In diesem FSP-Fall geht es um einen Patienten mit dem Verdacht auf einen Diabetes mellitus oder eine akute Stoffwechselentgleisung. Typische Symptome wie vermehrter Durst, häufiges Wasserlassen, Gewichtsverlust, Müdigkeit, Sehstörungen oder Bewusstseinsveränderungen müssen gezielt erfragt und richtig eingeordnet werden. Im Mittelpunkt stehen die Differenzierung zwischen Typ-1- und Typ-2-Diabetes, die Erkennung diabetischer Notfälle sowie die Einleitung einer leitliniengerechten Diagnostik und Therapie.
Der Beitrag vermittelt alle prüfungsrelevanten Inhalte für die Fachsprachprüfung (FSP): strukturierte Anamnese, Arzt-Patient-Gespräch, Arzt-Arzt-Vorstellung, Verdachts- und Differenzialdiagnosen, diagnostisches Vorgehen mit Laboruntersuchungen, Blutzuckermessung und Urindiagnostik, Akut- und Langzeittherapie, typische Patientenfragen sowie wichtige Fachbegriffe und Formulierungen. Ergänzt wird der Fall durch Flashcards, Blueprint-Zusammenfassungen, ein Lernheft sowie interaktive KI-Trainings für eine realistische und praxisnahe Prüfungsvorbereitung.
Arzt-Patient-Gespräch
Arzt-Patient-Gespräch (fortgeschritten)
Royal Flash (Transkript + Simulator)
Arztbrief
Giftig-Serie
Flashcards (+ HHS)
Lückentextübungen
Aktuelle und vegetative Anamnese
ich möchte Ihnen nun die Patientin 1. Julia Bauer vorstellen.
Sie ist 2. 64 Jahre alt, einen Meter siebenundsechzig groß und wiegt etwa 3. 92 kg. Ihr Body-Mass-Index (BMI) beträgt 33 und liegt damit im Bereich der 4. Adipositas.
Die Patientin stellt sich aufgrund seit etwa 5. einem Jahr bestehender chronischer 6. Fatigue (anhaltende Erschöpfung) und ausgeprägter 7. Asthenie (Schwäche) vor, die sich vor etwa 8. drei Monaten deutlich verschlechtert haben.
Zusätzlich berichtet sie über folgende Symptome:
9. Konzentrationsstörungen (Probleme mit der Aufmerksamkeit)
10. Polyurie (häufiges Wasserlassen); tagsüber bis zu 11. 10 Miktionen, nachts bis zu 12. 3 Miktionen
13. Polydipsie (vermehrtes Trinken); ca. 14. 3–4 Liter pro Tag
15. Polyphagie (verstärkter Hunger), besonders auf 16. Süßes, mit Episoden von 17. Hyperhidrose (übermäßiges Schwitzen)
Anamnestisch sind in den letzten 18. sechs Monaten zwei Episoden einer akuten 19. Zystitis (Blasenentzündung) aufgetreten, jeweils mit 20. Fosfomycin behandelt.
Vor 21. drei Monaten trat zudem eine 22. Interdigitalmykose (Fußpilz zwischen den Zehen) auf, die lokal mit 23. Clotrimazol therapiert wurde.
Es bestehen keine Hinweise auf:
24. Hypästhesien (vermindertes Empfinden) oder 25. Parästhesien (Kribbeln, Missempfindungen) der Füße
26. trophische Veränderungen (Haut- oder Nagelveränderungen, Haarausfall, Geschwüre)
bekannte 27. ophthalmologische Beschwerden (Augenprobleme) oder 28. nephrologische Beschwerden (Nierenprobleme)
klinische Zeichen einer 29. Anämie (Blutarmut), z. B. Blässe, Schwindel oder Dyspnoe
klinische Zeichen einer 30. Herzerkrankung (Herzprobleme), z. B. Tachykardie, Dyspnoe, Ödeme oder Schwindel
Symptome einer 31. Hypothyreose (Schilddrüsenunterfunktion), z. B. Kälteintoleranz oder Obstipation
Hinweise auf 32. Harnwegsinfekte
Eine 33. arterielle Hypertonie (Bluthochdruck) besteht seit 34. acht Jahren und ist aktuell suffizient eingestellt. Die Patientin führt regelmäßige 35. Blutdruckkontrollen zu Hause durch, mit durchschnittlichen Werten um 36. 130/85 mmHg.
Vegetative Anamnese
Die vegetative Anamnese ist unauffällig, mit Ausnahme einer 37. Insomnie (Schlafstörung) infolge der 38. Polyurie (häufiges Wasserlassen) sowie einer unausgewogenen 39. Ernährung mit hohem Anteil an Fett und 40. verarbeiteten Kohlenhydraten.
Hierdurch kam es in den letzten 41. neun Monaten zu einer 42. Gewichtszunahme von etwa 43. 8 kg.
Rest
Eine 1. arterielle Hypertonie (Bluthochdruck) besteht seit 2. acht Jahren und ist aktuell suffizient eingestellt. Die Patientin führt regelmäßige 3. Blutdruckkontrollen zu Hause durch, mit durchschnittlichen Werten um 4. 130/85 mmHg.
Eine 5. Hypercholesterinämie (erhöhte Cholesterinwerte) ist seit 6. acht Jahren bekannt.
Anamnestisch besteht seit etwa 7. zehn Jahren eine 8. Urikopathie (Harnsäurestoffwechselstörung), initial diagnostiziert durch 9. Podagra (Gichtanfall der Großzehe). Die Erkrankung ist aktuell unter 10. Kontrolle, da sie auf 11. Alkohol und 12. rotes Fleisch verzichtet. Der letzte Gichtanfall trat vor 13. zwei Jahren auf. Hinweise auf eine 14. kutane oder 15. renale Manifestation bestehen nicht.
Es besteht der Verdacht auf eine 16. obstruktive Schlafapnoe (Atemaussetzer im Schlaf), da der Ehemann berichtet, dass die Patientin im Schlaf stark 17. schnarche und es gelegentlich zu 18. Atemaussetzern komme.
Voroperationen
Anamnestisch besteht seit 19. zwei Jahren ein lumbaler 20. Diskusprolaps (Bandscheibenvorfall) mit 21. radikulärer Symptomatik 22. rechts, der operativ neurochirurgisch in 23. Vollnarkose versorgt wurde. Postoperativ zeigte sich eine deutliche Besserung; aktuell bestehen nur gelegentliche Schmerzen, die bei Bedarf mit Ibuprofen behandelt werden. Komplikationen traten nicht auf.
Medikamente
24. Ramipril 10 mg einmal täglich
25. Hydrochlorothiazid 25 mg abends
26. Simvastatin 40 mg abends
27. Ibuprofen 400 mg bei Bedarf
28. Allopurinol (Zyloric®) 100 mg 1-0-1
Allergien
Die Patientin reagiert auf 29. Pferdehaare mit 30. Husten und 31. Urtikaria (Nesselsucht), weshalb sie mit 32. Fexofenadin 120 mg behandelt wird und zusätzlich eine 33. Maske trägt.
Noxen
Sie raucht seit etwa 34. 20 Jahren täglich ca. 35. eine Schachtel Zigaretten, was einer Rauchlast von etwa 36. 20 Packungsjahren entspricht.
Außerdem berichtete sie über 37. nächtlichen produktiven Husten. Aufgrund des langjährigen Nikotinkonsums könnten bereits Veränderungen im Sinne einer beginnenden 38. COPD (chronisch-obstruktive Lungenerkrankung) vorliegen.
Auf Nachfrage berichtet die Patientin, etwa 39. einmal pro Woche ein Glas Bier zu trinken.
Ein 40. Drogenkonsum wird verneint.
Sozialanamnese
Die Patientin ist als 41. Teamleiterin im Kundenservice der Telekom tätig und arbeitet derzeit im Homeoffice. Sie ist 42. verheiratet und hat 43. zwei erwachsene Kinder (Tochter 22 Jahre, Sohn 19 Jahre), die beide an 44. Übergewicht leiden.
Familienanamnese
Der 45. Vater der Patientin ist mit 65 Jahren infolge eines 46. dritten Myokardinfarkts verstorben. Anamnestisch bestanden ein langjähriger 47. Diabetes mellitus sowie 48. Adipositas.
Die 49. Mutter lebt im Alter von 50. 85 Jahren in einem Pflegeheim und leidet an einer 51. arteriellen Hypertonie, einem 52. Diabetes mellitus sowie 53. Adipositas. Sie befindet sich dort in regelmäßiger ärztlicher Betreuung.
Arztbrief- und Fallvorstellungsübung
Ordnen Sie die folgenden Kategorien zunächst in eine medizinisch sinnvolle Reihenfolge. Verfassen Sie anschließend anhand der Schlüsselwörter selbstständig einen vollständigen Arztbrief und stellen Sie den Fall mündlich vor.
- Diabetes mellitus Typ 2 bei Adipositas
- DD: sekundärer Diabetes mellitus endokriner Genese
- DD: medikamentös induzierter Diabetes mellitus
- DD: pankreatogener Diabetes mellitus
- DD: Diabetes insipidus
Familienanamnese
- Vater: verstorben mit 65 Jahren nach drittem Myokardinfarkt
- Vater: Diabetes mellitus, Adipositas
- Mutter: 85 Jahre, Pflegeheim
- Mutter: arterielle Hypertonie, Diabetes mellitus, Adipositas
Allergien
- Pferdehaare: Husten, Urtikaria
- Diclofenac: generalisiertes Exanthem, starker Pruritus
Aktuelle Anamnese
- chronische Fatigue seit ca. 1 Jahr
- ausgeprägte Asthenie seit ca. 1 Jahr
- Verschlechterung seit 3 Monaten
- Polyurie: bis 10 Miktionen/Tag, 3 Miktionen/Nacht
- Polydipsie: 3–4 l/Tag
- Polyphagie
- Heißhunger auf Süßigkeiten
- rezidivierende Hyperhidrose
- Besserung nach Süßigkeiten
- Konzentrationsstörungen
- keine Einschränkung der körperlichen Aktivität
- 2 akute Zystitiden in 6 Monaten
- Tinea pedis interdigital vor 3 Monaten
- keine Hypästhesien
- keine Parästhesien
- keine trophischen Störungen
- keine ophthalmologischen Beschwerden
- keine nephrologischen Beschwerden
- keine Anämiezeichen
- keine Herzsymptomatik
- keine Hypothyreosezeichen
Vegetative Anamnese
- Insomnie durch Polyurie
- unausgewogene fettreiche, kohlenhydratreiche Ernährung
- Gewichtszunahme 8 kg in 9 Monaten
- Schnarchen
- nächtliche Atempausen
- morgendliche Kopfschmerzen
- kein Fieber
- kein Nachtschweiß
- kein Schüttelfrost
- keine Übelkeit
- kein Erbrechen
- Stuhlgang unauffällig
Medikamente
- Ramipril – 10 mg – 1-0-0
- Hydrochlorothiazid – 25 mg – 0-0-1
- Atorvastatin – 40 mg – 0-0-1
- Allopurinol (Zyloric®) – 100 mg – 1-0-1
- Ibuprofen – 400 mg – bei Bedarf
- Fosfomycin – bei Zystitis-Episoden
- Clotrimazol – bei Mykose
- Fexofenadin – 120 mg – vor Pferdehaarexposition
Persönliche Daten
- Nachname: Bauer
- Vorname: Julia
- Alter: 64 Jahre
- Geburtsdatum: 11.08.1961
- Gewicht: 92 kg
- Größe: 167 cm
Sozialanamnese
- Teamleiterin im Kundenservice bei der Telekom
- aktuell Homeoffice
- verheiratet
- 2 erwachsene Kinder: 22 und 19 Jahre
- beide Kinder übergewichtig
- gemeinsame Wohnung mit Familie
Voroperationen
- Operation bei lumbalem Diskusprolaps vor 2 Jahren
- Vollnarkose
- komplikationslos
Noxen
- Nikotin: 1 Schachtel/Tag seit 20 Jahren
- ca. 20 Packungsjahre
- nächtlicher produktiver Husten mit klarem Auswurf
- Alkohol: ca. 1 Glas Bier/Woche
- kein Drogenkonsum
- kein regelmäßiger Sport
Vorerkrankungen
- Adipositas
- arterielle Hypertonie seit 8 Jahren, suffizient eingestellt
- Hypercholesterinämie seit 8 Jahren, suffizient eingestellt
- Urikopathie/Gicht seit 10 Jahren
- letzter Gichtanfall vor 2 Jahren
- Verdacht auf obstruktive Schlafapnoe
- Verdacht auf beginnende COPD
- lumbaler Diskusprolaps
Gynäkologische Anamnese
- Menopause seit ca. 15 Jahren
- keine Hitzewallungen
- keine Stimmungsschwankungen
- Geburten natürlich und komplikationslos
- letzte gynäkologische Untersuchung vor 2 Jahren unauffällig
- kein auffälliger vaginaler Ausfluss
- kein auffälliger vaginaler Geruch
- körperliche Untersuchung
- Inspektion des diabetischen Fußes
- Ophthalmoskopie
- Nüchternblutzucker
- HbA1c
- Lipidprofil
- Elektrolyte
- Harnstoff
- Kreatinin
- Ruhe-EKG als Basisdiagnostik
- internistisches Konsil
- laborwertabhängige antidiabetische Monotherapie oder Kombinationstherapie
Auswertung Ihres Arztbriefs
Laden Sie Ihren selbst geschriebenen Arztbrief zusammen mit dem Fachleiter-Brief bei ChatGPT hoch.
Vergleiche meinen selbst geschriebenen Arztbrief mit dem Fachleiter-Brief. Zeige mir fehlende medizinische Informationen, inhaltlich falsche Angaben, Fehler in der medizinischen Fachsprache, grammatikalische Fehler, ungeeignete Formulierungen sowie Fehler in Struktur und Reihenfolge. Korrigiere anschließend meinen Arztbrief. Verwende ausschließlich die Informationen aus dem Fachleiter-Brief und erfinde keine neuen medizinischen Angaben.
Auswertung Ihrer Fallvorstellung
Nutzen Sie den Audiomodus von ChatGPT, stellen Sie den Fall vor und laden Sie anschließend den Fachleiter-Brief hoch.
Werte meine mündliche Fallvorstellung anhand des hochgeladenen Fachleiter-Briefs aus. Beurteile Struktur und Reihenfolge, Vollständigkeit, medizinische Fachsprache, aktuelle Anamnese, Vorerkrankungen, Voroperationen, Allergien, Medikamente mit Dosierung, Verdachtsdiagnose sowie das weitere diagnostische und therapeutische Vorgehen. Zeige konkret, welche Informationen fehlen, falsch oder unverständlich dargestellt wurden. Erfinde keine zusätzlichen medizinischen Angaben.
