ST-Hebungsinfarkt (STEMI)

Bei allen diesen Fällen sollten Sie strukturiert nach dem STEMI-Approach vorgehen.

Ärztliche Anordnungen bei STEMI

  • Patient sofort auf die Chest Pain Unit beziehungsweise Monitorstation aufnehmen

  • Strikte Bettruhe anordnen

  • Kontinuierliches Monitoring von Herzfrequenz, Blutdruck, Sauerstoffsättigung und Herzrhythmus durchführen

  • Defibrillatorbereitschaft sicherstellen

  • Zwei großlumige periphere venöse Zugänge legen, möglichst 16G–18G, bevorzugt an beiden Unterarmen beziehungsweise in den Ellenbeugen

  • Falls möglich einen Zugang rechts und einen links anlegen

  • Durchgängigkeit der Zugänge mit NaCl 0,9 % prüfen und dokumentieren

  • 12-Kanal-EKG sofort durchführen sowie Verlaufskontrollen bei Beschwerden oder klinischen Veränderungen

  • Zusätzlich rechtspräkordiale Ableitungen bei Verdacht auf Rechtsherzinfarkt erwägen

  • Blutentnahme sofort abnehmen:
    großes Blutbild, CRP, Troponin, CK, CK-MB, Elektrolyte, Kreatinin, Harnstoff, Gerinnung, BZ, BGA, Leberwerte

  • Sauerstoffgabe nur bei SpO₂ < 90 %, Dyspnoe oder respiratorischer Insuffizienz

  • Initial 2–4 l/min über Nasensonde, Ziel-SpO₂ 94–98 %

  • ASS 300 mg p.o. zum Kauen oder 250–500 mg i.v. sofort verabreichen, falls keine Kontraindikationen bestehen

  • Zusätzlich P2Y12-Hemmer nach Rücksprache mit der Kardiologie beziehungsweise vor PCI:
    z. B. Ticagrelor 180 mg p.o. oder Prasugrel 60 mg p.o.

  • Unfraktioniertes Heparin 5000 IE i.v. als Bolus nach ärztlicher Freigabe verabreichen

  • Nitroglyzerin-Spray 1–2 Hübe sublingual bei thorakalen Schmerzen und systolischem RR > 100 mmHg

  • Keine Gabe bei Verdacht auf Rechtsherzinfarkt, schwerer Aortenklappenstenose oder PDE-5-Hemmer-Einnahme in den letzten 24–48 Stunden

  • Morphin 2–5 mg langsam i.v. titriert bei persistierenden starken Schmerzen trotz Nitratgabe

  • Zusätzlich Antiemetikum bei Übelkeit erwägen

  • Patient nüchtern lassen bis zur Herzkatheteruntersuchung

  • Kardiologisches Konsil sofort veranlassen

  • Herzkatheterlabor beziehungsweise PCI-Zentrum umgehend informieren

  • Ziel: schnellstmögliche Koronarintervention

  • Engmaschige Kontrolle auf Rhythmusstörungen, hämodynamische Instabilität oder Zeichen eines kardiogenen Schocks

  • Bilanzierung durchführen und Urinausscheidung überwachen

  • Echokardiographie zeitnah durchführen zur Beurteilung der Pumpfunktion und möglicher Komplikationen

  • Bei hämodynamischer Instabilität Intensivstation vorbereiten beziehungsweise Verlegung organisieren

  • Auf mögliche Kontraindikationen für Antikoagulation, Thrombozytenaggregationshemmung oder Lysetherapie achten

  • Angehörige nach Stabilisierung informieren und dokumentieren

Fachleiter

Basic
 InfarktAbleitungenArterie
Vorderwandinfarkt (anterior)/ SeptuminfarktV1 – V4Ramus interventricularis anterior (RIVA / LAD)
Seitenwandinfarkt (Lateral)I, aVLRamus circumflexus(LCx)  
InferiorII, III, aVFMeistens Arteria coronaria dextra (ACD/ RCA)
aVL und I (rezipork)
Vorderwandinfarkt / anterolateraler Infarkt (Fall 1)

Wahrscheinlich betroffen: RIVA (LAD), meist proximaler Verschluss.

Inferiorer Myokardinfarkt (Unterwandinfarkt), anschließend Kammerflimmern (Fall 2)

Wahrscheinlich betroffen: RCA (rechte Koronararterie), seltener RCX.

Ausgedehnter Vorderwand- / anterolateraler Infarkt (Fall 3)

Wahrscheinlich betroffen: proximaler RIVA-(LAD)-Verschluss.

Vorderwandinfarkt (Fall 4)

Wahrscheinlich betroffen: RIVA (LAD).

Ausgedehnter Vorderwand- / anterolateraler Infarkt (Fall 5)

Wahrscheinlich betroffen: proximaler RIVA-(LAD)-Verschluss.

Unterwandinfarkt mit posteriorer Beteiligung (Fall 6)

Wahrscheinlich betroffen: RCA, seltener RCX.

Anteroseptaler Vorderwandinfarkt (Fall 7)

Wahrscheinlich betroffen: RIVA (LAD)

Vorderwand- / anterolateraler Infarkt (Fall 8)

Wahrscheinlich betroffen: RIVA (LAD).

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