

👩 Ja, natürlich.

👨‍⚕️ Wie alt sind Sie?

👩 Ich bin 70 Jahre alt.

👨‍⚕️ Wie groß sind Sie und wie viel wiegen Sie?

👩 Ich bin 1,65 Meter groß und wiege ungefähr 72 Kilo.

👨‍⚕️ Bei wem wohnen Sie derzeit?

👩 Ich wohne mit meinem Mann zusammen.

👨‍⚕️ Wer ist Ihr Hausarzt?

👩 Dr. Weber. Die Telefonnummer habe ich leider nicht dabei.

👨‍⚕️ Was führt Sie heute zu uns?

👩 Ich fühle mich seit ein paar Stunden so unruhig.

👨‍⚕️ Können Sie diese Unruhe etwas genauer beschreiben?

👩 Das ist schwer zu erklären. Ich bin innerlich ganz unruhig und kann mich nicht richtig entspannen.

👨‍⚕️ Wann haben die Beschwerden angefangen?

👩 Vor ungefähr drei Stunden.

👨‍⚕️ Begannen sie plötzlich oder eher langsam?

👩 Eigentlich ziemlich plötzlich.

👨‍⚕️ Was haben Sie gerade gemacht, als die Beschwerden begonnen haben?

👩 Ich saß zu Hause auf dem Sofa und habe ferngesehen.

👨‍⚕️ Gab es einen bestimmten Auslöser? Haben Sie sich aufgeregt oder körperlich angestrengt?

👩 Nein, überhaupt nicht.

👨‍⚕️ Ist die Unruhe seitdem dauerhaft vorhanden?

👩 Ja, sie ist die ganze Zeit da.

👨‍⚕️ Ist sie inzwischen besser oder schlimmer geworden?

👩 Sie ist ungefähr gleich geblieben.

👨‍⚕️ Haben Sie Herzrasen oder Herzstolpern bemerkt?

👩 Nein, nicht wirklich. Mein Herz habe ich gar nicht besonders gespürt.

👨‍⚕️ Haben Sie Schmerzen, ein Druckgefühl oder ein Engegefühl in der Brust?

👩 Nein.

👨‍⚕️ Bekommen Sie schlecht Luft?

👩 Nein, ich kann normal atmen.

👨‍⚕️ War Ihnen schwindelig oder sind Sie ohnmächtig geworden?

👩 Nein.

👨‍⚕️ Hatten Sie Übelkeit, Erbrechen oder ungewöhnlich starkes Schwitzen?

👩 Nein.

👨‍⚕️ Hatten Sie solche Beschwerden schon einmal?

👩 Nein, daran kann ich mich nicht erinnern.

👨‍⚕️ Haben Sie eine neue Schwäche oder ein Taubheitsgefühl bemerkt?

👩 Nein. Mein linker Arm ist seit meinem Schlaganfall etwas schwächer, aber heute ist es nicht anders als sonst.

👨‍⚕️ Haben Sie Probleme beim Sprechen, Sehstörungen oder starke Kopfschmerzen?

👩 Nein.

👨‍⚕️ Wann hatten Sie den Schlaganfall?

👩 Vor ungefähr sechs Monaten.

👨‍⚕️ Sind seitdem Einschränkungen zurückgeblieben?

👩 Nur die leichte Schwäche im linken Arm. Im Alltag komme ich aber gut zurecht.

👨‍⚕️ Welche Erkrankungen sind bei Ihnen bekannt?

👩 Ich habe Diabetes und hatte vor sechs Monaten einen Schlaganfall.

👨‍⚕️ Seit wann haben Sie Diabetes?

👩 Seit ungefähr zwölf Jahren.

👨‍⚕️ Haben Sie außerdem Bluthochdruck, eine Schilddrüsenerkrankung oder eine Herzerkrankung?

👩 Nicht, dass ich wüsste.

👨‍⚕️ Wurde bei Ihnen schon einmal eine Herzrhythmusstörung festgestellt?

👩 Nein.

👨‍⚕️ Wurden Sie schon einmal operiert?

👩 Ja, meine Gallenblase wurde vor ungefähr zehn Jahren entfernt.

👨‍⚕️ Gab es dabei Komplikationen?

👩 Nein, es ist alles gut verlaufen.

👨‍⚕️ Waren Sie abgesehen vom Schlaganfall und der Operation noch aus anderen Gründen im Krankenhaus?

👩 Nein.

👨‍⚕️ Welche Medikamente nehmen Sie regelmäßig ein?

👩 Das weiß ich leider nicht genau. Ich nehme morgens und abends mehrere Tabletten, aber die Namen kann ich mir nicht merken.

👨‍⚕️ Nehmen Sie Tabletten oder Insulin gegen Ihren Diabetes?

👩 Ich nehme Tabletten. Insulin spritze ich nicht.

👨‍⚕️ Wissen Sie, ob Sie seit dem Schlaganfall einen Blutverdünner einnehmen?

👩 Ich nehme seitdem eine zusätzliche Tablette, aber ich weiß nicht, ob das ein Blutverdünner ist.

👨‍⚕️ Haben Sie Ihren Medikamentenplan dabei?

👩 Nein, der liegt zu Hause.

👨‍⚕️ Können wir Ihren Mann oder Ihren Hausarzt anrufen, um Ihre Medikamente zu klären?

👩 Ja, meinen Mann können Sie gerne anrufen.

👨‍⚕️ Haben Sie Allergien oder vertragen Sie bestimmte Medikamente nicht?

👩 Auf Penicillin habe ich einmal einen Hautausschlag bekommen.

👨‍⚕️ Hatten Sie dabei auch Atemnot oder Schwellungen?

👩 Nein, nur einen juckenden Ausschlag.

👨‍⚕️ Haben Sie andere Allergien, zum Beispiel gegen Lebensmittel, Pflaster oder Kontrastmittel?

👩 Nein, soweit ich weiß nicht.

👨‍⚕️ Ich würde Ihnen jetzt noch einige gynäkologische Routinefragen stellen. Wann hatten Sie Ihre letzte Regelblutung?

👩 Mit ungefähr 51 Jahren. Seitdem habe ich keine Regelblutung mehr.

👨‍⚕️ Hatten Sie seitdem Blutungen aus der Scheide?

👩 Nein.

👨‍⚕️ Waren Sie schon einmal schwanger?

👩 Ja, zweimal.

👨‍⚕️ Haben Sie beide Kinder normal entbunden?

👩 Ja, beide Geburten waren ohne größere Probleme.

👨‍⚕️ Sind bei Ihnen gynäkologische Erkrankungen oder Operationen bekannt?

👩 Nein.

👨‍⚕️ Gehen Sie regelmäßig zur gynäkologischen Vorsorge?

👩 Ja, ungefähr einmal im Jahr.

👨‍⚕️ Sie haben gesagt, dass Sie mit Ihrem Mann zusammenleben. Haben Sie Kinder?

👩 Ja, ich habe einen Sohn und eine Tochter. Beide wohnen in der Nähe.

👨‍⚕️ Benötigen Sie im Alltag Hilfe?

👩 Nein, ich kann mich selbst versorgen. Mein Mann hilft mir nur manchmal beim Tragen schwerer Sachen.

👨‍⚕️ Was haben Sie beruflich gemacht?

👩 Ich war Grundschullehrerin. Seit einigen Jahren bin ich in Rente.

👨‍⚕️ Gibt es zu Hause Treppen?

👩 Ja, wir wohnen im ersten Stock. Es gibt keinen Aufzug, aber ich komme die Treppe gut hoch.

👨‍⚕️ Rauchen Sie?

👩 Nein. Ich habe auch früher nie regelmäßig geraucht.

👨‍⚕️ Trinken Sie Alkohol?

👩 Gelegentlich ein Glas Wein, vielleicht ein- oder zweimal im Monat.

👨‍⚕️ Nehmen Sie Drogen oder andere aufputschende Substanzen?

👩 Nein.

👨‍⚕️ Trinken Sie viel Kaffee oder Energydrinks?

👩 Morgens trinke ich zwei Tassen Kaffee. Energydrinks trinke ich nicht.

👨‍⚕️ Gibt es in Ihrer Familie Herz-Kreislauf-Erkrankungen?

👩 Mein Vater hatte mit 68 Jahren einen Herzinfarkt.

👨‍⚕️ Hatte jemand in Ihrer Familie einen Schlaganfall oder eine Herzrhythmusstörung?

👩 Meine Mutter hatte im hohen Alter einen Schlaganfall. Von Herzrhythmusstörungen weiß ich nichts.

👨‍⚕️ Gibt es in Ihrer Familie Diabetes, Krebserkrankungen oder andere wichtige Erkrankungen?

👩 Meine Mutter hatte auch Diabetes. Krebserkrankungen sind mir nicht bekannt.

👨‍⚕️ Ich möchte Ihnen kurz das weitere Vorgehen erklären. Hinter der inneren Unruhe können verschiedene Ursachen stecken, beispielsweise eine Stoffwechselstörung, eine Infektion oder eine Erkrankung des Herz-Kreislauf-Systems. Zum jetzigen Zeitpunkt können wir noch keine sichere Diagnose stellen.

Zunächst werde ich Sie körperlich untersuchen und Ihren Blutdruck, Ihren Puls, Ihren Blutzucker sowie Ihre Sauerstoffsättigung kontrollieren. Anschließend schreiben wir ein EKG, um Ihren Herzrhythmus zu beurteilen. Abhängig von den Ergebnissen können weitere Untersuchungen, beispielsweise eine Blutabnahme oder ein Herzultraschall, notwendig sein.

Vitalparameter und Untersuchung

  1. Blutdruck: 130/80 mmHg
  2. Pulsfrequenz: 140/min
  3. Atemfrequenz: 14/min
  4. Sauerstoffsättigung: 98 %
  5. Blutzucker: 240 mg/dl

Körperliche Untersuchung

  • Allgemeinzustand: wach, orientiert und kreislaufstabil; leicht unruhig
  • Vitalparameter: RR 130/80 mmHg, Puls 140/min, unregelmäßig, AF 14/min, SpO₂ 98 %, BZ 240 mg/dl
  • Herz: Herztöne tachykard und absolut arrhythmisch, keine auffälligen Herzgeräusche
  • Lunge: beidseits vesikuläres Atemgeräusch, keine Rasselgeräusche
  • Abdomen: weich, keine Druckschmerzen, regelrechte Darmgeräusche
  • Extremitäten: keine Unterschenkelödeme, periphere Pulse tastbar
  • Neurologisch: wach und vollständig orientiert; bekannte leichte Restparese des linken Arms, keine neuen fokal-neurologischen Defizite

EKG-Auswertung

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Die Kombination aus folgenden Befunden spricht für Vorhofflimmern:

  • absolut unregelmäßiger Rhythmus
  • fehlende eindeutige P-Wellen
  • unregelmäßige RR-Abstände
  • schmale QRS-Komplexe
  • erhöhte Kammerfrequenz

Fazit: Vorhofflimmern mit hoher Kammerfrequenz

Wie sind die ST-Strecken zu beurteilen?

Die Beurteilung der ST-Strecken ist bei einer Herzfrequenz von etwa 140–150/min erschwert. Dafür gibt es mehrere Gründe:

  • verkürzte RR-Abstände
  • Überlagerung durch Flimmerwellen
  • mögliche frequenzbedingte ST-T-Veränderungen
  • eingeschränkte Abgrenzung von ST-Strecke und T-Welle

Trotzdem dürfen ST-Veränderungen nicht automatisch als harmlos angesehen werden. Bei verdächtigen Beschwerden oder auffälligen EKG-Veränderungen müssen insbesondere eine Myokardischämie und ein akutes Koronarsyndrom ausgeschlossen werden.

Laborparameter Ergebnis Referenzbereich
Hämoglobin 13,1 g/dl 12,0–16,0 g/dl
Hämatokrit 39 % 36–46 %
Leukozyten 7,8/nl 4,0–10,0/nl
Thrombozyten 245/nl 150–400/nl
CRP 2,4 mg/l < 5 mg/l
Natrium 138 mmol/l 135–145 mmol/l
Kalium 4,1 mmol/l 3,5–5,1 mmol/l
Magnesium 0,68 mmol/l 0,70–1,05 mmol/l
Kalzium 2,28 mmol/l 2,15–2,55 mmol/l
Kreatinin 0,89 mg/dl 0,50–0,90 mg/dl
eGFR 68 ml/min/1,73 m² ≥ 60 ml/min/1,73 m²
Harnstoff 34 mg/dl 17–43 mg/dl
Glukose 240 mg/dl 70–100 mg/dl nüchtern
HbA1c 8,2 % < 6,5 %
Ketonkörper negativ negativ
TSH 1,6 mIU/l 0,4–4,0 mIU/l
hs-Troponin T initial 11 ng/l < 14 ng/l
hs-Troponin T nach 1 Stunde 12 ng/l < 14 ng/l
CK 82 U/l < 170 U/l
GOT (AST) 22 U/l < 35 U/l
GPT (ALT) 25 U/l < 35 U/l
γ-GT 28 U/l < 40 U/l
Bilirubin gesamt 0,7 mg/dl < 1,2 mg/dl
INR 1,1 0,9–1,2
Quick 92 % 70–130 %
aPTT 30 s 25–35 s

Akuttherapie

Zur Frequenzkontrolle erhält die hämodynamisch stabile Patientin Metoprolol 50 mg oral. Anschließend werden Herzfrequenz, Blutdruck und klinischer Zustand engmaschig kontrolliert.

Vor der Gabe müssen mögliche Gegenanzeigen wie eine Hypotonie, eine akute dekompensierte Herzinsuffizienz, ein höhergradiger AV-Block oder schweres Asthma bronchiale berücksichtigt werden. Die weitere Dosierung richtet sich nach dem klinischen Ansprechen.

Schlaganfallrisiko und Antikoagulation

Der aktuelle CHA₂DS₂-VA-Score beträgt mindestens 4 Punkte:

  • Alter zwischen 65 und 74 Jahren: 1 Punkt
  • Diabetes mellitus: 1 Punkt
  • Früherer Schlaganfall: 2 Punkte

Nach dem früher häufig verwendeten CHA₂DS₂-VASc-Score ergeben sich einschließlich des weiblichen Geschlechts 5 Punkte.

Damit besteht ein sehr hohes Risiko für weitere thromboembolische Ereignisse und grundsätzlich eine klare Indikation zur langfristigen oralen Antikoagulation, sofern keine Kontraindikationen bestehen.

Vor der Verordnung muss jedoch geklärt werden:

  • Nimmt die Patientin bereits ein Antikoagulans ein?
  • Wurde das Medikament regelmäßig eingenommen?
  • Wie ist die Nierenfunktion?
  • Besteht ein erhöhtes Blutungsrisiko?
  • Liegt eine mechanische Herzklappe oder eine relevante Mitralstenose vor?
  • Bestehen mögliche Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten?

Eine doppelte Antikoagulation muss unbedingt vermieden werden.

Weiteres Vorgehen

Nach der Gabe von Metoprolol 50 mg p. o. sinkt die Herzfrequenz auf etwa 90/min. Die Patientin bleibt hämodynamisch stabil und die innere Unruhe bessert sich.

Im Kontroll-EKG zeigt sich weiterhin Vorhofflimmern, nun jedoch mit ausreichender Frequenzkontrolle. Es bestehen keine relevanten ST-Strecken-Veränderungen und somit kein aktueller elektrokardiografischer Hinweis auf eine akute Myokardischämie. Auch die seriellen Troponinwerte zeigen keine relevante Dynamik.

Weitere Schritte

  1. Fortführung der Überwachung von Herzfrequenz, Blutdruck und Sauerstoffsättigung
  2. Klärung der bisherigen Metoprolol-Therapie und Festlegung der weiteren Dosierung
  3. Fortführung der bestehenden Antikoagulation mit Apixaban
  4. Überprüfung der Apixaban-Dosierung, der regelmäßigen Einnahme und des Zeitpunkts der letzten Einnahme
  5. Ausgleich des leicht erniedrigten Magnesiumwertes
  6. Kontrolle und weitere Behandlung der erhöhten Blutzuckerwerte
  7. Durchführung einer transthorakalen Echokardiografie zur Beurteilung der Herzfunktion, der Herzklappen und möglicher struktureller Herzerkrankungen
  8. Entscheidung über eine spätere Rhythmuskontrolle beziehungsweise Kardioversion

Da bei uns keine kardiologische Abteilung zur Verfügung steht, wird die Patientin zur weiteren Abklärung in einer internistischen beziehungsweise kardiologischen Klinik vorgestellt. Die EKG-Aufzeichnungen, Laborbefunde und der aktuelle Medikamentenplan werden mitgegeben.

Eine sofortige elektrische Kardioversion ist bei der stabilen und inzwischen frequenzkontrollierten Patientin nicht erforderlich. Vor einer geplanten Kardioversion müssen die tatsächliche Dauer des Vorhofflimmerns und die zuverlässige Einnahme von Apixaban geklärt werden.

Bei weiterhin stabilem Zustand, ausreichender Frequenzkontrolle, gesicherter Antikoagulation und unauffälliger weiterer Diagnostik kann anschließend eine ambulante kardiologische Weiterbehandlung erfolgen.

Antihistaminika werden vor allem zur Behandlung allergischer Beschwerden eingesetzt. Einige Wirkstoffe besitzen jedoch zusätzliche Wirkungen und werden beispielsweise bei Übelkeit, Schlafstörungen, Juckreiz oder Unruhezuständen angewendet.

Diese Flashcards vermitteln die wichtigsten prüfungs- und praxisrelevanten Informationen zu Antihistaminika der ersten und zweiten Generation sowie zu neueren Wirkstoffen. Behandelt werden unter anderem:

  • Wirkmechanismus und Einteilung
  • Darreichungsformen und Dosierungen
  • typische Nebenwirkungen
  • Kontraindikationen und Vorsichtsmaßnahmen
  • Anwendung in Schwangerschaft und Stillzeit
  • Besonderheiten und weitere Indikationen
  • häufige Handelsnamen in Deutschland

Enthalten sind Flashcards zu Cetirizin, Levocetirizin, Loratadin, Desloratadin, Fexofenadin, Bilastin, Rupatadin, Ebastin, Dimetinden, Dimenhydrinat, Diphenhydramin, Doxylamin, Hydroxyzin und Promethazin.

Die Karten eignen sich zur gezielten Vorbereitung auf die Kenntnisprüfung, das M3 und weitere medizinische Prüfungen sowie zur schnellen Wiederholung im klinischen Alltag.

Hinweis: Dosierungen und Anwendungshinweise können je nach Indikation, Alter, Körpergewicht und Präparat variieren. Die Angaben ersetzen keine aktuelle Fachinformation.

Typische Prüfungsszenarien

Ein Kolonkarzinom tritt überwiegend bei Menschen über 50 Jahren auf. Es kann jedoch auch jüngere Patientinnen und Patienten betreffen, insbesondere bei familiärer Vorbelastung oder erblichen Tumorsyndromen.

Einstiegsfrage

Was führt Sie heute zu uns?

Mögliche Hauptbeschwerden

Szenario 1:
„Seit einigen Monaten habe ich immer wieder Bauchschmerzen und Durchfälle. Manchmal habe ich vorher mehrere Tage keinen Stuhlgang.“

Diese sogenannte paradoxe Diarrhö kann bei einer tumorbedingten Verengung des Darms auftreten: Flüssiger Stuhl passiert die Engstelle, während fester Stuhl zurückgehalten wird.

Szenario 2:
„Seit etwa zwei bis drei Wochen bemerke ich Blut im Stuhl.“

Mögliche Hinweise sind:

  • neu aufgetretene Veränderungen der Stuhlgewohnheiten
  • Blut im Stuhl
  • progrediente oder wiederkehrende Bauchschmerzen
  • Gefühl der unvollständigen Darmentleerung
  • ungewollter Gewichtsverlust und Appetitlosigkeit
  • Eisenmangelanämie ohne erkennbare Ursache
  • positive Familienanamnese

Rechtsseitige Kolonkarzinome fallen häufiger durch eine okkulte Blutung, Eisenmangelanämie, Müdigkeit oder Gewichtsverlust auf. Linksseitige Tumoren verursachen aufgrund des engeren Darmlumens eher Stuhlveränderungen, Obstipation, paradoxe Diarrhö oder Ileuszeichen. Diese Zuordnung ist jedoch nicht absolut.

Polypen sind häufig asymptomatisch und werden oft zufällig bei einer Vorsorgekoloskopie entdeckt. Gelegentlich können sie Blutungen verursachen. Eine familiäre Vorbelastung erhöht das Risiko.

Typisch sind:

  • häufig Beginn im jüngeren Lebensalter
  • schubweiser Verlauf
  • wiederkehrende, teilweise blutige Diarrhö
  • Bauchschmerzen
  • Schleimbeimengungen und Stuhldrang
  • mögliche extraintestinale Beschwerden, beispielsweise Gelenk-, Haut- oder Augenveränderungen

Eine langjährig bestehende Colitis ulcerosa oder ausgedehnte Crohn-Kolitis erhöht das Risiko für ein kolorektales Karzinom.

Typisch sind:

  • überwiegend ältere Patientinnen und Patienten
  • meist linksseitige Unterbauchschmerzen
  • Fieber und erhöhte Entzündungswerte
  • Obstipation oder Diarrhö
  • Druckschmerz, gegebenenfalls Abwehrspannung

Hinweise sind:

  • akuter Beginn
  • ausgeprägte wässrige oder blutige Diarrhö
  • Übelkeit und Erbrechen
  • häufig Fieber und systemische Entzündungszeichen
  • auffällige Reise-, Nahrungsmittel- oder Kontaktanamnese
  • mögliche Antibiotikaeinnahme

Das Fehlen von Fieber schließt eine infektiöse Enterokolitis nicht sicher aus.

Typisch sind:

  • starke, stechende oder brennende Schmerzen während und nach dem Stuhlgang
  • hellrotes Blut am Toilettenpapier oder auf dem Stuhl
  • häufig vorausgegangene Obstipation und harter Stuhl

Typisch sind:

  • hellrotes Blut am Toilettenpapier, auf dem Stuhl oder in der Toilette
  • Blutung häufig schmerzlos
  • Juckreiz, Nässen oder Fremdkörpergefühl
  • bei fortgeschrittenem Befund Hervortreten von Gewebe aus dem Analkanal

Wichtig: Hämorrhoiden schließen ein Kolon- oder Rektumkarzinom nicht aus. Neu aufgetretene Blutungen müssen daher abhängig von Alter, Risikoprofil und Begleitsymptomen weiter abgeklärt werden.

Wichtige Fragen in der Anamnese

Aktuelle Beschwerden

  • Seit wann bestehen die Beschwerden?
  • Haben die Beschwerden plötzlich oder schleichend begonnen?
  • Werden sie zunehmend stärker?
  • Wo befinden sich die Bauchschmerzen?
  • Besteht ein Zusammenhang mit der Nahrungsaufnahme oder dem Stuhlgang?
  • Haben sich Häufigkeit, Konsistenz oder Form des Stuhls verändert?
  • Wechseln sich Durchfall und Verstopfung ab?
  • Haben Sie Blut, Schleim oder schwarzen Stuhl bemerkt?
  • Haben Sie das Gefühl, den Darm nicht vollständig entleeren zu können?
  • Bestehen Übelkeit, Erbrechen, Fieber oder nächtliche Beschwerden?

Allgemeine Warnzeichen

  • Haben Sie ungewollt Gewicht verloren?
  • Leiden Sie unter Appetitlosigkeit?
  • Fühlen Sie sich müde oder weniger leistungsfähig?
  • Haben Sie Nachtschweiß oder Fieber bemerkt?

Risiko- und Familienanamnese

  • Gab es in Ihrer Familie Darmkrebs oder Darmpolypen?
  • In welchem Alter wurde die Erkrankung festgestellt?
  • Leiden Sie an einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung?
  • Wurden bei Ihnen bereits Darmpolypen entfernt?
  • Haben Sie an der Darmkrebsvorsorge teilgenommen?
  • Wann wurde zuletzt eine Koloskopie durchgeführt?

Körperliche Untersuchung

Zur Untersuchung gehören:

  • Beurteilung des Allgemeinzustands und Ernährungszustands
  • Kontrolle der Vitalparameter
  • Inspektion auf Blässe und Zeichen einer Anämie
  • Untersuchung des Abdomens: Inspektion, Auskultation, Perkussion und Palpation
  • Prüfung auf Druckschmerz, Abwehrspannung, Resistenzen oder Organvergrößerungen
  • rektal-digitale Untersuchung
  • Inspektion der Analregion
  • Palpation der Lymphknoten

Diagnostisches Vorgehen

Bei Verdacht auf ein kolorektales Karzinom kommen insbesondere folgende Untersuchungen infrage:

  1. Laboruntersuchungen: Blutbild, Ferritin und Transferrinsättigung, Entzündungswerte, Elektrolyte sowie Leber- und Nierenwerte
  2. Koloskopie: wichtigste Untersuchung zur Darstellung des gesamten Kolons und zur Entnahme von Biopsien
  3. Histologische Untersuchung: Sicherung der Diagnose
  4. Staging: meist CT von Thorax, Abdomen und Becken
  5. Bei Rektumkarzinom: Zur lokalen Ausbreitungsdiagnostik und Therapieplanung wird zusätzlich ein hochauflösendes MRT des Beckens durchgeführt.
  6. CEA: vor allem als Ausgangswert und zur Verlaufskontrolle; nicht zur alleinigen Diagnosestellung oder zum Ausschluss eines Karzinoms geeignet

Ein Stuhltest auf verborgenes Blut dient vor allem der Früherkennung bei beschwerdefreien Personen. Bei Warnsymptomen ersetzt er die notwendige endoskopische Abklärung nicht.

Anamnese

Audio-Training

Brustschmerzen bei einem 50-jährigen Patienten

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Sprecher 1

Guten Tag, mein Name ist Dr. Müller. Ich bin heute die diensthabende Ärztin und würde gerne das Aufnahmegespräch mit Ihnen führen. Wenn Sie etwas nicht verstehen oder eine Pause benötigen, sagen Sie mir bitte Bescheid. Wie heißen Sie?

Sprecher 2

Guten Tag Frau Doktor. Mein Name ist Thomas Schneider.

Sprecher 1

Wie alt sind Sie, Herr Schneider?

Sprecher 2

Ich bin 50 Jahre alt.

Sprecher 1

Gut, Herr Schneider. Was führt Sie heute zu uns?

Sprecher 2

Ich habe seit ungefähr fünf Stunden Schmerzen auf der linken Brustseite. Die Schmerzen sind aber nicht die ganze Zeit da.

Sprecher 1

Können Sie die Schmerzen genauer beschreiben?

Sprecher 2

Es fühlt sich eher wie ein Druck oder ein unangenehmes Ziehen an.

Sprecher 1

Wie stark sind die Schmerzen auf einer Skala von null bis zehn?

Sprecher 2

Ungefähr vier von zehn.

Sprecher 1

Sind die Schmerzen plötzlich oder langsam aufgetreten?

Sprecher 2

Sie haben ziemlich plötzlich angefangen.

Sprecher 1

Strahlen die Schmerzen in den Arm, den Rücken, den Hals oder den Kiefer aus?

Sprecher 2

Nein, sie bleiben nur auf der linken Brustseite.

Sprecher 1

Wann werden die Schmerzen besser oder stärker?

Sprecher 2

Wenn ich aufstehe oder stehe, wird es etwas besser. Einen bestimmten Auslöser habe ich aber nicht bemerkt.

Sprecher 1

Werden die Schmerzen bei körperlicher Belastung stärker?

Sprecher 2

Das ist mir nicht aufgefallen.

Sprecher 1

Werden die Schmerzen beim tiefen Einatmen oder Husten stärker?

Sprecher 2

Nein.

Sprecher 1

Haben Sie Atemnot, Übelkeit, kalten Schweiß oder Herzrasen?

Sprecher 2

Nein, gar nichts davon. Ich habe auch keinen Husten und kein Fieber. Schwindelig ist mir ebenfalls nicht.

Sprecher 1

Können Sie durch Druck auf die Brust dieselben Schmerzen auslösen?

Sprecher 2

Nein.

Sprecher 1

Sind bei Ihnen Erkrankungen bekannt?

Sprecher 2

Nein, eigentlich nicht.

Sprecher 1

Nehmen Sie regelmäßig Medikamente ein?

Sprecher 2

Nein.

Sprecher 1

Rauchen Sie?

Sprecher 2

Zigaretten nicht, aber ich rauche seit ungefähr 25 Jahren regelmäßig Shisha. Meistens mehrmals pro Woche.

Sprecher 1

Wurde Ihr Blut in letzter Zeit untersucht?

Sprecher 2

Ja, vor ungefähr zwei Monaten. Mein Arzt meinte damals, dass mein Hämoglobin sehr hoch sei. Der Wert lag wohl bei 24. Ich habe das aber nicht weiter untersuchen lassen.

Sprecher 1

Leiden Sie häufiger unter Kopfschmerzen, Schwindel, Sehstörungen oder Juckreiz nach einer warmen Dusche?

Sprecher 2

Manchmal habe ich Kopfschmerzen, aber Juckreiz oder Sehstörungen habe ich nicht bemerkt.

Sprecher 1

Hatten Sie schon einmal eine Thrombose, eine Lungenembolie, einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall?

Sprecher 2

Nein.

Sprecher 1

Sind solche Erkrankungen in Ihrer Familie bekannt?

Sprecher 2

Nein, soweit ich weiß nicht.

Sprecher 1

Wie groß sind Sie und wie viel wiegen Sie?

Sprecher 2

Ich bin 180 cm groß und wiege ungefähr 92 kg.

Sprecher 1

Was machen Sie beruflich?

Sprecher 2

Ich arbeite als Taxifahrer. Dabei sitze ich meistens viele Stunden am Tag.

Sprecher 1

Wir sind mit der Anamnese fertig. Nun werden wir noch einige Untersuchungen durchführen. Wenn Sie Fragen haben, lassen Sie es mich bitte wissen.

Klinische Untersuchung

Allgemeinzustand

Der Patient ist wach, vollständig orientiert und kreislaufstabil. Er wirkt leicht besorgt, befindet sich jedoch nicht in akuter Atemnot.

Die Haut erscheint leicht gerötet. Eine Zyanose ist nicht erkennbar.

Vitalparameter

Parameter Messwert
Blutdruck 138/86 mmHg
Herzfrequenz 78/min
Atemfrequenz 16/min
Sauerstoffsättigung 97 % unter Raumluft
Körpertemperatur 36,7 °C
Schmerzintensität 4/10

Herz

  • Herztöne rein und rhythmisch
  • Keine Herzgeräusche
  • Keine Halsvenenstauung
  • Keine peripheren Ödeme

Lunge

  • Beidseits vesikuläres Atemgeräusch
  • Seitengleiche Belüftung
  • Keine Nebengeräusche, insbesondere kein Giemen, Brummen oder Rasseln

Thorax

  • Keine sichtbaren Verletzungen
  • Keine Druckschmerzhaftigkeit
  • Schmerzen durch Palpation nicht reproduzierbar

Extremitäten

  • Keine einseitige Beinschwellung
  • Keine Überwärmung
  • Keine Wadendruckschmerzen
  • Periphere Pulse beidseits gut tastbar

Frage:
Welche Verdachtsdiagnose und welche Differenzialdiagnosen kommen in Betracht?

Aufgrund des Alters und des langjährigen Shisha-Konsums muss zunächst eine kardiale Ursache, insbesondere ein akutes Koronarsyndrom, ausgeschlossen werden. Deshalb sollten ein 12-Kanal-EKG geschrieben und das hochsensitive Troponin seriell bestimmt werden.

Wichtige Differenzialdiagnosen sind:

  1. Sekundäre Erythrozytose: Noch kein Nachweis eines erhöhten Carboxyhämoglobins; andere Ursachen sind nicht ausgeschlossen.
  2. Polycythaemia vera: Keine Leukozytose, Thrombozytose, Splenomegalie oder typischer Juckreiz bekannt.
  3. Lungenembolie: Keine Atemnot, Tachykardie, Hypoxämie, Hämoptyse oder TVT-Zeichen.
  4. Perikarditis: Keine atemabhängigen Schmerzen, kein Infekt und keine typischen EKG-Veränderungen.
  5. Aortendissektion: Keine stärksten vernichtenden Schmerzen, Rückenausstrahlung, Pulsdefizite oder neurologischen Ausfälle.
  6. Pneumothorax: Seitengleiches Atemgeräusch und unauffälliger Röntgenbefund.
  7. Muskuloskelettale Schmerzen: Nicht durch Druck oder Bewegung auslösbar.
  8. Refluxkrankheit: Kein Sodbrennen, saures Aufstoßen oder Zusammenhang mit Mahlzeiten.
EKG 1
Aufnahme
Aufnahme

Das EKG zeigt einen regelmäßigen Sinusrhythmus mit einer Herzfrequenz von etwa 67/min, einem normalen PQ-Intervall unter 200 ms und schmalen QRS-Komplexen unter 120 ms. Es bestehen weder ST-Hebungen noch ST-Senkungen, und die T-Wellen sind unauffällig. Insgesamt gibt es keinen Hinweis auf eine akute Myokardischämie.

Erste Laboruntersuchung

Laborwert Ergebnis Referenzbereich
Hämoglobin 23,8 g/dl 13,5–17,5 g/dl
Hämatokrit 69 % 40–52 %
Erythrozyten 7,5 Mio./µl 4,5–5,9 Mio./µl
Leukozyten 9.800/µl 4.000–10.000/µl
Thrombozyten 278.000/µl 150.000–400.000/µl
hs-Troponin bei Aufnahme 7 ng/l unter 14 ng/l
Kreatinin 0,91 mg/dl 0,7–1,2 mg/dl
CRP 1,8 mg/l unter 5 mg/l
Natrium 139 mmol/l 135–145 mmol/l
Kalium 4,2 mmol/l 3,5–5,1 mmol/l

Röntgen

Röntgen
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Technik
Technik

Interpretation

Die Herzgröße und das Mediastinum sind unauffällig.

Die kostophrenischen Winkel sind frei.

Die Lungenhili erscheinen leicht prominent.

Im Lungenparenchym zeigen sich keine aktiven pathologischen Veränderungen. Es besteht jedoch eine verstärkte retikuläre Lungenzeichnung, die auf eine chronische Bronchitis hinweisen kann.

Die dargestellten knöchernen Strukturen sind unauffällig.

 

Verlaufskontrollen

EKG 2
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Fachleiter.org
Fachleiter.org

Auch in den EKGs nach einer und nach sechs Stunden zeigen sich keine relevanten Veränderungen. Die Troponinwerte nach einer und sechs Stunden waren negativ.

Praxisfrage

Da sich bisher kein Hinweis auf einen akuten Myokardinfarkt ergeben hat, wie würden Sie diagnostisch und therapeutisch weiter vorgehen?

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Anamnese

Ein 70-jähriger Patient stellt sich wegen Übelkeit, eines Druckgefühls in der Magengrube und allgemeinen Unwohlseins vor.

Laut eigenen Angaben haben die Beschwerden heute Morgen begonnen und bestehen seit etwa zehn Stunden. Einen eindeutigen Auslöser könne er nicht nennen.

Weitere gastrointestinale Beschwerden wie Erbrechen, Durchfall, Obstipation, Sodbrennen, Hämatemesis, Teerstuhl oder stärkere Bauchschmerzen werden verneint.

Kardiale Begleitsymptome wie retrosternale Schmerzen, Ausstrahlung in den linken Arm oder Unterkiefer, Dyspnoe, Palpitationen, Kaltschweißigkeit oder Synkopen werden ebenfalls verneint.

Neurologische Beschwerden wie Kopfschmerzen, Schwindel, Sehstörungen, Sprachstörungen, Lähmungen oder Bewusstseinsstörungen bestehen nicht.

Im persönlichen Umfeld sind keine Fälle von Influenza oder Gastroenteritis bekannt.

Vorerkrankungen

  • Koronare Herzkrankheit
  • Zustand nach Myokardinfarkt
  • Zustand nach aortokoronarer Bypassoperation vor drei Jahren
  • Arterielle Hypertonie
  • Hypercholesterinämie

Dauermedikation

  • Acetylsalicylsäure 100 mg einmal täglich
  • Atorvastatin 40 mg einmal täglich
  • Ramipril 5 mg einmal täglich
  • Bisoprolol 2,5 mg einmal täglich
  • Pantoprazol 40 mg einmal täglich

Der Patient ist Nichtraucher und trinkt keinen Alkohol.

Vitalparameter

  • Blutdruck: 145/85 mmHg
  • Herzfrequenz: 75/min
  • Atemfrequenz: 16/min
  • Sauerstoffsättigung: 97 % unter Raumluft
  • Körpertemperatur: 36,7 °C
  • GCS: 15 Punkte

Der Patient ist wach, vollständig orientiert und kreislaufstabil. Das Abdomen ist weich und ohne Abwehrspannung. Es besteht allenfalls eine leichte Druckempfindlichkeit im Epigastrium.

EKG
Aufnahme
Aufnahme

EKG-Zusammenfassung

Regelmäßiger Sinusrhythmus mit einer Herzfrequenz von etwa 75/min. Pathologische Q-Zacken in II, III und aVF als Hinweis auf einen abgelaufenen inferioren Myokardinfarkt. Zusätzlich findet sich eine pathologische Q-Zacke in aVL. Keine sicheren Hinweise auf eine akute Myokardischämie.

Parameter Ergebnis Referenzbereich
Hochsensitives Troponin T 9 ng/l < 14 ng/l
Hämoglobin 14,2 g/dl 13,5–17,5 g/dl
Leukozyten 7,8/nl 4,0–10,0/nl
Thrombozyten 238/nl 150–400/nl
Natrium 139 mmol/l 135–145 mmol/l
Kalium 4,2 mmol/l 3,5–5,1 mmol/l
Kreatinin 0,96 mg/dl 0,70–1,20 mg/dl
eGFR 82 ml/min/1,73 m² ≥ 60 ml/min/1,73 m²
AST (GOT) 24 U/l < 50 U/l
ALT (GPT) 27 U/l < 50 U/l
γ-GT 31 U/l < 60 U/l
Gesamtbilirubin 0,7 mg/dl < 1,2 mg/dl
Lipase 36 U/l 13–60 U/l
Glukose 108 mg/dl  <140 mg/dl*
CRP 1,8 mg/l < 5 mg/l

*Referenzwert bei nicht nüchterner Blutentnahme.

Etwa 50 Minuten nach der Aufnahme berichtet der Patient über neu aufgetretene kolikartige Bauchschmerzen sowie einmaliges Erbrechen von Nahrungsresten.

Zudem telefoniert er mit seinem Sohn. Dabei erfährt er, dass sein Enkelkind seit gestern ebenfalls unter Bauchschmerzen und Durchfall leidet. Der letzte Kontakt mit dem Enkelkind habe 3 fünf Tagen stattgefunden.

Klinische Entscheidung

Die neu aufgetretenen kolikartigen Bauchschmerzen und das Erbrechen machen eine gastrointestinale Ursache wahrscheinlicher. Dennoch darf bei diesem 70-jährigen Patienten mit bekannter koronarer Herzkrankheit und vorausgegangener Bypassoperation nicht vorschnell von einer Gastroenteritis ausgegangen werden.

Daher wird während der Beschwerden ein zweites EKG abgeleitet. Dieses zeigt gegenüber dem Aufnahme-EKG keine dynamischen Veränderungen und keine Hinweise auf eine akute Myokardischämie.

Obwohl die Beschwerden bereits seit etwa zehn Stunden bestehen, reicht ein einzelner hs-Troponin-T-Wert von 9 ng/l nicht für einen sicheren Ein-Wert-Ausschluss aus. Daher erfolgt nach einer Stunde eine Kontrollmessung. Das hs-Troponin T beträgt nun 10 ng/l und zeigt mit einer Differenz von 1 ng/l keine relevante Dynamik. Somit besteht kein laborchemischer Hinweis auf einen akuten Myokardinfarkt.

Bei stabilem Allgemeinzustand, unauffälligen Verlaufsuntersuchungen und rückläufigen Beschwerden wird der Patient mit der Verdachtsdiagnose einer beginnenden akuten viralen Gastroenteritis in die ambulante Weiterbehandlung entlassen.

Zur Behandlung der Nausea/ Emesis erhält er einmalig 4 mg Ondansetron intramuskulär (i. m.). Er wird darüber aufgeklärt, einer Dehydratation durch eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr vorzubeugen. Dabei soll er regelmäßig kleine Mengen Wasser, Tee oder Elektrolytlösung trinken.

Bei hohem Fieber, anhaltendem oder ausgeprägtem Durchfall, Blut im Stuhl, wiederholtem Erbrechen, zunehmenden Bauchschmerzen, verminderter Urinausscheidung, Atemnot oder Brustschmerzen soll er sich unverzüglich erneut in der Notaufnahme vorstellen.

Zusätzlich wird der Patient über Maßnahmen zur Vermeidung einer Ansteckung informiert. Dazu gehören gründliches Händewaschen mit Wasser und Seife, die Verwendung eigener Handtücher, die regelmäßige Reinigung von Toilette und häufig berührten Oberflächen sowie der Verzicht auf die Zubereitung von Speisen für andere Personen bis mindestens 48 Stunden nach Abklingen der Beschwerden.

Anamnese

Der Patient berichtet über seit etwa zwei Stunden wiederholt auftretendes Herzklopfen. Die Episoden beginnen plötzlich, dauern jeweils wenige Sekunden bis Minuten und treten sowohl in Ruhe als auch bei leichter körperlicher Belastung auf. Er beschreibt die Beschwerden als unregelmäßiges, zeitweise sehr schnelles Herzklopfen mit einzelnen „Aussetzern“.

Begleitend verspürt der Patient ein Schwächegefühl, Schwindel und eine zunehmende Unsicherheit beim Gehen. Eine kurzzeitige Bewusstlosigkeit, Sturzereignisse oder vergleichbare Beschwerden in der Vergangenheit werden verneint.

Thoraxschmerzen, Druckgefühl im Brustkorb, Dyspnoe, Husten, Fieber, Übelkeit, Erbrechen, neurologische Ausfälle und Beinschwellungen werden verneint. Ebenso bestehen keine Hinweise auf eine akute Infektion, eine kürzlich aufgetretene Diarrhö oder einen ausgeprägten Flüssigkeitsverlust.

Der Patient berichtet, heute ausreichend gegessen und getrunken zu haben. Alkohol, Drogen und einen erhöhten Koffeinkonsum verneint er. Neue Medikamente oder Änderungen seiner Dauermedikation seien ihm nicht bekannt.

Vorerkrankungen

  • Arterielle Hypertonie
  • Hypercholesterinämie

Dauermedikation

  • ASS 100 mg einmal täglich
  • Ramipril 5 mg einmal täglich
  • Atorvastatin 40 mg einmal täglich

Allergien

Keine bekannten Medikamentenallergien.

Kardiovaskuläre Risikofaktoren

Der Patient raucht seit etwa 45 Jahren täglich ungefähr 15 Zigaretten. Sein Vater verstarb im Alter von 68 Jahren an einem Herzinfarkt.

Körperliche Untersuchung

Der Patient ist zunächst wach und orientiert, wirkt jedoch deutlich beeinträchtigt, blass und kaltschweißig.

  • Blutdruck: 100/70 mmHg
  • Herzfrequenz: 70/min
  • Atemfrequenz: 24/min
  • Sauerstoffsättigung: 94% unter Raumluft
  • Temperatur: 36,6 °C
  • Blutzucker: 186 mg/dl

Herz-Kreislauf-System

Die Herztöne sind rein. Der Rhythmus ist regelmäßig. Die peripheren Pulse sind tastbar.

Lunge

Beidseits vesikuläres Atemgeräusch.

Abdomen und Extremitäten

Das Abdomen ist weich und nicht druckschmerzhaft. Es bestehen keine Unterschenkelödeme und keine klinischen Zeichen einer tiefen Venenthrombose.

Weiteres Vorgehen

Während der EKG-Aufzeichnung zeigt sich folgende Entwicklung:

EKG 0
Aufzeichnung
Aufzeichnung

Zusammenfassung

Im Aufnahme-EKG zeigt sich eine schnelle polymorphe Breitkomplextachykardie mit fortlaufend wechselnder Amplitude und elektrischer Achse der QRS-Komplexe. Dies entspricht einer polymorphen ventrikulären Tachykardie. Zudem ist ein R-on-T-Phänomen erkennbar.

Plötzliche klinische Verschlechterung

Der Patient verliert das Bewusstsein, reagiert nicht mehr und zeigt keine normale Atmung. Ein zentraler Puls ist innerhalb von höchstens zehn Sekunden nicht sicher tastbar.

Der Patient wird insgesamt 20 Minuten reanimiert. Bei drei Rhythmuskontrollen zeigt sich ein defibrillierbarer Rhythmus, sodass insgesamt drei biphasische Defibrillationen mit jeweils 200 Joule erfolgen. Zwischenzeitlich liegt ein nicht defibrillierbarer Rhythmus vor. Nach der dritten Defibrillation wird ein spontaner Kreislauf wiederhergestellt.

Nach Reanimation
Fachleiter.org
Fachleiter.org

Labor

Parameter Wert Referenzbereich
hs-Troponin T 22 ng/l < 14 ng/l
CK 178 U/l < 190 U/l
CK-MB 7,1 µg/l < 5,0 µg/l
Leukozyten 12,4 /nl 4,0–10,0 /nl
Hämoglobin 14,2 g/dl 13,5–17,5 g/dl
Thrombozyten 238 /nl 150–400 /nl
Kreatinin 1,0 mg/dl 0,7–1,3 mg/dl
Natrium 139 mmol/l 135–145 mmol/l
Kalium 3,6 mmol/l 3,5–5,1 mmol/l
Magnesium 0,73 mmol/l 0,70–1,00 mmol/l
Glukose 192 mg/dl 70–140 mg/dl
CRP 3,2 mg/l < 5 mg/l
INR 1,0 0,9–1,2
aPTT 29 s 25–35 s

Nach der Reanimation wurde der Patient zur engmaschigen Überwachung auf die Intensivstation verlegt.

Fragen

  • Erklären Sie die Durchführung der Reanimation bei diesem Patienten Schritt für Schritt.
  • Erklären Sie die Durchführung der Intubation Schritt für Schritt.
  • Welche Medikamente wurden während der Reanimation wahrscheinlich verabreicht? Begründen Sie Ihre Antwort.
  • Welche weiteren Maßnahmen sind nach der Verlegung auf die Intensivstation erforderlich?
  • Was sollten Sie bei solchen Hauptbeschwerden bei einem Diabetiker beachten?
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