Ein 34-jähriger Patient stellt sich aufgrund einer seit etwa 4 Wochen bestehenden zunehmenden Abgeschlagenheit und Leistungsminderung vor.
Die Beschwerden hätten zunächst relativ plötzlich mit Fieber bis 39 °C, ausgeprägtem Krankheitsgefühl, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Halsschmerzen begonnen. Aufgrund des klinischen Bildes sei zunächst von einem heftigen grippalen Infekt ausgegangen worden.
Er habe deshalb zunächst eine rein symptomatische Behandlung mit Paracetamol und zeitweise Naproxen erhalten. Darunter hätten sich Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen innerhalb einiger Tage deutlich gebessert.
Allerdings sei er danach nicht wieder richtig fit geworden. Seitdem bestehen eine ungewöhnliche Müdigkeit und verminderte Belastbarkeit. Zusätzlich habe er wiederholt Nachtschweiß bemerkt und innerhalb von etwa sechs Wochen ungewollt rund 4 kg Gewicht verloren.
Seit einigen Tagen bestehe außerdem gelegentlich weicher Stuhl, etwa ein- bis zweimal täglich.
Aktuell verneint der Patient:
- Fieber und Schüttelfrost
- stärkere Kopf- oder Gliederschmerzen
- Husten, Auswurf, Hämoptysen und Dyspnoe
- Thoraxschmerzen und Palpitationen
- Übelkeit und Erbrechen
- stärkere Bauchschmerzen
- Blut oder Schleim im Stuhl
- Dysurie und genitalen Ausfluss
- Hautausschlag
- Gelenkschmerzen oder -schwellungen
- Nackensteifigkeit
- Sehstörungen
- fokal-neurologische Ausfälle
Vorerkrankungen: Keine bekannten chronischen Erkrankungen. Insbesondere keine bekannten Leber- oder Nierenerkrankungen, keine Tuberkulose und keine bekannten sexuell übertragbaren Erkrankungen.
Medikamente: Keine Dauermedikation. Keine regelmäßige Einnahme von Immunsuppressiva oder Glukokortikoiden.
Allergien: Keine bekannten Medikamentenallergien.
Operationen: Appendektomie im Jugendalter, ansonsten keine relevanten Operationen.
Noxen: Nichtraucher. Alkohol gelegentlich am Wochenende. Intravenösen Drogenkonsum verneint er.
Reiseanamnese: Keine Fernreise in den vergangenen Monaten. Kein bekannter Kontakt zu einer an Tuberkulose erkrankten Person.
Sexualanamnese
Auf gezielte Nachfrage berichtet der Patient über mehrere wechselnde Sexualpartner in den vergangenen 12 Monaten. Dabei habe es sowohl geschützte als auch ungeschützte Sexualkontakte gegeben. Der letzte ungeschützte Kontakt sei vor etwa 3 Monaten gewesen.
Eine bekannte HIV-Infektion bei seinen Sexualpartnern sei ihm nicht bekannt.
Er verneint:
- bisher bekannte HIV-Infektion
- frühere HIV-PrEP
- HIV-PEP nach dem letzten Risikokontakt
- bekannte Syphilis, Gonorrhö oder Chlamydieninfektion
- aktuellen genitalen Ausfluss
- Dysurie
- genitale Ulzerationen
Einen HIV-Test habe er zuletzt vor mehreren Jahren durchführen lassen; dieser sei damals negativ gewesen.
Familienanamnese
Keine bekannten Immundefekterkrankungen. Keine relevanten familiären Infektionskrankheiten.
Sozialanamnese
Der Patient lebt allein und ist berufstätig. In den letzten Wochen sei er trotz ausreichenden Schlafs zunehmend erschöpft gewesen. Seine berufliche Tätigkeit könne er weiterhin ausüben, müsse sich nach der Arbeit jedoch häufiger hinlegen.
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