In diesem FSP-Fall geht es um einen Patienten mit dem Verdacht auf ein Kolonkarzinom. Typische Symptome wie Veränderungen der Stuhlgewohnheiten, Blut im Stuhl, ungewollter Gewichtsverlust, Bauchschmerzen, Leistungsminderung oder Eisenmangelanämie müssen gezielt erfragt und richtig eingeordnet werden. Im Mittelpunkt stehen die frühzeitige Erkennung eines kolorektalen Karzinoms, die Abgrenzung wichtiger Differenzialdiagnosen sowie die Einleitung einer strukturierten Diagnostik und Therapie.
Der Beitrag vermittelt alle prüfungsrelevanten Inhalte für die Fachsprachprüfung (FSP): strukturierte Anamnese, Arzt-Patient-Gespräch, Arzt-Arzt-Vorstellung, Verdachts- und Differenzialdiagnosen, diagnostisches Vorgehen mit Labor, Koloskopie und Bildgebung, operative und onkologische Therapie, typische Patientenfragen sowie wichtige Fachbegriffe und Formulierungen. Ergänzt wird der Fall durch Flashcards, Blueprint-Zusammenfassungen, ein Lernheft sowie interaktive KI-Trainings für eine realistische und praxisnahe Prüfungsvorbereitung.
Arzt-Patient-Gespräch
Arzt-Patient-Gespräch (fortgeschritten)
Royal Flash (Transkript + Simulator)
Arztbrief
Blueprint-Serie
Flashcards
Giftig-Serie
Lückentextübungen
Aktuelle und vegetative Anamnese
ich möchte Ihnen nun den Patienten 1. Ludwig Jäger vorstellen.
Er ist 2. 57 Jahre alt, ein Meter sechsundsiebzig groß und wiegt etwa 3. 85 kg. Sein Körpermassenindex (BMI) beträgt 27,4 und liegt damit im Bereich des 4. Übergewichts.
Der Patient kommt zu uns mit seit etwa 5. 1,5 Monaten bestehenden 6. paradoxen Diarrhöen (Durchfall), die sich in den letzten 7. 2 Monaten progredient 8. verschlechtert haben, sowie 9. abdominellen Schmerzen in Form von 10. Tenesmen (Stuhldrang).
Er schildert einen 11. wechselnden Stuhlgang mit alternierender 12. Obstipation (Verstopfung) und Durchfall, teilweise 13. bleistiftdünnen Stühlen sowie dem Gefühl einer 14. unvollständigen Entleerung. Die Frequenz schwankt zwischen Defäkation alle 15. 2–4 Tage und mehrmaligen, meist nur 16. geringen, 17. breiigen Durchfällen.
Außerdem sind dem Patienten folgende Begleitsymptome aufgefallen: 18. Blässe (blasse Haut), Schwindel, 19. Hämatochezie (Blut im Stuhl), 20. belastungsabhängige Dyspnoe (Luftnot) sowie 21. Fatigue (Erschöpfung).
Folgende klinische Zeichen wurden nicht festgestellt:
22. Pyrexie (Fieber), 23. nächtliche Hyperhidrose (Nachtschweiß), 24. Nausea (Übelkeit) und 25. Emesis (Erbrechen), 26. Hämatemesis (Bluterbrechen), 27. Meläna (schwarzer Stuhl), pathologische Befunde oder Beläge im Bereich der oralen Mukosa, 28. Dysphagie (Schluckbeschwerden), Hämorrhoiden oder 29. Analfissuren (Afterriss), 30. Ikterus (Gelbsucht) oder 31. Pruritus (Juckreiz).
Es bestand zudem weder eine 32. Auslandsreise noch eine 33. Antibiotikaeinnahme in letzter Zeit.
Es bestehen keine 34. urologischen Beschwerden (Beschwerden beim Wasserlassen).
Der Patient ist in Begleitung seines 35. Nachbarn gekommen.
Der Patient hat bislang keine ärztliche Vorstellung wahrgenommen, da er auf eine 36. spontane Besserung gehofft habe. Zudem berichtet er von erschwerter 37. Terminvergabe im ambulanten Bereich.
Die vegetative Anamnese ist unauffällig, abgesehen von einer ungewollten 38. Gewichtsabnahme von 39. 2 kg in den letzten 40. vier Wochen sowie einer stressbedingten 41. Insomnie (Schlaflosigkeit) im Rahmen 42. beruflicher Belastung durch die 43. Digitalisierung, in Form von 44. Einschlafstörungen.
Rest
An Vorerkrankungen sind bei ihm die folgenden bekannt:
Der Patient berichtet über eine seit 1. 7 Jahren bekannte 2. arterielle Hypertonie (Bluthochdruck), die im Rahmen einer 3. Vorsorgeuntersuchung diagnostiziert wurde, derzeit medikamentös 4. gut eingestellt ist und bislang zu 5. keinen Folgekomplikationen geführt hat.
Vor 6. drei Monaten bestand eine 7. akute Sinusitis frontalis (Stirnhöhlenentzündung). Initial erfolgte eine Therapie mit 8. Amoxicillin, die aufgrund einer 9. Unverträglichkeit/Allergie abgesetzt wurde; anschließend wurde eine Behandlung mit 10. Azithromycin durchgeführt.
Seit 11. 5 Jahren besteht eine 12. bilaterale Coxarthrose (Hüftgelenksarthrose). Der Patient berichtet über belastungsabhängige Hüftschmerzen, vor allem beim 13. Gehen und bei 14. längerem Stehen. Die bisherige Therapie umfasst 15. Physiotherapie sowie eine bedarfsweise Einnahme von 16. Ibuprofen (ca. 17. 2× pro Woche).
Es besteht eine 18. Klaustrophobie (Angst vor engen Räumen) mit Neigung zu 19. Panikattacken (Angstanfällen). Bei Bedarf erfolgt eine medikamentöse Einnahme von 20. Lorazepam (Tavor/ Beruhigungsmittel).
Der Patient berichtet über eine vor etwa 21. fünf Jahren durchgemachte 22. Borreliose nach einem 23. Zeckenstich am 24. rechten Unterschenkel.
Vor 25. einem Jahr erlitt der Patient bei einem 26. Skiunfall eine Fraktur des linken 27. Akromioklavikulargelenks (Schlüsselbein-Schultergelenksbruch). Die Behandlung erfolgte konservativ mittels 28. Rucksackverband (ruhigstellende Bandage), Schonung sowie 29. Analgetikum (Schmerzmittel).
Voroperationen:
Im Alter von 30. sechs Jahren bestand ein 31. Strabismus (Schielen) am 32. rechten Auge, der 33. operativ korrigiert wurde.
Medikamente:
34. Valsartan 80 mg 1-0-0 (35. Blutdrucksenker)
36. Ibuprofen 400 mg bei Bedarf (Schmerzmittel)
Tavor 37. 0,5 mg bei Bedarf (Beruhigungsmittel)
Baldrian-Tabletten 300 mg (pflanzliches Schlafmittel), 38. rezeptfrei, 39. ohne Wirkung
Allergien:
Der Patient berichtet über eine Allergie auf Amoxicillin (Penicillin-Allergie) mit 40. Abdominalschmerzen (Bauchschmerzen) und 41. Diarrhö. Außerdem besteht eine 42. Fischallergie mit 43. Pruritus und 44. Exanthem (Hautausschlag).
Noxen
Der Patient raucht seit 45. 5 Jahren ca. 46. 5 Zigaretten pro Tag; zuvor bestand über etwa 47. 15 Jahre ein Konsum von 48. einer Schachtel täglich. Dies entspricht einer Nikotinexposition von etwa 49. 17,5 Packungsjahren. Zudem berichtet er über anamnestische Hinweise auf mögliche 50. COPD-assoziierte Veränderungen.
Der Patient trinkt seit zwei Jahren täglich etwa 51. zwei Gläser Bier.
Einen Drogenkonsum verneint der Patient.
Sozialanamnese:
Der Patient arbeitet in einer 52. Bibliothek. Er befindet sich derzeit im 53. Scheidungsprozess, die Scheidung soll in etwa 54. drei Monaten rechtskräftig werden. Er lebt in einer Wohnung gemeinsam mit seinem 55. 25-jährigen Sohn.
Familienanamnese
Der Sohn erlitt im Alter von 56. 11 Jahren eine 57. Hodentorsion (Verdrehung des Hodens), die operativ versorgt wurde, und leidet aktuell an einer 58. Multiplen Sklerose.
Der Vater ist 59. 80 Jahre alt; bei ihm wurden im Alter von 60. 45 Jahren 61. multiple Kolonpolypen (Polypen im Dickdarm) entdeckt und entfernt.
Die Mutter ist 75 Jahre alt, lebt in einem 62. Altenheim und leidet an einem 63. Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit). Vor 64. zwei Jahren erfolgte eine 65. Unterschenkelamputation 66. links (Bein-Teilabnahme). Sie erhält eine 67. Insulintherapie. Zudem bestehen anamnestische Hinweise auf ein mögliches 68. Long-COVID-Syndrom (Folgen nach Corona-Infektion).
Arztbrief- und Fallvorstellungsübung
Ordnen Sie die folgenden Kategorien zunächst in eine medizinisch sinnvolle Reihenfolge. Verfassen Sie anschließend anhand der Schlüsselwörter selbstständig einen vollständigen Arztbrief und stellen Sie den Fall mündlich vor.
- stationäre Aufnahme
- Kontrolle des Flüssigkeitshaushalts
- digitale rektale Untersuchung
- Koloskopie mit Biopsieentnahme zur histologischen Sicherung
- Labordiagnostik
- Abdomensonografie
- CT-Abdomen
- symptomatische Therapie
- Vorstellung in gastroenterologischer Spezialambulanz
- V. a. kolorektales Karzinom
- DD: chronisch-entzündliche Darmerkrankung
- DD: Divertikulitis
Vegetative Anamnese
- ungewollter Gewichtsverlust 2 kg in 4 Wochen
- Appetitminderung
- Insomnie
- Einschlaflatenz ca. 2 Stunden
- stressbedingte Einschlafstörungen
- keine Pyrexie
- kein Nachtschweiß
- keine Nausea
- keine Emesis
- kein Ikterus
- kein generalisierter Pruritus
Familienanamnese
- Vater, 82 Jahre: multiple Kolonpolypen, Diagnose mit 45 Jahren
- Mutter, 80 Jahre: Diabetes mellitus, Insulintherapie
- Mutter: linksseitige Unterschenkelamputation
- Mutter: Long-COVID-Verdacht
- Sohn, 25 Jahre: operierte Hodentorsion
- Sohn: Multiple Sklerose
Allergien
- Amoxicillin – Abdominalschmerzen, Diarrhö
- Fisch – Pruritus, Exanthem
Persönliche Daten
- Nachname: Jäger
- Vorname: Ludwig
- Alter: 57 Jahre
- Geburtsdatum: 17.01.1968
- Gewicht: 85 kg
- Größe: 176 cm
Vorerkrankungen
- arterielle Hypertonie seit 7 Jahren, gut eingestellt
- bilaterale Coxarthrose
- Klaustrophobie mit Panikattacken
- Borreliose vor 5 Jahren
- Fraktur des linken Akromioklavikulargelenks vor 1 Jahr, konservativ behandelt
- Sinusitis frontalis vor 3 Monaten
Voroperationen
- Strabismusoperation rechts im Alter von 6 Jahren
Sozialanamnese
- Bibliothekar
- Scheidungsprozess
- Rechtskraft der Scheidung in ca. 3 Monaten
- Wohnung mit 25-jährigem Sohn
- Schwimmen ca. 1-mal/Woche
- Hund
Noxen
- Nikotin: seit 5 Jahren ca. 5 Zigaretten/Tag
- zuvor 15 Jahre 1 Schachtel/Tag
- ca. 17,5 Packungsjahre laut Brief
- Alkohol: seit 2 Jahren ca. 2 Gläser Bier täglich
- keine Drogen
Medikamente
- Valsartan – 80 mg – 1-0-0
- Ibuprofen – 400 mg – bei Bedarf, ca. 2-mal/Woche
- Lorazepam (Tavor) – 0,5 mg – bei Bedarf
- Baldrian – 300 mg – zum Schlafen, rezeptfrei, ohne Wirkung
Aktuelle Anamnese
- paradoxe Diarrhöen seit ca. 5 Monaten
- Progredienz seit 2 Monaten
- alternierende Obstipation und Diarrhö
- Wechsel alle 2–4 Tage
- mehrmalige breiige Stuhlgänge in kleinen Mengen
- bleistiftdünner Stuhl
- Gefühl unvollständiger Darmentleerung
- Tenesmen
- Unterbauchschmerzen
- wellenförmige Schmerzschübe
- Schmerzdauer einige Minuten
- Schmerzintensität in Ruhe 2/10
- Schmerzintensität beim Stuhlgang 7–8/10
- Schmerzen vor Defäkation am stärksten
- Besserung nach Defäkation
- keine Nahrungsabhängigkeit
- keine Schmerzausstrahlung
- Hämatochezie
- hellrotes Blut
- teilweise Blut-Schleim-Beimengung
- Blässe
- Schwindel beim Aufstehen
- belastungsabhängige Dyspnoe
- Fatigue seit 3 Wochen
- keine Hämatemesis
- keine Meläna
- keine Dysphagie
- keine Hämorrhoiden
- keine Analfissuren
- keine kürzliche Antibiotikaeinnahme
- keine kürzliche Auslandsreise
- keine Darmkrebsvorsorge
Auswertung Ihres Arztbriefs
Laden Sie Ihren selbst geschriebenen Arztbrief zusammen mit dem Fachleiter-Brief bei ChatGPT hoch.
Vergleiche meinen selbst geschriebenen Arztbrief mit dem Fachleiter-Brief. Zeige mir fehlende medizinische Informationen, inhaltlich falsche Angaben, Fehler in der medizinischen Fachsprache, grammatikalische Fehler, ungeeignete Formulierungen sowie Fehler in Struktur und Reihenfolge. Korrigiere anschließend meinen Arztbrief. Verwende ausschließlich die Informationen aus dem Fachleiter-Brief und erfinde keine neuen medizinischen Angaben.
Auswertung Ihrer Fallvorstellung
Nutzen Sie den Audiomodus von ChatGPT, stellen Sie den Fall vor und laden Sie anschließend den Fachleiter-Brief hoch.
Werte meine mündliche Fallvorstellung anhand des hochgeladenen Fachleiter-Briefs aus. Beurteile Struktur und Reihenfolge, Vollständigkeit, medizinische Fachsprache, aktuelle Anamnese, Vorerkrankungen, Voroperationen, Allergien, Medikamente mit Dosierung, Verdachtsdiagnose sowie das weitere diagnostische und therapeutische Vorgehen. Zeige konkret, welche Informationen fehlen, falsch oder unverständlich dargestellt wurden. Erfinde keine zusätzlichen medizinischen Angaben.
