In diesem FSP-Fall geht es um einen Patienten mit chronischen Bauchschmerzen, Durchfällen und dem Verdacht auf eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung (CED), insbesondere Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa. Typische Symptome wie blutige oder unblutige Durchfälle, Gewichtsverlust, Fieber sowie extraintestinale Manifestationen müssen gezielt erfragt und richtig eingeordnet werden. Im Mittelpunkt stehen die Unterscheidung beider Erkrankungen, die Abgrenzung wichtiger Differenzialdiagnosen sowie die Einleitung einer geeigneten Diagnostik und Therapie.
Der Beitrag vermittelt alle prüfungsrelevanten Inhalte für die Fachsprachprüfung (FSP): strukturierte Anamnese, Arzt-Patient-Gespräch, Arzt-Arzt-Vorstellung, Verdachts- und Differenzialdiagnosen, diagnostisches Vorgehen mit Labor, Stuhluntersuchung, Endoskopie und Bildgebung, medikamentöse und operative Therapie, typische Patientenfragen sowie wichtige Fachbegriffe und Formulierungen. Ergänzt wird der Fall durch Flashcards, Blueprint-Zusammenfassungen, ein Lernheft sowie interaktive KI-Trainings für eine realistische und praxisnahe Prüfungsvorbereitung.
Arzt-Patient-Gespräch
Arzt-Patient-Gespräch (fortgeschritten)
Royal Flash (Transkript + Simulator)
Blueprint-Serie
Flashcards
Giftig-Serie
Lückentextübungen
Aktuelle und vegetative Anamnese
ich möchte Ihnen nun die Patientin 1. Roswitha Müller vorstellen.
Sie ist 2. 43 Jahre alt, 3. 165 cm groß und wiegt etwa 4. 67 kg. Der Körpermassenindex (BMI) beträgt 24,6 und liegt damit im 5. Normalbereich.
Die Patientin stellte sich mit seit etwa 6. 2,5 Wochen bestehenden, 7. progredienten (zunehmenden), 8. kolikartigen (krampfartigen), 9. periumbilikalen (um den Bauchnabel herum) Schmerzen sowie 10. Diarrhö (Durchfall) vor.
Die Patientin berichtet über bis zu 11. 10 12. wässrige Stuhlgänge pro Tag. Gelegentlich treten 13. Hämatochezie (frisches Blut im Stuhl) sowie 14. breiformige Stühle auf. Diesen Episoden gehen meist 15. Tenesmen (Stuhldrang) voraus.
Die Schmerzintensität wird von der Patientin während der Tenesmen mit 16. 8 von 10 Punkten auf der Schmerzskala angegeben.
Außerdem sind der Patientin folgende Begleitsymptome aufgefallen: 17. Polydipsie (Durstgefühl), 18. Vertigo (Schwindel), Blässe, 19. Nausea (Übelkeit), mehrmalige 20. Emesis (Erbrechen) von Nahrungsresten sowie 21. Fatigue (Müdigkeit/Erschöpfung).
Vor etwa 22. fünf bis sechs Monaten habe die Patientin bereits ähnliche Episoden bemerkt, die jedoch 23. milder ausgeprägt waren und nach circa 24. drei Tagen wieder abklangen. Seit ungefähr 2,5 Wochen bestünden die Beschwerden nun kontinuierlich, wobei sie sich seit etwa 25. zwei Tagen deutlich verschlimmert haben.
Seit etwa 26. einer Woche nimmt die Patientin täglich 27. viermal Loperamid, (28. Imodium®) und 29. zweimal Ondansetron ein. Anfangs zeigte sich eine Wirkung, inzwischen jedoch keine spürbare Besserung mehr.
Folgende klinische Zeichen sind nicht festgestellt worden:
30. Pyrexie (Fieber), 31. nächtliche Hyperhidrose (nächtliches Schwitzen), 32. Hämatemesis (Bluterbrechen), 33. Meläna (Teerstuhl, schwarzer Stuhl), pathologische Befunde oder Beläge im Bereich der oralen Mukosa, 34. Dysphagie (Schluckbeschwerden), 35. Hämorrhoiden (Krampfadern im Afterbereich) oder 36. Analfissuren (Afterrisse), 37. Ikterus (Gelbsucht), 38. Pruritus (Juckreiz), anamnestische Hinweise auf den Konsum 39. potenziell kontaminierter Lebensmittel sowie ähnliche Beschwerden bei 40. Bekannten.
Es bestehen keine gynäkologischen oder urologischen Beschwerden.
Keine Hinweise auf 41. extraintestinale Manifestationen (Beteiligung anderer Organe, z. B. Haut oder Gelenke).
Es bestand zudem weder eine Auslandsreise noch eine 42. Antibiotikaeinnahme in letzter Zeit.
Sie ist in Begleitung 43. ihres Mannes.
Sie habe keinen Arzt aufgesucht, da sie derzeit 44. keinen Hausarzt habe.
Die vegetative Anamnese ist unauffällig, abgesehen von einer durch die 45. Diarrhö (Durchfall) bedingten 46. Insomnie (Schlaflosigkeit) sowie 47. Inappetenz (Appetitlosigkeit) mit daraus resultierender 48. Gewichtsabnahme von etwa 49. 3 Kilogramm in den letzten 50. zweieinhalb Monaten.
Rest
Die Patientin gibt an, seit etwa zehn Jahren an 1. Atrial Fibrillation (Vorhofflimmern) zu leiden, das sich damals vor allem durch Palpitationen (Herzrasen/Herzklopfen) äußerte, bislang jedoch ohne bekannte 2. Thromboembolien (Gefäßverschlüsse durch Blutgerinnsel).
Bei der Patientin besteht seit etwa 3. fünf Jahren eine 4. Psoriasis (Schuppenflechte) mit Manifestationen an den 5. Ellenbogen, am 6. Kopf und an den Knien, insbesondere 7. stressassoziiert mit Verschlechterung.
Seit 8. drei Jahren liegt eine 9. Hashimoto-Thyreoiditis (chronische Autoimmun-Schilddrüsenentzündung) vor.
Vor sieben Jahren bestand eine 10. postpartale Depression.
Vor 11. vier Jahren trat eine 12. Tinea pedis (Fußpilz, Zwischenzehenmykose) zwischen der 13. vierten und fünften Zehe 14. rechts auf.
Zudem besteht ein 15. Ekzem (Hautentzündung, Ausschlag) an den 16. Füßen, bedingt durch das Tragen von 17. Stiefeln bei der Arbeit.
Im Alter von 18. acht Jahren hatte die Patientin eine bakterielle 19. Meningitis (Hirnhautentzündung), die eine 20. dreitägige 21. stationäre Behandlung erforderte.
Voroperationen
Mit 22. 16 Jahren erlitt sie beim 23. Volleyballspielen eine 24. Nasenseptumfraktur (Nasenscheidewandbruch), die 25. operativ versorgt wurde.
Gynäkologie
Die Entbindung erfolgte 26. spontan. Es bestehen keine gynäkologischen Beschwerden. Vor etwa 27. zwei Jahren zeigte das 28. Mammographie-Screening (Röntgenuntersuchung der Brust) unauffällige Befunde.
Medikamente
29. Metoprolol 95 mg (Beloc-Zok®)
30. Levothyroxin 75 µg (Euthyrox®)
31. Calcipotriol-Lösung (Daivonex®) für die 32. Kopfhaut
33. Cortisonsalbe für die 34. Ellenbogen und Knie
35. Ciclopirox-Creme (Batrafen®)
36. Baldrian-Dragees bei Bedarf
Allergien
Die Patientin gibt folgende Allergien bzw. Intoleranzen an:
37. Haselnussallergie mit 38. oralen Parästhesien (Kribbeln im Mund).
39. Kontrastmittelallergie mit 40. Urtikaria (Nesselsucht, Quaddeln), erstmals aufgetreten bei einer CT-Untersuchung nach Nasenseptumfraktur.
Noxen
Die Patientin ist 41. Nichtraucherin (0 Packungsjahre).
Die Patientin konsumiert 42. Alkohol nur zu besonderen Anlässen, meist in Form eines Glases Rotwein, und gibt an, 43. keine Drogen zu konsumieren.
Sozialanamnese
Die Patientin arbeitet als 44. Gärtnerin in einem Gemüsebetrieb, ist 45. zum zweiten Mal verheiratet, hat einen 46. siebenjährigen Sohn sowie eine 47. Stieftochter, die in fünf Tagen heiratet.
Der Sohn leidet an einer 48. Hypakusis rechts, vermutlich infolge rezidivierender Otitiden, sowie an 49. Mukoviszidose.
Familienanamnese
Der Vater litt als Bäcker an einem 50. berufsbedingten Asthma.
Er verstarb vor drei Jahren im Alter von 51. 70 Jahren an 52. rupturierten Ösophagusvarizen, vermutlich infolge einer 53. alkoholischen Hepatitis mit daraus resultierender 54. Leberzirrhose.
Nach Eintritt in den Ruhestand konsumierte er übermäßig Alkohol (55. täglich bis zu fünf Gläser Bier).
Die Mutter wurde vor fünf Jahren im Alter von 56. 63 Jahren aufgrund einer 57. Cholelithiasis mit Ileus operiert.
Arztbrief- und Fallvorstellungsübung
Ordnen Sie die folgenden Kategorien zunächst in eine medizinisch sinnvolle Reihenfolge. Verfassen Sie anschließend anhand der Schlüsselwörter selbstständig einen vollständigen Arztbrief und stellen Sie den Fall mündlich vor.
- chronisch-entzündliche Darmerkrankung
- Morbus Crohn
- Colitis ulcerosa
- Differenzialdiagnose: Kolonkarzinom, altersbedingt eher unwahrscheinlich
- Differenzialdiagnose: infektiöse Enterokolitis ohne epidemiologische Hinweise
- Differenzialdiagnose: Reizdarmsyndrom, bei Hämatochezie wenig plausibel
- körperliche Untersuchung
- digital-rektale Untersuchung
- Labor: Entzündungsparameter, Elektrolyte, Eisenstatus
- umfassende Stuhldiagnostik
- Koloskopie mit Biopsien zur Diagnosesicherung
- Flüssigkeits- und Elektrolytsubstitution
- symptomatische Therapie mit Antiemetika und Analgetika
- gastroenterologisches Konsil
- weitere Therapie nach Diagnosesicherung
Noxen
- Nichtraucherin
- Alkohol nur zu besonderen Anlässen, meist 1 Glas Rotwein
- keine Drogen
Allergien
- Haselnuss – orale Parästhesien, Brennen, Kitzeln
- Kontrastmittel – Urtikaria, juckender Ganzkörperausschlag
- keine weiteren Allergien oder Unverträglichkeiten
Vorerkrankungen
- Vorhofflimmern seit 10 Jahren, keine Thromboembolien
- Psoriasis seit 5 Jahren, stressassoziiert
- Hashimoto-Thyreoiditis seit 3 Jahren
- postpartale Depression vor 7 Jahren
- Tinea pedis / Mykose interdigitalis rechts vor 4 Jahren
- arbeitsbedingtes Fußekzem
- bakterielle Meningitis im Alter von 8 Jahren
- Nasenseptumfraktur im Alter von 16 Jahren
Familienanamnese
- Vater: Bäcker, berufsbedingtes Asthma
- Vater: Alkoholabusus, Leberzirrhose
- Vater: Tod mit 70 Jahren durch rupturierte Ösophagusvarizen
- Mutter: Cholelithiasis mit Ileus, Operation vor 5 Jahren
Vegetative Anamnese
- Insomnie durch Diarrhö
- Inappetenz
- ungewollter Gewichtsverlust ca. 3 kg in 2,5 Monaten
- Erschöpfung
- allgemeines Schwächegefühl
- Pyrexie verneint
- Nachtschweiß verneint
Sozialanamnese
- Gärtnerin in einem Gemüsebetrieb
- zum zweiten Mal verheiratet
- 7-jähriger Sohn
- Sohn: Hypakusis rechts, Hörgerät
- Sohn: Mukoviszidose
- Stieftochter, Hochzeit in 5 Tagen
- wenig Sport
- keine Haustiere
Persönliche Daten
- Nachname: Müller
- Vorname: Roswitha
- Alter: 43 Jahre
- Geburtsdatum: 12.02.1981
- Gewicht: 165 kg
- Größe: 67 cm
Voroperationen
- operative Versorgung einer Nasenseptumfraktur im Alter von 16 Jahren
Medikamente
- Metoprolol (Beloc-Zok®) – 95 mg
- Levothyroxin (Euthyrox®) – 75 µg – morgens
- Calcipotriol-Lösung (Daivonex®) – am Kopf
- Cortisonsalbe – Ellenbogen und Knie
- Ciclopirox-Creme (Batrafen®)
- Baldrian-Dragees – bei Bedarf
- Loperamid (Imodium®) – seit 1 Woche, 4× täglich
- Ondansetron – seit 1 Woche, 2× täglich
- Sertralin – 50 mg – historisch: täglich über ca. 9 Monate
Gynäkologische Anamnese
- Spontangeburt
- Schwangerschaft komplikationslos
- letzte Menstruation vor 1 Woche
- aktuell keine gynäkologischen Beschwerden
- Mammographie-Screening vor ca. 2 Jahren unauffällig
Aktuelle Anamnese
- kolikartige periumbilikale Bauchschmerzen seit ca. 2,5 Wochen
- Diarrhö, 5–10× täglich
- wässrige, teils breiformige Stühle
- gelegentliche Hämatochezie, hellrotes Blut
- Tenesmen
- Schmerzintensität bis 8/10
- keine Schmerzausstrahlung
- keine ausgeprägte Druckempfindlichkeit
- Nausea
- wiederholte Emesis von Nahrungsresten
- Hämatemesis verneint
- Durstgefühl
- Schwindel
- Blässe
- Fatigue
- erste Hämatochezie vor 2–3 Wochen
- ähnliche mildere, selbstlimitierende Episode vor 5–6 Monaten
- deutliche Verschlechterung seit 2 Tagen
- keine Meläna
- keine Dysphagie
- kein Ikterus
- kein Pruritus
- keine extraintestinalen Manifestationen
- keine verdächtigen Lebensmittelkontakte
- keine Auslandsreise
- keine kürzliche Antibiotikaeinnahme
- keine urologischen Beschwerden
Auswertung Ihres Arztbriefs
Laden Sie Ihren selbst geschriebenen Arztbrief zusammen mit dem Fachleiter-Brief bei ChatGPT hoch.
Vergleiche meinen selbst geschriebenen Arztbrief mit dem Fachleiter-Brief. Zeige mir fehlende medizinische Informationen, inhaltlich falsche Angaben, Fehler in der medizinischen Fachsprache, grammatikalische Fehler, ungeeignete Formulierungen sowie Fehler in Struktur und Reihenfolge. Korrigiere anschließend meinen Arztbrief. Verwende ausschließlich die Informationen aus dem Fachleiter-Brief und erfinde keine neuen medizinischen Angaben.
Auswertung Ihrer Fallvorstellung
Nutzen Sie den Audiomodus von ChatGPT, stellen Sie den Fall vor und laden Sie anschließend den Fachleiter-Brief hoch.
Werte meine mündliche Fallvorstellung anhand des hochgeladenen Fachleiter-Briefs aus. Beurteile Struktur und Reihenfolge, Vollständigkeit, medizinische Fachsprache, aktuelle Anamnese, Vorerkrankungen, Voroperationen, Allergien, Medikamente mit Dosierung, Verdachtsdiagnose sowie das weitere diagnostische und therapeutische Vorgehen. Zeige konkret, welche Informationen fehlen, falsch oder unverständlich dargestellt wurden. Erfinde keine zusätzlichen medizinischen Angaben.
