Psychiatrie (Bipolare Störung)

Bipolare Störung

Praxisnaher psychiatrischer Fall einer bipolaren Störung mit depressiven Episoden, Antriebssteigerung, vermindertem Schlafbedürfnis, Impulsivität und antidepressivaassoziierter manischer Symptomatik. Der Fall vermittelt wichtige Aspekte der psychiatrischen Anamnese, Differenzialdiagnostik und Therapieplanung.

Fachleiter

BereichBefunde
Patientin24 Jahre alt
Aktuelle BeschwerdenEnttäuschte Stimmung, Antriebsmangel, Interessenverlust, ausgeprägte Erschöpfung
TagesrhythmusBeschwerden tagsüber stärker, leichte Besserung am Abend
SchlafEinschlafstörungen aufgrund innerer Unruhe, Durchschlafstörungen, erschwertes Wiedereinschlafen
DenkenGedankenkreisen, Grübeln, zahlreiche Ideen ohne Umsetzung
SuizidalitätTodeswünsche, keine konkreten Suizidpläne angegeben
AppetitInsgesamt vermindert, gelegentliche Essanfälle
Soziale SituationLebt allein
Aktuelle BelastungsfaktorenKonflikte mit Mutter und Partnerin
BeziehungsmusterAmbivalente Gefühle gegenüber nahestehenden Personen (gleichzeitig Ablehnung und Wunsch nach Nähe)
Psychiatrische VorgeschichteBereits im Jugendalter soziale Ängste und Angst vor größeren Gruppen
Erste depressive EpisodeVor etwa 3 Jahren
Symptome der ersten depressiven EpisodeSozialer Rückzug, Grübeln, Selbstvorwürfe, verminderter Appetit, Schlafstörungen, Hoffnungslosigkeit, zahlreiche Ideen ohne Umsetzung
Verlauf der ersten EpisodeDauer ca. 2 Monate, spontane Besserung ohne Behandlung
Berufliche AnamneseKaum länger als ein Jahr in derselben Arbeitsstelle tätig
Hinweise auf HypomanieWiederholte Phasen mit gesteigerter Aktivität und Energie
Schlaf während dieser PhasenWeniger als 4 Stunden Schlaf pro Nacht
Energieniveau während dieser PhasenTrotz Schlafmangels subjektiv normale bis gesteigerte Leistungsfähigkeit
Aktivität während dieser PhasenStundenlanges Umhergehen ohne Müdigkeit
Verhalten während dieser PhasenVermehrte verbale Konflikte und Streitigkeiten
SelbstwertgefühlZeitweise gesteigertes Selbstvertrauen
Denken während dieser PhasenIdeenreichtum, zahlreiche Projekte und Pläne, jedoch fehlende Umsetzung
Sertralin100 mg täglich über 2 Monate, lediglich leichte Verbesserung von Energie und Antrieb
VenlafaxinNach etwa einem Monat wegen fehlender Wirksamkeit abgesetzt
NortriptylinEigenständig auf Empfehlung eines Freundes eingenommen
Reaktion auf NortriptylinEnthemmung, vermehrtes Lachen, gesteigerte Gesprächigkeit, Schlafstörungen, subjektiv unangemessenes Sozialverhalten
SubstanzanamneseVorübergehende subjektive Besserung durch Alkohol und Benzodiazepine

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